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Jüdische Rundschau · 1936-09-01 · Heft 70 (1.9.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 70 (1.9.1936)
Date
1936-09-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 70, 1. IX, 1936 iODISCHE RUNDSCHAO Seife 3 Verhandlungen In London und Jerusalem Kabinettssitzung in London Der politische Korrespondent des ״Evening Standard“ ist in der Lage, mitzuteilen, daß für Mittwoch, den 2. September, eine Sitzung des englischen Kabin e 11 s einberufen worden ist, in der die P a I S s t i n a- Frage erörtert werden soll. In dieser Sitzung, schreibt der Korrespondent des ״Evening Standard“, werden Beschlüsse über die Maßnahmen gefaßt werden, die im Hinblick darauf, daß die Situation zu einem toten Punkt geführt zu haben scheine, erforderlich sind. Die Araber nehmen an? Jerusalem, 30. August. (JTA.) Das Oberste arabische Komitee hat am Sonntag Beschlüsse gefaßt, die zu einer vollkommenen Aenderung der Lage in Palästina führen können. Die VermittlungsvorschTäge des irakisehen Außenministers Nur! Pascha wurden von dem Komitee angenommen. Nuri Pascha wurde bevollmächtigt, auf der Grundlage der von ihm gemachten Vorschläge In schriftliche Verhandlungen mit der englischen Regierung einzutreten. Gleicnzeitig wurde beschlossen, den Streik mit aller Entschlossenheit so lange f o r t z u f li h r e n, bis diese V'erhandlungen ein befriedigendes Ergebnis gebracht haben werden. Außenminister Nuri Pascha hat sich am Sonntag über Alexandrien nach Istanbul begeben und will in etwa 14 Tagen nach Palästina zurückkehren. Von den arabischen Terroristen wurde das Oberste arabische Komitee verständigt, daß sie ihre Aktionen nicht im mindesten abschwächen werden, solange die arabischen Forderungen nicht erfüllt sind. Am Sonnabend gab der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Chaldi, zu Ehren des irakischen Außenministers Nuri Pascha einen Tee. An dem Empfang nahmen die Mitglieder der aus London /urückgckchrten arabischen Delegation und eine Reihe hervorragender arabischer Persönlichkeiten teil. Nuri Pascha, der am Freitag eine längere Unterredung mit High Commissioner Sir Arthur Wauchope und danach Besprechungen mit arabischen Führern gehabt hat, gab bekannt, daß die Regierung bisher noch keinen der arabischen Vorschläge angenommen hat. Die Regierung stelle auf dem Standpunkt, für den Fall, daß die Araber die Kgl. Kommission und die Notwendigkeit ihrer Arbeit anerkennen, die Versicherung genügen müsse, daß die Beschlüsse dieser Kommission verpflichtend sein werden. * Ueber die vorhergehenden Besprechungen wird gemeldet: Der Außenminister des Irak, Nuri Pascha cs .Said, ist aus Transjordanien nach Jerusalem zurückgekehrt. Unmittelbar nach seiner Ankunft wurden die Verhandlungen und Besprechungen über die Möglichkeit der Einstellung des arabischen Streiks und Terrors mit verstärkter Intensität aufgenommen. Nach einem Dinner bei High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat Nuri Pascha am Donnerstag Abend in der Wohnung des Generalsekretärs des Streikkoniitecs, Auni B e y Abdul H a 11 i eine vertrauliche Unterredung mit dem Großmufti Km in el Hussein!, dem Führer der Arabischen Verteidigungspartei, Ragheb lfey Nnshashibi, und dem Leiter der Arabischen Bank in Jerusalem, Achmed H i 1 m i Pascha, abgehaltcn. Der irakische Außenminister soll hierbei den arabischen Führern die vom High Commissioner angebotenen letzten und äußersten Zugeständnisse vorgelegt haben. Danach müßten Streik und Gewalttaten 14 T a g c, bevor die jüdische Einwanderung suspendiert wird, a u f 11 5 r e n. Auch individuelle Amnestie für die in den Konzentrationslagern gefangen gehaltenen arabischen Agitatoren wird zugosngt. Demgegenüber bestehen die arabischen Führer Palästinas fest auf Erlassung einer allgemeinen Amnestie und der unter schriftlicher Garantie der arabischen Herrscher gegebenen Zusage, daß die jüdische Einwanderung eingestellt werden wird. Von zuverlässiger Seite wird erklärt, daß Nuri Pascha den arabischen Führern zu verstehen gegeben habe, die Regierung werde die arabischen Forderungen einschließlich der Einstelbing der jüdischen Einwanderung wohlwollend erwägen, sobald Ruhe und Ordnung wiederhcrgestelll sind. Die N a s h a s 11 i b i - Gruppe, die für Annahme der Vorschlüge Nuri Paschas ist, soll nicht sehr hoffnungsfreudig gestimmt sein. Fs hat den Anschein, als oh die Anhänger des Mufti einerseits zur Annahme der Vorschläge neigen, andererseils aber der Auffassung sind, daß ein Hinziehen der Verhandlungen sowie eine Verlängerung von Streik und Terror geeignet sind, die Regierung zu weiteren Konzessionen und definitiven Zugeständnissen zu bewegen. Das Oberste arabische Komitee hat von den lokalen Streikkomitees in Jeni״, Tuikaretn, Beisan und anderen Orten Telegramme empfangen mit der Warnung, in den grund- Eine zionistische Proklamation in USA. New York, 28. August. (Palcor.) Die Zionistische Organisation von Amerika hat eine vom amtierenden Präsidenten, Mr. William Lewis, Unterzeichnete Dar- Stellung der Lage in Palästina veröffentlicht, die von der amerikanischen Presse in großen Auszügen zitiert wird. Nach einer Zusammenfassung der Geschehnisse in Palästina seit dem 10. April wird festgesteilt, daß diese Ereignisse die Aufmerksamkeit der Welt nicht nur auf die barbarischen Verbrechen und Untaten, denen die Juden Palästinas ausgesetzt sind, gelenkt haben, sondern auch auf die grundlegende Bedeutung, die den jüdischen Bestrebungen nach Schaffung eines Nationalheims zukommt. Nicht nur die in Palästina bereits ansässigen 400000 Juden, nicht iiur die übrigen 16 Millionen, die die Schaffung eines Zufluchts- Hafens für die Massen des jüdischen Volkes als Lebensnotwendigkeit betrachten, werden von den Ereignissen in Palästina aufs tiefste getroffen, sondern auch die gesamte zivilisierte Welt, deren Gesetz und Moral mit der Zukunft Palästinas eng verknüpft sind. Das Interesse der Welt bezieht sich nicht nur auf die Zukunft Palästinas, sondern auch auf das jüdische l'roblc m, dessen Lösung in vielen europäischen Ländern dringende Notwendigkeit ist. Nach einer Darstellung der historischen Hintergründe des modernen Zionismus und der Ursprünge der Balfour-Deklaration, deren Bestimmungen von der amerikanischen Regierung voll anerkannt werden, wird besonders auf die Verantwortiiehkeit des Völkerbundes für die Erfüllung der Bestimmungen über das Nationalheim hingewiesen. legenden Fragen, um die der arabische Kampf geht, keine Konzessionen zu machen. Außerdem hat eine Gruppe von Jugendführerii begonnen, Unterschriften für ein Memoranduni zu sammeln, in welchem der Boykott der Royal Commission gefordert wird. Man nimmt an, daß diese Gruppe, die einen beträchtlichen Einfluß auf die Beratungen des Obersten arabischen Komitees ausübt, die Terroristen des ganzen Landes repräsentiert. Nach einer Meldung in der arabischen Zeitung ״Jamia el Islamia“ sollen die Terroristen beschlossen haben, eine Konferenz ihrer Führer einzuberufen, um über die im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen in Zukunft eirmischlagende Taktik zu beraten. Ueber den Ort der Zusammenkunft ist noch nichts bekannt. Nach einer Meldung in der arabischen Zeitung ״Ai Liwaa“ ist Fuad Hamza, König I bn Sauds Außen m i - n i s t e r, von diesem aus Karlsbad nach Jerusalem berufen worden. Nach einer Meldung von ״AI Liwaa“ haben 1200 arabische Juniorcn-Beamtc der Regierung in einem Memorandum an den High Commmissioner die dauernde Sperrung der Einwanderung gefordert, London, 27. August. (JTA.) Die Meldungen aus Jerusaletn über eine voraussichtlich baldige Rückkehr friedlicher Verhältnisse durch Abbruch des Araberstreiks haben am Donnerstag zu einer Kurssteigerung palästinensisehcr Werte an der Londoner Börse geführt. s. Warschau, 28. August Gestern fanden im ganzen Lande von sämtlichen zionistischen Parteien, jüdischen Gemeinden, professionellen Verbänden und Wirtschaftsorganisationen einberufene Protestkund gehungen gegen die Terrorakte in Palästina und die drohende A I i j a h s p c r r e statt. Das gesamte polnische Judentum vereinigte sich in dieser grandiosen Manifestation, die überall einen überaus würdigen und eindrucksvollen Verlauf nahm. Besonders imposant war die Protestversammlung in Warschau. Auf dem großen Hofe der jüdischen Gemeinde, beim Schein von Riesenreflektoren, versammelten sich über 15 000 Juden aus allen Ständen (eine große Menge staute sicli vor dem Gemeindehaus, ohne mehr Einlaß zu finden); nachdem mehrere Redner die gegen«׳,artige Lage in Palästina und die drohenden Gefahren geschildert hatten, wurden einstimmig Resolutionen gefaßt, in denen der Empörung über die Haltung der englisehen Administration in Palästina, dem Protest gegen den arabischen Terror Ausdruck gegeben wurde. Der Exekutive der Jewish Agency wurde unbedingtes Vertrauen ausgesprachen und der einheitliche Wille der polnischen Judenheit kundgetan, unermüdlich weiter für den Aufbau Erez Israels zu arbeiten. In den nächsten Tagen begibt sich eine rep rasent a t i v c Delegation der polnischen Judenheit zum englischen Botschafter in Warschau, um ihm die Beschlüsse zu überreichen. Protesttelegrarnme sandte man aus allen Teilen des Landes an das Kolonienministerium in London. Alle Teile der polnischen Judenheit stehen unter dem Eindruck der Lage in Palästina. Man ist tief erschüttert und besorgt insbesondere wegen der drohenden Alijalispcrre. Sollte diese in Kraft treten, dann bedeutet es einen äußerst harten Schlag für die polnischen Juden, deren Emigrationsdrang nach Palästina der stärkste ist. Die Situation der jüdisehen Massen in Polen hat sich in den letzten Monaten nicht gebessert. Tagtäglich notiert man Ueberfälle und Exzesse gegen Juden, der wirtschaftliche Druck dauert unvermindert an. Palästina bedeutet für viele Tausende die einzige Rettung aus ihrer physischen und materiellen Not. Man darf auch nicht übersehen, daß im Falle einer Sistierung der jüdischen Emigration aus Polen (und außer Palästina kommen andere Länder kaum in Betracht) mit einer Stärkung der antijüdischen Aktion in Polen gerechnet werden muß. Die Neuregelung der Tier Schlachtung In Polen Warschau, 27. August. (JTA.) Obwohl das neue polnische Tierschlachtungsgesetz, das eine Kontingentierung rituell geschlachteter Tiere Vorsicht, erst am 1. Januar 1037 in Kraft tritt, sind die Durchführung«- Verordnungen zu diesem Gesetz von den zuständigen Ministerien erlassen und unterzeichnet worden. Dies wird damit begründet, daß Anfang September in den meisten jüdischen Gemeinden Polens Neuwahlen stattfinden und das Kultusminsterium deshalb den Wunsch geäußert habe;, daß die Gemeindevertretungen möglichst bald das auf ihre Gemeinden entfallende Kontingent erfahren und so die aus der Schachtabgahe zu erwartenden Einnahmen in den Etat einstcllen können. Landwirtschaftsminister Ponjatowski hat zwei Durchführungsverordnungen erlassen, eine mit den technischen Fragen sich befassende Verordnung über die ״mechanische Schlachtung“ und eine die Kontingentierung für die einzelnen Gemeinden und ähnliche Fragen behandeinde ״Verordnung über die rituelle Schlachtung“. Die Höhe des Kontingents soll für das Gebiet jeder Wojwixlschaft von dem Wojwoden im Einvernehmen mit den städtischen Gewerbeämtern festgesetzt werden. Der Minister für Handel und Industrie Roman hat eine ״Verordnung über die Normierung des Umsatzes im Fleischhandcl“ erlassen, in der die wirtschaftlichen Fragen, die mit der Einführung des Schlaehtungsgesctzcs entstehen, geregelt werden. Durch diese Verordnung wird die Zahl der jiidischcn Fleischläden usw. festgesetzt. Auch das Problem des für den Export bestimmten Fleisches, das bekanntlich nach ritueller Art geschlachtet ist, wird in dieser Verordnung erörtert. Das Kontingent des Exportfleisches wird vom Handelsminfsterium und nicht vom Landwirtschaftsministcrium festgesetzt. Für den Export bestimmtes Koscherflcisch wird gestempelt. Seine Verwendung im Inland ist unter Androhung schwerer Strafen verboten. Felix War bürg und Frau haben einen Betrag von 20000 Dollar für den United Palestine Appeal gezeichnet. Die Aktien der Palestine Electric Corporation, die zu Börsenbeginn mit 45/9—46/9 gehandelt wurden, erreichten einen Schlußkurs von 48/6. Aktien der Angio Palestine Bank, die einen Anfangskurs von 41/:42,׳ hatten, notierten zum Börsen- Schluß mit 42/6. Palästina und die arabischen Fürsten ״Europapress“ meldet aus Jerusalem: Die Hoffnungen, daß die Zurückberufung des Außenministers des Irak, Nuri Pascha es Said, aus Alexandria nach Jerusalem schnelle Fortschritte in den Einigungsverhandlungen und eine baldige Einstellung des Araberaufstandes bcdeuten wurden, haben sich bisher noch nicht in vollem Umfange bestätigt. Nuri Pascha ist am Donnerstag wieder in Jerusalem eingetroffen und hat sofort Verhandlungen mit den arabischen Führern aufgenoinmen. Es ist immer noch unklar, o b Nuri 1' a s c 11 a Z u s i c h e rung e n erhi e 11, u 11 d — wenn ja — welcher Art die Zu• s i c h e r u!1 g c n d c r M a ndatsre gierung von Palästina sind, die er erhalten hat, vor allem was die jüdische Ein w a 11 d e r 1111 g a 11 I a n g t. Trotz allem herrscht im arabischen Lager eine optimistische Auffassung. Das Eingreifen Nuri Paschas wird als sichtbarer Beweis für das Einmisch u 11 g s r e cht der Könige und F ü r ־ s t e 11 der Ara b e r außerhalb der Grenzen Palästinas angesehen. Damit sei das Recht der Einmischung dieser Mächte festgelegt. Man könne also jetzt angesichts dieser allgemeinen Unterstützung mit einer Erfüllung der Hauptforderung der nrabis hen Bevölkerung rechnen, nämlich dem Erlaß eines Judeneinwanderungsverbots. Schon die Einführung der Do visc nsper re in Polen hat die Palästina-( nugration, und zwar die Auswanderung der vermögenden Kreise, beschränkt. Solde jetzt auch der Aiiswariderungsstrom voll-tändig aufgehalten werden — auch wenn nur für einen gewissen Zeitraum —, so wurde dies die Lage der polnischen Juden mul die Judenfrage hier ungemein verseil ä r f e 11. * Unter der Wucht der Freignisse beginnen die polnischen Juden sieh zu besinnen und man beginnt mit der Losung der U. i 11 heit Frust zu machen. Allerdings gilt dies vorläufig mir für die Zionisten. Seit Beginn der Unruhen in Palästina haben sämtliche zionistischen Kongreß- Parteien eine zeiitmle 1< o o r d i n a < i 0 n s s t c 1 I e in Warschau geschaffen, die einheitlich die gesamte zionistische Arbeit leitet. Es ist dies eine erfreuliche und nützliche Vorarbeit für den in der Zukunft zu schaffenden Territorialverband. Es gelang auch in Warschau und in vielen Städten meliere zionistische Gruppen zu einheitlichem Vorgehen während der jetzt in mehreren Landesteilen statttindemleii Wahl- Kampagne zu den jüdischen Gemeinden zu veranlassen. Die für den 6. September fast überall (in Lodz, Lernberg und Krakau sollen die Wahlen im Oktober stattfinden) festgesetzten Wahlen neuer jüdischer Geineinderepräsentanzen haben gerade im jetzigen Augenblick große Bedeufung. Nachdem das öffentliche Wirken jüdisch-politischer Vertreterschaften äußerst begrenzt worden ist und die polnische jhidcnschaft kaum in der Lage ist, irgendeine wirksame öffentliehe Tribüne für sich zu organisieren, ist es klar, daß die jüdischen Gemeinden . bei richtiger Leitung — die öffentliche jüdische Institution sein können, die auf den Gang des jüdischen Lebens in Polen, insbesondere auf geistigern, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet, maßgebenden Einfluß haben könnten. Die polnischen Zionisten haben dies begriffen und daraus resultiert ihre mit großem Elan geführte Wahltätigkcit. Man bekämpft weniger die anderen jüdischen Parteien (bei der Agudah ist kaum die ehemalige Kampfeslust zu merken) und konzentriert sich hauptsächlich auf die Betonung der in den Gemeinden zu leistenden positiven Arbeit. Christliche Bewegung in Polen gegen Antisemitismus Warschau, 2(1. August. (JTA.) In Lodz, einem der Hauptzentren des Judenhasses in Polen, ist nach dem Muster der Harrand-Bewegung in ('Österreich eine e h r i s i I i c h e Bewegung gegen den Judenhaß entstanden, die von Studenten, Arbeitern und Geistlichen getragen wird. Die Vereinigung gibt ein Wochenblatt heraus, das den Titel ״Der freie Mensch“ führt, in der ersten Nummer verüffentlicht u. a. der bekannte I.cmberger Gelehrte Prof. Zaderecki, der ein Werk über den Talmud geschrieben hat, einen Aufsatz, in dem er die Absichten der Judenfeinde enthüllt. Englischer Judengegner verurteilt London, 28. August. (JTA.) Der 45jährige John Pent o 1 d, Mitglied des britischen Faschistcnhu n d c s, wurde wegen aufreizender judenfeindlicher Recien, die er am Donnerstag vor einer Versammlung von etwa 250 Menschen unter freiem Himmel gehalten hat, von dem Polizeirichter F. O. Langlev zu 10 Schilling Geldstrafe oder sieben Tagen Gefängnis verurteilt. Außerdem sollte er einen Betrag von 50 Pfund als Sicherstellung für anständiges Betragen während der nächsten zwölf Monate erlegen oder init weiteren zwei M o n a t e 11 ( j e f ä n g n i s bestraft werden. Penfold erklärte, er ziehe die Gefängnisstrafe vor und sagte: .,Die Juden haben jede Freiheit, wir aber keine.“ Als sich der Angeklagte gegenüber den Aussagen des Polizeibeamten, der die Ansprache mit angehört hatte, auf die Redefreiheit berief, belehrte ihn der Richter, daß Freiheit und Zulässigkeit verschiedene Dinge seien. Bei seiner Verantwortung erklärte Penfold weiter, er habe aus der Presse ersehen, daß die Richter in bezug auf Judenhetze Vorurteile hätten. Was für ein Unterschied bestehe zwischen Judenhetze und Kritik? Fr halte die Juden für eine Gefahr für sein Land und seine Rasse, sei aber ein Gegner von Gewalttätigkeit gegen sie. Es wird bekanntgegeben, daß der Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, Josse Isidor Straus, der Jude ist, aus Gesundheitsrücksichten seinen Posten aufgibt. Gegen Sperre der Einwanderung Imposante Protestkundgebungen in Polen Von unserem Korrespondenten ו

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