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Jüdische Rundschau · 1936-08-07 · Heft 63 (7.8.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 63 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JOOISCHE RUNDSCHAU Nr. 63, 7. VIII. 1936 Palästinas Effektenmarkt Von W. Düsterwald, Tel-Awiw Die Zitrusernte 1935/1936 Mit allem gebotenen Vorbehalt wird man heute sagen dürfen, daß die Wirtschaft Palästinas bis zu einem gewissen <11,ade ״börsenfähig'‘ und borsenbedürftig geworden ist. Diese Feststellung soll ohne jedes Werturteil in positivem oder negativem Sinne getroffen werden. Mit dem zunehmenden Anteil privaten Kapitals und privater Kapitalisten an dem Aufbau des I,,־indes, mit der zunehmenden Intensivierung und Modernisierung der Produktion sowie mit der fortschreitenden Differenzierung der Investitions-Aufgaben wurde die Notwendigkeit empfunden, die Voraussetzungen für einen geordneten Wertpapier-Markt als Mittel der Kapitalbeschaffung- und Kapitalverteilung zu schaffen. Sichtbarster Ausdruck dieser Entwicklung ist der unter Führung der Aflglo Palcstine Bank ins Lehen gerufene Börsenersatz, der nun bald auf ein einjähriges Bestehen zurückblicken kann: das ״Tel Aviv Securities (Hearing Hause“. Wenn sich jetzt täglich die Vertreter von etwa einem Dutzend der führenden Bankhäuser in den Räumen der Anglo Palcstine Bank versammeln, um unter möglichst weitgehender Berücksichtigung aller vorliegenden Kauf- und Verkauf- Aufträge den richtigen Kurs zu ermitteln und zu veröffentliehen, so ist diese Konferenz weit davon entfernt, eine Börse zu sein. Dazu sind die abgeschlossenen üosdüifte nach Art und Umfang viel zu begrenzt, und aucli der Kreis der zugelassenen Personen und der gehandelten Wertpapiere ist bewußt eng gezogen. Diese Selbstbeschränkung ergab sich zwangsläufig .ms der I.age der Dinge. Die Aufgabe war, die volkswirtschaftlich nötigen Funktionen einer Börse zu erfidlen, ohne ihre schädlichen Begleiterscheinungen in Kauf zu nehmen. Angemessene Auswahl an gesunden Wertpapieren kann einen erheblichen Teil der Kapitalien, die heute noch brach liegen oder sich gar auf allerlei Seitenwegen in tmpro duktiven (lesdi iften versuchen, zu produktiven Zwecken heranziehen und damit sowohl der öffentlichen Hand wie der Industrie um! dem Handel durch die Möglichkeit der Emission, also Verteilung der Fiuan/ierungslast auf einen breiten Kreis von Interessenten, neue Quellen der Finanzierung erschließen. Fs ft;11' sie h gut, daß in dem Augenblick, in eiern das Wachstum 11er Wirt-Hilft einen verstärkten Bedarf nach F.missiotis- Kredit auikomineti ließ, zugleich eine große Zahl von neueren F.inwa1!(!11־ern aus Mittel- und Westeuropa ins Land kam für die, 11n < icgensatz m anderen Kreisen des Jischuw, das Wertpapier eine altvertraute Form der Kapitalsanlage war und die auch enteineeheudc Erfahrungen in der Handhabung dieses länan/ieruiigsinstruiiients mitbrachten. Aber die Belirbibcit des Wcrtpapiirs ist bekanntlich an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft. ■Sein Hauptreiz, die Möglichkeit, es jederzeit k a u f e 11 u 11 d verkaufen zu k ö n 11 e n, ist davon abhängig, daß die Preisbildung sich nicht unkontiollicrt und uiikoiitrollirrbar im Kontor des einzelnen Bankiers vollzieht, der ja nur die zufällig ilnn persönlich lnkannfgeworiieiien Kauf- und Verkauf-Aufträge berücksich* tigen kann, sondern daß der Kurs sich unter einer gewissen Au Pi clit 11,ach einun planmäßigen Ausgleich zwischen dem gesamten Angebot und der gesamten Nachfrage bildet, und daß der einzelne Besitzer jederzeit den wahren Wert seines Papiers narhprüfen kann. Allerdings erscheint bis heute nur ein kleiner Teil der Firmen, die an sich auf das Vertrauen des Aktien- und Obligationenkätifcrs Anspruch hätten, in dem regelmäßigen Kurszctfcl der Tcl-Awiwer Börse. Abgesehen von den Anleihen des Keren K a j e m c t h und der Stadt Tel-Awiw sind es nur ein halbes Dutzend Firmen, die heute offiziell den ständigen Markt bestreiten. An erster Stelle steht die (ich e r a! M o r t g a g e Bank mit ihren Pfandbriefen sowie ihren Vorzugs- und Stammaktien. Es folgt die Palestine Fand Development Company, die gemeinnützige B<Hle11-l:rv, erbsgesdlsehaft, mit Vorzugs- und Stammaktien, die ״N!!>'- Ltd., eine Sietliungshank der Arbeiterschaft, mit Vorzugsaktien und Obligationen, ferner zwei Industrie- Unternehmungen, die Palcstine Potash (Brom- und Kaligewimuing aus dem Toten Meer) und die Palestine ('old S fo rage l.td. (Eisfabrik und Kühlhallen), und endlich als jüngstes Kind der jungen Börse die neue Finanzicrungsgesellschaft für öffentlichen Arbeiten, die ״Bi zur“ mit ihren Debent 11 res. Allein die liier genannten Wertpapiere repräsentieren ein U m! a u f k a p i 1 a 1 von et w a CP 3' j Milli o n c n, wovon knapp drei Millionen in palästinensischem Besitz, der Rest i!1 I l.imlen ausländischer, im wesentlichen wohl jüdischer Interessenten sein durfte. Annähernd zwei Drittel der Gesamtsumme entfallen auf die Emissionen eines einzigen Institut s der <icueral Mortgage Bank. Schon daraus sind die besonn n eu Futw icklnugsgcset/e des hiesigen Wertpapiermarktes zu erkennen: Am Anfang der europäischen Effektenbörsen modernen Stiles stand die Eisenbahnaktie, am Anfang der palästinensischen der 1 Ivpothckenpfamlbrief. Er zeigte die dem europäischen Kapitalisten am besten vertraute Form der Sicherung von Zins uml Kapital und wirkte auch im alten jiscliinv als Sdiriftiiiaelier für das moderne VC'ertpapier. Ai)er mit die-er kurzen Kursliste erschöpft sich weder der paliietincnMschf Wertpapiermarkt, noch der Markt paiästincnsisclu r Wertpapiere, (ierade weil das Wertpapier noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit einen für Palästina ziemlich fremden Begriff durstellte und weil die Wirtschaft des Landes noch nicht wohlhabend und konsolidiert genug zur Aufnahme größerer Emissionen war, lag es nahe, daß nicht nur die Man da t s reg i erring mit ihrer Anleihe, sondern auch die großen jüdischen Wirfschaftsgebilde mit ihren Emissionen fast ausschließlich an den ausländischen Kapitalmarkt appellierfen. So wurden die Wertpapieie der R u 111 e n b e r g - E Ic k - t r iz i t ä t s g es e 11 s c h a f t und der Jerusalem Elect r ic Gnrp.,' der Zementfabrik N e s h e r, der Palcstine Potash und der Anglo Palestine Cy. vornehmlich im Ausland, namentlich in der Londoner Citv, untergebracht. Der Wert dieser Auslandscmissioncn der palästinensischen Wirtschaft wird auf annähernd CP 8 Millionen, also mehr als das Doppelte der Inlandsemissionen, veranschlagt. Will man die Entwicklung des eigentlichen palästinensischen Wertpapiermarktes laufend beobachten, so wird man sich auf die im engeren Sinne marktgängigen Werte bescliränken müssen. Dabei sind zunächst einige Sonderumstande zu beachten. Die entscheidende Rolle spielt hier nicht die Kapitalbildung im Inland, sondern die Kapitaleinfuhr aus dem Ausland, die ja seit Erfindung des sogenannten ״Emissionstransfers“ teilweise von vornherein in Form von Wertpapieren erfolgt. Weiterhin drücken sich Schwankungen der Tendenz weniger in den Kursen der vorhandenen Wertpapiere aus, als in der Aufnahmefähigkeit des Marktes für neue Emissionen. Sowohl die ״abessiniscbc Krise“ im Herbst vorigen Jahres, wie die jetzigen Unruhen haben mir ganz minimale Kursatisschliigc zur Folge gehabt. Das ist nicht mir ein Zeichen für die Widerstandskraft der gesamten Wirtschaft, sondern auch für die gesunde Struktur der am Wertpapiermarkt Die Landwirtschaftsabteilung der Palästina-Regierung veröffentlicht eine Ucbersicht über die Ergebnisse des Zitrusgeschäfts 1935/36. Danach belief sich der Oesamtexport auf 5 897 310 Kisten. Er blieb damit weit hinter den Vorausschätzungen zurück, nach denen zunächst eine Ernte von 8 bis 9 Millionen Kisten erwartet wurde, während man nach der Hitzewelle des vorigen Frühjahrs noch immer mit einem Ergebnis von 7 bis 8 Millionen Kisten rechnete. Man hatte dabei aber nicht berücksichtigt, daß nicht nur die durch die trockenen Winde vom Mai 1935 beschädigten Früchte ausfallen würden, sondem daß auch die übrigen Früchte eine abnorme Größe annehmen würden, durch die sie zum Export untauglich wurden. Die Ernte bestand aus 4 997 302 Kisten Orangen, 850 120 Kisten Grapefruit, 46 915 Kisten Zitronen und 2973 Kisten anderen Zitrusfrüchten, in der Hauptsache Tangerinen. H a u p t a b n e h m e r war Großbritannien mit 4 009 503 Kisten. Damit hat Großbritannien gegenüber dem Vorjahr um 1360 086 Kisten weniger abgenommen. Gegenüber der Saison 1934/35 erhöhten ihre Käufe: Polen von 163 086 Kisten auf 273 205, Schweden von 108 375 auf 162 229, Dänemark von 61863 auf 96 029, die Tschechoslowakei von 62 069 auf 77 872, Bulgarien von 6641 auf 20 216. Besonders erheblich ist die Steigerung des Absatzes in Lettland, der sich von 903 Kisten auf 25 739 erhöhte, was anscheinend auf die Auswirkungen des vor längerer Zeit geschlossenen Transferabkommens zuriiekzuführen sein dürfte. Auch der Absatz in Finnland, in der Schweiz, in Oesterreich, Aegypten pnä Norwegen konnte vergrößert werden. Dagegen haben wichtige Absatzländer weniger abgenanunen als im vergangenen Jahre. Vor allem hat Deutschland seine Kaute von 509 494 Kisten auf 222 644 Kisten vermindert. Der Absatz in Frankreich ging von 170 586 auf 114 170 Kisten zurück, der Absatz in Belgien von 121002 auf 84 392, in Rumänien von 170 027 auf 137 662 Kisten, in den Niederlanden von 367 895 auf 344 679 Kisten und in Jugoslawicn von 27 134 auf 19121 Kisten. Auch die Ausfuhr nach Kanada sank beträchtlich, was darauf zurückzuführen ist, daß der Zoll auf Grapefruit für die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten gesenkt und der Zoll auf Orangen sogar beseitigt worden war. Wahrend die Preise zu Beginn der Saison Verhältnis* mäßig befriedigend waren, sanken sie, insbesondere für Grapefruit, auf einen Satz, der noch nicht einmal die Produktions- und Absatzkosten deckte. Sie stiegen wieder erst Ende Januar. Die Durchschnittspreise auf dem britischen Markt stellten sich für Orangen auf -/9 9 Pfund bis -!2 3 je Kiste, für Grapefruit auf -/10/6. Die entsprechenden Preise vertretenen Unternehmungen. Das Vorherrschen festverzinslicher Wertpapiere (Pfandbriefe, Obligationen und Vorzugsaktien) sowie die ausschließliche Beschränkung des Börsen- Verkehrs auf Kassageschäfte, also Verzicht auf jeden Termin- Handel, begünstigen die solide Placierung und die Fernhaltung spekulativer Einflüsse. Interessant ist die Beobachtung, daß die vorwiegend im Ausland placierten Dividendenpapicre, die je nach dem Geschäftsgang eine veränderliche Verzinsung versprechen, teilweise erheblich über pari bewertet werden, wie etwa die Aktien der Apah oder der Ruthenbcrg-üesellschaft. Bei den vorwiegend festverzinslichen Werten des palästinensischen Kurs- Zettels dagegen hat sich der Kurs hauptsächlich nach der Rendite eingespielt, wobei natürlich für die Vorzugsaktien die Aussicht auf eine etwaige Zusatzdividende eine Rolle spielt. Die Placierung neuer Wertpapiere, also die Finanzierung neuer Unternehmungen für neue Aufgaben, ist davon abhängig, daß der Emission vom ersten Tage ab ein geregelter Markt mit öffentlichen Kursen erschlossen wird. Gerade jetzt hat das Emissionsgeschäft eine besondere Bedeutung gewonnen. Der Effektenmarkt ist ein wichtiges Mittel, um durch Sammlung kleiner Einzelbeträge große Summen für produktive Investitionen aufzubringen. Man bginnt jetzt immer mehr, diese Finanzierungsmethode auch den Bedürfnissen kleinerer Kreditnehmer, die allein niemals an den Effektenmarkt herantreten könnten, nutzbar zu machen, indem man Spezial- Institute, bei denen sich diese Kreditwünsche vereinigen, zu Trägern einer Emission macht. Die außerordentlich stetige Kursentwicklung bei kleinen Umsätzen, die der letzten Zeit das Gepräge gegeben hat, beweist, daß der palästinensische Wertpapiermarkt bei planvoller Kurs- und Marktpflege berufen ist, eine große Rolle bei der Finanzierung des Aufbaus zu spielen. Bisher können seine Möglichkeiten noch nicht als ausgeschöpft gelten. _ Aus der Metallindustrie Wie uns die ״Palestine Copper Industrv ,N ec h u s h t an‘Ltd.“, Tel-Awiw, mitteilt, hat die ordentliehe Generalversammlung der Gesellschaft und eine außerordentliche Generalversammlung vom 12. Juli beschlossen, das Kapital der Firma von £P 25(XX) auf EP 45 000 zu erhöhen. Das neue Kapital besteht aus 5000 Ordinäre Shares und 15 000 Redecmable Preference Shares und ist bereits voll ein gezahlt. Ein Teil der Preference-Shares ist von der Beigo-Palestine Bank Ltd. Tel-Awiw übernommen worden, in deren Portefeuille sich noch einige tausend Pfund dieser Shares befinden, die an Interessenten aus dem Publikum abgegeben werden. Aus dem Bericht der Direktoren an die Generalversammlung dürfte von Interesse sein, daß der Geschäftsgang während des Jahres 1935 befriedigend war, daß Verluste aus Anlaß der bekannten Ereignisse bei Ausbruch des ahessinischen Krieges in mir verhältnismäßig geringem Maße zu verzeichnen waren und das Geschäftsergebnis des Jahres 1935 nicht beeinträchtigten. Was das laufende Jahr anhetrifft, so beschloß die Gesellschaff, ihre vorsichtige Geschäftspolitik fortzusetzen. — Die neue Fabrik in der Haifa-Bay ist fertiggestellt worden und die Gesellschaft hat die Erzeugung von Badeöfen und anderen Apparaten für Warmwasserbereitung und Zentralbeizung, die früher sowohl in Tel-Awiw als in Haifa betrieben wurde, in der neuen Fabrik konzentriert. Auf diese Weise wurde eine Senkung der Regiekosten bei gleichzeitiger Hebung der technischen Leistungsfähigkeit erzielt. Die Gesellschaft kommt weiter auf die Lage des Metallgewerbes und des Baumarktes zu sprechen, mit denen ihre Großhandelsabteilungen (Import von Metall-Halbfabrikaten und sanitäre Installationen) verknüpft sind. Das Großhandelsgeschaff des ersten Halbjahres erfuhr trotz der von der Firma geübten Zurückhaltung in der Kreditgewährung keine ernstliehe Beeinträchtigung. für beide vorausgehenden Saisons waren -/9/6 bzw. -/11/6 für Orangen und ־/ll ü bzw. -,11 6 für Grapefruit. Der Werbefeldzug wurde, wie üblich, aus einer Abgabe!inanziert, die vom Export erhoben worden ist. Da der Werbeplan auf einer geschätzten Ernte von 8 Millionen Kisten beruhte, reichten die entsprechenden Einkünfte aus der Werbcabgabe nicht aus, und der Propagandafonds hatte atu Ende der Saison ein Defizit von 8000 Pfund. 1 Für die kommende Saison 1936/37, die im Oktober beginnt, wird eine Ernte von rund 8 Millionen Kisten erwartet. Die Witterungsverhältnisse waren, wenn auch nicht durchweg günstig, so doch besser als im vergangenen Jahr«( Der arabische Generalstreik hat dazu geführt,( daß in manchen Pflanzungen die notwendigen Bewässerungs- und Pflegearbeiten vernachlässigt worden sind. Dagegen׳ werden die Sabotageakte an den Pflanzungen durch1 Abholzen der Bäume das Ergebnis der Ernte nicht! wesentlich beeinflussen. Es sind meist die jungen Bäume beschädigt worden, die ohnehin in den nächsten Jahren keine oder zum Export ungeeignete Früchte getragen nätien. Auch ist die Zahl der beschädigten oder abgerissenen Bäume trotz ihrer absolut hohen Ziffer im Verhältnis zur Gesamtzahl der in Palästina vorhandenen Zitrusbäume doch nicht allzu bedeutend. Wiederholt ist darüber geklagt worden, daß sich auf dem Transport der Früchte Beschädigungen ergeben haben. Die Transportschäden werden nunmehr dadurch vermindert werden, daß eine neue Art der Orangenkiste verwendet wird, die eine bessere Lagerung durch Lüftung und Konservierung der Frucht ermöglicht. Allerdings wird auch in der kommenden Saison die Mehrzahl der Verschiffungen noch in den alten Kisten erfolgen. Um die Absatzschwicrigkeiten zu beseitigen, die sieh aus dem hohen Anteil zu großer Früchte an den Verschiffungen ergaben, hat der High Commissioner neue Exportbestimmungen für Zitrusfrüchte er-j lassen- Danach dürfen Zitrusfrüchte auf dem Seewege nur über die Häfen von Jaffa oder Flaifa und auf dem Landwege nur über Kantara ausgeführt werden. Die zur Ausfuhr bestimmten Früchte müssen gesund und von guter Qualität, in Seiden- oder ähnliches Papier eingewickelt und in neuen, sauberen Kisten verpackt sein; anderenfalls werden sie von der Ausfuhr zurückgewiesen. Für die Kisten werden bestimmte Maße vorgeschrieben und die Verwendung einer neuen Standardkiste empfohlen. Weitere Vorschriften beziehen sich auf die Aufschrift der Kisten und die Mindestzahl der in einer Kiste zu verpackenden Orangen, die auf 120 lestgesetzt wird. Von der Woche Am Sonnabend ist der 20jährige sephardische Jude Josef Kalob in Haifa von einem arabischen Terroristen schwer verwundet worden. Der Angreifer entkam. 111 Bajit Wegan bei Tel-Awiw wurde ein jüdischer Wächter leicht verwundet, als sich das Gewehr eines englischen Polizisten durch Zufall entlud. Der Wald von Kfar Hakoro wurde in Brand gesteckt Abteilungen des transjordanischen Grenzkorps und der Palästinapolizei haben mit Unterstützung von Flugzeugen die Verfolgung einer Araberbande aufgenommen, die aus dem Dorf Samra eine Herde von 63 Schafen fortgetrieben hafcf In der Nähe von Rechowoth hat der englische Polizeikorporal Ellis, der mit einem Kameraden in einen Hinterhalt geraten war, seinen Begleiter nach Verstärkung geschickt und in der Zwischenzeit, nachdem das Maschinengewehr tinbrauchbar geworden war, mit einem gewöhnlichen Gewehr eine ganze Araberbande in Schach gehalten, bis Truppen herankamen. In dem darauffolgenden heftigen Gefecht wurde ein Soldat verwundet. — Auf der Straße von Hebron nach Bethlehem wurden sämtliche Tiere einer Karawane, die Gemüse und Obst nach Jerusalem bringen sollte, von streikenden Arabern erschossen. Die Kameltreiber blieben unverletzt. Aut der Jerusalcm-Nablus-Chaussee wurden Mittwoch aut eine Militärpatrouille mehrere Schüsse abgegeben, die niemanden trafen; das Feuer wurde erwidert, wodurch einer der arabischen Angreifer tödlich verwundet wurde. Sechs sind verhaftet worden. Bei einem Zusammenstoß mit Truppen in der Nähe von Dschenin wurden ein Araber getötet und mehrere verwundet. _ In Tiberias wurde der 23jährige Mordechai Laniado durch drei Araber leicht verwundet, als er in der Altstadt Wasser aus einem Brunnen schöpfen wollte. Ein Bombenattentat wurde auf das Haus eines arabfsehen Offiziers der transjordanischen Legion in Amman verübt. Der Täter wurde verhaftet. Er legte «in Gestandnis ab und gab an, im Aufträge des Clubs der Radikalen gehandelt zu haben. Die Leiter dieses Clubs wurden daraufhin verhaftet. Aaron Cohen wurde von der Anklage, auf ein arabisches Haus in Jaffa geschossen zu haben, freigesprochen. Damit sind sämtliche Juden, die im Zusammenhang mit den Unruhen' vor Gericht standen, freigesprochen worden, mit Ausnähme der beiden Wächter, die vorige Woche wegen unbefugten Waffenbesitzes verurteilt wurden. Der Staatsanwalt hat Einspruch erhoben gegen die Rechtsprechung Richter P 1 u n k e 11 s, der entgegen der in den Notverordnungen vorgesehenen Minimalstrafc von fünf Jahren Gefängnis für unbefugten Waffenbesitz heute einen Araber vor dem Obersten Gericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt hat. Die Gründe für das Verbotder hebräischen Z ej . fünf ״Da war“ sind nicht bekanntgegeben worden; nach einer nichtamtlichen Meldung soll cs sich um eine angeblieh inkorrekte Nachrichtenmeidung handeln. Zwei Tage zuvor war die Zeitung wegen eines Angriffs auf den Gouverneur von Jaffa von der Regierung verwarnt worden. Die T e 1 ־ A w i w e r Polizei ist um 50 neue jüdische Polizisten verstärkt worden, um eine erhöhte Sicherheit in den Grenzvierteln zu gewährleisten. ln Kfar Saba wurde ein verwundeter Araber aufgefunden. Auf Grund der Aussagen arabischer Zeugen verhaftete die Polizei einen Abraham Rotuian aus Kfar Saba. Die Beschädigungen der Pipe Line und der Wasserleitung Jerusalem erwiesen sich als unbedeutend und sind bald wieder repariert worden. יטי ביאניס Kuituraussteiiung der BZV 6.-13. Septem b. 1936, Berlin Logenhaus, Kleiststraße 10 JEIYIEJ BIALIK

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