Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 72 (8.9.1936)
- Date
- 1936-09-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 8. IX. 1936 Wiener Brief Von unserem Berichterstatter die zu Suiten zusarnmengestellt werden könnten, jüdische Kammermusik: er gab ferner eine Zusammenstellung der Verläge, die betont jüdische Musik veröffentlichen. Im zweiten Teil seines Referates ״allgemeine Orchester- und Kammermusik“ schlug er, um den Beginn eines neuen kulturellen Weges zu erleichtern, vor: die Werke des 19. Jahrhunderts für eine Anfangszeit zurückzustellen, womit sich das übliche Programmechema des Svniphoniekonzerts von allein auflöse; die Heran- Ziehung alter Musik, die Verwendung neuer Musik (vor allem von Juden); die Zusammenstellung von anfangs vernachlässigter romantischer und klassischer Musik mit verwandter tnoderner u. a. Ueber jüdische C 11 o r m u s i k sprach Karl Adler (Stuttgart). Er kündigte an, die Forderung des Laien, der an dem Kulturleben in der Provinz, besonders beteiligt sei, zu vertreten. Zunächst sprach er von einem zweifelhaften Angebot neuer jüdischer Musik. Es käme in erster Linie auf die Qualität an und darauf, was uns als Juden wirklich Kraft geben kann. Daher sollten wir uns nicht auf das jüdische allein beschränken. Die jüdischen Komponisten sollten Problematik nur mit sich allein ausmachen und vor das Publikum nur fertige Lösungen bringen. Er forderte vom Chorsatz äußerste Schlichtheit. Chormusik sei heute keine Angelegenheit des Podiums mehr. Wichtig sei die chorische Musik in der Schule, im Bund; die Jugend habe durch chorisches Singen Werktreue zu lernen. Die Feier fordere chorischen Einsatz; als Ausdruck der Uesaintheit müsse der Singkreis von den Hörern selber gebildet werden. Er verlange von den Komponisten gesunde Gebrauchskunst, deren künstlerischer Wert keinesfalls reduziert zu sein brauche. Menschen müßten für gemeinsame, regelmäßige Musikbetätigung gewonnen werden. Dadurch wurden auch die Kulturbünde neues Leben erhalten und neue interessierte Mörerselncliten. F)r. Anneliese Landau betonte am Anfang ihres Vorträges, daß es dem Stil nacii ein neues jüdisches Lied noch nicht gäbe. Dazu seien einige Generationen in Palästina notwendig. Sie beseht anke sich daher auf das Kunstlied, ganz gleich, ob es aus juducher Melodik herausgewachsen sei oder aus dem Stil des (in-tlandcs. Die jüdischen Komponisten des IQ. Jahrhunderts hatten mit Judentum nichts zu tun. Ein großer Ted ihrer Lieder sei den Kulturbünden nicht zu empfehlen, höchstens ftir Gedenkfeiern der betreffenden Komponisfen. Gustav Mahler stände dein Judentum auch nicht nah, er sei jedoch wegweisend für das 20. Jahrhundert gewesen und beanspruche deshalb einen wesentlichen Platz in allen Programmen. Sie nannte dann einige Namen bewußt jüdischcr Komponisten, ferner Arnold Schönberg und einige jüdische Vertreter seiner Schule u. a. Wilhelm G 1111 m a n n sang eindringlich einige Lieder, von Erna Klein begleitet. In der Diskussion wurde vor allem das musikalische Preisausschreiben des Berliner Kulturbundes besprochen; ferner wurde die f inriehtung eines Notenarchivs für jüdische Musik, das die Kulturbünde im Reich mit Material beliefern solle, angekundigt, und der Entschluß geiaßt, in jedes Programm mindestens ein Werk eines jüdischen Komponisten hineinzunehmen. Die Schluß-Sitzung In der Schlußsitzung am Montag vormittag wurden, da die Sitzung der Musik-Kommission zu einer Aussprache nicht genügend Zeit mehr gelassen hatte, noch drei ergänzende Kurzreferate zu den musikalischen Fragen gehalten. Herr Eisner (München) sprach zur Frage der Kammer- und Orehestermusik, Er bemängelte, daß in dem Referat Dr. Nathans zwei Gesichtspunkte unberücksichtigt blieben: das Publikum und der Qualitätsgedanke. Unser Publikum ist erst zu erziehen; es spricht auch in musikalischer Hinsicht noch die Sprache des 19. Jahrhunderts, das deshalb nicht einfach zu überspringen ist. Dr. Oskar Gut mann nahm zu Fragen der liturgischen Musik Stellung und versuchte, ergänzend zu dem Referat von Arno Nadel Stilmerkmale jüdischer Musik aufzustellcn. Er richtete an die Kulturbünde die Forderung, mit der Reform der liturgischen Musik den Anfang zu machen. Weiter forderte er die stärkere Heranziehung der lebenden jüdischen Komponisten in unseren Konzertprogrammen und regte ein Preisausschreiben für eine jüdische Oper und Operette an sowie ein Plattenarchiv und die Gestaltung der musikalischen Nacliwuchsarheit. Schließlich nahm zum Problem der chorischen Musik Dr. Ludwig Misch das Wort, der sich dagegen aiis-prach, daß man sich einseitig aut jiddische Lieder festlegej die tatsächlich einem anderen Kulturkreis entstammten als dem, in dein wir groß geworden sind, und auch nicht als typische Repräsentation jüdischer Musik anzusehen seien. Nach diesen RefuaUn nahm Dr. Kurt Singer das Schlußwort, in dem er das Ergebnis dieser Tagung zusammenzufassen suchte. Er wies darauf hin, daß die Aufgabe sei, die Fülle der divergierenden Anschauungen, die in diesen Beratungen zutage getreten sind, nunmehr zu sichten und das in die Praxis umzusetzen, was zu verwirklichen ist. Er warnte bezüglich des Theaters vor einer Uebersteigernng unserer Forderungen und der Planung. Wir könnten höchstens auf einen kurzen Zeitraum Vorbereitungen treffen. Zu viel Theone töte die Theatcrarheit; und wenn man die Schauspieler mit zu viel intellektuellem Wissen überlade, so entstehe die Gefahr, daß ihr Spiel gehemmt würde. Wir könnten keine jüdischen Seminaristen auf der Bühne gebrauchen. Das Jiddische und Hebräische müsse in den Studios erarbeitet werden; auf der regulären Bühne sei es heute noch nicht zu verwirklichen. ־ - Eine Diskussion darüber, ob es eine jüdische Musik gäbej hält Dr. Singer nach den Darbietungen des Winawerschcn Chors für überflüssig. Er trat dafür ein, daß das Volkslied und der liturgische Gesang in den Synagogen aufgeführt werden, und erinnerte vor allem daran, daß wir in Händel und Mendelssohn Meister besitzen, die jüdische Stoffe in unnachahmlicher Weise musikalisch geformt haben. Die besonders in dem Referat von Adler erhobene Forderung der Aktivierung der Laien und der Jugend unterstrich auch Dr. Singer als eine der wesentlichsten Aufgaben des Kulturbundes. Er wies ferner darauf hin, daß durch den Ab- Schluß mit der ״Stagma“ den jüdischen Komponisten die Möglichkeit einer gesicherten Aufführung geschaffen worden sei und daß auch den Saalschwierigkeiten, soweit sie noch bestehen, von staatlicher Seite nach Möglichkeit abgeholfen werden solle. Das Plattenarchiv, das angeregt wurde, sei bereits in Arbeit. Die geplante Reichszeitschrift werde Erziehungsarbeit am jüdischen Publikum durchzufiihreo haben; der Beginn soll mit dem Berliner Heft gemacht werden, das anläßlich der Bistritzky-Aufführung erscheinen wird. Es soll auch versucht werden, die bildenden Künstler stärker heran zuziehen und ihnen Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Die Finanzierungsfragen des Reichsverbandes *ollen mit den großen jüdischen Organisationen durchberaten werden. Mit dem Appell an die Presse und die jüdischen J. R., Wien, 6. September Um di• Wie!181־ KnKuigmwigd• Wir haben erst vor wenigen Tagen von der offiziellen Verlautbarung der für den 8. November festgesetzten Wahlen in den Wiener Kultusvorstand berichtet und der Meinung Ausdruck gegeben, daß, im Gegensatz zu den in den letzten Jahren üblichen monatclangen Wahlkämpfen, diesmal einer ״stillen“ Wahlkampagne das Wort geredet werde. Diese mit Rücksicht aut die allgemeine jüdische Situation durchaus begrüßenswerte Auffassung scheint schon in den ersten Tagen nach offizieller Bekanntgabe des Wahltermins widerlegt werden zu wollen. Den Auftakt bildet diesmal die ״Union österreichischer Juden“, deren Vertreter zu Beginn dieses Jahres aus Protest wegen gewisser Personalentscheidungen ihre Mandate niedergelcgt haben, in ihrem Organ veroffentlicht nun diese Gruppe im Anschluß an die Aufforderung an ihre Mitglieder zur Einsichtnahme jn die Wählerlisten einen dringenden Appell, der eigentlich schon als programmatischer Wahlaufruf der ״U n i o n“ angesprochen werden kann. Der Aufruf, der durch eine besondere Schärfe im Ton auffällt, weist auf die besondere Bedeutung dieser Wahl für die ״Stellung der österreichischen Juden im Staate und hi der Stadt“ hin. Der Aufruf, dessen Inhalt auch sehr scharte Hinweise und Bemerkungen bezüglich der Verwaltungspraxis der derzeitigen Majorität der Kultusgemeinde enthält und die Finanzgebarung der Gemeinde als ״einseifig und zum Nachteile jener ge handhabt“ bezeichnet, ״die große finanzielle Opfer für die jüdische Institutionen, sich für die Werbung und Heranziehung des jüdischen Publikums einznsetzen, weil nur auf dieser Grundläge die Kulturbünde ihre Arbeit werden fortführen können, schloß Dr. Singer seine Uebersicht über das Ergebnis der Beratungen. — Im Namen der Versammlung dankte ihm Dr. Arthur Eloesser für seine umsichtige Leitung. Rcichskulturwafter Hinkel, der aüch an der Schlußtagung teilnahm, gab eine Reihe von Anregungen für die weitere Arbeit; die Leitung des Reichsverbandes nahm diese Anregungen entgegen und versprach, sich für ihre Durchführung einzusetzen. Es wurden folgende Beschlüsse angenommen: I. Theater Um die Spielpläne der Jüdischen Kulturbund-Theater stärker als bisher mit jüdischen Stoffen zu durchdringen, und um zugleich die jüdischen Schauspieler für die Gestaltung dieser Stoffe sowie das Publikum für die Aufnahme dieser Stoffe vorzubereiten, hat die Thcntcrkommis.-ion folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Thtalerkommluion des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland Ixiauftr.igt die Rciclisveibandslcitung, eine dramaturgische Zentralstelle zu schalten, die mit drei Personen, und zwar einem Hebraisten, einem Jiddischesten und einem Dramaturgen besetzt sein soll. Die dramaturgische Zentralstelle hat die Aufgäbe, mit den jüdischen Thcatcrinstitutioncn in Osteuropa, Palästina und Amerika in Verbindung zu treten, um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen. Sie soll durch .Sammlung, I'Übersetzung und Rcarbeitung der jüdischen dramatischen Literatur die Basis für eine Auswahl jüdischer Stücke schaffen, die durch diese Zentralstelle den jüdischen Kulturbünden in Deutschland zur Auswahl dargeboten werden, I)ic Leitung des Reichsverbandes ist ermächtigt, iri Verbindung mit den großen jüdischen Organisationen die Finanzierung dieser Zentralstelle durchzuführen und die geeigneten Persönlichkeiten als Träger der Arbeit zu verpflichten. 2. Die Theaterkommission des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde ermächtigt und beauftragt die Reichsverbandsleit u1,g, Maßnahmen cinzutcilcn, die der jüdischen Schulung des Schauspieler» in den Jüdischen Kulturbünden dienen. Ari Hand der aufzuführenden Stücke sollen die jüdischen Wissensgebiete am dramatischen Stoff aufgczcigl werden, so daß der eigentlichen Proltcnarlteil die Isr-chlicCting des Werkes aus dem jüdischen Wis-cusUoff vorangclit. Dies soll erstmalig bei der Aufführung des Schuhband Zwi ‘ erprobt werden. Die Herren Dr, Joachim Prinz und Dr. Max N ußbau m haben sich für diese pädagogische Aufgabe zur Verfügung gestellt. Die Rcu'hmrbandslciiung wird ferner ermächtigt, Maßnahmen zu treffen, die auch den Kulturbünden kn Reich die Anteilnahme an dieser Bilclungsarbeii ermöglichen. Lfm das Publikum aut die aufzuführenden Stücke vorzubereiten, sollen die Vorträge des vorangehenden Monats sowie die Mitgliedshefte in ihrem Inhalt auf die Stücke abgestellt sein. 3. Zur Frag« der Kleinkunst hat die Theaterkommission nach eingehender Diskussion beschlossen, einen Beirat zu schaffen, der Vorschläge für eine jüdische Programmgestaltung in laufender Z11sammenarbeit mit dem Leiter der jüdischen Kleinkunstbühne des Jüdischen Kulturbundes Berlin machen soll. II. Musik I. Die MusikkommLsion des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland hat die Leitung des Reichsverbandes ermächtigt, ein Prel»»u»»chrelben zu verkünden, das der Förderung zeitgenössischer jüdischer Musik aller Art dienen soll und für alle jüdischen Komponisten in Deutschland und auswärts offen ist Das Preisausschreiben gliedert sich in vier Abteilungen: 1. Feiciliches Vorspiel für Orchester (Höchstbesetzung: vollständiger Streicherapparat und doppelte Bläser), Dauer: 5—15 Minuten. 8. Ein Chorwerk für vierstimmigen gemischten Chor mit Orchesterbegleitung, auch eingerichtet für Klavier oder Orgel, mit biblischein oder jüdischem Stoff. Dauer: mindestens 20 Minuten. 3. Ein Chorwerk für zwei- oder mehrstimmigen Chor für Schulen und Jugcndtninde, evtl. mit. obligatem Instrument. 4. Zyklus von I.ledern für eine Singstimme mit Klavier. 5. Zyklus von Chorliedem für kleinen Chor a capella oder mit Einbezichu; י von Instrumenten. Es sind Pieise von 100.— bis 250.— RM. ausgesetzt. Für die Vokalwerke ist die Verwendung der deutschen und hcbtäischen Sprache zulässig. Letzter Termin der Einsendung ist der 15. Januar 1937. Das Preisausschreiben wird in allen Einzelheiten durch die jüdische Presse Gemeinschaft bringen und die Gemeinde zu acht Zehnteln erhalten“, hat in den zionistischen Kreisen eine heftige Kritik ausgelöst. Theater-Ereignisse Die Wiener Theatersaison hat gleich mit einer Sensation eingesetzt. Die Nachricht, daß Reinhardt wieder einige Inszenierungen in Wien machen wird, hat große Freude ausgelöst. Es ist schon viele Jahre her, daß Reinhardt im Josefstädter Theater Neu-Inszenierungen herausgebracht hat. Nun ist es dem gegenwärtigen Direktor lies Theaters, Hofrat Dr. Ernst L o 111 a r, doch gelungen, Reinhardt für Wien wieder zu gewinnen. Der Regisseur wird als erstes Stück Shakespeares schon seit sehr langem nicht gespieltes ״Wi n t ermär eben׳‘ im Rahmen eines Festspielzyklus inszenieren, ferner Nestroys ״Luinpacivagabundus“. Die Neu- Inszenierung des Shakespeareschen Stückes dürfte in die Wiener Festwochen fallen. ״Wintermärchen“ ist hier seit einer Reihe von Jahren nicht mehr aufgeführt worden, Reinhardt seihst hat das Stück im Jahre 1905 in Berlin herausgebracht. Mit dem 1. September hat auch gleich den meisten Wiener Bühnen das ״Jüdische K u 11 tt r t h e a t e r“ nach einer zweimonatigen Pause seine neue Spielzeit — und damit die zweite seit seinem Bestehen — eröffnet. Die jüdischen Kunstler bringen nach wie vor das tragisch-aktuelle Stück ״Die Grenze“ zur Aufführung, ein wahres Zugstück, mit dem das Kulturtheater schon vor der Sommerpause einen sensationellen Publikuinserfolg erzielen konnte. vrrüifcnUii ht werden. Der Jury gehören die führenden jüdischen Musiker Deutschlands an. II. Die MusikkommLsion des Reiohxvcrbandos hat von der vorbereitenden Arbeit, der MusikkommLsion der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Kenntnis genommen, die sich mit der Neugestaltung der Jildlsch-llturgischen Musik belaßt. Der Reichsverband wird die Ergvlmisse dieser Arbeit durch eine Zentralstelle den Kulturbünden im Reich zugängig machen, um besonders bei Synagogen-Konzerten eine Bereicherung der Programmgestaltung zu l>cwirken. Iir. Die Mtisikkommission hat fesigeslcllt, daß der vorhandene Katalog von jüdischen Orchester- und Kammermusikwerken dringend ergünzungslxrijürfiig ist. Der Reirhsvevbaml wird eine solche ErgSiming vornehmen, sie laufend fori führen und den Kulturbünden zugängig machen. Jil. Finanzfrage Die Teilung des Rckhsvcrbandcs der Jüdischen Kulturbünde wild vom Plenum beauftragt, das Problem einer stärkeren Heranzichung des zahlung-kräftigen Publikums und die Frage der heiseren Finanzierung der Kulturbünde sofort nach Beendigung der Tagung eingehend zu piüfctt. Die Leitung des Reiehsveibandes soll sofort eine Kommission, die sich aus sachverständigen Mitgliedern der großen öffentlichen jüdischen Institutionen zusammensetzt, für die Beratung dieser Probleme ein berufen, die schnellstens praktische Vorschlage für die Lösung dieser dringenden Frage ausarlrciten wird. ״Die Judenlrage in der praktischen Kulturpolitik“ DNB. meldet: Vor der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schlitze des NS.-Schrifttums gab der mit der Ueberwachung des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde beauftragte Reichskuiturwaltcr Hinkel in einem Vorfrage über das Thema ״Die Judenfrage in der praktischen Kultur- Politik“ aufklärcude Hinweise, die sich besonders mit der heutigen I.age auf diesem Gebiete und der weiteren Entwiekhing in der Zukunft befaßten. Zt! Beginn des Abends begrüßte Reichsamtsleiter Hederich im Aufträge von Reichs- Iciter ßouhlcr die zahlreichen Gäste und Vertreter der verschiedensten Dienststellen von Partei und Staat. Rcichskulturwalter Hinkel führte dann u. a. aus: Den Juden in Deutschland wurde die Möglichkeit erschlossen, einen eigenen rein jüdischen kulturellen Zusammenschluß zu organisieren, dessen verschiedengestaltige Darbietungen allein einem rein jüdischen Besucherkreis offen stehen. Durch diesen Weg wurde die Frage, was mit den aus dem deutschen Kulturleben entfernten Juden geschehen sollte, einer Lösung enlgegengeführt, die nach jüdischem Bericht als eine loyale Lösung bezeichnet wird. Die bisherige Entwicklung hat die Richtigkeit des Weges erwiesen, so daß dieser Weg auch in den nächsten Jahren begangen werden wird. Wesentlich ist die Tatsache, daß die Juden unter sich ungehindert jüdische Kultur pflegen können, sofern dabei natürlich nicht gegen das deutsche Lebensiuteresse gerichtete Tendenzen in Erscheinung treten. Der Reichsverband jüdischer Kulturbünde umfaßt heute über 100 000 Mitglieder im Reich, und zwar Mitglieder, die alle Voiljudcn sind. Ein Theater besteht außer in Berlin noch in Köln. Hinzu kommen Wandertheater, ferner ein in Berlin ansässiges sinfonisches Orchester und Orchester itn Reich. Im Ausland zum Teil noch heute verbreitete Märchen über die Behandlung der Juden in Deutschland werden durch diese Entwicklung widerlegt. Seit 1933 konnten sich die jüdischen Kulturbünde in einem Umfange entwickeln, der die Grundlage abgab für den heutigen Stand des Reichs- Verbandes jüdischer Kulturbünde. Wie sehr der Aufbau des Reichsverbandes zur klaren Trennung zwischen dem deutschen und dem jüdischen Kulturleben beiträgt, das zeigten u. a. die Ausführungen des Reichskulturwalters Hinkel über die Programmgestaltung des jüdischen Verbandes, die die Tendenz einer Rückkehr zu jüdisch-völkischer Eigenart zeigt. Auch ftir die nichtarischen Christen ist bekanntlich eine Lösung gefunden worden, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ohne Belastung des deutsehen Kulturlebens und ohne Verquickung mit dem volljüdischen Kulturstreben ihr eigenes Kulturleben zu entfalten. An die Ausführungen des Reichskulturwalters Hinkel, die bei den Zuhörern lebhaften Beifall fanden, schloß sich eine Aussprache, der die Vorführung eines zionistischen Films über die jüdische Palästina-Arbeit folgte. Kh Zukunft Ihrer Kinder bildans im: Landschulheim Florenz Hthin Schule und Intenud 1. Sehulblldung bl• zum AbHurlum 2. FOr Knabe« und Mldehen van * — IS Jahren 9. Unter Laltung bawihrter Pldagegen Intenaivate •praobMpftega 4. StudlanbaruehUgung In teat alten Staaten 5. Elgana HAUIHAITIICHULE, Stenogreghte, SehrelbmaieMne 6. WorkuntorrloM, Lund- und Gartenarbeit 7. VerberaHung für Auawandarungellnder 8. Haeelfzttleha Ueberwachung, Individuelle FSrderung «. SebSnata Umgebung, gute• Klima, Spart 10. Eretklaaalge Verpflegung, zadgamlSa Pralaa, hakte Traneteraohwierlgkelten Aaaklaft• n. Prospekts deich dis Leitung: Oberragterunesnit Dr. Warner Peiier Fierens, Villa Pani, Plan dnl Gtuller! Reueainshaea iuh Wlnieraeatea I•!