Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1936)
- Date
- 1936-08-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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4 ן JOOlSCHiRUNDSCHAU Nr. 69, 28. VIII. 1936 Vier Monate Streik in Haifa Von unserem palästinensischen Korrespondenten ihres gemeinsamen Vaterlandes zu gewinnen. Scrutaior weist darauf hin, daß die palästinensische Beamten• schaft sich niemals zu der Höhe der Rcichspolitik in Palästina erhoben habe. Sie habe zunächst geglaubt, daß am Zionismus nichts dran wäre, und später, daß zuviel an ihm sei. Von Anfang an habe es in diesen Kreisen ein gewisses Maß von Antisemitismus gegeben, eine gewisse Scheu und scheinbare Entschuldigung für den neuen Bund zwischen den Juden und der englischen Orientpolitik. Dadurch hätten die Araber den Eindruck empfangen, daß es England bei seinem Mandat nur halb ernst sei. Der Verfasser wendet sich sodann gegen die ״andauernd irrige Auffassung“, daß der Streit zwischen Arabern und Juden wirtschaftlicher Art sei. Die Wurzeln dieses Streites seien vielmehr politische; er entspringe dem Ehrgeiz einer _ verhältnismäßig kleinen Clique, die bei ihrer Arbeit aut die Unwissenheit und den Fanatismus der Fellachen baue und in gewissem Maße von christlichen Kreisen gestutzt werden, die ihr Hauptinteresse darin sehen, Palästina als ehrwürdige Reliquie zu erhalten. Scrutator stellt es in Abrede, daß es einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen arabischer und jüdischer Wesensart gebe und schreibt zu in Schluß: ״Was der Jude für den Araber getan hat, ist, daß er für ihn Palästina ebenso entdeckt hat wie wir Indien für die Inder entdeckten. Die Erfolge der Juden haben i!1 den Arabern Ambitionen wachgerufen, die sie unter der türkischen Herrschaft nicht kannten. Tatsächlich hat der arabische Nationalismus dank den Juden die besten Aussichten auf Erfolg. Sie sind nicht natürliche Feinde, sondern natürliche Verbündete; eines Tages wird ein Araber aufstehen, der genug politisches Verständnis bc* sitzt, um danach zu handeln.“ Kritik an Oer Regierung Der ״M a n c 11 e s t e r <1 u .1־ r d i a n“ hat unter der Ueber- Schrift ״Truhe Aussichten“ einen Artikel veröffentlicht, 1n dem die P a I ä s t 111 a - R e g i e r u n g wegen ihrer Haltung gegenüber dem arabischen Terror scharf angegriffen wird. Die Verwaltung, so heißt es in dem Artikel, kann die Ordnung niTit \sink 1!!erstellen und hat kein Zutrauen zu ihrer Mach!. Sie verkündet nicht das Standrecht und deportiert ni. I;t du•;11 ,ihi-i hen Führer. \X';1׳s immer zugunsten dieser ver-öhnh, inm Politik geragt werden kann, sie trifft in schwerster Webe dm Juden. Diese werden von der Verwaltung nicht rc-ciiiif/f, dnricii sich aber auch nicht selbst sclmt/en. ihre Baume und! ridrr werden vernichtet, ihre Frauen und Kinder erschossen. Sie haben Waffen und könnten von ihnen Gebrauch machen; laten sie dies aber, so würden wir die letzte Ironie britischer Inipvriunismaeht erleben; eine britische Ver- Wallung, die einen Bürgerkrieg präsidiert. Die Jüdin wissen, daß in Waffen anfzutreten und mit eigener Hand zu tun, was für sie zu tun Pflicht der Regierung ist, «;c der Logik ihrer Feinde ausliefen! würde. Würden sie nicht ruchlos einen ״VergclUmgskrieg“ führen, würden nicht ihre vielen Feinde von uns verlangen, daß wir cingcstcben, zu welch er Verwirrung die jüdische Einwanderung geführt hat und würden sie darin nicht ein letztes Argument für die Einstellung der Einwanderung finden?-1 Darum müssen die Juden ihre bisher gezeigte O c׳ d 11! d st a n d h a f t bewahren und dauernd von der englischen Regierung, die -ie nach Palästina gebracht hat und darum für ihre Sicherheit sorgen muß, verlangen, daß sie ihre bloße Pflicht erfülle. Wir sind rin seltsames und sparsames Volk. Die Palästina-Regierung erlaubt den Juden, eine gewisse Zahl von Hilfspolizisten zu ihrem Schutz zu stellen — die Zahl wurde soeben erhöht — aber sie müssen einen erlieblichen Teil der Kosten selbst tragen. Sie erfüllt nicht selbst die anerkannte Funktion einer Regierung; sie zieht die Juden dazu heran, ihre Arbeit zu tun, läßt sic aber für dieses Privileg bezahlen. Die Zeitung übt weiter Kritik an der Antwort, die das Kolonicmninisterium vor kurzem auf das Memorandum der arabischen Beamten erteilt hat, und warnt die Regierung davor, die jüdische Einwanderung zu suspendieren, wenn die Kgl. Kommission nach Palästina entsandt wird. Unter Hinweis auf die Entsendung von Unterhändlern aus dem Irak und Saudi-Arabien, die für die palästinensischen Araber eintreten, wirft ״Manchester Guardian“ die Frage auf, wer fiir die Juden sprechen werde, denen ״wir Schutz und eine Ileim-Eiltc in Palästina versprochen haben? Was wird aus der wiederholten Zusicherung der Regierung, daß sic sich durch Gewalttat nicht werde beeinfh1s-.cn lassen und daß die Frage der Einwanderung ,nach wesentlichen Gesichtspunkte!!*' entschieden werden wird Welche Antwort wird es auf die Beschuldigung geben, daß die Regierung schwächlich nach gegeben und die Arbeit der Kommission präjmliziert hat 1•׳ Und warum sollten die Araber nach ihrem Triumph über die Schwach(’ nicht die gleiche Taktik fortset/en, bis sie, wie sic es bcahsiriiligen, die Politik der Jüdischen N'atio nalheims zerstört haben 1-“ Die Juden In Palästina: eine Elite In der ,,Times“ vom 26. August schreibt der englische Arrha׳.b>.w D. A.!׳'. Garrod. daß ihn sciiu• langjährige Arbז!.׳ ui’I ,.ici'tma in engen Kontakt mit den Fellachen gchr.iilit 11:1 bc, dii־ er 11c-'er zu k׳. nnen glaube als manche dc׳r!t׳:\i,:1 11 1 eatv mt 1 .uide, die krltiklo' die Aeußcriingen ein־ ar 1I!1'. h! n f \l!nnun:!1 himu'hmcn. (iarrod schreibt, daß er stnbcnmlrinkt gewesen sei von den freundschaftlie hen Beziehungni /w i-iheti Juden ur.U Arabern, Bividiungen, die auch durch die Ereignisse des Jahres i()2d und die darauf folgenden Prozesse und Hinrichtungen nicht gestört wurden. Kolonisten, die seine Ausgrahungsarbeiten besticht hatten, seien von den arabischen Arbeitern freundlich begrüßt worden, und wenn deren Haltung gegenüber u n b e - kannten Juden reserviert war, so unterschied sich dies nicht wesentlich von dem leichten Argwohn, mit dein sie auch Araber aus fremden Städten betrachteten. In Krankheitsfällen konsultieren die Fellachen bereitwillig die Acrztin der Kolonie, die der einzige praktische Arzt im Umkreis von 12 Meilen war und sie zu geringem Honorar oder in besonderen Fällen kostenlos behandelte, (iarrod ist überzeugt, daß Araber und Juden friedlich miteinander leben könnten, und daß die Fellachen, die leidenschaftlich an Maschinen interessiert seien, allmählieh von ihrem jüdischen Nachbarn die verbesserten landwirtschaftlichen Methoden erlernen würden, die, wie schon Sir Fl Inders Fetrie in seinem bekannten Brief וזו der ״Times“ (vgl. ״J.R.“ Nr. 65) ausgeführt hat, das Land• Problem in Palästina lösen werden. Bei der Diskussion dieser Frage mit den Menschen im l ande ist Garrod immer wieder aufgefallen, welche völlige Unwissenheit über die Tatsachen der jüdi- Aus Haifa wird uns geschrieben: Besucher aus dem jüdischen Tel-Awiw, dessen Außenbezirke, angrenzend an das arabische Jaffa, immer stark gefährdet sind, und Besucher aus Jerusalem, die die arabische Altstadt fast gänzlich meiden, haben sich immer darüber gewundert, daß in Haifa in den gemischten Stadtteilen, besonders in der Gegend des Geschäftszentrums und des Hafens, das Zusammenleben zwischen Juden und Arabern sich wie in ruhigen Zeiten abspieit. Am Kingswav, der breiten Verkeil rsstraße vor dem Hafengelände, von der deutschen Kolonie bis zur Eisenbahnstation, ist ein ungehemmter Verkehr von Wagen und Fußgängern. Man sitzt zusammen in gewissen Cafes, wenn es auch solche gibt, in denen entweder nur Juden oder nur Araber verkehren. In der arabischen Rechow Nazareth sind die. jüdischen Werk- Stätten ebenfalls geöffnet, und den arabischen Shuk benutzen auch Juden als Durchgangsstraße, wenn sie auch Einkäufe von Waren, insbesondere von Lebensmitteln, dort zur Zeit nicht vornehmen. Jüdische Händler, die früher im Shuk ihre Stände hatten, halten jetzt ihre Waren, insbesondere Gemüse und Obst, in der Jaffastraße feil, um so Geschäftsausfälle zu vermeiden. Hier in der Jaffastraße, der Geschäftsstraße der Altstadt, mit dem anschließenden alten und neuen jüdischen M c r k a s M i s c h a r i, überwiegt das jüdische Element bereits völlig. Es sind daher nur ganz wenige Läden geschlossen. Von hier fahren auch die Autobusse nach Hadar Hacarmel ab mit dem stets starken Verkehr, hier stehen jeden Morgen die Gruppen der Zeitungsleser, wenn die sehnsüchtig erwarteten Zeitungen aus Tel-Awiw und jerusalem cintreffen, während die arabischen Zeitungsleser kaum '20 111 davon entfernt am Eingang des Sluiks stehen, um wahrschciniich dieselben Tatsachen in entgegengesetzter Bcleiichhing ans ihren Zeitungen festzustellen. Im alten und neuen jüdischen Geschäftsviertel der Unterstadt hat der Geschäftsverkehr kaum nachgelassen. Der neue M e r k as ist unterdessen fast ganz ausgebaut, soeben wird ein großes Geschätfshaus, von der englischen Firma Bovis erbaut, bezogen. (Fine besondere Attraktion: eine Zeiitral-Kiihlaiilage für die Zimmer der unteren Etagen.) Am Ausgang des neuen Merkas nach dem Hafen zu ist der neue Zentralbahnhot Haifa in Bau, der somit aus der arabischen unübersichtlichen Altstadt in das übersichtliche und weit gebaute europäische Viertel verlegt wird. Auch das dem Hafen direkt vorgelagerte Gelande macht Fortschritte. Hier gab es in der ganzen Zeit keinen Stillstand in der Errichtung der Büro- und Lagerhätiser, Juden, Engländer und Araber haben sich an der Er- Schließung dieses wichtigen Teils des modernen Haifa beteiiigt. Die Arbeit im Hafen ging bis auf die letzte Zeit ohne jede Störung vor sich. Seit einigen Tagen befindet sich ein Teil der arabischen Arbeiter im Streik, ohne daß allerdings dadurch die Arbeit wesentlich beeinflußt wird, weil durch die Einstellung jüdischer Arbeiter (in letzter Zeit zirka 150 neue) jede Störung ausgeglichen werden kann. Die Regierung hat die Gelegenheit des Streiks dazu benutzt, einige hundert ha!iranische Arbeiter in die Heimat abzu schieben. Die in Haifa durch die allgemeinen Bedingütigen (gemischte Bevölkerung mit starker Bedeutung des jüdischen Sektors) vorhandene Situation hat auch die versuchten Streiks arabischer Arbeiter im Zementwerk Nesiier und bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung immer wieder nach kurzer Zeit zum Attfh.örcn gebracht. Von Zeit zu Zeit gelingt es d^tn Streikkomitee, die Arbeiter zum Aufgeben ihrer Arbeitsplätze zu veranlassen, sie kehren aber immer wieder zurück, sobald sie merken, daß sie durch jüdische Arbeiter ersetzt werden sollen. Aehnlich ist es mit den arabischen Autobuslinien, die immer wieder die Arbeit sehen Einwanderung zusammen mit sehr verseht«- denen Ansichten über diese Angelegenheit bestünden. ״Ich möchte“, so schreibt er, ,,meinen tiefsten Respekt für der. Mut und die Beharrlichkeit der jüdischen Pioniere aussprechen wie auch für ihre Standhaftigkeit gegenüber den Provokationen. Diese Menschen sind nicht, wie oft behauptet wird, ״der Abschaum Osteuropas“, sondern e ine Elite — eine sorgfältig ausgesuchte Gruppe junger Männer und Frauen, von denen viele ihre früheren Berufe aufgegeben haben, um unter den schwierigen Bedingungen landwirtschaftlicher Arbeit in Palästina zu leben. Auch diejeuigen, die lEcht mit dem Zionismus sympathisieren, täten gut, dies anzuerkennen und sich von Mißdeutungen fernzuhalten. Warum schwelgt die Olfentlleite Meinung? In der ״Time s“ vom 25. August schreibt Mrs. Blanche Dttgdale, die Nichte Lord Balfours, in einer Zuschrift, daß die Disziplin und Selbstbeherrschung der Juden eine Anerkennung verdiene; wenige außerhalb Palästinas könnten sich eine Vorstellung machen, was diese gewollte Zurück- Haltung von Gewaltakten für eine junge und kräftige Bcvolkerung bedeute, die die Arbeit von Jahren oft in einer Nacht vernichtet sehe, wahrend die arabisdien Felder und Obs!bäume unangetastet weiter gedeihen. Mrs. Dugdalc wendet sich gegen die Attentate auf Kinder und bemerkt, daß die englischen Abgeordneten, Kranken-Versicherung 3Unstigste Tarife/ Zuvarllsaig« Beratung Dkilirm Kf#bf% BERUN*WlLMER8DO RF Pnllipp Br-andenburgiich* Str, 22 / J 2 Oliv* 7**3 Mltgl. d. JUd. G0rn. Günstigste Angebots für Versicherungen aller■ Art die mit den arabischen Führern verhandelten, kein Wort des Abscheus für die Angriffe auf Schulen und Kinder gefunden hätten. Palästinensische Freunde beklagten sich bei ihr bitter, daß die Führer der öffentlichen Meinung in England zu dem Kindermord schwiegen. ״In Palästina“, so schreibt Mrs. Dugdale, ״werden unsere Worte und unser Schweigen bemerkt und ernst genommen. Keiner von uns kann ermessen, wieviel er tun kann, indem er seine Stimme erhebt, um der Gewalt ein Ende zu bereiten und die Tragödie eines Zusammenbruchs der jüdischen Selbst Zurückhaltung abzuwen* den, die unwiderruflich die Wiederherstellung des Friedens unmöglich machen könnte. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Viele von uns sind in den Ferien, aber in Palästina gibt es für die Minorität keine Ferien von dem Terror, der durch die Dunkelheit schleicht.“ einstdien, wieder aufnehmen und wieder einsfellen. Die ar»• bische Linie, die den Zeutralbahnhof mit der Station Carntel verbindet, ist entbehrlich, da die jüdische Linie 7 dieselbe Strecke fährt. Die arabische Linie nach der Nazarethstraße ist von geringer Bedeutung, da die jüdischen Passagiere auch aridere jüdische Linien benutzen können. Der arabische Autobus nach Khayat Bcaeh, dem Strandbad Haifas, hat bisher seine Tätigkeit ununterbroolien aufrechterhalten. Nicht wenige arabische Fahrgäste sind gezwungen, jüdische Linien zu benutzen. Die arabischen Taxis haben den Streik nicht _ restlos durchgeführt, von den Streikenden ist sicher auch ein Teil anderweitig lohnend beschäftigt. Die Stadtverwaltung führt die Arbeiten fort. Zwar haben der Bürgermeister und die arabischen Stadtverordneten ihre Aemter niedcrgclegt, weit sie dem Terror weichen mußten (Bombe auf das Haus des Bürgermeisters), aber in der von der Regierung eingesetzten Kommission beteiligen sieh alle jüdischen Stadträte, arabische Beamte der Stadt und auch der Bürgermeister als ernanntes Mitglied. Die Versorgung der jüdischen Bevölkerung mit Lebensmitteln ist ungestört, mau nimmt an, daß auch heute noch 50 »ö des jüdischen Konsums aus arabischen Wirtschaffen kommt. Die Preise für Obst und Gemüse sind gestiegen, für die gemischten jüdischen Wirtschaften ist Konjunktur. Die Zahl der Straßcnhändler hat sich vervielfacht, Schuster und Schneider sind Gemüsehändler geworden; auf freien Plätzen, insbesondere in Hadar Hacarmel, sind Holzbuden errichtet, in denen Gemüse und^ Obst verkauft wird, kleine Märkte entstehen an verschiedenen Stellen der Stadt. In der Syrkinstraßc, der untersten Straße von Hadar Hacarmel, die auf der einen Seite schon fast ganz arabisch ist, hat sich der ücmüsehamle! konzentriert. Hier haben die Großhändler und Importeure ihre Büros und Läger errichtet, und die Kleinhändler raufen sich um jede Kiste Obst, Gurken, Tomaten usw. Neue große Häuser weiden hier mit Beschleunigung fertiggestellt und neue Läden und Lager• raume für Obst und Gemüse geschaffen. Neuer Boden ist erworben, auf dem eine große Zentralmarkthalle ent• stehon soll, und die Grenze von Hadar Hacarmel, die sich bisher immer nur nach oben den Karmel heraufschob, er- «׳eitert sich jetzt auch nach unten. Niemand kann sagen, wie weit diese Konjunktur anlialten wird, wenn wieder normale Zeiten eintreten und die arabischen Händler, die jetzt von den Anhängern des Streiks, vielfach mit Gewalt, gehindert werden, ihre Waren in die jüdischen Stadtteile zu bringen, wieder in Hauar Hacarmel, Bath ( ialim usw. ihre billigen Waren anpreisen. Niemand kann heute schon ermessen, welche Veränderungen von Dauer sich für die jüdische Wirtschaft und die Wirtschaft des Landes aus den Unruhen ergeben werden, wenn sie auch zweifellos positive Ergebnisse hatten und haben werden. Der jüdische Jischuvv Haifas bemüht sieh kraftvoll, Schaden abzuwendeii, und Männer von Energie und Voraussicht steilen konkrete Pläne auf, um das jüdische Haifa zu befestigen und auszubauen. Niemand aber wi'd verkennen, daß auch in Haifa die Situation auf dem Jischuw lastet. Schwere Todesopfer, darunter den grausamen Ueberfall auf der Kannelstraße, hat auch das jüdische Haifa zu beklagen. Gerade in der letzten Zeit hat die Spannung stark zugenommen, in der ganzen Stadt sind Wachen verteilt. Neben Polizisten patrouillieren Matrosen durch die Straßen. Lastwagen und Soldaten fahren hindurch. In der Altstadt hat es den Anschein, als wenn Kriegszustand wäre. Sonderbar erscheint es immer wieder, daß trotz allem das normale Leben weiter geht, die tägliche Arbeit geleistet wird. Der Beobachter sieht die Fortschritte, in den rein jüdischen Stadtteilen scheint das Leben fast unverändert, die Cafes sind voller Menschen, und die Stadt wächst. Kampf gegen Arbeitslosigkeit Zürich, 26. August. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat dem Aktions-Comite einen Bericht über die vom Jischuw getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vorgelegt. Die Zahl der jüdischen Arbeitslosen 5n den Städten Palästinas wird in dem Bericht auf 6000 im Monat Februar und auf 4000 im gegenwärtigen Augenblick geschätzt. Die größte Zahl der Arbeitslosen entfällt aut Tel- Awiw. An der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit haben einerseits die Jewish Agency, andererseits der Verband der jüdisehen Arbeiterschaft ״Histadrut Haowdim“ und die Poaie Misrachi teiigenommen. Es sind zwei Fonds geschaffen worden. Der eine für die Finanzierung jüdisch-öffentlicher Arbeiten, der andere für Arbeitslosenunterstützung. Jedes der über 60 000 Mitglieder der Histadrut und der Poaie Misrachi hat sich verpflichtet, den Ertrag von zwölf Arbeitstagen dem Arbeitslosenfonds ״Tiwjen Haawoda“ zuzufiiliren. Die Zeichnungen für diesen Fonds betragen bisher 80000 Pfund. Davon sind 30000 Pfund bereits bar eingezahlt worden. Es wird bemerkt, daß die Ein- Ziehung der noch ausständigen Beträge durch die gegenwärtigen Unruhen etwas erschwert wird. Dank den vereinten Bemühungen von Jewish Agency und Histadrut wurde die Gesellschaft ״Bizzur“ zur Förderung jüdischer öffentlicher Arbeit ins Leben gerufen. Zu dem eingetragenen Kapital von 50000 Pfund haben die Jewish Agency und die Histadrut je 15 000 Pfund beigetragen. Mit Hilfe dieses Kapitals konnten Darlehen zur Durchführung von Arbeitsprojekten mit einem Gesamtkostenaufwand von 273000 Pfund gewährt werden. Zahlreiche arbeitslose Juden haben dadurch wieder Beschäftigung erhalten. Gleichzeitig hat die Jewish Agency auch Verhandlungen mit der Palästinaregierung über den Bau neuer Straßen zur Verbindung der jüdischen Kolonien untereinander aufgenommen. Die Durchführung dieser Arbeiten wird 800 jüdisehen Arbeitslosen Beschäftigung geben. Zahlreiche Jugendliehe Arbeiter werden aus den Städten in die landwirtschaftliehen Siedlungen übergeführt. Aus Tel-Awiw allein sind 400 männliche und weibliche Jugendliche in die Kolonien gegangen. _ Berichtigung. Die neue Klinik in Petach Tikwah, deren Bild wir in Nr. 64 veröffentlichten, ist nicht von der Regierung erbaut, sondern von der Kupath Cholim und ist auch noch nicht in Betrieb genommen. Die Infektions-Abteilung des Regierungs-Krankenhauses in Jaffa ist für jüdische Patienten provisorisch in Pardess Katz untergebracht worden- HUGO JACOB *NFRAGEN■!FROHER in FIRMA JACOB & VALENTIN) Frachtagentur der London & North Eastern Railway für den Schnellverkehr Hoek van Holland - Harwich. — Ablieferung binnen 20 Stunden ab Berlin INXEBNATIONAIiE SAIIMKU- UND ÜBKKSEE-VERK F. II U S - G MBH 1mm NW 40 / HEIDESTRASSE 73 (naht Uhrttr Bahnhof) / Ftrnspredier 1 Sammol-Nummor C 5 4718 Umzug« nach England ohm Umladung in Eährboofwag«n / Expedition von R«isag«p8ck im tögilctavi ladungtdionst / Umzug• noch d«m Ausland und Obers•• in Uftvans