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Jüdische Rundschau · 1936-08-28 · Heft 69 (28.8.1936) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 69 (28.8.1936)
Date
1936-08-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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! Seite T6 ״״. .. JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 69, 28. VtIL 1936 in '»V •s (I;Dj ו f ך1 pm Ausschreitungen in einer polnischen Ortschaft * Warschau, 25. August. (JTA.) Wie die Warschauer jüdischen Zeitungen mitteilen, ist es an dem letzten Markttag m der Ortschaft Pultusk (Kreis Warschau) zu judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Die Nationaldcino• traten stellten vor den jüdischen Marktständen Posten auf, um christliche Käufer fernzuhalten. Jüdische Passanten wurden mißhandelt, in einem jüdischen Geschäft und einem jüdisehen Wohnhaus wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Verhaftet wurde niemand. Zwei Tage später kam es neuerlich 7u Ausschreitungen, bei denen 15 Personen, einige von ihnen schwer, verletzt wurden. Eine Abordnung der jüdischen Bevölkerung wandte sich an den Kreishauptmann, der eine größere Polizeiabteilung in die Ortschaft entsandte. Auch in Warschau ist eine jüdische Abordnung aus Pultusk eingetroffen. Marktverlegung in Polen verboten Warschau, 25. August. (JTA.) Vor einiger Zeit sind verschiedene Städte in!'׳ölen dazu übergegangen, die ordentliehen und außerordentlichen Märkte außerhalb der Stadt• mauern abzuhalten. In jüdischen kaufmännischen und Handelskreisen haben derartige Verlegungen insofern Beunruhigung geschaffen, als durch sie den jüdischen Kaufladen erupfimliieher Schaden zugefügt worden ist. Man ist deshalb wiederholt bei den zuständigen Stellen vorstellig geworden, um eine Verlegung von Märkten zu verhüten oder rückgängig zu machen. Ministerpräsident und Innenminister General Sk ladkowski hat nunmehr auf Grund .seiner Inspektionsreisen jm Lande einen Erial) an die Wojwoden und Bürgermeister herausgegeben, der die V e r I e g 11 n g v u 11 M ärkten vorbietet. In dem Lrlall wird eine Verlegung von Märkten als dem 1 lande! schädlich ln■/!.idinet, weil im Zentrum der Städte die Geschälte konzenuiert seien. Die Judenfrage bei den Jungjuristen Polens V׳ie der ״Völkische Beobachter" meidet, machte 1m Kali in en einer .Studienreise durch Polen die Kcklisgnippe junge Reciilswahrer im N'aihmal-o/ialidi.->cl1en Rechtswahrer- Bund einen Gegen besuch hei der Organisation der p 0 111 i - sehen Jung )11 r i!י l e 11. Her Zweck dieses Besuches war, die seit jahrcsii!st bestellende i üliliuigualime der jungen Heehtswalirer Ir!der Lander zu \ erriefen und Kichtiinien für die weitere Z11s:1111me!1a1 beit k׳st/1!lcgcu. Bei der Zusammenarbeit spiele, wie in dem Bericht des ,,Völkischen Bcohaclit':'1’" a!!sgcluhrt v\ inl, neben der Stellung Polens als östlichster l.xpoin nt der wisHielien Kultur auch die Juden frage ein!: Rolle. Dies sei ein Thema, dessen Bedeutung nicht überschätzt werden könne, wenn mau bedenke, daß über 30 v. II. der Linwohner Polens Juden sind. Die Jugend Polens stelle diesem. Problem mit wachen Sinnen gegenüber und versuche, cs zu ihrem lei! hi lösen. Bezeichnend für diese Einstellung zu .dieser!־rage sei die Tatsache, daß der polnische jungjuristenverhand keine juden als Mitglieder aufnimmt. Maßgebend für die Aufnahme sei nicht die Frage des Religionsbekenntnisses, sondern die Geburtsurkunde. Hollands Handel mit Palästina Vor! unserem Berichterstatter D c n Haag, im August Die jetzt bekanntgegebcuen Ziffern für den Außenhandel im ersten Halbjahr 1930 zeigen eine Zunahme der holländischen Einfuhr aus P ,11 ä s t i n n. Gegenüber einer. Einfuhr.von 13:582 t im Werte von 1 147000 fl. im ersten Halbjahr 1935 (damals noch unter Einschluß Cvperns) sieht eine Einfuhr von l'j-185 t im Werfe von 1 157 000 fl. in der gleichen Zeit dieses Jahres (jetzt unter Ausschluß Cvperns). Die Einfuhr aus Palästina besteht vor allein aus Orangen (11317 t im Wale von OHOOO fl.) und (irapefruchfen (004 t im Werte von (>2 00() fl.). — Die A u s f!1 h r v ״ n Holland nach P a I ä s t i n a zeigte einen Rückgang. Sie betrug 3 325 000 t im Werte von 730 000 ft. im ersten 1 lalbjahr dieses Jahres gegenüber 4711000 t im Werte von 700000 fl. in der gleichen Zeit des Vorjahres. Den Haupt,־inteil hieran haben Vieh, Mileli, Kise und Butter, aber auch Bier, ferner f laschen, Kompn!"•tu <•!1 um! andere hulnsirleprodukte. — Bei diesen Ziffern!st zu bumcksiclitigen, daß die Bcn'clitszeit bereits die Zeit 11er l hiruhen cinschlu'ßf, so daß man wohl annehmen kann, daß die Handelsbeziehungen zwischen Holland und PalaHma im Beginn dieses Jahres im Begriffe waren, einen ständig zunehmenden L'miang an/unenmen. Line im Verlag N. V. l'itg, Mij. v 11. van Crcvcld IV Co. in Amsterdam Ire!aiisgcgcbene Biuseiiuic ״PalisUiie-!Iniland Trade to d״y and to niorrow'‘ enthalt eine Reihe von instruktiveu Artikeln vom Generalsekretär der Htreehter Messe W. Graadt van Roggen, ferner von I)r. \V. Schlick, Dr. Jlirdt und einem Mitarbeiter der K. L. M.-Fluggesellschaft. R. L. Bruno Walter an der Wiener Staatsoper Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, 27. August Ein amtliches Communiqud teilt mit, daß der bisherige Direktor der Wiener Staatsoper, Dr. Felix von Weingart 11 er, seine Demission gegeben hat und an seine Steile als alleiniger Direktor des Instituts Dr. Erwin K er her, der schon früher als administrativer Direktor an der Seite Weingartners in der Oper tätig war, berufen wurde. Gleichzeitig hat Bimdesininkter für Unterricht, Dr. Perntner, zum künstlerischen Berater der Wiener Staatsoper Bruno Walter bestellt, der dem neuen Operndirekfor Dr. Kerber ״als künstlerischer Berafer in allen wichtigen künstlerischen Fragen der Wiener Staatsoper“ zur Seite stehen soll, Walter, der schon in den letzten Jahren zu den prominentesten Erscheinungen des Wiener Musiklebens zählte, der in der Staatsoper, bei Konzerten der Wiener Philharmoniker und schließlich bei den Salzburger Festspielen am Dirigentenpult große Erfolge errang, erhält 111 ii dieser Berufung zweifellos einen weiteren Wir- Rungs kreis innerhalb der Wiener Oper, ganz abgesehen davon, daß der Künstler in der kommenden Spielzeit für eine bedeutend größere Zahl von Abenden als Dirigent dem Hanse verpflichtet werden konnte, als es in den letzten Jahren der Fall war. Der Wiener Vertreter der ״Jüdischen Telegraphen-Agentur“, Redakteur Israel H e 11 e n b e r g, ist im 56. Lebensjahre gestorben. Die Züricher Universitätstagimg־ Neue Lehrstühle — Eine medizinische Prä-Fakultät Zürich, 26. August. (JTA.) Das Kuratorium der Eiebräischcn Universität Jerusalem nahm am zweiten Tage seiner Beratungen Berichte von Dr. Chaim Weizmann und dem stellvertretenden Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften Prof. A. H. Frankel entgegen, ln beiden Berichten wurde die Notwendigkeit des Ausbaues der naturwissenschaftlichen Fakultät betont. Die Kosten dieses Ausbaues schätzt Dr. Weizmann auf etwa 50 000 Pfund; er glaubt, daß dieser Betrag im Laufe einiger Jahre aufgebracht weiden kann. Besonderen Nachdruck legten Dr. Weizmann und Dr. Frankel auf die Wichtigkeit einer Vervollkommnung der Einrichtungen der Abteilungen für Physik und Chemie. Für die Abteilung für Chemie seien bloß Auslagen für den Bau und die Ausstattung eines Laboratoriums für Studenten erforderlich, dagegen fehle es dem Physikalischen Institut an wissenschaftlichen Behelfen sowohl für Forsehungsals auch für Lehrzwecke. Dr. W c i z in a 11 n befaßte sich auch mit der geplanten Errichtung einer Abteilung für Landwirtschaft an der Universität. Die Studiendauer an dieser Abteilung soll vier Jahre betragen, von denen zwei auf die Universität und zwei auf die fand wirtschaftliche Versuchsstation der Jcwish Agency in Rechowoth entfallen sollen. Außerdem wird von den Studenten ein Praxisjahr gefordert werden. Das Projekt der Errichtung einer landwirtschaftlichen Abteilung konnte jedoch bisher nicht verwirklicht werden, weil die hierfür erforderlichen erheblichen Mittel nicht aufgebracht worden sind. Dr. Wei/mann erklärte, daß die Jewisli Agency, die einen Teil des für die landwirtschaftliche Abteilung notwendigen Beträges aufbringeu soll, die von ihr übernommene Verpflichttung im Augenblick vielleicht nicht werde erfüllen können, da die palästinensischen Unruhen der letzten Monate ihre finanzielle Leistungskraft auf anderen Gebieten stark in Ansprucli genommen haben. Dr. Weizmann versprach jedoch, daß er diese Frage bei der bevorstehenden Tagung des Aktions- Comites zur Sprache bringen und darauf hinwirken werde, daß das Aktions-Comite die Auszahlung des Betrages in Palästina bewillige, damit die Errichtung der!anilwirtsehaftliehen Abteilung in Angriff genommen werden kann. Zu Ehren des Kuratoriums veranstaltete die Vereinigung der Freunde der Hebräischen Universität in der Schweiz am 21. August einen E m p f a 11 g, bei dem der Präsident des Exekutiverates, Snlman Schocken, der Rektor Professor Hugo B e r g m a!1 11 und der stellvertretende Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. A. H. Frankel, Ansprachen hielten. Die Redner hoben die Bedeutung der Universität als Pflegestätte jüdischer Kultur und Studien- und Forschungsanstalt, insbesondere für Juden aus denjenigen Ländern hervor, in denen das Hochschulstudium den Juden verschlossen ist. diese ein weiterer Ausbau nötig ist, um sie zu normalen Hauptfächern zu gestalten. Es wurde ferner der für die Abteilungen dieser Fakultät vorgeschlagene Entwicklungsplan gutgeheißen; seine Verwirklichung ist von einer noch durchzuführenden besonderen Aktion zur Aufbringung der notwendi- ’.־ ־ ~ ' 'י .. die ersten Ernennungen im Rahmen dieses Plans, sobald die materiellen Möglichkeiten hierzu vorhanden sind. Die Zeitumsfände haben es auch verhindert, die für die Eröffnung der schon lange diskutierten Landwirtschaftliehen Hochschule erforderlichen Mittel bereitrustellen. Dr. Weizmann und die Universitätsbehörden in Jerusalem sollen zur gegebenen Zeit Schritte in dieser Richtung unternehmen. Das Kuratorium bestätigte die Zusammensetzung der medizinischen Prä-Fakultät, einer Körperschaft, die in vorbereitender Weise die Funktionen eines künftigen medizinischen Fakultätsratcs übernehmen soll. Wie bekannt, wird in allernächster Zeit mit der Errichtung der Gebäude für die Hadassa-Universitätsklinik und . die medizinischen Fortbiidungs- und Forschungsinstitute au! dem Skopus-Berg begonnen. Der Vorsitzende des amerikanischen Aerzte-Komitees, Dr. Ratnoff, der seit Jahren für die Universität arbeitet, wurde zum Vertreter der Universität in der leitenden Körper- Schaft der Zionistischen Frauenorganisation in Amerika ״Hadassa“ ernannt, die gemeinsam mit der Universität den Auf-!).1׳u der Einrichtungen für medizinische Forschungen und Lehre übernommen hat. Der nächsten Sitzung des Kuratoriums wird ein defin i t i v e r Entwurf für die Verfassung der Uni• versität vorgelegt werden. An dieser Verfassung wird seit Jahren gearbeitet. Eine Kommission hierfür wurde ernannt. Im Zusammenhang damit wurde beschlossen, die Vergebung der im Kuratorium und in dem Exekutivrat freigewordenen Sitze aut ein Jahr zu verschieben. Das Kuratorium beschloß ferner, daß die jüdischen Gelehrten aus Dcutschlan d, die seinerzeit auf Grund besonderer Fonds zeitweilig angestellt wurden, als ordentliehe Mitglieder in den Lehrkörper übernommen werden sollen. Den Dozenten wurde eine stärkere Vertretung im Senat eingeräumt. Das Kuratorium .sanktionierte die P e n s i on s k as s enein rieh tung, die im Laufe des letzten Jahres durch Beiträge der Universität und ihres Personals geschaffen wurde und beschloß, seinen Beitrag zu diesem Fonds zu erhöhen, falls die finanzielle Lage es gestattet. Die Beschlüsse In der geisteswissenschaftlichen Fakultät wurden vier neue Ge g e 11 s t ä n de zu H a u p t s t ti d i e 11 f ä c!1 c r n ausgestaltet: jüdische Geschichte und Soziologie, Archäo- Iogie, arabische Sprachen und Literatur, semitische Sprach- Wissenschaft stellen in Zukunft den Studenten als Hauptgebiete zum Studienabschluß zur Verfügung. Das Kuratorium nahm mit Dank das Anerbieten des Komitees in England an, das Andenken des vor 5(1 Jahren verstorbenen Sir Moses Montefiore durch die Errichtung eines Lehrstuhls für englische Literatur und Kultur an der Hebräischen Universität zu ehren. Das Kuratorium gab den Jerusalemer Universitätsbehörden Vollmacht, im Einvernehmen mit diesem Komitee den inhaber des Lehrstuhls zu ernennen. Ferner wurde Vollmacht erteilt, für den Lehrstuhl für theoretische Pädagogik eine Ernennung vorzmiehmen. Die Mittel für dieses Katheder, das einen wichtigen Teil der noch unvollständigen pädagogischen Abteilung der Universität bildet, werden von der palästinensischen Gesellschaff der Freunde der Universität zur Verfügung gestellt. Das Kuratorium gab ferner seine prinzipielle Zustimmung zur Errichtung eines Lehrstuhls für Halacha und zur Ernennung eines Gelehrten für dieses Fach, sobald die notwendigen Mittel sichergestcllt sind. Die große Stiftung, die der Universität im letzten Jahr aus dein Nachlaß des Herrn Morris Kootcher aus Südwestafrika zugefallen ist, ־■■ ־ etwa 40000 bis 50 000 Pfund in Panieren und anderen Werten — und die der Errichtung und Erhaltung eines jüdischen archäologischen Museums diene״ soll, gab Anlaß zu Beratungen über die Art der Verwendung dieser Gelder. Es wurden die Umrisse eines Programms festgelegt, das sowohl die jüdische Archäo- Iogie des alten Palästina als auch die der Diaspora umfassen soll Die Dozenten Rabbiner A s s a f, der das Gebiet der gaonischeii und rabbinischen Literatur vertritt, und Herr Gu- 1 a k, der jüdische Rechtswissenschaft lehrt, erhielten den akademischen Rang eines Professors. Die Exekutive irr lertrsalem erhielt Vollmacht, Dr. Hans Ltwv zum Dozenten für lateinische Sprachen und Literatur zu befördern. Auf dem Gebiete der Naturwissenschaften wurden die Grundlinien eines neuen Lehrplans für die naturwissenschaftliche Fakultät bestätigt, der an die Stelle des früheren auf die biologischen Wissenschaften begrenzten Unterrichtsplans ein allgemeines, auch für die exakten Wissenschäften geltendes Programm setzt, wenn auch in bezug auf Besotidets ckluetl Soeien M4dueMH DR. MICHAEL TRAUB OIE JÜDISCHE AUSWANDERUNG AUS DEUTSCHLAND Westeuropa Uebersee / Palästina pAm 60 H(4. Jüdische Wanderungen vor und nach dem Krieg*;. Die jüdische Auswanderung aus Deutschland »eit 1933 l. Ein Wanderungsplan für die Zukunft ■ V. Jüdische Wanderungspolitik V. AuSerp&lastinenetscfae Swdlungsversucho Zu heitehen durch den Buchhandel oder direkt gegen Voreinsendung d«s Betrages xuxüglich Porto vom VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU G-M.B.H. Berlin W IS, Melnekestraße 10 / Ruf: J 1 903t Poitscheckkouto der V e r I a % s a b t e U מ n g Berlin 71576 Der Etat Für das kommende Geschäftsjahr wurde ein Ausga benetat von etwa 87 01)0 Pfund genehmigt. Man war sich darüber klar, daß die erforderlichen Einnahmen nur dann vollständig erzielt werden können, wenn die Mitwirkung der Freunde der Universität in den verschiedenen europäischen Ländern und außerhalb Europas wesentlich verstärkt werden kann. Im Zusammenhang damit wurde betont, wie wichtig cs sei, daß die der Universität zufließenden Spenden dem allgemeinen Etat der Anstalt zugute kommen oder solchen Zwecken gewidmet werden, die im Rahmen der organischen Entwicklung der Universität liegen. Es wurde deshalb das Prinzip aufgestcllt, daß Aktionen fiir Sonderzwecke nur im Einvernehmen mit der Univcrsitätslcitung unternommen werden sollen. Irn besonderen erwartet die Universität von dar Gesellschaften ihrer Freunde, daß deren Anstrengungen darauf gerichtet sein werden, das allgemeine Budget zu stärken, damit die Universität einen wirtschaftlich gesunden Finanzbetrieb aufreclucrhaltcn kann. Das Kuratorium beschloß, Herrn Isaak Och b erg aus Südafrika den Dank für seine Spende von 10 000 Pfund auszusprechen, die als Fonds zur Errichtung einer landwirts c 11 a f 11 i c h e n Lehrkanzel bestimmt sind; der Dank des Kuratoriums wurde auch der Zionistischen Föderation Südafrikas und insbesondere Herrn Kirsch n er fiir die Sorgfalt ausgedrückt, mit der er und die Föderation die Interessen der Universität bei der Abwicklung des Nachlasses Kootcher wahrgenommen hatten. Dem Keren Kajcmcth und insbesondere Flerrn Ussisclikin wurde der Dank des Kuratoriums dafür ausgesprochen, daß der Universität die materielle Möglichkeit zur Durchführung größerer Bodenkäufe, die für die Zükunfisplanung der Universität van großer Bedeutung sind, gegeben wurde. Budapester Brie! Von unserem Berichterstatter Budapest, 23. August Der bekannte amerikanische Zeitungslierausgeber und Redakteur Anton Kaufmann hatte eine Unterredung mit einem hervorragenden ungarischen Diplomaten über die Judenfrage in Ungarn. Wie vertragen sich die verschiedcnen Regierungserklärungen — so fragte er —, daß sie keinen Rassenhaß dulde, mit der Tatsache, daß gewisse Organisationen trotzdem diesen verbreiten? Die Pfeilk reuzier — so lautete die Antwort — seien eine politische Partei deren Entstehen nicht verhindert werden könne, aber die Regierung stehe ihr fern, und sofern sie gegen die Gesetze verstoße, trete die Staatsgewalt energisch gegen sie aut. Im übrigen sei ihr Anhang ganz gering. Dennoch werde in Amerika — meinte Kaufmann —- wegen des Wirtschaftliehen Antisemitismus eine Propaganda gegen manche un- ״arischen Industrien geführt und dies schade dem ungarischen Export. Die Antwort lautete: Lias könne nur auf feindlichen Machinationen beruhen, da der Großteil der ungarischen Fabriken sich in jüdischen Händen befinde. — Und wie steht es mit den sogenannten ״blauen Bögen“, mit deren Hilfe die jüdischen Privatangestellten zurückgedrängt werden, während Juden in öffentlichen Aemtern überhaupt kaum gefunden werden? —Es sei wahr, antwortete der Gewährsmann, daß bei Staats- und städtischen Behörden wenig Juden angestellt seien, desto mehr aber bei den industriellen und kommerziel• len Unternehmungen. Dies folge aber aus der historischen Entwicklung der Dinge, denn jedermann sei bestrebt, seine jungen Freunde und Verwandten dort unterzubringen, wo er selbst größeren Einfluß besitzt. In denselben Tagen berichteten die Blatter von Uebergriffen einzelner Verwaltungsorgane in verschiedenen Teilet! des Landes, die bärtigen Juden Bart und Haarlocken abschneiden ließen. Die Untersuchung wurde in allen Fällen j eingeleitet. , Egyenlösög veröffentlicht aus Anlaß der Enthüllung j eines Budapester Denkmals für die Märtyrer der Gegen• I revolution die Namen von 36 Juden, die dem roten Terror I zum Opter gefallen waren und die mehr als 7"« der in! Stein gemeißelten 497 Namen ausmachen. I

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