Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 76 (22.9.1936)
- Date
- 1936-09-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 JÖDISCHE RUNDSCHAU Nf. 76, 22. IX. 193« Juden In Holland / Eine Artikelserie Mit dieser Veröffentlichung setzen wir die in Nr. 67 der Jüdischen Rundschau begonnene Serie fort. erforderlich ist, wenn eine Lösung der Frage auch nur angeliahnt werden soll. Palästina kann heute in seiner Funktion als Atifnahmeland für in Europa überzählige Juden nicht mehr aus der Weltdiskussion fortgedacht werden, und man wird bei der weiteren Behandlung der im Lande selbst auf der Tagesordnung stehenden Problemc politischer Natur diesen Faktor voll in Rechnung ziehen müssen. Wir sind gewiß dagegen, sieh die Sache durch Formeln ali/u leicht zu machen und Projekte aufzustellen, deren Realisierung außerhalb des Bereichs des Möglichen liegt; aber wir glauben, daß die Not des jüdischen Volkes in zahlreichen Ländern, besonders aber in den Gebieten seiner Massensiedlung auch die Stellungnahme zu den Palästinafragen beeinflussen muß. Palästina kann nicht nach dem Schema anderer Mandats- und Kolonial - Gebiete behandelt werden, und die Intercssenkonflikte, die dort zum Austrag kommen, erfordern daher eine spezifische Behandlung. Wie dringlieh das Problem selbst ist, zeigen unter anderem die Meldungen aus Polen, die neuerdings von schweren Ausschreitungen gegen Juden berichten und ein erschütterndes Dokument jüdischen Lebens bilden. ♦ Die Not des jüdischen Volkes kommt auch noch in anderer Hinsicht gerade jetzt drastisch zum Ausdruck. Das Problem der Enge unseres Lcbensraumes lastet auf uns wie ein schweres Gewicht, und alle aktiven Kräfte im jüdischen Volke bemühen sich, neue Lebensmöglichkeitai zu suchen, neue Länder zu erschließen, in denen Juden Lxistenz und Heimat finden können. Wir wissen wohl, wie schwer es ist, diesem Ziele in einer Welt zu/ustrehen, die selbst unter schweren Wirtschaft• liehen und politischen Nöten leidet, aber wir können dabei nicht erlahmen, drangt uns doch die Not des Tages, der Hunger Zelmtausender dazu, ihnen Wege der Existenz-(iründung /u bahnen. Zwei Länder spielen min unter denen eine gewisse Rolle, die überhaupt für jü• disclie Auswanderer in Frage kommen: Südafrika und!Brasilien. Nachdem es bereits seit längerer Zeit so schien, als ob sich in Südafrika, das für Juden aus Deutschi;! 11t! ein wichtiges Aufnahme-Reservoir ist, eine Erschwerung der Einwanderung vorbercite, ist eine solche Einengung nunmehr zur Tatsache geworden, und in wenigen Wochen wird der Zugang in dieses Land für viele* unmöglich werden. Audi aus Brasilien hören wir von schärferen Maßnahmen gegen Ein- Wanderer, die dorthin als Touristen gekommen sind, obwohl gerade dieses Land erhebliche wirtschaftliche Perspektiven zu bieten scheint. So wird uns Juden, die auf der Wanderschaft sind und nach Küsten Ausschau halten, wohin wir unser Fahrzeug lenken können, die Welt immer wieder verschlossen, und wir müssen nach neuen Gegenden suchen. Welch eine Aufgabe für ein Geschlecht, das zum Teil — wie wir Juden Mitteleuropas — nicht darauf vorbereitet war, diesen W'eg zu gehen! Walirlich, es ist keine Zeit des Ausruhe ns und der ruhigen Betrachtung, und wenn uns diese Tage viele Stunden der Besinnung bringen, so doch nur dazu, um unsere Kraft zu stärken, die wir brauchen, um uns, unseren Kindern, unserem Volke Raum zu schaffen! *־ Raum schaffen! Wieder tritt Palästina und die große Aufgabe uns vor Augen, die das jüdische Volk in jenem Lande zu vollbringen hat. Wir bauen auf das Wort Englands und der Völker, die das Mandat garantiert haben, wir bauen aber auch nicht weniger, ja vielleicht noch viel stärker auf die große historische Vision, die dem jüdischen Volke vorschwebt, seitdem es seine ersten Pioniere in das Land der alten Heimat gesandt hat. Unaufhebbar ist die Verbindung des Volkes Israel mit dem Lande seiner großen Geschichte, unverlierbar seine Sehnsucht nach seinen Bergen und Tälern, unzerstörbar seine Liebe zum Boden, den es einst be- *essen und den es heute durch harte Arbeit, durch den Schweiß seiner Jugend wieder zur Blüte bringen will. Und dennoch: Unsere Kraft zur Verwirklichung dessen, was in Dutzenden von Ge-chleehtcrn der Vergangenheit lebendig war, hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht ausgereicht; unendlich groß ist das Versäumnis des jüdischen Volkes gegenüber seiner eigenen Aufgabe, gering ist die Leistung des Volkes für Palästina im Vergleich zu den Notwendigkeiten des Aufbaus und den Nöten des Volkes. Gerade heute, in einem Augenblick, in dem unser Werk von außen bedroht und umkämpft ist, gilt es, diese Erkenntnis in «ms wach zu halten, damit wir xvissen, worauf es ankommt: Gelingen oder Mißlingen, Entwicklung oder Stehenbleiben unseres Werkes in Palästina sind zum wesentlichen Teile in unsere eigene Hand gegeben. Wenn das jüdische Volk es will, wenn jeder einzelne Jade dazu beiträgt, dann ■— und nur dann — wird unser historischer Anspruch auf den Boden Palästinas, auf ein Leben in Freiheit und Würde sich verwirklichen, mögen die äußeren Umstände *ein wie immer. Und noch eines: Unser Anspruch auf Einwanderung und Aufbau wird von der Welt und ihren Machten nur so stark gewertet werden, wie unsere Leistung für das Land ist. Darum gilt es in diesen Tagen der Besinnung, in denen wir die Sorge um Palästina und die Not des Volkes in vielen Teilen der Welt besonders eindringlich spüren, unser Teil dazu beizutragen, daß das Werk des jüdischen Volkes in Palästina, ein wahres Werk des Friedens, sich weiter entfalten kann. K. L. Die sozialen Verhältnisse Mit dein Begriff Holland verbindet man vielfach die Vorstellung einer Welt des saturierten Bürgertums, das — von der Weltkrise und ihren allgemeinen Folgen wenig berührt — die in langer erfolgreicher Handels- und Kolonisationstätig- Leit aufgehäuften Reichtürncr in ruhiger Sicherheit verwaltet. Inmitten dieses holländischen Bürgervolkes von starker Rcliiorität und ausgeprägter Toleranz gegenüber Fremden und ndersdenkenden, das im Kampf gegen die Herrschaft des katholischen Spanien die Grundlage zu seiner nationalen Einheit gelegt und für die Tolerierung seines reformierten Glaubens in einem achtzigjährigen Kriege schwere Opfer gebracht hat, besteht ein starkes bewußtes Judentum, dem ein wohlverdienter und anerkannter Anteil an der Entwicklung und Blüte der Niederlande zu kommt. Bei näherer Prüfung der Verhältnisse stellt sich heraus, daß die Wirklichkeit diesem Bilde keineswegs mehr entspricht. Zwar gibt es noch große private Vermögen, die bis- 11er durch eine Geldentwertung noch nicht gefährdet wurden. Aber auch hier besteht eine Wirtschaftskrise, die allerdings später als in den meisten anderen Ländern be• gönnen, sich dafür aber in dem kleinen Lande eingreifend ausgewirkt hat. Eine Zahl von nahezu 40000Ü Arbeitslosen bei einer Gesamtbevölkerung von 8 Millionen auf einem Raume, der kleiner ist als die Provinz Brandenburg, zeigt, wie schwer die Lage in der Tat ist. Auch die jüdische Gemeinschaft Hollands zeigt heute keineswegs mehr die innere Stärke, die ihr den besonderen Ruf in der jüdischen Welt eingetragen hatte, sondern weist — nicht erst seit der gegenwärtigen Krise, sondern schon seit längerer Zeit — bedenkliche Zeichen einer ungünstigen Entwicklung der Inneren Struktur auf. Btvölkeraogibewtgung Bis zum Jahre 1020 konnte man eine fortgesetzte Ver• m c h r 11 n g der jüdischen Bevölkerung bis zu einer Anzahl von 115 223 ift jenem Jahre feststellen. Seitdem ist ein R ü c k g a n g wahrztmehmeu. Bei der letzten Volkszählung vom Jahre 1030 wurden nur noch 111917 Juden (das sind 1,41 ",0 der Gcsamtbcvölkcrung) gezählt. Noch ungünstiger wird das Bild, wenn man die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung mit der der Gesamtbevölkerung Hollands vergleicht. Dann muß man feststellen, daß seit 1889 der Anteil der Juden an der Gcsamtbcvölkcrung des Landes ständig zurückgeht. Die Zunahme der Zahl der Juden in Holland bleibt seit mehr als einer Generation hinter der Vermehrung der niehtjüdischen Bevölkerung zurück. Es ist interessant zu bemerken, daß der Anteil der portugiesischen Juden, die einst die Grundlage für das holländische Judentum eiegt und lange Zeit hindurch nicht nur die Mehrheit, sonern auch die Oberschicht gebildet hatten, jetzt so gering geworden ist. daß sie nur noch 4,6 n/0 aller holländischen Juden ausmachen. Die Mischelien sind in Holland sehr!m Zunehmen begriffen. Hier sind jedoch nur die Verhältnisse in der Stadt Amsterdam, wo allerdings mehr als die Hälfte aller holiändischen Juden wohnt, einer Untersuchung zugänglich. Gingen zu Beginn des Jahrhunderts nur 6,02 ׳״« aller jüdischen Männer und Frauen, die heirateten, eine Mischehe ein, so betrug dieser Prozentsatz in den Jahren 1931 — 1934 bereits 16,86 »;0. Die Mischehen nahmen stärker zu als die rein jüdischen Ehen, so daß in dem letztgenannten Zeitabschnitt auf 1000 rein jüdische Ehen bereits 406 Mischehen kamen. Auch die Tauf e n nahmen zu, nicht zuletzt infolge der starken Aktivität, die hier von den christlichen Missionen zum Teil durch getaufte Juden entfaltet wird. Abgesehen von diesen Faktoren bildet der starke Geburtenrückgang auch eine Gefälirdungsquclle für die holländische Judenheit. Die Zahl der von jüdischen Müttern geborenen Kinder ist in den ersten dreißig Jahren dieses Jahr- Hunderts in Amsterdam von 1415 auf 877 jährlich zurückgegangen, jedenfalls stärker als bei den Nichtjuden, Dagegen ist die Stcrblic 11 keitsZiffer bei den Juden günstiger ais bei der! Nichtjuden, so daß auch hier in Holland eine allmähliche l Überalterung eintritt. Diese Erscheinungen sprechen eine deutliche Sprache und geben zu Optimismus keinen Anlaß. Sie zeigen, daß das holiändi sehe Judentum in seinem Bestände nicht weniger gefährdet ist als die jüdischen Gemeinschaften anderer Länder. Zum weit überwiegenden Teil wohnen die holländischen Juden in den Großstädten: in Amsterdam 65 523 (8,05 ס/י der ücsanitbevölkerung), in Rotterdam 10 357 (1,76 ס׳י der Gesamtbevölkerung) und im Haag 10 224 (2,34 »;0 der Ge- Samtbevölkerung). Das sind zusammen 86 104. Der geringere Rest von 25 813 verteilt sich auf das ganze übrige Land. Beruli^Uederang Audi die Berufsverteilung der holländischen Juden entspricht im wesentlichen der der Juden Mittel- und Westeuropas. Mehr als ein Drittel sind im Handel tätig, auch die meisten berufstätigen Frauen. Ein großer Teil ist in der Nahrungsmittelindustrie und in der Textilindustrie beschäftigt. Die freien Berufe spielen eine zunehmende Rolle, auch bei den Frauen. Eine für Holland typische Erscheinung ist der stark jüdische Charakter der D i a m a n t i n d u s t r i e. Nicht nur unter den Unternehmern, sondern auch unter den Arbeitern sind mehr als die Hälfte Juden. Gerade in dieser Industrie ist mehr ais ein Drittel aller Arbeiter arbeitslos, ein deutliclics Zeichen für die schwere wirtschaftliche Lage, in der sich die jüdische Arbeiterschaft befindet. Alle diese Tatsachen geben ein beunruhigendes Gesamtbild der Lage der holländischen Judenheit. Politiache Verhältnis:!«» Die Holländer galten von jeher als das Volk der religiösen und nationalen Toleranz. Die holländischen Juden hatten daher niemals Gelegenheit, die Juden frage am eigenen Leibe zu verspüren. Das Fürstenhaus Oranje-Nassau hat ihnen egenüber immer eine positive Stellung eingenommen. Auch ie heute regierende Königin Wilhelm in a, die eine fromme Christin ist, hat wiederholt Synagogen und jüdische Wohlfahriseinrichtungen besucht und ihnen größere Spenden überwiesen. Im Raaci van State, einem der Königin beratend zur Seite stehenden kleinen Gremium, haben vielfach Juden ihren Sitz gehabt. Auch unter den Richtern aller Grade hat es von jeher Juden gegeben, z. B. ist der gegenwärtige Vizepräsident des Moogcn Raad, des obersten Gerichtshofes Hollands, Jude, ln beiden Häusern des Parlaments sowie in den Stadtverwaltungen waren Juden wirksam. Auch im geisti- &en Leben Hollands finden wir von jeher bedeutende Juden. de Juden waren also von jeher politisch und auch sozial gleichberechtigt. Zwar gab es und gibt es gesellschaftliche Kreise und Klubs, die für Juden nicht zugänglich Bind. Aber ein Antisemitismus politischer Art war nie geschätzt. Da die Juden im öffentlichen Leben Hollands niemals die Rolle gespielt haben wie in anderen Ländern, konnten sie auch nicht als Exponenten für bestimmte Strömungen und Er• scheinungen des öffentlichen Lebens angesehen werden. Es ist aber nicht zu verwundern, daß die kritische Ent• Wicklung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse die Gruppenspannungen gegenüber den Juden stärker werden ließen und dazu geführt haben, daß manche Kreise der Be■ völkerung dazu neigen, Juden mit manchen unfreundlichen wirtschaftlichen Folgen der Krisenzeit in Zusammenhang «1 briitgen. Die Propaganda «ler oppositionellen Rechten hat sich auch in dieser Richtung ausgewirkt. Sie vertritt aber nicht den Rassenantisemitismus. Die Holländer, ein Volk von 8 Millionen, üben ja die Herrschaft über mehr als 60 Millionen Andersrassige aus und haben in jahrhundertelanger vorbildlicher Kolonisationstätigkeit den Eigenwert auch der fremdrassigen Menschen schätzen gelernt. Das äußert sich auch darin, daß in den Kolonien von jeher Mischehen zwisehen weißen Holländern und Eingeborenen in großer Zahl geschlossen wurden, ohne daß dies irgendwelche Minderung in der gesellschaftlichen Wertung und Stellung zur Folge hatte. Die holländische nationalsozialistische Bewegung hat daher auch bisher den Rasscnantiscinitismus abgelehnt. Dagegen fehlt es keineswegs an j u d e 11 f e i n d 1 i ch cn Ersch ei nun gen in dieser Bewegung. Es gibt aber dort noch keine deutliche Grenzziehung. Der Führer dieser Bewegung machte kürzlich in einer Rede einen Unterschied zwischen guten und schlechten Juden, ohne aber näher anzudeuten, welches die Unterscheidungsmerkmale der beiden Gruppen sein sollen. Die Propaganda der Partei richtet sich vielfach gegen Juden, die im politischen oder Wirtschaft■ liehen Leben hervortreten, ohne jedoch ihr Judesein ausdrücklich hervorzuheben. Ob die Anhängerschaft der nationalsozialistischen Bewegung im Wachsen begriffen ist, ist schwer zu sagen. Erst bei den Parlaments wählen im kommenden Jahre wird man hier klarer sehen können. Innerjiidlsclse Reaktionen Die Reaktion der holländischen Juden aut alle diese Erscheinungen ist recht mannigfaltig und hängt naturgemäß von ihrer mehr oder weniger fortgeschrittenen Einsicht in das Wesen der Judenfrage ab. Bei den Zionisten kann man im allgemeinen Verständnis für die Zusammmenhänge voraussetzen, hat doch der frühere Führer der holländischen Zionisten, Fritz Bernstein, ein auch außerhalb Hollands viel beachtetes Buch über den ״Antisemitismus als Gruppenerscheinung“ geschrieben, in dem er die Grundlagen der Judenfeindschaft analysiert. Im übrigen kann man aber in weitesten Kreisen eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber dem Problem feststellcn. Viele vertreten den Standpunkt, daß hier der Antiseinitsnius niemals wirklich Fuß fassen könne und begründen das sowohl 1״it dem Volkscharakter der Holländer als auch mit der angeblichen besonderen Eigenart der holiändischen Juden, die sieh bemühten, sich wenig von den anderen Bewohnern des Landes abzuheben. Ucbcrdies würde die soziale Zusammensetzung der Juden, insbesondere das Vorhandensein einer größeren jüdischen Handarbeiterschatt, der Judenfeinds Schaft entgegenwirken. Eine nicht geringe Rolle spielt auch die Furcht, daß die Zuwanderung der Juden au* Deutschland eine Steigerung des Antisemitismus briwen würde. In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten und er dann meist auftretenden Fremdenfeindlichkeit fürchtet inan, daß die holländischen Juden allzu leicht mit den zugewanderten Juden als eine Gruppe angesehen werden köutiten. Viel zu wenig wird dabei beachtet, daß die zugewandert«! Juden nicht nur als Konkurrenten aut dem Ärbritsmarkt auftreten, sondern zahlreichen Holländern Arbeit gebracht und manche neue Arbeitsmethode eingeführt haben, die in Zeiten wie diesen für eine notleidende Wirtschaft von größtem Werte sind. Es gibt auch Juden, die glauben, dadurch zu einer Ver* hinderung des aufkommenden Antisemitismus beitragen zu können, daß sie ihre Zugehörigkeit ztrm holländisch«! Volke besonders betonen und sich von jeder Teilnahme am jüdisches Leben fernhalten. Im großen und ganzen muß aber festgestellt werde«, daß die holländischen Juden, auch ir! ihrem überwiegenden assimilierten Teil, — von Ausnahmen abgesehen — das Bewußtsein ihres Judeseins haben und ihre Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft nach außen nicht ableugnen. Und cs muß ferner festgesfellt werden, daß das holländische Volk in seiner großen Mehrheit den judenfeindlichen Strömu»■ gen bisher nicht zugänglich gewesen ist. Dr. Rudolf Lery, De® Haag * Holland und Palästina. Unser Haager Dr. R. L.-Bericht* erstatter schreibt uns: Auf der Pressekonferenz, die anläßlich der 35. Kgl. Niederlän dische nMesse zu Utrecht stattfand, sprach der Generalsekretär W. Graadt van Roggen in seiner Einfühlungsrede auch über die holiändische Beteiligung an der Levante-Messe in Tel- A w i w. Er führte aus: Ein besonderes Experiment war die Teilnahme Hollands an der palästinensischen Messe in Tel- Awiw. Durch die kurz vor Beginn der Messe ausgebrochenen Unruhen sind die Resultate dieser Beteiligung leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber für das Niederländische Messe-Institut brachte dieses Experiment einet! Schatz von Erfahrungen auf dem Gebiete der Veranstaltung einer Niederländischen Sektion auf sehr weit abgelegenen Messen, wobei zugleich gezeigt werden konnte, daß die Kosten de! Beteiligung auf weife Entfernung in beschränkten Grenzen gehalten werden können. Amerika und Palästina New York, 20. SeptembeT, (JTA.) Die Senatoren Copeland und Austin sind von ihrer im privaten Auftrag unternommenen Informationsreise aus Palästina zurückgekehrt, lieber ihre Beobachtungen befragt, richteten sie gegen England die Beschuldigung, daß es seine Pflicht, Ruhe und Ordnung aufrechtzucrhalten, nicht erfüllt habe. Wir haben, sagten sie, Palästina in einem Zustand des Terrors gefunden, in dem Mord eine Alltäglichkeit geworden ist. Die Senatoren fügten hinzu, sic seien der Ansicht, daß die Vereinigten Staaten die Pflicht hätten, von Amts wegen eine Untersuchung der Art durchzuführen, wie sie selbst sie gemacht hätten. Pflicht der Bürger der Vereinigtem Staaten sei es, sich dafür zu interessieren, ״was das Jüdische Nationalheim in Palästina hätte werden sollen“. Hauptsehriftleiter! Dr. Robert W e 11 8 e h. Berlin Charlottenburg * (;mell verantwortlich liir Hie Aufnahme von Bildern). Stell vertretet! Kurt Loewenstein, Berlin W 15 Anieigenleiter und verantwort• lieh für den Inhalt der Anzeigen! Hermann F i n n. Berlin W 1& Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und An. teigenve!waltung! Iflditehe Rundschau. Berlin W 15, Melnekett*. 10 D.-A. August 35182. — Druck! Siegfried Scholem, BerlimSchdöebarg,