Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 73, 11 IX.936 ז JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite J5 Interview mit dem Mufti In der Unruhezeit in Giwath-Brenner Von Werner Bloch, Tel-Awiw Mitten im Handelszentrum von Tel-Awiw ist die Abfahrtstelle der Autobuskooperative ״Drom Jchuda", die den Dienst in die jüdäischen Kolonien versieht. Es ist am Nachmittag kurz vor 1/24 Uhr; die Autobusse stehen in den kleinen Gassen in großer Zahl herum und sammeln sich zum ״Convoy“ für 3.3t) Uhr. Die leerstehenden Busse zeigen den Rückgang im Verkehr, denn statt eines regelmäßigen 15-M1nuten-Verkehrs von Tel-Awiw über Rischon lc-Zion nach Reclioboth fahren jetzt die Autobusse nur siebenmal am Tage, und zwar mehrere Autobusse zusammen und bis Ricchon lc-Zion in Begleitung eines kleinen Militärautos. Beim Besteigen des Busses glaubt man, sich in einen Hühnerstall zu begeben. Alle offenen Fenster sind mit kleinmaschigem sechseckigem Drahtgeflecht bespannt, das hier im Lande hergestellt und speziell für die Hühnerställe verwendet wird. Alle Ueberlaml-Gnmibusse sehen heute so aus. Das Dralitgeflccht schützt vor Bombenwürfen. Die sonst immer zuerst besetzten luftigen Fensterplätze sind nicht sehr gesucht. Dort ist noch Platz, während die inneren Plätze belegt bzw. besetzt sind. . Däs , Publikum findet sich pünktlich ein, nimmt ruhig seine Plätze ein, und von einer nervösen Stimmung ist kaum etwas zu merken. Die Zeitungsjungen rufen die soeben erschienenen Abendzeitungen aus und finden guten Absatz. Freundliche Vorbeikoinmende überbringen die Fetzten Neuigkeiten eines Bombenwurfes auf einen jüdischen Autobus «ach Bait-Wegan in Jaffa, der sich um 3 Uhr ereignet hat, aber keine weiteren Schäden anrichtete. Bevor noch eine weitere Diskussion darüber beginnen konnte, schrillt die Pfeife des Sergeanten als Zeichen zur Abfahrt des Convoys, und die Autobusse setzen sich in Bewegung. Es sind zwei Busse, die bis Rischon le-Zion, und drei, die bis Rechoboth fahren. Ich sitze in dem ersten Autobus der Rechoboth- Busse, während vor uns die Busse nach Rischon le-Zion fahren. Das Polizeiauto ist nicht zu sehen, es fährt zuletzt, zirka 500 m hinter dem letzten Autobus, und wer die Tatsache des Schutzes nicht weiß, merkt nichts davon. Die örenzpunkte Jaffas, die wir bei der Ausfahrt berühren, sind durch Stacheldrahtverhaue gekennzeichnet. Die Chaussee ist nur für die Durchfahrt eines Autobusses freigemacht. Auf der Hauptstraße Jaffa—Jerusalem gibt der Chauffeur Vollgas, und mit mehr als 60 km sausen wir an den arabischen Dörfern vorbei, an dem niedergerissenen ehemaligen arabischen Dorf, das aus alten Benzintanks errichtet war, und vorbei an Mikweh Jisrael. Das Tempo wird erst an der Polizeistation Bet-Dagan verlangsamt, wo wieder ein Engpaß von Stacheldrahtverhauen passiert werden muß. Wir halten 7um erstenmal in Rischon le-Zion, und obgleich der Autobus voll besetzt ist, nehmen wir Wartende auf. Auch bei der Weiterfahrt zwischen Rischon le-Zion und Rechoboth besteigen Juden unseren Autobus, die von ihrer Arbeit kommen, so daß die Gänge von Stehenden überbesetzt sind. Das duldet die Polizei jetzt schweigend, während früher bei dem starken Verkehr es auch für einen einzigen Fahrgast verboten war, in dem Gange des Autobus während der Fahrt zu stehen. Die arabische Ansiedlung längs der Straße von Ness- Ziona liegt wie ausgestorben da. Alle Läden sind geschlossen, nur ein Cafe ist geöffnet. Von den Arabern, die sonst auf der Straße herumlnngerten und ihre Geschäfte in den vielen Läden tätigten, ist nichts zu sehen. Die Moschee steht unvollendet da. Der arabische Streik scheint dort durchgeführt zu sein, denn in diesem Zustand sah ich den Bau der Moschee bereits vor fünf Monaten. Wir sind schon nach 4.15 Uhr in Rechoboth. Beim Aussteigen sah ich mich nach den anderen beiden Bussen nach Rechoboth um, sie sind noch nicht zu sehen. Ein Mitglied der Autobus-Kooperative kommt aus dem Büro von ״Drom Jehuda“ und erzählt uns, daß man auf den zweiten Bus nach Rechoboth bei dem arabischen Dorfe Abu-Kabir geschossen habe. Fünf Schüsse sind abgegeben worden. Der Motor wurde zertrümmert und ein neuer Autobus mußte aus Tel-Awiw bestellt werden, um die Fahrenden weiterzuhringen. Aut die Mitteilung hin, daß von den Mitreisenden niemand verletzt wurde, herrscht bei dem fahrenden Publikum völliger Gleichmut. Man hat sich an diese Art des Fahrens gewohnt, und wenn keine Menschenleben und keine ernsteren Verletzungen zu beklagen sind, so ist man zufrieden und geht an seine tägliche Arbeit. In Rechoboth beginnt das erste Zusammentreffen mit Giwath Brenner. Die Chawerim und Chawcroth aus Giwath Brenner, die in Rechoboth auf Außenarbeit sind, haben um 4.30 Uhr nachmittags einen direkten Autobus von Rechoboth, der sie nach Giwath Brenner heimbringt. Im ganzen besteigen 30 Mitglieder den Autobus, drei Kommen vom Bau, vier aus der Tischlerei, einige aus der Bäckerei und dem Restaurant ״Cafeteria“, das von dein Kibbuz in Rechoboth unterhalten wird. Einige Jungen und Mädchen der Jugend-Alijah sind ebenfalls dabei, und ein etwa lhjähriges Mädchen der Jugend-Alijah erregt besonderes Aufsehen, weil es einen Ausflug nach Rechoboth benutzt hat, um seine Zöpfe loszuwerden und nunmehr mit einem ihm sehr gutstellenden, frisch geschnittenen Bubikopf nach Hause fährt. Das Mädchen scheint sich in dieser neuen Tracht noch nicht wohlzufühlcn, denn stolz und zugleich verlegen weist es aut ein kleines Paket auf seinem Schoß, in dem sorgfältig die abgeschnittenen Zöpfe aufbewabrt sind. Der Bus verläßt die Chaussee und fährt die letzten 1200 m, von der Chaussee nach Gaza abhiegend, einen Sandweg hinauf nach Giwath Brenner. Noch ist die Einfahrt von dieser Seite wenig schön. Der Ausblick, den man dann hat, entschädigt, wenn man die Höhe erreicht hat. Immer wieder erfreut einen der weite Blick über die schönen grünen Flächen von dieser Höhe. Von Monat zu Monat erschließt sieh dem Auge neues kultiviertes Land um Rechoboth herum, und besonders die Felder von Giwath Brenner selbst in ihrem satten Grün zeigen plastisch die Entwicklung der Land- Wirtschaft und die Intensivierung 4er Bodenbearbeitung. Wir sind mitten im Hochsommer, und die kahlen, verbrannten Hügel verödeten nicht jüdischen Landes stehen kontrastreich daneben und scheinen einem entgegenzurufen: So sah es überall hier aus. Die Beregnungsmaschinen spenden der wachsenden Frucht das notwendige Wasser, und seltsam, in diesem wasserarmen Lande fühlt sich der Mensch erfrischt und innerlich gestärkt, wenn nur sein Auge die vielen Springbrunrien sicht, die weiten, großen Flächen von Hunderten von Dunain Regen spenden. Giwath Brenner hat heute 412 männliche und weibliche Mitglieder. Dazu kommen 80 Kinder der Mitgliederfamilien, 60 Jugendliche der Jugend-Alijah aus Deutschland, die jetzt 11/״ Jahre dort sind, 25 Kinder des Noar Erez Israeli, die dort Die ״Deutsche Allgemeine Zeitung״ vom 9. September veröffentlicht ein Interview ihres Jerusalemer Mitarbeiters mit dem Mufti von Jerusalem, ln diesem Bericht heißt es u. a., daß der Berichterstatter folgende Frage stellte: ״Die arabischen Forderungen betr. Verbot des Bodenverkaufes und der jüdischen Einwanderung sind bekannt. Halten Eure Eminenz diese Forderungen mit dem inhalt des Mandats vereinbar oder lehnen die Araber das Mandat überhaupt ab, so daß sie demnach diese juristische Frage auch nicht interessiert?“ — Die Antwort des Mufti lautete: ״Erfüllbar sind nur die arabischen Forderungen. Was mit ihnen kollidiert, kann nicht verwirklicht werden. Solche Unmöglichkeiten wurden von der Geschichte stets reduziert und ihrem logischen Ende zugeführt, sei es auch erst nach langen Jahren und unter schweren Opfern. Es ist unheilvoll, künstliche Gebilde aufznsteilen, die niemals Gleichgewicht und endgültige Gestalt gewinnen können. Wir haben das Mandat niemals angenommen, so daß eine seiner wichtigsten Voraussetzungen fehlt. Staaten, die sich sonst geweigert haben, die Institution des Mandats kulturell uns unterlegenen Völkern aufzuerlegen, haben unerklärlicherweise■ ein solches Mandat Nationen aufgedrängt, die nach Paragraph 22 des Völkerbunds- Vertrages unabhängigen Völkern gleichzustellen sind. Ist die Anerkennung dieser Unabhängigkeit nun so zu deuten, daß einem uns wesensfremden eindringenden Volk, mit dem uns nichts verbindet, ein National Flome bei uns eingeräumt wird?“ Weiter fragt der Berichterstatter: ״Glauben Eure Eminenz nicht, daß die gegenwärtigen Vorgänge den an sich von den Arabern angestrebten Abschluß eines Slaatsvertrages mit England nach dem Muster des anglo-irakischen und jetzt des franko-syrischen hinausschieben werden?“ — ״Die Vorgänge im Irak und jetzt in Syrien vermochten nicht, den Abschluß der Verträge zu hindern.“ ״Das ist richtig; aber immerhin ist Palästina durch die Bestimmungen über die Errichtung des Jüdischen Nationalheims doch ein einmaliger Sonderfall. Aber glauben Eure Eminenz vielleicht, daß der Ausgang des abessinischen Krieges und eine anglo-irakische Verständigung am Mittelmeer die britische Palästina-Politik beeinflussen und ihr vielleicht eine entscheidende Wendung geben könnte?“ —• Der Mufti dachte nach: ״Das betrifft nicht unser Problem. Uns interessiert die Weltpolitik nur insofern, als die Menschheit in ihrer Gesamtheit daraufhin arbeitet, die Menschen vorwärts zu bringen, ihre Lage zu bessern und Gerechtigkeit und Frieden auf der ganzen Welt zu verbreiten.“ zur landwirtschaftlichen Ausbildung weilen, und 49 Eitern von Mitgliedern des Kibbuz. Der erste Eindruck, den man von dem Leben in Giwath Brenner gewinnt, ist der verstärkter Konsolidierung, Erriehtung einiger neuer Häuser, Pflege der Gärten und Parkanlagen und starker äußerer Einfluß jungen Elementes. Besonders die Jugend-Alijah, deren Nachmittagsunterricht bereits zu Ende ist, belebt das Bild in dem Wohnort. Mit welchem Mitglied des Kibbuz man auch ein Gespräch beginnt, man kann erfreulicherweise immer wieder hören, daß die 60 Kinder der Jugend-Alijah sich besonders gut bewährt haben, sowohl in den Arbeitszweigen, als auch in dem Hineinwachsen in die Sprache und das Milieu. Gerade als ich da war, haben ernsthafte Beratungen über die Zukunft der 60 Jugendlichen, die in einem halben Jahre Giwath Brenner verlassen sollen, begonnen. Dieses äußere friedfertige Bild ändert sich ein wenig, wenn man mit den älteren Mitgliedern ins Gespräch kommt, CriMoi ט (sc׳,־■ JUNI 20' 21 22 JÜDISCHE KVKDSCRAU mm 26 1 *0 konnte ״ock: ' dr»׳ A״-»csr ׳. Gcwv ^ater er die Zeitung in 5.1 d a •s kp ו״׳יז i t * «y<s ■־•׳r'i'f.hkett futf und darr *Ortung sw 1 ז, «•«**י* ■ י ״*״ U 23 יך* 24 kaa 0«י*«'י 25 טז בלק Probeseite aus dem diesjährigen PALÄSTINA - KALENDER der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Redaktion: Dr. Joachim Prinz Bilder: Aenne Mosbadier«Kassel Nahum Gidal « Jerusalem u. a. m. Preis RM 1,90 Erhältlich in den Jüdischen Buchhandlungen oder zuzügl.!5 Rpf, Porto direkt bei dem VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU ״fr Berlin W 15, Meinekestraße 10 Postscheckkonto der Verlagsabteilung Berlin 71576 und wenn man außerdem nach dem ersten Eindruck einen sorgfältigen Gang durch Giwath Brenner antritt. Giwath Brenner war von direkten Angriffen und Ueberfällen bisher verschont. Es verdankt das wohl in erster Linie seiner Lage. Nach den Unruhen von 1929 ist der Wohnort aut die Höhe verlegt worden und beherrscht von dieser Höhe aus das ganze umliegende Gebiet. Schon in ruhigen Zeiten hieß Giwath Brenner im mar im Volksmunde der umliegenden arabischen Dörfer und insbesondere des arabischen Nachbardorfes Saranuga: ״die weiße Festung“. Zu Beginn der Unruhen in der zweiten Hälfte des April hat es nicht an Versuchen gefehlt, den landwirtschaftlichen Besitz an verschiedenen Ecken zu zerstören. Diese Versuche wurden vereitelt, und seitdem ist in Giwath Brenner seihst nichts mehr passiert. Aber in der Zeit von Mitte April bis Mitte Mai haben von den 210 Chawerim 80 Wache gehalten und die restlichen waren in ständiger Bereitschaft, <1 h. daß die, die Zeit zum Schlafen hatten, unausgezogen schliefen, um jederzeit bereit zu sein. Während dieser ersten Wochen der Unruhen ging man daran, die ״weiße Festung“ zu verwirklichen, um einigermaßen sparsam mit den physischen und psychischen Kräften der Chawerim umzugehen. Es wurden ausbetonierte Wachtstellungen errichtet, Stacheldraht-Zäune und Stacheldraht-Verhaue umgehen in konzentrischen Krcisen den landwirtschaftlichen Besitz und die Höhe des Wohnortes, und von der Regierung wurde die ordnungsgemäße Einstellung von Hilfspolizisten gefordert. Seit Mitte Mai sind 16 Mitglieder des Kibbuz als ״Gafirim“ offiziell vort der Polizei bestellt und fallen in der normalen Arbeit vollkommen aus, und weitere 12 Mitglieder des Kibbuz haben ebenfalls Wache, so daß sie auch als Arbeiter für den Kibbuz, ausfallen. Ein weiterer nicht unerheblicher Prozentsatz schläft jede Nacht in Bereitschaft. In den Monaten von Mitte April bis Mitte August hat Giwath Brenner 1600 volle Arbeitstage an die Bewachung des Ortes abgegeben, was eine materielle Belastung von £P 490 ausmachte. Ich habe mich bemüht, in den Gesprächen mit den Mitgliedern des Kibbuz die Frage zu klären, ob es möglich ist, die körperliehe Inanspruchnahme der anderen Mitglieder zahlenmäßig zu erfassen und wir haben gemeinsam errechnet, daß die Schwächung der Arbeitskraft in jedem Monat etwa weitere 400 Arbeitstage der Chawerim erfordert. Das würde eine weitere materielle Belastung von £1400 ׳ bedeuten, wobei niemals vergessen werden darf, daß die psychische Belastung eines solchen arbeitsreichen Lebens, das nun seit vier Monaten unter dieser Spannung geführt werden muß, in Ziffern nicht festztihaltcn ist. Es bleibt immer wieder erstaunlich, wie Mut, Zuversicht, Arbeitswille und Organisierung der Arbeit nicht leiden, sondern im Gegenteil zu erhöhter Anspannung der Kräfte führen. Es gibt bestimmte Arbeitszweige, bei denen Giwath Brenner besonders gelitten hat. Hier muß in erster Reihe das Sanatorium genannt werden. Vor IG Jahren wurde in 500 m Entfernung von dem Wohnort Giwath Brenner auf einem Nachbarhügel ein Sanatorium mit vegetarischer Küche errichtet, das 12 Betten umfaßt. Vor diesem Sanatorium ist in einem Jahr eine besonders schöne Parkanlage erstanden, mit weiten Wiesenflächcn, Blumenbeeten aller Art, ausgewähltesten Sträuchersorten, jungen Kiefern (besonders schöne Exemplare der langnadligen Kiefer von den Kanarisehen Inseln, wie ich sie bisher nur in Mischmar Haemek sah) und jungen Zypressen und Lärchen. Dieses besonders gut geführte Sanatorium stand drei Monate leer. Der monatliehe Verlust beträgt zirka .CP 125. Bei der Außenarbeit der Mitglieder von Giwatli Brenner fiel sehr schnell das Baugc werbe aus, wobei immer etwa 30 Leute in Rechoboth beschäftigt waren. Der Arbeitslohn in diesem Arbeitszweig war ein besonders günstiger und wurde nur zu einem Teil dadurch wettgemacht, daß es gelungen ist, in größerem Ausmaß in die Arbeit von Pardcssim in Reclioboth einzudringen, wo bis dahin nur arabische Arbeit verwandt wurde. Der Lohn des Bauarbeiters beträgt ־/wischen 33—50 Piaster, während der Lohn für die Arbeit im Pardess 20 Piaster täglich beträgt, ln Rechoboth seihst unterhält Giwath Brenner eine eigene B a u t i s c h I e r c i, die mit Beginn der Unruhen sehr schnell zum Nichtstun verurteilt wurde und sich dann langsam bemüht hat, mehr Arbeit in der Möbeltischierei aus/uführen und in Rechoboth und Tel-Awiw auf den Markt zu bringen. Neben den notwendigen Ausgaben für die Sicherheit des Orles (wie Stacheldraht, Befestigung der Wachtstellungen, Ausbetonicrung bestimmter exponierter Hauser tisw.) kommt eine regelmäßige monatliche Ausgabe von LP 40 hinzu, die die Nachtverpflegung der Gafirim und Schornrim erfordert. Es gab und es gibt viele Nachte, in denen die Bewässeningsanlage nicht arbeiten kann, weil sie die notwendige Ruhe für die ״Schmirah“ stört. Das bedeutet eine starke Reduzierung der Kulturen, die auf intensive Bewässerung angewiesen sind, besonders eine starke Beeinträchtigung der Gemüsekultur. Von Mitte April bis Mitte Mai war es unmöglich, Blumen auf den Markt von Tel-Awiw zu bringen. Weder gab es in dieser Zeit genügende Sicherheit der Wege, noch hatten selbst die sonst ziemlich sorglosen Tel-Awiwer großes Interesse, Blumen zu kauten und Blumen zu verschenken. Man erzählte mir, daß in dieser Zeit die Zimmer von Giwath Brenner einem einzigen großen Blumenmeere glichen. Ein schöner und duftender Trost für verlorengegangene ■LP 60. Ich gehe am späten Abend von dem Wohnort zum Sanatorium. Die Scheinwerfer an den verschiedenen Stellen erhellen Streifen des dunklen Landes. Gafirim sind auf ihrem Posten. Die Chawerim und Chawcroth kommen aus dem gemeinsamen Aufenthaltsraum, un! in ihre Wohnhäuser zu gehen. Dort hielt an diesem Abend ein Mitglied des Sekretariats des Kibbuz Hameuchad einen Vorfrag über die Lage im Lande. Ruhige Nacht liegt über Giwath Brenner, und der nächste Morgen führt wieder alle zur Arbeit. Ich habe mir eine Statistik angesehen über die Arbeits- Verteilung des Monats Juli, die deutlich zeigt, wie man trotz den Unruhen die reguläre Arbeit durchführt. ,Itn Monat Juli haben 230 Mitglieder von Giwath Brenner in den Arbeitszweigen gearbeitet, die Gewinn abwerfen, 134 in solchen, die keinen Gewinn bringen, und 48 haben gar nicht gearbeitet, d. h. waren krank oder auf Urlaub. Das ist ein sehr günstiges Verhältnis, da ja unter den Arbeitszweigen, die keinen Gewinn einbringen, auch diejenigen enthalten sind, die Arbeitsinvestitionen erfordern und wo der Gewinn in den nächsten Jahren in Erscheinung treten wird. RADIO SCHAllPlATTEN OUeHimkm (UekUtfauStü) י HARMONIKAS SPRICH MASCH INI* Platt• Nr HM Kol Nidrei;Oberkantor Schwimmer, New York mit großem Straichorcheiter. 30 cm Platte RM ],50 J0B/SC«A. KONSUM 1UkRAptfO1׳ PA l'AS TI IM A ■KU NDtNQIE * Jl&dut, SUitöJHeJUUUsii 20$ (k*tksU) •ZHfA27fotu 49J2 *