Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1936)
- Date
- 1936-08-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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NR. 69, 28. AUGUST 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Makkabim aus Ungarn und Polen beim JSK 4000 Zuschauer — Sportlicher Erfolg des JSK — Die Gäste gefallen Dem jüngsten Berliner Makkabiverein, dem Jüdischen Sportklub (JSK.), hat die jüdische Sportgcineinde ein Sportfest zu verdanken, wie es besonders in Ijczug aut die Reichhaltigkeit des internationalen Programms seit langer Zeit nicht geboten wurde. Wer die Schwierigkeiten kennt, die auch nur der Start einer Provin/niannschaft in Berlin macht, wird die große Leistung des JSK. ermessen können, der drei ausländische Mannschaften — die Fußballmannschaff des polnischen Makkabikreises, die Handballelf des Vac Budapest und die Box- Staffel des Makkabi Warschau — zu einem Start in Berlin vereinigt hat. Neben dieser Besetzung erscheint die Verpflichtung der F u 15 b a i f a u s w a h I m a 11 n s ch a f t des süd west d e 11 t s c 11 cn Makkabibczirkcs sch on kaum mehr als besondere Leistung des Veranstalters, aber der Spielverlauf hat bewiesen, welche Bereicherung das Sportfest durch die Sikhvostdeutschen erfahren hat. Die hingebungsvolle Vorbercitungsarbeit von Fritz W ien er, dessen Initiative das Sportfest zu verdanken ist, darf nicht unerwähnt bleiben. SOdwestdeutscher Makkabi-Bezlrk Fußballsleger Bar Kochba-Hakoah — /SK. 2; O Beide Mannschaften waren zunächst sehr nervös und zeigten «in zusammenhangloses Spiel. In der 15. Minute konnte Korn einen schlecht abgewehrten Ball zum Führungstor eindrücken und kurz hinterher gelang es Finde, das '2. Tor zu erzielen. Nach Halbzeit versuchte JSK. mit aller Macht aufzuholen, war auch teilweise mit dem starken Wind überlegen, konnte jedoch eine Resnltatverbcsscrung nicht erzielen. S&dwestdeutschland — Polnischer Makkabikreis 2 :0 Von vornherein war es klar, daß der Sieger dieses Spieles auch Tuniicrsieger wurde. Das Spiel stand auf einer sehr hohen Stufe, da die Gegner das Flachspiel bevorzugten. Die Gäste aus Polen hatten zunächst etwas mehr vom Spiel, konnten jedoch die starke Hintermannschaft der Südwestdeutschen, in der Rosciibusch und Fricß eine große Partie lieferten, nicht durchbrechen. Nach und nach fand sich auch die südwestdeutsche Stürmerreihe. Bald gelingt es Meyer zum ersten Tor einzusenden. Nach Halbzeit versuchen die Gegner mit aller Macht den Ausgleich herbeizuführen. Südwestdeutschland muß stark verteidigen, kann aber alle Angriffe abwehren. In den letzten 10 Minuten ändert sich jedoch das Bild; die Südwestdeutschen werden nun überlegen und könneu durch Grünebaum den Sieg durch ein weiteres Tor sicherstellen. Polnischer Makkabikreis — Hakoah 2:0 In diesem Spiel zeigten die Polen, was sie können und zwangen die Berliner von Beginn an in die Verteidigung. Es wurde ausschließlich flach kombiniert und auch der Torschuß ließ nicht zu wünschen übrig. Die Berliner hatten schwer zu arbeiten, um ihr Tor reinzuhalten. Auf einen Fehler von Schwang kann der Mittelstürmer aber noch vor Halbzeit das 1. Tor erzielen. Nach dem Wechsel kommen die Berliner etwas auf, da sie den Wind als Bundesgenossen haben, aber der Ausgleich gelingt ihnen nicht, sie müssen sogar noch ein zweites Tor hinnehmen. Südwcstdeulschland — JSK 1:1 Die Ueberrascliung des Tages. JSK. ist dem Gegner vollkommen gleichwertig. Die Südwestdeutschen können sich auf dem oberen Platz absolut nicht entwickeln, da sie vollkommen abgedeckt sind. Die Verteidigung des JSK., in der Weite jüdische Kreise in Deutschland sind auch heute Doch sportlich uninteressiert. Sehr viele sind niemals auf einem Sportplatz, gewesen und haben ein jüdisches Sportfest besucht. In den letzten Wochen erst beginnt die jüdische Oeffcntlichkeit, sich für den jüdischen Sport zu interessieren. Die Erörterungen, die über den Gedanken des jüdischen Sportes stattgefunden haben, zeigen, daß tiefgehende Differenzen in der Auffassung vom jüdischen Sport bestehen. Die Vielheit der jüdischen Lebensäußerungen und die Neigung der Juden zur Spitzfindigkeit, die wir als Degenerationserscheinimgen immer bekämpft haben, führen dazu, daß einfache und klare Gedanken, die dem gesunden Menschenverstand ohne weiteres als unkompliziert und selbstvcrstnndlieh erscheinen, verzerrt werden. So beweist man, daß es keinen eigentlichen jüdischen Sport gibt, und die Dar- Iegungcn von Sportfunktionären bei Preisverteilungen, daß eine ״Bauchwelle eine Bauchwelle״ sei und daß cs ,,keinen jüdischen oder englischen Barren gäbe“, feiern in litcrarischer Form ihre Wiederauferstehung. Man verschweigt die nationale Bedeutung einer Sportbcwegttng unter den Juden. Sport als nationaler Faktor ist für diese Kreise nicht vorhanden. Die Uninteressiertheit der Juden in Deutschland am jiidisehen Sport scheint dank dieser Erörterungen beseitigt 711 sein, und wenn aüe die, die jetzt die Ausführungen über die Bedeutung des jüdischen Sportes lesen, von nun ab als Zuschauer oder Teilnehmer bei jüdischen Sportfesten in Erscheinung treten werden könnte ein großer Aufschwung der jüdischen Sportbewegung in Deutschland beginnen. Leider ist dem nicht so. Die Ideologien, die wir in den letzten Jahren unter den luden Deutschlands entstehen sahen, sei es in der Behänd■ 11mg von Fragen der Berufsumschichtung, der Wanderung oder des Sportes, sind letzten Endes mit einem einzigen Worte zu erklären: Antizionismus. Die Unfähigkeit zur klaren Entscheidung für eine starke, gesunde und in die Zukunft weisende Entwicklung des jüdischen Volkes, für den grandiosen Versuch einer Regeneration des jüdischen Menschen und der jüdischen Nation, für eine Selbstbesinnung jüdischen Geistes, für den Neuaufbau der hebräischen Kultur, für die Organisierung des zerstreuten jüdischen Volkes und die LJ eher- Windung einer in der Galuth entstandenen seelischen Verbildung, ist ein fruchtbarer Boden für Oedankengänge, durch Colin und Simon eine hervorragende Partie liefern, schlägt alle Angriffe ab und es sieht ganz so aus, als wenn die Südwestdeutschen ihre erste Niederlage erleiden sollten. Der Kampf wird von beiden Seiten erbittert durchgeführt. Den Südwestdeutschen gelingt es dann, das Führungstor zu erzielen. Alle Vorsicht hilft jedoch nichts, bei einem Eckbai! kann Simon, der nach vom gegangen ist, den Ausgleich erzielen. Sßdwcsideuischland —■ Bar Kochba-Hakoah 1:0 Die Süd westdeutschen, die ihr letztes Spiel machten, waren heim Gewinn dieses Spieles bereits als Turniersieger an- Zusehen, während bei Verlust drei Vereine gleiche Punktzahl erreicht hätten. Aus diesem Gründe legten sich die Südwestdeutschen von vornherein sehr ins Zeug, um die Entscheidung so schnell wie möglich herbeizuführen. Bald fällt auch das erste Tor für die Makkabim aus Siidwcst Das Spiel wird weiter mit!ingeminderter Schnelligkeit fortgeführt. Beide Stürmerreihen erweisen sich jedoch als zu schwach, um noch Torerfolge erzielen zu können. Kurz vor Schluß erhalten die Berliner einen Elfmeter zugesprochen, den Iscnheim jedoch knapp vorbeisehießt. Damit sind die Südwestdeutschen Turniersieger geworden. Polnischer Makkabikreis — JSK 3:0 Die Makkabim aus Polen führen ein erstklassiges Komhinationsspiel vor, dem der JSK. nicht gewachsen ist. Zunächst steht die Verteidigung des JSK. zwar noch und kann die Angriffe stoppen. (John im Tor zeigt wahre Bravourleistungen. Trotzdem ist der Sieg des Gegners nicht aufzuhalten. Noch vor Halbzeit erzielen die polnischen Gäste ihr erstes Tor. In der zweiten Halbzeit werden sie überlegen und können, obwohl sie 20 Minuten nur mit 10 Mann spielen mußten, noch zwei weitere Tore erzielen, beides Prachtleistungen ihres Sturmes. JSK. versucht zwar immer wieder, das Ehrentor zu erzielen, war diesem auch oft sehr nahe, aber seine Leute sind bereits so abgekämpft, daß nichts gelingt. Verein Spiele *ew. unent. verb Tor• Punkte Makkabi-Bezirk SudweRtdeutschland 3 2 1 — 4 : 1 5 : 1 Makkabi Polen 3 2 — 1 5 : 2 4! 2 Bar Kochba-Hakoah, Berlin 3 1 — 2 3 : 2 2 > 4 JSt׳C, Berlin 3 — 1 2 1 : 6 1 : 5 ־ Vae-Budapest zeigt erstklassigen Handball Das erste Spiel des Tages gewann Vac Budapest über Bar Kochba Frankfurt a. M. mit 6:3 (3:1). Obwohl Frankfurt das erste Tor schoß, war deutlich zu erkennen, daß Vac die bessere Elf hatte. Besonders hervorzuheben ist der Torstelier von Vac; der beste Mann ist der Mittelstürmer, der eine unheimliche Wurfkraft besitzt. Bar Kochba Frankfurt war der einzige, der es fertig brachte, obwohl er letzter des Turniers wurde, den Budapcstern 3 ore zu schießen. Im Spiel JSK. Berlin gegen BK. Frankfurt (4:1) war JSK. die bessere Partei und der Sieg in dieser Hölie gerechtfertigt. Bar Kochba - H akoah Berlin verlor gegen Vac Budapest 0:5. Die fiiut Tore setzten sich aus einem regulären Tor und vier Straftoren zusammen, die alle von dem Budapester Mittelstürmer geschossen wurden. Die Hintermannschaft des Bar Kochba-Hakoah und die Läuferreihe waren der Vac-Mannschaft technisch und spielerisch überlegen, jedoch vermochte der BK.-Sturm keine Tore zu erzielen. Die Pechsträhne der BK.-Elf setzte sich beim Spiel JSK. gegen Bar Kochba-Hakoah Berlin (5:4) fort. Das Glück war auf seiten des JSK., der einen knappen Sieg erringen konnte. Nur gegen Bar Kochba Frankfurt die man, ohne die Sache beim Namen zu nennen, seinen Antizionismns manifestiert. Dabei ist gerade die Entstehung und Entwicklung des jüdischen Sportes durch nichts anderes zu deuten als durch die zionistische B e w c g 11 ח g. Niemals hätte es ohne die Wiederauferstehung des nationalen Gedankens unter den Juden eine jüdische Sportbewegung gegeben. An der Wiege des jüdischen Sportes stand die zionistische Erkenntnis, daß die Juden nicht so bleiben könneu wie sie sind. Die körperliche Regenerationsarbeit des jiidisehen Sportes ist ein Bestandteil der Erkenntnis von den unheilvollen Einwirkungen des anormalen Lebens der Juden in der Diaspora. Die einzige jüdische Sportbewegung in der Welt ist eine zionistische. Die großen Leistungen der Makkabi- Sportler in den Ländern der Weit sind nicht zu verstehen, wenn man die psychische Komponente außer acht hißt, die diese Sportler zu ihren Leistungen befähigt hat: Das Bewußtsein, daß sie Repräsentanten des jiidisehen Volkes sind. Nicht in Gvmnastikschulen oder Privafgcsellschaften ist der olympische Gedanke geboren. Er entstand aus dem Bedürfnis der Nationen, Größe, Schönheit Und Würde des eigenen Volkes vor dem Forum der Welt zu demonstrieren. So wie der Einzelne als Repräsentant seines Volkes kämpft, so ist die Mannschaft Mikrokosmos der Nation. In ihr verschwindet die Bedeutung des Einzelnen, sein Beruf und seine soziale Stellung. Der olympische Gedanke wäre unmöglich ohne nationalen Sport. Internationaler Sport ist undenkbar ohne das Vorhandensein nationaler Sportbcwegtingen. Gewiß ist eine Aschenbahn eine Aschenbahn mul ein Reck ein Reck, aber die Turn- oder Sportverbände sind nur entstanden, weil sich in ihnen die bewußten Repriisentanten ihres Volkes zur Ertüchtigung und zur Entwicklung ihrer Nation ztisammciischlossen. Wir Juden stellen einen Sonderfall der Geschichte dar, und die Kompliziertheit der Voraussetzungen und Fr.seiieimmgsformcn unserer Existenz erschweren die Verglcichsmöglichkeiten, aber auch die Ueberwindting unserer seelischen und körperlichen Cialuth-Dcgcnerationserschcimmgcn, und sind ein erschwerender Faktor für unsere sportliche Arbeit. Um so bedeutsamer ist für uns die klare Erkenntnis, daß alles, was wir auf dein Gebiete des Sportes und der Leibes- Übungen tun, sinnlos wird wenn wir es nicht einbauen in den großen Prozeß der Renationalisierung unserer räumlich lind geistig atomisierten Menschen. konnten die Berliner siegen und dadurch den Platz vor den Frankfurtern belegen. In" diesem Spiel hatte sich der Berliner Sturm gefunden, und es gelang ihm noch in letzter Minute, das sieghringende Tor zu schießen, so daß «las Spiel mit 6:4 gewonnen wurde. Im Endspiel standen sicli Vac und JSK. gegenüber, das Vac überlegen mit 6:2 gewann. Dieses Mal waren cs keine Strafwiirfe, sondern alle sechs Tore waren Kombinationstore. Dieses Spiel war das technisch beste, das an diesem Sonntag von Vac zu sehen war. T 11 r 11 i e r - E r g e b n i s: 1. Var, Pucitfpest; 2. JSK., Berlin; 3. Bar Korliba-i laltoali, Berlin; 4. Bar KochUi, ]•'!ankiurl am 'Main. Nur im Boxen Berliner Sieg Im ersten Kampf stellen sich R 11 n d s t e i n, Meister von W a r s c 11 a 11, und M a k k :1 h i a 11 - S i e g e r Noschk es gegenüber. Rundstein wiegt W! , kg, Nosehkes 54!׳,, kg. Die Punkte gellen daher an Ruml-tcm, ln dem folgenden Einladungskampf, der gewertet wird, zeigt Rundstem Angriffsgeist und ausgezeichnetes boxiri-ches Können, kann sielt aber gegen den schwereren und überlegener boxenden N'osclikos nicht durchsetzen,!,uiiktieger Xo-chkes. Im Federgewicht geht Rose n b 111 m (Vai s! 11,111) ge■.011׳ B r a 11!1 t w e i n (Maccabi Berlin) in den Ring, der als Ersatz für Franke die bereits abgelegten Boxiinml-׳. hulie wieder ange/ogen hat. Branntwein, bereits auf 1 lachschnrah mul durch mangelndes Training benachteiligt, vertiert die erste Runde gegen «den stärkeren Gegner, holt in der /«eiten Runde durch gute Technik allmählich auf und gewinnt durch eine große dritte Runde knapp aller sicher den Kampf. N e I) c i (Warschau) startet im l.ciehtgewiclit gegen den unverwüstlichen Neumann (Maecabi Berlin). Nebel kann die erste Runde offen halten, erliegt aber in den beiden nächsten Runden der Schlagkraft und Technik seines Gegners und muß wiederholt zu Boden. Hoher PuuMsiegcr Nenniann. Mehr Internationale Kämpfe! Immer wieder zeigt ein solcher Kampftag, daß unseren Mannschaften die letzte Harfe fehlt, die man nur in Kämpfen gegen Mannschaften besten Formats erwerben kann. Mehr als bisher müssen also die Veranstalter darauf bedacht sein, Gegner aus den Makkabikreisen des Auslandes zu verpflichten. Vielleicht sollte man auch auf die Lulle des Programms oder auf die Vereinigung mehrerer ausländischer Starts auf einem Sportfest verzichten und lieber für mehrere Sportfeste hieraus Nutzen ziehen. Das gelungene Sportfest des JSK. muß für alle übrigen Makkabivereine ein Ansporn sein, auf diesem Weg« internationaler Begegnungen fortzuschreiten, durch die die Kampfkraft unserer Mannschaften erhalten und gesteigert werden kann. (Bilder von den Kämpfen Seite 20) Die Jugendmeisterschaften Fast 200 Jugendliche nahmen am Sonntag an den Jugend- und Junioronmeisterschafteii des Deutschen Makkabikreises teil, die der Bar Kochba Leipzig mustergültig durchführte. Gerade hier zeigte sich, wie nötig die jüdische Jugend die großen Veranstaltungen braucht. Fs wurde mit einem unerbittlichen Ehrgeiz gekämpft, die Kleinen und Kleinsten gaben sich aus, als ob es um höchste Ehren ginge, und selten hat man so glückliche Sieger gesehen, wie hier. Nachdem am Vai mittag in mehrstündigen Vorkämpfern die Besten ermittelt waren, begannen um 3 Uhr vor einigen hundert /.!!schauern die Entscheidungen. 11! einigen Wettbewerben standen jugendliche Sportler am Start, die ־zu «den besten jüdischen Sportlern überhaupt gehören. Natürlich kouzentrierte siel! das Interesse zunächst auf diese Kampfe. Im 100-m-bnuf für Mädchen mußte die Entscheidung zwischen der vorjährigen Makkahimcistcrin Lore M cycr (Frankfurt a. M.) und Hilde Mev er ((Berlin), die von Sportfest zu Sportfest Fortschritte gemacht hat, liegen. Besonders spannend wurde dieser Vettkampi dadurch, daß außer Konkurrenz die Makkabiali״Siegerin 1111 K e 11 d / i o r r a teilnahm, die in diesem Jahre gerade dem Mudcheiialtor entwachsen ist. Man erwartete denselben hartnäckigen Kampf, den man im vorigen Jahr mit wechselndem Ausgang zwtselten Lore Mevcr und Flli Kend/iorra immer wieder erlebt hatte. F.s kam jedoch ander-, I iilde Mevcr (Berlin) nahm vom Start weg die! nhnmg' und wurde erst auf den Icl/Icn 10 Metern von Elli Kcinl/imra, die weit flüssiger lief, als bei dem Hcrzl-Sportfest dos Deutschen Makkabikreises im Juli, niedergekämpft. Lore Meter, die in diesem Jahre auf einer landwirtschattliehen Schule arbeitet und ihr erstes Sportfest bestritt, blieb überraschend glatt geschlagen. Man darf dein erneuten Zusammentreffen dieser drei begabten Läuferin neu bei den Makkabimeisterschaften mit Spannung eutgegenseheti. Im Weitsprung zeigte daun Hilde Meyer, daß ihre ganz besondere Begabung auf diesem Gebiet liegt. Trotz einer zu kurzen, sehr holperigen und sogar ein wenig ansteigenden Anlaufbahn sprang sie 5 in. Bei den Junioren (IS—21 Jahre) starteten gleichfalls einige bekannte Kämpfer des Makkabi. lieber 100 m gab es insofern eine IJeberraschung, als der Mittelstreckler Orgler vor dem sehr begabten Raffael (Nürnberg) und Sieradski (Leipzig) siegte. Auch die 1500 nt gewann Orgler überlegen. Walter Cohn, von dem man stärkeren Widerstand erwartet hatte, blieb klar geschlagen Zweiter vor Raffael. Auch im Fünfkampf zeigte der bisher noch nicht sehr hervorgetretene Raffael gute Begabung. Er blieb hinter B1 a ה c k II (Hannover), den! Bruder des bekannten Hoch- Springers, Zweiter vor Orgler, der erstmalig auch an einem Mehrkampf an den Start ging und eine überraschende Vielseitigkeit zeigte. ln den vielen Kämpfen der Jugendlichen und Mädchen traten dann noch eine ganze Reihe neuer Begabungen hervor. Einen besonders guten Eindruck hiuterlielten Sties* son (Leipzig) im 400-m״Laufc11 für Jugendliche, Klasse A, Wein bei« (Dresden), der die 100 m und den Weitsprung ewann und ein deutliches Sprinttalent verriet, Grün c - aum II (Berlin), der die 100 m der jüngeren Jugend (bis zu 16 Jahren) in 11,9 Sek. gewann und damit die neben HEINRICH RAUH C- Ce. Berlin-Charlottenburg 4, Kaiser-Friedrich-Straße 55 AUSWANDERER lassen GASOFIX-Benilngaskochherd sich den ohne Vorwärmung, veiler Ersatz für Gas, vollständig kostenlos u. unverbindlich durch unsere Vertreter nach tslef. Anruf verführen CI Stelnpl. 23S9 Sport und nationale Erziehung