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Jüdische Rundschau · 1936-08-21 · Heft 67 (21.8.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 67 (21.8.1936)
Date
1936-08-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit■ 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr 67. 21. VII. 1936 USA SlobeShiDPingCo Jnc “ Broadway New York l Verzollung und Ablieferung stier Art insbesondere von Umxügen an alten Plätzen Amerikas and Canada 3 Auskünfte warnen gern, auch ln deutscher spreche, erteilt Juden und Kulturleben Das 12״-UI1r-Blatt“, Berlin, veröffentlicht Ausführungen von RcichskiilturwaHer Hans Hinkel, die aus einem (Jesprach mit ihm wiedergegeben werden und sich mit dein Thema des Kulturlebens der Nichtarier in Deutschland beschäftigen. Es heißt hierin 11. a. zur Frage der Entfernung der Juden aus dein deutschen Kulturkberi: ,,ICiU-i V.ir <׳i k<-i :11׳ so, d.iß wir einfach alle Jude» auf eine l.i'ir ״»'*;rhriolxvi;!rn! danmrer r!a > hkonUcho Wnrt<1!־cn ,,Raun“;!.t:־!:]. A11- 11 ),dinTt wir in;-. b-׳i dic^!:r ShuIktü;!^ niiMmtU von!km .,1uau'riflit־n Antw.-mitcn־־ iKvinflu-^un Jassrn, vom iühlcr- Inichvcrkäulcr Sulin!7c nl-n. (U־>wn Znr״ gegen <leu Konknrnmien ( olm an der turlisteti Frke f>I!>tz!i<׳h in tie! fundiertes r;1s5bches deuulAoia 11; 11 111 ..־ יי g■, wiii *-־('hui,’.!'־ -.n hu:!1t\ I*־qm־m zu einem dop- 11 v <׳Jf 11 ־!:י ■■ t?11 k<tuuu״n. S'.iD.pdUig und bri :uU׳r Fnu^w be- Iiu! ־.h!i h.tben wir gr;u und haben von Fall za Fall nach einein (Dn jvw׳ .ii-en \ <!!.,חוו;!:•).־.•;הו! י ih׳c! 1 e1!t-prrchen<h'n Modus gtouriit. k..> \s;u muht »l.miit gff.in, da'u %vir die Juden kuizerhaud aasle>o!<!<n, de-:!n Tiiruh r, \'vrlv,:vt Ko;17t-rf -.‘ile. Julmfiiineit mußten ja bf-idu■!! 1 dr 1 i!1: י. U;! .-ind;m! R.-ehr -duz. d.tß bei dem großen Weth-al!Itr IVruuim nirbt die geringsten Stuchi!1• gen im K u I! u r 1 #■!: < r! aidgei יז o־n .״ind. Kein :naßqebliclies 'J'heaier w.u a•!׳ h um t iui.ia! m h»!'.-״e!,mg £.•-! blossen, 'i’rotz.dem haben!1!:- י..ו׳ ilrOcr vo-">i1io1. wir Mu!m /ers’׳>n־r. A«1! tk־n po-uoou! '1 ■ 1 in■׳־ n r ArU-i! a '.׳e!<׳n -!•• nk-Iit. Und obvst im eigenm I.a:;d!•enio-n-n uro Iahe»• /■!! \>\! 11. t-em 1 :brhe Spießer mit doeu Fa! 1• h1!\־ u!:!״■! dt. '! Iן.ח: ״ An־n;i!idigt mul unamnuiflige Jadt u'־ S hu b-t iek! ׳ ס•n.!11 :׳;׳ ‘יי׳:־« י־; üu;־ ־׳'\ r ־ ׳ ׳ ׳: t. W!n'itbn v! ■!!bminK’n freien Ku-keii io i 5, t;u! «!■!»-!! u■!!!- Ui!Der U w.dtigang gehindert 7u "■<׳ ■ :־ u. I n׳l ■<׳ v, . י• a d! ■1:1-1 חי■ r <bo 1 ׳drbs'a die die h:n ,,:ס;.. ■<■.׳חס u׳u;,! De;! ,dm. :11!Irr Kamoo-,.־!! d׳׳r Bevu-g'mg h ■ 1! e ׳ r . I',!׳ ♦ ig,־n■ - - - <׳ u. di־׳ -eh dur׳ h m־־:u i׳t ihrer borghdf u:1■! 1V1! (. r>1!:d;i■ ido-u!!׳ ami :!ס־)־!,■׳. Nit!!o oi wild uns e ine ׳.׳,!iitnu.eo F :1 1 ) v o n ,Jbu'alitu V' o d e r ,,Barh :1 1 r!'־ n .! <1! ־ < i - < n k g n :1 e n. iu do! ::b;׳* 1 ׳ o \!nu:׳\ in *] ■ r \\1>■ cin׳׳n;i'idi-rh.-n S?a:!!•doürger \on 1! - > 1;!׳יי־ u.. ן י ׳ י! ■ ,׳ ., i, ,-■ol i;ou!i׳rtunie■!׳, mußt׳■!! Mir;02!' die D .!.;־ •י .. I ׳. d v. j ״, jp o1:־ifl:t n ׳! n mir den! Mim 11,׳־" vanc Sodmin wird die f i'agv ■der internen jüdischen K n I t u r;1 r Is e; l behandelt und aut den Kulturbund sowie au! den fveieimve! l>and tuehtarischer Christen hingewiesen, llier/u wird folgendes gesagt: ,.Beide (>!•׳׳.e;m m!ס״! uu’eihain'n ei,.:ehe 'i'lieafei un<i V׳ -rlrags- Sale. Ab» nd!us Ad» nd ■-:11■ 1 d1׳׳se 1 n Ueu;r he-etzl. un׳f ade j11rlise|K‘f1 KuD'ber können air'rtU 11. S'on (Uv. ( ,ar<!< 10!»el1auen bis zu den!)uckioren werden nur jud<m! u־-״!!.! n iLn. In (ier judi-rhe!! 0|>c־r, die in ihrem < Bs hr -!et vier Idud-Um sii/.en haf. ging man Iwi der l־nk 1 ankung eiitr- <!ieo-r F'b02 ■0י u einen voiljndiwbrn F'Ii'frn־ bla-er :«!> dvi Fruvinz 7a holet! — nur. um keinen Aber tinvben 5m um-m-m. Die jüdische A! I! e i l s!׳ c s 1: half u n g funktiumert au-gezeii hm t. hh -eho(!׳<■■,! in•!oid.Hi'eud rli!• ]׳!(!i><־hen Tboutcr. Ummtcr* bn>ehrn pruit meint* Ami-,!eile jmliwlie Stucke, Vortrag!»IckUj und itmstig(‘ Manu-knpuu Ich lx־--(-ha h ige zwei besondere Lekteilen, die die ji.hUo'ne un»l die hcf»r־aisc!!c Sjiraclie f>ehcrrsvdH־n. Man kann ab,) nidif sag־‘n, tm wiirder! nur Dinge gegen die jaden in Den! ■!-hlnnd getan. Benfe Kulm!o!g־<mna1 mnen der Juden — der Kulturbund und;Hieb der Keieb-veri umd nirhmn-uher Fbri-ien — anerkennen heute unsere Hemhiiufigeii. Die?ion'otist'hen Leiter des Judisrhe-fi Kulturblindes geben o!:e,11׳ zu, daß die judenohnU sich ,selbst vergessen Und \ r! k u:..׳nr! ha'to. .1!-. •de ve 1 11;״! 1!!־. -i!־!! fine-, ihr gar nicht artgem׳i1b.׳n ku!! u! 1-, n 1• 1 /!! b-!11.1׳. igt n." Wie aus dem Artikel hervorgeht, besuchte eine Uruppe ausländischer Journalisten das Berliner Theater des Judisehen Kulturbundes. Zum Verbot der Vertretung: CSV von Juden vor Gericht ln SeufU׳rfs ״Archiv für Fntseheidungen der obersten Ciciieiite in don dadsehen Staaten•' l()R), Heft 8, wird ein HrteU des Reichsgerichts vom '3. April U)3h in einem Reditsstreit ver<t|1t:n{i1c־h,t, in welchem die Klägerin, eine jiitiische Partei, m drr /waten inaan/ (Oberlamiesgeneht l>resden) durch einen der SA. angehöreiuien Rechtsanwalt vertreteil war. Die Klage richtete sich gegen ein Mitglied der NSDAP. Die Beanstandung der Vcrtretuugsfahigkeit des Anwalts, die sich darauf gründete, dah dieser /ut'oige einer Anordnung des Stellvertreters des Führers nicht eine jüdische Partei gegert ein Mitglied der NSDAP, vertreten dürfe, wurde vom Berufungsgericht und vom Reichsgericht /uruckgewiesen. ln den (}runden des 1 atciU des Reichsgerichts hei(it es u. a.: ,.!h<• :׳('im Ar! ■־■!;;’!Hg b ’r. d־׳n ,Ymk־׳hr mit Iuden* (vom 16. Augna 1B14 de: n:׳i־!Urn SA ■ Fuhnn.g Nr. 34) Vs,nhic!ci u. :וי. ailrii F,nie./am• :■n Um Wmstung von |n<ki'. v*/r (.»cricht grgeu l’artr-igrfio V b«-i A inh 1 j)mng 01ן r!rigt-ridu I:rhor Ahndung, lerne wei»r-ro Aoolnung in Nr. 35 S. 1 des genannten Verordnung/- b J. e ״ ׳1 ז. er!!1׳k1 ׳ .;!׳ \ a ba am;!ile ni< ht 7,a den Partoiinifgdiedern Zril.kmda! SA-Angd!uriipm. (Binz;ibg־־ eben davon, daß fliese Anoulming* 1! ,inbcolmdri ihr d׳׳n in Doufschland IPxmdcn Juden durch die griumdeu Bis'ze zu״: wic-axm Stellung und iDt-it igungsmogiulikcib e!ganj»en siml, sich also oiicnbar aut i:n z\usland vtiwi'-ige Juda! nieht bczit/ncn sollen, kennzeichnen sie sich, wie ihr Woiilaut und die Art iP» rer llrkannfmacfunig ergibt, unzweidcu1 ig nPht als allgemeine geselzli<i!e Vorschriltcn, sondern als p.utemmÜMlie Anweisungen, die das geltende Prozeßrecht nieht. berühren. ־Nach wie vor 1-U die Vorsrhrht des § 782 ZF()., wonach M־d1 die Ve: fielt!: gsa( igkeif des Recht ■.anwahs im Anwaltverfahren dur׳ h seim* /.0-יי»י.11ו! g beim Dcvirht bestimmt, in unf>€'<׳hranktcr < ,rtUihg; -1׳ wird du!« 11!lie Finge, cb der Anwalt durch Ausübung der \crtraung Farteianordimngen zuwider haruleh. nach außen hin iti.’M btutihrt, wenn er;dPanan beim I'r ozeßgerjelit;11/ Anwalt?>!;י" 1.1־!׳ n i-t, wie tlicx *111 -t rci! ig beim Herufungsanwalt der Klägerin!!er' Fall Rt.“ Juden in Holland / Eine Artikelserie Der nachfolgende Artikel ist der erste einer Serie, die ■ich mit der Geschichte und Gegenwart der holländischen Juden beschäftigen wird. Es werden Artikel über die jüdischen Ein• richtungen und das jüdische Leben in Holland sowie die heutige Lage der Juden folgen. (Red.) Aus dem Gemeindeleben der Amsterdamer Juden im 17. Jahrhundert Von Prof. I)r. Isaak Markon (Hamburg) Drei Einwanderungswcllen Die Niederlassung der Juden in Amsterdam beginnt nachweisbar mit dem Jahre 0)7, und zwar waren dies einige Marannen aus IWrtugal, die vor der Grausamkeit der In• quisition geflüchtet waren. Im Jahre 1602 kamen dann die Marannen aus Emden in der Begleitung von Rabbi Mosche Uri ha-Levi, der sie dem Judentum zuführtc. Nach einigen Jahren schlossen sie sich zu einer Gemeinde zusammen und erbauten eine Synagoge, die sie nach dem Namen eines ihrer Gründer Jacob firado ״Beth Jacob" nannten. Etwas später kamen mehrere Marannen Spaniens und Portugals sowie Juden aus Südfrankreich, die sich im Jahre 1608 eine Synagoge unter dem Namen ״Ncwe Schalom“ erbauten. Innerhalb kurzer Zeit brachen Zwistigkeiten innerhalb der Gemeinde ,.Newe Sehnlorn“ aus, und ein Teil der Mitglieder sonderte sich ab und gründete eine neue Synagoge ״Beth Israel“. So bildeten sich in Amsterdam drei Synagogen mit ihren eigenen drei Gemeinden, die alle nach dem gleichen, dem sephardischen Ritus beteten. Nach vielen Verhandlungen gelang es schließlich im Jahre 1638/30, die drei Oemcinden zu einer zu vereinigen, die dann eine größere gemeinsame Synagoge erbaute, die die Grundlage für die noch heute existierende portugiesische Gemeinde wurde. Die Veranlassung für diese Vereinigung war der große Zustrom der Juden aus verschiedenen Ländem, insbesondere aus Deutschland. Juden aus Deutschland wohnten schon in Amsterdam um 1615, doch hielten sie sich nur in kleiner Anzahl und vorübergehend dort auf. Erst hei der großen Einwanderung deutscher Juden aus dem Rheinland und Süddeutschland, namentlich aus Worms und fukla, während des Jö j ä 11 r i g e n Krieges haben sich deutsche Juden in Amsterdam für dauernd niedergelassen und gründeten dort im Jahre 1635 eine kleine Gemeinde unter dem Namen ״Hochdeutsche Gemeinde", die bis jetzt existiert und vor einiger Zeit unter Teilnahme der jüdischen und nicht jüdischen Ocffentlichkeit ihr 300j;iI1riges Bestehen feiern konnte (worüber die ״J. K.“ berichtet hat). In den ersten Jahren ihrer Ansiediimg in Amsterdam wurden die deutschen Juden von den Portugiesen unterstützt, jedoch brauchten sie diese Unterstützung nicht lange in Anspruch zu nehmen, denn dank ihres schnellen Aufstiegs waren sie schon im Jahre 1671 in der Lage, eine prachtvolle große Synagoge zu erbauen, die bis auf den heutigen Tag bestellt Gebetet wurde in dieser Synagoge nach dem ״deutschen Ritus“, dem ״minhag aschkenas“. Nach der Ansicdlung der portugiesischen und deutschen Juden sind Juden in großer Zahl aus Polen und Litauen in Amsterdam cingewandert. . Zuerst kamen Flüchtlinge zur Zeit der Judenverfal״ gangen unter Chmielnicki (1648—1649), und besonders währeiul der Jahre 1651/55 zur Zeit des Krieges zwischen Schweden und Rußland auf der einen Seite und Polen auf der anderen Seite. Ganze Schiffe voll von Flüchtlingen aus Wilna und den umliegenden Städten kamen nach Amster* dain, unter ihnen auch der berühmte Rabbi Mosche R i w k e s, der nach seinem in Amsterdam verfaßten und veröffentlichten Werk ״Beer ha-Golah“ genannt wurde. Als die Scharen der polnisch-litauischen Juden nach Amsterdam kamen, wurden sie von den Portugiesen mit großer Herzlichkeit, aufgciiomiuen. Sie fanden jede nur mögliche Unterstützung. Es wurden ihnen Quartiere vermittelt, sie wurden mit Lebensmittdn und Kleidung versorgt, auch geldliche Mittel wurdet! ihnen zur Verfügung gestellt, und sogar ein besonderer Verein wurde von den Portugiesen gegründet unter dem Namen ״Ss; Schaar ha-Scliamajim“. Als die litauisch-polnischen Juden nach Amsterdam kamen, schlossen sie sich der ״Hoclidcutsehen Gemeinde‘‘ an, aber schon nach kurzer Zeit entzweiten sie sich mit dieser und gründeten im Jahre 1663 eine eigene Gemeinde mit einer eigenen Synagoge und einem eigenen Rabbiner. In dieser Synagoge beteten sie nach dem ״minhag Polen“. Diese polnische Gemeinde hat bis 1673 existiert; dann haben sich die polnischen Juden wieder der ״Hochdeutschen Gemeinde“ angegliedert. Innere Streitigkeiten Sehr charakteristisch und interessant sind die Beziehungen dieser drei Gemeinden untereinander. Ein klares Bild hierüber geben die Briefe der portugiesischen Gemeinde zu Amsterdam an die ״Synode der vier Länder“ in Polen. In diesen Briefen bringt die portugiesische Gemeinde ihre Klage gegen die deutschen und polnisclien Juden vor. Aus diesen Briefen gehen einerseits die Ursachen hervor, die zu den Reibereien zwischen den deutsehen und polnischen Juden geführt haben, sowie ihre Be* Ziehungen zu den Portugiesen und andererseits gewähren sie einen Einblick, welche moralische und geistige Kraft und welch großes Ansehen die ״Synode der vier Länder“ in Polen basß, sogar in den Augen der weitentfernten Länder in Westeuropa, so daß auch diese Länder ihre Klagen der , polnischen ״Synode der vier Länder“ unterbreitet haben. Aus diesen Briefen ersehen wir, daß sich die Portugiesen als ״Vormunde“ der deutschen und polnischen Juden betrachtet haben. Die Portugiesen hatten den deutschen und polnischen Juden tatsächlich eine großzügige Unterstützung erwiesen, verlangten aber dafür jederzeit von diesen beiden Gruppen Abhängigkeit und Untertänigkeit. Die deutschen und polnischen Juden waren nicht undankbar — sie haben alle ihnen erwiesenen Wohltaten anerkannt —, wollten jedoch frei nach ihren alten Bräuchen und Riten leben, wie sie es seit jeher gewohnt waren. Die Portugiesen haben es der polnischen Gemeinde besonders übel genommen, daß sie den Streit gegen die ״Hochdeutsche Gemeinde“ selbständig geführt hat, ohne sich 11m Unterstützung an die portugiesische Gemeinde gewandt zu haben, wie es die ersten fünf Jahre üblich gewesen ist. In Streitfällen zwischen den deutschen und polnischen Juden haben sieh die Portugiesen stets auf die Seite der polnischen Juden gestellt aus folgenden drei Gründen: 1. weil die ,,Hochdeutsche Gemeinde“ durch ihre ökonomische gute Lage der Schutzherrschaft der Portugiesen entwachsen war; 2. weil sich unter den polnischen Juden, besonders unter den Flüchtlingen aus Wilna, hervorragende tatinudische Größen befanden, wogegen die deutschen Juden meistenteils außer ihren Rabbonim nicht thorakundig waren; 3. weil sie den Standpunkt einnahmen, daß in der Tat die ״Hochdeutsche Gemeinde“ der eigentliche Unterdrücker und die polnische Gemeinde die Unterdrückte sei. Lob der polnischen Juden Die Portugiesen betonen in ihren Briefen besonders, wieviel Gutes sie sowohl den deutschen als auch den polnischen Juden erwiesen haben, während die deutschen Juden nie etwas Gutes für die Polen getan haben. Sie sprechen sich stets nur lobend über die polnischen Juden aus und heben ihre geistigen und moralischen Eigenschaften hervor, hingegen finden sie für die deutschen Juden nur Tadel. Es ist natürlich anzunehmeii, daß hierbei vieles übertrieben wurde, denn Liebe und Haß entbehren vielfach der Objektivität. Seit dem Jahre 1671 ist eine gewisse Abkühlung in dem Verhältnis zwischen:! den Portugiesen und den polnischen Juden cingetreten. Audi die ״Synode der vier Länder“ wollte sich nicht mehr in die Streitigkeiten der Portugiesen und Polen einmischen. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß ein Gerücht im Umlauf war, daß die Portugiesen ihrer Abstammung nach keine reinen Juden seien und die Einhaltung der Gebote nicht ge* wissenhaft beachteten. Charakteristisch ist der Briet der Portugiesen an die ״Synode der vier Länder“, in welchem sie sich gegen diese Anschuldigungen verteidigen. Dieser Brief schließt mit den Worten: ״Das alles kann der rühmlichst bekannte Gelehrte, die Krone des Fleißes unserer Zeit, Rabbi Mosche (Riwkes' bestätigen, der jetzt unter Euch weilt, und der selbst im Laufe der 10 Jahre, die er hier gewohnt hat, alles mit seinen eigenen Augen gesehen und mit seinen Ohren gehört hat.“ Diese Reibereien zwischen der deutschen und polnischen Gemeinde haben noch bis in die erste Hälfte des 18. Jahr- Hunderts gedauert, doch allmählich sind die Streitigkeiten heigelegt worden, und schon seit langem leben die beiden Gemciindcn in Amsterdam, die portugiesische und die hochdeutsche Gemeinde, in guten Beziehungen. Der Film ״Allotria“ jüdische Produktion? Die Berliner Zeitung ״Das Schwarze Korps“ vom 20. August schreibt: ״Unter den Kinodächern vor! Paris wird augenblicklich von Renate Müller, Jenny Jugo, Hilde Hildebrand, Heinz Rühinann und Adolf Wohlbrück ״Allotria“ getrieben, ״rnise en scene“ von Willy Forst. Es ist vom ersten bis zum letzten Flimmermeter genau dasselbe ״Allotria", das den deutschen Kinobesuchern vorgeführt wird, nur mit dem kleinen, für Kenner nicht ganz uninteressanten Unterschied, daß es den Parisern als Procluktionsglan/stück von — Preßburger* Rabina witsch dargeboten wird. Wie kommt denn das?“ Die ״Allgemeine Rundschau״ in Stuttgart berichtet, daß in dem Stadtteil Zuffenhausen allen deutschen Oe* schäftsinhabern Schilder überhracht werden, die schon am Ladeneingang den Ausweis darstellcn, daß es sich um ein ״Deutsches Geschäft“ handele. Es sei selbstverständliche Pflicht jedes Geschäftsinhabers, dieses Schild zu erwerben; sein Kauf und die sofortige Anbringung an der Ladentür entspringe einem allgemeinen Bedürfnis. Wie mitgeteilt wird, hat das Zionistische Zentralkomitee in Polen in seiner letzten Vollversammlung die von dem Präsidium gemäß den Beschlüssen des Parteirats unternommenen Schritte zur Schaffung einer jüdischen po - li tischen Repräsentanz in Polen bestätigend zur Kenntnis genommen und das Präsidium beauftragt, seine Bemühungen in dieser Richtung fortzusefzen. Der jüdische Religionsunterricht in Bayern Das Amtsblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus veröffentlicht eine Bekanntmachung des Staatsniinisferiums für Unterricht und Kultus über den jüdischen Religionsunterricht. Danach wird an den bayerischen Schulen künftig kein lehrplanmäßiger jüdidischer Religionsunterricht mehr erteilt. Den jüdischen Kindern bleibt es unbenommen, einen privaten Religionsunterrieht zu besuchen. In den Schulzeugnissen ist der jüdisch« Religionsunterricht nicht mehr zu berücksichtigen. Für den jüdischen Religionsunterricht dürfen keine staatlichen oder emeindlichen Mittel mehr aufgewendet werden. Jüdische eligionslehrer gehören künftig nicht mehr den Lehrerräten und Prüfungsausschüssen an. Für die nur von jüdischen Kindern besuchten Schulen gelten die bisherigen Bestimmun• gen' weiter. Die jüdischen Klassen an den öffentlichen allgemeinen Volksschulen sind nach einem früheren Ministerialerlaß ein Bestandteil dieser Schulen. An diesen Sonderklassen wird daher kein lehrplanmäßiger jüdischer Religionsunterricht mehr erteilt. Die städtische Hilfsschule in der Kleiststraße in Frankturt a. M. hieß bisher Hallgarten-Schule nach dem bekannten jüdischen Philanthropen Charles Hallgarten. Nach Meldung des ״Generalanzeigers“ ist die Schule aut Anordnung des Oberbürgermeisters in Nordend-Schule umbenannt worden. Kompletter Ansug, Sokko,Weit•, Ho»*au»r*tawoM«ntr»Kammgam»tof• fern. Gwt• Vororbdtwrg bürgt für Formerholtung od*r Komptot er Sport- Artiitg, Sakko, Hose, aus reinwollenen Cheviot-Stoffen, der auch großer Inanspruchnahme »fandhalt Flotter Slipon aus reinwollenem, imprägniertem Gabardine, auf Kamelhaor und Reinleinen verarbeitet oder Kompletter Anzug. Sakko, Wette, Hete, eus stropatierfdhigemKamingariutoft» mitvoMendeteilt Sitz I 11 ZwSOMHER-SCHtUSS-VEIl FF-KlEIDUNG-FFSp jtu teäwuc 'stark Hcratye. Kompletter Anaus. Sakkc, Wofte,Hose, aus reinwollenem Kammgarn,ווו■ guter Innenausstattung urd fabelhaft«■ Paßform «dar Mod rner XlpOMll■ aus rein wollenem Cheviot, ganz auf Kunstseide gefüttert. Ein Mantel von langer Lebensdauer Kompletter Spart •An- CHS, Sakko und 2 Haaen, aus reinwollenem Chevlot. Er vereint xwel Anrüge In •ich oder Kompletter Aacug, Sakko, Weste, Hose, aut reinwollenen, schweren Kammgarnstoffen, mit guter Innenverorbeltwng

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