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Jüdische Rundschau · 1936-09-11 · Heft 73 (11.9.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 73 (11.9.1936)
Date
1936-09-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 73.וו. IX. 936ו JÜDISCHE RUNDSCHAU 5«He 9 Römische Notizen Voa unserem Berichterstatter Kr. Rom, 5. September Wie wir erfahren, steht die Ernennung des neuen Oberrabbiners van Kam unmittelbar bevor, und zwar ist dafür der bisherige Obcrrabhiner von Alexandrien, Davide Prato, ausersehen, der sieh während seiner mehr als fünfjährigen Tätigkeit in Aegvpt&n grolle Verdienste und Svmpathien erworben hat. Prato ist in den letzten Jahren wiederholt von dem italienischen Hegierungs;hef Mussolini empfangen worden und hat ihm über aktuelle jüdische Fragen Vortrag gehalten, insbesondere auch über die Lage in Aegvpteii, in Palästina, im östlichen Mittelmfer. Es heißt, daß Prato in besonderen! Maße das Vertrauen des italienischen Regierungschefs genieße. Die ״Jüdische Rundschau“ hat unlängst aus New York einen ausführlichen Bericht über die antijüdische Propaganda gebracht, die dort in letzter Zeit der durch seine zahlreichen Kundhinkansprachen als ״Radiopriester“ bekannte Pater Charles Cough!iri betreibt, und Aeußertmgen führender Geistlicher aller Bekenntnisse dazu veröffentlicht, die sich mit Entschiedenheit dagegen ausgesprochen haben. Es ist interessant, daß nun auch der Vatikan davon abrückt und mit gebotener Deutlichkeit gegen Pater Coughlin Stellung nimmt ln einer_ •offiziellen Erklärung des Vatikans, die am 3. September im ״Osservatore Romano“ veröffentlicht wurde, heißt es: ״Einige amerikanische Zeitungen haben •eine*Aeulkru!1g des Bischofs von Detroit, Monsignore üallagher, verbreitet, wonach ihm während seines kürzlkhcn Aufenthalts in Rom gesagt worden sei, daß der Heilige Stuhl die Tätigkeit des Paters Coughlin durchaus billige. Das entspricht nicht der Wahrheit, Monsignore Gallagher weiß ganz genau, was ihm diesbezüglich gesagt worden ist. Der Vatikan wünscht, alle Freiheiten zu respektieren, aber auch alle guten Sitten, und es ist ganz klar, daß ein Redner, der gegen Personen vom Leder zieht, die die höchste soziale Autorität seines Landes repräsentieren, gegen die elementarsten Pflichten der Konvenienz verstößt. l>as Vergehen ist um so größer, wenn derjenige, der spricht, ein Priesteramt bekleidet.“ 111 der Erklärung des Vatikans ist die antisemitische Betätigung des Pater Coughlin nicht ausdrücklich erwähnt. Nichtsdestmveniger unterliegt es keinem Zweifel und ist uns auch an zuständiger Stelle gesagt worden, daß die diesbezüglich aufgestellten Grundsätze des!,ater Coughlin in keiner Weise die Billigung der höchsten Autorität der katholischen Kirche finden. Die oben wiedergegebene Erklärung, die im ״Osservatore Romano“ an hervorragender Stelle veröffentlicht wurde, zeigt, daß der Vatikan Wert darauf legt, sich von der Tätigkeit des amerikanischen ״Radiopriesters“ so klar wie möglich zu distanzieren. Rom, 7. September. (JTA.) Zum Oberrabbiner von Rom an Stelle des verstorbenen Prof. Angelo Sacerdoti wurde soeben Prof. Davide Prato berufen. Ein Erinnerungsheft. Die Feier der Einführung von Dr. Joseph Carlebach als Oberrabbiner von Hamburg hat der Deutsch-Israelitische Synagogen-Verband Hamburg in einer kleinen Broschüre festgehalten, in der neben Bildern von der Feier eine kurze Geschichte des Hamburger Rabbinats sowie die Reden von Dr. Hugo Z11 n z, dem Vorsitzenden des D. J.S. V., von Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann tiud die Festpredigt von Dr. Carlebach enthalten sind. Vom Brüsseler ״Friedenskongreß“ Brüssel, 5. Seplember. (JTA.) Am 4. September wurde in Brüssel ein ״Friedenskongreß“ eröffnet. Die Juden sind auf dem Kongreß nicht mit einer eigenem Delegation vertreten Ein in Polen gebildetes jüdisches Komitee für den Kongreß hat es im letzten Augenblick abgelehnt, eine Vertretung nach Brüssel zu schicken. Aus Palästina ist eine kleine gemischt jüdisch-arabische Gruppe gekommen, die jedoch nur im Namen einer kleinen Vereinigung von etwa 500 Mitgliedern auftritt und von keiner maßgebenden Organisation oder Partei legitimiert ist. Die von dem früheren Vizepräsidenten des Sejm, Jan D e m b s k i, geführte polnische Delegation übergab dem Kongreßpräsidenten eine den Linien der offiziellen pol- Unsere Inserenten erwarten, daß unsere Leser ihren Bedarf an Geschenken bei ihnen decken. Die ,Jüdische Rundschau' bittetunderwartet, daß Leim Ein* kauf auf sie Bezug genommen wtrd. nischen Außenpolitik entsprechende Interpretation der Hauptthesen des Kongresses. Zur Judenfrage in Polen wird in dieser Erklärung 1t. a. ausgeführt: ״Infolge der schlechten sozialem Struktur, der Wirtschaftskrise und des Niedergangs des Kleinhandels geriet auch ein bedeutender Teil der jüdischen Bevölkerung Polens in eine schwierige wirtschaftliche Lage. Die gestaute jüdische Bevölkerung finde keinen Abfluß in die Industrie, noch weniger in die ohnehin überfüllte Landwirtschaft; ihr Bedürfnis nach Auswanderung stößt auf geschlossene Tore, auch in den freiheitlichsten Staaten, und auf Einwanderungseinschränkungen sogar im Lande ihrer Väter, Palästina. In vielen anderen Ländem befindet sich die jüdische Bevölkerung in einer gleich schweren, oft noch schwereren Lage. Sie sehnt sich nach einem Platz unter der Sonne, um ihre nationale Existenz zu erhalten.“ In der Deklaration wird noch darauf hingeiviesen, daß die Abschließung riesiger unkultivierter Territorien für einige übervölkerte europäische Staaten eine der europäischen Zivilisafion und dem Weltfrieden gefährliche internationale Lage geschaffen hat. Die polnische OeffentlichkeM würde es bcgrüßen, wenn der Völkerbund einen Apparat schaffen wollte, um in dieser Richtung die durch schwere innere und äußere Verwicklungen bedrohten internationalen Beziehungen zu sanieren. Der Zentral verband Jüdischer Handwerker Deutschlands teilt mit, daß nach erfolgter Selbstairflöstzng des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V. zu Berlin alle Postsendungen, Anfragen usw. nunmehr zu richten sind an den Zentralverband Jüdischer Handwerke! Deutschlands e. V., Berlin W50, Nachodstr. 8 (B4 1030). Amerika und das Paläslinamandat New York, 7. September. (JTA.) Nachdem vor kurzem cif bekannte amerikanische Senatoren sich an den ainerikanischen Außenminister Cordei! Hüll mit der Forderung gewandt hatten, daß die amerikanische Regierung zugunsten der Politik des Jüdischen Nationalheims in Palästina bei der englischen Regierung Vorstellungen erhebe, haben mrnmelir weitere einundzwanzig amerikanische Paria« men tarier in einer gemeinsamen Kundgebung an den Außenminister das gleiche verlangt. Die Kundgebung ist unterzeichnet von den Senatoren Frederick van Neuvs' (Indiana), Augustin Lonergan (Connecticut), William H. King (Utah), Walter F. George (Georgia), Theodore G. Bilbo (Mississippi), Beimett Champ Clark’ (Missouri) und George L. RadcüHe (Maryland) sowie von dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, William B. Bankhead und dreizehn anderen Mitgliedern des Hauses. Kleine Nachrichten Die ״Bayerische Volkszeitung‘‘ berichtet, daß das Schöffengericht Nürnberg einen Angeklagten, der in einer trüheren Gerichtsverhandlung wkler besseres Wissen behauptet hatte, ein Oberführer der SA. habe geduldet, daß S A. - M ä 11 n e r bei Juden einkaufen und sonstige Geschäfte mit ihnen machen, wegen Beleidigung des Oberführers zu neun Monaten Gefängnis verurteilt hat. Wie die in Alzev erscheinenden ״Rhein-Hessischen Volksblättcr“ berichten, wurde ein 27jähriger Jude aus Mai 11 z, der in der Zeit vom September 1935 bis /um Mai 193() durch Beziehungen zu einem •Hjährigeu deut-eben Mädchen gegen das Gesetz, zum Schutz des deutschen!Vintes ■und der de ntsehen Ehre verstoßen hatte, von der II. Großen Strafkammer in Mainz zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Drei Monate der bereits verbüßten Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten angerechnet. An einem j ü d i s c 11 e!1 M e t / g e r in D a rinst a d t wurden 1t. ״Frankf. Ztg.“ vom 1. Senfbr. mit anonymen Briefen Erpressung* v ersuche!״:gangen: er solle 150 Mark an eine Deckadresse zahlen, oder er werde wegen staatsfeindlicher Aeußeruirgeu angezeigt. Die Polizei schloß aus dem Bricfinhalt aut' einen bestimmten Kreis Verdächtiger, holte von allen Schriftproben ein und über führte den Schuldigen mit Hilfe eines Gutachtens von Dr. Popp (Pranklurt). Der Mann wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Verlag \V. Kohlhammer in Stuttgart gibt ein Ycr• z e i c h n i s jüdischer Verfasser juristischer Schriften heraus. In einem Vorwort, das der Liste vorangesetzt ist, wird gesagt, daß ein solches Verzeichnis ein Bedürfnis sei. Wer unangebrachte Berücksichtigungen nichtarischen Schrifttums vermeiden will, müsse schnell feststellen können, ob der Verfasser eines bestimmten Werkes Jude ist. Der Reichs- und Preußische Landwirtschaftsminister hat angeordnet, daß als B u c h m acher und B u chraac her■ g e h i 1 f e n nur Personen deutschen oder a r t v e r wandten Blutes zugelassen werden dürfen. Todesfall. Max Pa t egg, ein früherer bekannter Theater- Leiter, ehemaliger Präsident der Deutschen ßühnengetios&en- Schaft, Mitbegründer des Deutschen Theaters unter ll’Arronge und Direktor des Schiller-Theaters in Berlin, ist in diesen Tagen verstorben. 115388*1״»•«« 31 Treten., unöiclil«'. Wivoci, Vzd.oadb «. idjränfe, t£0;ucf)* unb ^olftcrnfübel. jWtaem *UM■«■.־ $ret)fufj, &t|grtot1<n burß fcrolnumjtr. 3» Berlin-Dresflen-ZiMwaljHepiJiz Abfahrt 16. 9. 2—3 AatOplStse frei• __Telefoti C 1 732$._ Für Auswanderer RADIOFREUND WILMERSDORF Asch&ttvnburgfff* Straft® 4 — Fahrstuhl bau — ERNST FISCHER fitrtifi w 60, Mulvusatiep strafte 6 B 4 ßav. 7851/52, Nachtmf: G 3 7758 Reparaturen jeder Art Pflege« FahrstuhUeüe RÄT Aclteste jüd. Firma d«r Branche ■» Lieferant u. 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Land«!, verband•» jüd. Gemelndein . . . erschienene, .1־uHcnmirnt!ich instruktive Schrift, deren L»־kt*jre hier *m«cdruck lieh empf<1hlen sei. .... Du« Schilderung, di« uns gcgcBen wird, hhit sich gleich weit entfernt vor! Schwarzwir von Rosenrot.klaitr*i; sie tauscht uns kein Schlaraffenland vor und involviert kenne utopirdjiche Aufforderung zur Massen ubet Siedlung, aber sie zeigt doch einen weg, der für manchen gangbar sein wird und auf dem vielleicht in #»ny«me*JM?n«m Abstand eine etwas großer!־ Schar wird feiern kennen. jfidlsch• Ra(ld»<JtaU: Die Broschüre von Frankcnstcin gibt einen Uclxrblick über die Einwanderungsmbglichkeiten in Brasilien sowie über «ji« Lehembcdsngungcn, die d־׳n Finwanderer in Brasilien erwarten, JRdlnchxa Allgemeine Zeitung: Der Wirtschaftsberater Herbert Franken* stein, der »chort in einer Reihe gut besuchter Vertrage die Aussichten einer Einwanderung in Brasilien geschildert Hat, gibt nun in einem schmalen, mit vieJ«n ausgezeichneten und lockt nden Feldern geschmückten Bätvdfben eine» i1*jtrukiiv<m Ucbcrbiidc tiber Land und Leute, wirtschaftliche Ver* hiiltnisse und Njederlnssunv^'no^lichkeitcn in Bfnsdien. . . . Ohne die mancherlei Schwierigkeiten 7" verhehlen, dir sich einer Eingliederung untl einem wirtschaftlichen Aufstieg׳ entgToensteüen, weist Fmnkenstein doch W«f«. die zu Arbeitsplätzen führen. . . Mr gibt einen deuUidien FWjrtff von der Lebenshaltung des Arbeitnehmers, berichtet über Anlagemovlich* keile« votf Kapitalmittein. stel't die Lebenshaltungskosten denen in Deuty־hland }»schickt gegenüber und ist ein kluger, vorsichtiger Berater für Geschäft»• und jndustrirjjnundungen. Die Kapitel ober die Bevnlkerung Brasiliers* und die allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes bilden rine vccrtvoU« ftereirhrrun^ dieser Wr 1,'frntUct-u>- Seit nahezu 50 J»br«, bestehendes seriöses Ufetmtomnussionsaescnan Lieferant erster Firmen, empfiehlt sich ftir den kommenden Herbst dem Weinhandel S“ Wein und Most Vertretung ». s!l,rl!eia.Weinv׳ers(ei\״r\in?*'n. Aihm Kehr, Wormi 1. «1. C,rgr. W,7'.T,.|. 458(1 Sarg•»••, Tachrlctilm, RSckte Synagoge «־Stickereien Slmtl. Bdehtr und RHoellen HlpJOd. Haue. 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