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Jüdische Rundschau · 1936-08-14 · Heft 65 (14.8.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 65 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Saft® 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr..65, 14. VIII. 1936 Der Genfer Weltkongreß gehörten die holländischen Bauern zur alten .Welt und wollten in ihr bleiben. Wie die französischen Kanadier waren sie ein einfaches, häusliches, gastfreundliches Landvolk, dünn verstreut über ein weites Gebiet. Der Bure war niemals wirklich glücklich, wenn nicht das ganze Land, so weit er sehen konnte, wenn er mit der Pfeife im Munde auf seinem Stoep saß, sein Land war. Und infolge dieser einfachen 1 ebensweise, und da sie ein Pioniervolk waren am Rande der Zivilisation.... hatten die Buren gelernt, sich selber Gesetz zu sein. Sie sind nicht leicht einem anderen Gesetz gefolgt.“ Dann kam der ״Große Trek“‘: Die Buren zogen sich in die inneren Landesteile zurück, wo sie keine Engländer zu sehen bekamen. Aber das beinahe unvermeidliche Ergebnis dieser Trennung war eine lange unglückselige Kette von Reibungen, Zusammenstößen und Blutvergießen, aus der drei Kriege im Laufe von fünfzig Jahren hervorragen. Nicht eher trat Frieden ein, bis die als Findringlinge betrachteten Engländer den Burenrepubliken innere Selbstverwaltung gewährten. Dann aber geschah das .Wunder, daß beide Teile sich zur freiwilligen Zusammenarbeit bereitfanden. Parallel zu der Entwicklung in den Dominien, die Coupland unter dem Begriff ״Assimilation“ zusammenfaßt, stellt die Aufgabe Englands als Treuhänder in Indien und den Kolonien. Cotipland meint, daß der Begriff des Vülkcrbimdmandates nichts weiter als ein altes englisches von Burke verschriebenes Kolonialrezept sei. Es ist oft bedenklich, in neuartigen Situationen Vergleiche mit anderen historischen Fällen anzustellen. Coupland wird aber nicht runde, immer wieder zu zeigen, daß im Grunde überall dieselben Prinzipien zur Anwendung gelangt sind; die englische Empirepolitik gehe überall dem gleichen Ziel entgegen, wenn auch je nach den Verhältnissen in mehr oder weniger schnellem Tempo. Professor Coiiplancl, eine der größten Autoritäten auf diesem Gebiet, wird nun seine Erfahrungen in Palästina an/.uwenden haben. Es scheint, daß das von ihm gesammelte Material Präzedenzfälle selbst für diese schwierige Aufgabe, die ihm gestellt ist, enthält. Während 101Q nach allgemeiner Auffassung die Hauptv c r p M i c 111 u n g Englands in Palästina darin bestand, ein Jüdisches א a t i o 11 a 111 e i m zu errichten, verlegen heute immer mehr englische Stimmen den Schwerpunkt darauf, die Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenlcben der beiden Völker zu schaffen und alles andere den beteiligten Völkern selbst, besonders den Juden, zu überlassen. Die t'iitersuchungskommission wird zu prüfen haben, wie weit diese Linie mit dein Palästina-!nand.1t zu vereinbaren ist. Wenn man oft davon gesprochen hat, daß in Palästina ein Ausgleich Europas und Asiens hergestellt werden kann, so ist das ein Problem, das dem Verfasser besonders am Herzen liegt. Dieses Ziel schwebt ihm in allen seinen Schriften über Indien vor. Aber — auch hier nur allmählich, aus freiem Willen und ohne Gewalt. Dieser Weg wird in Palästina noch ein sehr langer und schwerer Weg sein, aber sicherlich der einzige Weg. Coupland ist mit der arabisch-mohammedanischen Zivilisation wiederholt in Berührung gekommen, und er scheint nicht zu deren großen Bewunderern zu gehören. Auf der anderen Seite wissen wir nicht, wie weit Coupland bisher mit den jüdisch-nationalen Bestrebungen vertraut ist. Es besieht die Gefahr, daß er die Aufgabe, eine jüdische Nation in Palästina erst zu schaffen, übersieht. Denn es handelt sich ja nicht nur um die Freiheit der heute in Palästina lebenden Juden, sondern um die ״Freiheit und Einheit“ des ganzen jüdischen Volkes, soweit es seine Zukunft mit Palästina verbinden will oder muß. Coupland hebt die Sympathien und die tatkräftige Unterstützung, die England vielen fremden Völkern in der Zeit ihres Werdens zufeil werden ließ, rühmend hervor. Dieser Mann, dem das Ringen um ״Einheit und Freiheit“ den Weg /um Frieden und zugleich zur Stadt Gottes zu bezeichnen scheint, wird in Jerusalem vielleicht heute schon festste!k• n können, daß der um seinen Ausdruck ringende jüdische Nationalismus von dem hohen Ideal Ma/zinis getragen ist, das der Verfasser des Buches so gern proklamiert: ״Fine Nation ist eine lebendige Aufgabe, ihr!.eben gehört nicht ihr allein.“ Polens offiziöse Aeußerung Zu der von uns in der ״J. R.“ Nr. 6! wiedergegebenen offiziösen Aeußerung der als Sprachrohr des polnischen A u ß e ח m i n i s t e r i u!1! s geltenden ״I'olska Informacja Politis/,1“ über die J u de!1 f r .ו g e schreibt der Warschauer Korrespondent des ,,Berliner Tageblatt“: ״Die Ausführungen der PIP. sind in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Sie erscheinen in einem Augenblick, in dem die polnische Presse erneut auf eine lange erbitterte Diskussion der iü- 41 i s c h e n Frage zarückblickt. Diese Diskussion eines für Polen nicht neuen Themas wurde entfacht durch einen Vortrag, den ein prominentes Mitglied der Exekutive Agency in Palästina, Isaak (irünbaum, vor hiesigen Pressevertretern gehalten hat. Die These (irünhaunts, daß verstärkte A 11 s vv a n d e r u n g der alleinige Ausweg aus der Lage des Judentums in Polen sei, hatte leidenschaftliche Gegnersch’aft in jüdischen und linksgerichteten Kreisen gefunden und zu einer 1 )aucrschlaclit in der polnischen Presse geführt, deren Erbitterung Rückschlüsse auf die Aktualität der jüdischen Etage in Polen erlaubte. Neben der Bedeutung, die den Formulierungen der PIP. gerade gegen die unter innerpolitischen Gesichtspunkten innewohnt, erscheint jedoch die außenpolitische Absicht unverkennbar. Es gilt daher nicht als ausgeschlossen, daß der erwartete Schritt in der jüdischen Auswanderungsfragc in Genf über die Dringlichkeit dieser besonderen Frage hinaus als ein Auftakt gedacht ist, dem die Anmeldung auch der allgemeinen Wünsche Polens aut kolonialem Gebiet später folgen kann.“ Abgesagte Referate lieber den Jüdischen Weltkongreß, der gegenwärtig in Genf tagt, läßt sich noch kein abschließendes Urteil fällen. Soweit aus den bisher eingetroffenen Berichten zu entnehmen ist, versuchen die Veranstalter des Kongresses zunächst eine Sammlung des auf die Lage der Juden bczügtiehen Materials. Es bestellt der begreifliche Wunsch, vor aller Welt ein zusammenfassendes Bild zu geben, und wenn schon Max Nordatt in seinem berühmten Referat auf dem I. Zionistenkongreß 1897 gesagt hat, daß man bei Anhören der Berichte über die Lage der Juden in den einzelnen Ländern glaubt, ״Kinnoth“ (-■- die biblischen Klagelieder) zu hören, um wieviel mehr gilt das für die heutige Situation, 40 Jahre später! Die Wüstenwanderung ist noch nicht beendet. Dali cs den Juden furchtbar schiecht geht und daß sie selbst die Initiative ergreifen müssen, um einen Ausweg zu finden, ist unbestritten. Die jüdischen Gegner des Genfer Kongresses, an die in den Eröffnungsreden appelliert wurde, sie mögen ihre Gegnerschaft aufgehen, sind nicht etwa aus dem Grunde gegen den Kongrell, weil sie die Dinge rosig sehen, sondern weil sie in bezug auf die Methoden der Behandlung der Probleme anderer Meinung sind. Wer versteht nicht das Bedürfnis, etwas zu tun, nicht immer nur schweigen zu müssen! Aber es hätte keinen Zweck, sich dabei zu täusehen über die Wirklichkeit, wie sie ist. Auch der Kongreß bekam das zu spüren. Es wurden Referate sachkundiger Autoren über verschiedene Gebiete des jüdischen Lebens, so z. B, Auswanderungsfragen, konstruktive Wirtschaftshilfe usw. gehalten, aber leider sind gerade diejenigen Verbände, die auf diesen Gebieten aktiv tätig sind, in Genf nicht vertreten. Ueber eine allgemeine Betrachtung und über die auch im jüdischen Leben schon recht unproduktiv gewordene Form einer sogenannten G e - n e r a 1 d e batte, in der Zufallsreden gehalten werden, dürfte der Kongreß nicht hinauskommen. Die Absicht, Referate über die Lage der Juden in den einzelnen Ländern halten zu lassen, konnte nicht ausgeführt werden, da in Anbetracht der gegebenen Situation eine freie Erörterung sich als unmöglich erwies. Dieses Moment ist überaus symptomatisch für die gewaltige Veränderung, die sich im letzten Jahrzehnt vollzogen hat. Die Juden bilden überall eine Minderheit und haben daher stärker als andere Völker an der unmittelbar nacli dem Kriege entstandenen Idee des Minderheitenschutzes Anteil gehabt. Damals bestand die Vorstellung, daß es möglich sei, allgemeine sittliche Grundsätze im VölkerSeben ebenso wie im persönlichen Menschenleben zur Anerkennung und Durchführung zu bringen. So wie nicht mehr das Faustrecht des Einzelnen herrscht, sondern alle Individuen sich die durch das Zusammenleben erforderte Einschränkung ihrer persönlichen Machtsphäre gefallen lassen müssen, so — glaubte man — werde auch ein Zustand erreicht werden, wo die Völker nicht mehr absolute Souveränität für sich beanspruchen, sondern sich auf gewissen Gebieten einer allgemeinen übernationalen Regelung unterwerfen. Zu den Prinzipien, die dabei aufgestellt wurden, gehörte auch das Lebensrecht der Minderheiten. Heute haben wir eine entgegengesetzte Entwicklung erlebt. Die Staaten sind in bezug auf ihre Souveränität und die Freiheit iiirer Ent- Schließung nach außen und innen noch empfindlicher geworden als früher. Die jüngste Vergangenheit hat uns gelehrt, daß ein Staat, auch wenn er eine Satzung verletzt, nur durch Krieg, den niemand will, daran gehindert werden kann. Diese Verneinung aller der Souveränität übergeordneten Grundsätze erschwert auch den Appell an Gerechtigkeit und Humanität. Die immer stärkere Ausbildung des totalitären Prinzips in einzelnen Staaten schafft für deren Minderheiteu eine neue Lage. Die erwähnte Episode des Jüdischen Weltkongresses zeigt, in welchem Maße die Stellung des einzelnen Staatsbürgers und im besonderen des jüdischen Staatsbürgers in den mittel- und osteuropäischen Ländern sich verändert hat. Daraus ergeben sielt auch Schlüsse auf die Methoden, die bei der Behandlung jüdischer Angelegen- Leiten heute angewandt werden müssen. Es geht nicht an, an dieser Tatsache vorbeizusehen. Es ist eine harte Welt, in der wir leben, und sie forder! vom jüdischen Volk viel seelische Kraft, ln einem Zeitalter des Uebergangs handelt es sich darum, das jüdische Volk in eine neue Existenzform überzuführen. Dabei haben wir mit allen Faktoren der realen Welt zu rechnen, so wie sie sind, und es gehört viel Scharfsinn und Weitblick dazu, um die Dinge in der richtigen Perspektive zu sehen und danach zu handeln. Tagimgsbericht Genf, 10. August. (JT A.) Dr. Leon Ktt bo wi t z k y entwickelte in der Sonntag-Sitzung einen Plan für die Schaffung einer dauernden Kongreßorganisation. Der Kongreß solle für eine Periode von vier Jahren gewählt werden und alle zw׳ei Jahre eine Tagung abhalten. In der Zeit zwischen den Tagungen des Kongresses sollen alle sechs Monate Sitzungen einer Spezialkommission des Kongresses stattfinden. Das Präsidium des Kongresses Der Jüdische Weltkongreß hat Richter Julian Mack zum Ehrenpräsidenten gewählt. Dem Präsidium des Kongresses gehören David Pinski, Dr, Gold mann, Louis Lipsky, Dr. Mossinsohn, Dr. Stephen S. W i s e, der ehemalige polnische Senator Raphael Szeresz ewski, der frühere Sejmabgeordnete Dr. Rosmarin, 111g. Anselm Reiß, der ehemalige Abgeordnete des lettischen Sejm Rabbitter Dr. M. Nurok, der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindeverbandes Dr. Sally Meyer, J. Jefroykin (Paris), der Vorsitzende des Verbandes der Syr,- agogengemeinden Englands Rat Davis und Rabbiner Brodt (Antwerpen) an. Begrüßungsansprachen wurden an den Kongreß von Dr. Mossinsohn im Namen des Waad L.eumi, von Schalom Asch, von Präsident Sally Meyer im Namen der Schweizer Judenhelt und von M. Ehrler an Namen des Kantons Genf gehalten. Di• Generaldebatte Die Generaldebatte, die am Montag eröffnet wurde, wickelt sich in einem engeren als dem ursprünglich in Aussicht genommenen Rahmen ab, da die Delegationen derjenigen Länder, in denen die Juden politischem Druck ausgesetzt sind, nicht in der Lage sind, wirklich erschöpfende Berichte über die V e r!1 ä 11 n i s s e in ihren Lau d e r 11 zu erstatten. Ursprünglich hätten drei Sitzungen des Kongresses diesen Länderberiehten gewidmet sein sollen. In Würdigung des Standpunktes der Delegationen aus Polen, Rumänien, Oesterreich, Litauen und Lettland haben Exekutive und Präsidium beschlossen, daß in 41er Generaldebatte statt der Spezialprobleme der einzelnen Lander allgemeine Fragen behandelt werden sollen. Ein Vorschlag, die Generaldebatte unter den gegebenen Umständen überhaupt ausfallen zu lassen, wurde von der Exekutive abgelehnt. Die polnische Delegation hat sich Vorbehalten, in einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung über die jüdische Situation in Polen abzugeben. Eine eigene Kommission wurde zur Abfassung dieser Erklärung eingesetzt. Die Generaldebatte, an der sich u. a. Rabbi Edward Israel (Baltimore), der frühere Vorsitzende des Jüdischen Parlamentsklubs in Rumänien Dr. Mayer Ebner, der ehemalige Abgeordnete Oberrabbiner Dr. Nurok (Riga), 1. Naiditsch (Paris) und Bcrl Locker (Palästina) beteiligten, förderte im allgemeinen keine neuen Gesichtspunkte zutage. Viel Beachtung fand ein Vorschlag von i. Naidi t sch, daß der Kongreß auch die Gründung einer Jüdisehe n B a!1k für j ii d i s c 11 e 11 w i 1־ t s c 11 a f 11 i c h e n Wiederaufbau in verschiedenen Ländern gründen solle. Ehrengäste des Kongresses Unter den Ehrengästen, die der Eröffnungssitzung beiwohnten, befanden sich der französische Generalkonsul in Genf, Peron, als Vertreter des französischen Gesandten in Bern, der Erste Sekretär der polnischen Delegation beim Völkerbund, Staatsrat Ehr ler, das ständige Mitglied der Schweizerischen Völkerbundsdclegation lind Rektor der Genfer Universität Prof. William Kappard, der Professor der Harvard University Manley ü. Hudson (Verfasser der Minoritätsklauseln der Friedeiisverträge), Sordet als Reräsentant der Genfer protestantischen Kirche u. v. a. Ein egrüßungstelegramm hatte auch der schweizerische Außenminister Bundesrat Motta geschickt. Ansprache Sir Neill Malcolms Zu Beginn der Montag-Abcndsitzung des Kongresses hielt der Völkerbundsoberkommissar für Auswandererfürsorge, Sir Neill Malcolm, eine Begrüßungsansprache. Der Oberkommissar bezeichnete es als einen glücklichen Zufall, daß er sich während der Tagung des Kongresses in Genf auf halte, um seinen Bericht an den Völkerbund auszuarbeiten. So habe er Gelegenheit, als Gast auf dem Kongreß die jüdischen Probleme zu studieren. Obwohl er überzeugt sei, daß diese spezifisch jüdischen Probleme sehr schwer sind, wolle er doch an diejenigen erinnern, die vor ähnliche Probleme gestellt, aber nicht Juden sind. Er werde das, was er von den Rednern in der Debatte gehört habe, im Gedächtnis behalten. Er werde sich bemühen, zur Linderung der geschilderten Not beizutragen. Es sei dies das höchste Ziel, das ein Mann sich setzen könne. Auf Aufforderung des Präsidiums antwortete Rcv. M. L. P e r I z vv e i g als Mitglied der englischen Delegation auf die Ausführungen des Oberkommissars. Nachdem er diesem für seine freundlichen Worte gedankt hatte, erklärte er: Wir können es verstehen, daß der Völkerbund das Oberkommissariat für Auswandererfürsorge einem Engländer anvertraut hat, denn in England bestellt seit langem eine ehrenhafte Freundschaft zum jüdischen Volk. Die Juden seien zwar bezüglich der Palästina- Politik zuweilen in Opposition zur englischen Regierung, empfinden aber die Palästinasache als gemeinsame ehrenvolle Aufgabe beider Völker. Eine zweistündige außerordentliche Sitzung des Kongresses war dem Gedenken der verstorbenen jüdischen Führer gewidmet, die an der Verwirklichung des Kongreßgedankens mitgearbeitet haben. Die Gedenkrede hielt Dr. Ci o 1 d m a n 11. Er feierte insbesondere das Andenken von Nahum Sokolow, Leo Motzkin, Rernard S. Deutsch, Oberrabbiner Angelo Sacerdoti und Victor Jacobsohn. Wiederaufnahme der Debatte Die Generaldebatte wurde sodann fortgesetzt. Erwähnung verdient die Rede des Vertreters 41 es Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens, des italienischjüdischen Dichters Dr. Angelo Ürvieto (Florenz), der Mussolini für seine Haltung gegenüber den Juden dankte. Italien, erklärte der Redner, stelle das hervorragendste Beispiel eines Landes mit vollständiger Gleich- Berechtigung der Juden dar. (Fortsetzung auf Seite 4) Die neue griechische Regierung Saloniki, 9. August. (JTA.) Dem nach Auflösung des Parlaments umgebildeten griechischen Kabinett gehört als neuernannter Vizekanzler Minister Zavitsanos an. Sowohl Ministerpräsident General Metazas als auch Vizekanzler Zavitsanos haben ihre judenfreundliche Einstellung wiederholt durch die Tat bewiesen. Die jüdische Presse weist darauf hin, daß der Ministerpräsident jüdische Forderungen 11ml Beschwerden stets mit Wohlwollen aufgenommen hat und erst vor kurzem, nachdem er eine von dem Oberrabbiner geführte jüdische Abordnung empfangen hatte, alle Ministerien anwies, die Wünsche der Delegation nach Tunlichkeit zu befriedigen. Der griechische Ministerpräsident General Metaxas hat einen Runderlaß an alle Staatsbeamten herausgegeben, in dem es heißt: >(lch verlange von allen Beamten, daß sie stets ihre Arbeit mit Gerechtigkeit und Unparteilichkeit gegenüber allen Bürgern ohne Ausnahme leisten.“ Hauptschriftleiter: Dr. Robert We lisch, Berlin - Charlottenhurg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenitein, Berlin W 15. Anreigenleiter und verantwort*!ich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1930. Verlag und Anzeigenveiwaltung: Jüdische Rundschau. Berlin W 15. Memekestr. 10. D.-A. Juli 36 077. — Druck: Siegfried Scholen-!, Bcrlin-Schöneberg. AUSWANDERER ,men GASOFIX-Benzinaaskochherd tlek 4m ohne Vorwärmung, voller Ersatz für Bas, vollstSndlg kostenlos u. unverbindlich durch unsere Vertreter nach tatet. Anruf »erfuhren CI Steinpl. 2329 HEINRICH RAUH & Cd. Berlin-Charlottenburg 4, Kaiaer-Friadrich-StraBa 56

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