Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1936)
- Date
- 1936-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 68. 25. VIII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Ein Kampfgenosse Theodor Hersels Die ״Lösung der Judenfrage Zum 80. Geburtstage des ChacbamsOr. Moses Gaster Als T!:20dor Her/I vor vierzig Jahren nach London kam und dort zum erstenmal in einer Massenversammlung im überfüllten Saale des Arbeiterklubs in Whitechapel seine Pläne vortrug, die an Stelle des philanthropischen Zionismus den politischen Zionismus forderten, da.. . hatten sich die führenden Mariner der englischen Judenheit einer nach dem anderen von ihm ein wenig zurückgezogen: Montefiore und Mochatfa hatten seine Pläne abgelehnt, Montague und Goldsmid hatten sieh ״Bedenkzeit" erbeten. Nur einer war damals mit vollem Herzen bereit, die Versammlung zu leiten: das war der Chacham Dr.Mo■ ses Gaster, das Oberhaupt der sefardischen Juden in London, gefeiert als Redner, herühmt als rumänischer und jüdischer Forscher. Zu seinen vielen anderen Verdiensten auf wissenschaftlichem und menschlichem Gebiet bleibt diesem Marine, der sein St). Lehensjahr vollendet, die uiiven׳.,׳!!- liehe frühe Erkenntnis: in einer Zeit der ״Protestrabbiner uml Protestbankiers“, da die Rahbiner nach Herzls Wort ״für Zion beteten und gegen Zion kämpf len“, hat er als eine! von sehr wenigen sich mit allen Kräften seines scharfen Geistes und seiner feurigen Tatkraft der Sache des Zionismus geweiht. Er hat dann zu wiederholten Malen das Amt des Vizepräsidenten auf dem Zionisten-Kongreß innegehabt. Von ihm stammte beim II. Kongreß jene hinreißende und versöhnliche Kulturrede, die von der Duldung nach rechts lind links sprach und den Freunden dieses Feuerkopfes, die seine Kraft zum Lieben und zum Hassen kannten, fast verwunderlich erschien. Aber Gaster war nicht nur Prediger, sondern zugleich auch ein Mann des praktischen Lebens, ihm dankte Herzl die Verbindung mit dem Londoner Bankier Scligtnann, die damals die Gründung des Jewish Colonial Trust wesentlich förderte. Später, in der Zeit des Uganda-Planes, ist Gaster dann Theodor Herzl ferner gerückt. Aber die messianische Größe des Mannes hat er nie verkannt; seine Freunde wissen, daß er nach Herzls allzu frühem Tode seinem Sohne den Namen Theodor Herzl Gaster gegeben bat. — In der Zeit des Weltkrieges hat Gaster dann noch einmal eine nicht unwichtige Rolle in der Geschichte des Zionismus gespielt: in seinem Hause fand die erste entscheidende Sitzung statt, die 1017 die Verhandlungen einleitete, die zur Balfour-Deklaration führten. Freilich hat das Ergebnis der Deklaration Gaster dann tief enttäuscht; seitdem hat er sich von aktiver zionistischer Arbeit zurückgezogen. Aber seine Teilnahme gehört dem Lande der Väter wie in den Tagen seiner Kindheit, da er, wie seine Freunde erzählen, einmal von Hause verschwand, weil er zu Fuß ins Heilige Land gehen wollte. Line seiner Töchter, Irene Gaster, lebt in Jerusalem und hat dort als Gründerin und Leiterin eines Heims für schwachsinnige Kinder große Verdienste erworben. Foto: Jüdische• Leiikoa Als Moses Gaster Herz! gegenübertrat, da hatte der Gelehrte schon ein vielumstürmtes Leben hinter sich. In Bukarest war er als Sohn einer alten, hochangeseheiien Familie geboren; sein Vater, der ״Chevalier Gaster“, hat bis zum höchsten Alter dort im Kreise einer großen Sippe wie ein Patriarch aus alter Zeit gelebt. Der glänzend begabte Sohn erwarb sich eine umfassende jüdische Gelehrsamkeit und studierte daneben romanische Philologie. In Breslau hatte er bei den führenden Geistern der Wissenschaft des Judentums gehört; der Historiker Graetz hat den Schüler besonders geliebt und ihn früh zu selbständiger Mitarbeit herangezogen. Schon 1881 wurde er Dozent für slawische Sprachen an der Universität Bukarest. Aber es kam die Zeit der rumänischen Judenverfolgungen; 1885 wurde Gaster aus Rumänien ausgewiesen. Er ging nach England; 1SS7 wählten ihn die Scfardcn Londons zu ihrem Chacham. Unterdessen hatte er auf den verschiedensten Gebieten grundlegende Arbeiten zutage gefördert. Eine rumänische Literaturgeschichte und Chrestomathie hatte ihm schon früher den rumänischen Orden Pour le merite gebracht. Dann begann er sich immer mehr dem Gebiete der Folklore zu/.uwenden. Seinen Studien über vergleichende Sagenkunde folgte sein Buch über ״Jewish Folklore in the Middle Ages“. Lange Zeit hat er als Präsident die English Folklore Societv und als Vizepräsident die Royal Asiatic Society geleitet. Aus dem Besitze einer kostbaren eigenen Bibliothek und Handschriftensaminlung, die sieh hesonders samaritanisclier uralter Handschriften rühmte, erwachsen seine Bücher über samaritanische Probleme. Nebenher gingen M i d r a s c h - F. d i t i o n e n und l ׳,eher- Setzungen, die er zum Teil in dem großen Buche ״Exempla of the Rabbis“ zusammenfaßte. Und sein Rabbiner- und Lehreramt führte ihn zu Darstellungen der Geschichte der sefardischen Gemeinde in London wie zu reizend anschaulichen biblischen Erzählungen für den Schulunterricht und einer glücklich erdachten und ausgestatteten hebräischen Bilderfibel ״Vivians First Hebrew Reader“. Aber der Mann selbst ist zeitlebens nicht nur ein ״Korb voller Bücher“, sondern ein sehr lebendiger Mensch von starkem Temperament und unstillbarer Teilnahme an allen menschlichen Beziehungen und Berufen gewesen. Gaster versteht die alte Kunst, die Shakespeare dem Prin/en Heinz nachrühmte: er kann ״mit jedem Kesselflicker in seiner Sprache reden“. Ist man in seinem schönen Londoner Hause zu Gast, so kann es geschehen, daß man ihn an einem Nachmittage mit seinen Gästen aus aller Welt hebräisch, jiddisch, spaniolisch, deutsch, französisch, italienisch und englisch reden hört, und selbst wenn ein Zigeuner unter seinen Gästen wäre, der Hausherr könnte mit ihm in vertrauten Zeichen sprechen. Seit er 1890 die blutjunge, schöne und kluge Tochter Michael Friedländers, des Leiters des Jcws College in London, heimführte, ist sein kinderreiches Haus zu! Heimat vieler Gäste aus allen Enden der Welt geworden; denn es scheint in diesen vier Wänden wie im alten Jerusalem zur ״Der SA-Mann“, das Blatt der Obersten SA-Fiihrung, veröffentlicht einen Aufsatz, in dem im Anschluß an eine Schätzung der heute noch in Deutschland im Eigentum von Juden befindlichen Vermögen auf 20 Milliarden Reichsmark, die das Blatt allerdings nicht überprüfen will, die Frage des Einflusses der Juden und ihre Emanzipation erörtert wird. (Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß diese bereits öfter genannte Summe sicherlich weit übertrieben ist. da das Vermögen der Juden in Deutschland weit geringer veranschlagt werden muß. — A. d. Red. ״J. R.“) Sodann schreibt das Blatt: ,,I) i e J u <1 c n f 1־ a g e 1 ii ii 1 sich nicht einfach du! 1• 11 A u w a n d e r u 11 g c n o d 1r A u - \v e i s u 11 g; n I ״ s e n. Fs wird vieHrirhi so״.!r in n1a!1׳׳he11 KaHrn ß,*,/:■!* -׳ein, ein Jude sieh! uni er Au!.!rht de-, lvei׳be-. ul, ,hiß er im Au-lund gegen sein eia*- malige, Uinsvolk heizt, da, ihn und seinen Ahnen durch über eie, JahiUHisend nii! einer ung!a:1i>!i, lu.*!! 1 >111<1,umkeit mal I Irubziigigkeit in seinem Fand ha!!eher! 11 -■ii Wir halH‘11 aurl! wenig VVr,tandnis dafür, dal, luden s, im*,'rin* ha len mit er,ehliela*nen. eigaimcrien, erpreßten und erwürben teil Rekhtüim rn iilier die (!ranze ziehen. Man Ein Prozeß gegen die Reichsbahn in New York Die Zeitschrift ״Deutsches Recht“ vom 15. August berichtet im Anschlüsse an eine Mitteilung der Zeitung ״Ncw-York-Times“ vom 21. Juni über einen vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New׳ York schwebenden Rechtsstreit. Es handelt sich um eine Klage des vermutlich in New York wohnenden früheren Angestellten der deutschen Reichsbahn Marzeil Holzer gegen die Reichsbahn auf Ent- Schädigung in Höhe von über 50 000 Dollar. Der Kläger, der vor Erlaß der Ariergesetzgebung als Trausportsachverständiger der Reichsbahn an gestellt war, machte zur Begründüng dieses Anspruches geltend, daß er seiner Ansicht nach als N ich tarier gesetzvidrigerweise unter Bruch seines Anstellungsvertrages entlassen worden sei und für sechs Monate in einem Konzentrationslager interniert war. Die Reichsbahn soll folgende Einwendungen vorgebracht haben; 1. Die deutsche Regierung ist nach dem Rechte der Souveränität von der ausländischen Gerichtsbarkeit ausgenommen; 2. der Vertrag war nach deutschem Recht zu erfüllen und wurde nach deutschem Recht beendigt; 3. der Kläger hat dadurch, daß er während seines Aufenthaltes im Konzentrationslager sein Gehalt angenommen hat, auf die weiteren Entschädigungsansprüche verzichtet. Die Frage der Exeniption der Deutschen Reichsbahn von der amerikanischen Gerichtsbarkeit w׳ird in der vom Richter des Obersten Gerichtshofes getroffenen Entscheidung nach Durchführung der Verhandlung der Jury (den Laienrichtern) überlassen, die beiden letztgenannten Verteidigungsvorbringen der Beklagten wies der Richter ab. Er erklärte das angegangene amerikanische Gericht für zuständig, wenn die Beklagte Vermögen im Gerichtshezirk habe. Das ,amerikanische Gericht dürfe zwar nicht die auf deutschem Gebiet getroffenen Maßnahmen der deutsehen Regierung, mit der die Vereinigten Staaten in Frieden lehren, überwachen und beeinflussen, es sei aber nach der comitas gentium nicht verpflichtet, ein deutsches Gesetz auszuführeu, wenn seine Anwendung den amerikanischen Ansehautut gen über Gerechtigkeit, Freiheit und Mora! widerspreche. Dieses Ergebnis sei nicht geeignet, die Beziehungen zu Deutschland zu stören, denn die Reichsbahn habe sich seihst auf das deutsche Gesetz in einem in Amerika anhängigen Gerichtsverfahren berufen. Wenn das amerikanische Gericht braucht öch nur zu verlegenwä!tilg׳;!, daß iK'lspicl.we!,(! allein an T.1,1 iicmlicli-ialilen im Reich 11.ich;,tal i,li ״ heil Erhebungen der Jude 1932 im gaiu,*!: 32m.*.! <11! betmlict. ,.v.ir. ab, ec frei Vertretern seine, U in-Volke, der 1.111 war! Im lumdcll sich wahrhaftig nicht darum, die Juden bl,,3 I!״1.1 ״,m,1.1,,(.*11. Wir wurden die Judcnlrage sehr srh!,*rht gr!-:׳ 11!,״,cs 1. uvmi wir ßl,*ß ,die in Drill;rhiaiKi!chendcn Juden au.w־w1cc!1 hauen, damit dle,e dann in! AudaiKi (!elegenhcii haben, über an, I1.*1z11i.1ile11, wie da, liei-jiiel in Spanien den dich zeigt. Der Jude muß Ihr u 11 , e r Volk 11 ״ e lui <1 - lieh gemacht wcttlr 11. •tu! welchem Wege dum gcu'lucht, ob wir für die Juden e:m* Kmniwn!!;11 i,!!1-kn!o!ne ,,*hallen, oh wir de nach ,Miuk.m ״eliiel.en »1,1׳ oh wir sie 1 111111,11 nach dem Mond expedieren, iu zun,eh-,1 ni, h! akurell. I h״*h,t akiuell i,1. daß jeder Volk,gen:!.,-e gegennh, r der geliwben /.,*r-eizimg-aieh' immun;eint. .... Wenn der | 1; d ,*! -n | i e r t im, wenn der Jude hir se ine LinIHi-ieriingen niigm״!, ein willige, (>111 linde!, d.iim haben wir zunaeh,! innerhalb ue,fern/, n die ludenu'ag.׳ geln-1.'“ Wir Juden erstreben die Losung der Judenfrage durch jüdisch eti Wiederaufbau und glauben damit nicht nur unserem Volke, sondern auch der Gesamtheit der Völker, soweit sie eine Juden!'rage empfinden, zu dienen. untersuche, ob der (leist der amerikanische״ (iesetzgebmig die Anwendung eines deutschen Gesetzes erlaube, mische es sich nicht in innerdeutsche Angelegenheiten. Die Annahme des Gehaltes während der Internierung schließe die Geltendmachung eines weiteren Schadensersatzanspritches nicht aus, weil der Klag er unter Zwang gehandelt habe. Oberlaiulesgeriehtsrat W i 111 e I in, München, bemerkt in der Zeitschrift ״Deutsches Recht" >1! den Reehtsaui-tnliriingeri des Gerichts 11. ...... Kein <׳״*: in *i.e: ei- <!■■ '*..;< :-m:g , . , 11., t - r, :! St, wie etwa du ih-w-b, R 1 e dm ׳׳!,,; e -! .0:1. als r c e h 1 -- w ml 1 , g l.r/d -, n 1' - m; ,,;1 ,;1־1׳!, - ׳, 1;־, ei,--111. ׳-.• Wendung in!11 m ,e,;- 1 1 :׳ uw!, n 11 n,;1!1 1 1-11. Wenn ,׳ h,׳n ,1,1- .e!!׳״.h 1 V <!.׳. e! -1׳ ::-־- R.1 ,׳ngwelz• gebung 1,1-ln ieewwi-1- -1-1״ uw d-׳h :11־ A: :d-e:g m lnw!-,<hsk* ni׳'h! g e . 1 z n 1 -i 1 : g : 1, 1- 1 . ׳!1 1 ,:׳ - -- ׳ r ne!!1,- he Kleiner bim gi-Uei. |) -uw! h.n ,1 - -*׳-.!,:;-;-*-׳11 -־ in nhnii-!-er \S'e-1 <■ nbew-hriUi-; ־1״ w.l .־■ \A ־--g-■ Ri-hen iii drin spreche. Dwm -1 \ : - w - ־ -־; h -' - w. , 11 ■- K.1 - -r! 1■ zu begehen, die - in-:.,.- K.-,. ng, - egg -!■ g .!!!/*: w, 1--׳, :!. ,he , le-iewlu: aber mil dem (R1-!e :1-1 -igei: n K- ::׳ w-hue.g ne unveiemb-ir zu erklären. Dagegen .d-,!- m-,h dedwu i .:! hnir-״* weinten, daß ein au-Un-!1 ־:!*-!« י ht -**-':■■ \ 1-־ u- 11-׳ igked die Dmndlagen der de!:! ״ hm Ke,-h:1,!: eg 1 i-:<• 1 ,! h 1 ,1! 1 1 g e 11 Kritik unter■ zieht, an-nm im R.!'.׳-. 1 ׳- 1.1:1־! Zuml- 1! zu bh-ilien und ein■ lach zu puiien, e-h <-, ein d-uw h , 1 i 1- ,- - ׳ z. amw 11-1,-11 muß. uml nnzugeben. datt und w.miin e- ,he-w D,־.wz mdu anwenden k-1!m." Oherlaiidesgerichtsrat Wilhelm bemerkt zutn Schlüsse seiner Ausführungen noch, daß der Klager nicht einfach lediglieh wegen seiner Eigpuiscliait als Jude interniert worden sein kann, sondern daß noch andere Umstände dazitgekoinnien sein müssen, die seine Internierung veranlaßt haben. Der weitere Verlauf des Verfahrens werde vielleicht Anlaß geben, auf diesen Teil des Sachverhalts, seine Erörterung und seinen Nachweis Gewicht zu legen. Fine Vereinigung nichtarischer Christen Wie in der Tagespresse mitgeteilt wird, hat jrn Einvernehmen mit der Geheimen Staatspolizei die zuständige Stelle des Reichspropagandaminist criums den weiteren Z 11 s a m - n! e 1! s c h I u ß nichtarisch c r C 11 r i s t c 11 in einer Organisation genehmigt. Die Organisation trägt auf Wunsch ihrer bestätigten Leitung den Namen ״P a u I u s h ti n d, Vereinig11 ״g 11 i r h t a r i s ch e r Christen e. V.“ und fiat den Sitz in Berlin. Zum verantwortlichen Leiter wurde Dr, Spiero (Berlin) bestimmt. Innerhalb dieser Organisation können nichtarische Künstler christlichen Glaubens für ein Publikum gleicher Abstammung und Bekenntnisnrgehörigkeit tätig sein. Alle bisherigen Verbände nichtarischer Christen werden in den neuen Bund aufgehen, der im ganzen Reichs- ׳:ebiet etwa SO000 Mitglieder haben wird. Devisen für polnische Palästina-Aus Wanderung Zur Erleichterung der jüdischen Aus w anderung nach Palästina hat die polnische Regierung nach einer Meldung der ״Er.nikf. Zig.“ genehmigt, daß auch höhere Beträge als die bisher zulässigen 2i>f> Ziotv ausgeführt werden dlirfen. Allerdings kam! diese Vergünstigung nur in Flöhe der aus Palästina anfallenden Devisen in Anspruch genommen werden. Man glaubt, auf diesem Wege gleichzeitig zu einer Aktivierung der Handchsbilaru mit Palästina zu kommen. Zeit der Wallfahrtsfeste m geschehen: die Wände weiten sich, ein jeder hat Raum ... Inmitten von vieler! Büchern uml noch mehr Menschen erlebt dieser ״Grand Old Man of Jewry“ 111 unermüdlicher ,Arbeit nun die ״Jahre der Kraft" wie der Psalm die Jahre des Achtzigers nannte. Die Festschrift, die ihm zur Vollendung seines 80. Jahres gewidmet worden ist, stellt ein wahres Symposion von jüdischen und niditjiidischcn Forschern aus aller Welt dar und gibt noch einmal einen Begriff von der Weltweite seiner Studien. .Aber wenn diesem unermüdlichen Arbeiter die Freunde heute Glück wünschen wollen, dann wird er ihnen wohl antworten wie einst Mcndcic nach seinem 75. Geburtstage: ״Wünschet mir langes Leben — noch viel habe ich zu arbeiten!“ Bert 11 a Badt-StrauB Nichtarische Justitiare in der Wirtschaft Das Mitteilungsblatt des N S - R e chiswahrerbun• des veröffentlicht eine Erklärung des Personal- und Sozialanites des Bundes, die folgenden Wortlaut hat: ״M ir wenden uns aus einem besonderen Anlaß an dieser Stelle g e g e ri d 1 e B e s e 11 a f t i g u n g!1 i e 11 t a r i s c her J 11 s t i t i a 1 e in der Wirts <• |! a f t, s o w eit diese B e s c 11 a f < i g 11 n g t> e i Dienststellen der ö f f e n t - lieh e 11 W i r t s c 11 a ft s o r g an i s a t i o n o d c r Ver h;1 11 - den s t a f t f i 11 (I e (, Dies gilt ebenso für die Beauftragung ständiger Justitiare wie für Ansfellungsverliältnisse mit Nichtariern. Fs ist, a;11*11 mit Pucksiciit auf die schwierige Existcn/Iage vieler Rivlil-.m walte besonders zu verurteilen, wenn nichtarische J11ti-1 eil beschäftigt werden, die außer• dem noch Ruhegehalt aueiner früheren Reamteutätigkcit beziehen. Ein solches I )opprlveniienertiini eines nichtarisclicn Juristen steht itu sc 11.1 il-ten Widerspruch zu den sozialen Hilfsmaßnahmen für du* ileiifselien keditswahrer, Wir tverden hiergegen die geeigneten Maßnahmen zu treffen wissen!"4 Verhaftungen wegen Rassenschande Die Justizpressest eile Stuttgart wendet sieh in einer öffentlichen Bekanntmachung dagegen, dal! sich immer wieder deutsche Frauen fanden, du* (fas ihrige dazu beitrugen, daß Juden sich auch heute noch der Rassenschande schuldig machen könnten. In dort letzten Wochen seien allein im <) b e r I a 11 d e s g e r i eh t s b e z i r k Stuttgart wiederum drei Jude!1 w e g e 11 R a s s e n s e h a n (I e i 1t Untersuch 11 n g s!1 a f t ge n 0 m!11 e n worden. Bei allen drei Angeklagten bestünden Beziehungen zu deutschen Reiehsange» hörigen deutschen Blutes bereits seit mehreren Jahren. Die Nürnberger Gesetze luitten die Beteiligten daran erinnern müssen, daß ihre Bizielnmgen strafbar seien. Einer der Verhafteten, ein Arzt, habe sogar Beziehungen zu zwei rerheirateten Patientinnen gehabt. Da ärgerniserregendes Renehmen dieses Verhafteten im Stausee überhaupt erst dm Anlaß zu seiner Verhaftung gegeben habe, könne man es nicht verargen, wenn darauf gedrungen werde, daß die Bäder grundsätzlich für Juden geschlossen würden. Die Damenmäntel-F-abrik und -Handlung Neuner W■ Basch in München ist in arischen Besitz, übergegangen. pilnfeld-^^mmer-i^hlull-^epkau *) Landeshutcr Leinen- und Gcbil d weberet F. V. GRÜN FELD Leipziger Straß« »011־ Kar fürstend ג nun »»7 /2׳•, f