Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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I0DISCHE RUNDSCHAU NR. 63, 7. AUGUST 1936 Blick in die Zukunft Abdullas Vermittlung Von C. Z. Klötzel, Jerusalem Heute, während in Erez Israel noch der Partisanen- Krieg toht, einen Blick in die Zukunft werfen zu wollen, wird vielen vermessen oder töricht erscheinen. Denn wir wissen doch: solange nicht Ruhe und Ordnung im Lande wieder hergcstellt sind, wird die Royal Commission nicht nach Palästina kommen. Die Royal (Jommission aber trägt die Zukunft und das Schicksal in ihrem Scholl. Sie ist unser delphisches Orakel. Erst wenn cs seinen dunklen Spruch verkündet hat, wird es uns wieder geziemen, von zukünftigen Dingen zu reden. Vorläufig hat es noch nicht einmal seinen Dreifuß in unsere Mitte getragen. Wer so denkt, läßt sich meiner Meinung nach allzu sehr von der englischen Art, die palästinensischen Dinge zu sehen, beeinflussen. Sicherlich wäre es mehr als töricht, wenn wir uns heute schon eien Kopf darüber zerbrechen wollten, zu welchem Ergebnis die Königliche Kommission wohl kommen wird. Das liegt in der Tal in weiter Feme. Aber cs gibt eine viel näher liegende Zukunft. Das ist die Zeit vcm heute bis zu dem Tage, wo das ()!dachten der Koniinission veröffentlicht werden wird. Nichts wäre Verhängnisvoller, als wenn wir uns begnügen wollten, diese Zeitspanne mit nichts als ,,Erwartung'‘ zu füllen. Was sie von uns fordert, ist gesteigerte und schöpferische Aktivität. Rad und Bremse Eins weiß jeder von uns über diese nächste Zukunft: daß in der Stunde, in der der augenblickliche gesetzlose Zustand im Lande aufhört, ein anderer, noch schwerer zu ertragender beginnt. Das ist der Zustand des Wartens aut die Entscheidung. Diese Zeit wird nicht nur für jeden von uns eine überaus harte Nervenprobe sein, sondern sie wird einen Einfluß auf den gesamten jüdischen Aufbau ausiibeu. Man kann sich die M i 11 d e s t datier dieser Zeit, während der die Bremse der Ungewißheit das Rad der Ent- Wicklung irn Lande hemmen wird, leicht ausrechnen. Nehmen wir an, morgen trete der langersehnte, aber noch keineswegs in Sieht befindliche ״Friedens/ustand“ wieder ein. Dann wird die Royal Commission mindestens zwei Monate im Laude bleiben.’ Zwei weitere Monate werden vergehen, bis sie ihren Bericht ausgearbeitet hat. Und mindestens noch einen Monat wird es währen, bis dieser Bericht veröffentlicht, im Parlament diskutiert worden ist und die Regierung ihre Entscheidung getroffen hat. Die Entscheidung kann also frühestens in einem halben Jahr fallen. Pur diese ״Wartezeit“ müssen wir ein Programm aufbauen, das ihren üblen Folgen — den materiellen wie den psychischen — weitgehend entgegen wirken kann. Eingliederung der Neuankömmlinge und sorgfältigster Ausbau aller unserer Positionen im Land: das muß unser Programm der nächsten Zukunft sein. Können wir schon im lähmenden Schatten der Ungewißheit über die fernere Zukunft nichts wesentlich Neues schaffen, so sind wir doch in der Lage, die Fundamente unseres jetzigen Besitzes zu untermauern und alle seine kleinen und größeren Mängel *ftJBk«Jbescifigen. Die Entwicklung der letzten Jahre war viel «SS*Stürmisch, als daß es an ihnen mangeln könnte. Alle produktiven Kräfte des Landes jetzt an diese Aufgabe setzen, heißt eine Zeit erzwungener Muße und Wartens in eine Epoche materieller und geistiger Stärkung verwandeln für einen Kampf, der, wenn er unvermeidlich sein sollte, schwerer sein wird als alles, was wir bisher erfahren haben. Es liegt auf der Hand, daß in der Verwirklichung dieses Programms die nationalen Fonds ihre überragende Bedeutung für den Aufbau des Landes erneut werden unter Beweis steilen müssen. Und darum sollte auch das Judentum in der Diaspora teilhabeii an diesem ״Programm der Wartezeit“. Es gibt für die Juden der Golali kein besseres, kein nobleres Mittel, um die Nervenprobe des Wartens zu überstehen als intensivste Arbeit für die nationalen Fonds. Und abermals: die Judenfrage! Noch etwas wissen wir über diese nächste Zukunft von sechs, sieben Monaten: daß sie widerlialien wird von der politischen Agitation aller an der Palästinafrage interessierten Kreise. Es gibt Leute, die sich die Royal Commission in der Gestalt eines strengen Lehrers vorstellen, der uns und die Araber prüfen wird und bei dem man mir spricht, wenn mau gefragt wird. Andere n ieder betrachten ihre I ätigkeit als die eines Gerichtshofes, bei der es verboten ist, durch Sprechen zur Sache in das ״schwebende Verfahren“ einzugreifen. Beide Vorstellungen sind irrig. Die Ankunft der ,Roval Commission wird den politischen Meinungsstreit nicht zum Schweigen bringen, sondern ihn im Gegenteil zum Orkan anschwelleu lassen. Und es wird unsere Aufgabe sein, dafür zu sorgen, daß unsere Stimme in diesem Orkan laut zu hören ist und daß das, was wir zu sagen haben, ein Maximum an politischem Gewicht ausubt. Es ist mit Recht von den verschiedensten Seiten darauf llingewieseii worden, daß zur Entsendung einer Royal Cominission eigentlich kein Grund vorliege, und es stellt heute noch keineswegs fest, ob beide Parteien in Palästina selbst sich der (Jominission zur Verfügung zu stellen gedenken. Jedenfalls ist hier niemand im Zweifel darüber, daß die einzige Frage, um die es w i r k I i c 11 geht, auch die einzige ist, die scheinbar der Kompetenz der Commission entzogen ist. Die Commission soll bei ihren Untersuchungen und bei Abgabe ihres Spruchs im ״Rahmen des Mandates“ bleiben. Die Frage aber, die allein zur Entscheidung ■sieht, ist die, ob schließlich von dem Mandat m e 11 r bleiben wird als der Rah nt c n. Bei allem schuldigen Respekt vor den Intentionen der britischen Regierung dürfen wir keinen Augenblick vergessen, daß das britische Interesse der entscheidende Faktor sein wird. Wir können ferner nicht außer acht lassen, welch vorzügliches Mittel die Roval Commission abgeben kann, um «ine rein politische Entscheidung auf Grund technischer Erwägungen herbeizufühmi. Die Neigung kann unter Umständen dahin gellen, die Linie des geringsten Wider- Standes zu betreten. 115 wird unsere wichtigste po! 1115c11 c Aufgabe der nächsten Zukunft sein, England za beweisen, daß sich der ״geringste Widerstand“ keineswegs a uf seiten der Juden findet. Es gibt kein besseres Mittel zu diesem Zweck, als die Palästinafrage aus der engen Atmo- Sphäre einer Auseinandersetzung zwischen Engländern, Juden und Arabern herauszuheben und sie wieder in ihren historischen und ethischen Zusammenhang zu stellen als den einzigen großen und erfolgversprechenden Versuch zur Lösung der Judenfrage! Korn oder Kiesel? Engländer, Araber und Juden gleichen heute drei Partnern eines Kartenspiels, von denen zwei mit aufgedcckten Karten Große arabische Beratung In Amman (Transjordanien) fand, wie wir einer Palcor-Meldung entnehmen, im Palast des Emir Abdullah letzten Dienstag eine große arabische Berat 1111;׳ statt, die der Frage galt, ob und wie der palästinensische Aufstand beendet werden könne. Bekanntlich bat Emir Abdullah sich schon mehrmals als Vermittler eingeschaltet. Ferner sollte in Amman die Haltung der Araber gegenüber der Königlichen Untersuchungskommission beraten werden. Die Abordnung der palästinensischen Araber, die sich nach Amman begeben hat, besteht aus siebzig Mitgliedern. Sie wird von dem Großmufti von Jerusalem, Hadsch Emin el Husseini, geführt. An den Beratungen nehmen auch alle arabischen Bürgermeister Palästinas sowie die Schriftleiter der arabischen Zeitungen teil. Der Schriftieiter der Tageszeitung ״El Dschamea el Islamia“, Scheich Farouki, hat ebenso wie eine Reihe anderer arabischer Führer die Bewilligung erhalten, den über ihn verhängten Hausarrest zu unterbrechen, um an den Beratungen teilnehmen zu können. Die Konferenz endete um Mitternacht. Die arabische Presse vom Mittwoch berichtet, daß der Emir Abdullah eine ausführliche Darlegung der Situation in Palästina und der Aufgaben der Kgl. Untersuchimgskommlssion gab und eine Lösung im Sinne der arabischen Interessen in Vorschlag brachte. Der Großmufti, Nashashibi, Khaidi, Scheich Faruki u. a. beteiligten sich an der Aussprache. Die Ergebnisse sind noch nicht bekannt, dach berichtet die arabische Presse halb-offiziell, daß die Teilnehmer den Palast zufrieden verließen. Ferner wird berichtet, daß verschiedene Streikkomitees, einschließlich Jerusalems, beeinflußt von Extremisten, die Absicht haben, den High Commissioner davon zu verständigen, daß sie keiner Lösung zustimmen werden, die nicht die Erfüll u n g der drei bekannten arabischen Forderungen sowie die Aufhebung der Koüektivstraien und die Freilassung der Gefangenen in sich schließt. Wie die Palcor erfährt, fand Mittwoch vormittag eine zweite Konferenz, in Amman statt, auf der, arabischen Meldungen zufolge, der Emir Abdullah vorgeschlagen haben soll, den Streik sowie den Terror abz. ubrechen unter der Bedingung, daß die Einwanderung für die Dauer der Untersuchungen der Königlichen Kommission sistiert wird, und daß der High Commissioner die Freilassung der politisehen Gefangenen verspricht. Die palästinensischen Teilnehmer der Konferenz, waren über diesen Vorschlag geteilter Meinung. Die Radikalen, die gar nicht in Amman erschienen, werden sich, ohne die endgültigen Be- Schlüsse der Konferenz abzuwarten, allen Kompromissen widersetzen. Es verlautet — nach einer Jerusalemer Palcor-Meldung —, daß der Mufti wieder Drohbriefe erhalten bat, in denen auch die Mitglieder des Obersten Komitees gewarnt werden, spielen, der dritte aber die seinen verborgen hält. Was die Araber und die Juden wollen, weiß alle Welt; was die Eng- Linder wollen, weiß niemand. Sie selbst scheinen sich noch nicht entschlossen zu haben, welche Karte sie als Trumpf ihrer Interessen auf den Tisch werfen werden. Man w(eiß nur: ist diese Karte einmal gefallen, dann siiclit sie. Aber die Wald dieser Karte scheint beeinflußbar. Denn das britische Interesse ist nicht mir von rein sachlichen Erwägungen abhängig, sondern auch von verschiedenen Imp o 11 d e r a h i 1 i e 11. Fine der wichtigsten: die empfehlenswerte Rücksichtnahme auf den Islam im ganzen britischen Imperium. Dies ist die große Triimpfkarte der Araber. Wenn Quantitäten allein einen Vergleich rechtfertigen, gliche unsere Lage der eines Korns zwischen den beiden gewaltigen Mühlsteinen England und Islam. Für ein solches Korn gibt es mir eine Rettung: sich in einen Kiesel zu verwandeln, der dem /ermahnenden Druck widerstehen kann. Kieselhärte besitzt unsere Sache aber mir in ihrer Frschcimmgsform als die Lösung jener immer mehr in den Vordergrund tretenden J 11 d e 11 f r a g e, die eine \V eitfrage ist. In dieser Form allein erweisen jüdisches Nationalheim und Zionismus ihre Doppehiatnr als praktische Not- Wendigkeit und moralischer Anspruch. Die schärfste Betonung der N o t w e n d i g k e i t kam! und wird uns Sncairs von seiten all der Völker bringen, denen jede B e e i n t r ii c 111 i g u n g d e s P a I ä s t i n a - A 11 f b a u s d i e M ö g I i c h keil ei 1! e r E r I e i c: h t e r 11 n g ihres ei g e n e n J 11 d e 11 p r o h I e m s a b s c h 11 e 1 d e t. Und die letzte Instanz in Sachen des Palästiiiainandates ist nicht die englische Regierung, sondern der V ö I k e r b 11 11 d. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit ist sicherlich jede Skepsis in die Autorität dieser Instanz mir all/11 berechtigt. Das Schicksal der Armenier, As.syrer Und Abessinier schreckt -.- wir wollen cs unter keinen Umständen teilen! Aller in dem Kampf, den wir fuhren müssen, um es zu vermeiden, ist die ״Ubiquität" (das Ueberall-Vorhandcnsein) der Jutlenfragc eine unserer größten Trumpfkarten, Und wenn der Völkerbund auch ganz gewill keine Macht ist, der wir den Schutz unserer Interessen anvortrauen könnten, so ist er doch wohl noch als eine Schanze zu betrachten, voll der aus wir kämpfen können. Wie dem auch sei: den Orkan der politischen Agitation, der die Zeit bis zum Bericht der Roval Commission ausfnlleii wird, muß laut der jüdische Ruf überfönen, daß Balfoiir- Deklaration und Pakisüiiaiiiamlat eine unerläßliche Notwendig־׳- keit zur I. ö s 11 n g der J 11 d e 11 f r a g e sind — aber auch die Rechtfertigung für die Anwesenheit Englands in Paläslina I Diese Tatsache der ganzen — zu einem so erheblichen Teil angelsächsischen — Welt zum Bewußtsein zu bringen, d i e J 11 d e n f r a g e als d e n K e r 11 d e s P a I ä s 1 i 11 a - P r o - bl eins ins Zentrum unseres Kampfes zu rucken, das wird für die Zionisten aller Länder eine der wichtigsten politischen Aufgaben der unmittelbaren Zukunft sein. Neue Jugendalijah Am 3. August ist In Palästina eine Gruppe von 62 J u ״ Sendlichen aus Deutschland durch die Aktion der ugend-AIijah «ingetroffen. Von den Jugendlichen gehen 27 nach S’dej Jaakow, 20 nach Tel Jossef, 4 nach Kirjat Bialik und 2 nach Ramat David. 9 Angehörige der Gruppe bleiben in Haifa, und zwar werden 5 in der Kremenerschen Eisengießerei ausgebildet und 4 in verschiedenen gärtnerischen, handwerklichen und hauswirtschaftlichen Betrieben. ihre Zustimmung zu einem Abbruch des Streiks oder zu einem Abblaseu des Terrors zu geben, wenn ihnen ihr Leben lieb M. Die von Dschetnal el Hussein! geführte inoffizielle arabische Delegation, die in den letzten Wochen in politischen Kreisen Englands für die arabischen Forderungen Propaganda gemacht hat, trat am 5, August von London die Rückreise nach Palästina an. * Die P a I ä s f i 11 a -1•' e gier u 11 g hat neuerdings durch Flugzeuge über den Städte!! und Dörfern Palästinas Aufrufe abwerfen lassen, in denen die arabische Bevölkerung zur W i e d e r a 11 f 11 a h 111 e el e r Arbeit aufgefordert wird, da der lange Streik sie nur noch;inner mache. Die Koliektivstrafen Neue Verordnung - Regierung gegen Obergericht Die Aufhebung der über Ga/a verhängten Kollektivstrafe von 1000 Pfund durch den Obersten Gerichtshof hat die Palästina-Regierung veranlaßt, eine ergänzende Bestimmung zu der Verordnung über die Verhängung von Koilekthstrafen zu erlassen. Das Gericht hatte seine Entscheidung damit begrün ׳!et, d;!5 der Hi uh Commis Toner seine Befugnisse überschritten halte, weil die Strafe wegen eines Vergehens verhängt wurde, das zeitlich vor dem Erlaß der betreibenden Notverordnung lag. Durch den neuen Zusalz, der soeben in einer Sonderausgabe der Official Ga׳eUc veröffentlicht wurde, wird nunmehr bestimmt, daß die Vero r d 11 u!1 g r ii c k w i r licnil v ״ m 19. April, den! Beginn der U n r 11 h e n, a n Geltung haben soll. Gleichzeitig wird angeordnet, daß ungeachtet der vom Obersten Gericht ausgesprochenen Verf.issungswidrigkeit des als Grundlage der Koliektivstrafen dienenden Abschnittes der Notverordnung, die verhängten Koliektivstrafen als gesetzmäßig an zu sehen sind und als gültig erhoben werden sollen. Die von uns in voriger Nummer wiedergegebene JTA.- Meldung, wonach auch die K o n z e!11 r a t i o n s 1 a g e r vom Obersten Gericht a's verfassungswidrig bezeichnet worden sind, hat sich bisher nicht bestätigt. Einer Meldung der ״Times“ gemäß hat das Oberste Gericht den Antrag abgewiesen. * Wie der ״Times׳‘ aus Jerusalem gemeldet wird, wurden einzelne d 11 ich gerichtliche Entscheidungen der letzten Zeit aufgedeckte schwach(׳ Pimkie der palästinensischen Not- Verordnungen durch eine Reihe von E r g ä 11 :־׳ u!1 g s - b e s t i in in u!1 g e!1 I) e s e i t 1 g t. So werden die eien Distriktskoniinissareii erteilten außerordentlichen Befugnisse auch ausdrücklich auf die stellvertretenden Distrikiskommissare ausgedehnt und die Bestimmung, durch die der unbefugte Besitz von Schußwaffen und Explosivstoffen mit fünfjährigem bis lebenslänglichem Gefängnis bestraft werden kann, wird sich in Zukunft auch auf Munition beziehen. Weitere Todesopfer Die beiden jüdischen Hilfspolizisten Jehoasch Zoller und Ji/chak K a I i s c h e w s k i wurden am Sonntag tot aufgefunden. Die beiden Hilfspolizisten hatten am Abend zuvor einen I 11 s p e k t i o 11 s 1g;1 11 g unternommen, von dem sie nicht mehr yuriiekgekehrt sind Zoller, der 22, und Kahscbewski, der 23 Jahre alt war, stammten aas Polen und waren Mitglieder des Kibbuz meiichad. In Haifa wurde der durch sein energisches Einschreiten gegen die Terroristen bekannte arabische Polizeiinspektor A c h in e d N a i f, als er In Begleitung eines arabischen Polizisten den Stadlgartcii passierte, erschossen. Der ihn begleite ude P»l1/1c; wurde schwer verwundet. Die Täter sind entkommen. Am nächsten Tag wurde Naif ohne religiöse Zeremonien, jedoch unter inilitärisehcr! Ehren beigcsel/t. Das religiöse Begräbnis war von mohammedanischer Seile verweigert worden. Sämtlich e Moscheen b 1 i c - ben g e - 1 blossen. Zw iw henfalle kamen nicht vor. 1 ).־!n (irab Achmed NailS m llaifa wird von vier eng- I i s c h e 11 Polizisten 11 e w a e h t, da infolge der unter den Arabern herr-ehcinli n llet/e gegen den Toten Grab״ Schandungen befurchtet werden. Gegen die arabischen Beamten Die Exekutive der Jcwi-.I1 Agency hat an die Palästina» regieruug eine Denkschrift gerichtet, in der gelordert wird, daß diejenigen a ra hi sc he 11 Beamten, die in einem Memorandum die Lm-telluiig der jüdischen Eimvande» Hing verlangt hatten und dadurch offen gegen die Mandatshestimmtmgen Stellung nahmen, durch jüdische oder solche arabische Beamte ersetzt werden, die der jüdischen Imniigration nicht feindlich gegcnubcrstclicil. I )ie j ii d I s c 11 e 11 S i c d 1 ii 11 gen i m G a I i I und Sc h a* ron haben den I)istriktskonmiissaren mitgeteilt, daß sie jeden weiteren Verkehr mit denjenigen Beamten der Distrikts-;unter ablchneii, die tlas arabische Memorandum, in dem die Einstellung der jüdischen Einwanderung gefordert wird, unterschrieben haben, da sie zu diesen Beamten kein Vertrauen mehr haben könnten. ן Die ״Palostine Post“ veröffentlicht einen Brief, den Da*: niel Auster, Vi/c-liürgerineistcr von Jerusalem, am 21. Juli an Bürgermeister Dr. Khaidi gerichtet hat. Auster erklärt, daß es ein schwerer und fast undenkbarer Verstoß ist, daß die Beamten des Jerusalemer Stadtrats mit Hilfe des Stadtamvalts ein Memorandum aufset/en, um es dann zu unterschreiben und die Unterschriften der Beamten anderer Stadtverwaltungen zu sammeln, und auf diese Weise gegen die Intel essen der Bevölkeruiigsmehrheit bandeln, die zu wahren sie angestellt worden sind. Die arabischen G e 111 c i n d e b e a m t c n haben an High Commissioner Sir Arthur Waucliopc ein Telegramm gerichtet, in dem sie sich rückhaltlos für die Forderungen des Obersteil arabischen Komitees einsetzen und erklären, daß sie sich mit der Haltung der arabischen Regierungsbeamten, die in einem Memorandum die Einstellung der jüdischen Einwanderung verlangt haben, solidarisch erklären. Wie verlautet, soll der Präsident des Bezirksgerichts in Jaffa, Richter Copland, zum Mitglied des Obersten Gerichtes in Jerusalem ernannt werden. i I