Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1936)
- Date
- 1936-08-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 21. Virt. 1936 Englisch-jüdische Wandlungen Brief aus London Von unserem Berichterstatter J.K. London, 12. August 1936 Resonanz der Palästina-Unruhen Die ' P a I ä s t i n a e r c i gn iss e haben in der gesamten Judenheit Englands eine tiefgehende Wirkung hervorgerufen. Obwohl keine Geldaktion und keine Protestversammlungen stattfanden, außer einer seit langem vorbereiteten Eastend- Kundgebung der ״Neuen Zionistischen Organisation“ mit scharfen Reden Jabofinskys und Colonel Pattersons, wird es wohl keinen englischen Juden geben, der sich nicht hinter die vom Board of Deputies angenommene Palästina-Resolution stellte. Man konnte sogar erleben, daß einer zionistischen Minderheit im Board die offizielle Resolution noch nicht weit genug ging. Man sprach von Schwäche und von!Mattheiten, die darin bestünden, nur auf unsere Rechte zu pochen. Sir Robert Waley Cohen, der Vizepräsident des Board of Deputies, schlug deshalb einen Gegenantrag vor, der die Uebereinstimmung der Interessen des Britischen Weltreiches und der menschlichen Zivilisatiori mit den jüdischen und allgemeinen Interessen Palästinas• hervorhob und in den Vorschlag einer Round-Tabie-Konferenz mündete. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß diesmal die zionistischen Mitglieder ihre übereifrigen Kollegen zurückhalten mußten, und ihnen rieten, sich mit der angenommenen Resolution zu begnügen. Der Gründer des Londoner Rothschild-Haases Es ist jetzt hundert Jahre her, daß in Brighton an der englischen Küste eine Brieftaube eintraf, die der englischen Finanzwelt die Botschaft brachte: ״il est mort“. Aus diesem Anlaß hat ein Teil der Londoner Presse in diesen Tagen des Nathan Mayer Rothschild gedacht. Roth- Schild kam als junger Mann mit verhältnismäßig wenig Mitteln nach England. Er erlangte die englische Staatsbürgerschaff im Jahre 1801 und legte nach seiner Heirat mit einem Mitglied der angesehenen sephardischen Familie Montef i o r e den Grundstock zu dein heutigen Londoner Hause. Seinem Beerdigungszuge folgten unter Voranfritt von jüdischen Waisenknaben die höchsten Spitzen der hauptstiidtisehen Behörden und die Botschafter sämtlicher europäischer Großmächte am Londoner Hof. Die letzte große Transaktion vor seinem Tode war eine 15-Millionen-Anleihe, die er zur Entschädigung der Sklaveneigentümer aufbrachte, um so die Abschaffung der Sklaverei in den britischen Dominien zu ermöglichen. Sein ältester Sohn und Nachfolger L i o n e I vereinigte mit den vom Vater ererbten Eigenschaften weltmännische Manieren lind das Auftreten «ines geborenen Gentleman, so daß sich ihm bald die Londoner Salons und schließlich das Parlament öffneten. Nicht ohne schwere Kämpfe war gerade ihm diese Krönung der englisch-jüdischen Emanzipalion in den Schoß gefallen. Es ist nicht allgemein bekannt, daß später dieser politische Einfluß der Rothschilds zugunsten einer Verständ i g u n g mit Deutschland in die Wagschale geworfen wurde, wie jetzt hier hervorgehoben wurde, war das Londoner Haus vor dem Weltkriege in dieser Richtung sehr aktiv. Durch Verhandlungen mit den deutschen Botschaflern in London, Graf Hatzfeld und später Barem Eckhaidstein, bemühten sie sich vergeblich, die Kriegsgefahr abzuwenden und eine deutsch-englische Verstand'!- (jung in die Wege zu leiten. Als es dann doch zum Kriege kam, standen die Rothschilds hinter keinem an Opfern zurück; ein Mitglied der Londoner Familie, Evelyn, fiel im Kampfe in Palästina. Die beiden überlebenden Brüder, Lionel und Anthony de Rothschild, stehen heute an der Spitze des Londoner Hauses, das, nach wie vor in St. Swithin’s Lane, die alte Inschrift trägt: ״Concordia, Industria, Integritas“. Die engen Beziehungen mit Paris und Wien haben sich gelöst, ein Mitglied der Firma hat das Verhältnis kürzlich so gekennzeichnet: ״Wir korrespondieren.“ Wie überall, hat sich auch um die Juden und Nicht- Juden gleichermaßen berücksichtigende Wohltätigkeit der Londoner Rothschilds ein Kranz von Legenden gebildet. Das englische Milieukolorit hat dabei zu einer neuen Färbung des Stoffes beigetragen, so daß sich eine eigenartige Mischung von Pferderennen, tastend und jüdischen Feiertagen ergibt. Führende Jaden aui den Dominien Die im anglo-amerikanisch-jüdischen Leben wiederholt beobachtete Erscheinung, daß bedeutende Juristen zu den höchsten Ehren im Staat gelangt sind, ist in diesem Sommer durch zwei weitere jüdische Besucher aus den Dominien deutlich geworden. Seit mehreren Wochen hält sich in London Sir Daniel L e v y auf, langjähriger Präsident des Abgeordnetenhauses von Neu-Stid-Wales in Australien. Sir Daniel, dessen Vorgänger in diesem Amte übrigens auch ein jüdischer Richter war, stammt aus London und hat die Universität von Sidney auf der Weltkonfercuz der britischen Universitäten in Cambridge vertreten. Er kam nach London, um die parlamentarischen Verhältnisse in England zu stttdieren Sir Daniel, der sich zum Zionismus bekennt, äußerte sich über die jüdische Situation in Australien. Der Antisemitismus bestehe zwar, wie überall, auch dort, sei aber nicht sehr stark. Er selber hatte schon an vierzehn verscliiedenen Wahlkämpfen teilgenommen, ohne daß jemals sein Judentum gegen ihn ins Feld geführt worden wäre. Das australische_ Judentum ist eine atifbltihcnde Gemeinschaft. Zahlreiche jüdische Organisationen und Jugendbünde arbeiten mit großer Aktivität. Zu der großen Hauptsynagoge in Sidney sind in den letzten zehn Jahren eine ganze Reihe von neuen Gemeinden in Sidney und Umgebung hinzugekommen. Der neuernannte Rabbiner von Sidney ist selbst ein begeisterter Zionist. Die New-Zealand Society bereitete kürzlich Sir Michael M y c r s, dem höchsten Richter von Neu-Scciand, einen Empfang im Savoy-Hotcl. Der Vorsitzende, Sir James Parr, Neu-Seelands High Commissioner in London, sagte, Sir Michael sei der erste Bürger seines Landes. Er sei ein großer Jurist, eine große Persönlichkeit, immer in unerschütterlicher Treue seinem Glauben verbunden, einer von Israels größten Söhnen. Unter den Anwesenden befanden sich der Dominien- Minister Malcolm MacDonald, der Kronainvalt Sir Daniel Somcrville und der frühere Generalgouverneur von Neu- Seeland. Ueber den Londoner Besuch Sir Isaac (saacs, des ersten australischen Generalgouverneurs, wurde hier bereits berichtet. Englische Jaden auf der Verteidigungslinie Die Juden des englischen Mutterlandes haben in vieler Hinsicht eine Defensivstellung bezogen. Die Verteidigung«- linie richtet sich nach innen und nach außen. Alles wird darauf angelegt, in der Oeffcntlichkeit kein Aufsehen zu erregen. Ein großes jüdisches Sportfest wurde aus diesem Grunde abgesagt. Zu welchen Ausmaßen diese Tendenz führt, beweist die von privater, aber nicht einflußloser Seite geforderte Reform des kabbinats. Die Rabbiner sollten Vertreter der jüdischen Gemeinden sein, heißt es da, wären aber überall, bis auf wenige Ausnahmen, an Spraehakzcnt lind Lebensstil als Ausländer erkennbar. Es wurde daher verlangt, daß das Rabbinerseminar für junge Engländer attraktiv gemacht werde, die sich ebenso für Sport und Spiel interessieren wie für Liturgie und die Wissenschaft des Judentums. Der Aufklärungsfeldzug des Board of Deput i es wurde noch vor den Ferien eingeieitet. Als erste Frucht der neuen Presseabteilung wurden Broschüren veröffentlieht, die Einzelheiten über die Juden in England in Form von Fragen und Antworten und Auszügen aus Gerichtsverhandlungen enthalten. Vor den Eingängen von 150 Synagogen sollen ■— nach dem Muster der englischen Kirchen — sorgfältig ausgesuchte Zitate aus der Bibel und dem jüdischen Schrifttum angebracht werden, um das Publikum auf den hohen ethischen Gehalt des Judentums hinzuweisen. Die Beiträge zu dem Propagandafonds sind bisher nur sehr spärlich geflossen, obwohl es für die englischen Juden eine Kleinigkeit sein müßte, die notwendigen 10 000 Pfund aufzubringen. Diese Tatsache muß besonders überraschen, da eine starke Bewegung in der jüdischen Bevölkerung entstanden war, unter deren Druck erst der Board die jüngsten Maßnahmen ergriffen hat. Wie es scheint, haben auch diese Maßnahmen es nicht vermocht, das Vertrauen der aktiven Kreise zum Board wiederherz.ustellcn. Es vermehren sich die Stimmen, die die Uchertragung dieser zentralen Aufgabe an eine andere Körperschaft fordern. In diesem Zusammenhang wurde von einem Enthusiasten sogar die Zionistische Organisation genannt, da diese wie keine andere für jüdische Freiheit einstehe. Andere fordern die Schaffung einer neuen, repräsentativen Organisation. An jedem Ort sollen jüdische Gemeinden nach kontinentalen! Muster gebildet werden, die sämtliche dort wohnhaften Juden um- Fassen. Der neue Board of Deputies ist nach diesem Vorschlag als Dachorganisation über diesen Gemeinden gedacht. Es wird gesagt, daß der Board in seiner augenblicklichen Form lediglich die Synagogen repräsentiere und daß die wachsende Anzahl von Juden, die religiös uninteressiert sind, überhaupt keine Vertretung haben. Damit wird ein Punkt berührt, dessen Bedeutung immer größer wird. Der Board war bis vor kurzem eine Körperschaft zur Wahrung rein religiöser Interessen und entsprach damit den Wünschen der großen Mehrheit des englischen Judentums. Während aber jetzt die allgemein-jüdischen Aufgaben und Interessen im Zunehmen begriffen sind, wird von so berufener Seite wie von dem Direktor für jüdische Erziehung Klage darüber geführt, daß das religiöse Leben in London und in der Provinz in erschreckender Weise zurückgehe. Welches das Ergebnis dieser Diskussionen im englischen Judentum sein wird, ist noch nicht abzusehen. Fest steht, daß auch hier in einer äußerlich gesättigten Atmosphäre das Judentum Wandlungen durchmacht, die allmählich zu einer völlig neuen Situation führen werden. Der Präsidialausschuß besteht nunmehr je zur Hälfte aus Zionisten und Nichtzionisten. Er bedarf in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung oder besonderer Tragweite des Einverständnisses mit dem Rat, dessen Beschlösse andererseits überhaupt nur Wirksamkeit erlangen können, wenn der Präsidialausschuß sie vorgeschlagen hat oder ihnen beitritt. ln die Geschäftsführung der Reiehsvertretung tritt neben Herrn I)r. Otto Hirsch, dessen sachlicher, objektiver und verständnisvoller Arbeit die Anerkennung stets von allen Seiten gezollt und auch von uns niemals versagt worden ist, der bisherige geschäftsführende Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Franz Meyer — zur Betreuung vor allem auch der Sachgebiete, denen unser besonders iebendiges und besonders sachkundiges Interesse gilt. Wir Zionisten sind zur vertrauensvollen Zusam menarbeit mit allen Teilen der Judenheit Deutschlands stets hercit gewesen, und wir haben diese Bereitschaft auch wieder und immer wieder in die Tat umgesetzt. In der Neuordnung der Reiehsvertretung erblicken wir eine wichtige Etappe für die unerläßliche Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte in sinnvoller und in wirksamer Form. Der Weg: der arabischen Jugend Von unserem Berichterstatter K a. Pari s, im August Der französische Gclehrlc Poliert Montagon, der als einer der besten fran/o-'.M he» Kenner der Welt des Vorderen Orients gilt, hat in dem Pariser ,,Centre de ja Politi1!ue Ltrangerc•‘ einen sein־ interessanten Vortrag über die Roll e d e r a r a h i s c 11 1׳ n J u g e n d und ihre Fnfwickhing gehalten. Rotiert Montagon, der Direktor des fran- 76sisf!u׳n Institutes in Damaskus ist, steht dort durch seine Tätigkeit im engsten Kontakt mit allen Kreisen dieser Jugend und i,-t daher besonders berufen, über diese Fragen zu informieren. Fr stellt fest, daß die arabische Jugend heute (irr wichtigste Träger der nationalen oder nationalistisehen Bewegung im Vorderen Orient ist. Die Unruhen in Aegypten, in Syrien 11 ml jetzt auch in Palästina werden von dieser jungen (iviieratum getragen. Die Aktivität dieser jungen Generation haue die Revohitionierting lies traditionellen orientalischen Familienlebens zur Voraussetzung, das bisher unter der patriarchalischen Gewalt des Vaters und Hausherren stand, dessen Willen sieh der Sohn vollkommen zu unterwerfen hatte. Die Emanzipation des jungen Arabers von der väterlichen Gewalt ist heute mehr oder weniger durehgefuhrt. Fine wichtige Rolle bei der geistigen Ent- Wicklung der arabischen Jugend spielt auch die Schule. Heute besuchen zehnmal soviel arabische Schiller eurepäiseh geleitete Schulen wie 1010. Die junge Generation steht fast ganz unter dem Einfluß der westlichen Kultur, von der sie hauptsächlich den radikalen Nationalismus übernommen hat. Nichtsdestoweniger wirkt aber auch die traditionelle religiöse Schulbildung in Richtung auf diese nationale Entwicklung. Der Islam erlebt überhaupt heute eine Neubeiebung und macht neue Konvertiten. So treten z. B. in Syrien jährlich etwa KXH! Kopten zum Islam über. Die junge arabische Generation hat sich mit voller Leidenschaft der Politik hingegeben. Dieser politische Kampfwälle erfüllt nicht nur die Studenten und Gyinnasialschüler, sondern selbst die Schüler der Mittelschulen. Acht- bis zehnjährige Kinder fuhren eine lebhafte politische Agitation. In Syrien haben während der Unruhen solche Kinder die Polizei angegriffen, die gezwungen war, von der Waffe Gebrauch zu machen. Die Folge dieser politischen Agitation in den syrischen Schulen ist vielfach ein völliger Zusammenbruch jeder Schuldisziplin. Die junge arabische Generation besitzt eine unbegrenzte Verehrung für alles ״Moderne". Alles, was modern und neu ist, zieht sie an. Ihre Bildung gründet sich weniger aut Bücht r als auf eine eifrige Lektüre von Zeitungen oder Zeitschriften. Nur wenige unter den jüngeren Arabern interessicreti sich noch für die kla.-sischen arabischen Schriften. Es entsteht so eine groß.■ Menge von ״Gebildeten“, aber es fehlt eine wirkliche geistige Fdite. Der arabischen Jugend fehlt die wirkliche Führung. Ihre intellektuelle Welterentwicklung erscheint daher schwierig. Sie bemüht sieh, jeden ausländischen Einfluß aus dem politischen, sozialen und kulturellen Leben ihrer Länder atis/uschalten. Diese Ausschaltungstenfleiiz hat natiirgemiiß auch einen praktischen Hintergrund, da die in den Schulen diplomierten Araber Anspruch auf die bisher den Ausländern vorbehaltcnen Stellungen erheben. In einem Artikel, den der gleiche Verfasser in den ״A n n a 1 r s mriolnfi q 11 e s“ veröffentlicht, versucht er die Grunde der Gärung in der arabischen Welt klar/ulcgcn. Er stellt fest, daß im wesentlichen zwei Bewegungen wirksam sind, die vielfach, aber nicht immer, in Wechselbe/ielumg stehen. Das eine ist eine p!1 r i t a 1t i s t i s c h - religiöse Bewegung, die vom der! Wahabiten Ihn Sauds aiisgcht und die besonders in Nordafrika starke Wurzcln gefaßt hat, und die andere, ist eine politischnationale Bewegung, die Aegypten, Syrien und Palästina erfaßt hat. Ein Neben zweig ist die antijüdische Bewegting. die ihr /entmin in Palästina hat und die ihre Wirkungen hu, weit nach Nordafrika erstreckt. Die arabische Bewegung hat bisher verschiedene Staatstypen geformt: von dem mittelalterlichen Staat Ibn Sauds bis zu dem modernen Staat Irak. Der Verfasser glaubt, daß die heutigen Zusammenstöße des Okzidents mit der arabischen Welt weniger attl Mißbräuche der Europäer als auf den unvermeidlichen Gegensatz zweier Kräfte zurück zufü.hren *ind. Die arabische Renaissance ist eng mit dem Gedanken eines neuen arabischen Imperialismus verbunden. Die Exekutive der ORT-Union (Verband zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Industrie unter den Juden) hat für den 7. September sämtliche Mitglieder der Zentralverwaltung der Union nach Paris zu einer Plenar- Sitzung einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Fragen der konstruktiven Hilfsarhrit der ORT-Organisationcn in den verschiedenen Ländern, sowie die Ausarbeitung des Arbeit«• Programms für das Jahr 1937. T ranslervcrhandlungen zwischen Polen und Palästina Warschau, 18. August. (JTA.) Das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Jizchak Grün bäum, ist nach kurzer Abwesenheit wieder in Warschau eingetroffen. Er wird in Gemeinschaft mit Dr. Fischcl Rottenstreich, dem Leiter der Handels- und Industrieabteilung der Exekutive der Jewish Agency, mit der polnischen Regierung Verhandlungen über ein Transferabkommen zwischen Polen und Palästina führen. Die Verhandlungen über den Absehluß eines solchen Abkommens, das durch die Einführung der polnischen Devisenbewirtschaftung notwendig geworden ist, schweben seit längerer Zeit. Es nandelt sich dabei insbesondere darum, den Kapitaltransfer jüdischer Palästina Wanderer aus Polen zu erleichtern. Bisher haben die Verhandlungen, die bereits durch Dr. Rottenstreich eingeieitet worden waren, z1i keinem greifbaren Ergebnis geführt. Dies ist nicht auf die Haltung der polnischen Regierung zurückztiführeri, die vielmehr geneigt ist, Frleichterungen für den Kapitaltransfer zit gewähren. Die Schwierigkeit, ein beide Teile befriedigendes Ergebnis lierheizuführen, besteht vielmehr darin, daß nach dem polnisch-englischen Handelsabkommen Polen keinem englischen Mandatsland und keiner englischen Kolonie Erleichterungen gewähren darf, die es England selbst versagt. _ ״Jüdische“ Exzesse? Das ״Berliner Tageblatt“ veröffentlicht am 20. August eine DNB.-Meldung aus Lissabon über furchtbare Untaten in Spanien und fügt die Ueberschrift ״Bolschewistisch - J ü d i s c h e Exzesse“ hinzu. (Dieselbe Ueberschrift finden wir auch in anderen Zeitungen.) Im Text der Meldung ist an keiner Stelle von Juden die Rede, und es erscheint dem Leser daher völlig unverständlich, warum das ״Tageblatt“ von ״jüdischen“ Exzessen spricht, wo doch bekannt sein muß, daß in Spanien nur sehr wenige Juden wohnen und an diesem entsetzliehen Bürgerkrieg so gut wie gar nicht beteiligt sind. Ilauptsehrifileiten Dr. Robert W e! t 5 c h, Berlin - Charlotlenburg 9 (auch verantwortlich fiir die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenlciter und verantwortli' h für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preidiste 5 vom 1. April 1930. Verlag und Anicigenveiwaltung 1 Jüdische Rundschau, Berlin VV 15. Mcinekestr. 10. 11■ •A. Juli 35 077. — Druck: Siegfried Seholem, Bcrlin-Scliiincberg. «:T. Zukunft Ihrer Kinder S52Ä Landschulheim Florenz HBhere Schule und Ir.tsrnot t. Schulbildung bl* zum Abtturlutn а. FOr Knaban und MHdchtn van «—10 Jahran 3- Unter• Lattung bawibrtae Pldagegtn Intnnalvata Sprachanptlag* 4. StudianbaraoMIgung In faat all*״ Staatan б. Eigana HAUtHALTIICHUI.1, Stanographla, Sabralbntaashla« 6. WarkuntarrleM, Land- und Qartanarbalt 7. Vorbarattung (Or Auewan dammgalindar 8. Hauabrrtlleh* Uabtnwaehung, Indlvldualla FSndarung 9. Schänat* Umgabung, gutaa Klima, Sport 10. Eratblaaalg* Varpllagung,!•ttgamlO• Ppaiaa, kalnt TranaftraohwIarigkaHan Auskünfte u- Prospekt• durch die Leitung: Oberregierangsrnt Dr. Werner Pelser Florenz, Villa Pani, Pinn dei GlaUuri Nenunlnahmenzam Wintersemester