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Jüdische Rundschau · 1936-09-16 · Heft 74-75 (16.9.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 74-75 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. A4 16 75־. IX. 1936 JODISCHP RUNDSCHAU Seife 9 Rösch Haschanah in USA. Wie die amerikanischen «luden Rosch Haschanah feiern Von unserem amerikanischen Korrespondenten New York, Anfang September Dia Synagogenfrage Noch vor zehn Jahren haben die Dozenten an jüdischen theologischen Seminaren in Amerika sehr pessimistische Voraussagen gemacht, daß die religiösen Ciebräuche in Amerika in einer oder mehr Generationen verschwinden würden. Dies basierte auf der Tatsache, daß die jüdische Einwanderung aufgcliört hatte und daß religiöse Gleichgültigkeit sich ständig mehr und mehr ausbrcitetc. Aber es dürfte eine zutreffende Prophezeiung sein, wenn man voraus«agt, (laß bei der diesjährigen Feier des Rosch Haschanah-Festes ein größerer Svnagogcn.bes.ucl1 — sowohl in den orthodoxen, als auch in konservativen und Reforinsynagogen — sein wird als je zuvor. Das amerikanische Judentum ist bekannt als ein ,,Zweitagejudentu in'׳. Nur zu Rosch Haschanah und Jom Kippur kehren diese Juden in die Synagogen zurück. Doch was immer schon wahr gewesen ist, wird noch stärker in diesem Jahre sich bewahrheiten. Die Ereignisse in Europa haben eine stärkere psychologische Wirkung ausgeübt, als man nach oberflächlicher Betrachtung vermuten könnte. Selbst Manner des. öffentlichen Lebens, die sich niemals mit jüdischen Dingen identifiziert haben, haben das Bedürfnis, sich unter den Schlitz des jüdischen Gemeinschaftslebens zu begeben. Doch ein Faktor, der fast ebenso stark wirkt, ist die steigende antisemitische Flut in Amerika, die in manchen Teilen des Landes sogar aus Auffassungen von Politikern, die sich um ein Amt bewerben, herniisklingt. 111 den letzten zwei Monaten bat der Ku Ktux Klan in gewissen Teilen des Landes eine Wiederauferstelning erlebt und seine durch die Nacht leuchtenden Kreuze, die als Freudenfeuer auf den Bergen an gezündet werden, erinnern daran, daß gewisse Lehren sich sehr schnell in der Welt verbreiten. Fs ist bereits durchaus gesellschaftsfähig, Antisemit zu sein, und man braucht nicht zu fürchten, eine Ablehnung durch die öffentliche Meinung wie noch etwa vor vier Jahren zu erleben. Als Ergebnis des gestiegenen Svnagogenbcsuclts ward ein Problem immer drängender, das die Juden in den Groß- Städten in jedem Jahr beschäftigt. Die jüdische Bevölkerung ist schneller gewachsen, als man Synagogen bauen konnte. Tatsächlich gibt es während des ganzen Jahres natürlich mehr Svnagogenplätze als Nachfrage danach. Aber zu Rosch Hascltanah und Jom Kippur deckt das A11gel>ot nicht die Nachfrage. Doch Juden wollen an den hohen Feiertagen beten, fnfolgedessen ergab sich eine Entwicklung der sogenannten Behclfssvnagogen. Sie entstehen einen Tag vor Roseli Haschanah und verschwinden sofort nach dem Filde des Jom Kippur. Tanzsäle, Spciserämne, große Speicher und leerstehende Läden werden gemietet und für die Feiertage in Synagogen uingewandelt. Die Veranstalter machen dann eine Propaganda für den Kartenverkauf, wobei die Plätze für einen Gottesdienst von 3 Dollar bis zu 10 oder 15 Dollar kosten und zuweilen auch sogar 25 Dollar; das hängt von der (legend und der Ausgestaltung des Saales ab. Die Reklame, die für diese vorübergehenden" Institutionen gemacht wird, gibt ihnen eine höchst peinliehe kommerzielle Atmosphäre. I:s kommt häufig vor, daß solche Bchelfssvnagogcn ernstlich die Synagogen in der Nachbarschaft gefährden, weil ein besonderer Kantor engagiert wird, der populär ist, und der auch diejenigen anzieht, die sonst die regulären Synagogen besuchen würden. Andererseits jedoch ist auch etwas für diese Behelfssynagogen zu sagen. Die ständigen Synagogen, die ein großes Budget haben, müssen für die Sitze 711 den Feiertagen hofie Preise nehmen, weil dies in vielen Fällen den Hauptteil ihres jährlichen Einkommens darstcllt. Sie verlangen von 10 bis 50 Dollar und mehr. Der jüdische Mittelstand und erst recht die ärmeren Juden können sich dies zu den Feiertagen nicht leisten. Daher haben die Rehelfssvnagogen eine gewisse Ökoriomische Berechtigung. Die ständigen Svnagogcn aber bckämpfen die Behelfssynagogen mit allen’ Mitteln. Natürlich beruht ein Teil dieser Gegnerschaft auf der Notwendigkeit der Selbsterhaltung und nicht so sehr auf ästhetischen Motiven. In New York und in mehreren anderen großen Städten mit bedeutender jüdischer Bevölkerung versuchte man bereits auf gerichtlichem Wege die Bchelfssvnagogcn zu unterdrücken. In New York wurde im letzten Jahr die Behörde aufgefordert, diese ״Uebcrtretnngen“ zu verhindern aus dem Grunde, weil sie ,,unlauteren Wettbewerb“ betreiben. Dieser Kampf gegen die ’ Behclfssmagogen ist wahrscheinlich häßlicher als der schlechte Geschmack, den sie selbst repräsentieren. Aber die geldlichen Interessen — selbst im religiösen Leben — fragen nicht danach, wie weit sie zu geben haben, um ihre Figentumsrechte zu sichern. Net1jakrsausgal>en der Zeitungen Nicht nur die Sv nagogcn sehen in der Festeszeit eine Möglielikeit, sieh wirtschaftlich zu sanieren, sondern ebenso auch die cngliseh-uiiliselieii Zeitungen im ganzen. Lande, deren cs ungefähr 60 gibt, ln New York, Chicago, Philadelphia und einer Anzahl der größeren Städte gibt es zwei oder mehr solcher Wochenblätter in einer Stadt, anderwärts nur eines. Jedes״ englisch-jüdische Blatt hat während des ganzen Jahres 4 bis 16 Seiten, aber zu Neujahr haben einige der glitschenden Blätter etwa •100 Seiten. Im Durchschnitt jedoch ist die Seitenzahl geringer. Fine derartige englisch-jüdische Wochenschrift veröffentlicht gewöhnlich" jüdische Nachrichten aus allen Teilen der Welt, redaktionelle Bemerkungen zu den Ereignissen und verscliicdcne ״Rubriken“, wie sie dem amerikanischen Journalismus eigentümlich sind. Diese Rubriken können Bücher, Theater, Kino, Kleider oder Küche behandeln. Aber der ILuiptteil aller dieser englisch-jüdischen Blätter (die in;e.ler Stadt ptibliziert werden, wo es eine beträchtliche jüdische Bevölkerung gibt), ist den Mitteilungen aus der Gesellschaft gewidmet; Heiraten, Geburten, Reisen, Gäste und ähnliche Alltäglichkeiten füllen diese Gesellschaftsrubriken. Das Neujahr bietet den Blättern eine gute Cieschäftsgelegenhcit. Anstatt Neujahrskarten zu versenden, inserieren jetzt viele Leute ihre Neujahrswiinsche in den lokalen englisch-jüdischen Blättern. Die Neujahrsausgaben dieser Zeitungen ermöglichen es ihnen oft, den Rest des Jahres zu überstehen. Sie füllen den Raum zwischen den Ankündigungen mil besonderen Aufsätzen, die sie gewöhnlich von den zwei Zetiungssyndikaten erhalteil, die das englisch-jüdische Feld in Amerika beherrschen: das ״Scven An- Feature Syndicate“ und die Jüdische Tele- Sienagenüir. Beide versenden ״Rückblicke‘‘ über das Jüe Jahr, die Juden im Sport, jüdische Leistungen im Theater, in der Musik, in Literatur und Kunst — also auf jeden! Gebiet, auf dem Juden irgendeinen Anteil haben. Häufig sind solche Beiträge von schlechtem Geschmack und noch geringerer literarischer Qualität. Aber dies ganze Material ist erfordern lieh — aus Gründen der Tradition und aus der Notwendigkeit, den Raum zwischen den Inseraten zu füllen. Sammlungen zu Neujahr Vor 1029 war die Rosch Hasclianah-Zcit gewöhnlich die Periode, da die Synagogenmitglieder, besonders in den kleineren Städten, aufgefordert wurden, Beiträge zu den vcrschicdensten Zwecken zu leisten, für die Hias oder das Joint Distribution Committee, Palästina, polnische Hilfe und lokale Zwecke. Audi heute noch wird dieser Versuch gemacht, aber die Resultate sind mehr oder weniger geringfügig. Fs ist zweifelhaft, ob 1(K) 000 Dollar während der Feiertage für solche Zwecke in den Svnagogcn erlangt werden. Deshalb lassen die Synagogen nicht mehr Sammlungen für auswärtige Zwecke in’ größerem Umfange zu. Viele der Synagogen sind schwer verschuldet. 111 der Prosperitätszeit haben sie großartige Gebäude und verschwenderische ״jüdische Zentren“ errichtet und dabei schwere finanzielle Lasten auf sich genommen. Aber nach 1929 konnten ihre Mitglieder nicht mehr in demselben Ausmaß wie früher Geld geben. Die Neu- /(׳{u tke ALLIGATOR1^״ cl a s sind g U t c le d e r w a r c״׳n UNSERE VER KAUFSG ESCMAPTE : Berlin, TnurM7.H’n‘rtraßf \ U Hamburg, 43 Köln a. Rh,, {!!sltp Straße 115 Essen, L!ml>cckorMr«üt* 10 Essen, Am HnuplbnVmhof 10 Borhum, Kortumstrnßc &7 Fr a nk 1 u r t . M,, RoÖmarkt 15 Zentrale: O f f e n b 3 c h n. M. W tjpper »nl-Elb er fehl, Herrojjstrnß«• 36 jahrszeit muß deshalb von den Synagogen benutzt werden, um genügend Geld für ihre eigenen Ausgaben zu erlangen, in einigen Fällen kann der Rabbiner nur aus dem Ergebnis besoliderer Sammlungen zusätzlich zu dem Einkommen durch den Plätzeverkauf bezahlt werden. Der Gehaltsstandard der Rabbiner ist in den letzten b Jahren außerordentlich gesunken, in einigen Fällen bis um SO ״<>. Infolge dieser Lage hängen die Sammlungen zugunsten der Hilfe für ausländische Juden immer weniger davon ab, was früher eine Hauptquclle der Einnahmen war: den Sammlungen in den Synagogen zu Rosch Haschanah. Vor den Festen — Inserate Synagogale Reklame (Siche auch die Abbildung auf Seite 10; In den jüdischen Zeitungen, die in Buenos Aires, Montreal, Chicago und anderen amerikanischen Großstädten, besonders aber in New York, erscheinen, häufen sich seit Wochen, wie jedes Jahr vor den hohen Feiertagen, die Inserate der verschiedenen Synagogen-Gemeinden, Nun unterscheidet sich ja das Inserateiiwesen der amerikanischen Bläffer vom europäischen und besonders von unserem überhaupt beträchtlich, das jüdische aber noch ganz besonders. Die großen jiddischen Zeitungen der osteuropäischen I lauptstädte haben verhältnismäßig wenig Inserate; da findet man ein paar Familienanzeigen auf der ersten Seite einer Ausgabe, nn Inneren des Blattes gelegentlich einige Ankündigungen neuer Heilmittel oder Drogerie-Artikel und auf der letzten (vierten) Seite einen meist nicht sehr umfangreichen Stamm von Anzeigen neuer Bücher, Theatervorstellungen, Meetings und Fachärzte. In den amerikanischen Blättern ist die Anzahl der Annoncen weit größer und die Verteilung anders. Die ersten Seiten!)!eiben meist inscratcnfrei, im Innern des Blattes findet man oft riesige Anzeigen aller möglichen Handelsartikel von der kondensierten Milch bis zum Kinderwagen und der populärsten Zigarettenmarke, und während in den jiddischen Blättern des Ostens fast ausschließlich Juden inserieren, ist der amerikanische Inserentenkreis niciit national oder religiös begrenzt. Gerade jetzt ist der Anteil der rein jüdischen Inserate natürlich am allerhöchsten, und obwohl diese Anzeigen nicht nur rein jüdischen, sondern ausdrücklich religiösen Inhalts sind, ist ihre Abfassung und Aufmachtuig doch so ganz amerikanisch wie nur irgendein ״weitliches“ Inserat aus der Schule Barnmnscher Reklametechnik. Der europäisch vorurteiLsvolle Leser kommt aus dem Staunen Auswanderer behalten den Zusammenhang mit ihrer alten Heimat, mit den zurückgelassenen Freunden und Bekannten, wenn sie auch im fernen Land die gleiche Zeitung lesen, die ihnen in ihrer Muttersprache meldet, was sich in ihrem früheren Lebensbezirk ereignet. Sie finden darüber hinaus im Texte!! die große Uebersicht über alles jüdische Geschehen auch in den übrigen Teilen der Welt, besonders in Palästina. Der An zeigen teil bringt ihnen schnell und zuverlässig die Familien -Nachrichten ihrer Angehörigen und Freunde und B ezugsqueilen für Gegenstände des tagliehen Bedarfs; er schafft ihnen Verbindüngen zur Gründung einer neuen Existenz. Unsere Zeitung wirbt aber auch für sie und bringt ihnen Kunden für den Absatz ihrer Erzeugnisse. Darum sollten Juden aus Deutschland diesem Blatt die Treue halten und die JÜDISCHE RUNDSCHAU abonnieren die einzige jüdische Zeitung in Deutschland, die zweimal wöchentlich, an jedem Dienstag und Freitag, erscheint. Wir senden Ihnen auf Anfordern unseren Sonderprospekt mit den Bezugsgebühren -- zum Teil mit den Preisen in der jeweiligen Landeswährung — und Angaben über unsere Zahlstellen im Ausland. Geben Sie uns bitte Ihre neue Anschrift und die Ihrer Freunde im Auslande; wir senden bisherigen Nichtabonnenten 1uf Wunsch unser Blatt kurze Zeit zur!,rohe kostenlos.Bestellen Sieabersofort und schreiben Sie noch heute an die JÜDISCHE RUNDSCHAU Vertriebs-Abteilung, Berlin W 15, Meinekestrafie 10 nicht heraus, wenn er etwa drei rii'-ige Zeitungsseiten mir mit syiiagoga'en Ankündigungen und Reklameklischees vollgepfropft sieht, die mit a ilen Milte In;1!1RT1Lm1>clH'r Aiipreisiingskiinste Kunden werben. I tir rnuycii Annoncen der größten Fabriken der Weit, die ״die positiv besten Seiden- Taleßiin von allen Sorten״ he;,-teilen, aber auch ״elcctric Jahrzeit tablcifs“ verkaufen, [!reisen etwa ihren Saison-Ansverkauf ״folgender beniluntcr religiöser Artikel“ mit dem fettgedruckten Satz an: ,,Fs!!!acht nichts aus, ob Sie schon einen Tal’is haben oder oh Ihre Synagoge jetzt keinen Vorhang, keine Thora-Manlckhei! oder nmlere heilige Geräte braucht; eine solche Gelegenheit trifft sieh mir einmal in einer Jobelzeitl“ Eit! ״Reverend", sein Bild prangt lieben dem lim-ral, wendet sieh an die Brautpaare und teilt mit. daß er ״seinen prächtigen Chuppe-Snal" vergrößert hat; ein anderer, der ״berühmte Chasen“ X. — ״Sie ueitlen Ihre Trauung nie vergossen, wenn er Sie traut" -- hat /um gleichen Zweck ״zwei prächtige Lp to clate-Riiiime•‘ ei öffnet. ״Der bekannte musikaliseile Chasen N. IL, der eine schöne Ivrisclie Tcnorstimnie besitzt", hat seinen bisherigen Losten ■ eben und erwartet neue Angebote, das 111-erat i-t imier/cichnet von dem Manag'cr II. K. Der Rabbi V., folgen alle seine Ehrentitel und die Adresse, teilt mit, daß er ״(ioiiseidank aus seinen Ferien nach Hause gekommen“ ist. Verschiedene Svnagogeii-Oeiiu'inden werben um Mitgliedschaft: i! )oliar jährlich, die ganze Familie mitinbegriffen, mir kleines Eintrittsgeld, Alter Nebensache, Beerdignngsmögliclikeit auf vier Friedhöfen nach Wahl, Geschäftsstellen in mehreren New-Yorker Stadtteilen. Im Vordergrund der meisten Inserate stehen die Vorbet er als Anziehungskräfte für diese oder jene Synagoge. Da ist Sehloimcle, ״der VC'underkiiid-Gliasan“ nach dem über dem Text klischierten Bild ein bezaubernd hübsches Jungeiten von höchstens zwölf Jahren, die Attraktion der X.-Schul fiir die holten Feiertage ״mit S.’ symphonischem Chor unter persönlicher Leitung des Dirigenten": ״Wer ist Cliasen Scliloimele? Kommt ihn liörcu, und ihr werdet wissen, wer er ist und warum so viel um ihn gestürmt wird, wo er auch vorbetet,“ Unterschrift: J. F., Präsident, darunter folgt das Bild! des Präsidenten der bei reffenden Gemeinde, Unter dein Bild eines erwachsenen Vorbeicrs beginnt die Anpreisung folgenden naben: ״Lim: frohe Botschaft für die Juden von Down Tovn besonders und fiir alle Juden von Groß-New York überhaupt! Wir, die erste Warschauer Schul, 58 Revington Corner, Corner Allan Sticet, machen dem werten Publikum bekannt, daß endlich der Tag gekommen ist, an dem die Juden von New York das größte geistliche Ver- (׳!lügen haben können, das sie je gehabt haben. Lin Chasen, den sie zum erstenmal hören und der in ihren Herzen eingeprägt bleiben wird, dai-t der Wilnaer ötar-Chaseii M. R. mit seiner Heldentenorstimme und außergewöhnlich riesigen Koloratur, der größte kurst des Gebets.‘• ״Wir wissen!lieht“, beginnt ein anderes Inserat, ״ob das ׳!nser Glück ist oder die ernsten, energischen Tugenden unseres Chasen, Herrn 8. Ik, aber eins ist sicher: in dem zwölf Jahren, die wir das Vergnügen haben, ihn in unserer Congregation zu hören, naben wir wunderbare Fortschritte gemacht. Wir dürfen sagen, daß wir feste Schritte in die Oeffentiiehkeit machen.“ l'nd u anuii? Diese Brooklvner ('.<>11gregation ,,präsentiert die rhythmische Kombination zwischen unserem würdigen Cluisen, Herrn S. f׳k, und dein riesig erleseiicn Chor des Dirigentenkun-tler B. die die Tradition des Vorbetcns wahrhaft wahren und 11:1,11״ dun richtigen Schlüssel singen. Unerwartet und unbewußt muß jeder vom ästhetischen Geschmack, der Kiui-t des Clm-en S. F, beein* flußt werden, Fr appelliert direkt an unsere Herzen. Sein lielen und Singen dringt so wie mit (iewait in alle Glieder *ein. Es ist diese Eigen schuft, die ihn zu einer .solchen Kraft!nacht, zu einem so wichtigen Faktor unserer Schul.“ In anderen Annoncen wird ungefähr dasselbe von anderen Vorbetern verkündet, die zugehörigen Bilder zeigen mehr oder weniger hübsche Männerköpfe, strenge und wohlwollende, bartlose, spit,■bärtige, vollbärtige Gesichter, meist mit der traditionellen Kopfbedeckung des ״Reverend“, mai’che mit Zvlindcr, Stehkragen lind weißer Binde, und manches Inserat ist in die Form eines öffentlichen Dankes des Prästdeuten der Gemeinde an seinen ״Star“ gekleidet, worauf sich die Mitteilung, der Chasen werde auch an den hohen Feiertagen oder das ganze Jahr zu hören sein, verschämt i!1 kleinen Lettern anschließt. Dann wieder wird eine ״Stimme aus dein Publikum“ inseriert: ״Ein jüdischer Chasen mit einer echt italienische Bclcanto-Stimme! Letzten Schabbat betete ich in der Z.-Schuf, und als ich den Chasen T. mit dem Chor hörte, war ich außer mir vor Bewunderung. Ein so heldischer Tenor, der ein so brillantes Metall besitzt, in den tiefsten Tönen wie in den ganz hohen! Mit so biegsamer, flüssiger Koloratur, wie sie nicht einmal alle Opernsänger haben, — das 9011 die Stimme eines Ciiasen sein? Gleich nach dem Beten riet kh ihm, ich wollte ihn mit gewissen I.euten znsammctibringen, die ihn einfach vergöttern würden, aber er wollte nicht aut midi hören. Als ehemaliger Musiker der Chicagoer Oper fühle kh mich verpflichtet, das zu veröffentlichen,'und wenn das den Chasen t. bewegt, so soll tnirs Lohn genug sein. Denn ein Mensch mit solchen! Talent kann die schwersten Arien singen SchmuckfUhren ’ Gold ׳ Silber tändn Juwelier flelmönte

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