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Jüdische Rundschau · 1936-08-14 · Heft 65 (14.8.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 65 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 65 14 VIII. 936ן JODISCHE RUNDSCHAO Seife 3 Achad HaaiU. / Zu seinem 80. Geburtstag Achad Haam (Ascher Ginzburg) wäre am 25. Aw d, J. 80 Jahre alt geworden. Vor zehn Jahren hat das jüdische Volk ihm zu seinem 70. Geburtstag gehuldigt; bald darauf, am 2. Januar 1027, ist er gestorben. Sein 80. Geburtstag kann nur noch an seinem Grabe in Tel-Awiw begangen werden. Aber sein Denken und Wirken ist über das Grab hinaus lebendig. Achad Haam gehört zu den seltenen Gestalten, deren Erkenntnisse und Wahrheiten über den Wechsel der äußeren Verhältnisse hinweg ihre Geltung bewahren. Und doch war Achad Haam, der bei oberflächlicher Betrachtung manchmal als ״Philosoph der jüdischen Renaissance" bezeichnet wird, kein eigentlicher Philosoph, sein Gebiet ist eher die jüdische Kulturphilosophie, vor allem aber ist er, was der von ihm angenommene Name besagt: ein Mann aus dem Volke, der für sein Volk repräsentativ ist, weil er in sich die Eigenschaften verbindet, die als spezifische Eigenschaften unseres Volkes gelten: Er ist ein Mann mit unbestechlieh klarem Blick und nüchternem Wirklichkeitssinn, der die Erkenntnis nicht durch Wunschphantasien und Romantik trüben läßt, zugleich aber ein Mann der idealen Forderung, der sein heißes Wünschen und Sehnen nicht durch die Erkenntnis der unzulänglichen Wirklichkeit mindern läßt. Seit Achad Haams Tode sind — besonders in Deutschland — Tausende von Menschen, die früher kaum den Namen dieses im Osten hoehberühmten Schriftstellers kannten, in den Bereich der jüdischen Bewegung eingetreten. Viele haben sich bemüht, diese Rückkehr zu mehr zu machen als zu einer bloßen Reaktion des Gemütes. Sie wollen sich die jüdische Welt, von der sie abgesprengt waren, wieder zu eigen machen. Für eine Vertiefung der eigenen Beziehung zum jüdisehen Volkstum gibt es aber auch heute keinen besseren Lehrer als Achad Haam. Achad Haam hat sich oft mit den westjüdischen Führern seiner Zeit auseinandergesetzt. Er hat das Wort von der ״Knechtschaft in der Freiheit“ geprägt, das sein Ucbersetz.er sinngemäß wiedergab als ״Aeußcre Freiheit und innere Knechtschaft“. Damit meinte er die Situation des Westjuden, der äußerlich emanzipiert ist, innerlich aber unfrei, weil er immer nach der Meinung seiner Umwelt schielen muß und sicli selbst mit fremden Maßstäben mißt. Der heutige Moment, den Achad Haam nicht mehr erlebt hat, bietet die Möglichkeit der Ueberwindung dieses Uebels durch Bejahung des Judeseins und Einreihung in den jüdischen Zusammenhang. Das aber ist nur ein Anfang. Der schwerere Teil, die von Achad llaam geforderte Eroberung der inneren jüdischen Welt (und Sprache) hat noch zu folgen. Dazu kann Achad Haam Helfer sein. Ein großer begeisterter Jude war dieser Mann, in ihm brannte das ewige Feuer, das den jüdischen Geist über alle Katastrophen am!.eben erhalten hat. Seine praktische Lehre entwickelte sich vor allem in der Kritik des offiziellen Zionismus, der 1889 im ״Odessaer Komitee“ seine Zentrale hatte. Das Vorgehen dieses Instituts und die Haltung der Zionisten schien ihm verkehrt. Er ist von der Negation ausgegangen, der Widerspruch zwang ihn, der sein ganzes Leben als Privatmann gelebt hat und aus der Schriftstellern niemals einen Beruf machte, die Feder zu ergreifen und zu rufen ״Nicht dies ist der Weg!“ Aber er begnügte sich nicht mit Kritik, er entwarf seine eigene große Konzeption. Seine ersten Aufsätze, die heute mehr als 47 Jahre alt sind, erscheinen uns darum so aktuell, weil sie sich weniger gegen konkrete Handlungen als gegen eine menschliche Haitung richten, die, unabhängig von Zeit und äußeren Bedingungen, immer besteht. Wir wollen versuchen, Achad Haams Lehre kurz zusammenzufassen: 1. Die nationale Bewegung muß von ethischen Im pulsen getragen sein. Sie darf daher nicht an den Eigennutz des Einzelnen appellieren: sie muß der Sorge um die Gesamtheit, um das ganze Volk entspringen. Darum bezeichnet es Achad Haam als falsch und schädlich, wenn die damaligen Zionisten (bei der nach dem russischen Pogrom von 1882 entstandenen großen jüdischen Auswandenmgsbewcgtmg) die Juden dadurch zur Ucbcrsiedlung nach Palästina bewegen wollten, daß sie ihnen eine materielle Besserung ihrer Lage in Aussicht stellten. Wer, getrieben von eigensüchtigen materiellen Motiven, nach Palästina statt nach Amerika wandert, der wird persönlich enttäuscht werden und der Sache des Volkes nicht nutzen. Das Motiv der Einreihung in die nationale Bewegung darf nicht die Not sein, sondern die Liebe. Nur die!Gebe zum Judentum und zu dem ideal, das mit dem Worte ״Zion“ bezeichnet wird, kann zur jüdischen Befreiung führen. Darum ist die wichtigste Aufgabe die Erweckung der Herzen zu dieser Liebe. 2. Die Sehnsucht nach der Wiedergeburt des Volkes darf keinen ״p seudo-m rss i a 11 i'cli e ti“ Gharakt er annehmen. Als Pseudo-Messianismus empfindet Achad Haam die Vor- Stellung, es könne eine ״I ösung der Judenfrage“ durch Sammlung aller Juden der Welt in Palästina in absehbarer Zeit bewerkstelligt werden. Dies sei mir in den Tagen des Messias möglich, am ״Ende der Zeiten“, und den Mensehen ist es nicht gegeben, das ״Ende zu drängen“. Was wir tun können, ist die Konzentration des Volkes, die zugleich Konzentration des Geistes sein müsse, damit von einem lebendigen Zentrum aus das ganze jüdische Volk wieder zum!.eben erweckt wird. 3. Das Judentum ist nicht ein Volk wie jedes andere, sondern ein Volk mit einer bestimmten geistigen Tradition, die sich durch dreitausend Jahre in ihm befestigt, seinen Charakter und sein Denken gebaut hat, die verbunden ist mit einem großen ethischen Ideal, um desscntwillcn das jüdische Volk lebt. Die Gefahr für die Forte vistenz des Volkes liegt in der Auflösung dieses geistigen Gehalts, und daher ist das wichtigste Ziel die Errichtung eines geistigen Zentrums, aus dem heraus sich die Kraft des Volkes erneuern kann. Dieses Zentrum müsse in einer normal lebenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina verankert sein. Das wichtigste Element des Volkslebens ist die hebräische Sprache. Zu ihr muß das Volk wieder den Weg finden. In einer kritischen Zeit des Uebergangs, als das Gefüge des jüdischen Volkes durch das Eindringen Europas erschlittert war, ist ihm in Achad Haam ein großer Erzieher erstanden. Er wird nicht müde zu predigen, daß die Wiederbelebung des Volkstums, die vor 00 oder 60 Jahren besonnen hat, Vorbereitungen erfordert, eine unermüdliche Tätigkeit der Erziehung. Ein wirklicher Erfolg wird erst dannGeschieden sein, wenn das ganze Volk auf der Hohe seiner Aufgaben steht. Ucberspringung einzelner Phasen ist nach Meinung dieses überzeugten Evolutionisten unmöglich und muß sich rächen. Als unter HerzI der moderne Zionismus auftrat, hat Achad Haam auch diesem gegenüber die Freiheit seiner Kritik behalten; sie gipfelte in dem berühmten Wort ״Die Erlösung Israels wird von Propheten kommen und nicht von Diplomaten“. Der Her/Isclie Zionismus hat in Achad Haam ein Element der Schwächung der Bewegung gesehen und hat ihn deswegen leidenschaftlich bekämpft. Vor allem glaubte man, daß die Betonung der geistigen Seite der jüdischen Wiedergeburt von den politischen und organisatorisch-praktischen Aufgaben ablenke. Dieser Gegensatz, ist auch heute noch spürbar, obwohl die jetzige Generation nicht mehr so unmittelbar in dieser Auseinandersetzung sieht und zu einer Synthese hinneigt. In der jahrelangen Polemik sind aber viele Entstellungen unterlaufen, viele Schlagworte geprägt worden, die sich einwur/elten, ohne später nachgcpriift zu werden. ״Achad Haamist“ wurde eine Art Schmähung. Man bczeichnde damit die Zionisten mit ״kleineren“, vorwiegend kulturellen Zielen, gegenüber der großen ״politischen“ Konzeption einer großzügigen Lösung der Judenfrage. Wir glauben, daß es heute unnötig ist, in diesen Kampf für und gegen Achad Haam einzugreifen. Nötig ist mir, seine Schriften zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Dann wird, hesonders an der Hand der inzwischen weitergegangenen Entwicklung in Palästina und im Judentum, jeder sich die Frage zu stellen haben, was an Achad Haams Lehren und Warnungen überholt ist und was auch in der heutigen Zeit sich als richtig erwiesen hat. Vor allem aber wird jeder Leser eines lernen: die große unbedingte Liebe zum Judentum. Das wäre die beste Feier zu seinem 80. Geburtstage. Schmarya Levin über Achad Haam Die Wirkung, die das Auf treten Achad Haams im Jahre!880 auf die jüdischen Massen und vor allem auf die jüdisehen Gebildeten in Rußland hatte, ist für uns West jaden geradezu unvorstellbar. Eine ganze Reihe von führenden Persönlichkeiten sind zeitlebens seine Schüler geblieben. Dazu gehörte vor allem, um nur den wichtigsten Namen zu nennen, Bialik, der die Bedeutung des Auftretens Achad Haams in einem großartigen Geilicht verewigt hat. Daß auch Weizmann zu den intimsten Freunden Achad Haams zählte, ist bekannt; wahrend der politischen Vorhandlungen mit der englischen Regierung in der Krirgszeil hat Achad Haam, der damals als Teehändler in London wohnhaft war, mit seinem klaren und überlegenen Verstand die zionistisehc Führung oft wertvoll beraten. Es sei hei dieser Gelegenheit erwähnt, daß wir Achad Haam die erste jüdische Kommentierung der Balfour-Dcklaration (19 2(1) verdanken, die sich als richtig erwiesen hat. (Vorwort zur Neuausgabe 1921.) Einer der treuesten Gefolgsleute Achad Ilaarns war der unvergeßliche Schmarpa Lev in, dessen Seihstbiographie in den ersten zwei Bünden auch in deutscher Sprache erschienen ist. Wir entnehmen dem zweiten Band (,,Jugend in Aufruhr“) eine Schilderung des ersten Besuches Schmarpa Lei 'ins in Odessa in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. (Red.) Am. ersten Freitagabend meines Odcssacr Aufenthalts wurde ich in ein Haus eingeführt, das in einer Vorstadt lag. Der Gastgeber war ein junger Kaufmann mit dem gewöhnlichen Namen Ascher Gmzberg. Ich sage ״gewöhnlieh“, weil damals noch nicht jener berühmte Aufsatz, erschienen war, der diesen Namen in die vordersten Reihen der hebräischen Bewegung rucken sollte. Allein schon zu jener Zeit genoß Ascher Ginzberg in engeren Kreisen der hebrä־ ischen Nationalbewcgung einen besonderen Ruf. Man sprach von ihm bereits als von einem aufgehenden Stern am jüdisehen Himmel. Schon gab es Leute, die seinen Namen mit derselben bebenden Stimme, derselben Ehrfurcht aussprachcn, die für das Verhalten der Jünger eines großen cliassidischen Rabbi bezeichnend ist. Wunderdinge erzählte man sich von seiner Gelehrtheit in jüdischen Materien und seiner Bildung aut weltlichen, nichtjüdischen Wissensgebieten. Aber eine noch größere Hochachtung zollte man seinem außergewöhnlich scharfem Verstände und seinem eisernen Charakter, der Kornpromissen unzugänglich vzar und ihn in allen Problemen unaufhaltsam bis zum Kern der Wahrheit trieb. Feh kam zu Ascher Ginzberg nach dem Abendessen und fand bei ihm eine größere Gesellschaft versammelt. Der Eindruck, den dieses winzige Männchen in dem Augenblick auf mich machte, als wir uns Auge in Auge gegenüberstanden, war von solcher Plötzlichkeit und Tiefe, wie ich ihn vorher oder seitdem nie von einem Menschen empfangen habe. Auf seinem Gesichte lag einfach und zagleich feierlich ein merkwürdiger geistiger Glanz. Es war ein offenes und ausdrucksvolles Gesicht, über das der Flug seiner inneren Gedanken eine deutliche, nicht iniß/uverstehende Spur zog: eine klare, natürliche, ungezwungene, streng logische und darum harmonisch wirkende Aufeinandcrfolge der Gedanken. Im Gegensatz zu Mcndele, sprach er nur wenig und überließ die Kosten der Unterhaltung seineu Gästen. Es war aber deutlich zu ersehen, daß sich die Gäste in seiner Gegenwart wie Schüler im Beisein ihres Lehrers betrugen: in welchen Bahnen ihre Unterhaltung sich auch bewegte, schien sie immer darauf gerichtet, seine Zustimmung zu finden. Unter den Anwesenden waren manche, die hochtrabende Phrasen und tiefsinnige, verwickelte Gedanken lichten, weiche sie überreichlich und verworren aufeinander häuften. Wehe detn, der sich beim Reden in seinen Gedanken verwickelte! Das Wort des Lehrers war dann gleich einer scharfen Klinge, die das Gewirr glatt durchschnltf, so daß die imposante Gedankenmasse plötzlich in ein elendes Häuflein Schnitzel und Fetzen zerfiel. Er führte den Schnitt wie ein geschickter Chirung mit einem Minimum an Blutverlust und dem Maximum an Wirkung aus. Ich brauche kaum zu erwähnen, daß die Judenfrage und Palästina den Hauptstoff der Unterhaltung bildeten. Wohl wurden auch noch andere Themata aus dem Gebict der Literatur und Politik berührt, alles aber drehte sich um den jüdischen Nationalismus. Kurz nach unserer ersten Begegnung veröffentlichte Ascher Ginzberg eine scharfe, fast vernichtende Kritik der Methoden der Chibbat Zion-Bewegung. Der Aufsatz trug Ein Gesetz unserer Natur Warum wir Juden sind: Törichte Fraget Frage das Feuer, warum es brennt! Frage die Sonne, warum sie scheint! Frage den Baum, warum erwächst! So frage den Juden, warum er Jude ist. Wir können nicht anders! Es ist in uns ohne unser Zutun! Es ist da, urlebendig und goftesgewaltig. Es ist ein Gesetz unserer Natur! Es ist da, wie die Liebe der Mutter zu ihrem Kinde, wie die Liebe des Menschen zu seiner Heimat, es sprudelt hervor aus den dunklen Tiefen unseres Herzens. Es ist ein Bestandteil unseres Herzens! Es ist unzerstörbar, unbesiegbar, unwiderlegbar, weil das Herz unzerstörbar, unbesiegbar, unwiderlegbar ist. Achad Haam, ״Drei Stufen“ 1898. den Titel ״Lo-zu-ha Derccli“ — Nicht das ist der Weg — und war mit dem vom Autor gewählten Pseudonym Achad Ha־am — Liner aus dein Volke — unterzeichnet. Es ist ganz sicher, daß Ginzberg diiscs Pseudonym aus instinktiver Bescheidenheit angenommen hatte. Ist aber auch der Name vom Verfasser selh.-t gewählt, -o wird doch Auslegung und Deutung dieses Namens spater von der ()effentlictikeit geschaffen und es währte gar mclit lange, da deutete man das Pseudonym allgemein als ״I 111er, der das Volk repräsentiert" — Repräsentant im vertu■Imisteii Sinne des Wortes aufgefaßf. I )er stille, be-clieidriii, zurückgezogene Ascher Ginzberg wurde nun Heutiger I uhrer. I r hatte die Führerschaft nicht gesucht, sie hatte 1D11 .־mslimlig gemacht. In seiner Natur lag auch nicht Her Si hatH n eines Wunsches nach Größe, er war aber ein großer .Mann. ,Mir persönlich blieb er für immer!.eher und I uhrer, 11!!;! vierte Jahrzehnte gemeinsamen Wirkens und intime! I mimlwhait konnten die Distanz zwischen uns -׳ die Distanz /w i-elteii s<-:mler und Lehrer — niemals vermindern. I s war -- so werde ich immer glattben — einer der glücklichsten I '!!!-,lande in meinem Lehen, daß ich während seines größeren Teilmit Achad Ha-am an einem Werke z!!s!m1!!n!:!1 Imtei! durfte, das uns beiden teuer war. Und es ist t'ur in ich cm Duell des Stolzes, daß ich in seiner Gegenwart nie auch nur für tunen Augenblick vergaß, daß ich der Zeitgenosse des grollen Denkers und noch größeren Juden Ach.ul lla-am war. Wenn Gott — das ist meine tietinnerste I 'eber/t ugiint; - auf das Gewimmel der Menschheit Seiner Sch. ipitmg hernicderblickt und ihre Einförmigkeit und Trockenheit zu spüren bekommt, so wirft Er zur Linderung einen der Großen aller Zeiten in ihre Mitte, um die drückende < )eile de•- täglichen Kreislaufs für einige Zeit zu beleben. Ein solider Sendling des Himmels war Achaü Ha-am. Achad Haams Werke Die Werke Achad II aams sind in einer von ihm selbst veranstalteten Gesamtausgabe erschienen, tlie in vier Bänden unter dem Titel ״AI Peraschath Deiachim" ״Am Scheidewoge“ seine Essays zu I ragen des Zionismus, der hebräischen Literatur, des Judentums und der jüdischen Philosophie enthält. Die vor dem Krieg in Odessa erschienene Ausgabe (erster Band 1895, vierter Band 1<H3) ist lange vergriffen, und der Jüdische Verlag (Berlin) hat das große Ver* dienst, im Jahre 1921 eine Neuatisgahe besorgt zu haben, zu der Achad Haam eit! treues Vorwort schrieb, in welchem er zu der politischen Lage Stellung nahm und eine Interpretation der Balfour-Dcklaration gab. Der Jüdische Verlag hat auch bereits im Jahre 1904 einen Atiswahlband in d e 11 t s c!1 e r De her Setzung von Prof. Israel I r i e d I ä n d e r herausgegeben, dem 1916 ein zweiter Auswahlbainl (11l>crsct/t von Dr. Harry Torczyncr) folgte. Diese Ausgabe wurde abgelüst im Jahre 1923 durch eine deutsche Ges a m t a tt s g a b e, für die außer den beiden bereits Genannten Ernst Müller und Hugo Knöpfmacher verantwortlich sind. Leider sind jedoch bisher nur zwei Bande crwlncm n, die den beiden ersten Bänden der hebr.iisi heil Ausgabe entsprechen (wallrcinl die erwähnten Ausuahlbätide auch spätere Aufsätze enthielten), I!öffentlich und der Verlag auch die beiden späteren Bände bald, luretu-briiigen, damit dieses für die jüdische Er/ieluing um! 1 mfuhrimg in die < mmdprobletn der jüdischen Renaissance enorm wichtige Werk atkli .solchen zugänglich wird, die noch nicht die hehr.uschc Sprache beherrschen. In englischer Sprache erst!neu eme Auswahl von Leon S i tu o n, dem luHrimidlielicti Vorkämpfer Achad fl na ms im englischen Sprachgebiet. Achad Ha ,,uns Briefe, umfassend einen Zeitraum von 25 Jahren, seit 1890 Ins 1<»21, sind 1921 itt sechs Banden im Verlag Benjamin Harz (gedruckt in Tel-Au iw) erschienen. Die Briefe sind eine 1 uridgrube zur Geschichte der zionistischen Bewegung mul zeigen in lebendiger Spiegelung den weitverzweigten Linlluß Achad Ilaarns. Um den Josefsroman. Der ״Puster Lloyd“ bring! die Uebcrsct/img eines Briefes von Thomas Mann an die rumänische Zeitung,.Adevertil", worin sielt Mann gegen den auch von uns (Nr. hä) erwähnten Piagiatsvorwurf eines rumänischen Schriftstellers wendet, der behauptet hatte, der Plan des Josefsrom,ans sei durch einen Juden ihm gestohlen und ״dem Juden Thomas Mann“ in die Hände gespielt worden, Mann schreibt hierzu: ״Die Behauptungen des Herrn Sfetcu sind absurde Lügen. Seit ich lebe, habe ich nicht einen Roman ,Der Traum der Pharaonen’ gesellen, geschweige denn gekauft, weder in rumänischer, noch in anderer Sprache, weder gedruckt, noch im Manuskript. Die ägyptischen Lpisoden meines Romanzyklus' ,Josef und seine Brüder', die in bezug auf das Material mit weiß Gott welchem Roman aus dem Leben der Aegvpter verglichen werden konnten, sind noch gar nicht erschienen. .Meine j ii d i s e h c Abs tarnm u 11 g ist eine Legende. In Wirklichkeit Italic ich nicht einen Tropfen jüdischen Blutes und nicht einen einzigen jüdischen Ahnen. Das sage ich nicht, weil ich mich schämen würde, Jude zu sein, sondern mir aus Liehe zur Wahrheit, die Herr Sfeteu Petru in einer der rumänischen Presse nicht zur Ehre gereichenden Weise malträtiert.“ HANNOVER )!Groschen Sammlungen MERKUR Briefmarken-Handelsgesellschaftm. b, H. Weltraritäten Verlangen Sie kostenlos unser Illustriertes Angebot BERLIN W15 KurfUrstendamm 26a / Tel. J1 Bismarck 6966 Verlangen Sie kostenlos unser Illustriertes Angebot

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