Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 72 (8.9.1936)
- Date
- 1936-09-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 8. IX. 193« Die Administrative Committee-Tagung Budget bestätigt — Politische Resolutionen - Die Sonderaktion fühlen und nicht mehr als eine Vorfreude haben. Ganz erdrückt kommt uns nach den Großaufnahmen in der Halle das kostbare kleine Aquarell von Josef Bato vor. Bato hat selten biblische Stoffe gemalt, aber die Aussteller wollten nur jüdische Themen behandelt sehen, und so wurde dieses kleine Bild entdeckt: David und Abisag. Arno Nadel schickte eine Tamar, eine seiner versponnenen Visionen mit hincingehciin rillten Gestalten und Schrift/euhen ltnd ein paar Bildnisse. Ludwig Schwerin zeigt den dieses Jahr gemalten, noch nicht ausgestellten Traum von den drei Körben, der durch seine würzige Farbenfrische und schwebende Zartheit der Linienführung ungemein fesselt. Leider vermissen wir sein Tobiashild, das für die Ausstellung bestimmt war. Von Julie Wolfthorn war nur ihr bekanntes Frcitagahcndbild aufzutreiben, Anneliese Ratkow ski-BraUn Udert einen bemerkenswert in Beitrag /tun Thema ״Jüdisches Antlitz“. Mit kultier Sachlichkeit ist hier das Gesicht einer Greisin beobachtet und erfaßt. Und als Gegenstück zu dieser ernsten Arbeit möchte man den bemerkenswerten jüdischen Streichholzverkätifcr von R o s e n t h a I - R o s t a nennen, ein erschlitterndes kleines Oelhiid mit wenigen scharfen Farbakzenteil, ganz unsentimental in der Auffassung. Das Bild fiel bereits in der Ausstellung des Jüdischen Museums auf. Von schöner Wirkung ist das in dunklen Farben gehaltene Aquarell von Wallenberg: Heimkehr aus der Synagoge. Adele R e i f e!1 b c ז g- R os e 11 b a u m ist durch ein jüdisches Mädchen und Julius Rose 11 bäum durch eine Abfahrt nach Ercz Israel vertreten, beide haben sich hauptsächlich der Scbulabteiliin 1׳ der Ausstellung gewidmet, für die sie mehrere Arbeiten biigesteueit haben. Fine neue Note, stoifinäßig zunächst, schlägt Lili Blumen au mit ihrer Chaluza und Fred Goldberg mit einem Clialuz an, — er hat auch das Signet der Ausstellung gezeichnet, — die formalen Ausdrucksmittel für diesen Darstcliungsstoff wird man wohl in Palästina erst suchen müssen. Otto Geis m a r stellt eine jüdische Straße der Altstadt Jerusalems und das Damaskustor aus. Jüdische Kultur in Deutschland Wir wenden uns dem großen anschließenden Saal zu, der das jüdische Sc 11 ul werk, T 11 e ater, Presse und Verlagswesen in Deutschland vorführt. Die Ausstellungsformcii, derer man sich hier bedient hat, sind verschicdciiarlig, Es gelang, eine überaus reizvolle Sammlung von hebräischen Schriften der Fmaiizipationszeit zusammenzustclleu. I>a ist der 1750 erschienene Kohelet Mussar, oder der 178ö herausgebrachte Hameasaf ״nebst einer deutschen Zugabe, gedruckt in der Königlich Preußischen Hofbuchdruekerei in Königsberg‘‘. Die 1806 in Leipzig herausgegebene Zeitschrift ״Sulamith“ bringt einen hebräischen Aufsatz von Abraham Fraenkel ״über die Liebe zu unseren Mitmenschen ohne Ihiierschicd der Religion“, Wie Tschertok in seiner Eröffnungsrede hervorhob, hatte die hebräische Sprache in Berlin vor 120 Jahren unter den Juden noch große Verbreitung. Gewiß ist die heutige in die Massen gehende Sprachhcw,egung aus anderen Voraussetzungen erwachsen, ganz traditionslos steht sie aber nicht da auf dem Berliner Boden, und es war ein feinsinniger Gedanke, hier anzuknüpfen und den hübschen Blättern, die etwa eine Ge- Seilschaft hebräischer Literaturfreunde 1784 herausgegeben hat, die ״Jüdische Rundschau“ mit ihrer hebräischen Beilage anzuschließen. Gerade in solchen Gegenüberstellungen liegt der Reiz dieser Ausstellung, für die bibliophile Kostbarkeiten kaum wertvollere Ausdrucksmittel sind, als beispielsweise eine Litfaßsäuie, auf der die Theaterplakate des Kulturbundes gelesen werden können. Das im Reiche durch die Kulturbünde organisierte Kulturwerk ist hier außerdem durch Bühnenbilder-Mrxlelle und Figurinen von Käthe Friedheim, Hambürg, Fritz Schames, Frankfurt a. M., Egon Marcus, Köln und dem Berliner Condeil illustriert worden. Auch das jüdische Sch ul werk ist nicht allein durch Zahlen und Diagramme veranschaulicht, sondern durch gute Arbeiten der Schüler und Zeichnungen des Werklehrers Rosenbäum aus dem Betrieb der Holz- und Metallwerkstatt der Vorlehre der Jüdischen Gemeinde. Photos lenken die Aufmerksamkeit auf die Lchrstätte Bialiks. die Schulungskurse der ZVfD., und eine Vitrine des Jüdischen Museums erinnert an das alte Kuh gerat der Ooläh, während in dicht besetzten Regalen sich die Publikationen unserer Verlage dar bieten. So erscheint dieses unser leben, wenn auch in wenige Wirkungsheziike ziisammcngediangt, doch voller versprechender An fange und guten Leistungen, ein Leben, das sinnvoll verbunden ist mit all dem, was in Palästina in einem weiteren Akti011skrei.sc geschaffen wird. Köpfe der hebräischen Literatur Und doch, tauschen wir uns nicht, die palästinensische Vitalität wurde aus anderen lniptilsqiieilen noch gespeist, als die Berliner Iitoraturbeweginig oder der Werkunterricht unscrer Schulen. Waren denn nicht die Exponenten des Assimilationsgedankrris uni die Mitte des ld. Jahrhunderts auch schon eifrige Förderer der landwirtschaftlichen und gewerblichen Schulung dir jüdischen Jugend gewesen? Die hebräische Bewegung leitet sich her von Männern einer best! 111 m t e 1! g e i s t i g e 11 tl i 11 s t e 11 u 11 g, von Luzzatto, von Aeiiad ll.iam, denn Schöpfer des Begriffs eines geistifeu Zionismus, von den großen Erzählern der hebräischen Literatur in Rußland und Polen, von Josef Chaiiu Brenner, dum 1621 in Palästina Ermordeten, dessen Name uns m -so vielen Einrichtungen des neuen Palästina entgegenleuchtet. In dem kleinen roten Saal begegnen uns diese Männer und viele andere. Ls war keine leichte Aulgabc, uns das Wissen tun die Leistung und das Menschentum zu vernuttein, die sie verkörpern. Man griff zum Portrat. Es appelliert an die Menschenkenntnis des Betrachters, an seine Freude, aus der Physiognomie, dem Zeitkostüm, der zeitbedingten Haltung das Werk zu deuten. Atan stellte Vergrößerungeii her aus Stichen, Gemälden und Photos, die zum großen Teil dem Jüdischen Museum in Berlin entliehen wurden und reihte die nach einem Maßstab verfertigten Bildnisse aneinander. Gewiß ist die Ausführung dieser Blätter sehr ungleich geraten, aber den pädagogischen Zweck dürften sie wohl eriüUcti. Kulturarbeit in Palästina In den beiden oberen Stockwerken werden wir zum p a ־ I ä s t i n e 11 s i s c 11 e 11 Teil der Ausstellung geleitet. Wieder zeigt sieh der außerordentlich rege Sinn für Aktualitat der Veranstalter der Schau in der Zusammenstellung der Reihe der H c r r s c 11 e r t y p c n von Palästina. Ein Aegypter des Alten Reiches,' ein Altbabylonier, ein Aegypter des Mittlercn Reiches, ein Kanaanäer, ein Aegypter des Neuen Reiches, Israelit, Assyrer, Neiibabvlonier, Perser, Ptolemäer, Seleukide, Makkabäer und Herodianer, Römer, Araher, Kreuzfalirer, Mamchike, Türke und Engländer, —_ alle ziehen sic an uns vorüber, die Beherrscher dieses!deinen, so umstrittenen Landes. Die Zeichnungen sind nach zeitgenössisclien Denkmälern hergestcllt, nach Papvrusbildern, Grabreliefs 11. ä. Der Seleukide ist einem Mün/bild entnommen. Der Engländer wurde nach einem Photo von 1924 aus Tel-Awiw gezeichnet. Die israelitische Epoche ist durch eine Figur vom schwarzen Obelisk im British Museum illustriert. Dem eindrucksvollen Aufmarsch der Beherrscher Palästinas folgt der Zug einer semitischen Karawane, gemalt nach dem Wandbild aus dem Grab des Chnemhotep in Bern London, 4. September. (JTA.) Das Administrative Committee der Jewish Agency hat am 3. September das vom Zionistischen Aktions-Cornite in Zürich angenommene A u s g ג b en b 11 d g e t von 327 000 Pfund für das Jahr 1937 bestätigt. In der am Donnerstag abgehaltenen Schlußsitzung wurden folgende drei Resolutionen zur politischen Lage einstimmig gelallt: 1״. Das Administrative Committee der Jewish Agency verfolgt mit schwerer Sorge der« jetzt in Palästina herrsehenden zunehmenden organisierten arabischen Terr o r, der zu vorbedachtem Mord an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern und zu böswilliger Vernichtung der Früchte Geier Jahre .jüdischer Arbeit führt. Das Administrative Committee fordert die Regierung Seiner Majestät in ernstester Weise auf, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, durch die dieser Terror sofort wirksam unterdrückt» sein Wiederaufleben verhindert und die Wiederhcrstcllung und Aufreehterhaltung von Gesetz und Ordnung gesichert werden wird. 2. Das Administrative Committee der Jewish Agency ist beunruhigt angesichts der Drohung, daß eine Suspendierung der jüdischen Einwanderung als Zugeständnls an die Araber vorgen ammen werden könnte. Die aufeinanderfolgenden Regierungen haben anerkannt und erklärt, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina nur von der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes abhängig sein soll. Das Committee verlangt, daß keine Beelntrlchtigung dieser Politik durch politische Erwägungen zugelassen werde. 3. Das Administrative Committee der Jewish Agcney bringt dem Jiseliuw in Palästina sein Gefühl tiefer Be- Wanderung und Dankbarkeit für seinen Mut und seine Zurückhaltung in diesen Monaten schwerer Prüfung, äußerster Provokation und unbarmherzigen Terrors zum Ausdruck. Mit seinem Verhalten hat der Jiseliuw Palästinas ein Beispiel jüdischer Würde und Standhaftigkeit gegeben, das dem ganzen jüdischen Volk Begeisterung einflößt.“ Der Präsident der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, stellte in einer Erklärung fest, daß die Gefahr einer Einstellung der Einwanderung noch nicht vorüber sei und daß man möglicherweise eine noch schlimmere Welle des Terrorismus erleben werde als früher. Die Juden seien bereit, der Palästina-Verwaltung in jeder Weise bei der Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung behilflich zu sein. Obwohl man ihnen gesagt habe, daß die Araber nicht mit ihnen Zusammenkommen wollen, würden sie weiter versuchen, zu einer V erständigung überdenSchutz der jüdischen Rechte ohne geringste Beeinträcfitigung der arabischen Rechte zu gelangen. Die Juden Palästinas würden bestimmt ihre Pflicht tun; er hoffe, daß auch die Juden der Diaspora die ihre tun würden. Eine weitere Erklärung gab der stellvertretende Vorsitzende des Administrative Committee, Neville Laski, Präsident des Board of Deputies of British Jews, ab, in der es zum Schluß heißt: ״Als Ergebnis jüdischer Arbeit hat Palästina eine wirtschaftliche und kulturelle Erneuerung erlebt, deren Segnungen Juden und Arabern in gleicher Weise zugute kommen. Die luden sind nicht Feinde der Araber. Monatelanger Terror hat die Bande gemeinsamer Herkunft, jahrhuudertelanger gemeinsamer Kultur und der gemeinsamen Interessen des jüdischen Volkes und der Araber Palästinas an dem Aufbau Palästinas nicht zerstört. Unser Wunsch ist es, in Frieden und Zusammenarbeit mit den Arabern zu leben, dem Grundsatz gemäß, daß weder Juden noch Araber herrschen oder beherrscht sein sollen. Großbritannien hat das Mandat über Palästina angenommen, und die im Völkerbund vereinigten Regierungen der Welt sowie die Vereinigten Staaten von Amerika erteilten England diesen Auftrag in Anerkennung der historischen Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina und seines Rechtes, sein Natioii.ilheim dort wieder zu errichten. Eine S 11 s p e n d i e r u 11 g d es j ü d i s c h e 11 R echt s, nach P a i ä s t i!1 a e n t s p r e c 11 c 11 d der A u f 11 a 11 m c - fähifkeit des Landes einz 11 wandern, wie es von den aufeinanderfolgenden Regierungen niedergelegt wurde, Hassan. (Mittleres Reich, um 1900 vor unserer Zeitrechnung.) Man hat dieses Bild früher als eine Darstellung der Söhne Jakobs aufgefaßt. Es erhält einen besonderen Sinn durch die anschließende Reihe von Männern und Frauen einer modernen Alijah. Der eine Wandcrzii״ geht in den anderen über. So wird Geschichte verlebendigt. Es ist unmöglich zu schildern, was in der palästinensischen Abteilung aus dem Betäligungsgebiet des Radio, der Musi k, des F i i m s, des Theaters und der Presse alles gezeigt wird. Den stärksten Eindruck empfängt man zweifellos von der palästinensischen A rchitektur, von den Schulen, Siedlungsanlagen, Verxvaltuiigsbauten, die in zahlreichen gut ausgefiihrteii Modellen vorgeführt werden. Fs wäre an der Zeit, die Leistung unserer in Palästina arbeitenden Architekten zusammenhängend m würdigen. Wir nennen hier nur einige Namen, wie Erich!Mendelssohn, Neufeid, Schiff mann, Carl Rubin, deren Baulösungen unsere Aufmerksarnkeit in der Ausstellung fesseln. Wie viele mögen hier noch fehlen. Von besonderer Eigenart erweist sich der Freilichlkon/ertraiim in Petach Tikrah, dessen Modell wir betrachten können. In der Abteilung, die uns ein Bild vom Aufbau des jüdischen Gemeinwesens vermitteln soll, fällt uns vor allem eine genaue Nachbildung des Amtshauscs der Jewish Agency ins Auge, die Darstellung der Entstehung der Kulturinstitutionell in Palästina und das Schaustück ״Religiöses Leben in Palästina“ mit der Hag ad ah von Giwat Brenner. Wir streifen die Bühnenbilder der Habimah, des Ohe!, des Matate, wir werfen einen Bück auf die Porträts der Redakteure hebräischer Zeitungen in Palästina von 1SS1 bis 1914 und der Redakteure von heute. Wir mustern Plakate, derer sich die neimifstrcbende Industrie und der Handel bedienen und stellen fest, daß sich der Geschmack gehoben hat. Wir konstatieren die rasche Fntwicklung des jüdischen Museums in Tel-Awiw, das Wachstum der Städte, die Verbreitung des Wirkungskreises der iluchvcrlagc. Der 2. Stock des Hauses ist dem hebräischen Schulwesen in Palästina, der LJ n i - versität, der zeitgenössischen Jicbräischen Literatur und dem Verlags- und D r u c k w e s e n gewidmet. Die abwechslungsreiche Darstellung des Schulwesens gibt Aufschluß über Geschichte und Entwicklung des Kindergartens, der Volksschule, der religiösen Schulen, der Landschulen, der technischen und Fachschulen und des Fürsorgewesens. Statistiken wechseln mit photographischen Darstellungen und Modellen, von denen besonders die Schulsiedlung von Mischmar Haemek und das Schauobjekt über die Entwicklung der Schulen Tel-Awiws hervorgehoben sein sollen. Die Abteil»!»? Universität gibt ein lückenloses Bild über den Aufbau, die Anlage und ihre Geschichte. würde das Mandat gefährden und eine grausame Ungerecht!gkeit gegenüber der Judenheit in einer Zeit darsfellen, da der Kelch jüdischen Martyriums bereits überfließt. Die Tragödie des jüdischen Volkes ■übersteigt alles menschliche Leid. Die Welt kann dem nicht gleichgültig Zusehen, noch die Verantwortung für sein Schicksal von sich weisen. Wir körnten nicht lauben, daß die Regierung Sr. Majestät eine Verleugnung er den Juden gegebenen Versprechungen erwägen könnte. Wir appellieren an das Gewissen Englands, keinen Verrat an den Hoffnungen des jüdischem Volkes auf sein Nationalheim zu begehen.“ Nach der Berichterstattung über das ordentliche Budget der Exekutive legte Lady Reading dem Adrninistrative Committee folgende Resolution vor, die ein* stimmig angenommen wurde: ״Das Administrative Committee der Jewish Agency fordert die Exekutive der Jewish Agency auf und ermächtigt sie, als Antwort des jüdischen Volkes auf die ihm durch das Mandat gewährleisteten Rechte eine besondere Kampagne — ״Miphai Bizaron vve-Bitachon“ (Festigung und Sicherung) — zu organisieren zum Zwecke der Finanzierung aller Sicherungsmaßnahmen, der Milderung der dem Jischuw Erez Israels zugefügten Schäden und der Stärkung und Erweiterung der jüdischen wirtschaftlichen Position in Ercz Israel. Das Administrative Committee der Jewish Agency proklamiert als Notmaßnahme für die nächsten zwei Mbnate die Priorität des ״Miphal Bizaron we-Bitachon“ gegenüber allen regulären Palästinasammlungen und den Aus- Schluß aller Sonder-Drives und Sammlungen in diesem!Zeitraum. Das Administrative Committee nimmt zur Kenntnis, daß der Keren Hajessod seine Organisation für diese Kampagne zur Verfügung gestellt hat.“ Die Council-Tag’ung‘ der Wizo Vom 25. bis 28. August fand, wie bereits berichtet, in Zürich die alle zwei Jahre stattfindende Council -T agung der Wizo statt. Von den angeschlossenen 44 Ländern waren etwa die Hälfte vertreten. Nach einigen grundlegenden Referaten über die zukünftige Arbeit durch Mitglieder der Exekutive — die Damen Goodman, Samuel, Sieff, Dr. Weizmann -- wurden die wichtigsten Arbeitsprobleme in den drei Ko mm iss ioneu: 1. Erez Israel-, 2. Ga lut 11-, 3. Finanzkommission durchberaten. Es wurde mitgeteilt, daß die Jewish Agency sich erstmalig -- und künftig laufend — mit einer Subvention von C 450 an dem Budget der drei kleinen Lchrfarmen beteiligt. Es darf dies als Anerkennung der Jewish Agency für die Leistungen der Wizo auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Erziehung der Frau betrachtet werden. Ferner ist unter anderen Resolutionen der Tagung hervorzuheben: 1. die Resolution, einen Antrag an die Jewish Agency gemeinsam von Wizo und Moazath Hapoaloth zu richten, ein gesondertes Departement für alle Fragen der Frauenarbeit und ihre Eingliederung in das zionistische Aufbauwerk zu schaffen; 2. ein Antrag an die PWE. -- im Einvernehmen mit der Misrachi-Fraiienorganisation —, für jene Mädchen, die eine traditionelle religiöse Atmosphäre;für •ihr Leben und ihre Arbeit verlangen, die entsprechenden Mob• kehrungeii zu treffen; 3. die Errichtung eines Ressorts •üfor Tozeretli fiaarez an der Palästina-Exekutive (zur erhöh**« Propaganda auch in allen Wizo-Föderationen). Im Verfolg eines Situationsberichtes von E. Kaplan wurde eine Resolution angenommen, in der u. a. die Teilnahme an jeder besonderen Aktion, die die Jewish Agency beschließt, zugesichert* wird. Ein besonderer Drive zur Aufbringung erhöhter Mittel für das Wizo-Werk — mit seinem durch die Situation erweiterten Aufgabenkreis — wurde beschlossen. Mrs. Sieff teilte mit, daß sic - und ihre Schwester — die Summe von L 15 000 für den Neubau des großen Säuglingsheims der Wizo gespendet haben. Das Säuglingsheim (für 100 Säuglinge) — bisher im rein arabischen Viertel Jerusalems gelegen — ist, wie bekannt, während der Unruhen besonders in Mitleidenschaft gezogen worden. Da es Raumgründe nicht erlaubten, das Literaturschaffen Palästinas und die palästinensischen Verlage ihrer Bedeutung entsprechend darzustellen, mußte mit viel Fingerspitzengefühl eine Auswahl getroffen werden, die uns gelungen erscheint. T s c h e r n i c 11 o w s k i ist in dieser Abteilung ein besonderer Platz eingeräiimt worden. Dieser Sektor der Ausstellung zeigt auch das beträchtliche Niveau des palästinensischen Druckwesens. Die Wandelhalle des Oberstocks zeigt uns die Festgestaltung Palästinas, dargestellt an zwei besonders reizvollen Modellen vom Purimfestzug in Tel-Awiw und Chauukkah und durch eine Reihe künstlerischer Photos von den übrigen Fest(». Bialik-Gedenken Und nun, der Gesichte voll, wendet man sich der Schmahvaiid im oberen Saal zu, die B i a I i k gewidmet ist. Eine Maske gibt es da von ihm, still, in sieh gekehrt scheint er zu lächeln. Wir erinnern uns an die Bialikbüste der Ghana Orlow, die, sehr stilisiert, doch jenen visionär entrückten und entfesselten Blick festzuhalten vermochte, den man beim Redner Bialik zuweilen beobachten konnte. Ich weiß nicht, was man in Palästina von diesem Bildnis Bialiks hält. Die Ausstellung nimmt keine Notiz davon, aber sie zeigt uns in einer photographischen Wiedergabe Pasternaks ausgezeichnete Studie: Bialik mit Frischmann in Moskau, und in einer Reihe Federzeichnungen von Nachum Guttmann, Bialik und Rawnitzki, Biaiik und Acliad Haatn, Bialik und Schmarja Levin. Wie künstlerisch anspruchslos diese Zeichnungen auch sind, geben sie manches von Bialiks Haltung, seinem leidenschaftlichen Gehärdenspie! wieder. Eine Zeichnung zeigt das Ohel Schern in Tel-Awiw■, die Stätte des Oncg Schabbat, der Schabbatfreude, die Biaiiks Werk ist. Besonders hübsch ist aber der Scherenschnitt zu einem Lied Bialiks. Ein gelber Vogel sitzt auf einem braunen Blütcnstcngcl. Grüne und blaue Tupfen deuten die Blätter und die Blüten an, ein rührendes kleines Kunstwerk von Kinderhand, und man kann sich denken, welche Freude Bialik daran gehabt hätte, er, der Kinder so sehr liebte. Rahel IWischnitzer-Bernstein (Bilder von der Ausstellung Seite 6) Hauptschrifdeiter: Dr. Robert W e 115 c h, Berlin Charlottenburg 0 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Lo twenstein. Berlin VV 15 Anzcigenlcitcr und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom l. April 1938. Verlag und Anzeigenvti walrung: füdisrhe Rundschau. Berlin W 15. Meinekestr. UX D.-A. August 35X82. — Druck: Siegfried Srholem, Berlin-Schöneberg.