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Jüdische Rundschau · 1936-08-18 · Heft 66 (18.8.1936) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 66 (18.8.1936)
Date
1936-08-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ו! ׳ י -■ iUö י %4ו hlf'1ן ' A ' ■ * ׳ *־* — - - - -v־'-י■-,»•*«-" —י^—י,* Seife 8 JÜDISCHE RUNDSC hau Nr. 66, 18. VIII. 1936 Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Alten bürg-Meusel will: Am 0. Juli fand eine Herzl-Bialik-Gedcnk• stunde Matt. Der 1. \ or-iuciule, G i lri i n g 0 r i 11, uml Herr Rehft* Id hielten Ai1-p!i1r!i־.׳n. Ceüe. Dir X()! i. Md; am 29. Juli ihre 4, Tajntr1j־ ah. Max W c i - nt׳ r. 1!anuover, hielt rin Referat. üU::r das■ Thema: ״Unser Kamp! um Kri'z Israel■‘. Bamberg. An! 3. AiiguM <>t*-pr,!״h der Arbeit-kreis der ZOG. die Arbeit im den kommenden W m'rr. Am 4. Au״u>t wurde der neueste I.irlitbiidMK ilen de- KKI. vor einem zalilreielien Publikum gezeigt. Kiel. Am 30. jtili!and eine lugrndAYrsanmilüng statt. D. Buchen spraei) über da, Thema: ״Theodor Ilerzl als Wegweis.-r der jiidisrht:n Jugend“. Familien- Nachrichten Herr Simon Kai -er I uml brau N.mi. geln Sehaumberg. Mardorf |Kre», Matburg), bi gehen am 30. Auז,״״ d״• goldene Hochzeit. Heur Hnn!o M e v e r. Guben, Markt 37. Ixgeht am 22. August den 50. Geburt,1;1״. Henr David S r I, ) e i ״ und brau Sadie, gelt. Wimcrfcld, .Magdeburg. begehen am 22. Au״״ t dm sillx nie Ibxiiezit. brau 1׳anns’ Stern, Sehers (Westerwald), fiegeht am 25. August den 05. (ichurNta^. Bar Mizwah-Termine Ara 22. Augua (4. bin!): II,ms Hei!״hl, Sohn von Er״,! Meinhard:,!lamOue,׳. Hnrbmii. 1B, ״׳-- jb.dnmt Weiner, Sohn von kri'z Warn,!1.11 m״;:. Mn!:,b (ho.30 ׳, ._ liaiis W 1 t t m a n n. Sohn von llu:״׳ Wi׳ 1 .,׳״״.,;;״in.l.but (Re, ein). K it ter-von-Kjip-Str. 12. Am ah. Au״m 111 ׳. Irlnn: 1!1:1!/ ) ״׳׳! c j t׳ wo r, Sohn von btih!"0׳l < /'imn "< I.!!•■’le i'ih״׳״! ,״ o! ig n r. 28. — Eredi b e1 u ״ r ׳ ft in, m׳e.n \״n [1, lots mon, Waom׳ Ihrkei, — Hermann h oli n ״mit י, o(,״!׳ v,h, Sn׳, ״ ׳״ 1 ״!!:׳sl! r, k,1'1b״r, bange Strobe. — Am ׳: ,.!!;< ס״״', .״ t ln, [״ :!!;!!.׳,A ls (׳n 11 1׳ r 1, Sohn von Isak Koni״״:, Mmmb, im. T 1, 3 a. Demnächst erscheint: DR. MICHAEL TRAUB DIE JÜDISCHE AUSWANDERUNG AUS DEUTSCHLAND Westeuropa - Uebersee / Palästina pMis 60 ntf. Aus dem Inhalt: J, jutiischr Wnndf*r־jngr־n vor und nach dem Kriege 1. Ae-uürirr Umfarty 2. Innere Prohlocnntik iJ. Die jüdische Auswanderung aus Deutschland seit 1933 1. Altersaufbau und soziale Gliederung der Juden• heit in Deutschland 2.!<>0000 Auswanderer in 3^2 Jahren 3. Wandere! und Flüchtlinge m. Ein Wnndcrungspl an für die Zukunft 1. Die Juden in Deutschland!936-1941 2. Die Auswanderung der nächsten fünf Jahre 3. Wohin? IV. Jüdische Wanderunffspolitik 1. jüdisrhes Kapital und jüdische Arbeit 2. hinwanderung und Aufnahmefähigkeit 3. AsstimilntionKgcfahr 4. Schwierigkeiten produktiver Umschichtung V• Außerpfdastinensiscdie Sied lungsversuche 1, Jüdisdte Mndwirtschftft in Uebersee 2. r*־rr!t״''!niistischc Illusionen und wnnderungspolitische Notwendigkeiten Zu beziehen durch de ח Buchhandel oder direkt gegen Voreinsendung des Hetrages zuzüglich Porto Vom VERLAG DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Berlin W15, Meinekestraße 10 / Ruf: J 1 9031 P p s t o ) r 1 ■׳t U 1, f t! ,)er VrrU!rjflbtrilunj Berlin 71575 Briefe an die Redaktion Adiad Haams ״Drei Stufen“ Frankfurt a. M., 15. August Sehr geehrte Redaktion! Sicbringen in Ihrer Nr. 65 vom 14. Augud eine Erinnerung aus Achad Haams ..Drei .Stufen 1898־'. Dkm• Stehe int nicht eine Acut’erung Achad Haatns, sondern ein Zitat aus meiner in Adolf Brüils Populär-Wissensrhaltiic! en Monatshläuern 1898 Nr. 1 abgcdmeklcn Rede ,AV.11• tim Kind wir Juden?1־. Die Stelle findet sieh wörtlich in dieser Rede Seite 2. Absatz 5. Achad ilaam führt in dem genannten Aufsatz .,Drei Stufen“ aus, ״dali die Zionisten mit Unrecht jenseits ihrer Grenzen nichts als Assimilation sehen, als ob Z.ionbrnus und Assimilation unter• Hre-dau, 16. August Sehr geehrte Redaktion! Herr Rahb, Dr. Auerbach versticht in Nr. 65 Ihrer Zeitung, die hebräischen Substantiva nach ihrem Uenus zu gliedern. Fr schreibt, da!} alle Substantiva aut die Endungen 3־׳ ית׳ ה weiblich sind, und außer geographischen Bcgriüen und Körperteiien seien alle Hauptwörter männlich. Diese Einteilung ist ^chr glücklich, denn fast alle SuMtamiva, die männlicli aussehen und weiblich sind, sind geograplii.sche Begriffe oder Körperteile; allein, wollten wir daraus sprachpsychologische Schlüsse einander die Welt des Judentums an Achad Ilaam zu seinem 80. Geburtstag und zitieren dabei auf der 3. Spalte eine Stelle geteilt und anderen keinen Raum übrig gelassen hätten, so daß jeder Jude ein Assimilant ist, der mit dem Zionismus sich nicht einverstanden erklärt.“ Die von Achad Ilaam zitierten Stellen aus meiner Rede bezeichnet er als ״nicht trockene Sophismen . .... die von vornherein tiir eine bestimmte Tendenz lierochnet sind, sondern flammende Worte der Ucberzeugung. ein Echo des wirk lieh im Herzen des Volkes lebenden Gefühls‘־. Mit vorzüglicher Hochachtung Rabb. Dr. C. Seligmann ziehen, so müßten wir zumin־ dest zeigen, daß alle geogra־ phischen Begritte und alle Kör• pcrteile weihlieh sind. Dies ist alx*r keineswegs der Kall. Von geographischen Begriffen sind wohl nur?יי und אךץ weiblich;??י lat männlich, ׳(י! י ׳יי P9F sind ebenl*H8 männlich. Von Körperteilen sind meist diejenigen weiblich. die eine Dualtorm bilden können, aber es gibt auch sehr viel ״äußere“ Organe, die männlich sind: Cph' ח *Qlיאר ׳* n* י. Selbstverständlich können wir die Methode von Rabb. Auer־ hach dazu benutzen, Hebräischlernenden das Lernen zu erleichlern; aber zu einem Schlipse, daß der Hebräer alle geogru* phiseben Begriffe und Körperteile als weiblich angesehen hat, gelangen wir noch nicht. Auch scheint mir die Ansicht Prof. Ej iedliinders, daß alles Große und Starke weiblich ist, nicht zuzutreilcn, da doch das Größte, das überhaupt existiert — die Welt — im Hebräischen männlich ist. Deshalb möchte ich g]aul>en׳ daß das Genus gar nicht so sehr Jerusalem, 12. August Sehr geehrte Redaktion! Zu der Zuschrift unter dem Titel ״Juristische Zeitschriften gesucht“, die Herr Dr. Ecwv- Eingen in Nr. 62 veröffentlicht hat, ist folgendes zu sagen: Natürlich fehlt hier eine große Anzahl von Serien und einzelnen Bänden jin Mischer Zeitschritten und Sam!ml wcike. ci) n -o wie auch unendlich viele Zeilschril• ton aus allen anderen Gebieten der Wissenschaft und Eitcratur liier leider nicht vorhanden sind, und es ist ül>eraus erwünscht* derartige bedauerliche Lücken in den hiesigen Beständen auszu* füllen. Planloses Sammeln oder gar Uelrersemlcn einzelner Bände ohne vorherige Anfrage bei der von der Form •des Wortes abhängt, sondern vom Gefühl. Wie es im Deutschen — selbst für ein kleines K ind — absurd klingt, zu sagen: ״Das Stuhl“, so kann auch der Hebräer cs nicht mit seinem Gefühl vereinbaren, z. B. als nwnn• liebes Wort zu gebrauchen. Wir können «las heute freilich nicht mehr nachfühlen. Mit Zionsgrüßen M- L. Ascher * * * Mit dieser Zuschrift schließen ־wir die Diskussion über dieses Thema. (Red.) Bibliothek in Jerusalem ist jedoch nicht zu empfehlen. Viel- .nehr wird auf die seit langem!*stehende und segensreich wir״ kende ..ZentraUamuielstelle der Jüdischen National- und I'niversitätdübliothck Jerusalem“ (Bcrlin W 15, Meinekestr. lö, J 1 9031, App, 75, Leiter: Ernst Holtmann) hingewiesen. Diese Stelle nimmt;die Angebote an Büchern und Zeitschriften bereitwilligst entgegen. vermittelt den Verkehr und alle Anfragen an die Bibliothek in Jerusalem und sorgt endlich für den sachgemäßen und unentgeltlichen Transport der Bücher selbst. 1 loch achtungsvoll 'üdischc National• und Univerdtats-Bibliothek Prof. Dr. G. Weil, Direktor Das Genus hebräischer Substantiva Juristische Zeitschriften gesucht Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 18, August: Hilversum I (1875). 12.10: Moszkowski: Konzertwalzcr. — Paris (1648), 16: U. a. Otfcnbneh. •— Wien (506), 20: Oifenbarh: ״Die schone Helena'‘; Das Erteil des Paris; Traumduett; Ouvertüre zu ,,Orpheus‘‘. — Brüssel, (ranz. (484), 20; Mendelssohn: Ouvertüre zum ,,.Sommernacht strainn“. — Paris PTT. (432), 20.30: .,Blaubart“, Operette von Oberibach. Mittwoch, 19. August: Luxemburg (1304), 7.15: Schallplattcn, 11. a. Meverbeer. — Warschau (1339), 17: Moszkowski: Spanischer Tanz; Iiolero. — Wien (506). 19.30: Saint •Saens ans ״Samson und Dalila“. — Straßburg (349). 21: Mendelssohn: Andante und Finale aus dem Concerto lür Violine und Orchester. Donnerstag, 20. August: Toulouse (386). 10: U, a. Meverbeer und Ilalevv. — Wien (506), 12.34: Schallplatte!!: Goklmark: ״Königin von Saba“; Meverbeer: ,.Die Hugenotten'1. — Hilversum II 302), 14.40: Mendelssohn: Andante E-Dur; Arie aus ״Elias“; Händel; Arie aus ״Judas Maeoabäus“. —. Hilversum I (1875), 19.50: Mendelssohn: aus ״Sormnernachtstraum“. -— Radio-Cito (280), 20.45: Konzert |:1 > 11 >יו l-iictz. — Luxemburg (1304). 21.45: Lie 'er von Mendel sohn: 22.05: ״Margarete", a. d. Faust-Sinfonie (Eiszt). auf Schallplattcn ge1״ie!l vom Großen Sinfonie■( ■rohester unter I.ei ung von Selntar Mcyrowitz. — Toulouse (328), 23.40: U. a. Oflenbach. Freitag, 21. August: Luxemburg (1304), 12.40: Schallplatten: Meyerbeer aus ״Hugenotten“. — Hilversum II (302), 14.40: Orgelmusik von Mendelssohn; 16.50: Offcnbach: ״Die schöne Helena“. — Warschau (1339). 21: Mendelssohn: aus .,.Sommernachtstraum“. — Kowno (1935), 21.05: Mendelssohn: Hehridcn-Ouvertiirc. — Straßbürg (349), 22.45: Mendelssohn: Ouvertüre zu ״Ruv Blas“. In dem Gesundheitszustand des Wilna er Ga ons Rabbi Chain! Oscr ürodzenski ist eine wesentliche Verschlechterung eingetreten. Der Gaon mußte aus der Sommerfrischc nach Wilna zurückgebracht werden. Bibliographisches Inhaltsverzeichnis der ״Jüdischen Rundschau“. Der Herausgeber der ״Bibliographie des jüdischen Buches“ plant die Herausgabe eines bibliographischen Inhalts- Verzeichnisses der ״Jüdischen Rundschau“. In diesem Verzcichnis werden alle Aufsätze, Berichte lind Notizen der ״J. R.“ nach Sachgebieten geordnet, so verzeichnet, daß die Arbeit nicht nur für den Sammler der Nummern der ״J, R.“ ein praktisches Register darstellt, sondern daß insbesondere jedermann, der sich über irgendeine Frage orientieren will, sofort das gesamte veröffentlichte Material systematisch zusammengestellt vorfindet; darüber hinaus bietet das Inhalts- Verzeichnis eine Uebersicht über alles Geschehen im jüdischen Raume — eine Geschichte eigenartiger Prägung. Zunächst wird das Verzeichnis für das 1. Halbjahr 1Ü36 erscheinen. Preis 3 RM. Vorbestellungen sind an den Herausgeber, J. Sänger, Frankfurt a. M., Herderstr. 30, zu richten. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin, Leitung Dr. Hermann Schildberger, läßt auch in diesem Jahre ihren Kunstkalender erscheinen, der wiederum ein Bild jüdischen Schaffens auf künstlerischem Gebiet darstellt. Aus der Fülle des Materials sind die interessantesten Werke lebender jüdischer Maler un-d Bildhauer in schönen Reproduktionen wiedergegeben und im begleitenden Text durch Professor Franz Landsberger, Dr. Max Osborn und Dr. Irmgard Schüler erklärt und gedeutet. סדור להזדמניות שונות• Der Breslauer jüdische Buchdrucker David Rotenberg gab kürzlich im Selbstverläge einen sehr handlichen Siddur im Taschenbuchformat heraus, in dem er die Gebete und Segensprüche für fast alle Gelegenheiten des jüdischen Fest- und Alltags zusammenstellte. Der saubere, deutliche Druck und die Vollständigkeit in der Berücksichtigung freudiger und trauriger Anlässe machen das Büchlein empfehlenswert. bei dem mi(l(';tnlti־,<'l1er1 Weibe hif». Er trug seine halbnackte lebende Hürde direkt vor das Ibius des Kreisrabbiners und legte sie da nieder. Warum vor da.״ Haus des Kreisrabbiners? Weil er böse mit ihm war. Der Kreisrnbhiner von Schklow weigerte sieh harfuiuki״, Noah einen Geburtsschein zu geben. Pandres Vater erklärte ihm, er müßte den Geburtsschein haben, wenn Noali zur Aushebung kommen sollte, damit er die gesetzlichen Erleichterungen naeiisuelien könnte. Denn Noahs .jüngerer Binder war noch hnllnviic-ltsig, und wenn Noah einrücken muhte, blieb sein alter Vater ohne Gehilfen — und dann konnte er ebensogut den baden zumachen. Aber der Kreisrabbiner behaupt ei e, daß Noahs Eltern Versäumt hätten, Noalt eint ragen zu lassen, als er geboren worden war, und daß er also keine Eintragung in seinen Büchern hätte, nach denen er den Geburtsschein ausstellen konnte. Es blieb nichts übrig, als die Militärärzte sein Alter schiltzen zu lassen. Was für eine Idee! Die Beamten des Zaren Noahs Alter schätzen 7,1! lassen - ihn, der mit fünfzehn schon ausgesehen hatte wie zwanzig! ,Also herrschte Feindschaft zwischen Pandres Haus und der» Krcisrahhincr von Schklow, Ais nun der Rabbi aus dem Haus gelaufen kam, die Brille auf der Nase, um 7,11 selten, was all das Gelächter Und Geschrei zu bedeuten hätte, knüpfte Noah gerade seinen fettigen Scliläehtergürtel ab, den er tun die beiden Bauernleiber gewunden hatte. Und er hatte die ganze Bande zu Zeugen, als er grunzte: ״Gratuliere, gratuliere! Vergessen Sie nicht, das in Ihre Bücher ein/.utrngen!“ Am Simehalh Thora, dem Tage der Gesetzesfreude, pflegte Noah etwas mehr zu trinken, tds er vertragen konnte, zusammen mit Simche Titreru. Und dann schlang jeder den Arm um des anderen Schulter, und Pandre, der Riese, nu* dem kleinen dürren, sehnigen Kerl in der Pelzkappe standen unter den Fenstern wütender Hausbesitzer, die kein Fleisch bei ihnen kauften, weil sie dachten, ihr Fleisch wäre nicht koscher, und fingen einen komischen Singsang an. Er fing an mit Noahs Namen und endete mit irgendeinem unflätigen Wunsch. Das Duett ging etwa so: Hier ■■ind \״ah und sein Bruder End wollen deinen Schnait-, du Euder! Wir wollen deinen ganzen Haut, 1 ml 11;e-t <111 keinen, so hang!lieft auf! Fahr zur Holle und laß dich!»(gralnm. Dann kannst du alles wiedethaben. Schmeiß deine Beine, daß Gott erbarm Und tanz in des Großen Bären Arm; Der Bär hißt dich hopsen und drückt dich fest, Bis du umfällst und er dich fallen läßt. Bis du da liegst und sabberst und spuckst. Fhjehst und gurgelst und stöhnst und druckst. Wund und zerschlagen und braun und blau Heulst du und wälzt dich wie eine Sau, Kannst nicht sitien und liegst auf dem Bauch — Amen! Und das wünschen wir auch! Aber sogar solche Teufeleien genügten nicht, um Pandres unruhiges Blut zu kühlen. Während Simche Tureru schon todbesoffen hinter einer Hecke schlief, stiegen Noahs Lebensgeister noch lange. Und er zog aus mitten im Fest und verschloß alle Fensterläden in der Stadt Schklov. Oder er erwischte ein Schall und schöpfte immer wieder Wasser aus dem Brunnen und schüttete es auf den Boden. F,r tat da» mit so wildem Eifer, mit solcher Lust, daß er bald mit seinen Lack-Schaftstiefeln in einer tiefen Lache stand, so daß ihm keiner nahe kommen konnte. .Junge Familienväter in ihren Feiertagskaftans standen rund um den See, wie die erschrockenen Juden, bevor sie das Rote Meer durchschritten. Aber die Kinder waren jedesmal begeistert von einer solche!» Kraft-Schaustellung. Sie gafften. Es war zu überwältigend. Pandre mit seinen wilden Possen schien ihnen ein neuer Samson, der die Tore der Stadt Gaza ausbeben und sie mitten in der Nacht auf den Gipfel der Berge tragen konnte; der dreihundert Füchse an ihren Schwänzen zusammenhinden konnte, und steckte einen Feuerbrand zwischen die Schwänze und jagte sie zwischen die reifen Halme auf den Feldern der Philister; die ihn mit neuen Stricken banden, und einen läiwen holten in ihre Weingärten. — Diese jüdischen Schulkinder waren die einzigen, die ihn verstanden. Sie hätten es ihm gerne nachgemacht, aber sie waren zu jung und zu schwach. So überließen sie ihm, Noah Pandre, hinzugehen und die Philister zu erschlagen und die Juden zu befrr' III Aber eines Tage» geschah etwas, das in der Stadt Sensation hervorrief: die rassigen Pferde vor dem Wagen der Gutsherrin scheuten eines Tages auf dem Heimweg von der Kirche, und die Dame, eine magere Frauensperson mit lebhaften schwarzen Augen, kam beinahe um. In dem wilden Zickzack-Galopp, in dem Staub und Wirkel konnte man nur die Pfauenfedern auf dem Hut des Kutschers sehen und »einen dicken roten Hals. Er platzte beinahe von der Anstrengung, mit der er an den Zügeln zerrte. Und die feine Dame flog in dem Wagen von einer Seile auf die andere wie eine Lumpenpuppe. Sie kreischte und versuchte sich mit ihren langen Händen in weißen Glacehandschuhen bald am Sitz, bald an dem roten Gürtel des Kutschers festzuhalten, fiel aller immer wieder zurück. Ihr weißer Petersburger Hut mit den Straußenfedern flog ab und wehte hinter der Kutsche her wie ein verfolgendes Gespenst. Die Menschen liefen zusammen und halfen schreien, wie das so ist. Da kam Noah Pandre mit einem Korb voll Fleisch, das er zu seinen Kunden trug. Er ließ den Korb fallen und faßte mit seinen starken Fäusten in die Zügel, so daß die Rosse stiegen, er stieß sie zurück und stellte die mittlere Deichsel quer, so daß der Wagen mitsamt dem Kutscher und der Dame zurüekfiel. Weißer Schaum tropfte von den Mäulern der Pferde auf Pandres Aermel. Nun wurden alle sehr mutig und halfen den Wagen halten. Als der Staub sich verzogen hatte, sahen die Leute, wie die Gutsherrin, mit ganz zerzausten Haaren, ihre Hand im weißen Glacehandschuh Noah Pandre reichte, dem Metzgerjungen, und wie sie ihn dabei anlächelte. Ein paar Tage später sah ein Fuhrmann den Noah in der Dämmerung, wie er die Klingel am Tor des Gutshofes zog; er sah aus als hätte er gebadet, und war aufgeputzt, sogar die Lockschäftigen hatte er an, die er nur am Schabbat trug, und sein Gesicht war feuerrot. Der Türhüter im roten Hemd machte ihm auf, verbeugte sich tief, ließ ihn eintreten und verschloß dann das Tor. — Zuerst meinten die Leute, Noah Pandre wäre hingegangen, um sich seine Belohnung dafür zu holen, daß er der Dame das Leben gerettet hatte. ״In einer Woche möeht man verdienen, was der Kerl da kriegt“, wünschten sie sich. Aber es verging eine Woche, und es vergingen zwei, und die Fuhrleute, die die Straße passierten, erzählten jeden Abend die gleiche Geschichte, wie immer noch Pandre die Klingel am Gutshause zog und der Türhüter ihm öffnete mit Bückling und Kratzfuß. Nach und nach fingen die Leute an zu klatschen. Haha! Kein Wunder, sie war schließlich auch nur eine Frau, auch' wenn sie die Gutsherrin war. Und obendrein Witwe; der Graf lag auf dem Kirchhof begraben. Und Noah hatte ihr das Leben gerettet, als sie von seinem Grabe kam, und Noah war ein hübscher Junge, Milch und Blut, und stark wie ein Stier. Reiche Damen mögen 80 etwas gern. Je länget; das ging, desto dunkler wurde das Gerede. (Fortsetzung folgt)

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