Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1936)
- Date
- 1936-08-28
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1<S KINDER-RU NDSCHAU Seite 3 eit ^ß,Skink (Wie man in einer Kwuzah Wotw+ ) Zuerst, wenn eine Gruppe von Chaluzim sich in Palästina aiisiedelt, wohnen die Menschen in Zelten. Es wird begönnen, den Boden zu bearbeiten. Vieh wird angekauft, und Viehställe werden gebaut. Kühe und Ochsen und Pferde können natürlich nicht in Zelten leben. So ergibt es sich, daß noch vor den Menschen die Tiere ihre bequeme Wohnung haben. Die Menschen aber bauen sich nicht gleich Häuser aus Stein. Nur das Kinderhaus wird fest aus Stein gebaut. Wenn die Kwuzah noch jung und also arm ist, bauen die Menschen sich Zrifim, Holzbaracken. Erst später, nach vieler Arbeit und Mühe, nach den ersten Ernten, gehen die Menschen der Kwuzah daran, auch für sich die ersten Häuser aus Stein zu bauen. Denn im Steinhaus ist es am besten zu wohnen. Am Tage ist es dort kühl, die Wände und Dächer sind fest, und die Zimmer sind schön. Es gibt wohl keine Kwuzah in Palästina, wo wir nicht alle drei Arten der Wohnung, Zelt, Zrif und Steinhaus, vorfinden. Denn eine Kwuzah ist ständig im Wachsen. Die neuen Menschen aus der Golah müssen die erste Zeit in Zelten wohnen, bis sie ins Zrif ziehen. Und dann kommen schon wieder neue Olim in die Zelte .... Es ist ein Kreislauf. Der Chaluz in der Kwuzah besitzt nicht viel Eigentum. Einen Koffer in der Hand, Bücher unterm Arm, ein Bündel noch, so kann Seevv oder Jossel umziehen, vom Zelt in den Zrif, vom Zrif ins Steinhaus. Manchmal muß auch einer vom Zrif in das Zelt ziehen. Nämlich wenn ein Chawer krank ist und seinen Zeltplatz gegen den gesünderen im Zrif tausehen muß. Auf Abbildung 2 a seht ihr ein typisches Zelt in Erez Israel. Der Eingang kann zugeschnürt werden. Und an der Spitze sehen wir die Luftlöcher, durch die frische Luft, nicht aber Regen eindringen kann. Abbildung 2 b zeigt uns die Inneneinrichtung eines Zeltes, in dem zwei Menschen leben, wie wir sie überall vorfinden. 2 Couches, ein kleiner Schrank, ein kleiner Tisch und ein Hocker —das ist die ganze Einrichtung. An der Zeltstange sind gewöhnlich noch Nägel, die die Garderobenhaken ersetzen. Ein Zelt zu bauen dauert etwa einen halben Tag. Zuerst muß der Boden geebnet werden (Abb. 3). Die Turiah leistet da gute Dienste. Der Umriß des Zeltes wird in den Boden fezeichnet. Aus Brettern wird ein Fußboden gelegt. Das eit wird aufgestellt, die Schnüre gespannt, die Pflöcke eingeschlagen — ihr kennt das ja von Fahrt! In einer Holzbaracke, einem Zrif, wohnen meist mehrere Familien. Holzwände sind dünn und lassen Geräusch leicht durch. Das stört auf die Dauer die Menschen so sehr, daß manche sich wünschen, lieber allein im Zelt zu wohnen. Nun Abb. 1. Seew zieht um hat ein junger Chaluz im Emek eine neue Art Zrif konstruiert, die sehr nützlich ist. Das kleine Häuschen (Abb. 4) ist auseinandernehmbar und transportabel. Und vor allem hat es den Vorteil, daß die Zimmer der beiden Familien vollständig voneinander getrennt sind. Kein Ton dringt von einem ins andere. Und doch ist der Raum sparsam und gut genutzt. A und B sind die beiden Zimmer. C und D sind Vor räume, durch die der Weg ins Zimmer führt (punktierte Linie), E und F sind zwei Schränke, die die zwei Wohnungen vollständig voneinander trennen. Diese neuen Zrifim haben großen Anklang gefunden, und wir finden sie nicht nur in Kwuzath- Amgim, wo sie erfunden wurden, sondern auch in anderen Siedlungen des Emek. Das Steinhaus wird heute aus Beton gegossen. Die Häuser sind meistens weiß. Die Dächer sind flach, und viele Abb. 5 haben lange Balkons. Abbildung 5 zeigt ein typisches Kinderhaus in einer Kwuzah. Auf der breiten Veranda unten sind Betten aufgestellt, wo die Kleinen tagsüber im Freien liegen können. Eine Treppe führt ins zweite Stockwerk. Nur selten finden wir höhere Häuser. Oft sind sie von einem turmähnliehen Aufbau gekrönt, von dem aus ein weiter Blick ins Land möglich ist. Solche Aussichtspunkte sind wichtig für die Ver* feidigung bei Unruhen, wie wir sie heute erleben. Walter Aufhäuser (17 Jahr0J Abb. 2 a Abb. 2b ' **-*• ן Abb. 3 4 /