Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 65 (14.8.1936)
- Date
- 1936-08-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2653922-2653984--29304-2690827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65. 14. VIII. 1936 Sport und Rasse Der Genfer Weltkongreß (Fortsetzung von Seite 2) Die Lage der polnischen Jaden Einen Appell a!1 die Juden der Welt, den dreieinhalb Millionen Juden in Polen beizustehen, enthielt die von Ing. Anselm Reil! im Namen der ganzen polnischen Delegation verlesene Erklärung über die Lage der Juden in Polen. Dreieinhalb Millionen Juden — so heißt es in der Erklärung — ■werden sich durch (iewalt nicht terrorisieren lassen und trotz unbeschreiblicher Armut und aller Leiden, denen sie aiisgesetzt sind, nicht verzweifeln. Die Juden Polens seien der elementarsten F-xistcn/rcchte beraubt, sie sind ihres Lebens und Eigentums nicht sicher. Der judenfeindlichen Propaganda werde von den Behörden nicht entgegengetreten. So verbreite sich der Judenhaß in der polnischen Gesellschaft und besonders in den Reihen der polnischen Jugend. Wirt• s c 11 a f 11 i c 11 e r B o v k o 11 und physischer Terror haben ein ungewöhnliches Ausmaß erreicht; die gegenwärtige Politik habe zu Pogromen geführt, bei denen Juden getötet wurden und viel jüdisches Eigentum vernichtet. Der jüdischen Jugend sind alle Tore verschlossen, die Juden werden allmiililich aus allen ihren Wirtschaftspositionen verdrängt, rum öffentlichen Dienst bei Staat und Gemeinde werden sie nicht zugelassen. Schreckliche Leiden und physischer Verfall der polnischen luden seien die Folge. Dazu haben die polnischen Antisemiten jetzt eine Kampagne mit dem Ziel eingeleitet, die Juden zu Fremden zu stempeln, und ihre Vertreibung aus t’o len, wo sie jahrhundertelang gelebt haben, herbeizuführen. Daher erachte es die Delegation als ihre Pflicht, die Aufmerksamkeit des Ersten Jüdischen Weltkongresses auf die politische mul wirtschaftliche l äge der Juden in Polen zu lenken. Sie hoffe, daß die Judcuheit der Welt ihre Solidaritat mit den Juden Polens dadurch bekunden werde, daß sie ihnen DuiGruhtive A u f b a 11 11 i I f e gewährt. In diesem Zusammenhänge befaßte sich die von Ing. Reiß verlesene Erklärung mit den Methoden, die das Joint Distribution Committen bei seinem!lilfsw-erk in Polen verfolge. In der Erklärung Wird gesagt, die polnische Judcuheit wünsche, hei der Verteilung der Gelder einen entsprechenden Einfluß auszuüben. Die Arbeit der Kommissionen Am Diensljg tagten verschiedene Kommissionen des Kongresses, In ihnen iiberwiegeu die amerikanischen Dttlegierten. Vordt/cnder der Kommission zur Abwehr antijüdischer Strömungen ist der ,Amerikaner Prof. K a 11 e 11, Vorsitzender der politischen Kommission der amerikanische Zionist Ahe (io! dl! erg, der Kommission für Wirtschaftsf zagen und Wirtschafts-chntz J. Tannenbatim, des Legitimation«- atisschusses Prof. Nathan 1 s a a c s. I!1 der Kommiss!״!) für R u ß I a n d - F r a g e 11 hielt der frühere ukrainische Minister L a t z k v - B c r f o i d i ein Referat über die russische J1 nie 11 frage. Er erörterte die wirtschaftliche und politische Situation der Juden in Rußland und schlug die Annahme einer Resolution vor, die die Forderungen des Jüdischen Wclthongrcsses an die russische Regierung formuliert. In dieser von der Kommission angenommenen Entschließ u n g wird gefordert, daß den J 11 d e 11 R 11 ß I :1 11115 alle S v n a g o g e n zur ü c k g c g e b e n w e r d e n, die seit Beginn der Sowjetlierrschaft enteignet worden sind. Es wird weiter gefordert, daß alle Juden aus der Haft entlassen werden sollen, die ihrer Freiheit deshalb beraubt worden sind, weil sie jüdische religiöse Lehren verbreitet haben. Es soll die Auswanderung all derjenigen Juden gestattet werden, die Rußland verlassen wollen. Der Unterricht in Hebräisch und die Einfuhr hebräischer Literatur soll in Rußland gestattet werden. Die Verfolgung von Zionisten soll aufhören, alle verhafteten Zionisten in Freiheit gesetzt werden. Die Organisation jüdischer Religionsgemeinden soll gestattet und ihnen juristische Rechte gegeben sowie ihnen erlaubt werden, Schlachthäuser, Mazzothbäckercien und andere religiöse Einrichtungen zu errichten und zu unterhalten. Schließlich wird verlangt, daß die russische Regierung jüdische Seminare zur Ausbildung von Rabbinern und Lehrern zulasse. Diese E'orderungen nehmen auf Artikel 121 des Entwurfs einer neuen Verfassung Sowjet-Rußlands Bezug, in dem die Freiheit des Kultus als ein Grundrecht der Verfassung bezeichnet wird. Palästinafragen Eine NadiPif rung von Dienstag auf Mittwoch, den E2. AugiiG, war p :1 1 ,i s t i n a f r a g e n gewidmet. Es wurde eine Botschaft des Prä-idcntcit der Exekutive der JewMi Agency, Ikiviil Ben (iurion, verlesen, in der auf die schwierige Lage der jndenheit der Galuth und Palästinas liingewiC'Cii wird. Es besteht die Gefahr ״-■ so heißt es in dir Botschaft —, daß die Tore unseres Heimatlandes gesehlo-M-u werden. Noch dringender als jemals ist es, daß wir in die-cr Stunde alle unsere Kräfte zu unserer Verteidigung mobilia irren. Im Kam0!1 der organisierten jüdischen Arbeiterschaft Fnglande \rd;u Dr. B a r o 11 eine Erklärung, in der ausgedriiekt wird, daß die Lösung des Paiustinaproblems eine vollkomm (nie Armierung der gesamten britischen Verwaltung in Palästina erfordere. Die judi-clien Arbeiter in Großbritannien unterstützen weitherzig die jüdischen Bemühungen und begrüßen die Entwicklung Palästinas; sie würden für eine freie und ungehinderte Einwanderung in Palästina eiutreten. In diesem Zusammenhänge verw ei-t die Er klärung darauf, daß «he jüdisehe Aibciter-, 11,111־ wi-sc, hinter ihr stelle die Unterstützung der großen < imverksihaften und der Arbeiterbewegung Großbritanniens. Rev. M. L. Perl zweig verwies darauf, daß es in der V e r w ahn 11 g P a I ä s t i n a s Elemente gäbe, die für den Verlauf der Unruhen verantwortlich seien. Die Bebördelt seien seinerzeit nicht auf die Unruhen vorbereitet gewesen. Arabische Streikende würden als Chauffeure arabischer Automobile und Omnibusse für die Beförderung britischer Truppen verwendet und somit von der Regierung bezahlt. Rev. Pedzweig forderte, daß die Regierung all diesen Dingen besondere Aufmerksamkeit schenke. Berl Locker sagte, daß der Weltkongreß das erste öffentliche Tribunal sei, in dem die Juden ihre Beschwerden über die Vorgänge in Palästina Vorbringen. Er erklärte, daß eine E in wanderungssperre der größte Schlag r;en die zionistischen Bemühungen sein würde. Stephen i s e hob in einer Ansprache hervor, daß das Mandat an Großbritannien weder um seinetwillen, noch um der Araber willen vergeben worden sei. Es sei an Großbritannien nur zu dem einen Zwecke gegeben worden, die Entwicklung des Jüdischen Nat ionalheims zu überwachen und zu fördern. Die Juden in der Welt seien über das Verhallen der Juden in Palästina stolz. Der Jüdische Weltkongreß grüße sie יזוit Achtung. Er hoffe, die Zeit möge nicht fern sein, daß die Welt zu der Einsicht komme, unser Jischuw habe große denkwürdige und unsterbliche Dinge im Namen und ini Dienste des jüdischen Volkes vollbracht. — Louis I, i p s k y sagte, daß diese Nach(«ifzting nicht eine Protestversammlung darstelle, sondern daß sic 11:1s Problem der jüdischen Rechte betrachten und sich darüber klar werden wolle, welche Schritte in dieser Hinsicht ergriffen werden könnten, Protest müsse gegen die wachsende Indifferenz, unter den Nationen erhoben werden. — Schalom Asch und David P i n s k i, die beiden jiddisehen Dichter, die jüngst in Palästina waren, berichteten dem Soeben ist ein Buch von Professor Lothar T i r a I a, dem Direktor des Instituts für Rassenhvgiene an der Universität München, erschienen, das sich mit dem Thema Sport und Rasse beschäftig(. Das Buch erörtert die Beziehungen der verschieden«! Menschenrassen zum Sport im allgemeinen und ihre besondere Leistungsfähigkeit auf einzelnen .Sportgebieten. Er will eine Voraussage darüber ermöglichen, wer der jeweilige Sieger in einer Sportart sein wird. In der Einleitung wird darauf hingewiesen, daß es Völker und Rassen gebe, die durch ihre Lebensauffassung dem Sport feindlich und andere, die ihm freundlich gegenüberstanden. So habe z. B. die vorderasiatische Rasse zu keiner Zeit irgendeinen Sport getrieben, da sie körperlich nicht begabt und geistig auf ganz andere Ziele eingestellt war. Sie nabe geglaubt, durch die Abtötung des Leibes schon in diesem Leben ein gottwohlgefälliges Werk zu vollbringen. In einem Streifzug durch die Rassenkundc, der von dem Verfasser unternommen wird, kommt er auch auf die Juden zu sprechen, von denen er u. a. sagt, daß sie in den letzten drei Jahrtausenden sportlich kaum liervorgetreten und keinen Nationalsport erfunden, gepflegt oder eigenartig entwickelt hätten. Seit der Emanzipation habe sich dies geändert. Sie hätten sich jedoch sportlich nirgends einheitlich betätigt, da sie aus verschiedenen Rassen entstanden seien. In diesem Zusammenhang heißt es weiter: ״Wenn wir die moderne Entwicklung des Sportes daraufhin anoehen, so finden wir uni er den Juden zahlreiche Vert r e t c r der Leichtathletik, doch ohne daß sie einen S o n - der stil cmfaltct hätten. Im Gegenteil, sie übernehmen ilm zur < Unze von ihren Wi; 1 -Völkern, den England«1 ״׳. Peilt.-eben, Franrosen, Italienern, Spaniern und Ungarn. Es gibt auch keinen Mehrk.mipleitvpus unter ihnen. Ihre Angehörigen mit. stark westlichem LinohUg werden wir bei all den Sportarten findci!, wo es um Kraki!onsge.se!!windigkeit gebt, also!>׳ irr! Florett (echten. Iieiin Tennisspielen, Boxen und ähnlichen Sportarten. (Frl. Preisist Meisterin im Idoreütechten, Susanne I, e n g I c n war die vielgenihmtc Tennisspielend!, Baer war in Nordamerika zwei Jahre Box-Weltmeister,)" Der Verfasser weist sodann darauf hin, daß gewisse Sportarten den Besitz von viel Zeit und Geld zur Voraus- Setzung haben, während andere nicht an diese Vorausset/ung gebunden seien. Ans diesem Grunde finde man viele Angehörige des jüdischen Volkes in den teuren Sportarten wie T ennis und Reiten, doch hätten sie auch dort keine besonderen immer wiederkehrenden Erfolge als Zeichen besoliderer Veranlagung gehabt. Als Hauptunterscliied erscheint dem Verfasser aber folgendes: ״Bei allen Völkern und Rassen, die wirkliche sportliche Begalmng besitzen, entfaltet sich der Sport auf breiter Basis. Ganze Kongreß über ihre Erfahrungen in Palästina während ihres Aufenthaltes im Lande. Die Palästina-Kommission des Kongresses hat eine dem Plenum vorzulegende Resolution ausgearbeitet, in der erklärt wird, daß der Weltkongreß feierlich seiner Empörung und dem Protest gegen den von arabischen Terroristen verübten mörderischen Angriff auf den Jischuw und die Vernichtung jüdischen Eigentums Ausdruck gibt. Der Kongreß erklärt, daß das jüdische Volk der ganzen Welt ohne Unterschied von Anschauung und Partei geschlossen hinter dem Jischuw zum Schutz des Rechtes des jüdischen Volkes auf Einwanderung und konstruktive Arbeit in Palästina steht. An die Mandatarmacht und den Völkerbund richte der Kongreß den dringenden Appell, sich auch vorübergehend nicht dem Druck von Terror, Mord und Sabotage zu beugen, sondern in ihrer Treue zu den in der Ralfour-Dcklaration und im Mandat verankerten Versprechungen fest zu bleiben. Gleichzeitig bekräftigt der Kongreß die Entschlossenheit des jüdisehen Volkes, mit seinen arabischen Nachbarn in f r i e d - I i c 11 e r Zusammenarbeit zu leben auf der Basis gegenseitiger Achtung für das Recht beider Völker, zur Entwickhmg ihres gemeinsamen Vaterlandes. Bezüglich der der Mandatarmacht gemachten Vorschläge, die Einwanderung während der Arbeit der Kgl. Kommission vorübergehend einzusteilen und für die Zukunft den Grundsatz einer Eitnvanderungseinschränktmg aus politischen Gründen anzunehmen, erklärt der Kongreß, daß jede Verletzung des Rechts des jüdischen Volkes auf Einwanderung eine Verlctzung von Geist und Wortlaut des Mandates wäre. Zum Schluß wird die Aufmerksamkeit der Mandatarmacht und des Völkerbundes auf die verzweifelte Lage der jüdischen Bcvölkerung in vielen europäischen Ländern und die dadurch bedingte dringende Notwendigkeit neuer Einwander u 11 g s in ö g 1 i c h k e i t e n hingclenkt. Jede künstliche, wenn auch vorübergehende Eimvandcrungssperre, würde ein gegen die tiefsten Lebensinteressen der jüdischen Massen in cler ganzen Welt vorstoßender Akt der Ungerechtigkeit und Grausamkeit sein. Die Wanderungsfrage Die Einwand er ungsko m m i s s i o n des Kongresses hat beschlossen, daß der Kongreß im Hinblick auf die außerordentlich ernste Lage der jüdischen Bevölkerung in den osteuropäischen Ländern an diejenigen Länder, die noch für Einwanderer aufnahmefähig sind, einen Appell richten soll, daß sie ihre Tore für jüdische Einwanderer aus den Ländern Osteuropas öffnen. Die Kommission hat ferner eine Resolution angenommen, durch die der Kongreß aufgefordert wird, alle an Einwanderungsprohiemen interessierten jüdischen Organisationen zur Koordinierung ihrer Arbeit und gemeinsamem Vorgehen nach einem einheitlichen Aktionsplan zu veranlassen. Die Resolution sieht weiter vor, daß der Kongreß eigene Emigrationsbüros in den verschiedenen Ländern zur Ermoglichung einer planmäßigen Abwanderung von Juden aus diesen Ländern einrichten soll. In einer weiteren Resolution wird über die Eröffnung von Verhandlungen mit verschiedenen Regierungen zwecks Feststellung der Aufnahmefähigkeit der betreffenden Länder und Gewährung der E in w ander ungseriaubnis für eine entsprechende Zahl von Juden gesprechen. Die Juden solcher Lander, die für eine jüdische Einwanderung in Betracht kommen, werden in einer besonderen Resolution aufgefordert, die Bemühungen des Kongresscs um Erschließung von Eiuwanclcrungsmöglichkeitcn zu unterstützen. Wie die englischen Zeitungen melden, wurden die Oelfelder von Mossul gänzlich von der ״Irak Petroleum Company“ übernommen. Dadurch werden vor allem die italienischen Interessen, die bisher an diesen Oelquellen bestanden, ausgeschaltet, und dementsprechend haben auch die italienischen Vertreter im Direktorium ihre Aemter niedergelegt. Damit kommen diese wichtigen Oelgebiete, die bekanntlich mit dem Hafen von Haifa durch eine Röhrenleitung verbunden sind, stärker als bisher unter englische Kontrolle. Schichten des Volkes nehmen daran teil; aus Brauch und Sitte, Mythus und!!esoudercr körperlicher und seelischer Verfassung wächst der Sport heraus. Aufmerksamkeit und Achtung aller Volksgenossen begleiten die sportlichen Veranstaltungen, wohnt immer wir schauen. Gerade das fehlt heim jüdischen Volk ganz und gar. Für sie ist es eine rein intellektuelle Angelegenheit: sie haben erkannt, daß der Sport «las Leben erhält und ihre Kraft steigert, und daher ndiytcn die Spitzen dieses Volkes daran teil und vv!-u• he«!, in ihrer national-zionistischen Bewegung auch nach unten zu wirken und die anderen Volksgenossen zur Teilnahme daran zu bewegen.“ In diesem Punkt irrt der Verfasser. Die Aufmerksamkeit des jüdischen Volkes in allen seinen Schichten gilt sportlicher Betätigung in nicht geringerem Grade, als es bei anderen Völkern der Fall ist. Es kann auch nicht geleugnet werden, daß die intellektuelle Erkenntnis von der die Volkskraft steigenden Bedeutung des Sports auch bei anderen Völkern eines der Motive gewesen ist, das z. B. den Staat zur Förderung des Sports veranlaßt hat. Die jüdische Jugend ihrerseits treibt genau wie die Jugend aller anderen Völker Sport nicht allein aus diesem Grunde, sondern weil sie die Freude am eigenen Körper wieder entdeckt hat und in der Entfaltung ihrer Kräfte einen Lobenswert empfindet. ‘ Professor Tirala gellt sodann auf die Frage der Eigenart der Kriegführung bei verschiedenen Völkern ein und sagt, da die Israeliten, als sie in das Gelobte Land eindrangen, nach ihrem eigenen Bericht jede Stadt, die sie eroberten, entvölkerten, indem sie die Bewohner töteten, während z. B. die Vandalen, Ostgoten oder Langobarden das Land besetzten und unter ihre Krieger verteilten, aber den Bewohnern kein Haar krümmten. Andererseits hätten z. B. die Hunnen und Avarcn Städte und Dörfer vernichtet und die Bewohner getötet oder versklavt, ohne das Land neu zu besiedeln. Diese asiatischen Stämme hatten keine Kultur oder kulttirschöpferische Kraft, während die Israeliten nach Tötung der Bevölkerung soviel kulturelle Kraft gehabt batten, um die übernommenen Zivilisationsgüter zu erhalten, und die Dritten sich als geborene Herren über die Unterworfenen schieben, sie aber am Leben lassen. Die Untersuchung von Tirala entbehrt trotz der Schwierigkeit exakter Feststellungen auf diesem Gebiete gerade im gegenwärtigen Augenblick, in dem sportliche Leistungen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen, auch für uns nicht des Interesses, da es gewiß bedeutsam ist zu untersuchen, inwieweit die sportlichen Leistungen der Einzelnen und der Völker mit ihren physischen und psychischen Anlagen in einem inneren Zusammenhang stehen. Juden unter den Spanien-Flüchtlingen In der Münchener Universität fand ein von der Pressekonferenz der NSDAP, veranstalteter Vortragsabend statt, bei welchem der Landesgruppenlciter der Äuslandsorganisation der NSDAP, in Spanien über die dortigen Unruhen Bericht erstattete. Die ״Münchener Neuesten Nachrichten“ berichten darüber in Nr. 217 und schildern die Flüchtlingsbetreuung durch den Hilfsausscliuß; dabei heißt es: ,,Die Arbeit bi'ginm: schon jrn,cit-; der Grenze mit der Betr«ruung der Somlerziigi׳; in der Urimat setze sofort die Krfasxung aller Flüihtiinge tin —■ dazu gehöre ,uirh die unerläßliche ״Sietiarbe.it“ der Polizei, nachdem auifnllend viele Juden und Emigranten das marxistische ,.Paradies“ verlassen und sich unter die deutschen Fluchtlingc mischen.“ Betrauung eines nichtarischen Anwalts Ein Amtsgericht hat die Erinnerung gegen einen Kostenfestsetzungsbeschluß des Urkundenbeamten zurückgewiesen und in den Gründen zu diesem Entscheid u. a. folgendes ausgeführt: ״Die durch die Beauftragung des Rechtsanwalts X. in Y. entstandenen Kosten sind durch zweckentsprechende Rechtsvcrfoigung notwendig geworden. Die Klägerin ist «•ine nirhtarische Firma, Rechtsanwalt X. ist der dem Amt-gericht N. am nächsten wohnende niiiitarisclie Anwalt- Diesen durfte die Klägerin wählen, nachdem zwei Anwaltsfinnen in N. ihre Vertretung ahgelchnt hatten. Sie brauchte nicht noch bei den übrigen in NT. ansässigen Anwälten anzufragon, «leim sie mußte ohne weiteres damit rechnen, daß auch dio-c, als Mitglieder des BXDR., ihre Vertretung ablehnen würden. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß die telegraphische Ablehnung der Rech!-anwälte - .. am 15. Mai 1936, abends, Ix'i dem Prozeßbevollmächtigten der Klägerin einging. Der Termin stand am 19. Mai 1036 an. Bei der kurzen zur Verfügung stehenden Zeitspanne war der Klägerin nicht zuzumuten, noch bei weiteren arischen Anwälten anzufragen.“ _ Das Flaggen Im Wassersport Nach der Verordnung über die Flaggenführung der Schiffe vom 17. Januar 1936 hat jetzt der Reichssportführer mit Zustimmung des Reichsinnen- und Rciclisvcrkehrsministers eine Bekanntmachung über die Flaggcnführutig der Wassersportfahrzeuge erlassen. Sie betrifft sämtliche Wassersportfahrzeuge einschließlich der Ruder- und Paddelboote. Danach dürfen die deutschen Wassersportfahrzeuge als deutsche Nationalflagge nur die Hakenkreuzflagge führen. Sie wird im allgemeinen am Heck oder an der Gaffel gesetzt. An dieser Stelle dürfen die Fahnen der Länder, Provinzen oder Städte oder Vereinsflaggen nicht gesetzt werden. Binnenwasserfahrzeuge, deren Eigentümer oder Benutzer Juden im Sinne des Reichsbürgergesetzes bzw. des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes sind, dürfen die Hakenkreuzflagge nicht führen. Unzulässig ist auch das Setzen früherer deutscher Nationalflaggen, der alten kaiserlichen Fricdensfiagge und der schwarzweißroten Flagge mit dem Eisernen Kreuz. Zur Lage der Naturwissenschaften Bei einer Tagung itn Philipp-Lenard-Institut an der Universität neideiberg hielten dieser Tage sieben führende Naturwissenschaftler Vorträge zur gegenwärtigen Lage der Naturwissenschaft, Nach einem Bericht der Zeitung ״Volksgemeinschaft“ (Heidelberg) wandte sich Dozent Thtiring (München) in seinem Vorfrag dagegen, daß viele Phvsiker ״dem Trugbild einer internationalen Wissenschaft nachgejagt und dabei schließlich in die Hände der Juden gefallen sind“. Im weiteren Verlauf seines Vortrages erklärte Dozent Thtiring, Einstein sei keineswegs der Vollender der stolzen Reihe unserer großen Forscher, sondern ihr Zerstörer. Er charakterisiert Einstein als Rationalisten, dem das Religiöse abgehe und der mit jüdischer Sophistik arbeite.