Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 65 (14.8.1936)
- Date
- 1936-08-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 65,14. AUGUST 1936 Symptome der Psychologie Achmed Na'if — Ein Freudenausbruch in Jaffa — Um die Sitzung in Amman — Und immer wieder Stop Immigration Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl• Tcl-Awiw, 5. August 1936 Der Sommer dieses Jahres ist in Palästina bisher ungewohnlich kühl gewesen. Während es politisch und ökonomisch genügend heiß im Lande herging, sind der Bevölkerung die (dualen eines schweren klimatischen Jahres bisher erspart worden. Erst jet/t, wo wir in eien August liiitcingehen, heginnt man die Sommermonate starker zu spüren; die Temperatnren steigen, es gibt schon wieder Leute, die erklären, ,,es sei noch niemals so heiß gewesen“. Und die ohnedies* angespannten und teilweise überspannten Nerven der BeyölkeT" rung manifestieren sich in einer gesteigerte 1 :,)'.־־ ן;. tat der Stimmung, in wilden Gerücht-. fff'Hoffnungen, die blit/artig m Lntl.mschungen ״'■;,schlagen, in den verschicdeiiartigstcn politischen K> ״,hinationen. lind je länger Streik und 1 error^anl1altet;ri-*ycs|0 unbekümmerter werden die Mittel der Angreifer^ ׳desto schwerer regierbar die Masse, desto intransigei ^.f tj|e Stellung der arabischen Radikalen — und Uest o^at|oscr die Gemäßigten. In der I et/.len Woche konnte^,num etliche Symptome dieser 1111 balancierten extrenn§i(Stilen Psychologie auf arabischer Seite beobachten und!*!!gleich die Reaktion der Juden fcststelleii, die sich auf jeden Sitzung des Obersten Rates voraus, und man weiß mit allem Vorbehalt über neue Vorschläge zu erzählen, die der Emir den palästinensischen Repräsentanten unterbreitet hat. Ls scheint sieh liehen der temporären Stoppung der Linwanderung wahrend der Arbeit der Peel־(ämimissioii um eine Art politischer Amnestie zu handeln. Die Aufmerksamkeit, die Spannung, mit 11 er die Am inaner Sit/img verfolgt wird, ist ein weiteres /eichen dafür, wie in den meisten palästiiien• Tuschen Kreisen eine baldige Entscheidung erwartet und gewünscht wird, aber es ist bisher zu keiner Lösung gekommen. Im Zusammenhang mit diesen Beratungen und Mer allgemeinen Erwartung über die nächsten Entwicklungen beginnt ein grobes Rätselraten über die Frage: wann kommt die Königliche Untersuchmigskommission? Man weiß, daß der Kölonialsckretär zuerst Ruhe im I aude verlangt hat. Aber man weiß auch zugleich, daß die Dinge im l ande heute so verwickelt liegen, daß diese Bedingung nicht so einfach zu erfüllen ist, wenn die Araber nicht die!־eindsehgkeiten einsteilen und sieli auf die Arbeiten der Kommission verlassen wollen. Fast täglich kommen aus England neue Nachrichten über die bevorstehende Abreise der Kommission, einmal wird der September, einmal der Oktober als Termin genannt, und je nachdem macht man sich die Rechnung auf, was in der Zwischenzeit geschehen kann und wird. Und sowohl die I ührtuig der Araber wie der Juden ist unterdes eifrig dabei, das Material für die Kommission vor/nhereiten, um für den großen angckiindigfcn Prozeß gerüstet zu sein. Die politische Aufmerksamkeit des jüdischen Publikums ist nach wie vor auf eine zentrale Frage gerichtet, die Frage der Einwanderung. Die Erklärung!!es Kolonialsckrctärs im Ztisainineiilinug mit!1er Ernennung der Peel- (.ommission hat die Befürchtungen wegen einer sofortigen Stoppung der Immigration zerstreut. Die Formulierung der Erklärung hat aber zugleich demonstriert, daß das Problem keineswegs von der Tagesordnung verschwunden ist, dal! die englische Regierung sieh diese Waffe, sei es ftir die Arbcitszeit der Kommission, sei es zu einem anderen Zeitpunkt, vorbehält. Unter diesen Umständen wiril die hebräische Presse nicht mude, dem jüdischen Publikum und der Regierung immer von neuem klar/timachen. mit immer neuen Argnmcnteil und einer verstärkten Verve, du! hier ein Punkt ist, in dem die Juden nicht nachgehen können und wollen. Und nach wie vor wird jede Aeiißening der englischen Presse über diesen wichtigen Punkt am-;onam-.fi verfolgt, ahgewogen, als günstig; oder ungiiii-lig a'.isgek'gt. Sowohl für die Juden wie für die Araber i-t 1111 Moment die uniinierhroehene Fortsetzung der bnmii’iatnm zu einem S v in 11 n I gewordi 11. Ausdehnung des Streiks neuen Angriff hin fester in ihre Positionen verschanzen. Vor kurzer Zeit wurde in Safed im arabischen Viertel ein arabischer Polizist, aus der bekannten Familie der Abdul lladi, mit Schüssen angegriffen. Es ist bis beute nicht gehingen, die Täter festziistellen, aller es hielt sich hartnäckig das Gerücht, daß es sieh um einen Akt der a r a b i s c 11 e 11 Terroristen handelte, die gegen loyale Mitglieder der Polizei ähnlich Vorgehen, wie sie ihren Einfluß in widerstrebenden Dörfern durchsetzen. Vor wenigen Tagen lieh ein Angriff auf einen arabischen Poli/cileiitnaiit diesen Gerüchten stärkeren Nachdruck. Achmed N a 1 f, so hieß der Leutnant, der seit vielen Jahren bei der palästinensischen Polizei dient, wurde in einer der Straßen von Haifa erschossen, sein Begleiter, ein arabischer Polizist, verwundet. Achmed Na'if hat noch hei einem der großen Terroristenpro/esse vor den U11ruhen eine Rolle gespielt, er hat später dazu heigetragen, daß die heute berühmt gewordene Terrorisfengrtippe von Scheich LI Quasam ausgehoben werden konnte, er hatte schließlich während der jetzigen Unruhen weiter seine Pflicht als Polizist loyal erfüllt und sieh sogar ausgezeichnet. Schließlieh wurde er von Terroristen, die eine derartige Haltung arabischer Polizisten als Verrat betrachten, niedergeschosseil. ,,,(Aber damit nicht genug. Die moslemische Geistlichkeit AjjNHaifa und mit ihr fraglos ein Teil des Publikums, idenfWfj|rte sich auf unmißverständliche Weise mit den AttentTtern. Als Achmed Na'if, ein Moslem, beerdigt werden sollte, schlossen sich auf einen Schlag die Moscheen der Stadt, um dem Toten die religiöse Beisetzung zu verweigern. Die Geistliehen der Moscheen ließen sogar das Vorinittagsgebet ausfallen, um nicht die Gotteshäuser öffnen zu müssen. Und die Beerdigung auf einem der I laifaer moslemischen Friedhöfe ging nicht ohne 'Schwierigkeiten vonstatten. Die Engländer, die jüdischen Poli/isten gaben Na'if das letzte Geleit und Kränze auf den Weg. Die Araber nicht. Sie wollten mit dem Verräter, wie ilire Zeitungen schreiben, nichts zu tun haben. Und hier meldet sich nicht nur die Absicht, andere Mitglieder der arabischen Polizei von vornherein in ihrer Loyalität gegenüber der Regierung schwanken zu machen, sondern auch eine sehr deutliche psychologische Einstellung, die seelische Haltung der ,.Zweiten Hundert Tage“ ... Und ein weiteres Beispiel: A11 einem der letzten Tage sammelte sich in Jaffa an der Grenze von Tel-Awiw eine arabische Menge, die nach der Sperrstunde die Moschee verlassen hatte, und zog mit E'reudenausliriichen und Gesang auf die jüdischen Viertel zu. Ls war bald Polizei zur Stelle, die die Feiernden auseinandeitrieb, und die Zusammenrottung hatte keine Folgen. Es stellte sieh dann heraus, daß sieh wieder in den Gassen von Jaffa die Nachricht verbreitet hatte, die Regierung hätte die jüdische Einwanderung nach Pakistina gesperrt. Die Nachricht entstammte dem i t a I i e n i - sehen Radio. Und die versammelte Menge, die endlich den Siegespreis ihres laugen Kampfes in Händen zu haben glaubte, begann die Sperrung der Einwanderung und den Abbruch des Streiks zu feiern. Es wurde dann freilich bald klar, daß es sich diesesma! um nichts weiter als ein Gerücht gehandelt hat, eine der unzähligen unkontrollierbaren Nachrichten, die heute die Städte und Dörfer durchlaufen. ... Gerade in den letzten zwei lagen ist die Erwartung einer baldigen L i!11 ן i d i e r 11 11 g d e r g e g c!1 w ä r - t i g e n verwickelten Sit 11 a t i o 11 stä rker als je. Die Untersuchimgskomniissioii ist eingeset ׳t, in England haben die Parlamentsferien begonnen, von allen Seiten sucht man nach dem Zaiibermittcl, das den gordischen Knoten der palästinensischen l.age aufl isen soll. Neue offizielle Vorschlage sind nicht gemacht worden, wenn man nicht die neuerlichen Propositionen eines Teiles der englischen Presse auf eine zeitweilige Sistierung der jüdischen Einwanderung als neu ansprechen will. Das ()herKommissariat, das bisher mit seinen verschiedenartigen Verhandlungen mit allen mögliehen arabischen Stellen keine Erfolge hatte, greift wieder zu dem schon einmal angewandten Mittel zurück, die Vermittlilng des hinir A b d 11 I I a 11 in Anspruch zu nehmen. Und diesmal hat sieh in Amman auf! inLidmig des Herr- Sehers von Transjordanieii nicht nur eine kleine Zahl von Nota bei 11 versammelt (wie zum Beispiel bei früheren Gelegenheiten der Oberste arabische Rat oder die’ Bürge!incister), sondern cs ist soweit wie möglich eine Repräsentanz der führenden Männer Westnalästinas zusainmengesfellt worden, die nach Dutzenden zählte. Die Bürgermeister begaben sich nach der transjordanisehen Hauptstadt und Mitglieder des arabischen Rates; Plantagenbesit/vi und Kaufleute, Journalisten und Rechtsanwälte. Es war also sowohl die Politik wie auch die Wirtschaft und Intelligenz vertreten. Der Zusammenkunft in Amman ging eine — anscheinend recht stürmische Die letzten Nachrichten berichten von einem liebergreifen des Streiks a u f v e r s c h i e 11 e 11 e Z w e i g e der ö f f e 11 t I i e 11 e 11 V e 1־ w a! t 11 11 g, wo /um er• teil Male Beamte und Angestellte der Regierung der Arbeit fernblieben. Insbesondere in Haifa hat sieh diese Ausdehnung des Streiks fühlbar gemacht. Darüber berichtet ״Palcor": Bei der Eisenbahn Ein Teil der arabischen Arbeiter der Eisenbahn- Werkstätten in Haifa wurde durch Terroristen verhindert, zur Arbeit /u gellen. Diejenigen, denen es trat/dein gelang, auf ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen, sollen I )rollhriefe erhalten haben. Zahlreiche Eisenbahnarbeitcr, die unter dem Druck des Terrors stellen, haben die Regierung verstämligf, daß sie gern wieder arbeiten würden, wenn mail aut ihren Arbeitsplätzen Schlafgelegenheiten einrichten könnte. Auf dein I laifaer Hauptbahnhof wurden zwei Eisenbahn- Waggons nilgezündet, von denen einer völlig niederbrannte. Zahlreiche arabische Lokomotivführer in Haifa hielten sieh ebenfalls der Arbeit fern; daraufhin sind 20 jüdische Lok o 111 ot iv f ii 11 r e r und Heizer eingcstel^, worden, so daß im Zugverkehr keine Unterbrechung eintrat. Der High Commissioncr hat die Ilisenbabmlirektion beaufiragt, die streikenden Arbeiter davon in Kenntnis zu setzen, daß ihnen fristlose Entlassung droht, wenn sie nicht innerhalb von 21 Stunden die Arbeit wieder aufnehmen. Infolge des Ultimatums der Regierung hat eine Anzahl arabischer Lokomotivführer und Heizer die Arbeit wieder aiifgenonuncn. Wie verlautet, ist eine ganze Anzahl arabischer Eisenbahnar•heiter nachts von einer Bande bewaffneter Araber Emir Abdullahs Vermittlung Konferenz der Streik-Komitees am 20. August Die arabische Zeitung ״I e I e s t i n“ befaßt sich — laut Pakor — mit dem Angebot des Emir Abdullah, an der Lösung des Palästina-Problems mii/uhelfen mul erklärt, daß die Araber von ganzem Herzen ein Ende 11 e s g e g e 11 w ä r t i g e 11 Z 11 s t a 11 d e s herbei wünschen,!!essen Aiulauer die wirtschaftlichen Grundlagen tles Landes erschüttern!misse. Line Beendigung dieses Zustandes sei auch iin Interesse Englands. Wie ״I eie.stin“ weiter schreibt, 111a; ',eil die Vermittlungsversuche tles Lmirs weiter e 1־ o r tschritte. Das arabische Oberste Komitee trat in Ramaliah zusammen, um die Beratungen übe* Emir Ab Tillahs Vorschlag bezüglich Abbruch des Terrors fortzusetzen. Der Mufti und seine Anhänger waren gegen eine Beendigung des Terrors ohne vorherige Entscheidung des gesamten Volkes und schUigen statt dessen vor, daß samtliehe lokalen Streik-Komitees am 23. August in Jerusalem zusammentreten sollten, um über diese Frage zu entscheiden. Diesem Vorschlag wurde allgemein zugestimmt, und es wurde beschlossen, einen Aufruf an das Volk in diesem Sinne zu erlassen. Der arabische Aufruf Die ״Times“ berichtet aus Jerusalem, daß die seit langem erwartete offizielle Erk! ä r u n g des Oberste 11 arabischen Komitees soeben veröffentlicht wurde. Die Erklärung weist darauf lim, daß das Palästina-Mandat linvereinbar sei mit dem Ausdruck des arabischen Volkswillcns, wie er gelepeatiich!!er l*)ld unter der Graue Commission voranstalteteii Abstimmung geäußert wurde, und mit den Versprechtnigeii, die König Hussein vom I ledschas gemacht wer-!10(1 seien. Das arabische Komitee bemerkt, daß die englische׳ Regierung die I uhigkeit d!׳s Irak zur Selbstregierung anerkannt hat, und daß bei den gegenwärtigen Besprechungen in Paris dasselbe für Syrien versprochen wird. Es werden sodann Stellen aus dem Weißbuch von l()22 zum Beweise angeführt, daß Engdaml anerkannt habe, die Araber Palasti- 11.1s hallen nicht weniger darauf Anspruch, sich seihst zti regieren, wenn!lern nicht internationale Verpflichtungen gegcmiber de» Juden im Wege stunden. Der Streik sei der Ausdruck der tiefen Mißstimmung gegen die U 11 g e r e e 11 - t j g k e i t der g e g!' n w artige n P o 1 i t i k. Ls sollen durch ihn auch tatsächliche Aeiideruugen, die Linstcllung der jüdischen Line aiuieniug und des Bodenverkaufs an Juden und die Linset/ting einer nationalen parlamentarischen Regierung herbcigefuhrf werden. Das Oberste arabische' Komitee habe nach dem Studium der Erklärung des Kolonienministers ober die Kgl. Kommission nicht finden können,!laß dies eine Geste gewesen sei, um die Araber von der Absicht der Regierung zu überzeugen, daß sie eine wesentliche Acndcrung ihrer aus dem Lager in R,1-1׳lai!1 entführt und in die Berge ver-; schleppt worden, wo wc morgi ns wieder frrigelassen wurden,. Im Laufe der ud/tcii 1 u;:c --11111 jäh neue jüdische Arbeiter im Hafen, bei <I; r I i-eiibalm und bei den otfentliehen Arbeiten eingestellt woitleii. Im Haifaer Hafen Auf Grund des vermarkten Diikkes seitens der Teri oristeil erschien ein Teil der aralus! hen Hafenarbeiter m Haifa nicht zur Arbeit,;־amtliche I l.itcnarheiten w erden von Juden durc'hgcfühi't. 7011 Araber arbeiten weiterhin als Lastträger. I ortier ist cm!• Anzahl von I )rii-en mul T-cliei kessen aus anliegenden Dörfern, die mit den Juden auf freundschaftliehcm In Ile stehen, als Lastträger von der I listadruth herangezogen worden. Der Vichtransport, der bisher in arabischen Händen gelegen hat, wird jetzt ebenfalls von Juden übernommen. Bei der Regierung Auch unter einem Teil der RegienmgsangestelHen macht sich der Streik bemerkbar; 11. a. ist auch eine Anzahl von Postbeamten der Arbeit fei!!geblieben. Bei der Irak Petroleum Company Ein Teil der arabischen Angestellten der Irak Petroleum Company konnte nicht zur Arbeit konimcfi, <1.1 eine Gruppe Terroristen sie zum Aussteigcii aus dem Zuge nach Haifa zwang. Politik hcrbeifulircii wolle. Das Komitee halse nach eingehender Beratung lu-t'lilo-sei!, einen Kongreß der! Streik ko 111 i t e 1׳ s ein /iibcnifeii, um dagegenwärtige l.age zu besprechen und die Ansiihteii der Nation festziistellen. Konzentrationslager zulässig Jerusalem, 11. /August. (JTA.) Der Oberste Gerichts-! hot Palästinas hat die Frage, ob!!'י׳ Einrichtung von Konzenirationslagern zulässig ist, nunmehr endgültig entschieden. Der Gerichtshof stellt fest, daß ilie Verbringung arabischer Streikführer in das Konzentrationslager von Sarafend gesefzmäßig ist und daß damit der High Commissioncr seine Machtbefugnisse nicht überschreitet. Die Entscheidung erging in einem Verfahren, das von arabischer Seite eilig eleitet worden war, um zu erreichen, (Iah die Internierung des Vor-it/endei! des arabischen Streikkomitees von Jerusalem, llassan Sulky Da janv, für unge-, st׳tzIich erklärt werde. Der ()berste Gerichtshof hat ferner in einer Pritschei-!!!!lug erklärt, daß di! palästinensischen (ierichte hei der \ erhängnng von Strafen wegen solcher Vergehen, auf die sieh die neuerlasseneii Notvctordmingeii beziehen, an die in diesen Verordnungen vorgesehenen Mindeststrafs.itze gebitn« den sind. Diese Entscheidung wurde auf Grund einer Berufung des ()herstaatsanw u'ts gegen ein Urteil des Jertisa-!einer Richters Plunkett gefallt, der einen Araber aus Aitt Karitn wegen verbotenen Waffenbesitzes nur 711 zwei Jahren Gefängnis verurteilt und erklärt hatte, er halte siel» an die in der Verordnung vorgesehene Mindeslstrnfe vor» füllt Jahren nicht für gebunden. Wie die arabische Zeitung ״Alliwa“ meidet, haben die a r a b i s 1־ h e n R e c h f s a 11 w ä 11 e beschlossen, angesichts der bestehenden Notverordnungen keim׳ Palle mehr zu bear» heiten, die mit den Unruhen im Zusammenhang stehen. Die Immigrations-Frage Die Regierung hat offiziell die Meldung in der arabischen Zeitung ״Adifaa“ dementiert, wonach der High Commissioncr, falls erforderlich, zum Verbot der Einwanderung bevollmächtigt sein sollte. In dem Dementi, das auch durch Rundfunk bekanr.tgcgchen wurde, wird betont, daß die vom Kolonienminister in seiner Erklärung vom 22. Juli dargestellte Sachlage keinerlei Aenderung erfahren habe. 13er Waad Leumi hat beschlossen, eine außerordentliche Sitzung der Assefath H a!1 i v c 11 a r i m (jüdische Delc« gierten ver Sammlung) für den 17. August nach Jerusalem einzttberufen, um über die politische Situation im Zusammenhang mit der drohenden Suspendierung der Einwanderung zu beraten.