Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 64 (11.8.1936)
- Date
- 1936-08-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 64,1!.AUGUST 1936 Neue jüdische Opfer Auf der Chaussee zwischen Chedera und Kfar Hagia wurde der 45jährige Scew Linden fehl erschossen auf• gefunden. Lindcnfeid war einer der ersten Siedler in Kfar Hagia. Der 22jäl1rigc Ascher Rosenfeld wurde bei der Be■ wachung einer ()rangenpflan/.ung in Ness Ziona von Arabern aus dem Hinterhalt beschossen, Er blieb auf der Stelle tot. Der 38jährige Siedler Benjamin Schuster in Mozah wurde auf der Schwelle seines Hauses durch Schüsse ver■ wundct. Er wurde in das Hadassah-Krankcnhaus gebracht. Die Siedler Israel Weinstein, Menachem Keller, Mosche Gostorp und Cichora Schwartz wurden durch eine explo• dicrendc Bombe verwundet. Die Verletzungen des Hauseigentümers sind schwer. Nachdem die Bombe explodierte, wurde das Gehöft beschossen. Militärpatrouillen suchen das Gelände ab. Der 40jäl1rigc Ruhen L e v y, ein Sephardc, der sich auf dem Wege vom Hatikwah-Viertel nach Tcl-Awiw befand, wurde aus dem Hinterhalt angeschossen und tödlich ge• troffen. Auch auf ein elfjähriges Kind, das vom Hatikwah-Viertel nach Tel-Awiw radelte, wurden aus dem Hinterhalt Schüsse abgegeben, die glücklicherweise fehlgingen. Arabische Verluste Ein von einer Eskorte begleiteter Transport wurde auf dem Wege von Haifa nach Jerusalem bei Dir cl Sharf aus dem Hinterhalt angegriffen. Der die Eskorte befehligende Offizier wurde verwundet. Mit Hilfe der herangezogenen Verstärkungen wurden die Angreifer vertrieben. Fünf Araher sind hierbei gefallen. Zwei Araber wurden gefangen genommen. Den Truppen fielen zahlreiche Gewehre und eine größere Menge Munition in die Hände. Die etwa 30 Mann starke Bande wurde durch Militärflugzeuge verfolgt. Hierbei wurden weitere 18 Araber getötet oder verwundet. Sabotage auf der Eisenbahn 200 Passagiere in dem Nachmiftagszug Haifa—Ludd entkamen mit knapper Not einein schweren Unfall, als ein voranfahrender Güterzug zwischen Kalkilieh und Rasclain zur Entgleisung gebracht wurde. Letzterer war nicht im Fahrplan vorgesehen, und es ist offensichtlich, daß die Attentäter, die an zwei Stellen Schienen abgeschraubt hatten, mit der Entgleisung des Schnellzuges rechneten. 1! Güterwagen schoben sich ineinander, während 4 das Geleise verließen. Der Verkehr in südlicher Richtung von Haifa wurde unterbrochen. Die Konferenz in Amman Die arabische Zeitung ,,Al Li w a“ veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über die Konferenz der Araberfuhrer in Amman, demzufolge der Emir Abdullah folgende Erklärung abgegeben haben soll: ״Der High Commissioner hat mir versprochen — und ich glaube seinen Versprechungen —, daß, falls der Terror aufhört, die Suspendierung der jüdk:hen Einwanderung und die Befreiung der in den Konzentrationslagern Internierten angeordnet werden wird.“ Die gesamte jüdische Presse Palästinas nimmt hierzu Stellung und verlangt, daß unzweideutig gesagt werde, ob ein solches Versprechen, das mit allen früheren diesbezüglichen Aeußerungen im Widerspruch stünde, tatsächlich von Sir Arthur Wauchope gemacht worden ist. Der Londoner ״Times“ wird aus Jerusalem gemeldet, daß nach den Verhandlungen in Amman, bei denen Emir Abdullah auf die Aussichtslosigkeit des Versuches, England zu demütigen, hingewiesen habe, bereits Anzeichen eines Friedenswillens zu merken seien, die zu den bester! Hoffnungen berechtigen. Kundgebung arabischer Könige? Das D cutschc N a c 11 r i c h 11־ n ־ B ii r o verbreitet fo!- geiulcn Bericht aus Jerusalem vom 7. August: ,,Das vor zwui Worhen von 11«'11 Koni^vn Nrndia■-,, Iraks 11n׳l Jcmons unfi‘rzt’H'hm־u: und 1k־r un^ii-uhun Ru^k׳nn1^ vi!k jf t ioft!0 Mt׳■ nsorandun! zuDun-u־n der Araiter in iGlLiiiu, steh! ausrluMnend mit. (׳elieimvt'rliaiidhinet'i' im /!!-a1nm<‘üh.t!ו"" da: du־ Koni״(■!nie dem arabLuhen kampiau-o nuh in l’al.ot!n;1!;ih't ti. Iho \ <■1 handU1ng.׳a haben an.'.clteinend eirnm irua lieht 11 A ti i r u i d o r drei K o n i o a n d io a r a I> i s r 1! o H r v e | k r r u n g 1' a I a s 1! n a ל zann (bgen-'landt’, durch den der 1!ciieiaKlreik und die l muhen beendet, werden sollen. Die־■(•!! Schritt o>il!e dum! Kngiand mit einem mindcstcns teilwei>en Ktuj^e^ei!kommen an die Arahei׳ beantworten, J )as Kinz-reskm der arahi-ehen K1!. ־ipc enmpncM. otten.delil lieli der Krkemü nis dah k e in 1* a r t e j i ii 11 rer in Palästina m e h r di c A u 1 o r i 1 a t b r > ii 7,1, die lז n r tf U e n 3 b 7. 11 - blasen. Selbst die alten I\ukmü!1n־r iiberl>i> teil sieh jetzt in übertrielxuien l'orderun^en an I'.n^i.ind. um ihre \ nlk'kiinbehkeii zu retten, סל da IS aut diesem \\V<v keine zu rim-r Fahi^uuj; ImSteht. Die <;eheimvrrkandhmpen zwischen den Königen un<l d<1n Kainplavmsrhulj in!,aläuina seheinen *i«*h ״״genblieklieh darum zu drehen, ob die Kdnicc nir den Krlnlj» ihrer Kinwirkung m London auch eine Garantie ubernebmen kunneii.“ * Von einem Memorandum <Lt arabischen Füisten tugunsten der Araber Palästinas ist bisher nichts bekannt geworden. Nach dem vorstehenden Bericht scheint der hier gemeldete Schritt mehr einrauf lieratiszulaufen, den patästinen״ sischen Arabern die politische Last, die die Beendigung des Streiks bedeutet, abztinchincn. Vielleicht ist hier die V e rmittlungsaktion des t ni i r Abdullah gemeint. Der Ausbau des Hafens vonTel-Awiw Tcl-Awiw, August. (JTA.) Die Pläne zum Ausbau des Hafens von Tel-Awiw werden weiter verfolgt. Wenn entsprechende Baggerversuche erfolgreich sein werden, soll eine Möglichkeit für das gleichzeitige Anlegen von sechs Leichtern an der Landungsbrücke geschaffen werden wahrend gegenwärt« nur drei zugleich anlcgcn können. Gegenwärtig werden hu Durchschnitt am Tage 300 Tonnen Waren gelöscht oder geladen. __________ Juden und Araber Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Unter der Uebcr- Schrift ״Gedanken in schwerer Stunde“ bringt der ״Dawar“ längere Ausführungen eines Siedlers ans Na’ane, denen wir folgendes entnehmen: Wie ist es möglich, daß wir nach fünfzigjährigem Zusammenleben mit den Arabern vor einer e j s e r n e n Wand stehen? Was sagt uns die Bilanz dieses Zeitabschnitts? Bedeutet sie nicht eine starke Anklage gegen uns, gegen die Bewegung? Wie soll man unsere Stummheit gegenüber dem Araber sonst beurteilen, unsere Unfähigkeif zu. ihm zu sprechen nach einem Zusammenleben von Generationen? Nach diesen fünfzig Jahren ist der Zustand schwerer als er vorher war. Jetzt scheinen auf uniiberblickbare Zeit alle Wege zum arabische n M e n s c h e n versperrt... Der Boden wird uns unter den Füllen weggezogen. Können wir uns wirklich mit einer solchen Isolierting abfinden? Unsere Stummheit ist unsere Sünde. Seihst heute, wo die Lage so verzweifelt ist, müßten wir sie durchbrechen, selbst wenn wir auf Felsen stießen. Noch heute gibt es viele Orte, wo Juden und Araber einander begegnen: die Verwaltung, die Regierungsarbeiten, der Hafen in Haifa usw. Wir haben eine Füll e g e m einsamer Interessen mit den Arabern. Es muß uns gelingen, auf diesem Fundament zu bauen, denn wir können in diesem Lande nicht wurzellos leben. Unser Los ist auf viele Generationen an das arabische Volk gebunden. Wir müssen jeden Verdacht des Boykotts vermeiden. Schließlich sind auch wir aut den arabischen Markt angewiesen. Es ist unsere Pflicht, die arabische Ware der ausländischen vorzuziehen. In derselben Nummer des ״Dawar“ polemisiert M. Assaf gegen den Redakteur der Zeitung B e r I K a t z e n e 1 s o n, der in öffentlicher Rede erklärt hat, daß wir die Freundschaft der Araber immer wieder gesucht haben und daß es jetzt an der Zeit sei, mit solchem Entgegenkommen Schluß zu machen: ״B. Kat/enelson findet, es war genug, daß Weizmann mit König l'eisal zu einer Einigung kam, und es war genug, daß später Bin-Gorion eine Verständigung mit dem Emir Arsselan suchte, sie aber nicht erlangte. B. Katzenelson ist sonst nicht so genügsam in seinen Ansprüchen an den Zionismus. Und was hat dieser Zionismus eigentlich zur Lösung des jüdisch-arabischen Problems getan? Ist jemals ein Plan gefaßt worden, der über den bloßen Text einer politischen Erklärung liinaiisgelit? IX'ohl sind rein politische Versuche solcher Art gemacht worden, aber die Frage ist im Grunde nie weitblickend und gründlich behandelt worden. In den 40 Jahren unseres politischen Lehens stand sie niemals int Mittelpunkt. Seit Jahrzehnten wissen wir von dieser schweren Frage, und niemals haben wir uns mit ihr ernstlich beschäftigt, nie haben wir sie studier(. In der Kundgebung der beiden Arbeiterparteien aus dem Jahr 1020 steht geschrieben: ,Das Streben nach Frieden zwischen uns und den Arabern muß uns nicht weniger beschäftigen als die Sorge für die Sicherheit. Alles was wir tun können, um zu normalen nachbarlichen Beziehungen zu kommen,;miß sofort tmd beharrlich getan werden.‘ Narb sieben Jahren frage ich Katzcnelson,' der sicher in nicht geringem Grade für diese Kundgebung verantwortlich ist, was ,sofort' und ,beharrlich‘ getan worden ist.‘ Das Flüchtlingsproblem Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Während in Tel-Awiw die Frage der Unterbringung der Flüchtlinge und ihrer Wiedereinführung ins Wirtschaftsleben vorläufig noch fast ausweglos erscheint, hat man in Haifa, wo die Zahl der Betroffenen freilich viel geringer war, schon einen Plan zur Lösung der Trage ausgearbeitet, über den der ״Dawar“ berichtet: 500 Familien sollen in der Umgebung von Haifa auf Keren Kajemeth-Boden angesicdelt werden, und zwar auf einem Areal, das noch die Ansiedlung von weiteren 500 Familien in Zukunft ermöglicht. Da es sich um Bcvölkerungsschiehten handelt, die wenig einträglichen Be- Schädigungen nachgchen, hat man für jede Familie eine kleine Hilfswirtschaft vorgesehen. Jeder Bauplatz soll zwei Dtmaiti umfassen, jedes Haus zwei Zimmer und Nebcuräume enthalten. Auch ein Stall und ein Hühnerstall sind vorgesehen. Vorläufig aher soll auf dem Grundstück nur ein Zimmer von 16 qm Grundfläche errichtet werden, und der Siedler soll eine kleine Summe erhalten, um sich selbst provisorisch die nötigen Nebenräume aufzustellen. Die Kosten für solchen verkleinerten Plan würden (Straßenbau, Wasserznleitung und öffentliche Gebäude inbegriffen) 100 Pfund pro Siedler sein. Davon müßten 60 Pfund als Hypothek, 20 Pfund als Anleihe gegeben werden, 15 Pfund würde jeder Siedler durch Selbstarbeit zahlen und 5 Pfund müßten durch einen besonderen Hilfsfonds aufgebracht werden. Natürlich würde «» unrnöglieh sein, alle diese Mittel auf dein normalen Geldmarkt aufzubringen. Der Autor des Planes denkt an einen Zusammen- Schluß der Haifaer Banken zwecks Gewährung <lcr Hypothek und nimmt für die Anleihe das kurz vor den Unruhen durch die Arbeiterschaft mit Hilfe der Agencv und der Anglo- Palestine-Bank geschaffene Kreditinstitut B1//ur in Aussicht. Die Siedler mußten dann nach Be/icheit ihrer Hauser monatlieh 700 Mil für die I Ivpothek um! monatlich 400 Mi! für die Anleihe ahza 11 Ion. Nach sechs Jahren wäre die Anleihe zurückge/alilt, nach weiteren sechs Jahren auch die I Ivpothek, und das Grundstück wäre schuldenfreies Frbpachtgut der Familie. Die L.rnciitimg einer solchen Siedlung wurde sechs Monate dauern und die meisten der Siedler während dieser Zeit auch über ihren eigenen Arheitsanteil hinaus noch mit Arbeit versorgen. Die Institutionen und die Oeffcntlichikeit werden aufgefordert, sich für einen solchen produktiven Lösungsversuch zu interoaieren und ihm ihre Hilfe zu leihen. Die Flüchtlinge in Tel-Awiw Tel-Awiw, 6. August. (Palcor.) Infolge der Einsteihing der Regierungsbriti.äge zur Unterstützung der jüdischen Flüchtlinge in Tel-Awiw und der darauffolgenden Weigerung der TtTAwlwer Gemeinde, die ihrerseits geleisteten Beiträge weiter beizusteuern, droht die Lage der Flüchtlinge kritisch zu werden. 500 Flüchtlinge demonstrierten heute vor dem Regierungsamt in Tel-Awiw und forderten Obdach und Brot. Sie wurden von der Polizei zerstreut. Danach begaben sieh zahlreiche Frauen zur Gemeinde, wo sie ihre Lage schilderten. Die Frage wird jetzt von der Gemeinde und vor! der Stadtverwaltung gemeinsam beraten. Der vom Waad Leunii ausgearbeitete Plan zur Liquid i c r u n g der Frage der Flüchtlinge in Tcl-Awiw ist von Schcrtok dem Schatzmeister der Regierung, Johnson, vorgelegt worden. Presseschau Die Kgl. Kommission ״Manchester G u a r d i a n“ erklärt, die englischen Regierungskreise seien darüber enttäuscht, daß die Ankiindigung der Kgl. Kommission von den Arabern so kühl aufgenommen wurde. Schifisplätze für die Mitglieder der Konimission seien für Oktober belegt worden. Daraus sei aber nicht mit Bestimmtheit zu folgern, daß die Kommission abrasen wird, wenn die Araber bei ihrer Taktik der Gewalt bleiben. Gewiß hoffe mau, daß die Ordnung in Palästina lange vor Oktober wiederhergestellt sein wird, niemand aber vertraue darauf, daß die Unruhen bald aufhören werden. Man glaubt, daß eine etwaige frühe Beendigung der Unruhen eher aus ■Mangel an Mitteln, als aus Mangel an dem Willen, den Streik fortzuführen, erfolgen würde. Nach der Feststellung des Kolonicnminisfers Ormsbv- Gore werde die Regierung die jüdische Einwanderung nicht einstellen, solange die Unruhen andauern. Was aber eine Ein- Stellung der Einwanderung nach Beendigung der Unruhen Neue Klinik bei Petadi-Tikwah tefr »ft e Einer seit langem erhobenen Forderung der Stadt Tel- Awiw entsprechend, hat die Regierung in der Nähe von Bnc Brak, zwischen Pctach-Tikwah und Tel-Awiw, ein Krankenhaus für Infektionskrankheiten unter der Leitung von Dr. Rcitler, der bisher am Regierungskrankenhaus in Jaffa tätig war, eröffnet. Aerzte und Personal des neuen Krankenhauses sind jüdisch. Die bisher im Tcl-Awiwer Hadassah-Krankenhaus untergebrachten Infektionskranken wurden in das neue Krankenhaus, das auch zur Versorgung der umliegenden Kolonien bestimmt ist, gebracht, Foto: w. z.-ioi, x«1-Aw,w betrifft, so sei hierüber eine Antwort nicht erfolgt; man könne den Schluß wagen, daß cs in diesem Falle zu einer E i n w a n d e r u n g s e i 11 s t e I 1 u n g für die Dauer der Untersuchung durch die Kommission kommen wird. Man deute bereits an, daß es sich vielleicht nur um eine teilweise Einstellung, wie anlaßlieh der Untersuchungen der Shaw- Kommission im |ahre!626. handeln wird; damals wurden Einwanderer mit einem Kapital von über 500 Pfund zugelassen, nicht aber die auf Grund des 1 abour-Scheduie ins Land kommenden armen Einwanderer. Dies scheine ein gefährhehes Kompromiß zu sein, das sowohl die Juden als die Ar a b er v e r s t i in m e n wurde. Der Arbeitsmarkt in Haifa Jerusalem, 5. August, (JTA.) In einem Bericht der jüdischen Gewerkschaften von Haifa wird festgestelit, daß der dortige jüdische Arbeitsinarki durch den Araberstreik nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Die Zahl der bei den Gewcrkschaften vorgemerkten Arbeitslosen betrug Anfang April rund 700. Fs sind Aussichten, vorhanden, daß diese Arheitslosen bei geplanten öffentlichen Arbeiten Beschäftigung finden werden. Ursprünglich sollte auch eine verstärkte Bautätigkeit in Haifa mitgenommen werden. Bis Ende Mai, d. 11. Iß. Monate nach Ausbruch der Unruhen, hatte sich die Lage aut dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht verschlechtert; in einzelnen Arbeitszweigen war sogar eine Wendung zum Besseren eingetreten. Später begannen kleinere Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt. 111 einzelnen Unternehmungen innerhalb und außerhalb der Stadt kam es allmählich zu Arbeitsein- Schränkungen und Arheiterentlassungcn. Die Eisengießerei Kremener und die Zemontfahrik Nesher haben 150 Arbeiter entlassen, weil sie große Warenvorräte aufgestapclt hatten, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen keinen Absatz finden konnten. Vollständig eingestellt wurde der Betrieb bei den Fabriken ״Tubal“ und ״Phöuicia“. Dadurch sind einige hundert Arbeiter arbeitslos geworden, so daß die Zahl der Arbeitslosen Anfang Juli auf 1000 gestiegen war. Die während des Monats Juli unternommene energische Aktion zur Wiedcreinsfellung der Arbeitslosen läßt erwarten, daß diese in der nächsten Zeit zum größten Teil wieder in den Produktionsprozeß eingereiht sein werden. ■ Schwieriger ist die Lage verheirateter Arbeiterinnen, deren Männer erwerbslos sind. Es werden jetzt Maßnahmen zugunsten dieser Arbeiterinnen durchgcführt. _ Im ersten Vierteljahr 4036 wurden im Jaffaer Hafen die Ladungen von 163 Schiffen mit 86 602 Tonnen gelöscht Nach Haifa brachten 514 Schiffe 162 406 Tonnen Waren. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres wurden in Jaffa 325 Schiffsladungen mit 55 605 Tonnen und in Haifa 536 Schiffsladungen mit 205 248 Tonnen gelöscht. Die der Histadruth übertragenen Bauarbeiten für eine Chaussee von Haifa nach Tel-Awiw sind teilweise in Angriff genommen worden; vorläufig sind 60 jüdische Arbeiter dabei beschäftigt.