Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, 11. IX. 1936 Palästinas beschränkt, sondern beziehen sich auf das gesamte jüdische Volk, das sein Nationalheim in Palästina aufbaut und hierzu Menschen und finanzielle Mittel aus den Ländern der Diaspora entsendet. Das Mandat enthält die klare Weisung, dieses Nationalheim in Palästina zu s c h a f f e n, z. B. durch Förderung der Einwanderung und der jüdischen Ansiedlung auf dem Lande (Art. 6); also etwas im Lande neu zu schaffen, das zur Zeit der Bestätigung des Mandats noch nicht da war. Die V e r w a 11 u n g s aufgabe, von der die englische Regierung auch in diesem Statement wieder spricht, ist gewiß von größter Wichtigkeit und betrifft die ganze Bevölkerung Palästinas, sei sie nun jüdisch oder arabisch; aber hinzu tritt eine schöpferische Aufgabe, die Begründung und der Aufbau eines neuen sozialen Gebildes im Zeichen einer Idee, die ein inter• nationales großes Weltproblem betrifft und gerade darum zum Gegenstand dieses Palästina-Mandates gemacht worden ist. Wenn die Mandatskommission und mit ihr England feststellt, daß die beiden Verpflichtungen des Mandats ״nicht unvereinbar“ sind, können wir Juden dem mit vollem Herzen zustimmen. Denn auch wir glauben, daß die Errichtung des Jüdischen Nationalheims nicht unvereinbar sein muß und darf mit der Sorge für das Wohlergehen der jetzigen Bevölkerung und mit einer allmählichen Heranziehung aller Bevölkerungskreise zur Regierung und Verwaltung des Landes. Nur müssen wir mit Rücksicht auf die gegebenen besonderen jüdischen Interessen an dem Prinzip festhalten, daß ein Modus gefunden werde, wo weder die Juden von den Arabern noch die Araber von den Juden beherrscht werden. Dieses Prinzip, das in der letzten Zeit wiederholt von offizieller jüdischer Seite, aber auch von maßgebender englischer Seife und von zahlreichen wohlmeinenden Vermittlern akzeptiert worden ist, bietet u. E. den einzigen Ausweg aus den Schwierigkeiten. Auf solcher Grundlage muß versucht werden, Verhandlungen aller Beteiligten zustnndezuhringen, und es ist daher auch in England mit großer Genugtuung aufgenoinmen worden, daß Dr. W ei/ mann namens der Jewish Agency in einem Briefe an die ,,Times“ erklärt hat, die Juden s e i en zu Verhandlungen mit den Arabern b e nMk. Auch einer der Wortführer des den Arabern wohlgesinnten Teils der englischen öffentlichen Meinung, Lord Winterten, der gemeinsam mit dem Oberst Lawrence, dem verstorbenen König Feisa! und dem jetzt in den Vordergrund getretenen Nuri Pascha den Orient- Feldzug im Kriege mitgemacht hat, begrüßte enthusiastisch Dr. Weizmanns Initiative und riet seinen arabi* * sehen Freunden, darauf einzugehen. Davon scheint man freilich noch weit entfernt zu sein, denn der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ berichtet, daß Dr. Weizmanns Vorschlag von den Arabern spöttisch abgelehnt wird; es bliebe noch zu untersuchen, ob dies tatsächlich die allgemeine arabische Meinung ist, denn manche unterrichtete Palästinenser glauben, daß es Araber gibt, die über kurz oder lang Verhandlungen auf Lirund des Prinzips des Nichtbeherrschens und Nichtbeherrschtwerdens, d. 11. also einer verfassungsmäßig zu garantierenden st a a t s p o 1 i t i s c h e n Parität beider Völker, akzeptieren werden. Nunmehr werden wahrscheinlich in der nächsten Zeit ,he Kanonen sprechen. Wir alle hoffen sehnlichst, daß die Pazifizierung des Landes ohne allzu viel Blutvergießen vor sich geht und daß schon das bloße Aufgebot dieser mili« tärischen Macht den arabischen Terroristen zum Bewußtsein bringen wird, daß es vergeblich, verbrecherisch und unmenschlich ist, einen Krieg gegen England zu fuhren, indem man jüdische Passanten, Kinder und Krankenschwestern ermordet. Wird erst einmal diesem Zustand ein Ende gemacht, dann wird das Profilern der Zukunft Palästinas für alle, die dieses Land liehen, auf der Tagesordnung stehen. Es ist ein einzigartiges Land, (lessengleichen es in der Welt nicht gibt, ein kleines Land, mit dem die größten ge! ■di gen Erinnerungen und Werfe verbunden sind. Fast die ganze Menschheit nennt es das ״Heilige“ Land, und sicherlich ist es berechtigt, wenn in Anbetracht der vielen hier zusammenstolknden Interessen ein Statut besonderer Art vorgeschlagen wird. Gerade jetzt wurde das Mandat über Syrien durch einen Vertrag mit Frankreich ersetzt, und Syrien wird als Staat in den Völkerbund eintreten. Palästina bleibt als einziges in der Reihe der A-Mandate übrig. Es ist, als ob diese Völkerrechtliche Konstruktion geradezu für Palästina ausgedacht worden wäre. Ohne irgendeine Form der Vormundschaft wird dieses Land noch lange nicht bestehen können. Wenn der Kriegszustand vorbei ist, wird ein Friede ״ohne Sieger und ohne Besiegte“ angestrebt werden müssen, der es ermöglicht, daß die beiden Völker in Zukunft in immer stärkerer Annäherung im Interesse des gemeinsamen Landes Zusammenarbeiten. Vielleicht ist es noch ein weiter Weg bis dahin, aber der Tag einer solchen Wendung muß kommen. HauptschriWeitet: Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Berlin W15. Anreigenleit« und verantwort• lieh für den Inhalt der Anzeigen! Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vorn 1. April 1939. Verlag und An- *eigenVerwaltung! fßdische Rundschau, Berlin W15, Meinekettr. Id D.-A. August 35192. — Druck: Siegfried Scholen, Berlin-Schöneberg. Für weitere Alijah Englisch-jüdische Konferenz fordert Einwanderung: nach Palästina London, 8. September. (JTA.) Die au ß erordentliehe Konferenz der englischen Judenlieit, die von der englischen Abteilung der Jewish Agency for Palestine für Montagabend nach London einbenifen worden war, bat folgende Resolution gefaßt, in der größere Möglichkeiten für jüdische Selbstwehr in Palästina gefordert werden und erklärt wird, daß eine Einstellung der jüdisehen Einwanderung im Widerspruch zum Mandat stehen würde: Diese unter den Auspizien der englischen Abteilung der Jewish Agency for Palestine zusammengetretene Konferenz der englischen Judenlieit betrachtet mit schwerer Sorge die von dem organisierten wachsenden arabischen Terror in Paiästina geschaffene Lage, die die Form vorbedachten Mordes an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern, und die böswillige Vernichtung der Früchte jahrelanger jüdischer Arbeit angenommen hat. Die Konferenz nimmt den Beschluß der Regierung Sr. Majestät zur Kenntnis, wirksamere Schritte zu unternehmen, um der Lage Herr zu werden und hofft, daß diese Schritte nicht mir den Terror sofort unterdrücken, sondern auch seine Wiederkehr verhindern und die Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung sichern werden. Die Konferenz fordert die Regierung auf, den Juden Palästir.as größere Möglichkeiten der Selbstverteidigung gegen unprovozierte Angriffe zu gewähren. Die Konferenz bringt ihre schwere Besorgnis über die in der Erklärung des Ko'onienministers im Unterhaus vom 22. Juli enthaltene Andeutung einer möglichen zeitweiligen E i n s t e I I u 11 g d e r j ii d i s c h e n E i n w a 11 d e r u n g n a c h P a I ä s t i n a zum Ausdruck. Nach Ansicht dieser Konferenz könnte eine solche Einwanderungssperre, ob sie nun während des Terrors oder nach seiner Beendigung erfolgen sollte, nur als Kapitulation vor Gewalt und Einschüchterung aufgefaßt werden und würde als Ermutigung zur weiteren An- Wendung solcher Methoden zur Erreichung politischer Ziele in der Zukunft dienen. Sie wäre eine Bestrafung der Juden in Palästina, deren Zurückhaltung angesichts äußerster Provokation von dem High Commissioner und der Regierung Sr. Majestät lobend hervorgehoben wurde. Die Konferenz erklärt, daß das Recht auf jüdische Einwanderung nach Palästina grundlegend für das Mandat ist und von den aufeinanderfolgenden Regierungen als ausschließlich durch die Aufnahmefähigkeit des Landes begrenzt anerkannt wurde. Die Aufhebung der diesbezüglichen jüdischen Rechte wäre dem Mandat entgegengesetzt und eine flagrante Ungerechtigkeit gegenüber der Judenheit in einer Zeit besonders schweren Drucks und großer Not unter den Juden vieler Länder. Die Konferenz bringt die Ueberzeugtaig zum Ausdruck, daß jüdische Einwanderung nach Palästina der Hauptfaktor für die Hebung des gesamten K1111 u r n i v e a ע s jenes Landes und für die Verbesserung der materiellen Lage seiner Einwohner ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens gewesen ist und daß die Fortdauer dieser Einwanderung lebenswichtig ist für die weitere Prosperität des Landes, von der die Wohlfahrt aller seiner Bew׳ohner abhängt. Die Konferenz fordert die Regierung Sr. Majestät auf, eine Suspendierung der jüdischen Einwanderung zu verweigern und sicherzustellen, daß keine politischen Erwägungen die Grundsätze stören dürfen, auf denen jüdische Einwanderung nach Palästina aufgebaut ist. Diese Konferenz fordert die Regierung Sr. Majestät auf, das Mandat voll durchzuführen. Sie begrüßt die Erklärung des Präsidenten der Jewish Agency, in der die Bereitschaft der jüdischen Vertreter bekräftigt wird, mit Vertretern der Araber in Palästina zusammenzukommen, um einen vereinbarten A usgleich herbeizuführen. Die Konferenz erklärt, daß sie an dem von der Jewish Agency wiederholt verkündeten Grundsatz festhält, daß weder Juden noch Araber in Palästina herrschen oder beherrscht sein sollen. Aus den Reden, die bei der Tagung gehalten wurden, geben wir folgendes wieder: Prof. Selig Brodetsky hielt ein ausführliches Referat über die gegenwärtige Krise in Palästina. Der arabische Streik — so führte er aus — ist nicht gegen das jüdische Wirtschaftsleben gerichtet; die jüdische Wirtschaft in Palästina ist keineswegs von den Arabern abhängig, wenn sie auch den Arabern in hohem Grade nützlich ist, und hat alle die Monate des arabischen Streiks hindurch in mehr oder weniger normaler Weise ihren Fortgang genommen. Selbst der Terror richtet sich nicht ausschließlich gegen die Juden. Er richtet sich zum großen Teil gegen die Araber selbst als ein Mittel, durch das die jüngeren extremistischen Kräfte die ruhige und wohlgesinnte arabische Mehrheit zwingen wollen, sich ihrer Intransigenz zu unterwerfen. Der Terror richtet sich auch gegen die Regierungskräfte. Denn sein Ziel ist es nicht allein, die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims aufzuhalten. Sein Ziel ist ebenso auch das Zugeständnis zu erpressen, daß Palästina weder ein jüdisches noch ein englisches, sondern ein arabisches Land sei. Die Politik des Jüdischen Nationalheims, fuhr Prof« Brodetsky fort, hat drei Grundlagen; um diese drei Grundlagen gravitieren jetzt die Forderungen der Araber. Diese Grundlagen sind: Einwanderung, An Siedlung auf dem Lande, Verfassung; am wichtigsten hierbei ist die Einwanderung. Das Recht der Juden auf Einwanderung nach Palästina in Abrede stellen, hieße das Jüdische Nationalheiin vernichten. Der Redner erörterte sodann eine Reihe der für die gegenwärtige Lage wesentlichen Gesichtspunkte. Zunächst sei das Wohlergehen des gesamten Landes Palästina der Freiheit jüdischer Entfaltung direkt proportioniert; weiter könne die Zukunft Palästinas nicht außer Zusammenhang gestellt werden mit der Lage des jüdischen Volkes in der ganzen Welt; und schließlich sei zu berücksichtigen, daß die Juden nicht nach Palästina gekommen sind, um dort ein neues Diasporaland 7.11 schaffen, in dem Juden unter der Herrschalt einer Mehrheit und dem guten oder bösen Willen dieser herrschenden Mehrheit ausgeliefert leben. Zur Begründung des der Konferenz vorgelegten Ent- Schließungsantrags führte der Präsident des Board of Deputies oft British Jews r Neville Laski u. a. aus: Die Juden kommen nach Palästina kraft Rechts und nicht auf Grund von Duldung. Die Baifour-Deklaration hat durch internationales Abkommen Weihe empfangen und ist in einem Völkerbundsmandat verankert, das Palästina zu einem Jüdischen National hei in macht. Darüber hinaus hat die öffentliche Meinung der Weit in Aciißertmgen ihrer Staatsmänner und Publizisten, die mit der Deklaration und dem Mandat verknüpfte Politik und ihre Ziele bei unzähligen Gelegenheiten bekräftigt. Wir sind überzeugt, daß keinerlei Lage entstehen kann, die die Verleugnung dieser Politik zulassen könnte, deren erfolgreiche Verwirklichung als hervorragender Beitrag zu dem Fortschritt der Menschheit und der Zivilisation betrachtet werden muß. Die wiederholte Feststellung der Jewish Agency, daß die Juden weder herrschen noch beherrscht zu sein wünschen und die erst in der vergangenen Woche von dem Präsidenten der Jewish Agency in einem Brief an den Kolonienminister abgegebene Erklärung, in der die Bereitschaft der jüdischen Vertreter bekräftigt wird, mit Verfreiem der Araber Palästinas zur Herbeiführung eines vereinbärten Ausgleichs zusammenzukommen, hebt bestimmt jeden Grund für eine Sperre oder Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf. Palästina braucht unbeschränkte jüdische Einwanderung, begrenzt nur durch den anerkannten Wirt- Schaftsfaktor der Aufnahmefähigkeit, und freies Spiel der wirtschaftlichen Kräfte von Boden, Arbeit und Kapital in dem Lande unter einer Regierung, die äußersten Schutz gegen Einschüchterung oder Diskriminierung gewährt. Rev. J. K. Goldbloom appellierte an die Regierung im Namen der in Palästina als Märtyrer des jüdischen Volkes Gefallenen an ihrer wiederholten Erklärung festzuhalten, daß sie sich dem organisierten Terror nicht beugen werde. Wir verlangen von der Mandatarmacht für Palästina, sagte er, das Vertrauen ־zu rechtfertigen, das nicht nur das jüdische Volk, sondern die ganze zivilisierte Welt in sie gesetzt haben. In einer auf der Konferenz verlesenen schriftlichen Kundgebung nahm auch der Präsident der Jewish Colonisation Association (1CA), Sir Osmond d'Avigdor Goldsmid, zu dem Gegenstand der Tagesordnung Stellung. Eine entscheidende Wendung: Mosch® Schertok zur Regierungserklärung Jerusalem, 8. September. (Palcor.) Die Erklärung der Regierung wird von Mosche Schertok, dem Leiter des politischen Departements der Jewish Agency, als eine entscheiden de Wendung in der Haltung der Regierung bezeichnet, die das Filde der zaudernden und schwankenden Methoden der vergangenen 20 Wochen und den Anbruch einer Periode entschlossener Tatkraft kennzeichne. Die drohende Gefahr, so führt Schertok weiter aus, daß die Palästina- Regierung die Vorschläge Nuri Paschas annehmen und damit den arabischen Terror mit einer Suspendierung der jüdischen Einwanderung belohnen würde, ist vorläufig abgewendet worden, da die Regierung sich darüber klar geworden ist, welche Gefahren ein Nachgeben mit sich bringen würde, insbesondere da die Araberfiilirer hoffen, anosichts der schwankenden Haltung der Regierung weitere onzessionen durch verlängerten Terror zu erzwingen. Die heutige Erklärung der Regierung macht alle Hoffnungen der Araber auf Konzessionen zunichte und läßt auf die bevorstehende Verhängung des Standrechtes schließen, da die Regierung nunmehr offenbar die Unruhen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften unterdrücken will. Schertok erklärt, daß auch jetzt mit der beschieltnigteu Bestrafung der Verbrecher zu rechnen ist, nachdem die Gerichte in dieser Beziehung bisher kläglich versagt haben. Zum erstenmal bedient sich die Regierung einer offenen Sprache, indem sie die Schuld an den Unruhen den Araberführern zuschreibt und den Zusammenhang zwischen dem Streik und den Unruhen definitiv feststellt. Daß der Streik ein solches Ausmaß angenommen hat, ist nur dem von den Terroristen ausgeübten Druck zuzuschreiben, die, wie die Regierung stillschweigend zugibt, nicht rechtzeitig unterdrückt wurden. Wenn Militärverstärkungen jetzt notwendig geworden sind, so ist dies nur auf das erschreckende Ausmaß zurückzuführen, das die Unruhen haben annehmen dürfen. Die Wiederherstellung der Ordnung hätte mit viel weniger Aufwand erreicht werden können, wenn die Regierung von Anfang an Entschlossenheit gezeigt und nicht wieder holt versucht hätte, mit Versprechungen politischer Kon- Zessionen Frieden zu erkaufen, was sich als Fehlschlag erwies und die Terroristen in ihrem Treiben nur ermutigte. Schertok befaßt sich dann mit den Aussichten auf Sicherheit und erklärt, daß möglicherweise schwerere Prüfangen als bisher der Juden harren, daß jedoch kein Grund vorhanden sei, die bisher geübte Disziplin und Selbstbeherrschung zu bereuen, die durch vereinzelte Ausbrüche unverantwortlicher Elemente nicht durchbrochen werden konnte. Die Juden in Palästina sind überzeugt, daß ihre Politik der Selbstbeherrschung in der Diaspora voll gewürdigt wird. Die meisten jüdischen Verluste sind das Ergebnis feiger Ueberfälle aus dem Hinterhalt, während die unzähligen Angriffe auf jüdische Siedlungen, die allnächtlich einem Kugelregen ausgesefzf sind, energisch zurückgeschlagen wurden. Die Araber sind nicht in eine einzige jüdische Siedlung eingedrungen; nicht eine einzige jüdische Position ist aufegeben worden; die Juden haben sich im ganzen Lande ehauptet. Was die Möglichkeit von Verhandlungen mit den Arabern anbetrifft, so weist Shertok darauf hin, daß die Juden stets bereit gewesen sind, Gelegenheiten, die zu einer Verständigung führen könnten, auszunutzen und auch während der gegenwärtigen Unruhen verschiedentlich Versuche in dieser Richtung gemacht haben; sie haben jedoch bei den Arabern kein Gehör gefunden, solange diese hofften, den Sieg über die Juden und die Regierung davonzntragen. Nur wenn man den Arabern klar macht, daß die Grund-!?.gen des Mandats nicht mit Gewalt zerstört werden können, ist der Boden für eine freundschaftliche Verständigung geebnet. Schertok schließt mit der Warnung, daß der Kampf mach nicht beendet sei und daß noch ernste Gefahren bezüglich der Einwanderung drohen, die die Wachsamkeit sämtlicher Teile der Judenheit erforderlich machen. Wegen der kommend•!! Feiertage erscheinen die nächsten Ausgaben 74/75 am Mittwoch, dem 16. Sept. 76 am Dienstag, dem 22. Sept. 77 am Freitag, dem 25. Sept. 78/79 am Mittwoch, dem 30. Sept. 80/81 am Mittwoch, dem 7. Okt. Famlllen-Nachrichten nehman wir bla zum Tage vor Eraehalnen gegen Mittag entgegen