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Jüdische Rundschau · 1936-08-21 · Heft 67 (21.8.1936) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 67 (21.8.1936)
Date
1936-08-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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! JODISCHE RUNDSCHAU NR. 67,21. AUGUST 1936 1 1 Kulturelles Leben in Berlin III. Von den bildenden Künsten In der Diskussion über Kulitirfragen werden die bildenden Künste, die Arbeit der Maler und Bildhauer, zuweilen in den Hintergrund gedrängt. Wir haben in einem Gespräch mit dem Leiter des Berliner Jüdischen Museums, I rof. branz Landsberger, den Versuch gemacht, uns einen Ueberblick über den Stand auf diesem Gebiet zu verschaffen. Prof. Landsberger betonte, dal! trotz des Weggangs der wichtigsten Künstler noch ein gewisser Nachwuchs vorhanden ist, der starke Begabung und gute teclinische Kenntnisse aufzuweisen hat. Es gelingt sogar einigen dieser Maler, sich auch unter den jetzigen Umständen zu halten. (Ucbrigens ist jn diesem Zusammenhang׳ zu erwähnen, daß die Maler an Zahl bei weitem die Bildhauer überwiegen.) Was hat man an materiellen Hilfsmaßnahmen für die Künstler tun können, die ja gerade in der jetzigen Situation des Judentums in Deutschland so gut wie keine Möglichkeit haben, ihre Produktionen abzusetzen? Man hat vor allem Ausstellungen veranstaltet, und zwar an drei Stellen: 1. im Jüdischen Museum der Berliner Gemeinde, 2. durch den Kcichsverband der Kul- 111 r b ü n d e, der eine besondere Abteilung für bildende Kunst hat und 3. im Foyer des Kulturbundtheaters. Es ist fest/usteilen, daß der Besuch dieser Aus- Stellungen teilweise recht gut war und daß es auch gewisse Möglichkeiten gab, Bilder zu verkaufen. Auch das Jüdische Museum kaufte teils mit Geldern des Museumsvereins, teils mit Unterstützung der Gemeinde eine Reihe wertvoller Bilder an. So nützlich sich diese Maßnahmen fiir die Künstler auch erwiesen haben, so bleibt doch die Schwierigkeit, dal! es keinen richtigen Verkäufer für Kunstgegenstände gibt. Nötig wäre deshalb ein jüdischer K u n s 111 a n d e I, der cs sich zur Aufgabe setzt, die jüdischen Künstler zu unterstützen und der auch vor allem den schwächeren Kirnstlern eine Hilfe sein könnte, deren Durdischnittsbilder eben nur auf diesem Wege abzusetzen wären, nicht jedoch auf dem Wege der Ausstellung. Prof. Landsberger erzählte, daß an das Museum sehr häufig Anfragen gerichtet werden, in denen um den Nachweis von Künstlern gebeten wird; das Museum vermittelt dann das Zusammenkommen zwischen dem Kunstfreund und dem Künstler — und meist zur beiderseitigen Zufriedenheit. Wie ist es 11m das künstlerische Niveau bestellt, was kann man aus den Ausstellungen des letzten Winters und der letzten drei Jahre überhaupt für Schlüsse ziehen? Prof. Landsberger betont energisch, daß es die erste Aufgabe aller Beteiligten sein müsse, das A u s s t e 111111 g s n i v e a u nicht mehr zu senken; es war im Winter hart an der Grenze des Erträglichen. Diese Tatsache ist daraus zu erklären, daß man den schwächeren Begabungen aus sozialen Gründen zu breiten Raum gegeben hat. Demgegenüber müßten die wenigen ganz starken Begabungen, die wir noch in der Judenheit Deutschlands haben, wieder stärker in den Vordergrund des künstlerischen Interesses treten. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Sonnabend 22.Au£\ist,20.45 Uhr BZV-Heim, RoK'Mtthalrr Str. 44 Chng iwri Zentrum המגב הדתי בישראל היום" הפותח: ד״ר מ• אדנקראנץ Sonnabend 22.August,20.45 Ubr BZV- Heim, Kantstr. 54 Theater-Abend *. Anrrig•» Charlotlenburg Sonnabend 22.Aujfust,20.15 Uhr Montag 24.Aujfust,20.30 Ubr Weißensee, Wörther Str. 20 (Dauerheim) W'eißensee Prediger Heim Weyer 5 Zion**ehn»ucht in Thora und Im Gebet. — Anna Leichtentritt (Klavier), Werner Bukofter (Rezitation), Adolf Schweraenz (Gesang). Unkostenheitrng 20 Rpf. Cafe W'iltelsbaoh, Bnyensrher Platz 2 Barbatossaplatz Erwin Poilak : jüdiachea Volk in der Krise. Dienstag Cafe WitteUbaoh, Bayerischer Platz 2 Kaiserplatz 25.Augt1st,20.30 Uhr Walter Schwan: Die Palästina-Wanderung aus Deutschland, Bericht über die Tätigkeit des Palästina-Amts Mittwoch 26. August,?0.30 Uhr BZV- Heim, Rosmtlmlcr Str. 44 Börse hi Elan er: Politische Bewegungen in der arabischen Welt Mittwoch BZV-Helm, Ijindshrrgtr Str. 87 Friedrichshain 26. August,20.30 Uhr Dr. Werner Levit: Auf dem Wejfe znm jüdischen Kulturleben Mittwoch 26.August,20.30 Uhr Joachimsthaler Str. iS VFittenbergplatz Dr. Edgar Rosen, Dr. Hans Klee: Zur Lösung des jüdisch-arabischen Problems, ein Zwiegespräch Mittwoch 26.August,20.30 Uhr Konditorei Hansa, Henshurger Str. 19 Gruppenabend Hansa Mittwoch, Kaiserallee 47 (Caff Rane) Steglitz ■Schmargendorf 26.August.20.30Uhr Dr. Ernst Marcus: Vor politischen Entscheidungen in Palästina Sonnabend, 22. August, 20.15 Uhr Aula, Große Hamburger Straße 27 ALIJ AH-NESCHEF Es spricht: Tunis, Ejn Charod, über ״Brenner und unsere Zeit" Musikalische Umrahmung Trio: Beethoven op. 3 u. Kleine Fuge HECHALUZ, Deutscher Landesverband, Snif Berlin Theater - Abend I ,,t.'l: V. 5: fi־ ־"־ Sonnabend, den 22. Auguil 1936, 20.45 Uhr, BZV-Heim, K.0t.tr. 54 OJLEM HABE Bin Einakter von Schalem Al*jch*m IM CHEDER Humoristische Revue jiddischer Volkslieder •: M. Salzmann — Mit- Snlzmann, Wittelsohn, Leitung: j. Haubenstock — Inszenierung: wirkende: Klli Herz, Rose Lichtenstein, M. S Wurzeldorf — Musik: Ismer Weis» -75,״ im BZV-Heim, Karten zu RM 75,״ im BZV-Heim, Kantstraße 54 Berlin•! ZlonliUache Vereinen« / Bezirk Charloltsnbarg / Vgl, die Aufsatze in Nr. 60 und 63 Bemerkenswert ist die Erscheinung, daß von den Ma■ lern das jüdische Thema seit den letzten Jahren gcradezu gemieden wird. Die Frklärnng hierfür liegt viel• leicht darin, daß sie, die in früheren Zeiten dem Judentum in der Mehrzahl sehr fern standen, noch keine innere Beziehung zu der Erlebnisfülle der letzten drei Jahre ge• Wonnen haben. Ein Künstler wie Ludwig M e i d n c r, der als orthodoxer Jude fest im Mutterboden des Judentums verwurzelt ist, ist eine fast einmalige Ausnahme unter den noch in Deutschland lebenden jüdischen Malern. Das Ergebnis des letzten Winters ist also nur in technischer Min• sicht befriedigend, jüdisch gesehen aber noch weit ab von dem, was uns als das Ideal einer jüdischen Kunst vorschwebt. Zu erwähnen ist hierbei, daß in Berlin (wie sich in mehreren Ausstellungen gezeigt hat), das Zentrum der gesamten bildenden Kunst der Juden Deutschlands liegt. Eine Förderung der künstlerischen Arbeit in wissenschädlicher Hinsicht läßt sich der jüdische Museumsverein angelegen sein, der in sieben Vorträgen während des Winters über die Forschungsergebnisse der neuesten kunstliistorisehen Arbeit berichtete. Der Strom künstlerischen Erlebens und künstlerischer Initiative reißt nicht ab, das Jüdische Museum hat weitreichende und äußerst interessante Pläne für den kotnmenden Winter. Prof. Landsberger hatte die Liebens- Würdigkeit, 1ms über diese Absichten des Museums eingehende Mitteilungen zu machen. Das Museum, das in der letzten Zeit durch Ankäufe und Schenkungen neuer Bilder außerordentlich bereichert worden ist, plant zunächst für Mitte Oktober eine Ausstellung jüdischer Ahne nbil der, für die bereits eine Reihe sehr wertvoller Stücke eingegangen sind. Bei der Durchsicht dieser Bilder ergaben sich zahlreiche neue Kenntnisse über jüdische Porträt m a 1 e r aus dem lü. Jahrhundert. Diese Ausstelhing durfte das Interesse weiter jüdischer Kreise finden, weil von ihr starke kulturkundliche Impulse ausgehen werden. Die Frage, wie unsere Großväter und Urgroßväter ausgesehen und sich gekleidet haben, welches ihre physiognomische Beschaffenheit war und ähnliches, ist nicht nur von einem beschränkten Familieninteresse, sondern von allgemeinem jüdischem Belang. Itn Februar 1037 wird die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde ihr 20jähriges Bestehen feiern können. Aus diesem Anlaß wird das Museum eine grolle Ausstellung unter dem Motto ״Ein Jahrhundert jüdischer Kunst“ (1830 bis 1030) veranstalten, in der ein Ueberblick gegeben werden soll von Philipp Veit, Magnus, Israels bis zu Pissaro, Struck und den Modernen. Auch diese Ausstellung verspricht ein bedeutendes Ereignis zu werden, weil hier zum ersten Male eine zusammenfassende Ueberschau über die Leistungen von Juden in der Malerei während eines Jahrhunderts gegeben wird, dessen Tendenzen nicht geeignet waren, eine jüdische Kunst hervorzubringen. Gerade darum wird es interessant sein, einmal fcstzustellen, ob sich nicht doch irgendeine jii- Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Misrachi an den hohen Feiertagen in den Räumen der ZVfD Meinelcesfr. IO Karten zum Preise von XK 1.50, 2.5C, 4.—, 5.—. Vorverkauf in der Anzeigenannahme der Jüdischen Rundschau, MeineKestroSe IO Ferner Veranstalter die BZV Gottesdienste nach altem Ritus in ihren Heimen: Brilckenstr. 9 Vorverkauf bei hepner. Inselstrafte 8a, und bei SiiDer» Lothringer Strafte CO Kanlfttr. 54 Vorverkauf im Heim und in der Anzeigenannahme der Jüdischen Rundschau, Meinekestr. IO RoBenlhaler Sir. 44 Vorverkauf in der Buchhandlung Salles, Grenediersfr. 30, und bei Meyerhardt Nacht, Rosenihaler Strafte 42 Preise der Plätze: yw 1. und 3.■ dischc Komponente im Wesen jener Maler des vorigen Jahrhuuderts findet. Auch ist von dieser Ausstellung zu erhoffen, daß sie den jungen jüdischen Künstlern neue Anregungen für ihre Arbeit geben wird. Prof. Landsberger stimmte mit uns darin völlig überein, daß es eine dringende Aufgabe des Jüdischen Museums wäre, einmal eine A u s s t e I I u n g der! n P a - I ä s t i n a arbeitehden Künstler zu arrangieren. Die —MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII sich einem solchen Unternc bei gutem Willen wohl 11 Schwierigkeiten, die Weg stellten, sind windlich. Unser Leben ist ärmer geworden und auf e Raum begrenzt, aber cs wird erst wirklich Leben, wenn unsere geistigen Energien erlahme nicht mehr Mut und Kraft zu schöpferischer Lei Künstler und Kunstfreunde müssen sich die H und in gegenseitigem Geben und Nehmen den ten, der nicht nur die Lrhaltmig der deutet, sondern auch zu einer jüdhdi jüdischen en Kunst Innen in den icht unüberinen engererr ein armes n, wenn wir stung haben, ände reichen Weg berei- Künstler befuhren wird. Dr. N. Dr. Osborn: Sommertage in Florenz. Der Kulturbund hat die Themen seiner Vorträge dem Sommerprogramm angepaßt, und der Kunstvortrag von I )r. O-born feierte die Sommer- Schönheit von Florenz zugleich mit der 1 lochhlutv der Horeuf iner Kunst. Dr. ()•-hon! zeigte in seinen zahlreit heit Licht- Bilder n die Schönheiten der Baukunst von I ioretiz, angefangen von den friiiiromanisiInn mit Resten und Ankl.utgut an die Form klassisch gricclii-clicr Tempel im Baptisterium und in der Kirche S. Minute, er zeigte die meuterhaite Kuppel der Kathedrale mul die an ()rientpracht gemahnende Schönheit der Kolonnadenhofe wie im Ibtln/zo dcl Pmicsta, (Hier die festungsalmliche Turmform des I’alaz/o Vecchio. Auel! die I lorentinische Kunst hat in den Mosaiken im Innern des Baptisteriums und atuh in S. Mini atu־ und in den reichen Schätzen der Mu-eeii die (le-Uaheat der Bibel zu Werken IHchster Kunst und Schönheit getonnt. 1׳ loreuz. ab Stau! der |);1hfer um) Künste und g'an׳׳voller C )!■schichte, aber auch ab Stadt der Marterer erstand ab Brücke von lier Antike zur Renaissance und zur heutigen mndenien Zeit. Wir bewunderten in der modernen Baiischoulicit des Bahnhots von Florenz, daß auch heute Harmonie und Schönheit die Formen von Florenz bestimmen. _ R. M. An die Zionistischen Jugendbünde. Zur Vorbereitung der Kulturatisstcllung ״Jemej Bialik“ werden Chawerim und Chaweroth gesucht, die bereit sind, sich ehrenamtlich für handwerkliche und zeichnerische Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Berliner Zionistische Vereinigung (J 1 9031, App. 70). Gottes dienst der BZV zu Roschhaschana und Jomkippur Im Beelhoven-Saal Köthen er Straße 32. Predigt: Rabb. Dr. Joachim Prinz Karten au JUi t.-, 5.-, 5.- urvei IC.- in ci e r\ Vor ver k au! ־!teilen: Meinekestr. 10 (Ladern, PdV-He:m, Kants::-. 5-1, Lipprr, onn Trautenaustr. b", Aflar.fi bxr ree!, Friedrichs!;־,CO, Kcr.dJ. Hary3, : hanaburiger Str. IO Klavierstimmer Perez Q 2 Steg!. 1920 VOH FBE!TAG Bl S WO «TAG'!TAFELFERTIGE! EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpacht Mein• N#uhaH D. R- G. M. Stets großer Vorrat zum sofort. Mitnahm. Ab 3 RM (tlnschl.VsrpRck.) in Btrliw tr. Haus lisf. BALSAM-EIS CAFt UNO KONDITOREI Berkel & Schwonkr WIELANDSTR. (AM OUVAER PLATZ) Ruf: J1 0366 ■HM■■ Kretschmer’! Restaurant int,.: l. 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Volendamer Trachten Zum Tanz: Die beliebten 4 Castelly’»

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