Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1936)
- Date
- 1936-08-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 66, 18. VIII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Weltkongreß geschlossen Ergebnisse Von einem Berichterstatter Genf, 16. August 1936 Der Jüdische Weltkongreß hat länger gedauert als vorgesehen war. Das ist in gewissem Sinne ein gutes Zeichen. Offenbar spielten auf dem Kongresse bereits Interessen mit, über deren Ausgleich man sich nicht einigen konnte, ln rein demonstrativen Zusammenkünften und bei platonischen Erörterungen wird man in der Regel sehr rasch einig. Erst wenn hinter Worten materielle, greifbare Dinge stehen, da gibt es ernste Differenzen und leidenschaftliche Kämpfe, deren Ausgleichung nicht leicht fällt. Auf dem Jüdischen Weltkongreß sind die Theoretiker der Judenfrage nur in bescheidener Anzahl vertreten gewesen. Die Mehrheit bestand aus aktiven Arbeitern in verschiedenen jüdischen Or- Smisationen. Wenn also die Notwendigkeit entstand, die auer des Kongresses in die Länge zu ziehen, dann gab es Meinungsverschiedenheiten und Interessengegensätze. Um was ging der Streit? Es erwies sich als schwer, ein Präsidium zu bestellen, die Exekutive zusammenzusetzen, und, vor allem, die geeigneten Persönlichkeiten für die Leitung der in Aussicht genommenen Departements zu finden. Der Kongreß hat auch ein Budget aufgcstellt. Und dieses imaginäre Budget — es soll durch Umlagen und durch Sammlungen aufgebracht werden — will auf die einzelnen Ressorts verteilt sein. Also Anlaß genug, damit die präsumptiven Leiter der betreffenden Ressorts leidenschaftlich um die Höhe dieses Anteils kämpfen. Dazu kommen, wie bei allen internationalen jüdischen Zusammen• künften, die Schwierigkeiten der Geographie. Ein Kongreßbüro muß einen Sitz haben. Es ist wenig wahrscheinlich, daß man in dein betreffenden Ort genügend Persöniichkcitcn findet, die befähigt sind, die engere Exekutive zu bilden. Man muß also Exekutivmitglieder aus verschiedenen Ländern wählen; was, da diese Exekutivmitglieder nicht, wie bei den Zionisten, bereit sind, ihren Wohnsitz zu verlegen, seine Schwierigkeiten hat. Es sind viele Kandidaten für die zukünftige Exekutive des Weltkongresses vorhanden gewesen, manche sagen sogar zu viele. Die richtige und alle belriedigende Auswahl zu treffen, fällt nicht leicht. Die Norninationskomniission verhandelte Tag und Nacht und wurde nicht fertig. Darum sitzen wir noch auf dem Jiidischen Weltkongreß in Genf, der eigentlich sciion vorgestern hätte zu Ende gehen sollen. Nimmt man aber alles in allem, so muß man zugestehen, daß der Abschluß des Weltkongresses besser war als sein Anfang. Es war ein Start. Der Kongreß ist allerdings sehr vorsichtig gewesen. Geflissentlich wich er allen Problemen und Kritiken aus, die irgend jemanden auf dem Kongresse oder irgendeine Richtung im jüdischen Leben außerhalb des Kongresses hätte berühren können. Alle religiösen, kulturellen und sozialen Probleme waren ja von vornherein von der Tagesordnung ausgeschieden. Man unterließ es, gegen die Agudah, die Revisionisten, die Bne-Brith-Logcn und all die jüdischen Verbände zu polemisieren, welche es abgelehnt hatten, sich am Jüdischen Weltkongreß zu' beteiligen. Man ist peinlich darauf bedacht gewesen, die Tore zum Weltkongreß weit offen zu halten, und es hat nicht an einladenden Gesten gefehlt, um den Zögernden und Zaudernden den nachträglichen Eintritt in die Hallen des freiwilligen Parlaments eines Teiles des Volkes schmackhaft zu machen. Ob es gelingen wird, die bisher abseits Stehenden zu gewinnen, wird von der Leistung abhängen, die die Exekutive des Weltkongresses vollbringen wird, und dem Takt, den sie in ihrer Arbeit walten läßt. Diese muß sieh nur davor hüten, den Mund zu voll zu nehmen und mehr zu versprechen, als sie zu halten vermag. Der Weltkongreß, in seiner heutigen Gestalt, ist ein Versuch, bestenfalls ein Anfang, aber noch lange keine Erfüllung. Er macht die Arbeiten und Leistungen vieler vorhandenen jüdischen Organisationen noch lange nicht überflüssig. Um auch nur auf einem der von ihm als in seinen Aufgabenkreis fallend bezeichncten Arbeitsgebiete etwas Besseres zu leisten, als es die bisherigen Organisationen getan haben, fehlt es ihm an den Organen, an der Erfahrung und an den Mitteln. Er wird weder die Emigrationsfragen des jüdischen Volkes sofort regeln, er wird auch nicht die verschiedenen Formen der jüdischen Sozialhilfe unmittelbar kontrollieren, koordinieren und rationalisieren können, er wird auch auf dem Gebiete der Bekämpfung des iudenhasses, die er sich als wesentliche Arbeit vorgenommen at, kaum Erfolge zu erzielen vermögen. Er kann aber allmählich Autorität erlangen und es dazu bringen, daß die anderen bestellenden Organisationen mit ihm zusammenarbeiten. Erst durch Bewährung und Leistung, die sich fernhäl. von leerer Demonstration, unfruchtbarer Deklaration und von kommunem Bluff, wird er im Laufe einer langen Zeit Autorität gewinnen. Und erst auf diese gestützt, kann es ihm gelingen, in den Augen der Juden und der Nichtjuden eine besondere Stellung in der Welt zu erlangen. Der Wegs den der Jüdische Weltkongreß als ständige Einrichtung in der Zukunft zu gehen hat, wird schwierig und dornenvoll sein. Wird der Kongreß über die Menschen verfügen, die sich mit letzter Hingabe aufbauender Arbeit widmen, dann kann er etwas zur Verbesserung der jüdischen Volkslage beitragen. Sonst wird er ein Schattendasein führen und nur wenig Nutzen zu bringen imstande sein. Denn schließlich —• neue Gedanken hat der Jüdische Weltkongreß in das jüdische Leben der Gegenwart nicht hincingetragcn. Mit den Realitäten der Welt und des jiklisehen Lebens konfrontiert, kann der Jüdische Weltkongreß noch so manche nur sehr schwer zu überwindende Schwicrigkeit auf seinem Wege treffen. Es wird nicht leicht sein, die Gegensätze auszugleichen, eine wirkliche Neutralität in berechtigten, das Gesamtinteresse nur wenig berührenden Sonderfragen zu bewahren und sich vor allem davor in acht zu nehmen, sich in Aktionen oder Dinge cinzumischcn, die bisher von speziellen Organisationen betreut wurden. Darin liegt für den Weltkongreß im Schoße der Zukunft eine der größten Gefahren. Er darf nicht vergessen, daß er auf Frei- Willigkeit beruht, und muß sich sorgsamst davor hüten, die Rolle einer befehlenden Ucbcrorganisation spielen zu wollen. Vorläufig ist er erst der Anfang einer gewiß achtbaren, ja sogar bedeutenden jüdischen Organisation. Es steht nichts im Wege, daß er im Laufe der Zeit ein prirnus inter pares wird. Vorläufig aber ist er dies noch nicht. Er muß diese Stellung erst mühevoll erwerben. Es ist nicht so, daß alle Leute, welche dem Jüdischen Weltkongreß eine gewisse Reserviertheit entgegenstcllen, mit seiner Idee absolut nicht einverstanden sind. Was aber verlangt wird, ist: Herausschälung alles Verbindenden und Konstruktiven, das geeignet erscheint, die jüdische Gesamtheit in der Welt zu kräftigen und sic befähigter zu machen, ihre Existenz auf die durch die Zeit und die Weltlage erforderlich gewordene neue Grundlage zu stellen. Der Jüdische Weltkongreß ist, um ein Wort Bismarcks zu gebrauchen, in den Sattel gesetzt. Wird er auch reiten lernen? Die Zukunft wird es beweisen. Die letzten Sitzungen Genf, 14. August. (JTA.) Die B u d ge t - K o m m i s - sion des Jüdischen Weltkongresses hat für die Arbeiten des Kongresses ein Jahresbudget von 75 000 Dollar aufgcstellt. Von diesem Budget soll Amerika 50 ׳•■>, England 10 0׳״, Frankreich 7 «b und Polen 5 0/0 aufbringen. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Länder. Die Wirtschaftskommission des Kongresses hat eine Re- Solution gefaßt, in der jüdische Arbeitgeber aufgefordert werden, bei der Aufnahme von Arbeitern und Angestellten Juden nicht zurückzusetzen. Die jüdischen und nichtjüdischen Gewerkschaften werden aufgefordert, diese Eorderung an den jüdischen Arbeitgeber durchzusetzen. Eine weitere Resolution spricht sich für die Gründung einer internationalen jüdischen Bank durch den Kongreß zwecks Förderung lind Finanzierung des Exports von Waren aus, die durch Juden hergestellt sind. In einer dritten Resolution wird verlangt, daß der Kongreß die jüdischen Bestrebungen auf landwirtschaftlich-kolonisatorischem Gebiet fördere und an der Zuführung von Juden zu neuen Berufen mitwirke. Am 12. und 13. August tagte im Zusammenhang mit dem Weltkongreß in Genf das Komitee zur Schaffung eines Welt- Verbandes der jüdischen Jugend. Es wurde eine Kommission für Eingliederung bisher unabhängiger Jugendverbände in den Weltvcrband beschlossen und der Jugendverband konstituiert. Die politischen Resolutionen In der Donnerstagabend-Sitzung des Weltkongresses verlas t)er Vorsitzende der politischen Kommission, Abraham G o 1 d b e r g, eine Erklärung über die Lage der Judenheit der Welt. Die Erklärung wurde vom Plenum des Kongresses angenommen. ln dieser Kundgebung wendet sich der Kongreß an die Kulturwelt, den Völkerbund und die Regierungen der Staaten mit dem Hinweis darauf, daß mit wenigen Ausnahmen die den jüdischen Volksteilen Mittel- und Osteuropas durch die Friedens vertrage garantierten Rechte fast völlig unberücksichtigt bleiben, ohne daß von dem Völkerbund in seiner Eigenschaft als Garant der Minderheitenrechte irgendeine wirksame Aktion unternommen wird. Die Wirtschaftskrise habe im Verein mit wachsender antisemitischer Propaganda Millionen Juden aus ihren wirtschaftlichen Positionen geworfen und sie der Existenzmöglichkeit beraubt. Die Deklaration schließt mit der Feststellung, daß es der Ueberzcugung des Jüdischen Weltkongresses gemäß eine erste Pflicht aller Regierungen und insbesondere des Völkerbundes, sei, über den anderen großen Problemen des Tages die Juden frage nicht aus dem Auge zu verlieren, die immer mehr den Umfang eines Wcltproblems annehme, und eine konstruktive Lösung erfordere, die das jüdische Volk ohne die Mitarbeit anderer Nationen nicht herbeiführen könne. In derselben Sitzung des Kongresses wurde eine weitere Resolution angenommen, in der das Exekutivkomitee des Kongresses aufgefordert wird, in Verhandlungen mit der russisehen Regierung mit dem Ziele einzutreten, die Zulassung der hebräischen Sprache in Rußland, die Anerkennung der zionistischen und Chaluzbewegung und die Freilassung der gefangenen Zionisten zu erwirken, denen die Erlaubnis zur Auswanderung nach Palästina gegeben werden soll. Die Einschränkung der Auswanderung nach Palästina im allgemeinen solle aufgehoben und die Ausübung der jüdischen Religion ermöglicht werden. Eine Resolution, die sich mit der Lage der Juden in Deutschland befaßte, bewegte sich in den üblichen Bahnen und ließ jeden konstruktiven Gedanken vermissen. " Eine besondere Resolution befaßt sich' mit den Minderheitsrechten. Die Aufrechterhaltung und der Schutz der Minderheitsrechte wird in ihr als eine notwendige Bedingung nicht nur der inneren Sicherheit der einzelnen Länder, sondern auch der Sicherheit der Welt bezeichnet. Der Jüdische Weltkongreß, so heißt es in der Resolution, appelliere an den Völkerbund und das Gewissen der Kulturwelt und verlange, daß die Staaten, die die Gewährung von Minderheitsrechten in Verträgen und Erklärungen zugesagt haben, ihre Verpflichtungen erfüllen. Die von der Palästina-Kommission ausgearbeitetc Entschließung wurde nach Ansprachen von Louis L i p s k y und Dr. G o I d in a n n vom Kongreß unter großer Begeisterung einstimmig angenommen. Nächste Tagfang: 1938 In der am Freitag abgehaltenen Plenarsitzung des Kongresses wurde beschlossen, die nächste Kongreßtagu t!g für das Jahr 1938 einzuberufen. Die Kongreß- Verfassung wurde nicht in allen Punkten in der von der Rommission vorgeschlagenen Form angenommen. Die Klausel, in der erklärt wird, der Kongreß repräsentiere die gesamte Judenheit der Welt, wurde mit 87 gegen 46 Stimmen der Exekutive zur Neufassung überwiesen. Gegen die Fassung ״Der Kongreß ist die Vertretung der gesamten Judenheit in Fragen, die das jüdische Leben der Diaspora betreffen“ polemisierte im Namen der amerikanischen Delegation und einer starken Minderheit der OrganisaUonskommission der New-Yorker Delegierte Louis G r i b e t z. Fr wies darauf hin, daß der Kongreß nicht alle Juden 11 eiten der Welt vertrete, daß aber zu hoffen sei, daß dies in Zukunft der Fall sein wird. Für den gegenwärtigen Zeitpunkt aber spiegele der vorgeschlagene Text nicht die wahre Situation wider. Der Standpunkt des Redners wurde von Professor Nathan 1 sa a c s, New York, und Rev. M. L. P e 1־ I z w e i g, London, der im Namen der englischen, schweizerischen und italienischen Delegation sprach, unterstützt. Für die vorgeschlagene Fassung plädierte im Namen der Kommissionsmehrheit Dr. J. Hell man 11, Warschau. Kongreßpräsident Dr. Stephen S. W i s e schlug vor, den Passus folgendermaßen zu fassen: ״Der Name der Körperschaft soll ״Jüdischer Weltkongreß“ lauten. Seine Aufgäbe ist es, einen freiwilligen kooperativen Zusammenschluß der jüdischen Gemeinschaften und Organisationen der Welt zu bilden, um im Namen der Weltjudenheit in bezug auf gemeinsame Probleme zu handeln.“ Auch dieser Zusatzantrag wurde der Exekutive überwiesen. Die Wahlen Der Jüdische Weltkongreß hat in einer Nachfsttzting, die am Sonnabend, den 15. August, um 9.30 Uhr eröffnet wurde, seine Arbeiten zu Ende geführt. Die Konstituierung der leitenden Körperschaften, die die Verantwortung für die Durchführung der Kongreßbeschlüsse bis zum Zusammentritt des nächsten Weltkongresses ttagen, wurde nach einem Bericht, den Sejmabgeordneter Dr. J. Gottlieb als Vorsitzender der Nominierungskonimission erstattete, den Kommissionsvorschlägen gemäß vorgenommen. Als ausführende Organe wurden eine neungliedrige Exekutive, ein Administrationskomitee und ein Rat eiligesetzt. Zum Ehrenpräsidenten des Kongresses ist Seife 3 Dr. FRANZ MEYER tritt in die Geschäftsführung der Reichsvertretung ein. (Siehe S. 1) ' i Foto: Archiv der amerikanische Bundesrichter Julian W. Mack gewählt worden, der seinerzeit Präsident des ersten Jüdischen Kongresses Amerikas war und bei der Aufnahme der Minderheitenklauscln in die Verträge anläßlich der Friedenskonferenz in Paris mitgewirkt hat. Das Amt eines ständigen Kongreß- Präsidenten ist in der Verfassung nicht vorgesehen, vielmehr haben die verschiedenen Körperschaften aus ihrer Mitte Vorsitzende gewählt. Der Präsident des American Jcwisli Congress und des Comite des Delegations Juives, Dr. Stephen S. W i s e, wurde zum Vorsitzenden der Exekutive gewählt, der außerdem Robert Bollak, M. Jarblum, J. J e f r o y k i 11, Dr. Leon K ti b o w i t z k y, I. N e i d i t c h, Rabbiner M. Nur o k, Rev. M. L. P e r I z w e i g und ein durch den Schweizerischen Israelitischen (lemeindebund noch zu nominierender Vertreter der Schweizer Judenheit angehören; Vorsitzender des A d m i n i s t r a t i n!1 s k o in i t e e s ist Dr. Gold mann; der Rat wirti von dem Vizepräsidenten des American Jewish Congrcss, Louis L i p s k v, geleitet werden; der Vorsitzende des Finanzkomitees des Amerikas Jewish Congress, Louis Stur z, wurde zum Schatzmeister des Welt- Kongresses gewählt. Abordnung beim englischen Gesandten Bern, 17. August. (JTA.) Die ständige Vertretung, die der jüdische Weltkongreß geschaffen hat, unternahm am Montag, dem 17. August, ihre erste offizielle Aktion im Namen des Kongresses. Fine Abordnung des Kongresses, bestehend uns dem Vorsitzenden der Exekutive, Dr. Stephen S. W i s c, dein Vorsitzenden des Rates, Louis L i p s k v, dem früheren Vorsitzenden des Jüdischen Parlamcntsklubs in Rumänien und Mitglied des Präsidiums der Jüdischen Reichspartei Rumäniens, Dr. Maver E b n e r, dem Delegierten der polnischen Juden und Vorsitzenden des Warschauer zentralen Palästinaamts, Ing. Anselm R e i li, dem ehrenamtlichen Leiter der Informationsabteilung des politischen Departments der Jewish Agencv in London, Rev. M. L. Perlzweig, und dem Präsidenten des Verbandes der Schweizerischen jüdischen Gemeinden Sally Meyer, wurde am Montag nachmittag von dem englischen Gesandten in Bern empfangen. Die Abordnung überreichte dem Gesandten die vom Kongreß einstimmig angenommene P a I ä s t i n a - R e s o I u - tion mit der Bitte um Weiterleituug an die englische Regierung. Sie gab dem Gesandten bekannt, daß es der einmittige Wunsch des Kongresses und der ihm allgeschlossenen fast sieben Millionen Juden sei, daß England die ßalfour- Deklaration nicht verletzen möge und daß die Gewalttaten der Araber nicht durch eine auch nur vorübergehende Ein- Stellung der jüdischen Einwanderung belohnt werden möge. Der Sinn der Rassengesetze Im Rahmen einer Artikelfolge ״Der Olympiagast fragt“ wird im ״Völkischen Beobachter“ und in nationalsozialistischen Zeitungen der Provinz, so in der ״Westfälischen Landeszeitung-- Rote Erde“ ein Aufsatz veröffentlicht, der sich mit den deutschen R a s s e n g e s e 11 e n befaßt Der Artikel geht zuerst auf die Rassenhygiene und Rassenpolitik ein, behandelt die Frage der Unfruchtbarmachung und erörtert sodann die Frage der Rassenmischling. Die Anerkennung der Verschiedenartigkeit der Menschen so heißt es in dem Artikel sodann -- bedeute keine W e r t!1 n g, denn die objektive naturwissenschaftliche Betrachtung wertet überhaupt nicht, sie beschreibt mir. Oh die eine Rasse mehr wert ist als die andere, sei also eine völlig־ abwegige Frage. Genau so sehe die deutsche Rassenpolitik diese Dinge an. Sic werte nicht, sie sage aber: die Rassen dieser Erde sind verschieden. ״Andere Rassen als die, zu der wir gehören, sind uns fremd und darauf folgt der Grundsatz unserer Rassennoiitik: Man muß streben, daß man innerhalb seines eigenen Volkes einigermaßen einheitliche rassische Elemente bat.“ Ucber das Schicksal der Mischlinge heißt es sodann: .,Wir hal>en da- Mi-11׳׳!int Vaterlandr erlebt und 11.1'ח.׳י d. nicht, daß in Zukunft!or!! weil wir eine bestimm halle n, sondern weil wir w an der Stell(‘, wo sie 7.11 Hau Recht hat. Wir bean.-'pnu 'hm den Ton anzugclxm, wir k׳>: Fremde bei uns rcgicien. Das ist der Standpunkt, ״ Erörterung der Ra-.MW1h.1ge ht weit entfernt von jeder Febed sieht. Gewiß, wir wünschen ni rassige heiratet, aber wir wiim׳ anderen für mindmvcOig hälfet vermeiden, weil wir sowohl de 711 wertvoll halten, als daß m che entartet. Diese Haltung, d Gesetzgebung gefunden hat, ri< und gegen kein Volk ׳ Judentum, das in Deutsch whi׳ k -a! da Ij! KT Igrne HU'Jl I re 11 m ein < e r w e r t 1 g .1 der Weit ■nz und i‘!r Im Völkern bilden, daß t dom das neue 1!11x1111,md an die mgegangm io. Wir sind tatöichürh •hÜrhkcü oder jeder agremvon Abht. dal.) ein 1 )mt-.eher eine Anderstun das nicht deshalb, weil wir die sondern wir mn׳ bfen M hellheiraten Deutschen wie den Andeornmgen n eigener Stil in einer Mbehlings- ־ ihren Niederschlag in der Rassenh t c t sieh g egen kein I- 1\ n d e r IC r d e, a ulicr ge g e n d a s md neben dem RasNcnprobJern ein innerpolitbchcs Problem gewesen ist. Der Kampf gegen das Juden! U m war der Kampf eines Volkes um seine innerpolithehe Freiheit, denn es kann auf die Dauer keine Nation leben und sich entwickeln, wenn fromäblütige Menschen sie regiert. Das ist. in Deutschland der Fall gewesen. Das Judentum hat darüber hinaus: den Bolschewismus zu uns getragen und alles zerstört, was Staat, Wirtschaft, Kultur und Religion in Deutschland hieß, und wenn wir uns gegen diesen Fluch im Inland gewehrt haben, so ist das eine innerpoli? ischc deutsche Angelegenheit, und nicht etw;1, wie man!der und da befürchtet hat, der Ausbruch ehxw Rassenwahns, der sich morgen vielleicht gegen andere Völker oder gegen andere Rassen wenden konnte.u Hier wird deutlich ausgesprochen, daß die Rassengesetzgehung des neuen Deutschland sicli nur gegen das Judentum wendet. Die Anerkennung der Tatsache, daß andere Rassen zwar verschieden, aber nicht minderwertig sind, könnte u. E. auch für die Stellung der Juden innerhalb Deutschlands von Bedeutung sein, wenn nach der nunmehr erfolgten restlosen Ausscheidung der Juden aus dem deutschen politischen und kulturellen Leben sowie die Beseitigung der Rassenmischung ein Verhältnis gegenseitiger Achtung entstehen könntet t f 1 ( ׳. f