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Jüdische Rundschau · 1936-08-25 · Heft 68 (25.8.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 68 (25.8.1936)
Date
1936-08-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 68. 25. VIII. 1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 9 Dichtender Sdmeidergesell in Polen Die ״Cliiiniosih-Liecler" des I//ik Manger Von Mascha Knlrko / Mit autorisierten Cberset/.ungen von Masdia Kaleko ״Dichtender Schneidergescll“, — von diesen beiden Wörtern hat das erste das zweite verschlungen: Izzik Manger ward kein Großer im Reiche der Nadel und Schere; aber im Oartcn der jiddischen Dichtung ist sein Name wohlbekannt. Ein fruchttragender Baum ist Manger in diesem abseits gelegenen Gärtchen. Immer raschelt es in seinen Zweigen, und alle Jahre fällt eine reife Frucht vom Baum. Einmal heißen diese Früchte ״Stern afn Dach“, ״Latein im Wind“ oder gar ״Dämmerung im Spiegel“, — dann sind es Gedichte oder Balladen. Ein andermal läßt der Lyriker Manger ״Völker singen“, indem er Volkslieder ins Jiddische nachdichtet. Und ein drittes Mal gefällt cs ihm, in wohlgelungenen Versen die ehrwürdigen Gestalten der Bibel ihrem pergamentenen Schlaf zu entreißen. Manger tut dies auf eine durchaus nicht herkömmliche Weise. Wie er im Vorwort zu seinen ״Cluitnesch-Licdern“ frei bekennt, sind seine Lieder ״so eine Art Schelmenspiel mit den silbergrauen Bärten der Erzväter und den Stirnhauben- Zipfeln der Erzmütter“, eine dichterische Behandhingsweise, die den westjüdischen Leser zuerst vielleicht ein wenig fremd anmuten wird. Darum ein paar erläuternde Worte, statt einer langen Einleitung: Wenn der westliche Jude sich lesend, schreibend oder referierend mit einem biblischen Thema befaßt, so ist dies zumeist entweder eine ketzerische oder eine überaus ״heilige“ Angelegenheit. Wenn er das Wort ״Bibel“ denkt, legt er meist schon innerlich ein reines Gewand an und rüstet sich mit dem erforderlichen Pathos aus; — cs ist, als machte er dem lieben Gott einen Besuch. Ganz anders ergeht es dein ostjüdischen Menschen mit seinem ״Chumcsch“. Ihm ist die Bibel gewiß in g'eichcm MaBc ״Heilige Schrift“, und doch hat er ein lebendigeres, intimeres Verhältnis zu ihren Gestalten. Ihm wird nichts zum papierenen ״biblischen Stoff“. Er steht mit der Bibel ״auf du und du“. Von Kindheit an ist ihm das Leben der Erzinütter und Patriarchen wohlvertraut, ■das Land der Bibel ist sein Land, ihre Menschen seine nächsten Nachbarn. Schon der kleine Chcderjunge, wenn er, sein Chumesch unterm Arm, heimkehrt vom ״Melanied“, träumt das eben Gelernte in die Landschaft hinein, durch die er geht. Begegnet er dem polnischen Hirten inmitten seiner Schafherde, 60 beginnt die Phantasie des kleinen Judenjungen schon, die grünen Felder des heimatlichen Dorfes mit den Ribelgcstalten zu bevölkern; — sind das nicht die zehn Jakobssöhne, die da beim Herdenliüicn ihren abscheulichen Plan aushecken? Und den grausamen Pharao kann er sich leibhaftig vorstcllcn, er braucht mir an den ״Pan“ zu denken, den gefürchteten Gutsbesitzer im polnischen Dorfe. — ״Bibel“, welch kaltes, fremdes Wort für den innigen Begriff des ״Ttiach“, in dem am Schabbat der Vater einen ״verhört“. ״Bibel“, — das ist doch die Thora im Samtmiintclchcn mit den Silberglocken, di« man am Jontef in der Schul küssen darf. Greift der Vater in einer freien Minute zu einem seiner Folianten, so hat das allemal mit ״jenen Dingen“ zu tun; und auch die Mutter, das Hiar züchtig־ mit dem ״Stirntuch“ bedeckt, liest ihm an d.immrigen Schahbatnachinittagcn aus ihrem vergilbten Geschichtenbucli vor, dem ״Tcjtsch-Chuinesch“. Und, wiewohl unser kleiner Chcderjunge genau weiß, daß dieses Tejtsch- Chumesch nur ein ״Weiberbuch“ ist, und daß cs den Frauen all die großen Kommentare wie Mischna und Oemara ersetzen muß, lauscht er doch dem summenden Singsang der Mutter, die ihre Gebete schickt zum ״Gott von Awrohom, von Jizchak und Jaakow“. Es ist ein nahezu ״familiär-vertrautes“ Verhältnis zum Pentateuch-Lehen, in das schon das ostjüdische Kind hineinwächst. Die Gestalten der Bibel schweben ihm durchaus nicht in ״höheren Sphären“; leibhaftig da sind sie alle, ..Awrom Owimi“, mit seinem langen Silberbart und all die anderen. Aus tausend Legenden und Geschichten kennt er sie nah wie einen Verwandten, und so erwächst die vertraute Be- Ziehung, das Empfinden wird inniger und — entsprechend unpathetischer. Man muß ein wenig um diese Dinge wissen, sonst kann es geschehen, daß man dem Dichter Manger so ehrwürdigen Gesta!'.::1 gegenüber die ״Schelmenkappc“ verübelt, daß man iingerechtcrwcise ״Blasphemie“ schreit, wo in Wahrheit nur nahes Verfranfseiii, liebevolle Intimität Ursprung wird zu Seherz und lyrischer Neckerei. Ich habe mit Bedacht von allen ״Chumesch-Liederu“ die beiden nachstehenden ausgewählt, weil sic mir am geeignetsten schienen, eine erste Bekanntschaft mit dem westjüdischen Leser zu vermitteln, ebenso wie das Vorwort und der reizvoll altertümliche Vcrs-Vorspmch des Verfassers. Wenn meine wenigen Worte den Dichter Izzik Manger hei der Lescrschaft soweit eingeführt haben sollten, daß Wendungen wie ״Schlaf, Jizchak’l Awinti, schlaf“, in dem bezaubernden Wiegenlied der Mutter Sore, oder ähnliche im Josefsgedicht bereits als ״charmante Anachronismen“ aufgenommen werden, dann hat die Mühe sich gelohnt, — und der westjüdische Leser die Probe bestanden. Izzik Manger: Vorwort zu den ״Chumesdi-Liedern" Die Lieder, die in diesem Büchlein gesammelt sind, sind so eine Art Srhclnicnspiel mit den silbergrnucn Bärten der Erzväter und den Slirnhnubenzipfein der Erzinülter. .. Der geneigte Luser wird entdecken, daß die Lan.lschaCt, in der «110 Bibel-Gestalten sieh bewegen, nicht die Kanaans ist, sondern eine slawische — mir scliwebto die ostgalizische vor. Diese Landschaft mit ihren Trauerweiden um Wegrand, ihren Kirseliengiirten, ihren seltsam verschwiegenen Dämmermigeii klingt in der Erinnerung an meine allerersten Kinderjalirc nach. Umgeben von solcher Landschaft hat mein Vater, als wandernder Schneidergesell. seine Ptirimspiolc verfaßt, die er mit seinen Genossen zusammen spielte. Die Selielincnkappo des jüdischen Purimspiels hat mir Leim Schreiben dieses Buches vorgesrhwebt. Und die lyrischfromme J’aiilomimc meiner Mutter über ihrem ,,Tejtsch- Chumesch“. Zur Landschaft: Hie und da einmal, in den Ferien, ging es fort '0n Czernowitz zum Großvater in die Sommerfrische. In der Kutsche des Großvaters — des Fuhrmannes Awrohom Manger. Der Abend dämmert, dunkelt. Die Wolken sind Rar keine Wolken, sondern seltsame, geheimnisvolle Wesen, die sieh auf die Trauerweiden am Wegrand!längen und lagern ■— ein Schrecken für das kindliche Gemüt. 0 süßes Graun im kindlichen Gentüte (— ob der Großvater einen nicht gar zur ,,Opferung“ führte...) Der Großvater halte so traurige Augen. Eine rote Troddel war an seiner Peitsche. — I ml heim Happen, der rechts vorgespannt wurde, sah man einen blankgeschcuerten Flecken im Fell. j XScIistten Freitag: | Kimler-Ktmdscliau SALMAN SCHN EUR L-׳*-- Autorisiert« Uebersctzung von Grete Fischer 2. Fortutiung Nadlet nute verboten ״Rabbi!“ stammelt0 er — ,,.jetzt ist mir alles gleich. Ich will Soldat werden. Ich werde auch Soldat, wenn es »ein muß, wenn nur ... wenn nur .. Aber der Rabbi batte bereits seinen Kiel wieder aufgenommen und hatte die grauen Augenbrauen gerunzelt, wie zwei Silberbogen, über seinen alten Band gebeugt; ein Zeichen, daß er zu schreiben wünschte, ein Wink für Noah, zu gehen. Aber als Noah schon die llnnd an den Türgriff gelegt hatte, rief der Rabbi ihn zurück. ״Komm her, mein Sohn!“ Noah lief wie ein Schulbub zu des Rabbi Tisch. Der Gänsekiel, mit einem Tropfen Tinte an der Spitze, wies nach oben zur Decke, wie ein dürrer Finger, der Noah den Weg zum Himmel zeigen wollte. ״Wenn Gott dich vom Dienst befreit haben wird, auch dir einen anderen Beruf.“ Noah war bestürzt. ״Ich will brav »ein, Rabbi! Ich will alles tun von jetzt, an, Rabbi!“ Der Gänsekiel senkte sich. ״Ich glaube dir, mein Sohn. Trotzdem, es wird besser sein. Wenn du deinen Beruf Wechselst, wird sich dein Schicksal ändern“ Pandres Augen und seine versagende Stimme waren voller Tränen. ״Was soll ich denn machen, Rabbi! Wo soll ich hin? Mein Vater war Fleischer. Mein Großvater war Flei- «eher. Und mein Urgroßvater auch.“ Der Rabbi schien ihn nicht gehört zu haben. Seine alten Augen ruhten wohlwollend auf Fandres breiten Schultera und mächtigen Gliedern. Dann sagte er, ruhig und bestimmt, als wäre es die Lösung eines lang durchdachten Problems: ״Werde Fuhrmann!“ VIERTES KAPITEL / PANDRE WIRD KUTSCHER Die Svnngoge der Fleischer summt von zwei aufregenden Neuigkeiten wie ein Bienenstock. F.rstens: ein so großer starker Kerl wie Noah, der Schlächter, ist vom Militär freigekommen. Zweitens: er will das Fleischerhandwerk aufgeben und Fuhrmann werden! Freigekommen war Nonh durch ein Wunder, wie es nur einmal in hundert Jahren passiert. Beim Losen hotte er eine der höchsten Nummern gezogen. In diesem Jahre waren eine Unmenge junger Juden reif fürs Militär, kaum ein paar waren nach Amerika gegangen, und als Noah und noch ein paar andere mit ihren Losen an di« Reihe kamen, war die erforderliche Zahl tür den Bezirk voll und alle die hohen Nummern kamen frei. Noah nahm das als oin Zeichen vom Himmel. Sicher war das der Segen des Rabbi. Wie konnte es anders sein? Denn sonst blieb fast jedes ,Jahr die Zahl der tauglichen Juden hinter der Quote zurück, die Mindertauglichen mußten aurgehoten worden, und nueh die Ernährer alter F.ltern, die eigentlich hätten befreit werden müssen, wurden eingezogen. Kein Attest des Kveisrabbiners half in solchem Falle. Wunder aller Wunder — sie hatten nicht einmal verlangt, daß er sich auskleidete, ein eiserner Kerl wie Noah! ״Mach, daß du wcgkommsl!‘■ hatten sie gesagt und ihn auf den Rücken geklopft — ״du bist frei.“ Ein merkwürdiges Jahr war das: es gab bei der Rekrutierung mehr Gel lieht er als Tränen. Zweifellos hatten die Militärärzte von den Herren am grünen Tisch einen Wink bekommen, daß sie dieses Jahr nur die ausgesuchten I.eilte nehmen sollten. Alle Scbioliaen, Schwerhörigen, Stimmtfeinden, Kurzatmigen, Kopfvvnckelnden, Schvvndiköpfigen konnten sich packen. Und so groß war der Ueberfluß, daß sogar ein Riese wie Pnndre entbehrlich war. Nicht umsonst, sualcn die Leute, hatte Nonh zwei rote Muakclblioder um den Leih. Es war bestimmt ein Glücksmal. Am Abend dieses Tages bestätigte Pandro selbst bei einem Glase Schnaps seinen Freunden, daß er die Solilfiehterei aufgehen wollte. Die Schlächter starrten ihn entgeistert an. Unglnuhlk.11, ein Handwerk aufzugeben, zu dem man geboren und erzogen ist, das man vom Vater und Großvater und Urgroßvater ererbt hat! Sie verdächtigten ihn, daß er sich mit Simche verbündet habe, Fleisch von auswärts einzuführen, ohne die Gemeindesteuer zu zahlen. So einem Gewaltskerl wie Pandre und so einem boshaften Burschen wie Turcru war alles zuzutrauen. Also sagten sie: ״Paß auf, PandreI Aber mach keine Geschichten mit uns! Vorsppucb LOB SEI Dl», GOTT IM HIMMEL, LOB / DER DU Milt GABST DIE STÄRKE / AUF DASS ICH MDG MIT SCHWACHE» HAND / VOLL- ENDEN DIESE MERKE / ICH HAR MIT Mt II UND VIELEM FLEISS / DIE VÄ- TER TUN ERWECKEN / AUS G1LBEM Bl.AUF UND SILBERSTAUB / DER TIEF SIE TAT REDL(;KEN / NUN STEHEN SIL I ND SIND BEREIT / ALS OB SIE MOCHTEN LEISEN / UND MOLLEN, LIEBER LESER, DIR / EIN ״SCIIO- I.KM AI.!’..ICHFM“ GEREN / SCHWEIG ST! 1,1,1■',. SONDER FRAGEN / SIE MOLLEN DIR MIT HEI LG EM MUND / VIEL SCHONE W ENDER SAGEN / UND DER DA HAT DIES BUCH GEMACHT / HAT GAR VIEL ZEIT DAMIT VERBRACHT / IZZIK MANGER IST EH GENANNT / EIN SCHNEIDER ALS WALLACIUSC1I LAND / SORE SINGT JIZCHAK’L EIN SCllLAFI.lED Die Mutier Sore au der AA’irg': ,,Schlaf, ,!hchuk'l Avvinu, schlaf! Es hütet auf der Wieso Der llirte seine Schaf'. Spricht ein Scliafh'in: es Cl Du:, Sagt (las zweite: 's i-t Nacht; Denn Reil, der Krämer, hat schon längst Die Läden zligeinaelit. 1)11 sielnt's daran: lh׳i Do» , dem Schmied, l«t's jetzt m11rk>mä11-ri1r!)'l1!l. Lud 1 eil), der Müller, -treieht sich schon Den Barl vor seiner Muhl’. Spricht das erste: nein, s ist lag; Denn horch: in des Gaon- Klaus' Paukt der graue Kater -c!Ion Die ,,Sii!ra'' mit der Maus. I nd sieh, beim Cha-cu auf dem Dach Grast sein!11 des Schneiders Zie!׳'. Und Ji/rhak'l. der kleine, liegt Noch wach in seiner AVicg'. Spricht der llirte: AN ißt ihr was? AVir geliert Manu für ,Mann, Und fragen, oh es 'Tag, oh Nacht, Bei Jizchak’l seiher an! Nun, eihiluhi, Jizchak'l, Nun. eilululn, schlaf! Es stehen schon vor unsrer Tür Der llirte 11ml die Schaf'. Nur sachte, sachte, lieber Hirtl Du siehst doch, es ist Nacht; Denn ,ii/chak'l Awinu hat Die Acuglein zugemarht. Du sielist doch: sieben 'Tropfen Tau Auf Mohn und Löwenzahn. Auch schlafen auf den! Ilühnersteig Die Glücke und der Halm. Spricht der flirte drauf: Schon gut! Geld fort mit leisem Tritt, Und nimmt der Mutter Sure Lied Auf seiner!,'löte mit.“ Wenn ihr mit Simche Turcru eine Suche auskocht, kommt ihr uns nicht lebendig aus den Fingern!“ Sohnld Noali den Verdacht hörte, sprang er auf wie ein wildes 'Tier, schmiß mit einem leichten Stoß den schweren eichenen Tisch um, mit allen Fluschen und Glasern, und sagte: ״Ah, also drohen lut ihr mir, ja?“ Und er kreuzte die Anne über der Brust und iivierte tu« wie so ein Leopard ein |1aar Mäuse, Obwohl diese Mäuse ein Haufe recht!!eiliger Kerle war, breitschultrige, muskulöse Jungen, mit hurten Brustkasten und dickgeäderten Händen. ״Wie Flieger» zerquetsch’ ich euch, ihr Ansbande.“ Aber eine Sekunde später war sein Zorn verflogen. Er erinnerte sich an den Rubin und an seine Gänsefeder, und er!Schelle etwas tölpisch, so daß man seine weißen Zähne und das rosige Zahnfleisch unter dem (schwarzen Schnurrbart sah. ״Is schon gut! Ich will euch sagen, was los ist. Der Rabbi hat gesagt ... er hat mich gesegnet ... und er hat gesagt ... wenn ich freikomme, soll ich auiltören, Schlachter zu sein.“ Als die SehiBchter diese Erklärung hörten, wurden sie still und rückten ehrfürchtig nb, und Noah Pandro stelzte zwischen dem umgeworfenen Tisch und den zerbrochenen Flaschen hinaus, wie ein Löwe zwischen Ruinen, und ging davon, ohne auch nur Gutenncht zu sagen. Er knurrte nur noch. ״Ich werde jetzt Fuhrmann!“ Von dem Tage an war Pandre nicht mehr im Schlachthau« zu finden. Er überließ sein Geschäft, seine Kunden, seinen Laden, seinen Hauhloek und seine Flcischeraxl »einem alten Kumpan und Naclibnr Simche und bekam noch ein bißchen Geld dafür. Aber es war nicht so leicht, in die Fuhrmnnnsgilde hinein?,ukommen, mit einer neuen Kutsche und einem kühnen Gespann. Die alten Fuhrleute wollten auch verdienen und ihre Pferde fraßen genau so gerne Hafer, Außerdem mußte er das Fach erst erlernen. Also mußte!,andre, wie alle Fuhrleute, erst einmal als Kutscher anfnngen. Sender Pardon nahm ihn. Aber er hätte cs nicht getnn, wenn der Rabbi nicht wieder geholfen hätte. Denn es ist nicht so leicht, einen Fuhrmann dazu zu bringen, daß er sich einen Lehrling auf den Hals nimmt. Da muß er schon krank sein, oder sehr reich, so daß er zwei Wagen hat. So reich war Pandres Meister nicht. Sender war ein großer starker Mann von etwa sechzig Jahren, mit gelblichem Gesicht und dünnen rötlichen Haaren,

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