Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 77 (25.9.1936)
- Date
- 1936-09-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Saft« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 77, 25, IX. 1936 gewiesen, Zangwill den Zutritt zu verwehren, •weil er ein Ugandist ist.“ Herzl bäeb und wohnte der Versammlung weiter bei, die darüber beriet, ob die Neinsager den Kongreß und die Zionistische _ Organisation verlassen sollten, um eine eigene ״rein‘4 zionistische Organisation zu begründen. An diesem Abend hielt Herz! seine berühmte Rede über seine Verhandlungen mit dem Sultan und der ״Hohen Pforte“. Pinchas Friedmann Dlzengroffs Leben Dizen goff ist am 25. Februar 1861 in dem bessarabischen D0H Akimowzi geboren, besuchte die Schule in Kischenew und kam 18S2 als russischer Soidat nach Schitomir in der Ukraine, und!887 nach Odessa, wo er in den Kreis der Chowewe Zion eintrat. Er war einer der Teilnehmer der Konferenz von Drusgenik (1887), die für den russischen Zionismus sehr bedeutungsvoll war. 1888/89 studierte er in Paris Chemie, und 1892 machte er seine erste Palästinareise im Auftrag des Barons Rothschild, um dort in Tantura eine Glasfabrik zu gründen, die aber scheiterte. 1895 kehrte er als Vertreter einer belgischen Glasfabrik nach Odessa zurück. 1905 kam er als Direktor der Bodenerwerbsgesellschaft ״Geulah“ wieder nach Palästina und war 1906 unter den Begründern der Gesellschaft ״Achuzath Bajit“, die eine jüdische Gartenvorstadt bei Jaffa gründen wollte. 1909 wurde dann mit dem Rau von Tel-Awiw begonnen, nachdem durch Vermittlung von l)r. Ruppin eine Anleihe des Jüdischen Nationalfcmds erlangt worden war. 1911 -1917 war Tcl-Awiw evakuiert, lind erst 191$ kehrte Di/cngoff zurück. 1921 wurde er /um 13 ü r g c r m e i s ) e r gewählt und lieg,11־) sieh 1922 nach Amerika, wo es ihm gelang, eine Anleihe für die Stadtverwaltung zu erhalten, die den Ausbau der Siadt ermöglichte. Nun ging die Entwicklung in raschttn Tempo vorwärts. Die Lcvantc-Mcssen, um deren Ausgestaltung Di/engoff sich eifrig bemüht hat, und für die er auf zahlreichen Auslandsreisen Komitees in fast allen europäischen St aalen zu schaffen wußte, trugen zu dieser Entwicklung in hohem Maße bei, Wenn Tcl-Awiw heute das Zentrum der neuen jüdischen Wirtschaft Paktstinas mul ein Brennpunkt neuen jüdischen Kulturlebens geworden ist, so ist dies zu einem wesentlichen Teil Dizcngoft zu verdanken. Die Bevölkerung der Stadt ohne Unterschied der Partei!ichtimg empfand stets eine tiefe Verehrung und Eiche für den volksli'unliclicn Bürgermeister. 111 seiner Tätigkeit trat 1925 -1927 eine Pause ein, da damals die Mehrlieitsverhaltnisse zu einer Vorherrschaft der Arbeiterpartei im Stadtrat führten. 1927 war er vom Zionistenkongreß zum Mitglied der Zionistischen Exekutive gewählt worden, eilt Amt, das er aber nur kurze Zeit bekleidete, Audi bei den La 11 11 rs lie I! n r׳J e 11 erfreute sich Dizengoft hohen Ansehens. Iirr jetzige High Gommissioner, Mir ArtJmr W a 11 c 11 o p e, unterhielt zu ihm die frcundschaftheilsten Beziehungen, was Di/engoff nicht hinderte, nötigenfalls auch dem High Ooinnussioiier gegenüber sich mit großer Schärfe und Hartnäckigkeit für die Belange der Stadt cin/usetzen. Als im November des vorigen Jahres die Neuwähl der Stadtverwaltung ausgeschrieben wurde, lehnte Dizengoff eine neuerliche Kandidatur zunächst demonstrativ ab und 'begründete dies mit der stiefmütterlichen Behandlung, die die Regierung der Stadt angedeihen lasse. High Commissioner Sir Arthur Wauchopc kam daraufhin persönlich nach Tel-Awiw, um Di/engoff umzustimmen. Am 30. Dezeniber 1935 wurde Di/cngoff von dem neuen Stacltrat abermals zum Bürgermeister gewählt, am 1. Januar 1936 bestätigte die Regierung die Wald. Am 10. März. d. J. wurde in Tel-Awiw (nach dem jüdischen Datum) der 75. Geburtstag des Bürgermeisters durch feierliche Veranstaltungen begangen. Bei dem von der Stadtverwaltung veranstalteten Festempfang hielt der Distriktskonimissar für den Süddistrikt, R. E. H. Crosbie, eine hebräische Ansprache, in der er die Verdienste des Jubilars würdigte. Die Stadt beschloß, Di/cngoff durch die Anlegung eines öffentlichen Gart e n s zu ehren, dej den Namen ״ü a 11 M eil" trägt. Dizcngoffs Haus ist dem Mus e u 111 von Tel-Awiw gestiftet worden. Die Metamorphose dieses Hauses, das einst als einfacher Bau einsam im Sande stand und jetzt ein repräsentatives Gebäude mitten im Stadtgewoge ist, haben wir in der ״J. R.“ kürzlich (am 25, Februar d. J.) an Bildern veranschaulicht. Dizeiigoff, der seit 1928 auch belgischer Konsul in Tel- Awiw war, besaß zahlreiche hohe Auszeichnungen. Zuletzt ist er im Juni!036 anläßlich des Geburtstages König Eduards VIII. zum Fhreiikommandeur des Ordens des British Empire ernannt wenden. König Peter!1. von Jligoslawicn verbt.li ihm anläliiii'l) der letzten Levante-Messe den Hl. Suva-Orden. Kleine Nachrichten Das Textil- und Modckaufltaus Brummet & Benja min, Halle (Saale), geht laut ״Berliner Tageblatt“ vorn 22. September mit denn 1. Oktober 1936 in arischen Besitz über. Es wird van den neuen Inhabern unter der Firma Fichenauer fV K.-G., fortgefuhrt werden. Der Zweigbetrieb des Hauses Brummer Pc Benjamin, das Kaufhaus Alex Michel, Halle, wird von den bisherigen Inhabern der Fa. Brummer G Benjamin unveramJert fortgefülxrt werden. Die ״Zcvcuer Zeitung“ berichtet, daß auf dem Septcmfaer-Markt in O s t e r 11 0 I 7, - S c h a r m b e c k jüdische Händler in diesem Jahre nicht vertreten gewesen sind und wohl auch dem Oktober-Markt fernbleiben werden. Gemäß einem Bescheid des Reichs- und Preußischen Arbeitsministcrs vom 2-1. Juli 1936 steht die Kassenärztliche Vereinigung Deutschlands nach wie vor auf dem Standpunkt, daß jeder Kassenarzt verpflichtet ist, Kranke, die sich durch einen Kassenschein als zur Sozialversicherung, gehörig ausweisen, in ärztliche Behandlung zu nehmen, gleichviel welcher Rasse und Religion der Kranke• angehört. Nach den Bestimmungen des Personenstandsgesetzes haben die Standesbeamten in Zukunft zu statistischen Zwecken bei der Beurkundung von Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen die Religion der Eltern, der Elieschiießcmlen und des Verstorbenen zu erfragen, um den öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften hierüber Auskunft erteilen zu können. Beim internationalen Urologen-Kongreß in Wien vom 9. bis 12. September, der unter dem Vorsitz von Professor Blum (Wien) stattfand, sprach Dr. Alfred R 0 s e n o aus Köln über ticrexpcrimcntelle Untersuchungen für eine Beliandlung der Niercn-Eiterungen. Die Rassentrennung im Schulwesen Die von Pr-of. Alfred Baeumler lierausgegebene ״Inter nationale Zeitschrift für Erziehung“ bringt in ihrem neuesten Heft einen Aufsatz über ״Die T r e n!1 un g der Rassen im Schulwesen der Vereinigten Staaten und des Deutschen R e i c 11 e s“. Der Grund für die Trennung der Rassen in der Schule liege in der Erfahrung, daß das Gemeinschaftsgefühl in einer rassisch gemischte!) Schulklasse zerslört wird und sich z. T. überhaupt nicht entwickeln kann. Die Schüler werden von vornherein in mehrere Gruppen zerspalten, die einander innerlich fremd gegeniibirstehen. Noch unheilvoller wirke sich die rassische Verschiedenheit von Lehrer und Schüler aus, zwisehen denen sich ein erzieherisches Verhältnis nicht bilden könne. Der Aufsatz geht sodann auf die Rassengesetz־ gcbuiig in den Vereinigten Staaten und Deutschland ein. Die deutsche Rassen Gesetzgebung, die noch nicht völlig abgeschlossen sei, ist in den Nürnberger Gesetzen niederelegt. Ebenso wie eine rassische .Mischheirat verboten ist und ie politischen Rechte der Rassen für das ganze Reich gesetzlieh geregelt sind, wird auch die Rassentrennung im Schulwesen für das ganze Reich ein h ei t - lieh geregelt werden. Ein solches Gesetz befindet sich in Vorbereitung. Es ist eine völlige Rassentrennung in den Volksschulen ohne Rücksicht auf die Religionsrugehörigkeit vorgesehen, die Errichtung öffentlicher Judenschulen ist geplant. Grundsatz für beide Schule!! wird die Rassengemeinschaft zwischen Lehrer und Schüler sein. Der in bestimmten Schulgattungen und Hochschulen eingeführte Numerus clausus bezweckt zwar keine grundsätzliche Trennung der Rassen, aber er bezeichnet eine Abwehrmaßnähme gegen die völlige Verjudung bestimmter Berufe. Der Grund für die deutsche Maßnahme liege in der Erfahrung, die man in dieser Beziehung in der Vergangenheit habe sammeln können. Es handele sich nicht um rassische Vorurteile, sondern um grundsätzliche Verschiedenheiten, die von der Natur gesetzt sind und von der Rassenlehre erkannt wurden. Solche natürliche Verschiedenheiten dürfe man nicht übersehen, wolle man nicht den Völkern größten Schaden zufügen. Eine alte Erfahrung lehre, daß der Frieden zwischen den Rassen am besten durch Trennung gewahrt werden kann. Diese Ausführungen über ein für uns Juden besonders wichtiges Gebiet sind u. a. auch durch die darin enthaltene Bemerkung interessant, daß ״die deutsche Rassengesetzgebung noch nicht völlig abgeschlossen“ sei, während aus mehreren früheren maßgebenden Aeußerungen hervorzugehen schien, daß es sich um eine abgeschlossene Angelegenheit handelt. Die Judenfrage und ihre Erforschung Ein Vortrag von Dr. Wilhelm Grau Der Gesamt verein der deutschen Ges c h i c 111 s * und Altertu msvereine hielt in Karlsruhe eine Hauplversainniiung ab. Der geschäftsführende Leiter der Forschungsabteilung ״Juden frage“ des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands in München, Dr. Wilhelm Grau, spracli bei dieser Gelegenheit über ״Die Geschichte der Judenfrage und ihre Erfors c 11 u n g“. Dr. Cirau sagte nach dem Bericht des DNB. u. a.: ״Unter Judenfrage in der deutschen Geschichte verstehen wir diese Begegnung der eigenen Welt mit jener fremden, die Schnittfläche des deutschen und jüdischen Lehenskreises.“ Der jüdische Historiker Heinrich Graetz habe in einer geschichtsphilosophischen Skizze den Grund der geistigen Fremdheit des Judentums besonders klargelegt. Dr. Grau führte u. a. weiter aus: ״Die Idee des Klasse nka in pfes ist talmudisch begründet. Bis zum 19. Jahrhundert glaubte man das Problem des Juden durch den Ausschluß des Fremdkörpers von der eigenen Gemeinschaft und durch Zuweisung ausreichenden Lebcnsraumes für die jüdische Art bewältigen zu können. Die Taufe wurde durch bestimmte dogmatische und juristische Vorstellungen sehr erschwert. Das blutsmäßige Aufgehen des Judentums unter die Wirtsvölker wurde abgelehnt. Im Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution änderte sich diese Auffassung grundlegend. Die Emanzipation ist heute eindeutig ausgevviesen als eine der wesentlichen Ansätze zur Entwicklung des Bolschewismus. Hätte Karl Marx im Ghetto gelebt, gäbe es keinen Lenin. Ohne die Emanzipation der Juden gäbe es nicht die europäischen Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir fcs!(stellen, daß die deutsche und europäische Geschichte der Neuzeit und der neuesten Zeit nicht geschrieben werden kann, ohne Berücksichtigung der Geschichte der Judenfrage. Trotzdem ist die Forschung mir vereinzelt auf diese Probleme gestoßen. Man hat diese Tatsachen einfach nicht sehen wollen. So unglaublich es ist, so wahr ist es, die Quellen zur Geschichte der Judenfrage wurden bewußt beiseite gelassen. Die Gründe hierfür liegen außerhalb der Wissenschaft. Jene Gelehrten konnten das Problem des Juden in der Geschichte nicht beschreiben und nicht beschreiben lassen, weil sie damit in persönliche Konflikte gekommen wären, weil sie ihre liberale Weltanschauung innerlich zerstört hätten. Diese Wissenschaft hat daher am Wissenschaftliehen Wahrheitsideal schwersten Verrat begangen. Sie hat es aut dem Gewissen, wenn die Geschichtswissenschaft in eine ungeheure Vertrauenskrise zum Volk geraten ist.“ Grau fuhr fort: ״Weil wir nicht zu jenen gehören, die der Politik verhaftet sind, in der Oeffentlicbkeit aber behaupten, sie seien freie Menschen der Erkenntnis, gibt es für uns kein inneres Hemmnis, laut zu bekeur.cn, daß wir trotz unseres rein wissenschaftlichen Weges und Zieles wissen, daß unsere Forschungen zur Geschichte der Judenfrage auch politische Aktion sind.“ Weiter fuhr der Redner fort: ״Wo die Dinge so vernachlässigt wurden wie auf diesem Forschungsgebiet bedarf es zuerst einmal der Zubereitung der Werkstätte, zunächst einer den wissenschaftlichen Erfordernissen entsprechenden Bibliothek, mit deren Aufhau in München bereits begonnen wurde. Die wichtigen Judaicabestände der deutschen Bibliotheken, die früher vornchmlich jüdischen Zwecken dienten, so vor allem der Frankfurter Stadtbibliothek, sollen der Forschung deutscher Gelehrter erschlossen werden. Wichtig ist auch der Einsatz der ortsgeschichtlichen Forscher und Vereine, so vor allem für die durch die Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts in Angriff genommene historische Statistik iiberdie Judentaufen und Mischehen in Deutschland ״ * Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hal unter dem 31. August einen Runderlaß an alle Behörden herausgegeben, der jetzt veröffentlicht wird (RMBliV. Nr. 39), Der Erlaß verfügt für das ״R e i c hs i n st i t u t für Geschichte des neuen Deutschlands“ die Gebührenfreiheit bei Anforderung von Personenstandsurkunden•, Kirchenbuchausziigen usw. Auch im übrigen ist das Relchsiiistijut als Reichsbehörde im Verkehr mit staatlichen und konvmu״ nalen Dienststellen in gleichem Umfange wie sonstige Reichs* behörilen von der Zahlung von Gebühren befreit. Die Standesbeamten erhalten auch durch die Zeitschrift für Standesamtswesen Kenntnis von diesem Runderlaß. Der Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern bezieht sich vor allem auf die Arbeiten des ״Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands“ zur Geschichte der Judenfrage. Im Rahmen dieser Forschungen ist u, a. eine umfassende Untersuchung der Judentaufen und Mischehen im 19. und 20. Jahrhundert in Angriff genommen. Der jüdische Uebersetzer der Opern Mozarts Der ״Völkische Beobachte r“ veröffentlichte einen Aufsatz, der sich dagegen wendet, daß bis in die Gegenwart hinein die gebräuchlichste deutschsprachige Form der Opern von Mozart von dem Juden l.cvi stammt. Es sei eine der vornehmsten tind edelsten Aufgaben der aus neuen Antrieben schaffenden deutschen Kulturarbeit der Gegenwart, den deutsehen Mozart aus den Fesseln einer jüdischen Text״Uichtung“ zu befreien. Siegfried A 11 h e i ß e r habe sich die Eroberung Mozarts für die deutsche Sprache zur Lebensaufgabe gemacht und schon Ucbersetzungen des ״Figaro“, des ״Don Giovanni“ und der ״Gärtnerin aus Liebe“ geschaffen. Hiermit wäre noch darauf hinzuweisen, daß auch der Verfasser der Originaltexte der wichtigsten Mozartschen Opern (z. B. ״Don Giovanni“ und ״Figaros Hochzeit“). Lorenzo da Ponte, ein Jude war. Jüdische Mitglieder von Privatkrankenkassen. Jüdischen Mitgliedern sind von Privatkrankenkassen Kündigungen zugegangen. Soweit diese Kündigungen nach kürzerem Bestehen des Versicherungsverhältnisses ausgesprochen sind, laßt sich in der Regel dagegen nichts einwenden. Die allgemeinen Versiciieruiigsbedingnngcn pflegen solche Kündigungen vorztisehen. Regel mäßig wird die Kündigung etwa damit begründet, daß das Mitglied eine anderweitige Versicherung (Kranken- oder Unfallversicherung) abgeschlossen habe, welche nach den Versichmmgshcdingungen anzeigepflichtig sei. Wegen schuldhafter Verletzung dieser Anzeigepflicht wird das Mitglied dann ausgeschlossen, in solchen Fällen pflegen die Versicherung*Bedingungen allerdings noch vorzusehen, daß Kündigungen wegen Verletzung der Anzeigepflicht nach einer längeren als fünfjährigen Mitgliedschaft nicht mehr zulässig sind. In einem Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Ber- I i n, in welchem ein Mitglied deshalb ausgeschlossen war, weil es gegen Unfall versichert war, hat eine Privatkrankenkasse einen ausgesprochenen Ausschluß aus ״ßilligkeitsgründen“ wieder zurückgenommen. — Rechtsanwalt Dr. Walter K at z , Berlin. Die Unruhewelle in Polen Warschau, 22. September. (JTA.) Anläßlich der Feie! der Rückkehr der Truppen von den Manövern zertrümmerten nationaldemokratische Exzedenten in mehreren jüdischen Geschäften Warschaus die Schaufenster und vernichteten die Waren. Wegen der blutigen antisemitischen Unruhen in Wy• sokie-Mazowiecki, Sokoloi, Jerzanow und Zam• brow intervenierte Senator Oberrabbiner Prof. Sc hör beim Innenministerium. Die Wojwodschaft in Bialystok wurde daraufhin angewiesen, jeden Versuch von Gewalttat zu ver״ hindern. Jahrmarktsunrühen kamen auch in Grodzisk-Pozn a n s k i vor. ״Alle Bürger in Rumänien gleichberechtigt“ Bukarest, 20. September. (JTA.) ln einer Pressekonferenz erklärte der Justizminister Mircea Djuvara im neuen Kabinett Tatarescu, daß seine unmittelbare Aufgabe die Sicherung der öffentlichen Ordnung und des Staates sei. Er könne keine Provokationen und keine Verhöhnting des Gesetzes zulassen. Sämtliche Bürger des Staates ohne Ausnahme, so erklärte der Minister, haben gleiche Rechte. Wohlgemerkt, jeder Bürger muß sich in den Dienst des Landes stellen, in den Dienst des Staates, der national ist. Auch ich vertrete den Standpunkt, daß jeder Rumäne sich aller materiellen und moralischen Errungenschaften, die unser reich gesegnetes Land hervorbringt, in vollstem Maße erfreue. Jeder rumänische Staatsbürger ist Rumäne. Diese Erklärung, die von der These des früheren Minister- Präsidenten Vaida Voevod und cler Rechtsradikalen, wonach die Staatsbürger rumänischen Blutes Vorrechte genießen sollen, deutlich abrückt, hat in der Oeffentlichkeit Rumäniens einen starken Eindruck gemacht. Das Zentralkonsistorium der französischen Juden und das Pariser Konsistorium geben die Schaffung einer Zentralstelle zur Abwehr des Antisemitismus bekannt. ii:T. Zukunft Ihrer Kinder S*"; Landschulheim Florenz HBherg Schals and Internat 1. Schulbildung bl» zum Ablturlum 2. HUr Kncbcn und MUdohen von 6 — 18 J»hr*n 3. Unter Leitung bewahrter Pädagogen Inten»!»- ate Sprachen?(lege 4. Studlenbirgehtlgung In taet allen Staaten 5. Eigene HSUSHALTSSC HU U, Stenographin, Schreibmaschine 6. Werkunterrieht, Land- und Gartenarbeit 7■ Vorbereitung für Auewenderungellnder fl, Hauelrztlloha Ueberwachung, Individuelle Forderung 0. SehUnete Umgebung, gutee Klima, Spart!0. Eratklaeelga Verpflegung, zeltgemflSe Prel•», keine Tranefereehwierlgkelten Auskünfte u. Prospekte durch dt■ Leitung: Obeiregierungerat Dr. Warner Peiaer Florenz. Villa Pazzl. Pinn del Giulluri Neu auf nahmen!um Wintersemester