Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1936)
- Date
- 1936-08-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 21. VIII. T936 Diskussion um den Frieden Presseschau Für eine feste Politik Die Zeitschrift ״O real 13 r i t a i n and f h e East“ 7icht in ihrer letzten Nummer eine Parallele zwischen der Situation in Spanien und derjenigen in Palästina und erklärt, daß in bezug auf die arabischen und jüdischen Forderengen in Palästina ebenso wie in Spanien die zweifellos kluge Nichteinmischung fast ein Kunststück werde. Der Engländer wolle fair sein. Er verabscheue den Judenhaß. Er sei durch die immer wiederkehrenden Berichte über Judenhetze im London er Last End peinlich berührt. Er glaube, daß judenfeindliche Politik sich in keiner Weise rechtfertigen lasse. Dazu glaube er, daß die Juden bewunderungwürdige Selbstbeherrschung bewiesen hätten Aber auch die Araber haben einen sehr bestimmten Standpunkt ins Treffen zu führen. Dieser Standpunkt wird von einer wachsenden Zahl von Mohammedanern in Indien unterstützt, welche vergessen, daß das Eindringen ihrer Vorfahren nach Indien den Hindus einmal ebenso unwillkommen war, wie die gegenwärtige jüdische Einwanderung den Arabern Palästinas. Das Problem ist nicht unlösbar. Es erfordert einen festen Bericht von einer festen Königlichen Kommission, gestutzt durch einen festen Kolonienminister. Wie Minister Ainery erklärt hat. wird alles von einer auf festen Grundlagen ruhenden Politik abhängen. Unpolitische Stimmen aus England Eine Tatsache fällt auf, wenn man auf Stimmen aus den verschiedenster« unpolitischen Lagern in England hört. Das früher so wichtige uns freundliche religiöse Element scheint von praktisch-politischen Erwägungen 1*111 allgemeinen verdrängt zu sein und ist nur noch in rein religiösen Zeit- Schriften an/utreffeu, wie etwa kürzlich eine Aciißerung des Bischofs von \V i n e 11 e > t e r. Im übrigen werden statt dessen in vielen jenseits der hohen Politik stehenden Krcisert rein utilitaristische Gesichtspunkte geltend gemacht. Je nach den! Ergebnis einer solchen, oft auf falschen Tatsachen aufgeb.'iuten Prüfung werden dann mehr oder weniger Volkstumliche Schlüsse gezogen. So wurde in gewissen Zeitschnftcn im mir wieder eine falsche Behauptung verbreitet, daß die Palästina-Verwaltung aus der Tasche des englischen Steuerzahlers bezahlt werde. 111 dem rechtskonservativen ״S a t u r d a y Review" lesen wir 1. B., daß das Mandat England seit 1021 nicht weniger als 9 Millionen Pfund gekostet habe 11ml daß sich diese Ausgaben täglich in einer alarmierenden Wi ise vergrößern. Tatsächlich wird der eng* lische Steuerzahler zu dein kürzlich cingebrachten Nachtragsetat für die Unkosten der Paiastmaumuhen nicht mehr als zehn Pfund beizutragen haben. Wenn die Absicht solcher Nachrichten ist, das englische Interesse von Palästina abzulenken, so gehen andere Stimmen so weit, die Palästinatrage /um wichtigsten Problem der englischen Politik zu erheben. Es sei liier das von Chesterton begründete und jetzt von seinem engsten I reumlc I iilaire Belloc fortgefülirte ,,G. K. W e e k I v" genannt. Hil.nrc Bclioc gehört wie Chesterton, der gegen Ende seines Lebens zum Katholizismus übergetreteii war, /um streng religiösen Lager, wenn das auch in seiner Einstellung zu Palästina nicht zum Ausdruck kommt. Belloc schreibt, daß in diesem Lalle der Richter die am meisten interessierte Partei sei, und seine höchste Pflicht, last .ausschließlich seine eigenen Interessen wahrzunehmen. Andererseits ist er sich über die englischen Interessen selber nicht ganz klar und schlägt eine ganze Kollektion von Lösungen vor. Der scheinbar einfachste Vorschlag ist, ״die Last ab/uwerfen“, wenn die Gefahr zu groß werden sollte. Außerdem könne man auch die; Juden bewaffnen oder die Kolonisation in ihren augenblicklichen Grenzen stabilisieren. Idir das unwahrscheinlichste hält er aber «ine Fortsetzung der bisherigen Politik. Wenn sich Belloc die Entscheidung zwar noch offen hält, so liegen doch nach seiner Meinung die Tatsachen sehr klar zutage, von denen auszugellen sei. Von fünf zugrunde liegenden Tatsachen sei die wichtigste, daß die Juden in Palästina nicht nur mehr als alle anderen Fremden von den Arabern gehaßt werden, sondern auch gründlich verachtet. Und die Juden würden ihrerseits ähnliche Gefühle gegen ihre Nachbarn hegen. Ueberfätle und Gefechte ln der Nahe von K;1! k i I 1 a h feuerte eine Araberbande auf einen eskortierten Transport. Es kam zu einem Gefecht, wobei die Angreifer Veiluste erlitten haben sollen. Von den Passagier! n und vom Militär wurde niemand verletzt. In T i h e r i ,־> s wurde ein jüdisches Geschäft in Brand gesteckt: außerdem gelangte eme Bombe zur Explosion, die jedoch keinerlei s baden anrichtete. Araber verübten einen t'eberfall auf die jüdische Siedlung A j e 1 e t h H a sc h a c h e r (< )bei galilaa), wurden jedoch von den Siedlern selbst /utuckgeschlageti. Ein (iefecht fand 7\wehen bewaffneten Araberhandcn und Truppen auf der C.haussee von B e i > a n nach Jesrel Mai a m i c statt, wo auf Truppen geschossen wurde, die das Feuer erwiderten, wobei die Araber Verluste erlitten haben sollen. Ftn zweites Gefecht fand bei Dschenin statt, wo Araber einen Ueherfai! auf einen Transport veranstalteten und Truppen mit Fliiimrngen den Abwehrkampf führten. Ein schwerer Angriff wurde auf Kirjath Anavim verübt, wobei die Wächter U/h,1k I.andshcrg und Nah um Gershonovit/ leicht verletzt und der Universitätsstudent Gerschon Mosluuoff schwer verwundet wurden. (Letzterer ist inzwischen gestorben ) Tin Angriff auf das Dorf Jasmin bei Petach Tikwah wurde verübt, wobei vier Araber verwundet wurden, davon einer schwer. Die Hilfspolizisten eines anliegenden Dorfes gaben Feuer und schlugen die Angreifer in die Flucht. Druckfehlerberlchtißung. In dem Aufsatz von Dr. Arthur Ruppin ״Fünf Jahre Landwirtschaft‘• in Nr. 61 ist durch zwei* malige Weglassung einer Null ein sinnentstellender Druckfehler entstanden. Es muß in der zweiten Spalte, dritten Zeile von unten, richtig heißen, ״daß in Palästina allein aus den Gr 1111 dwasscrvorräteil 1 000 000 Duiiam bewässert werden könneu, wahrend zur Zeit mir ■KD OCH) Dunam, d. h. nur 10 " 0 tatsächlich bewässert sind." — Lin weiterer Druckfehler bcfindet sich in der Notiz Tiber die Vertretung der Universität auf wissenschaftlichen Kongressen in Nr. 60. Es muß dort richtig heißen: ״Prof. R. Koebner wird die HebräischeUniversitat auf der Konferenz, der Universitäten des britischen Imeriums sowie auf der Konferenz der Anglo-Amerikanischen listoriker in London vertreten, Dr. St. Krauß auf dem Internationalen Psychologenkongreß in Madrid.“ Arabische Friedensfühler Die arabische Tageszeitung ״Feiestin“ veröffentlicht «ine Uebersicht über die bisher von Emir Abdullah von Transjordanien unternommenen Versuche, eine freundschaftliche Einigung zwischen der Palästina-Regierung und den Arabern herbeizuführen. Emir Abdullah wird in dem Artikel als der voraussichtliche Retter der Lage gepriesen. Den palästinensischen Arabern zollt das Blatt Anerkennung für die von ihnen seit dem Ausbruch der Unruhen bewahrte feste Haltung; von der Palästina-Regierang dagegen wird behauptet, daß sie von ihrem Standpunkt wiederholt abgcwicheti sei. Darum würden sich die Dienste des Emirs als unschätzbar erweisen. Die Araber, schreibt das Blatt, wollen der gegenwärt i gen Lage ein Ende machen, nicht weil sie ihre politischen Forderungen aufgegeben haben, sondern weil sie das Chaos fürchten, das infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse entstehen könnte. Der Emir sei bereit, ihnen bei dieser Bemühung beizustchen. Auch die Regierung erstrebe eine Lösung, die mit ihrer Würde vereinbar und kein Zugeständnis an die Gewalt wäre. Die ״Pa lest ine Post“ erfährt, daß im Anschluß an die unter Führung von Emir Abdullah unternommenen Vermittlungsversuche der Mufti von Jerusalem selbständig Besprechungen mit der Regierung zu dem gleichen Zweck aufgenommen hat. Es war seit langem bekannt, daß der Multi sieh gegenüber einer Intervention des Emirs in palästinensischen Angelegenheiten ziemlich ablehnend verhält. Jetzt heißt es, daß er der Regierung die Mitarbeit seiner Partei hei den Erhebungen der Königlichen Kommission unter folgenden drei Bedingungen angeboten habe: 1. Die Regierung soll Gewähr dafür leisten, daß der Emir sich jeder Intervention in palästinensischen Angelegenheiten enthält; 2. die Regierung soll das Versprechen geben, daß sie die Königliche Kommission davon abhalten werde, den Status und die Angelegenheiten des Obersten moslemischen Rates zu untersuchen; 3. die Regierung soll der Ernennung Dschemal el Hussein« zum Mitglied des Obersten moslemischen Rates zustimmen. Eine ägyptische Stimme Die ägyptische Zeitung ״Assiasa“, das Organ der liberal-konstitutionellen Partei Aegyptens, setzt sich vom Standpunkt der ägyptischen Interessen aus für einen dauerhaften Frieden zwischen Juden und Arabern in Palästina ein. In dem Artikel, der die Ueberschrift ״Festigung des Friedens in der Welt“ trägt, wird u. a. ausgeführt: Die Palästinafrage kann unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden: einmal von einem gefühlsmäßiger, und religiösen Standpunkt. In dieser Beziehung empfinden wir Sympathie für unsere Glaubens- und Sprachgenossen, aber vom politischen Standpunkt aus gesehen, ist es für uns wichtig und notwendig, daß im Lande Frieden herrsche. Die Ereignisse in Spanien haben bewiesen, daß jede irgendwo entstehende Unruhe internationale Verwirrung schafft. Aegypten benötigt jetzt dringend eine Festigung des Friedens sowohl iin Innern als nach außen. Jeder Umsturz in einem Nachbarland wird sich auf die politischen und wirtschaftlichen Interessen Aegyptens ungünstig auswirken. Es stellt fest, daß Aegypten seit dem Beginn der Unruhen sehr viel dadurch verloren hat, daß der Export von Gemüse nach Palästina aufgehört hat und indirekt ist es auch durch d.e Einschränkung des Touristen- Verkehrs geschädigt worden. Darum wünsenen wir, daß in Palästina Ruhe und Frieden herrsche. Auf welche Weise aber kann dies erzielt werden? Die Engländer haben auf Grund des Mandats Verpflichtungen so- Der jüdische Polizist Die letzte Nummer von ״M i b b i f n i m“, der Zeitschrift des Kibbuz Meuchad, bringt drei Artikel zur Frage des jüdischen Polizisten. Die Bewegung, sich der Poiize! zur Verfügung zu stellen, hat großen Widerhall bei der palästinensischen Jugend gefunden. Auch die Kibbuz-Bewegung hat eine namhafte Anzahl ihrer Mitglieder für den Dienst 111 der Polizei zur Verfügung gestellt, ln diesen Tagen hat sich unsere Schwäche im Polizeidienst gerächt. Fs gab einfach nicht genug jüdische Polizisten, und so mußten arabische Polizisten zum Schutz unserer Siedlungen geschickt werden. Wir hatten uns einfach systematisch dieser verantwortlichen Aufgabe entzogen, und das ist ein sehr beschämendes Kapitel unserer Geschichte und stellt unserer Voraussicht ein sehlechtes Zeugnis aus. Der Kibbuz hat freilich dieses Problem schon vor einem Jahre erkannt und beschlossen, Mitglieder in die Polizei eintreten 711 lassen. Aber dieser Beschluß wurde allzu langsam in die Tat umgesetzt... Die Zeit ist nicht fern, als der jüdische Polizist gesellschaftlich isoliert war. Sein Beruf schien unsympathisch. Er erschien uns als der Verfolger der illegalen Einwanderer, und wir vergaßen darüber seine wichtigste Funktion, den Sicherheitsdienst. So ingen nur wenige aus Idealismus zur Polizei, und auch diese ielten es häufig in der Atmosphäre gesellschaftlicher Vereinsainung nicht aus. Heute haben wir erkannt, daß die jüdische Polizei ein außerordentlich wichtiger Teil unseres nationalen Selbstschutzes ist. Unsere Kraft in der Zukunft hängt vom Maße unserer Beteiligung am Sicherheitsdienste im Lande ab. Wir müssen dafür Sorge tragen, daß der jüdische Polizist in reger Verbindung mit dem fisch«w, der Bewegung, seinem Kibbuz hleiht. Wir müssen Wege finden, zu verhindern, daß die fremde Umgebung in der Polizei, die veränderten Lebensbedingungen ihn uns entfremden. Die Zahl der jüdischen Hilfspolizisten beträgt jetzt etwa 2000 Mann. Wenn es uns gelingt, uns in der Polizei zu behaupten, können wir dort in einer Zahl vertreten sein, die unseren Bevölkerungsanteil vielleicht übersteigen dürfte. Die Tatsache, daß wir stets die Angegriffenen waren, und unsere bewiesene Selbstdisziplin würden einen solchen Zustand rechtfertigen. Lange Zeit haben wir unsere Beteiligung an der Polizei von unserem Verhältnis zur Regierung abhängig gemacht. Als uns Herbert Samuel anbot, ein Drittel der ״höheren Polizei“, der Vorgängerin des Grenzkorps zu stellen, wurde dies Angebot abgelehnt, weil der Jischuw in gespanntem Verhältnis zur Regierung stand. Erst viel später wurde die Beteiligung an der Polizei als lebenswichtig erkannt. Jetzt müssen wir den Powohl den Juden als auch den Arabern gegenüber übernommen und befinden sich jetzt in einer verwirrten, ausweglosen Situation. Man hat wohl verschiedene Vorschläge zur Lösung des Problems gemacht, wie Schaffung von Kantonen, Verwertung tmbesiedelter Ländereien in Trans- Jordanien usw. Jeder Vorschlag hat auch seine schwachen! Seiten; die Hauptsache aber ist, daß ein wahrer Frie-׳ den zustande kommt, auf den beide Lager eiugchen können,j und der auch die britischen Interessen schützt. Wenn dies auch eine schwere Sache ist, so glauben wir doch, daß man, wenn man nur wirklich will, einen Weg finden wird. Haben doch auch die Türken mit den Griechen nach generatione ji langen Kämpfen und Metzeleien Frieden g!e macht. Und es ist keine Frage, daß eine V e r s t ä mdi gu n g zwischen Arabern und Juden wesentlich leichter ist. Man muß nur alle in böser Absicht verbreiteten Gerüchte aus dem Wege räumen. Die Einsichtigen unter Juden und Arabern müssen über die Grundlagen einer solchen Verständigung nachdenken oder wenigstens einen Ausweg finden, der zu einer Verständigung führen kann,! Aegypten, heißt es zum Schluß, wird in erster Reihe Nutzen ziehen aus der gemeinsamen Arbeit der beiden, semitischen Völker, die in Palästina wohnen. ״Zionisten verlangten immer nur Parität** sagt die ״Palestine Post“ Die ״Palestine Post“, die in Jerusalem in englischer Sprache erscheinende jüdische Zeitung, die sich in (len letzte» Wochen dadurch ein Verdienst erworben hat, daß sie ihre Spalten für Zuschriften aus dem arabischen, englischen undt jüdischen Lager öffnete, befaßt sich in einem Leitartikel mit! dem Briefe des ehemaligen Kolonialminister Amerv an die ״Times“ (siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr. 64). Das Blatt schreibt dazu: ״Mr. Atncry fordert ״P arität für beide Völker. Diese Parität ist es, die die Zionisten seit langer Zeit verlangen. Dieses Programm wurde dauernd von Dr. W c i z m a n n und von seinen jetzigen Kollegen Ben Gurion und Schertok vertreten, es w׳ar der Leitstern der Politik des verstorbenen Arlosoroff. Nichts was weniger wäre als Parität kann dem jüdischen Volke in seinem Nationalheim auferlegt werden, ohne Großbritanniens. Versprechen zu brechen. Wäre dieses Prinzip anerkannt worden, dann wären die Juden auch nicht gegen den Legislative Council-Plan aufgetreten, der ihnen das auferlegen wollte, wogegen Amerv sich wendet, nämlich politische Herrschaft einer Majorität.“ Die Zeitung schreibt dann weiter, wenn man das Mandat auf heben wolle, dann bedürfe es keiner Kgl. Kommission; wenn aber das Mandat weiter besteht, dann meine es auch Ei 11 wänderung, und zwar Einwanderung, die nur aus ökonomischen Gründen eingeschränkt werden kann, wie Amery sagt. Wofern jedoch dies der Fall ist, was bedeuten dann alle diese zweideutigen Erklärungen Englands, zuletzt wieder durch den Kolonialminister im Unterhaus, in denen gesagt wird, die Frage einer Einstellung der Einwanderung sei ״noch nicht entschieden“. Auf diese weise wird nur jeder arab i s c h e D of f b e wo h n e r zu dem 'Glauben . verleite^' '8aß die Regierung die These der arabischen AgitaforeiPTiezüglich Unerwünschtheit der Einwanderung akzeptiere. Eilt klares Wort tue not. Weder der High Commissioner noch der Emir Abdullah können mit ihren Vermittlungsbemiihungen Erfolg haben, solange die Araber auf dem Standpunkt stehen, daß die Juden in Palästina nichts m suchen haben und nur von der Gnade der Araber abhängen. lizeidienst in die chaiuzische Vorbereitung und in die chaluzische Ideologie einbeziehen. Wir müssen in diesem Zusammenhangc auch vom jungen Clialuz eine breitere und tiefere Kenntnis des arabischen Lebens verlangen. Jeder Chaluz muß sich vor seiner Einwanderung verpflichten, den jüdischen Instanzen gegebenenfalls zum Polizeidienst zur Verfügung zu stehen. Die jüdischen Behörden hingegen müßten für Verbesserung der Lebensbedingungen der Polizisten Sorge tragen. Sie müßten den Polizisten nach Ableistung ihrer Dienstzeit gewisse bevorzugte Behändlung bei Erlangung von Aemtcrn oder bei der Ansiedlung sichern. Der Chaluz muß von vornherein darauf vorbereitet sein, daß die Hauptqualifikation für seinen Dienst Seihstüber- Windung und Disziplin ist. Er muß nicht nur der arabischen Bevölkerung gerecht werden können, er muß es auch verstehen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Er muß danach trachten, ein Muster an Charakterfestigkeit und innerem Gleichgewicht darzustellen. So kann er zu einer achtunggchictenden Figur sowohl im jüdischen Jischuw als auch im arabischen Lebenskreise werden. Aus Briefen und Tagebüchern Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht ״Dwar ha-Poelet", die Frauenbeilage des Dawar, Einsendungen von Leserinnen, die Eindrücke aus den gegenwärtigen Tagen schildern: ״Wir sind dies Jahr reich gesegnet, die Fruchtbäume geben guten Ertrag, und auch die Getreideernte ist gut. Aber Angstf'.. und es ist merkwürdig, ihn, den stillen Arbeiter, hinter den schützenden Drahtgittern, mit denen man das Auto sichert, zu sehen, wie einen Sträfling hinter Gittern, während sich die Angreifer draußen frei bewegen..״In diesen Schrekkenstagen treffe ich Araber aut dem Wege, die Wasser holen. Gegenüber unseren Anpflanzungen sitzen die Frauen des Dorfes Kumi und waschen Wäsche und Kleider. Sie wissen, daß ihnen nichts passieren wird, niemand wird sich an ihnen vergreifen. Wollte ich am selben Tage in ihr Dorf gehen, so winde ich mich in Gefahr begeben. Niemand von uns wagt sich zu Fuß in das benachbarte ehemalige Ejn Charod, um dort in der Quelle zu baden oder im Walde zu sitzen. Denn wir können unsern Nachbarn nicht trauen. Deshalb beneide ich euch, Frauen aus Kumi, daß ihr so ganz vertrauen könnt. Für euch sind die Wege sicher. Für uns aber — wie lange noch?“ n.d.j.6. «mmmaaßK eltfedern Gustav Fabrik ^rlnxMitraBi 41 Eek0 Sebatftianstrafie Frankfurt•? All•« 304 •n der G*b«iaber|r*rstr. ן j WHraertdorfor ftr. 13• 1 •11 d«r Bismarekstrafie Bettfedern-B?ltcn*Jnlett?MHasd1e-St?jVff.Paunef1d?(k?n! Buttst«? I len * Matratzen;.PRA-KL APP- Pat^nt-Sch lafmöbc 11 Se ft B«+tW»r*nhaus Deutschlands - Grösste Auswahl, | S«lilBltr-t<liBM0-V«rfclil> In d>n erlaubten Artikeln. Beginn 22. August |