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Jüdische Rundschau · 1936-09-16 · Heft 74-75 (16.9.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 74-75 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 74/75. 6 ו. IX. 1936 JODISCHP PtrunsrHAF» Seife 3 Nach Zürich Rückblick und Ausblick Von Dr. Siegfried Moses Die nachfolgenden Ausführungen sind eine gekürzte Wiedergabe des Referates, das der Vorsitzende der ZVfD. vor dem Landesvorstand am 13. September gehalten hat. Dr. Moses besprach kur: die gegenwärtige politische Lage, wie sie durch die Programm-Erklärung der englischen Regicrurig geschaffen ist. Er erörterte dann die Bedeutung der Tagungen von Zürich und London und ging zu einer Analyse der politischen Entwicklung während der letzten fünf Monate über. Dazu führte er aus: Unser Analyseversuch unterscheidet sich dadurch von sonstigen Analysen, da 11 wir nicht Außenstehende sind, die einen sie interessierenden Tatbestand objektiv betrachten, sondern daß es sich um unsere Sache handelt, deren Schicksal uns ans Herz greift. Deshalb bemühen wir uns zwar, zu einem nüchternen Urteil zn gelangen; aber wir sind uns bewußt, daß den Antrieb zu der Betrachtung eine tiefbesorgte Frage, eine sehr subjektive Frage, gibt, die durch die neueste politische Konstellation nur um einen Grad weniger angstvoll geworden ist. Es ist die bange Frage: Sind wir, ist unsere Sache ein Spielball fremder Mächte und Faktoren, die sie nach Willkür und Belieben fördern und hemmen können, die sie nicderhalten oder zur Blüte bringen können, die vielleicht gar ihre Grundlagen erschüttern können? _ Ich möchte die Antwort vorweguehmen, die sich nach meiner Ueberzeugung aus einer Analyse der politischen Ent- Wicklung ergibt. So stark und so schmerzlich oft diese fünf Monate uns unsere Abhängigkeit von fremden Faktoren gezeigt haben, so eindeutig und unzweifelhaft haben sie andererseits auch die politische Bedeutung der Faktoren erwiesen, die von uns geschaffen sind oder zur Geltung gebracht werden. Fassen wir zunächst die fremden Faktoren der politisehen Entwicklung ins Auge, um ihr Wirksamwerden während dieser fünf Monate zu betrachten und zu verstehen. Die Haltung des arabischen Faktors ist relativ leicht zu charakterisieren, wenn man ihn unter der Perspektive der praktischen Politik betrachtet und in diesem Zusammenhänge die Entwicklungsmöglichkeiten,, die sich ankündigen, ignoriert. Hier und da zeigten sich innerhalb des arabischen Sektors Tendenzen zur Versöhnlichkeit, zu einem Ausgleich mit dem jüdischen Volke. Sie wurden stets rasch unterdrückt. Weizmann nat mit einem — ich mochte sagen — produktiven und positiven Pessimismus davon gesprochen, daß wir wirklichen Kontakt mit den Arabern erst erlangen werden, wenn wir den Zugang nun arabischen Volke finden werden. Das Arabcrtuin 'edenfalls, das während dieser fünf Monate in die Untwickung eingriff, das als wirkender Faktor hervortrat, zeigte im praktischen Endergebnis ein ziemlich einheitliches Gepräge. Sichtbar war und blieb ein sich mehr und mehr radikalisierender Kampfwille; ein zähes Festhalten an sehr weitgehenden Forderungen — unter Ablehnung jeder zur Diskussion gestellten Konzession; ein bereitwilliges Zugreiten auch bei jeder Chance, sich nach Möglichkeit von der britischen Herrschaft zu distanzieren und zu emanzipieren, insbesondere durch Ajilehnung an außcrpalästinensisciie Faktoren. (Dr. Moses erörterte die verschiedenen Komponenten politischer Meinungsbildung speziell in England, die zum Teil die scheinbaren Widersprüche in den politischen Aeußcrungen englisch-politischer Stellen erklären, die Würdigung der Gegebenheiten, den prinzipiellen Gesichtspunkt und die Rücksicht auf wichtige Interessen des britischen Imperiums. Die Faktoren des englischen Standpunktes charahterisiert er wie folgt:) a׳) Der High C o m m i s s i o n e r handelt die ganze Zeit hindurch vor allem unter dem Druck der palästinensischen Gegebenheiten. Er versucht, dem arabischen Element zuerst gut znzureden und dann, als das mißlingt, die Ruhe zu erzwingen (nicht ohne immer wieder von Zeit zu Zeit es mit dem Zureden zu versuchen). Er trägt andererseits der Stärke und der Haltung des jüdischen Elements durch Konzessionen Rechnung. Sein hislorischcr Fehler ist allem Anschein nach, daß er alles zu spät tut: sein Zaudern, nach beiden Seiten hin, beruht auf der Sorge um die Rückwirkung, die ein klares Handeln auf die Interessen des britischen Imperiums haben könnte. b) Für die englische öffentliche Meinung ist naturgemäß der prinzipielle, sozusagen ״ethische“ Faktor der Ausgangspunkt. Zwei Monate lang fordert sie Unterdrückung der Unruhen und strikte Durchführung des Mandates. Mille Juni beginnt eine Schwenkung: die lange Dauer der Unruhen mit ihren Verlusten an britischen Menschenleben und ihren Gefahren für das britische Imperium führt zu der Frage, ob man nicht Zugeständnisse an die Araber machen müsse, ob es nicht nötig und richtig sei, die jüdische Ein- Wanderung zu begrenzen. Die Palästina-Debatte im Unterhause am 19. Juni ist überwiegend noch eine Manifestation .der Treue zur Balfour-Deklaratinn. Die Debatte enthält aber auch schon die Elemente zu einer teilweisen Abkehr. In der Folgezeit ist die öffentliche Meinung nicht mehr einheitlich; zu einem wesentlichen Teile wird sie proarab i s c 11. Hierfrei spielt, wie man gerechterweise zttgeben muß, neben der Sorge um die Rückwirkung auf die mohammedanisclie Welf auch ein in der Sache selbst liegender Umstand eine Rolle; man glaubt den palästinensischen Arabern, daß sie wirklich Furcht vor einer künftigen jüdischen Herrschaft haben. c) Die Londoner Regierung schließlich glaubt im ersten Stadium der Unruhen, ihrer bisherigen Palästina-Politik voll treu bleiben zu können. Der damalige Kolonialminister Thomas erklärte am ö. Mai im Unterhausc, eine Einstellung der Einwanderung könne unter keinen Umständen in Frage kommen. Und Ormsby-Gore, der Ende Mai Kolonialminister geworden ist, unterstreicht in der! )chatte vom 19. Juni im Unterhause stark die Doppelverpflichtuiig des Mandates. Freilich hat sich die Regierung die Möglichkeit zu späteren Konzessionen an die Araber schon früh dadurch gesichert, daß sie bereits Mitte Mai — gegen die Stimme der Juden und übrigens auch entgegen den arabischen Wünsehen — die Einsetzung der Royal Commission beschloß; und London allerdings wurde damals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es der Kommission nicht freistelien würde, das Mandat in Frage zu steifen. Und bei der personellen Zusammensetzung der Royal Commission ist offenbar der Wunsch maßgebend gewesen, ein Organ zu schaffen, das die Interessen des britischen Imperiums den anderen Gesichtspunkten voranstellen würde. Als die Araber das Entgegenkommen, das die Schaffung der Royal Commission ihnen gegenüber bedeuten soll, nicht würdigen, gibt der Kolonialminister zunächst starke F.rklärungen dahin ab, daß man der Gewalt nicht weichen weide. Nachdem sich aber heraussfcllt, daß auch die verschärften Maßnahmen, insbesondere die militärischen Operationen, keine Ruhe in Palästina schaffen, trägt derselbe Kolonialminister — um sich den besten Weg zur Wahrung der britischen InteTessen offenzuhalten — kein Bedenken, in der Unterhaussifzung vom 30. Juli eine bewußt zweideutige Erklärung zu der Frage einer zeitweiligen Suspension der 'Einwanderung abzugeben. Die Tendenz zur Konzession an die Araber schien sich den August hindurch zu verstärken; das zeigte sich etwa in der Antwort auf das Memorandum der arabischen Beamten und in der Haltung za den Vermittlungsversuchen der arabischen Nachbarreiche. Dann aber brachte der Kabineftsbeschluß vom 2. September und der Briet Ormsby-Gorcs an Dr. Weizmann eine fast brüske Absage an die Vermitfkmgsverbandhmgen und ihre von den Arabern wohl schon als gesichert betrachteten Ergebnisse. Das ist — wie die inzwischen veröffentlichte programmatische Erklärung des Kolonialministeriums zeigt — zu einem Teile auf eine neue Würdigung der faktischen Situation in Palästina und auf eine bewußte Rückkehr zum prinzipiellen Standpunkt der Balfour-Deklaration zuriiekzufuhren. Zu einem anderen Teile aber beruhte die Wendung in der politischen Haltung allem Anschein nach darauf, daß diese Vermittlungsverhandlungen Nuri Paschas in ihrem letzten Stadium von dem Vermittler und vor allem von den paläsfmensischen Arabern zusehends nicht mehr als Vermittlung, sondern als eine Art Intervention der arabischen Nachbarreiche aufgefaßt wurden. Offenbar erschien eine Vermittlungsaktion, die solche Formen atinahm, der englischen Regierung weit gefälirlicher noch für die Interessen des britischen Imperiums als die mittelbare Wirkung auf die mohammedanische Weit, wie sie sich aus einer Mißstimmung der palästinensischen Araber ergeben kann. Solch ein rascher Rückblick illustriert gewiß unsere Abhängigkeit von fremden Faktoren. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Hätten die Araber im Juni'Juli auf die Ankündigung der Royal Commission positiv reagiert und den Streik und den Terror beendet, so wäre wahrscheinlich in jenem Zeitpunkt eine vorübergehende Unterbrechung der jüdischen Einwanderung angekündigt worden. Und das gleiche wäre geschehen, wenn Ende August der Vermittlungsversuch Nuri Paschas in anderer Form zum Abschluß gelangt und von den Arabern wenigstens mit einem Versprechen zur Beendigung der Unruhen beantwortet worden wäre. Und trotz der unleugbar starken Abhängigkeit von tremden Faktoren zeigt, wie ich glaube, jede Betrachtung, wie sehr andererseits unsere Faktoren sich als geeignet erwiesen haben, den Gang der Dinge zu beeinflussen und zum Teil sogar entscheidend zu beeinflussen. 1. Der wichtigste Faktor, der fiir uns wirkt, ist die Stärke des jüdischen Jischuw in Palästina. Wir wissen, daß es unter diesem Gesichtspunkte von größtem Werte gewesen ist, wenn Wegen der kommenden Feiertage erscheinen die nächsten Ausgaben 76 am Dienstag, dem 22. Sept. 77 am Freitag, dem 25. Sept. 78/79 am Mittwoch, dem 30. Sept. 80/81 am Mittwoch, dem 7. Okt. F a m i 11 8 n - N a c h r i c h t 9 n nehmen wir bis zum Tage vor Erscheinen gegen Mittag entgegen die entscheidende Auseinandersetzung bis zu einem Zeitpunkte verschoben werden konnte, in dem Erez Israel 400 000 Mensehen umfaßt. Dieser wichtigste jüdische Faktor — die Stärke von Erez Israel mit seinen 400 000 Menschen — ist unzweifelhaft die Gegebenheit gewesen, die den High Commissioner zu wichtigen Konzessionen veranlaßt hat — Konzessionen, die zum Teil eine bleibende weitere Verstärkung der jüdischen Position in Palästina bedeuten. Ich führe die wichtigsten auf: a) Die Bewilligung der Zertifikats-Schedule im Mai. bi Die Verlegung der Regierungsräume nach Tel-Awiw. c) Die Bestellung einiger Tausend Juden zu Hiifspolizisten. d) Die Inangriffnahme des Hafens in Tel-Awiw. e) Die zur Vermeidung der jüdischen Arbeitslosigkeit eingeleiteten Regierungsarbeiten (Straflenbauten, die zugleich für das jüdische Palästina — unter Verteidigungsgesichtspunkten und wirtschaftlich — von großer sachlicher Bedeutung sind). Ich möchte nicht unerwähnt lassen, daß andererseits eine große Anzahl berechtigter Forderungen unerfüllt blieb, wie beispielsweise die Uebernahme von Juden in den Reierungsdienst und in den Dienst als Regierungsarbeiter an teile streikender Araber; oder etwa die Forderung, daß die Regierung ihre Geldmittel für Notstandsarbeiten großen Stils und für Fürsorgemaßnahmen, die durch die Unruhen erforderlicli geworden sind, zur Verfügung stellt. Entscheidend ist aber doch, daß das Faktum dieser großen und leistungsstarken jüdischen Bevölkerung eine Tatsache war und ist, die gewisse negative Möglichkeiten von vornherein ausschloß und gewisse positive politische Konsequenzen einfach erzwang. 2. Von ganz besonderer Bedeutung für den Verlauf der politischen Entwicklung ist die bewunderungswürdige Haitung des Jischuw gewesen, seine Selbstbeherrschung gegenüber den arabischen Gewalttaten. Es ist klar, daß manche Konzessionen der Palästina-Regierung, wie z. B. die Bestellung der jüdischen Hilfspolizisten, sachlich ohne diese Voraussetzung gar nicht möglich ge- Aus der Haftarah für den zweiten Tag Rosdi Haschanah Weltstamme, hört SEINE Rede und meldet» den Kosten der Ferne, sprecht: Der Jtssrsel worfelte, holl es zuhauf, hflfets wie der Hirt seine Herde, denn abaegollen hat ER Jaakob, ihn gelöst aus des Stärkeren Hand! Sie kommen. Jubeln auf der Zionshöhe, erstrahlen an SEINER Guifai, Ober Korn, Ober Most, Ober Glanzöl, Ober Jungen Schafen und Rindern, wie ein erquickter Garten ist ihre Seele geworden, fortan brauchen sie nicht zu schmachten. Dann freut die Jungfrau sich im Reigen, Jönglinge und Alte zumal, ich wandte ihre Trauer in Wonne. ich tröste sie, nach Ihrem Gram erfreue ich sie. Der Priester Seele erquick ich mit Mark, mein Volk sfiltigf sich meiner Guttat — SEIN Erlauten Jirmeinhu 31, 10 -14 Verdeutscht von Marlin Buber wesen wären. Noch wichtiger aln'r sind die moralischen Aus- Wirkungen dieses Tatbestandes. Die öffentliche Meinung Eng-!ands und die britische Regierung konnten in keinem Augenblicke bei ihren Ueberlegtingen ’ignorieren, daß der Jischuw sich so unvergleichbar anders verhielt als die arabischo Bevölkertmg. Weizmann 11,וt in einer seiner Reden int Arlministrative Committee ansgefiihrt, daß der Gedanke der Baifcur-Deklaration, der bisher nur dem Kreise der Politiker wohlvertraut war, erst durch diese Haltung der jüdischen Bevölkerung Palästinas dem englischen Volke nahegebracht worden ist: hieran« erst hat das englische Volk Art und Grad der Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina kennen geiernt. 3. Der dritte Faktor, durch den wir mit einem gewiß nicht meßbaren, alter unverkennbar gegebenen Erfolge den uns bekämpfenden Temlen/eu und Kräften enigegemvirken, ist die politische Arbeit der J e w i s 11 A g e 11 c v. Die entscheidenden Träger dieser Arbeit sind Weizmann und Schertok. Die Tagungen in Zürich und London haben uns einen Blick in die unermüdliche Arbeit tun lassen, die Schertok durch immer neue Verhandlungen mit der Palästina-Regierung und dem High Commissioner persönlich, aber auch mit einer ganzen Reihe anderer palästinensischer Stellen leistet. Und der klare Eindruck, der sich hierbei ergab, war, daß diese politische Arbeit die rechte Mischung von Festigkeit und Elastizität aufweist Die Exekutive hat in den Verhandlungen, die sic in Palästina geführt hat, nach den vorliegenden Berichten wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß sie zu Konzessionen an die Araber bereit ist, soweit es sich nicht um die lebenswichtigen Dinge handelt, Wenn der zionistischen Oeffentlichkeit bisher mehr die Punkte zum Bewußtsein gekommen sind, in deäten die politische Leitung einen kompromißlosen Standpunkt eingenommen hat, so liegt das sicherlich zum Teil daran, daß man über Konzessionsbereifschaft im allgemeinen nicht öffentlich snricht oder schreibt; zum Teil aber vielleicht auch daran, daII die zionistische Oeffentlichkcit vielfach noch nicht erzogen ist zu hören, daß Konzessionen notwendig und richtig sind. Andererseits hat der Verlauf der Dinge, wie feit glaube, gezeigt, daß die feste Haltung dm־ Exekutive in der Frage der Einwanderungs-Suspension voll berechtigt war. Verständigungsbereitschaft ist sinnvoll nur dann, wenn sie verbunden ist mit einem eindeutigen Festhalten an den unerläßlichen Grundlagen unserer Sache. Wie ich glaube, dürfen wir in der Tat sagen, daß unsere Sache trotz der Abhängigkeit von fremden Machten und Kräften nicht deren Spieibail gewesen ist oder zu werden droht; daß vielmehr für uns di!* Möglichkeit, die politische Entwicklung zu beeinflussen, in wesentlichem Umfang besteht. Hierzu ist aber eine noch grundsätzlichere Bemerkung notwendig. In den Züricher Tagen kam plöf/lich eine ganz schwarze Stunde. Es sah so aus, als ob nicht bloß eine l.iuwaiitlei'imgs- Suspension unmittelbar drohte, sondern darüber hinaus eine Vorwegnahme der Entscheidung der Kom1ni-«b1!׳: eine ganz negative Entscheidung, die das National Home in seinen Grundfesten bedrohle. Diese Stunde konnte 1 lebeiiegitngen darüber auslösen, was in einem solchen ganz negativen, ganz schwarzen Falle, wenn er wirklich denkbar wäre, aus uns, ans unserer Bewegung werden wurde. Ich glaube, daß es zionistisch gut ist, einmal eine solche Uebcrfegung anzustellen, auch wenn man Befürchtungen soleher Art gar nicht zu lieget! braucht. Weizmann hat in einer seiner Reden im Administrative (lonnnittce die Frage, ohne sie zu stellen, beantwortet, indem er sagte, daß es für uns tiralte Deklarationen, daß es biblische Verheißungen gibt, deren Bestehen und Bestehenbleiben vom Bestand der Balfour-Deklaration nicht abhängig ist. Ich glaube, wir dürfen hinzusetzen, daß es kein politisches oder sonstiges Geschehnis von noch so großer Tragweite geben kann, das imstande wäre, unserer Idee etwas anzuhaben oder sic gar zu widerlegen; das uns zwingen könnte, unser Ideal zu revidieren. Es ist gut, wenn wir uns das klarmachen — gerade in einem Augenblicke, in dem die Gefahr, daß die Fundamente unserer Arbeit erschüttert werden könnten, gebannt zu seit! scheint. Wie sieht im Lichte unserer jetzigen Erfahrungen und Erkenntnisse die politische Aufgabe für die zionistische Bewegung aus? 1. Zunächst hat sieh, wie ich glaube, erwiesen, daß die Aufgabe nicht darin bestehen kamt, nach einer politischen Körperliche und geistige Ausbildung in gesunder jüdischer Jugendgemeinschaft Wissenschaft!. Unterricht: Hebräisch, Engl., Naturwissensch.usw. Praktische Ausbildung: Gartenbau, Tischlerei, Schneidern Körperl. Ertüchtigung: Gymnastik, Sport, Wandern PALÄSTINA-VORBEREITUNG ■* י' •=* ■ י JPi ), . ‘*Glon op Landschulheim Kristinehov Schweden Leitung: Dr. Ludwig Posener Adresse: Internatskola L ö b e r ö d Persönliche Besprechung in Berlin möglich Telefon. Anmeldung tftellA <)-l I Ihr J7 Hochmeister 1003

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