Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1936)
- Date
- 1936-08-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit• 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 25. VIII. 1996 Die Lage der Juden in Südafrika Von unserem Berichterstatter IN ALLER KURZE Ein Massen Protest der polnischen Judenheit gegen die Unruhen in Palästina wurde lur den 27. August festgesetzt und wird unter der Losung ״Gegen den Araberterror in Palästina, gegen die Einstellung der Einwanderung“ durchgeführt werden. Alle jüdischen Gemeinden des Landes, die Agtidas Jisrocl und andere Parteien, werden an der gleichzeitig in allen Teilen Polens durchzuführenden Prot es tk undgebung tellnehmen. In Anwesenheit von 50 Delegierten wurde in Genf am 18. August eine Weltkontcrenz der vereinigten zionistischen Arbeiterparteien Poalc Zion- Hitachduth mit einer Ansprache von Berl Locker eröffnet. In einer Konferenz zionistischer Verbände der Vereinigten Staaten ist beschlossen worden, eine 125 000 - D o 11 a r - S c h c k e I k a m p a g n e e i n z u 1 e i t e n. In New York wurde eine ״Zentrale Gesellschaft amerikanischer Juden für Kolonisation in Pa- I ä s t i n a“ gegründet. Die Gesellschaft verfolgt den Zweck, amerikanische Juden die Ansied hing in Palästina durch Ermöglichung ratenweiser Bezahlung der Ansiedlungskosten zu erleichtern. Lin Vertreter der!5flarmingsgesellschaft Jachin nahm an der Gründtingsversaminlung teil. Mit der Palestine Economic Corporation werden Verhandlungen über einen Anschluß an die Gesellschaft geführt. Wie der Exekutive-Direktor des American Joint Distribution Committee, Joseph C. Hy man, bekanntgibt, hat der Joint im ersten Halbjahr 1936 an Organisationen und Einrichtungen für jüdische Kiriderfursorge in Polen Bei- Hilfen im Gesamtbeträge von •18 000 Dollar gewährt. Wie das 8״-Uhr-Abendblatt״, Berlin, berichtet, eröffnete itn Bryant-Park von New York der Bürgermeister dieses Stadtteils eine Bibliothek unler freiem Himmel, die sich regen Zuspruchs crfn'ut. Die Verwaltung dieser neuartigen Bücherei bietet ihren Lesern die Bequemlichkeit eines Liegestuhls, für den eine Gebühr von zehn Cents zugunsten der Arbeitslosen erhoben wird. Line Statistik ergab, daß das meistgelesene Buch die B i b e I war. Das neue L 1 n w a n <1 e r 1t n g s g e s e t z. für C y p e r n ist nunmehr in Kraft getreten. Ls sieht vor, daß kein Ausländer einen u!1 bedingten Anspruch auf Zulassung nach, Cypcrn hat, und daß die Erlaubnis zum ständigen Aufenthalt von einer besonderen schriftlichen Bewilligung der Einwanderungsbehurden abhängig ist. Gewisse Kategorien von Personen dürfen überhaupt nicht nach Cvperti einwandem. Am ■1. September wird der Vorsitzende der Jüdischen Ciemeinde KYmigshirg, Geheimer Medizin,airat Professor Dr. Hugo Falken 11 e i m, 80 Jahre alt. Im Alter von 78 Jall reu ist in Antwerpen der bekannte jüdische Philanthrop Marcus Pr e א s e I gestorben. 111! Alter von fast 65 Jahren starb der Rabbiner der ״Vereinigten Alten und Neuen Klaus“ in Hamburg, der langjährige Dajan des Oberrabbinats und Rabbinatsverweser, Dr. Selig K a m b e r g e r. Dr. Erich Huth, ein hervorragender Pionier der Radio- Wissenschaft, ist nach langem Leinen gestorben. Die jüdische Presse Das Gemcindeblattdcr Jüdischen Gemeinde zu Berlin veröffentlicht in seiner letzten Ausgabe einen Aufsatz von Hermann Samt er über die jüdische Presse in Deutschland. In diesem Artikel wird u. a. die Entwicklung des Gesamtumfangs der Blätter dargestellt und zu diesem Zwecke das erste Vierteljahr 1932 mit dem ersten Vierteljahr 1036 verglichen. Aus den Angaben über die ״Jüdische Rundschau“, die wir diesem Artikel entnehmen, ist ersiehtlieh, daß sie ihre Seitenzahl in dieser Zeit von 120 Seiten auf 51(1 Seiten gesteigert hat, wahrtnd die Steigerung bei den Anzeigenseiten von 11,5 auf 172,1 erfolgte. Die Steigerung des (iesamtumfanges der ,.Jüdischen Rundschau“' betrug also das •t 1 , f a e 11 e und des Inseratenteils das Z w ö 1 I f a c 11 e. Weiterhin werden Angaben über die Zunahme der F a m i - I i e n a n / e i g e!1 gemacht. Wahrend diese im ersten Vierteljahr 19)2 bei der ״Jüdischen Rundschau“ 32 Anzeigen umfaßten, waren es im ersten Vierteljahr 193t) 7-17 Anzeigen, Mit dieser Ziffer, wie auch mit der Steigerung des Inseratenteils und dem Gesamtwmfange nach, steht die ״Jüdische Rundschau“, wie aus der Zusammenstellung hervorgeht, bei weite in an der Spitze aller jüdischen Blätter in Deutschland. Ergänzend ist hierzu zu sagen, daß die ״Jüdische Rundschau" nicht nur, wie in dem Artikel erwähnt, die einzige 7 w e i m,a! w 9 e 11 e 11 t I i e h erscheinende Zeitung ist, sondern daß sie auch die größte Verbreitung über alle Teile der 'Weit bat und über B e z i ther i 11 91 L;1 n d e r 11 verfugt. Beim Vergleich, der Autlageziffern mußte schließlich noch aut die I lohe der B e / u g s g e b 11 h r e 11 hingewiesen werden, da ein Teil der Blatter zu ganz geringen nominellen Preisen geliefert wird, während die ,,Jüdische Rundschau“ «ne normale Aixmnementsgebulir fordert. I )10 große Verbreitung der ״Jüdischen Rundschau“ ist auch mit eine Ursache für die hohe Zahl der L a m i 1 i c!1 a n / e i g c n. Bis einschließlich Nr. 68 betrug die Zahl der Lamilienasutigen im Jahre 1936 1869. Schließlich ist aus dem Artikel!1׳ - Gcmeimlcblattes nicht zu ersehen, inwieweit die Verschiede 11 h c 1"t der Formate der einzelnen Zeitungen berücksichtigt wurde, wenn der Gesamtumfang der Blätter und des Inseratenteils miteinander verglichen wurden. Ls scheint, daß hierbei auch kleinere Formate, wie /. B. das der Gemeindeblätter, in gleicher Weise gezählt wurden wie das normale Zeitungsformat der ״Jüdischen Rundschau“. Ueber Richard Beer-Hoftnann sind aus Anlaß des TO. Geburtstages des Dichters zwei Publikationen erschienen, und zwar ein Buch in englischer Sprache von Salomon L i p t z i n, New York (Bloch Publishing Comp.). Das andere Buch ist eine Darstellung in deutscher Sprache von Alfred Werner (Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien). Richard Beer-Hofmann ist wahrlich ein dankbares Objekt für literarhistorische Untersuchung; denn selten ist ein dichterisches Werk so organisch gewachsen, unter schärfster Selbstkritik des Dichtcr's, ohne nebensächliches Rankenwerk. Eine kleine Anzahl von Dichtungen höchsten Ranges bilden die Meilensteine am Wege des Dichters, der sein Lebenswerk mit einem Drama krönt, in welchem Sinn, Sendung und Schicksal des jüdischen Volkes in dichterischer Verklärung behandelt wird. Die beiden Bücher geben jedes in seiner Art eine feine und durchdachte Analyse der einzelnen Werke Beer-Hofmanns. Man kann nur wünschen, daß diese Bücher viel gelesen werden und auch den Werken des Dichters die Bann frei machen zu einer immer größeren Verbreitung. Denn wir kennen wenige Werke, die gerade in der heutigen Zeit des Schwankens der jüdischen Lcbcnsgrundlagc, das nur durch eine radikale Selbstbesinnung überwunden werden kann, dem jüdischen Leser mehr not täten als der Geist der Werke Becr-Hofmanns. J. K. London, 15. August Im zionistischen Kreise berichtete das soeben aus Südafrika zurückgekehrte Mitglied der Exekutive der Jcwish Agency, Professor B r o d e t s k v, über seine Eindrücke vom südafrikanischen Judentum. Die südafrikanischen Juden unterscheiden sich von fast allen jüdischen Gemeinschaften durch ihre besondere Homogenität. Herkunftsmäßig ist die überwiegende Mehrheit der heute 80 000 Seelen zählenden Gemeinschaft aus Litauen und Lettland eingewandert. Da die jüdischen Gemeinden in Südafrika nicht älter sind als die zionistische Bewegung, gab es und gibt es keine Intcrcsscntengruppc und keine jüdische Organisation, _ die dem Zionismus je entgegengetreten wäre. Die Zionistische Organisation ist die einzige bedeutende jüdische Organisation des Landes und umfaßt, besonders in der Provinz, beinahe 100 «0 der jüdischen Bevölkerung. Das ist um so bemerkenswerter, als die einzelnen Gemeinden klein und weit verstreut sind und mit den Zentren in Kapstadt und Johannesburg schon infolge der großen Entfernungen nur in losem Kontakt stehen. Professor Bixxlethkv ist wiederholt in Gemeinden von 50, 40, 20 und weniger, in einem Falle sogar von mir 3 jüdischen Seelen gekommen; gerade hier haben sich fast sämtliche Juden für die zionistische Arbeit zur Verfügung gestellt. Eine Gemeinde von 100 jüdischen Seelen zählt schon zu den größeren. Die zionistische Arbeit ist ferner durch die wirtschaftliche Lage der Juden begünstigt. Es ist zwar Spanische ZilruswirlschaSI und Palästina Von unserem Berichterstatter Barcelona, 14. August 1936 Die Saison 193536׳ hat für den spanischen Apfelsinenexport trotz schwachem Beginn eine erhebliche Steigerung gegenüber 1934/35 mit sich gebracht. Von Saisonbcginn bis zum 20. 6. 36 (im Juli finden nur noch unbedeutende Verschiffungen aus Spanien statt) wurden 10 005 000 Kisten auf dem Seeweg (8 296 (XX) Kisten im Vorjahr) und 337 000 t (308 700 t i. V.) auf dem Landweg ausgeführt. Ein Vergleich mit der palästinensischen Ausfuhr zeigt, daß diese im gleichen Zeitraum einen Rückgang■ auf 5 875 000 Kisten gegen 7 280 000 Kisten im Vorjahr zu verzeichnen bat. Einer Mißernte in Palästina stand in Spanien eine Ernte gegenüber, die zwar für die frühen Sorten als schwach, für die späten Sorten aber als gut bezeichnet werden kann und die gegenüber der besonders schwachen Ernte des Frostwinters 1934/35 ziffernmäßig eine starke Steigerung bedeutet. Detaillierte Zahlen sind bisher nur bis Ende April veroff entlieht worden. In den Hauptexportmonaten Januar-April konnte Deutschland seine im Vorjahr errungene Stellung als Hauptabnehmer spanischer Apfelsinen mit 169 000 t im Werte von 25,4 Miß. Goldpeseten halten (Vorjahr 121000 t im Werte voll 18,4 Miß. Op.). Es folgen England mit 132 446 t im Werte von 19,8 Milk Gp. (Vorjahr 92 400 t im Werte von 12,9 Mill. Gp.) und Frankreich mit 108 100 t im Werte von 16,1 Mill. Gp. (Vorjahr 141 000 t im Werte von 21,9 Mill. UeberSall auf jüdisches Städtchen In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ist auf das jüdische Städtchen wiszonki-Wipichy bei Cicchonowice ein planmäßiger Ueberfall durch militärisch organisierte Nationaldcmokraten nach der Art des vor einiger Zeit von dem Krakauer nationaldemokratischcn Führer Dobos/ynski aut das Städtchen Mislenice unternommenen Angriff verübt worden. Etwa 150 nationaldemokrafische Bauern nahmen unter der Führung eines Gutsbesitzers an dieser Aktion teil. Auf Befehl ihres Kommandanten nahmen die in Abteilungen von 10 bis 15 Mann gegliederten Truppen mitten in der Nacht eine systematische Vernichtung des gesamten Eigentums der jüdischen Einwohner vor. Die 36 jüdischen Familien des Städtchens erhielten den Befehl, ihre Häuser sofort zu verlassen. Die Juden brachten Frauen und Kinder in dem benachbarten Bromsk und Cicchonowice unter. Inzwischen wurden die Fensterscheiben aller jüdischen Häuser zertrümmert, die Einrichtung der Wohnungen und Läden in Stücke geschlagen, die Fußböden wurden aufgerissen, hier und da sogar die Dächer durchlöchert. Erst am folgenden Morgen traf Polizei ein und nahm die Untersuchung auf. Vorläufig sind keinerlei Verhaftungen vorgenommen worden. Berufung Im Przytyk - Prozeß Warschau, 19. August. (JTA.) Gegen das vom Radomer Kreisgericht gefällte Urteil in dem Prozeß wegen des Pogroms von Przvtyk haben der Staatsanwalt und die Verteidiger der jüdischen Verurteilten Berufung angemeldet. Der Staatsanwalt beantragt die Erhöhung der über den jüdischen Hauptangeklagten Schoi-em Leske verhängten Gefängnisstrafe von acht auf zehn Jahre und der des Verurteilten Friedmann von sechs auf acht Jahre, Auch bei den übrigen jüdischen Verurteilten wird eine Straferhöhung verlangt. Gleichzeitig hat der Staatsanwalt gegen den Frei- Spruch von vier nichtjüdischen Verurteilten berufen. Der Berufung der jüdischen Verteidiger hat sieh auch itn Namen der Waisen des ermordeten Ehepaares Minkowski — der Mord ist bekanntlich ungesiihnt geblieben — der Anwalt Fenigstein angeschlossen, der die Wiedereröffnung des Verfahrens gegen die wegen Mangels an Beweisen frei* gesprochenen mutmaßlichen Mörder beantragt, ln der Berufung der jüdischen Verteidiger wird erklärt, daß die Begnindung des Radomer Gerichtsurteils vollständig einseitig und voreingenommen ist. Die Aussagen derjenigen Zeugen, die die jüdischen Angeklagten entlasteten, darunter auch von Zeugen aus den Reihen der Polizei und staatlichen Verwaltung, seien völlig unberücksichtigt geblieben. Die Berufungsschrift fordert Aufhebung des Radomer Urteils und Einleitung eines neuen Verfahrens. Das Gericht in Baranowici (Polen) verurteilte 20 jüdisclie Bürger, darunter 17 Mitglieder des Hachscharah- Kibbuz ״Schachria“, wegen Niederlegung der Arbeit am Tage des!’rötestes gegen die Pogrome in Przytyk zu längeren Gefängnisstrafen. Einer erhielt 1 Jahr, einer 8 Monate, einer 6 Monate, sechs erhielten je 4 Monate und elf je 3 Monate Gefängnis. nicht wahr, daß die südafrikanischen Juden reich sind. Die große Mehrheit gehört dem mittleren Bürgertum an, hat allerdings einen beträchtlich höheren Lebensstandard als die englischen Juden der entsprechenden Klasse. Sie \yohnen besser, leben besser und opfern mehr für zionistischc Zwecke. Im Unterschied zu anderen jüdischen Gruppen der Welt ist aber kein jüdisches Proletariat vorhanden. Diese ökonomische Schichtung trägt viel zur Oeschlossenheit und zum Zusammenhalt des südafrikanischen Judentums bei. Nicht nur das finanzielle Ergebnis der Tournee war befriedigend. Professor Brodetsky stellte fest, daß die zh> nistischc Bewegung von einer einsatzbereiten Jugend getragen werde, den Kindern des jüngeren Teils der ersten Generation. Wenn man die Reihen der aktiven Mitarbeiter verstärken könnte, wäre ein noch besseres Ergebnis der zionistischen Arbeit möglich, da das Maximum zionistischer Anstrengungen noch lange nicht erreicht sei. Auch die hebräische Arbeit macht gute Fortschritte. Prof. Brodetsky und Mrs. S i c f f nahmen an einigen rein hebräischen Versammlungen von mehreren hundert Anwesenden teil. Das antisemitische P r o b I e m ist auch in Südafrika sehr ernst. Die Grünhcmden-Bewegung hat heute schon das ganze südafrikanische Judentum in einen Zustand hochster Erregung und Sorgen versetzt. Auch Brodetskys Tournee ist von den Grünhemden zum Anlaß antijüdischer Propaganda genommen worden. Goldpeseten). Weitere Kunden waren Belgien, Holland,Schweden, Schweiz, Polen und Norwegen, die sämtlich Apfelsinen im Werte von mehr als 1 Mill. Gp. abnehmen, und mit kleineren Mengen die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Oesterreich, Dänemark und Finnland. Mit der einzigen Ausnähme von Frankreich ist auf allen anderen Absatzmärkten eine Steigerung der Umsätze zu verzeichnen. Der Rückgang des Absatzes nach Frankreich ist zum Teil auf die Nach- Wirkungen des Zollkriegs, zum Teil auf die Konkurrenz der brasilianischen und kalifornischen Apfelsine zurtickzuführen. Ein Vergleich mit den Zahlen der palästinensischen Ausfuhr zeigt, daß das Vordringen Spaniens, insbesondere auf dem englischen und deutschen Markt, in geringerem Umfang auch in Belgien und Norwegen, auf Kosten der Palästinaapfeisine ging, während in Polen, Schweden und Dänemark beide Konkurrenten Absatzsteigerungen zu verzeichnen hatten. Die Preisentwicklung während der Exportsaison verliet regulär. Der erzielte Durchschnittspreis von 149 Gold- 0" Monate Juni-Juli erzielt, die sich nicht mehr in tadellosem Zustande befanden. Die Voraussagen für die kommende Saison sind f"' friedensteüend. Das ungelöste Problem, das Pflanzer und Exporteure beschäftigt, heißt aber: Welche Wirkungen wird der Bürgerkrieg auf die Zitruswirtschaft haben? Das Ausfuhrverbot, das gegenwärtig für alle Nahrungsmittel im Interesse der Versorgung erlassen ist, wird voraussichtlich für die Apfelsinenausfuhr durchbrochen werden, ebenso wie es bereits jetzt für die Melonen- und Traubenausfuhr durchbrochen ist. W. A. Die Einstellung der griechischen Regierung Athen, 21. August. (JTA.) Die judenfreundliche Ein- Stellung der gegenwärtigen griechischen Regierung ist aufs neue durch Erklärungen bekräftigt worden, die zwei ihrer Mitglieder, der Unterstaatssekretär beim Ministcrpräsidium Pap ach i las und der Ernährungsminister Mayacos, der jüdischen Presse übergeben haben. Dein hellenischen Geist, erklärte Unterstaatssekretär Papachilas, widerstrebe jede Art von Antisemitismus. Die gegenwärtige Regierung ist getreu diesem Geist mit der testen Absicht zur Macht gelangt, die unzerstörbaren Traditionen des Hellenismus wiedcrherzustellen, und kann daher den Juden gegenüber nur von den herzlichsten Gefühlen beseelt sein. Die Juden sollen sich als allen übrigen völlig gleichgestellte Bürger betrachten. Sie können auf die aufrichtige Freundschaft der Regierung zählen, Minister Mayacos, der seit jeher als aufrichtiger Freund der Juden gilt, gab seiner Gesinnung für sie in folgender Weise Ausdruck: Die neue Regierung macht keinerlei Unterschied zwischen den Bürgern. Auch die Juden werden an dieser Gleichheit teilhaben. Wenn Persönlichkeiten eine Gewähr bilden, dann können die Juden nur das größte Zutrauen zu der nationalen Regierung haben, der unter anderem drei ihrer aufrichtigsten Freunde angchörcn: Ministerpräsident M e t a x a s, •der keine Gelegenheit versäumt, um seine Sympathie für das Judentum zu bekunden, Vizekanzler Zavitsanos, der als ein Vater für die Juden von Korfu gilt, und ich. Meine Gefühle für die Juden sind wohl bekannt. Ich habe die Verte idigung des jüdischen Bevölkerungselement* in Zeiten übernommen, die für die Juden sehr schwierig waren und in denen diejenigen, die sich als Vertreter humanitärer Ideen ausgeben, ihnen den Rücken kehrten. Ich hatte Gelegenheit, in der Zeitung ״La Volonte“ eine Artikelserie zu veröffentlichen, in der ich ohne Zögern gegen die Feinde der jüdischen Gemeinschaft Stellung nahm. Es ist selbstverständlich, daß die Mitglieder der Regierung auch weiterhin dieselben judenfreundlichen Gefühle hegen wie in der Vergangenheit. _ Brief aus Jugoslawien Von unserem Berichterstatter J. H. Beograd, 18. August Der langjährige Präsident des jugoslawischen Keren Hajessod ist von seinem Amt zurückgetreten, da ihn eine andere wichtige zionistische Arbeit erwartet, und an seiner Stelle wurde der Beograder Rechtsanwalt Milo Demajo gewählt. Herr Demajo ist ein erfahrener zionistischer Arbeiter, und als Präsident des jugoslawischen Keren Hajessod erwartet ihn ein großes Arbeitsfeld. Der Keren Hajessod in Jugosiawien hat in den letzten Jahren sehr große Fortschritte erzielt, und besonders erfolgreich war das letzte Jahr, in welchem die Jubiläumsaktion durchgeführt wurde. Diese Aktion verbesserte das Resultat des K. H. um mehr als 50 «/o im Vergleiche mit dem vorigen Jahre.