Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, H. IX. 1936 Seite 14 Neuer Vermittlungs-Vorschlag Presseschau Lord Winterton für Verständigung Der als Araberfreund bekannte Lord Winterton schreibt in der Londoner ״T*i m e s“ vom 7. September unter Bezugnahme auf den Brief Dr. Weizmaims, in dem die jiidi sehe Verständigungsbereitschaft erklärt wurde, daß er auf• richtig hoffe, daß die Araberführer eine ähnliche mutige und staatsmännische Erklärung abgeben werden. ״Ich hoffe“, schreibt Lord Winterton, ״daß mein Freund und früherer Kriegskamerad Nuri Pascha und andere Araberführer außerhalb Palästinas allen ihren Einfluß in dieser Hinsicht geltend machen werden. Was können die Araber von einer Fortdauer der gegenwärtigen Verwicklungen erhoffen oder erwarten? Sie müssen wissen, daß Großbritannien es nicht zulassen kann, in diesen Unruhen, die sieh schon zu einem Krieg in kleinem Maßstab ausgewachsen haben, besiegt zu werden. Fs ist klar, daß es Schritte ergreifen muß, um die Sache in militärischem Sinne ein für allemal zu regeln. Die Araber haben sich mit Recht darüber beklagt, daß infolge der Tatsache, daß die Zionisten in England mehr Einfluß besitzen, als ihnen zukommt, ein Druck gegen die Annähme der von früheren Untersuchungskomrnissionen zugunsten der Araber empfohlenen Maßnahmen ausgeübt worden ist. Aber sie haben die Versicherung des Ministers, eines gerechten und unparteiischen Mannes (und, wie ich hinzufügen muß, in der Verwaltungspraxis erfahrener als seine Vorgänger), daß er die Empfehlungen der Kgl. Kommission berücksichtigen wird, ohne Furcht und Bevorzugung. Sie haben ferner den Schutz einer ()nippe von uns im Parlament, die sich verpflichtet hat, darauf zu achten, daß ihre (berechtigten und vermeintlichen) Klagen restlos erörtert und berücksichtigt werden. Ich erfahre von hoher Stelle, daß die Tatsache, daß bei einer Gelegenheit der einzige Sprecher für die Araber in einer Unterhausdebatte unterbrochen wurde und keine Unter- Stützung seitens anderer Redner fand, eine d e r Ursac h e n des •Streiks war. Dies wird sich nicht wieder ereignen. Unsere kleine, mit der arabischen Welt überhaupt svmpathisi er ende < iruppe ist durchaus in der Lage, sieh selbst und die arabische Sache im Parlament zu verteidigen. f s ist wahr.-clieitilieh, daß die .Araber von einer unparteiischen Untersuchung der Einwanderungsfrage durch eine Kgi. Konimission weit mehr zu gewinnen haben als die Zionisten. Fs ist gewiß, daß sie in ihrem eigenen Interesse es der Kommission möglich machen sollen, ihre Arbeit zu beginnen, und zugleich ihren Führern Vollmacht geben sollten, in direkte Verhandlungen mit den Zionisten cin/utreien.“ Die Londoner ,,Times“ vom 10. September veröffentlicht eine Zuschrift von W. H. Stoker, der vor der Unter- Michunge.Kommission des Jahres 1020 (Shaw-Kommission) Hauptanwnlt gier Araber war. in vier Zuschrift wird der Bericht der Shaw-Kommission ausführlich zitiert und an die Jewish Agency die Aufforderung gerichtet, ״ohne Präjudiz“ auf die nächste Schedule zu verzichten. Durch eine solche Geste würde die Jewish Agency einen wertvollen Beitrag zu einer Lösung liefern, ohne daß die Regierung der Gewalt weichen muß. Dies wäre ein ernster Beweis jüdischer Einsicht und des Wunsches, mit den Arabern in einer Beratung zusammenzukommen. Englische Autorität In einem ״Starke Hand in Palästina“ überschnebenen Leitartikel erklärt ״Daily Telegraph‘‘, durch die Eietrauung Generalleutnants füll mit dem militärischen Oberkommando in Palästina habe die Regierung die Versicherung gegeben, daß die englische Autorität in Palästina außer Frage gestellt werden soll. Die dortigen militärischen Kräfte sollen, wie bereits bekannt war, durch eine Division verstärkt werden. Obwohl keine Bekanntmachung über die Verhängung des Belagcrungsz u Standes erfolgt, ist anzunehmen, daß die Entscheidung hierüber dem kommandierenden General überlassen sein wird, sobald er in Fühlung mH der Lage an Ort und Stelle sein wird. Geduld und Nachsicht sind erschöpft. Ihre einzige Wirkung war, daß die Araber zu einem Widerstand ermutigt wurden, der jegliche Untersuchung der Beschwerden verhindert, die, wie sie behaupten, der Grund ihres Aufstande, sind. Sie lehnen jede Regelung ab, die nicht eine Abdankung der Mandatarmacht bedeutet. Fs ist nicht notwendig, es besonders z!1 begründen, daß, falls Großluitaiiiiien in Palästina als Mandatarmacht bleiben soll — Abdankung ist keine mögliche Politik —, die Ordn 11 n g w 1 t: 11 •e r h <׳ r g e s t e 1 1 t werden muß. I >.rs vom Ko-!oniniministrriuiri nusgegebene Gommunique spricht die Hoffnung aus, daß die Ankündigung der jet/t zu treffenden Maßnahmen die arabi-chen Führer zur Vernunft bringen wird. Das ist ein Wunsch, in den wir alle einstinimen können. Wird er aber enttäuscht, daun ist die englische Politik ir» dem Fände klar vorgc/eichnct. Die Ordnung muß wieder hergestellt, die bewaffneten Banden müssen mit erdrückt, die Streiks beende( werden. Dann kann die l 'ntersuchungekommission ihre Arbeit tun und unanzweifelbare Gleichstellung der linden ( ieramnehafton!'•־-tlegen. Nichts was geschehen ist, wird die t'ntsi luos-enheit beeinträchtigen durch eine dauernde Regelung, das (!!cichgcwicht zwischen Juden und Arabern aufrecht/uerlmltcn. Segen die Truppenentsendung Der anfizionistische ״Daily Expreß“ greift erbittert die Entsendung von Truppen nach Palästina, ״um das Land für die Juden sicher zu machen“, an. Die miteinander in Widerspruch stehenden Forderungen in Palästina seien für England ״ein ganz schlechtes Geschäft“. Das Blatt rät Engfand, Palästina dem Völkerbund zurückzugeben. ״Möge England“, so schreibt ״Dailv Expreß“, ״seine ganze Zeit und Kraft dem Aufbau 1115(1 dem 'Zusammenschweißen seines Imperiums widmen. Eis ist groß genug.“ Für entschlossene Schritte In einer ausführlichen Betrachtung der Lage in Palästina bringt die ״S u n d a y Times“ zum Ausdruck, daß weder wirtschaftliche noch soziale Momente zu den Unruhen in Palästina geführt!iahen, sondern ausschließlich der von den extremistischen Agitatoren geschürte nationale H aß. Die Zeitung fordert, daß der arabische Terror und die Gewalttaten mit aller Entschlossenheit unterdrückt werden. Hätten die Araber wirklich friedliche Absichten, so hätten sie der Beteiligung an einer jüdisch-arabischen Rounä-Table-Konferenz zugestimmt. Wenn sie darauf nicht eingchcn, so sei dies ein Beweis dafür, daß sie nicht den Frieden, sondern die luden vernichten und aus dem Lande treiben wollen. Es sei hoch an der Zeit, ejaß die englischen Staatsmänner erkennen, worauf das politische Spiel der Araber hinausläuft, und daß entschlossene Schritte unternommen werden. Wenn es nötig Die Londoner ״T i m e s“ vom 9. September veröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten aus Jerusalem, in dem ein von dem bekannten Orientalisten Neviil Barbour ausgearbeiteter ״Plan für dauernden Frieden in Palästina“ besproehen wird. Aus dem als Privatdrnck in Jerusalem erschieneuen Plan werden in dem Artikel folgende Einz.elheiten zitiert: a) Maßnahmen, um die Araber international und politisch den Juden gleichzustctlen. 1. Da die historische Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina und die Gründe für die Wiedererrichtung ihres Nationalheims in diesem Lande international anerkannt wurden, soll ebenso auch die historische Verknüpfung Palästinas mit der arabischen Welt und sein Status als Heimat einer arabischen Bevölkerung anerkannt werden. 2. Das soll seinen praktischen Ausdruck finden in der Einsetzung einer der Jewish Agency gleichgestellten Ar ab Agency. Ihre Mitglieder sollen von den palästinensischen Arabern in der von ihnen gewünschten Weise ernannt und vom High Commissioner bestätigt werden. Die angrenzenden arabischen Staaten Syrien, Libanon, Transjordanien, Irak, Saudi Arabien und möglicherweise auch Aegypten sollen eingeladen werden, je einen ständigen Vertreter zu benennen, der auch als Kousularagent tätig sein könnte. Dieser Vertreter soll die Stellung eines Mitgliedes der Agency cinnehmen, wenn ein Gegenstand besprochen wird, der sein Land unmittelbar betrifft. 3. Die Gesetzgebung soll Prärogative des High Commissioner bleiben, doch soll eine gemeinsame Kommission der beiden Agenturen gebildet werden, der alle üesetzesvorschläge zur Prüfung und Berichterstattung vorzulegen sind. Die gemeinsame Kommission soll auch das Recht zu gesetzgeberischer Initiative haben. Der High Commissioner soll nicht verpflichtet sein, irgendwelche derartige Gesetz- Vorschläge anzunchmcn, sollte er aber von seinem Ablehnungsrecht Gebrauch machen, so soll er aufgefordert werden können, die Gründe der Ablehnung öffentlich bekanntzugeben. b) Garantien für den Schutz der arabischen Nationalität, Kultur und Wirtschaft. Die äußerste Grenze der Einwanderung soll jährlich nach Beratung mit der gemeinsamen Kommission in sei, müsse der Belagerungszustand erklärt werden, damit Ruhe und Ordnung schneller wiederhergestellt werden. ״S t a r“ wendet sich in einem Leitartikel gegen jegliche Schwäche angesichts von Drohung und Gewalt. Nachgiebigkeit würde nur zu höheren Forderungen der Araber führen. Das Blatt spricht die Vermutung aus, daß die älteren arabischen Führer, denen die jugendlichen Heißsporne Verlegenheit bereiten, eine feste Haltung Englands im geficimen begrüßen würden, weil es ihnen dann möglich wäre, ihre bisher geäußerte Ansicht, daß eine Round -Ta ble-Konferenz mit den Juden rundweg abzulehnen sei, zu revidieren. Eine ägyptische Stimme ״Assiassa“, das Organ der liberalen Partei Acgyptens, hat unter der Lieberschrift ״Wann kommt es zu einer Verständigung zwischen Arabern und Juden?“ einen Artikel veröffentlicht, in dem im Anschluß an eine Betrachtung über die Verniittlungsaktion Nuri Paschas erklärt wird, es entspreche der Politik Englands, einmal der einen, das andere Mal der anderen Partei Zugeständnisse zu machen. Ein dauerbaffer Friede könne auf diese Weise nicht Zustandekommen, Besser wäre es, wenn die drei Faktoren in Palästina, Eng- Länder, Araber und Juden, in einer gemeinsamen Konferenz einen Ausgleich und dauernden Frieden anstreben würden. Die Unruhen hätten die guten Beziehungen zwischen den beiden Palästina bewohnenden Völkern zunichte gemacht. Die Engländer als Herrscher im Lande hätten die Pflicht, dem Gedanken einer solchen Konferenz zu verwirklichen. Sollten sie dies aber aus gewissen Gründen nicht tun wollen, dann müßten Araber und Juden es von sich aus tun, damit einem Konflikt ein Ende gemacht werde, der eine böse Zukunft für das Land voraussehen lasse. Polizeiliche und gerichtliche Maßnahmen Die lOstiindige Sperrzeit, die gegenwärtig im westlichen Viertel von Nablus in Kraft ist, wurde auf 20 Stunden ausgedehnt, bis eine Teilzahlung der Kollektivstrafe von LP 5000 erfolgt ist. Wie die arabische Zeitung ״Felestin“ meldet, haben die Behörden in Nablus arabisches Eigentum beschlagnahmt, da die dem Ort auferlegte Kollektivstrafe noch nicht bezahlt worden ist. Im Laufe einer polizeilichen Durchsuchung des arabischen Dorfes Yazur bei Jaffa wurden zwei Bomben sowie eine illegale Münzerei aufgedeckt. Der Hausbesitzer wurde verhaftet. Drei Juden, die auf die Anzeige von Arabern unter dem Verdacht, atu 2S. Juli in Jaffa ein Bombenattentat versucht zu haben, verhaftet worden waren, wurden freigesprochen, da keinerlei Beweise gegen sie vorhanden waren. Der Stadtrat von Gaza, der sich dem Araberstreik angeschlossen hat, erhielt vom Regierungsvertreter die Aufforderung, binnen 2-1 Stunden die Arbeit wieder aufzunehmen. Mehrere Stadtverordnete, unter ihnen auch der Vizebiirgevmeisfer, weigerten sich, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Sie wurden ins Konzentrationslager Sarafend gebracht, Bandenführer und Oberstes Komitee Jerusalem, 10. September. (JTA.) Die Führer der arabischen Ciuerillabandcn haben eine Konferenz abgehalten und hierauf an das Oberste arabische Komitee die Forderung gerichtet, zwei Vertreter der Kampfabteilung in das Komitee aufzunehmen. F)er syrische Rebellenführer Fauzi Bcy il Kaukadyi, der nach der Ucbemahme des Oberkommaridos über die Banden neue Kampfmethoden einführeit will, soll erklärt haben, daß er eine neue ״Hindenburg- Linie“ gegen das englische Militär richten werde. Die Oktober-Sctieduie Die Exekutive der Jewish Agency bereitet die Anträge für die Arbeiter-E!nw ander ungsschedule des Halbjahrs Oktober 1936 bis April 1937 vor, Strelkmildlgkeit in Jaffa Aus Jaffa wird ein merkliches Abflauen des Strellcs gemeldet. Viele Araber gehen wieder ihrer Arbeit nach, und in zahlreichen Arbeitsstätten kt der Betrieb wieder aufgenommen worden. Wie verlautet, suchen Araber und Hauraner wieder Arbeit in den Plantagen in Ness Ziona. Uebcrcinstimmung mit den Wirtscliaftsinteressen des ganzen Landes für das kommende jabr festgesetzt werden. Doch soll dies der Bestimmung unterliegen, daß die jüdische Ein wändelung, falls nicht die gemeinsame Kommission einstimmig anderes empfiehlt, automatisch eingestellt werden soll_, sobald die jüdische Bevölkerung EJalästir1as 85 »/» der arabischen Bevölkerung beträgt. 1 Bemerkung: Dieser Paragraph würde die legale Einwan* derung von weiteren etwa 450 000 Juden, falls die wirtschaftlichen Interessen des Landes es erfordern, zulassen, sogar wenn die Zahl der Araber die gleiche bleibt und keine Juden auswandern. Unter Zugrundelegung dieses Planes empfiehlt der Kor׳• respondent der ״T i m e s“ die Herstellung eines jüdischarabischen Gleichgewichts und beruft sich dabei auf die von der Jewish Agency offiziell anerkannte Formel, daß die nach! Palästina kommenden Juden ״weder herrschen noch beherrscht sein wollen“. Diese Konzeption der Gleichstellung der beiden Volksstämme stelle das einzig mögliche Kompromiß dar, wenn sie auch von arabisch-politischen Kreisen noch nicht anerkannt ist. Mangel an Gleichgewicht kennzeichne das gegenwärtige Verhältnis zwischen Arabern und Juden. Die Araber sind im Verhältnis von etwa 7 zu 3 zahlenmäßig stärker als die Juden. Sie besitzen immer noch den! rößeren Teil kulturfähigen Bodens. Sie sind zahlreicher als ie Juden im Regierungsdienst und in der untergeordnetem Beamtenschaft. Andererseits haben die Juden weit mehr Kapital zur Entwicklung des Landes, einen höheren Erziehungs* Standard und sind modernen Verhältnissen besser angepaßt. Der Verfasser erwähnt eine Reihe weiterer. Vorschläge des ״Bartrour-E’lanes“ wie die Anerkennung rein jüdischer Arbeit auf Nationalfondsboden als Mittel zur Schaffung eines echten jüdischen Bauernstandes, Beschäftigung von mindestens 20 « « Angehöriger des anderen Volksstammcs in arabischen und jüdischen Industrie- und Flandclsunternehmungcn, gegenseitige kulturelle und sprachliche Annäherung usw. und erklärt, daß die Kgl. Kommission sich mit manchen dieser Vorschläge befassen sollte. Eine Arab Agency könnte vermutlich geschaffen werden, wenn man von den Arabiens nicht die Anerkennug de■ Mandats als solchen als Vorbedingung fordern würde. Wie Palästina das ״Statement“ aufnahm Der Jerusalemer Korrespondent der ״Times" berichtet am Mittwoch, daß die Entschlüsse der englischen Regierung von den Juden mit einem Seufzer der Erleichterung aufgenommen worden sind, während die Araber in Verwirrung geraten sind und sich noch zu keiner klaren politischen Linie durchgerungen haben. Ob ein allgemeiner Aufstand erfolgen werde, sei noch ungewiß, obwohl die Stimmung der Araber sehr schlecht ist. Die Araber kritisieren an der Regierungserklärung, daß sie den Eindruck erwecke, daß die Verhandlungen mit Nuri Pascha resultatlos geblieben wären und daß die Araber den Streik bis zur Erreichung ihrer Forderungen fortsetzen wollten. Bürger« meister Khaldi und der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees leugnen die Berechtigung der Erklärung, da di« Verhandlungen bereits so weit gediehen waren, daß man praktisch Nuri Pascha Verhandlimgsvollmachten gegeben habe. Ferner stellte sie es ais eine falsche Auffassung dar, daß der arabische Aufruf zur Aufrechterhaltung des Streiks aufgefordert habe, während nur gemeint war: solange bis Nuri Pascha die offizielle Zustimmung erhalten hätte und bis man Streik und Unruhen abblasen konnte. Man hat sich telegraphisch an Nuri Pascha tim Rat gewandt, wie man sich weiter verhalten soll. Das Oberste Arabische Komitee wird einstw׳eilen wohl nichts unternehmen. Die jungen Hitzköpfe merken, daß jetzt nichts übrig bleibt, als bis zum bitteren Ende zu kämpfen, um wenigstens etwas von ihren Forderungen durchzusetzen. Die gemäßigten Führer glauben, daß ein Weg aus der Sackasse gefunden werden kann, bevor der offene Aufstand ausrieht. Die Juden bedauern die mögliche Verhängung des Kriegsrechts, glauben aber, daß nach Wiederherstellung der Autorität der Regierung eine Round Tabie-Konferenz zwischen Juden und Arabern möglich sein wird, um die gegenseitigen Beziehungen auf der Basis der Parität zu erörtern. Die Juden seien bereit zu Konzessionen für eine Verständigung mit den Arabern. Es ist unzweifelhaft, so schließt der Bericht, daß die Araber bereit wären, den Streik und die Unruhen zu beenden und eine Formel zu suchen, die die Fanatiker und das einfache Volk zugleich befriedigt. Ein jeder ist dieses Kampfes herzlich müde und friedensbereit. Es wird viel von der Verbannung solcher ״Diehards“ wie des Mufti gesprochen, der ein Hindernis für eine vernünftige Regelung sein soll: aber es fragt sich, ob er ais Märtyrer nicht mehr Unruhe hervorrufen würde denn als Politiker. Obgleich seine Partei in der Minderheit ist, wird er von der extremen Jugend und den städtischen Moslems unterstützt, die ihn als religiöses Oberhaupt betrachten. ln einem anderen Bericht der ״Times“ heißt es, daß die bevorstehende Verstärkung der Streitkräfte in Palästina Bes t ü r 7 u n g im arabischen Lager hervorgerufen habe. Bürgermeister Khaldi soll sich geäußert haben, daß die Verstärkung des Militärs in einer Zeit, iii der Vermittlirngsversuche im Gange sind, ihn mit Besorgnis erfüllen. Verzwciflimg, heißt es in dem Bericht der ״Times“, beherrsclit aufs neue die arabische öffentliche Meinung. Die Frage des Wertes der Auswirkungen des Belagerungszustandes werde jetzt aufgeworfen werden. Die arabischen Führer wiederholen, daß eine Handvoll Araber selbstverständlich nicht der vollen Macht der englischen Armee Widerstand leisten könne: sie glauben aber, daß die Anwendung von Gewalt dazu führen könne, daß das Volk zu noch stärkerer Entschiossenheit aufgereizt und das Land in einen Aufruhr estiirzt werden wird, in den auch andere arabische ander werdet! hereingezogen werden. Ein erheblicher Teil der englischen öffentlichen Meinung, erklärt das Blatt, glaubt, daß die Regierung abermals eine Gelegenheit versäumt hat, die Unruhen zu beenden und einen falschem Weg eingeschlagen hat, der die Schwierigkeiten vermehren kann. Jerusalem, 7. September. (JTA.) In Beantwortung einer Anfrage des Obersten arabischen Komitees hat der Außenminister des Irak, Nuri Pascha cs Said, eine Erk (ä r u n g veröffentlicht, in der er feststellt, daß er weder vom High Commissioner noch vom Kolonienministerium zur Führung von Verhandlungen ermächtigt worden war. Er habe diese Verhandlungen aus eigener Initiative eingeleitet. Spezialhaus für moderne Damen- und Herren •Strümpfe, Handschuhe, Trikotagen, Wäsche und Strickwaren Strumpf haus Metsger Nachf. Benno strupp Berlin NW 7, Friedrichstr. 91/92 t