Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 73, 11. SEPTEMBER 1936 Vor Ankunft der Truppen Kritische Tage Warten, Wachen, Rüsten Von unserem palästinensischen Korrespondenten (Es muß beachtet werden, daß dieser mit Luftpost angelangte Bericht zwei Tage v o r der Veröf fenllichung der neuen, auf Seite 1 der heutigen ״J. R.“ mitgeteilten Regierungs-Erklärung, die eine militärische Expedition anhümligt, abgesandt worden ist. Um so interessanter ist die Schilde■ rung, die unser Korrespondent von der Stimmung unmilivlbar vor diesem Sehritt gibt, _ A. d. ft.) gl. Tel -A wi w, 6. September 1936 Jc^er 1*0,י zahlreichen V e r!1 a n d 111 n g s v e r s u c h e der 1 alastina-Regierung mit der arabischen Führung, der wahrend der mehr als viermonatigen Unruhen unternommen worden ist, hat im Verfolg eine Verschärfung des Terrors und eine weitere Spannung im Lande gebracht. Das war nur natürlich und verständlich. Denn wenn derartige Vcrniittlungsversuchc nicht glücken, so können sie nur ein Resultat haben, nämlich die Hoffnung auf eine friedliehe Lösung der Konflikte schwinden zu machen und die rohe Gewalt mehr als je vorher in den Vordergrund zu rücken. Der letzte Versuch der Palästina-Regierung, auf dem Wege über den irakischen Außenminister zu einem vorläufigen Waffenstillstand zu gelangen und damit den Boden für die Königliche Kommission vorzubereiten, scheint jetzt fürs erste ebenso zu einem Ende gekommen zu sein, wie alle früheren. Lieber die Verhandlungen mit Nuri Pascha vermag man von jüdischer Seife autoritativ noch weniger auszusagen als über die früheren. Offizielle Erklärungen des Oberkonimissariats liegen nicht vor. Die Deklarationen des Obersten arabischen Rats lassen an Schweigsamkeit über die wirklichen Bedingungen des Waffenstillstandes nicht viel zu wünschen übrig. Es blieben keine anderen Quellen als die arabischen Zeitungen, die naturgemäß unter propagandistischen Gesichtspunkten an die Dinge herangingen, und eine schier unerschöpfliche Zahl von Geriichteil, die sich überstürzten. Die jüdischen Instanzen kannteil auch nichts dazu tun als schweigen, da sie offiziell in die Verhandlungen nicht eingeschaltet Waren. So war cs unvermeidlich, daß die politische Stimmung im Lande stark durch die ׳Nachrichten beeinflußt wurde, die man über die Verhandlungen von Nuri Pascha verbreitete. Die Suspend i e r u n g der Einwanderung schien u n m i 11 c I - bar b e v o r z u s t e 11 e n. gekoppelt mit einer sukzessiven Amnestie für die im Zusammenhang mit den Unruhen beschuldigten Araber und darüber hinaus nannte man Vcrpflichtungen der irakischen Regierung zugunsten der paläslincnsisclicn Araber, die um so glaubhafter wirkten, als sie eigentlich bereits wichtige Beschlüsse der Königlichen Kommission v o r w e g n a 11 m e n. Aber unglaubhaft oder nicht: in der bis zum äußersten gespannten Stimmung in Palästina mußten diese Verhandlungen und ihre Resultate einen starken Einfluß ausüben und er wurde auch sehr bald bemerklich. Die Araber stimmten siegessichere Töne an: Sie schienen endlich vor einem ehrenvollen Abschluß ihres langen Kampfes zu stellen; sie sahen sich in der Lage, den Massen Erfolge zu zeigen, vor allem die Unterbrechung der Einwanderung, die ja zu einem Symbol des palästinensischen Kampfes geworden ist; sie hatten zudem die Genugtuung, daß die. palästinensische Sache über die Grenzen des Landes Ihre Kreise zog und die arabischen Fürsten und Regierungen zum Eingreifen zwang. Jüdische Befürchtungen In der jüdischen ()Öffentlichkeit machte sich in den Tagen der Nuri-Verhandlungcn sowohl Verwirrung wie Depression bemerkbar. Da man sich auf keine offiziellen Mitteilungen stützen konnte, machte sich die Empfindung geltend, daß hier Versuche zur Liquidierung des Streiks gemacht wurden, die man nicht recht beurteilen konnte, die aber sehr danach aussahen, als ob der Friede mit Konzessionen auf Kosten der Juden - und des britischen Prestige — erkauft werden sollte. Man war fest entschlossen, die Grundrechte des Jüdischen Nationalheims unter allen Umständen weiter mit allen Mitteln zu verteidigen, fühlte sich jedoch wie in einem engen politischen Netz gefangen. Der Ormsby - Gore Brief Mit der Publiziermig des Briefes des Kolonialministers Orinsby-Gore an Vi׳' c i z m a 11 11 schlug bis zu einen! gewissen (irade die Stimmung in beiden Lagern um. Die Juden, weit davon entfernt, in diesem Dementi der angebliehen Bedingungen Nuri Paschas einen Da uersieg zu sehen und sich völlig dessen bewußt, daß die Einstellung der Einwanderung dennoch zu einem bestimmten Zeitpunkt eintreten kann, gaben einem gewissen Gefühl der Erl eichterung Raum, weil im Moment eine drohende Gefahr vormieden seinen. Unter den Arabern dagegen machte sich eine steigende Verwirrung bemerkbar, die sich mit neuerlichen verstärkten Aufrufen zur Wciterfiihrung des Kampfes verband. Wie zu erwarten, werden die Londoner Beschlüsse, die Erklärung von Ormsbv-Gore und die Haltung der großen englischen Blätter als völlig dem jüdischen Einfluß c 111 s p r i 11 g e n d dargestellt. Und zugleich mit der durchscheinenden Enttäuschung über das Versanden der Vermittlungsversuche gehen scharfe Artikel, die zum Endkämpf auffordern. Wenn die Engländer die Einwanderung nicht stoppen, so lautet eine der Presseäußerungen, so werden wir — die Araber — es tun. Und wir werden beweisen,, daß wir imstande sind, das Nationalheim zu zerstören. Die Verhandlimgsversuchc der letzten Wochen und die Dementis aus London sind — wenn vielleicht nicht in ihren Absichten, so doch sicher in der Wirkung — ein klassisches Beispiel für den berühmten Zickzack-Kurs englischer Politik, der schon bei den verschiedensten Gelegenheiten so manchen Beobachter verblüfft hat. Man kann sich bei der dramatischen Entwicklung der Ereignisse in London und Jerusalem keineswegs des Eindrucks erwehren, daß sich hier D r u c k 11 n d Oege 11 <1 ruck in ungewöhnlichem Malle auswirken; daß auch innerhalb der palästinensischen Administration die verschiedensten Kräfte am Werke sind (um nur die auffälligsten zu nennen; Obcrkommissariat, Personlichkeiten der obersten Richtersehaft, pro-arabisches Beamtentum von dem großen Körper der arabischen Beamtenschaff ganz zu schweigen), und daß eben unter der Wirkung dieses Druckes und Gegendruckes und der verschiedenen im Lande und auch in London wirksamen Kräfte jener Zickzack-Kurs entsteht, der in bestimmten Momenten die englische Politik so undurchsichtig macht. Kriegszustand erwartet Nachdem jetzt den Arabern die Hoffnung auf sofortige Sperrung der Einwanderung genommen ist, sich auch die als so wahrscheinlich dargestellten Waffenstillstandsaussichten 40 Tote an einem Tage Verstärkter Terror Jerusalem, 10. September. (JTA.) Die Ankündigung der Regierung, Ruhe und Ordnung in Palästina mit fester Hand wiederherstellen zu wollen, hat die arabischen Rebellen zu verstärktem Terror veranlaßt. Der gestrige Tag weist die größte Verlustliste seit dem Ausbruch der Unruhen auf. Im Laufe der Zusammenstöße wurden ein englischer Korporal, fünf englische und ein palästinensischer Polizist und 33 Mitflieder arabischer Banden getötet. Drei englische Soldaten und ein englischer Polizist wurden schwer verletzt. Bei Rosch Pinah wurde eine Polizeipatrotiille auf einem Inspektionsgang überfallen. Drei Polizisten wurden auf der Stelle getötet, die Leiche eines vierten wurde später gefunden. Die Angreifer haben ein Maschinenge wehr mit 1000 Patronen und vier Gewehre erbeute t. Ein englischer Soldat und ein englischer sowie ein palästinensischer Polizist wurden tödlich und zwei andere schwer verletzt, als eine Abteilung bei Naharia einer Telephonarbeiterabteilung zu Hilfe kam, die von Arabern angegriffen worden war. Bei der Abwehr des Angriffs wurden drei Araber getötet, weitere 39 fielen bei der Verfolgung durch Flugzeuge. Weitere Tote In der Nähe von Nablus haben Truppen, unterstützt von drei Flugzeugen, den Kampf gegen die Banden wieder aufgenommen. Auf seiten der Araber sind acht Vcr• 1 u s t e zu verzeichnen. Ein europäisch gekleideter Araber schoß in der Je• r!1 salem er Altstadt auf den arabischen P01izei-I)etektiv Ali K h a S i 1, der tödlich getroffen wurde. Der Täfer ist entkommen. Klialil ist vorige Woche nach Jerusalem versetzt worden, vorher war er in Tulkcrem tätig gewesen, wo er sich hauptsächlich der Verfolgung der Terroristen widmete. Ueberfälle In Gaza wurde nachts auf eine Militärpatrouille geschossen, die das Feuer erwiderte und zwei der Araber vcrwundete. Ein Auto wurde nachts auf dem Wege von Jcrusalern nach Jericho allgeschossen, wobei zwei arabische Insassen verletzt wurden. Eine 20 Mann starke Bande überfiel einen nach Nablus fahrenden Lastkraftwagen mit Truppen. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf Flugzeuge aus Ranileli herbeigeholt werden mußten. Der Kampf zog sieh bis zum Anbruch der Dunkelheit hin. Bei den Truppen sind keine Verluste zu verzeichnen, wahrend mehrere Araber verwundet wurden. Der 20jährige Samuel Hamsi wurde aut seinem Wege zur •Arbeit im M o n t c f i o r e-Vi e r t e! von Tel-Awiw von zwei Arabern überfallen und mißhandelt. In R a in I e h wurde ein Auto mit Steinen bombardiert, wobei eine Jüdin verletzt wurde. Zehn bewaffnete Araber schossen auf eine Gruppe jüdischer Arbeiter, die auf dem Pica-Boden in Wadi ei a m u d bei Migdal pflügten. Der jüdische Arbeiter Tuvia Wilensky wurde schwer verwundet. Die Arbeiter erwiderten das Feuer mit Gewehrschüssen, wobei zwei der Angreifer verwundet worden sein sollen. Aus einer arabischen Plantage in NessZiona wurde auf eine Frau geschossen; der Täter wurde von einem üliaffir verjagt. Innerer arabischer Terror Die arabische Jugend in Jaffa organisiert jetzt eine Geldsammel-Aktion, wobei sie ihre öeldforderungen in Form von Drohungen vorbringt. Die Mukhtars der arabischen Dörfer im Jaffaer Bezirk haben sich an den Gouverneur gewandt und um Schutz, gegen die erpresserischen Methoden der Terroristen gebeten. Eine Bande bewaffneter Araber drang nachts in eine Reihe arabischer Dörfer in der. Gegend von Zichron Jaakow ein und forderte unter Drohungen Beiträge für ihre Fonds. Wo ihr Verlangen nicht erfüllt wurde, mißhandelten sie die Bewohner, plünderten die Häuser und machten sich dann unter Mitnahme aller Werlsachen davon. Im Süden des Landes wurde ein Araber von zwei anderen Arabern erschossen. zerschlagen haben, beginnt eine neue Periode der palästinensischen Unruhen, die fraglos die s c 11 ä r f s t e der bisherigen und — vielleicht — die letzte sein wird. Nacii allen Berichten stellen wir unmittelbar vor Verhängung des Kriegszustandes. Man erwartet weitere Truppen i!11 Lande; man berichtet über verschiedene Vorbereitungen der Behörden für die Verhängung des Kriegszusfn ndes. Scheint doch nach all den Versuchen der letzten Monate kein anderer Weg übrig zu bleiben, als den arabischen Widerstand mit Anwendung aller in den Händen der Engländer konzentrierten Macht und Gewalt zu brechen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Regierung bei diesem folgenschweren Schritt die volle Unterstützung des jüdischen Publikums und auch aller sonstigen Einwohner des I.andes haben wird, die an der Wiederhersteilung der Ruhe interessiert sind. Bei den herrschenden Zuständen erscheint das ״Ende mit Schrecken•‘ schon wünsehenswerter als der .,Schrecken ohne Ende“. Wohl ist zu fürchten, daß die Verhängung vor. Kriegsrecht — und sei es nur für einige Wochen — vom Lande schwere Opfer fordern wird, aber es ist andererseits erschreckend deutlich, daß das Hinschieppen des gegenwärtigen Zustandes immer stärker die gesunden Grundlagen Palästinas, seine Wirtschaft und sein normales Lehen untergräbt. Die letzten Tage haben auch bewiesen, daß sich die Aufständischen immer besser organisieren, und daß sie mir ausgehoben werden können, wenn mit allen Mitteln gegen sie vorgegatigen wird. Die arabische Presse berichtet über Konferenzen der Terroristenhandeil, die sich jetzt einen aus dem Drusenaufstand und den irakischen Revolten bekannten Aufrührer, der eines schönen Tages ungestört über die Grenze kam, zum Anführer gewählt haben. Der W ,ו f f e n s c h m 11 g g e 1 blüht auch heute, noch bald fünf Monate nach Beginn der Unruhen. Und die Kämpfe zwischen Rehellen und Militär gestalten sich täglich dramatischer und verlustreicher. Vermutlich ist ein Vor der Proklamierung des Belagerungszustandes? Jerusalem, 7. September. (JTA.) Wie die JTA. erfährt, sind alle Vorbereitungen für die Proklamierung des Belagerungszustandes getroffen. Die Palästina- Verwaltung hat gemeinsam mit den Befehlshabern der in Palästina stationierten Streitkräilc eine Beratung abgehalten, um die Abgrenzung der Gebiete vorzunehmen, über die der Belagerungszustand zunächst verhängt werden soll. Gleichzeitig wurde auch die Einsetzung von Stand gerichten und anderen beim Belagerungszustand erforderliehen Dienststellen erörtert. Der neue Oberbefehlshaber der arabischen Banden, der Syrer Kaukadyi, soll im Gebirge sein Hauptquartier aufgeschlagen haben, von dem aus die < )perationen der Rebellen zentral geleitet weiden. Er bat auch schon mit der Veröffentlichung 1׳ i g e n e r C o 111 in 11 11 1 t! u e s begonnen. I )as soeben ausgegebene Ommiimiqui■ Nr. 3 teilt mit, daß in einem siegreichen (ieiecht bei 15a 1:1 rt> Soldaten. '3 i )rusen. 3 Araber aus den! Irak, 0 Araber aus 'f ransjordanien und 4 palästinensische Araber gi—'k-n sind. ״Die arabischen Truppen“, so heilit es in dem (.omtminiquc, ,.brti,׳!unten die befestigten Stellungen.“ i)!e arabi-che Jugend wird in dem Coninuinique aufgcfordcit, -ich den Sireükräitvn Knukadvis an/uschließen. Viele Araber aus Jaffa hatten dies bereits getan. Araberführer bei Wauchope Jerusalem, 9. September. (JTA.) High Commissioncr Sir Arthur Wauchope hat den Großmufti Hadsch Emin el Hussein! zu einer Unterredung eingeladcn. Es heißt, daß der Higli Commissioncr im Laufe des Gesprächs bemerkt habe, cs würde bald eine Neuwahl des Obersten Moslemitlschcn Rats notwendig werden. Damit soll der High Commissioncr dem Mufti seine bevorstehende Absetzung angerieutet haben. Nach dem Mufti empfing der High Commissioncr den Führer der Arabischen Verteidigungspartei, Ragheb Bev N a s h a s h i b i, und den Leiter des Streikkomitees, Auni Bev Abdul Hadi. Die Ergebnisse dieser Audienzen sind noch unbekannt. Die Regierung hält den Verlauf der Aussprachen geheim. Lim zu verhindern, daß irgendwelche Mitteilungen durchsickern, wurde kein arabischer Dolmetsch verwendet, sondern ein englischer Beamter aus Transjordanien für den Uebersetzungsdienst he ran ge zogen. Wie die JTA. hierzu erfährt, hat der High Commissioncr in seiner Unterredung mit dein Mufti und dem früheren Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashnshibi, an die beiden Führer eine letzte Warnung gerichtet, die Beendigting• des Streiks und des Terrors herhci/ufiihren, falls sie schwerwiegende Folgen für sieh zu vermeiden wünschten. Beide erklärten sich außerstande, dies zu versprechen. ln Jerusalem hat sich nunmehr in weiten Kreisen das Gerücht verbreitet und findet starken Glauben, daß dem Mufti angedrolit worden sei, er werde nach Cypcrn, und dem früheren Bürgermeister Nashashibi, er werde nach Malta verbannt werden. Eine B erat u 11 g des Oberst e 1! 3 r a b i s c 11 e n Komitees wurde bis zur Beendigung der Unterredung des High Commissioncr mit den arabischen l'uhrern unterbrochen. Nach den Gesprächen mit den arabischen I niirer״ empfing High Commissioncr Sir Aithur Wauchope den Leiter des politischen Departements der Paiä.stinaevektitive Mosche 5 C 11 c r t o k. Die Unterredung «lauerte eine Stunde. Neue Streik-Proklamation Jerusalem, 19. September. (JTA.) Das Oberste arabische Komitee {gibt in einer Proklamation bekannt, daß trotz der von der englischen Regierung angekündigten Maßnahmen seine früheren Beschlüsse über die Fortsetzung des Generalstreiks unverändert aufrechterhalten werden, ln der Proklamation wird England vorgeworfen, daß es Drohungen gebrauche und vor den Zionisten kapituliert habe. scharfes Durcltgreifen heute barmherziger als ein Hin ziehen des völlig unhaltbar gewordenen Zustandes. Der Kommission entgegen So wartet Palästina, so wartet der jüdische Jischuw vom Abend zum Morgen und vom Morgen /um Abend auf den entscheidenden Umschwung der Ereignisse. So w a c I-, t 111:111 wie schon seit Monaten, aber immer gespannter und mit immer wachen Sinnen, in allen Positionen des Jischuw, um die ununterbrochenen Angriffe ah/uwehren, die!.eben und Eigentum in den Siedlungen, auf «len Weg־»־» und au den Rändern der jüdischen Städte und Viertel gefährden. Zugleich rüstet mau sich im Laude auf den poiifi• seilen K a!11 [1 f, der das Sausen der Kugeln abldsen soll, auf das Kommen der Königlichen Kommission. IH•• .Masse spürt wenig Von der organisierten Arbeit, die ftir diese wichtige Etappe der l'alastiiiagcschichfe vorbereitet wird. Aber in den verschiedenen Departements der Regierung wird eifrig das Material gesammelt, gesichtet und aneinaniiergepalit, das den Weg der englischen Administration in den letzten Jahren beleuchten soll; in den verschiedenen jüdischen Institutionen sind die Experten bei der Arbeit. Und auch bei den Arabern wägt man die verschiedenen Argumente nebem'iiiatider ab, die die arabische Sache vor den Milgliedern der Peel-Commission stutzen sollen. Man beeilt sich überall mit diesen Arbeiten, weit es bisher als ausgemacht galt, daß Palästina Mitte Oktober mit dem Beginn der Untersuchung zu rechnen habe. Mit der Langsamkeit jedoch, mit der sich bisher die Dinge im Lande entwickelt haben, wagt heute in Palästina niemand zu sagen, ob dieser Termin wird eingehalten werden können. Je rascher die Regierung mit den umfassenden Maßnahmen zur Befriedung des Landes beginnt — und diese müssen heute in einem viel größeren Maßstab •unternommen werden als noch vor einem Monat — desto eher wird das Feld für die friedliche Auseinandersetzung der beiden Seiten frei.