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Jüdische Rundschau · 1936-08-14 · Heft 65 (14.8.1936) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 65 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 2 ו jüdische Rundschau Nr. 65, 14. VIII. 1936 Chronik der Ereignisse Zusammenstöße Verödetes Jerusalem Be! den Hügeln von Kinnereth kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer Patrouille der transjordanisehen Oren/wacht und einer Bande Araber, von denen einer getötet wurde. 20 Araber überfielen bei Tulkercm eine Abteilung Truppen aus den! Hinterhalt. Mit Hilfe von Flugzeugen wurde der Angriff zurückgeschlagen und vier Araber gefangen genommen. Ein Omnibus und 7.wei Lastwagen waren auf dem Wege von T i b e r j a s nach Rosch P i n a h einem schweren Peiicrtiln:!׳fall seitens einer Bande Araber ausgesetzt. Der 20jährige, aus Safed gebürtige Yehuda Rokeach. empfing eine schwere Verletzung am Auge; ferner wurden drei Soldaten verwundet, von denen einer inzwischen seinen Verietzungen erlegen ist. Wie man anninmit, haben auch die Araber schwere Verluste erlitten. Ein Angriff wurde von einer Bande bewaffneter Araber verübt, die zehn englische Soldaten beim Baden in einem Schwimmbad bei Beth Alpha überfielen. Ein Soldat wurde getötet und einer verwundet. Die Bande flüchtete dann unter Mitnahme eines Maschinengewehrs mit Munition, sowie der Uniformen der Soldaten. Flugzeuge und Tanks wurden sofort herbeigeholt. Ueberfälle und Bombenwürfe Mehrere Tote Die jüdische Siedlung Mizpah bei Tiberias stand nachts unter heftigem Feuer, wobei der Leiter der Siedlung, der 4Ijabrige liad Avigdorov, einer der (minder von Tel Chai und Kfar Gilc.uii, tödlich verwundet und ein anderer Siedler leicht vei letzt wurde. Fine Explosion bei einer W’as'-errolirlcitung auf der N a h 1 11 s e r (I I! a u s s e <: hatte schwere Folgen. Ein vorüberfahrendes Automobil wurde umgewurfen und ein Insasse, ein englischer Sergeant, sofort getötet, während ein Korpoial schwer und zwei Soldaten leicht verwundet wurden. I nie 1 xplosion ercigiute sich hei einer Wasserrohr 11 min:: auf der Chaussee von Jerusalem nach Jaffa, als ein Korporal und ein Sergeant der ״Royal Engineers“ einen Polin ,erschind anhrmgeit wollten. Der Korporal wurde getötet, der Seigeatit verwundet. Auf ein Daus in Rn sch Pin ah wurde ein Bombenattentat verübt, wobei vier Juden, darunter eine Frau, leicht vc!letzt winden. Die Bombe wurde aus einem anliegenden ar.'ibisehrn Dort geschleudert, von dem aus auch Schlisse abgefeimt \\ ׳:!den. 1 111 Araber schleuderte eine Bombe auf einen Autobus mit jüdischen Arbeitern, die nach K i r j a t 11 Awnuah, dem neuen Arb! ifemcrtel, das südlich von Jaffa gebaut wird, fuhren. Drei Arbeiter wurden verwundet, Fin arabischer Sergeant wurde, in Jerusalem in der Nähe des Damaskus-Tores hinterrücks von Arabern angeschossen und tödlich verwundet. Zwei unbewaffnete Engländer, Angehörige der Britischen Luftflotte, wurden in der Nähe des Hertxies-Tores in Jerusalem von Arabern angeschossen; einer wurde schwer verwundet und starb bald darauf an den Folgen seiner Verletzungen: der andere ist leicht verwundet. L111 Holzlager in ('!an Yavnc wurde von Arabern in Bratul gesteckt und völlig zerstört. Der Schaden beläuft sich aut mehrere tausend Pfund. Juden aus Rechoboth, die ztirn Löschen des Feuers herbeieilten, wurden unterwegs von Arabern angeschossen. Im .Montefiore-Viertel bei Tel-Awiw kam es nachts zu Schießereien, wobei ein jüdischer Polizist leicht verwundet wurde. Ein arabischer Knabe, der bei einer Bombenexpfosion in einem Hause in Jaffa verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Untersuchungen haben ergeben, daß er von seinem Vater ursprünglich instruiert war, die Bombe aut einen Fisenbnhn/ug zu schleudern; der Vater wurde verhaltet. Mr. Alan R o w e, ein bekannter englischer Archäologe, der bedeutende Ausgrabungen in Palästina vernimmt, wurde in einer Gasse in Akko von zwei Arabern durch einen Dolchstoß iti den Arm leicht verletzt. Vor dem I lause des englischen Geschäftsführers der Ottoman-Bank i!1 Jaffa explodierte eine Bombe, die das vor dem HatiM: stehende Auto völlig zertrümmerte. Von den Gerichten Drei jüdische Landwirte aus Rechoboth, die unter der Anklage standen, Araber zur Ausrodung von Baumen in einer jüdischen Plantage bei Rechoboth engagiert zu Soeben zur Ausgabe gelangt: UNRUHEN IN PALÄSTINA Aeußerungen und Stellungnahme maßgebender Kenner Palästinas zu den Problemen der Stunde H*rautg«gtb«n von dar Hitaohduth 01•| Qarmanla, Tal-Avl* Preis RM 1.25 Alleinige Auslieferung für Deutschland Verlag Jüdische Rundschau G. m. b. H. Berlin W15 Meinekestraße 10 Postachsck- Konto dar Vsrlsgsabtsllung Bsrlln 71676 In der Altstadt Seit Wochen, die sich schon zu Monaten gereiht haben, hat fast jegliche Verbindung zwischen den Vierteln außerhalb der Jerusalemer Stadtmauer tmd der ummauerten Altstadt aufgehört. Man blickt mitunter hinüber zu der alten Mauer mit ihren Zinnen und fragt sich, ob in den jüdischen Straßen dahinter überhaupt noch Leben pulst und ob unter den arabischen Kuppeln und Spitztürmen, die in den wolkenlosen Himmel ragen, immer aufs neue Tod und Vernichtung gegen die Juden gebraut wird. Nur eine ganz kleine Anzahl von Menschen nimmt es — in voller Erkenntnis der Gefahr —• täglich auf sich, in die Altstadt einzudringen, um dort Hilfe zu bringen. Der Omnibus, der neuerdings vom Stadtzentrum aus, vorbei am Armenischen Patriarchat in die Stadt hineinfahrt, nimmt allstündlich eine enggedrängte Schar von Leuten, die von ihren Geschäften in der Aulienstadt zurückkehren, auf: alte Männer mit langen Schläfenlocken unter den breiten Samthiiten, ärmlich gekleidete Hausfrauen, kurdische und 'emenitische Arbeiter. Alle nehmen ernst und schweigsam 3!atz. Einen Polizisten mit schußbereitem Gewehr neben sich tritt der Chauffeur seine Fahrt an. Je mehr der Omnibus sich vom jüdischen Viertel entfernt und dem Jaffator nähert, desto mehr verebbt das Leben in den Straßen. Schon neben der Post und Barclays Bank, wo außer den jüdischen noch einige christliche Läden geöffnet sind, ist wenig Bewegung; von der Birkat Mantällah- Straße ab bis zum Jaffator sind alle Läden geschlossen, und zwischen den auf- und abgehenden schottischen Soidaten in Stahlhelmen taucht nur ab und zu ein Araber auf, dagegen kein einziger Jude. Während der Omnibus am Jaffator in die Altstadt iiiueinführt, vorbei am Burggraben der Davidsburg, ergreift den Fahrenden das Bewußtsein, daß er nun mitten in ״feindlichem Gebiet" ist. Hier, am Fuße des herodianischen Turmes, wogte sonst das bunteste, vielgestaltigste Leben. Hier hielten jüdische, christliche und mohammcdänische Läden und Straßenhändler ihre Waren feil, die eifrig von Menschen aller Zungen und Bekenntnisse gekauft wurden, hier gingen Geistliche aller Konfessionen vorbei, Touristen aller Nationalitäten, hier wachten in der Polizeiwache englische, arabische und jüdische Polizisten gemeinsam über die Aufrechterhaltung der Ordnung. Jetzt ist dieses ganze Leben versiegt, die Steinwände der Häuser mit ihren verschlossenen Ladentüren und Fenstern stehen sieh düster und drohend gegenüber, öde Straßenschächte führen in eine gefährliche Ungewißheit, und auf dem Pflaster, auf dem sich sonst Hunderte von Füßen de!1 Platz streitig machten, hallt der schwere Schritt der patrouillierenden Polizisten. Der einsame Omnibus fährt an der großen Freitreppe vorbei, die zum Wall der Davidsbürg emporführt, und hier bietet sich dem in die geheimnisvolle Stadt Eindringenden seine erste Vision: vor dem uralten Gemäuer der Burg stehen auf der Burgbrücke schottische Soldaten in graugrünen kurzen Faltenröcken mit schildartigen Lcderschürzen und dunklen Stahlhelmen. Die Wirklichkeit versinkt. Wo sind wir? Sind das römische Legionäre oder Soldner des Kreuzfahrerliceres? Schon vorbei die Vision — den Omnibus hat der Straßenschacht aufgenommen, der das Arntenicrviertel durchzieht. Holprig und voller Widerstände ist der Weg, und zu beiden Seiten drängen sich hohe Mauern aus gelben Steinauadern an ihn heran, rauben ihm Licht und Luft, sehen argwöhnisch und heimtückisch aus kleinen Fensterangel! auf ihn nieder. Die Passagiere im schiiellfahrenden Omnibus sind ganz still und atmen kaum — ans Verstecken hinter Häusermnuern und Stcinzäunen sind in den letzten Wochen so viele Schüsse und Bomben auf Wagen voll jüdischer Menschen geworfen worden. Wer weiß, was hinter diesen Mauern, wo IJebcrrcste des den Juden in Tradition und Schicksal so verwandten und dennoch so unbekannten Armeuiervolkes wohnen, getan u!1d gefühlt wird? . Als ein Hindernis den Chauffeur zwingt, mitten aut dem Wege, neben einer Schießscharte des Zionstores stillzuhalten, stockt manchem Passagier der Atem, Aber das Hindernis wird überwunden, und der Wagen nimmt seine Fahrt durch die Gasse wieder auf, die endlich in den Platz am Zionstor mündet. Hier löst siel! die Spannung ein wenig, denn hier ist jüdisches Gebiet. Freilich trennt kein Grcnzwail das Judenviertel vom nichtjüdischen Gebiet: von Zeit zu Zeit treten einzelne Araber oder kleine Gruppen, die vom Kidrontal heraufgestiegen sind, durch das Zionstor, überschreiten den Platz und verschwinden in der Armenierstraße; ganz frei gehen sie an den Juden vorbei, von keiner Furcht, daß ihnen hier ein Haar gekrümmt wird, gehemmt. Am anderen Ende des Platzes, wo die Judenstralle in das Herz der Altstadt hineinführt, stehen Leute, die der stundliehen Ankunft und Abfahrt der Omnibusse Zusehen; sie haben nichts anderes zu tun, denn Handel und Wandel stockt hier seit Wochen. Sie blicken erstaunt auf jeden, der sich aus der Welt draußen zu ihnen herwagt, sie blicken sehnsüchtig denen nach, die nach erledigtem Werk in die freiere und sonnigere Welt jenseits der Stadtmauer zurückkehren. Die enge Judenstraße scheint noch enger und dunkler eworden zu sein; die alten hohen Hauswätide rauben ihr ie Luft zum Atmen. Je mehr man sich der Churhali-Synagoge nähert, desto drückender wird die Atmosphäre. Wenige. Schritte nach dem schweren alten Svnagogengebäude ist die׳ Welt der Altstadtjuden zu Ende: Stacheldraht schließt den! Straßeneingang zu jenem Teil des Judenviertels ab, der an das Araberviertel bei der Omarmoschee grenzt — in diesen ver-; schlassenen Straßen stehen alle jüdischen Häuser leer, die | Bewohner sind längst in die Außenstadt geflüchtet. Die aber, j Welche in der JiKiensfräße noch übrig sind, sitzen trübselig 1 vor ihren Ständen mit wenigen und teuren Lebensmitteln, die j niemand kauft, vor ihren verlassenen Tischler- und Schusterl Werkstätten. Die Bettler der Klagemauer, die mit ihren Fami- I lien in den Räumen der Chtirvah-Svnagoge ein elendes Ob-1 dach gefunden haben, strecken jedem Vorübergehenden die ] Hand entgegen und begleiten ihn auf seinem Wege mit fast drohender Bitte. Das Trübseligste in diesem Bilde der Verlassenheit und Zerstörung aber sind die Kinder, die sich ohne jegliche Ablenkung von der Tagesuot in den düsteren, übelriechenden Straßen herumtreiben. Schulen, Spielplätze, Suppenküchen, alles ist geschlossen. Alles Leben hat hier aiffgehört. Nur die Säuglingsschwester der Hadassah harrt noch aus, die Gemeiiidefürsorgerin und der Arzt. Die Sfraße zurückgehend, gelangen wir wieder aut den Platz am Zionsför. Dort, unter der sengenden Sonnenglut, stehen jetzt Gruppen Von Menschen, bepackt mit armseligem Hausrat, den sie auf einen Wagen laden. Hinter dem Zionstor, wo die Straße auf einer Seife von hohen Hauswänden, auf der anderen von der Stadtmauer begrenzt wird, durchschreiten wir ein niedriges Tor, einen Hausflur, und vor uns liegt der große ״Deutsche Platz.“ der aschkeiiasischcti Chassidim. Er liegt da in tadelloser Sauberkeit, überwogt von Sonnenlicht und einsam. Die Türen der meisten Wohnungen sind mit Schlössern verrammelt, die Zisterne, an der sich sonst die Frauen in lautem Gespräch drängten, steht wartend, von den vielen Kindern, die sonst hier spielten und lärmten, ist kaum eines zu sehen. Alle sind geflohen. Nur in der Synagoge wird' weiter gebetet, in der Talmud Thora läßt eine Schar junger Knaben ihren Gebets-Singsang erschallen und in einigen der einfachen, sauberen Zimmer, deren aut die Stadtmauer blickende Fenster verhangen sind, damit kein feindliches Auge hineinspäht, wohnen noch einzelne Familien. Und hier hören wir von einer Frau, die wir fragen, ob sie weiter in dieser gefahrdrohenden Einsamkeit aushalten will, ein Wort, das uns hoch über Not, Furcht und Trübseligkeit des Alltags erhebt: ״Fortgehen? fortgehen aus dem alten Jerusalem? Solange es ein Jerusalem gibt und solange es Juden gibt, muß man hier bleiben!“ Ein marokkanischer Talniudist lädt uns ein, aut das Dach! der marokkanischen Synagoge zu steigen und auf die Klagemauer herabzuschauen. Da liegt, endlos weit ausgebreitet, wie vom Himmel herab gesellen, das Land, die ewige Stadt und jene Stelle des Heiligtums, von der die Weisen sagten: hier ist das Herz der Weit. Ueber die Gärten und kleinen Haine diesseits der Mauer streift der Bück hin zu dem riesigen Friedhof im Kklrontai, dem Tal, aus dein 'die Toten aller Zeiten auferstehen werden. Am Tal Schiioach verweilt das Auge, über dem sieh weiß und steinern das Dort erhebt, in dem noch jetzt — umgeben von Arabern - eine kleine Schar jemenitischer Juden wohnt. Der Blick wandert über die Höhen und Tiefen, in denen sich die Scharen des Königs David sammelten, um die Stadt in der Höhe zu erobern, Er haftet an den lichtblauen, geisterhaft zarten Berglink-n 'von Transjordan, jenseits der unsichtbaren Stromsenke, die Jostia mit seinen Scharen überschritt. Ueber den Oelberg wandert der Blick, streift dert Bogenansatz im Tal, wo einst die Brücke den Tempelberg mit der volkreichen jüdischen Stadt verband. Hoch ober dem Land schwebt der Berg Moriah, aut dem am Ende der Tage der Thron des Weltenrichters stehen wird. Aksah- und Omarmoschee auf dem Tcmpclberg liegen in gespanntem Schweigen. Zu ihren Füßen aber, halb versteckt, kauert die uralte Mauer, 711 der seit Jahrtausenden Juden wallfahrten. Jeder Orasbiischel in den Fugen der Klagemauer steht zum Greifen deutlich vor dem Blick, aber kein menschliches Wesen ist sichtbar — der Weg zur Mauer ist verschlossen. Und in der Oede der glühenden Mittagsstunde, der Oede der Verwüstung und Furcht, die über dem Lande liegt und seine Bewohner zwingt, sich in den Häusern zu verbergen, während ihre Felder und Obstgärten verdorren und ihre fruchte ungenützt zur Erde sinken lassen — in dieser klaren Mittagsstunde fallen alle Masken ab, hinter denen die Stadt Jerusalem sich verhüllt und verbirgt, und sie steht da als die heilige, die ewige Stadt, von der die Lehre vom einigen, einzigen Gott ausging. Plötzlich höre ich wieder, wie eben jetzt vor meinen Ohren ausgesprochen, das Wort der einfachen Frau auf den! verlassenen chassidischen Platze: ״Solange es ein Jerusalem gibt und solange es Juden gibt, muß man hier bleiben!•‘ Die aus diesem' Lande vor Jahrtausenden nach Babylon verbannten jüdischen Frauen sangen dasselbe Lied: ״Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.“.... Helene Hann a Thon (Jerusalem) haben, wurden von dem englischen Richter Bodilly freigesprochen. Die Verhandlungen, die im ganzen Lande größtes Interesse hervorgerufen hatten, dauerten eine ganze Woche. Bei der Urteilsverkündung wies der Richter noch besonders aut die Unzulänglichkeit der arabischen Belastungszeugen hin. In Tiberias sind (>U Juden wegen Stcinwiirfen vor Gericht geladen worden. Wegen Einsclnkhterungsversuchen wurden 17, wegen unbefugten Waffenbesitzes 7 und wegen versuchten Diebstahls von Sprengstoffen wurden 5 Araber in Haifa verhaftet; ferner wurde ein Araber, der Schüsse auf Soldaten abgefeuert hatte, verhaftet. Der Mörder des Taxichauffeurs Selig Lev i n s o n, der am 20. April im Hatikwah-Viertel das Opfer eines Ueberfalles geworden war, ist von dem Sohn des Toten wiedererkannt worden. Seine Identität wurde ferner von einem Augenzeugen, Levinsorts Fahrgast, bestätigt. Das Gestielt von Hassan Sidki Dajani auf Freilassung aus dem Konzentrationslager in Sarafend ist vom Obersten Gericht abschlägig he schieden worden. Der englische Poli/eirichter in Jerusalem hat einen An* trag auf Ungültigkeitserklärung der Ausnahmebestimni ungen abgelehnt. Die Meinung eines amerikanischen Beobachters Mitteilungen zufolge, die der Jerusalemer Korrespondent der United Press of America erhielt, sieht es nach 16 Wochen eines erbitterten Kampfes, in dem 300 Mensehen getötet und über 500 verwundet wurden, jetzt zum ersten Male so aus, ais begännen die Araber die Hoffnungslosigkeit ihres Widerstandes gegen die englische Macht einzusehen. Der Streik kann vielfach nur mit gewaltsamen Mitteln, durch Einschüchterung der arabisehen Massen und Androhung von Repressalien, weitergeführt werden. Die Bauern und Kleinhändler leiden schwer unter der Wirtschaftsstagnation und erwarten nichts sehnlicher als die Rückkehr normaler Zustände. Die Araberführer seien daher gegenwärtig um ein Kompromiß bemüht, das die Zu- Sicherung eines wenigstens zeitweiligen Verbotes der jüdischen Einwanderung enthalten soll. Ein solcher Vergleich würde der! Führern der arabischen Bewegung die Möglichkeit geben, den Streik abzuhlascn, ohne sich in den Augen der Gefolgschaft eine zu große Blöße zu geben. Das strenge Durcligrcifen des britischen Militärs gegen bewaffnete arabische Insurgenten soll dazu beigetragen haben, den Widerstandswillen der Araber zu brechen. Besonders in den letzten Gefechten, bei denen die Engländer auch Flugzeuge und Maschinengewehre einsetzten, seien die arabischen Ver- Inste sehr hoch, die Verluste der Engländer dagegen ziemlich gering gewesen. Die Hilfe Aegyptens Die große ägyptische Zeitung ״Mokattam“ veröffentlicht unter der uebersclirift ״Hie Gefühle der Araber und Palästina“ einen Artikel, in dem betont wird, daß die Hilfe Aegyptens für die Araber Palästinas viel größer sei, als dies bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein haben könnte. Mit Rücksicht auf die Verhandlungen mit England sei Aegypten genötigt gewesen, seine Gefühle für die palästinensischen Araber nicht offen zum Ausdruck zu bringen, aber das, was in der Stille für sie geleistet worden sei, werde sich erst später zeigen; dann werde man sehen, wieviel Gutes Aegypten den palästinensischen Arabern getan habe. Der Autobusverkehr zwischen Palästina und Transjor• danien ist wieder aufgenommen worden.

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