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Jüdische Rundschau · 1936-09-04 · Heft 71 (4.9.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 71 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 71, 4. IX. 1936 Das Manifest des A.-C. Das von der Züricher A.-C.-Sitzung beschlossene Manifest, über das wir bereits in unserer vorigen Ausgabe berichteten, hat folgenden Wortlaut: Gegen Kapitulation vor dem Terror ״Time■“ gegen eine Emwanderangasperre Der Leitartikel der ״Times“ vom 1. September ist der Betrachtung der gegenwärtigen Situation in Palästina gcwidmet. Ls wird darin einleitend aut die Vernüttlungsaktion des irakischen Außenmini'ters und die sich daran anschließenden Verhandlungen in Palästina mit den Arabern hingewiesen und dann gesagt, dali nach langer Diskussion zwischen den Extremen und den Gemäßigten im Obersten arabischen Komitee eine Formel Nuri Paschas angenommen worden sei, die ein Versprechen von arabischer Seite darstellcn soll, die Extremen aufzufordern, die Unruhen einzu-steilen, sowie seitens der P a I a s t i n a - R e g i e r u n g eine Zusage, daß die jüdische Einwanderung wahrend des Besuches der Kgl, Kommission in Palästina gestoppt werden soll und daß gewisse Kategorien politischer Verbrecher unter Amnestie gestellt werden wurden. Der Streik werde jedoch fortgeführt werden: es ist keine Aussicht, daß die Rebellen ihre Waffen ausliefern werden, und gemäß den Ratschlägen aus Jerusalem erwarten die arabischen Führer, daß ihnen das Behalten der Waffen zur Benutzung bei der nächsten günstigen (telegenheit erlaubt werden wird. Nichtsdestoweniger erwarten sie, daß die nächste Kabinettssitzung Kon Zession er» für sie bringen wird. Insoweit haben diese Friedensgespräche keine wesentliche Verminderung in der Zahl der politischen Verbrechen erreicht. In England, so fährt der Aufsatz fort, wird Nuri Paschas ungewöhnliche Mission m j t g e ni i s c h t e n (i «fühlen hetrachtet. Natürlich kann sieh niemand einem Versuche widersetzen, eine vernünftige Regelung des Palästina-Problems zu finden. Aller es ist ganz klar, daß Nuri Pa-chas inoffizielle Vermittlung, obgleich sie im Kinvcr-tnndnis mit den Behörden unternommen wurde, die britisHic Regierung nicht bindet u n d n 1 c h t h 1 n d 1׳ n k ,!!1!!, und auch mehl die Mandats- Verwaltung zu irgendeiner Annahme der vurgesehlagenen Bedingimgen verpflichtet, beme Formel scheint nicht berechnet, dem I and den Frieden zu bringen, selbst wenn die britische Regierung und die Juden ihn;111 neh 1 ncti wurden, und wenn die araiiiMdieu Lxtreimn bereit waren, auf den gemäßigten Führer zu hören, was völlig unwahrscheinlich ist. Auf lange Sicht wird die beste Lösung des jüdisch-arabischen Konflikts in Palästina in einem direkten Abkommen zwisehen den beiden gleichberechtigten Gemeinschaften gefundert werden, die unter den gleichen Bedingungen und derselben politischen Sicherheit ~ unter der unparteiischen Aegide der Mandatarmaclit leben. Wie immer das gegenwartige und /ukunttige numerische Verhältnis zwischen ihnen sein ward, es kann keine Rede von jüdischer Herrschaft über die Araber oder arabischer Herrschaft über die Juden sein, f>as Blatt verweist m diesem Zusammenhang auf den Brief von Israel S i e f f (s. ״J, R.“ \r. 70) und den Briet von Lord Wiiif er ton (an anderer Stelle dieser Nummer wiedergegeben), die beide die Notwendigkeit einer gemeinsamen Annäiierung zwischen Juden und Arabern zu einer direkten Beilegung ihrer Differenzen vertreten. .Aber das Problem, vor das die englische Regierung und palästinensische Verwaltung jetzt gestellt sind, ist völlig anderer Art. Sie stehen einer Herausforderung gegenüber, die die Form organi- *ierter Gewalt angenommen hat, unbeschränkt in ihren Zielen und Methoden und mit weiterreichenden Zielen als die Beschränkung der jüdischen Einwanderung und die Verhinderung des Landverkaufs an Juden. Vor dieser Herausforderung können sie nicht kapitulieren, ohne den Geist des Mandats zu verletzen und die extremen Elemente zu ermutigen, ihre Unruhen fortzusetzen mit dem Ziele, neue Konzessionen zu erpressen. Die Kritik an einer Eiicdensformel, die auf nicht mehr hinauszulaiifen scheint als auf ein Versprechen, daß das Oberste arabische Komitee die Rebellen ״einladen“ wird, mit dem Schieben anf/uhüren, wem! die Regierung ihnen alles gibt, was sie wünschen, bedeute noch nicht, daß die Araber keine berechtigten!k-schuerden haben oder «laß Palästina seit 1020 mit unveränderlicher Ruhe, Zähigkeit und Voraussicht regier! worden ist. E i n i g e K o n z e s s i 0 11 c 11 an die arnbisehen f onleruncti n sind notwendig, 11ml hier liegt eine Rechtfertigung für die N o t w e!1 d i g k e i t ein e r R e f o r m der Verwaltung, «he sich in mancher Beziehung als schwach erwies« n hat und in mancher anderen Hinsicht als wenig voran-schauen■!, f mlgc dir Schwierigkeiten sind ihr durch die unbestimmte Politik Londons entstanden; andere durch die so verschieden zu interpretierenden Bestimmungen der Balfour-f )eklaratioii und des Mandats. Aber es besteht eine dringende Note« emhgkcit einer festeren Regier u n g s k o n troll«11 ׳ b 1׳ r d i e E i 11 w :1 11 d e r u 11 g u n d ü her d i 1׳ Stell e ti, «1 i e B e s c h e i 11 i g u n g e n ausstellen, d ו IS d 1 e j u d i s c 11 e n Ei 11 w n n 1.1 e rer, die nicht mit A r 11 e 11 c r z e r t i f i k a t ein w ander n, ein gewisse •s K .1 p 1 t a 1 m 1 11 1 in u 111 besitze 11. lein Programm für die I blie und Forderung der arabischen Landwirtschaft ist m hon lange ulu rfullig. Die Strafbc#1immu[1:fr11 fnr unerkiubten Besitz oder Verkauf von Waffen und f'\j'ik 1 sv-!!d'feii scheniui ve: ■wh.irtt werden zu müssen. Fs ist auch viel für die Idee einei Teilung Palästinas i n a n h i sei! 11 11 d j 11 U 1 s c h e (t e biete z u s;1 g e n, in dc-nen der B״denverka11f an Niehtaraber bz.w. Nichtjuden gcsctzlich verluden sein wurde. Obgleich cs viele Argumente gegen einen solchen Vorschlag gibt, wuh.Il■ er das große Verdienst haben, den arabischen Bauer von seiner äugen- Wirklichen I urchf zu befreien, daß er eines Tages durch den Einfluß der Juden verdrängt werden konnte. Doch werden die arabischen Beschwerden von der Kgl. Kommission studiert werden. Sie rechtfertigen aller keinesfalls eine grundsätz.- liehe Aufhebung der jüdischen Einwanderung nach Pallstina, von deren Fortdauer die ganze Konzeption des Nationafhelms abhängt. Präzedenzfälle werden für eine Reduktion der Einwandererzahl auf eine rein nominelle und willkürliche Ziffer für eine bestimmte Periode heraugez-ogen. Die Führer des Zionismus, die eine beimrkenswerte Kontrolle über ihre Gemeinschaft ausgeübt haben, haben natürlich und in nachdrücklicher Form sich einem Vorschlag widersetzt, der ihnen /!!mutet, die Ge- Walt gtitziihcißen, die sie erlitten haben. Dieses Opfer kann den Juden nicht zu ״••mutet werden, bis die Regierung es klargestdlt hat, daß die geplante Untersuchung nicht nur das Mandat nicht berühren kann, sondern daß auch die j ü - dischc Ei 11 w a 11 d e r u 11 g unerläßlich zu seiner Erfüllung ist. Die Regierung hat das Prinzip akzeptiert, daß die Juden, die die notwendigen Voraussetzungen besitzen, ein Recht zur Ansicdlung in Palästina haben, nur mit der Einschränkung «]er Aufnahmefähigkeit des Landes, die natürlich nicht von Jahr zu Jahr konstant bleiben kann. Das starke Hereinströmen jüdischen Kapitals nach Palästina während der letzten ein mler zwei Jahre hat die verstärkte jüdische Einwanderung ermöglicht. Es ist jedenfalls unwahrscheinlich, daß sic ins Unendliche anhalten kann. Aber zwei Dinge sind zu bedenken: 1. daß es eine Maßnähme ist, die aus der Lage der Juden resultiert;_ britische Entschlossenheit und Zuverlässigkeit unterliegen jetzt dem Urteil des Orients. 2. ist zu berücksichtigen, daß die Araher mit den Juden zusammen an der Ausweitung von Handel und Ansiedlung teilgehabt haben und daß die arabische Einwanderung mit der jüdischen gestiegen ist« ״Das Zionistische Aktions-Comite, welches in einer Zeit schwerer Gefahren für das Jüdische Nationale Heim in Palästina Zusammentritt, erklärt als die erwählte Rcpräsentanz der Zionistischen Weltorganisation folgendes: Seit mehr als vier Monaten herrscht in Palästina ein wilder Terror, verursacht durch gewisse Elemente der arabischen Bevölkerung und gerichtet gegen die friedlichen Bürger des Landes. Seit über vier Monaten sind die jüdischen Siedler, deren ganze Kraft aufbauender Arbeit gilt, brutalen Gewalttaten ausgesetzt. Weder Leben noch Eigentum ist sicher. Kinder sind beim Spiel ermordet, Frauen bei ihrer Arbeit niedergeschossen worden. Brandstiftung und Mord sind tägliche Erscheinungen. Nicht nur die Juden sind diesem Terror ausgesetzt. Viele Araber, die friedlich ihrer Arbeit inmitten eines aufblühenden Landes nachgehen wollen, sind gezwungen, am arabischen Streik teilzunehmen, finanzielle Hilfe den Terroristen zu gewähren und sogar an ihren verbrecherischen Tatet! sich zu beteiligen. Lediglieh der entschlossene Wille der jüdischen Einwohner, sich weder durch Bluttaten noch durch die Zerstörung der in harter Arbeit erzielten Früchte jahrelanger Anstrengung einscliüchtern zu lassen, hat den vollständigen Zusammenbruch des normalen Lebens des Landes verhindert. Der Terror richtet sich ebenso gegen Großbritan- ת i c n wie gegen das Jüdische Nationale Hei tn. Das Ziel der Terroristen ist, die Regierung zu zwingen, die jiidische Einwanderung cin/ustcllcn, alles z.u vernichten, was fünfzig Jahre jüdischer schöpferischer Arbeit in Palästina geschaffen hat, die Fortsetzung der jüdischen Aufbauarbeit unmöglich zu machen und Großbritannien zu zwingen, seine Versprechungen zu brechen, die es dem jüdischen Volke gegeben hat, und die jüdischen Rechte in bezug auf Palästina zu annullieren, die durch das Mandat anerkannt worden sind. Die Juden Palästinas haben dieser fortdauernden Provokation mit heroischer Selbstbeherrschung standgehalten und haben jeden Akt der Vergeltung vermieden. Sie haben alles getan, was in ihrer Macht lag, utn das Funkfionieren der öffentlichen Dienste zu ermöglichen. Sie haben geholfen, die Verkehrswege fiei/uhalten; der Hafen von Haifa und die wichtigsten Chausseen sind benutzbar trotz Bomben und Gewehrkugeln. Sie haben dafür gesorgt, daß trotz des arabischen Streiks und der arabischen Gewalttaten das ökonomische [.eben in Palästina seinen Gang nimmt. Aber wir müssen vor aller ()Öffentlichkeit erklären, daß die palästinensische Verwaltung nicht imstande war, die Ruhe und Sicherheit im Lande zu gewährleisten, und daß sie durch ihre Unentschiedenheit, ihr Zögern und ihre Schwäche die Terroristen zu dem Glauben ermächtigt hat, daß tortgesetzte Gewalttaten ihren Erfolg sichern werden. Das Blut vieler Engländer, Juden und Araber hätte nicht vergossen werden müssen, wenn die Verwaltung rechtzeitig und entschlossen gehandelt hätte. Die britischen Militärkräfte haben tapfer versucht, die Ordnung wiederherzustellen. Viele Soldaten und Polizisten haben ihr Leben eingebüßt in der Verteidigung von Recht und Ordnung. Die Juden Palästinas und der Welt werden der mutigen englischen Offiziere und Soldaten gedenken, die in diesen Tagen gefallen sind. Aber die Juden fordern für sich das Recht aller Völker, die barbarischen Angriffen ausgesetzt sind; das Recht «1er Selbstverteidigung. Dieses elcmentare Recht wurde ihnen anfangs durch «Jie Verwaltung verweigert und erst später zögernd und verspätet durch die Einstellung der jüdischen Hilfspolizei gewährt. Der High Commissioner in Palästina und der Staatssekretär für die Kolonien haben die hohe sittliche Bedeutung der Disziplin, der Selbstbeherrschung und des Oemeinsinns anerkannt, die die Juden Palästinas inmitten dieser Situation entwickelt haben. Sie haben wiederholt erklärt, daß die englische Regierung sielt von ihrer Politik weder durch Gewalt noch Einschüchtcrungsversuche ab bringen lassen wird. Aber trotz dieser feierlichen Versicherungen wurden Verhandlungen geführt mit den gleichen arabischen Führern, die für die jetzige Lage in Palästina verantwortlich sind, und jetzt droht die Gefahr, daß die terroristischen Gewalttaten ihre Belohnung finden durch die Suspendierung der jüdischen Einwanderung und durch die Erschütterung der Politik Großbritanniens in bezug auf das Jüdische Nationale Heim. Wir erklären, daß die palästinensische Regierung, indem sie verbrecherische Gewalttat als politisches Argument hinnimmt und erlaubt, daß öffentliche Ordnung und Sicherheit und die fundamentalen Rechte des jüdischen Volkes auf Grund des Mandats zu Tauschobjekten werden, die Autorität der Mandatarmacht in Palästina untergraben hat. Die Kapitulation vor Verbrechen, ebenso wie die offene Sympathie, die viele arabische Beamte der Verwaltung gegenüber den terroristischen Zielen bekundet haben, haben das Vertrauen des jüdischen Volkes In die palästinensische Regierung auf das schwerste erschüttert. Das Palästina-Mandat legt der Mandatarmacht die Vernfiiclitung auf, die Errichtung des Jüdischen Nationalen Heimes zu erleichtern in Uebereinstimmung mit der Balfour-Deklaration. Vierhunderttausend Juden haben Palästina zu ihrer Heimat gemacht. Das jüdische Volk bat außerordentliche Energien und finanzielle Mittel aus allen Teilen der Welt mobilisiert, um Palästina wieder aufzubanen. Zu einer Zeit, da ■die Juden in vielen Ländern physischer und moralischer Verfolgung ausgesetzt sind, da sie Dcmütigütigen und ökonomische Vernichtung erleiden, erblickt das Jüdische Volk seine Erlösung in der Rückkefir nach Palästina, dem Gelobten Land der Bibel und der Propheten, dem Land, mit dem das jüdische Volk seit viertausend Jahren seine Hoffnungen und Gebete verknüpft^ hat, dem Land, das es nie vergessen hat, und dem die Sehnsucht seines langen Exils ztigcvvendet blieb. Nach fünfzehn Jahrhunderten des Verfalls hat Palästina als Folge des jüdischen Aufbauwerks eine ökonomische und kulturelle Regeneration erlebt, deren Resultäte ebenso den Juden wie den Arabern zugute kommen. Die Juden sind nicht die Feinde der Araber. Selbst diese Monate des Terrors haben nicht die Bande gemeinsamer Abstammung, vieler Jahrhunderte einer gemeinsamen Zivilisation und vor allem der gemeinsamen Lebensinteressen des jüdischen Volkes und der palästiiiensischen Araber am Aufbau Palästinas zerstören können. Da# jüdische Streben nach einem nationalen Leben In Palästina ist eng verbunden mH unserem Willen, in Fri«d«n und Kooperation mit den Arabern zu lebet« nach dem Grundsatz, daß weder Juden noch Araber herrschen oder beherrscht werden sollen. Großbritannien hat das Mandat für Palästina vor der gesamten Menschheit übernommen, und die Regierungen der Welt, vereinigt i!n Völkerbund, ebenso wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika, haben diesen Auftrag OroßbritMinien übertragen in Anerkennung der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mH Palästina und seines Rechtes, dort sein Nationales Heim wieder aalzubauea. Dem jüdischen Volke das Recht der Einwanderung nach Palästina 1m Rahmen der ökonomischen Absorptionskraft des Landes nehmen, würde die Fundamente des Mandats in Frage stellen und würde eine grausame Ungerechtigkeit gegenüber dem jüdischen Volke bedeuten zu einer Zeit, da der Becher jüdischen Märtyrertums übervoll ist. Die Tragödie des jüdischen Volkes hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Welt kann nicht mit Gleichgültigkeit dieser Tragödie zuselien; sie kann nicht ihre Verantwortung für das Schicksal von Millionen unschuldiger Männer und Frauen ablchnen. Das Recht des jüdischen Volkes auf sein Nationales Heim kann nicht verneint werden. Wir appellieren an das Gewissen Großbritanniens und der zivilisierten Menschheit, die Hoffnung des jüdischen Volkes aut sein Nationalheim nicht zu enttäuschen. Den Juden Palästinas sagen wir: Ihr habt in diesen schweren Monaten des Leidens unbegrenzte Kraft und Würde bewiesen, ihr habt tags gearbeitet und nachts gewacht. Ihr habt Gefahren getrotzt in den Feldern und!'(!anzungen, und auf den Straßen habt Ihr mit Tapferkeit die für das Land lebenswichtigen Verbindungen aufrechterhalten. ihr seid angesichts brutaler Provokationen unerschütterlieh geblieben. Ihr habt neue Leistungen vollbracht, an der Küste Tel-Awiws, in den Siedlungen, in der Selbstverteidigung und in anderen Sphären jüdischer Aktivität. Das jüdische Volk sieht in Euch seine Vorposten im Kampf urn die Verwirklichung seines nationalen Ideals, und es wird dem Beispiel innerer Sicherheit und schöpferischer Kraft folgen, das Ihr gegeben habt. Das jüdische Volk der ganzen Welt rufen wir auf, die Schwere der Stunde zu erkennen. Bei der Verwirklichung unserer nationalen Hoffnungen hängen wir mit Großbritannien und den Völkern der Welt zusammen; aber der entscheidende Faktor wird der jüdische Wille sein. Unsere Kraft liegt in dem sittlichen Wert unseres Ideals und in unserer Bereitschaft, uns ganz in seinen Dienst zu stellen. Mehr denn je tut jetzt jüdische Einheit not; mehr denn je sind jetzt die höchsten gemeinsamen Anstrendüngen und Opfer jedes Einzelnen unerläßlich. Wir f o raern die gesamte Judenheit zur Vcrteidigung unserer nationalen Rechte auf. Wir appel- Heren an das gesamte Judentum, alle zur Verfügung stehenden wirtschaftlich-finanziellen Kräfte z.u mobilisieren, um unsere Position in Palästina zu schützen und den weiteren Aufbau des Nationalen Heimes z.u sichern. Die Antwort des jüdischen Volkes auf diesen Aufruf wird den Erfolg unseres Kampfes in dieser schweren Stunde bestimmen. Aus jeder Krisis sind wir stärker hervorgegangen; mit größeren Möglichkeiten für den Fortschritt unseres Werkes. Auch aus dieser Krisis werden wir mit verstärkter Kraft zur Verwirklichung unseres nationalen Ideals hervorgehen. Gestärkt durch unseren Glauben an den endgültigen Sieg unserer Sache; überzeugt, daß unser Ideal auf Recht und Gerechtigkeit ruht; gefestigt durch den geeinten Willen des gesamten jüdischen Volkes und durch das Bewußtsein, daß die Fundamente unseres Nationalen Heims bewacht werden durch vierhunderttausend mutige Männer und Frauen, werden wir die Hoffnung auf die Wiedergeburt Israels im Land der Verheißung zur Erfüllung bringen.“ Beschlüsse des Aktions - Comites Proklamation des Hilfsfonds — Politische■ Comlte in Jerusalem Bei der Schluß-Sitzung des Akiions-Comites wurde eine von der Organisations-Kommission eingebrachte Resolution angenommen, wonach die Judenstaats- Partei als Sonderverband anerkannt wird. S. Schocken und Berl Katznelson wurden in das Direktorium des Keren Kajeineth wiedergewählt. Es wurde beschlossen, ein aus 21 Mitgliedern bestehendes ständiges Komitee zur politischen Beratung der Palästina-Exekutive einzusetzen. Dieses neue Komitee setzt sich wie folgt zusammen: Arbeiter-Partei 9; Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten 4; Misrachi 3; Weltverband Allgemeiner Zionisten 2 und Judenstaats-Partei 1 Vertreter; außerdem Ussischkin und ein Vertreter des Waad Leumi. Weiter ist, wie bereits gemeldet, ein au.ßerordentlieber Fonds ״Zur Sicherung und Festigung des Palästina-Aufbaus“ geschaffen worden. Die Sammlungen für diesen außerordentlichen Fonds sollen Anfang September beginnen und Ende Oktober abgeschlossen sein. Man erwartet, daß 300 000 £ aufgebracht werden können. Die durch die Sammlungen für den besonderen Aufbaufonds erwarteten Beträge sollen, wie das Aktions-Comitd bestimmt hat, für folgende Zwecke verwendet werden: 1. Für politische Arbeit und Sicherheit; 2. Zur Verstärkung der jüdischen Wirtschaft In Palästina; 3. Zur Verstärkung der jüdischen Kolonisation und Navigation (Schiffahrt, Hafenlusbau usw.); 4. Als Hilfe für die durch die Unruhen eingetretenen Schäden. Der angenommene Etat des Keren Hajessod für 1937 belauft sich auf 277 000 Pfund. Durch Sondereinnahmen soll diese Stimme auf 300 000 Pfund im Laufe des Jahres erhöht werden. 260 000 Pfund werden aus diesem Budget der Jevvish Agency zur Verfügung gestellt werden. Der Etat der Exekutive der J e w i s 11 Agency mit Ausgaben in Höhe von 327 00(! Pfund wird 82 000 Pfund für allgemeine Kolonisation, 20 000 Pfund für Erziehungsarbeit, 37 000 Pfund für Einwanderungszwecke, 34 000 Pfund für die Arhrttsabtcilung, 30 000 Pfund für die Ansiedlung von Juden aus Deutsch-!and und 12000 Pfund für die politische Arbeit vorsehen. —MAGISTER KIRSCH—ו Der gute Likör Maglstar-LikÖrfabrik, München VII Hauptschriftleiter•. Dr. Robert VV e 11 s c h, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenitein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwort• lieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Kinn, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1. April 1939. Verlag und An-!eigen Verwaltung! Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. W D.-A. August 35182. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg■

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