Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 63, 7. VIII. 1936 Was ch^UscUc Jtuiikei schulten Seif» 6 “.. - - — sinn versteht er auch in der licranwaehsenden jüdischen Generatiori wach/imtfen. Auch durch seine ausgezeichneten Uebersetzung■©!! (I*lischki!1, Lermontow, Tolstoj und Heine) bereichert ScliimomnviU die junge hebräische Literatur, der man nur wünschen kann, daß ihr das Glück widerfahren möge, noch recht viele Werke aus der Leder dieses gruben Dichters zu empfangen. Dr. S. K a I d k o Vom Zahnärztekongreß ז An dem Internationalen Z a h 11 ä r 1.1 e k o n g r e ß, der in Wien am 2. August in Anwesenheit des liundcspräsidcntcn Miklas feierlich eröffnet wurde, nehmen auch zahlreiche bedeutende jüdische Zahnärzte aus fast allen Ländern feil. So befinden sich unter den amerikanischen Kongreßteilnehmern der Ncw-Yorkcr Professor Diaiiiand von der Columbia-Universität und Dr. Israel Schour aus Chicago, der als einer der hervorragendsten Vertreter der zahnärztlichen Wissenschaft gilt. Der Wiener Universitäteprofe<!־or l)r. Bernhard Gott lieb, Leiter des wissenschaftlichen Laburatoriunis des Universitäts-Instituts für Zahnheilkimde und Gründer der ersten palästinensischen Heilmittelfabrik ״Hillel“ in Haita, ist als einer der drei Träger des ״Miller-Preises“ ausersehen, einer von dem seinerzeit nach Amerika ausgewanderten deutschen Arzt 1). W. Miller gestifteten ]!oben internationalen Auszeichnung für besondere zahnärztliche Forschungen, der alle fünf Jahre, diesmal anläßlich des Wiener Kongresses, durch die Federation Dcntaire Internationale hervorragenden Zahnärzten verliehen wird, die nicht nur die Zahnheilkunde wissenschaftlich gefordert haben, sondern auch für das Ansehen der Zahnlinlkimile als medizinisches Fach führend eingetreieii sind, p a 1.1 .1111 י a hatte zu dem Kongreß eine 211 A e r / t e zähl e n d 1• Gruppe unter Führung von Dr. Levvin F p s t e i n entsandt. Ein Mißverständnis Die ״C - V. - / e i t u n 1;״ v״m 6. ,August zitiert ausführtet! zw! i Aitikel der ״Jiidisdien Ruinlsdiau“, die sich mit der Peison'iDikeit von Leon Blum befaßten und glaubt, darin einen Wiederspruch zu entdecken, der aber nur scheinbar Dt. Wir 11.1 Ion unter Anfuiiniiig eines Zitates aus einer anic! ikani-ch-jmlisekcn Zeitung darüber Betrachtungen angestillt, daß!1 aiizosiseb.e und amerikanische jadi sc he Krei'e (i; 01; p tsac! 1! 1 c ] 1 assimilierte Großbourgeoisie) in bestimmten Fallen \a Muhten, Juden von der Annahme hollerer Staats. imUr ali/uhalten. Dem gegenüber fuhrt die ״C.-V.-Zeitung" einen Aufsatz der ״Jüdischen Rundschau“ vom 9. Juni ins Tre'fen, worin (was die ״C.-V.-Zeitung“ wegläßt) ebenso wie 111 dem anderen Artikel die Bedeutung einzelner Juden im Staalslebcn gewürdigt, dann aller der Wunsch hin/ugefiigt wurde, <lnli bedeutende Juden einer! Wir״ kungskreis im judi-ciicn \'o!ke finden mögen. Dieser Wunsch ist berechtigt. Und es ist ein Unterschied, ob man einen solchen Gedanken uusspriebt, oder ob Leute, deren An- —MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII schauung zu ganz anderen Konsequenzen führen müßte, durch Handlungen, die im Widerspruch zu ihrer eigenen Auffassung stehet!, ihr Unbewußtes dekuvrieren, das sie doch in liohemn Maße, als sie selbst wollet!, unter jüdi sehen Gesichtspunkten handeln läßt. Wir haben i!11 übrigen auch diese Handlung nicht verurteilt, sondern nur als tragische Illustration einer auf bitteren Erfahrungen fußenden jüdischen Finsfelliing angeführt. Es ist uns schlechterdings unverständlich, warum die ״C.-V.-Zeitung“, die überhaupt nicht gemeint war, sich durch Zitierung ihrer eigenen Artikel entschuldigt. Wir haben doch nicht behauptet oder vermutet, daß der C.-V. mit den Sctirit״ ten französischum! ann-nkanUch-uidisclKT Kreise etwas zu tun hat. Wozu also eine solche Polemik in einer Sache, die gewiß nicht unter P.irteige'iehtspunkten zu betrachten tot? Wir haben kein Bedürfnis 11;׳nach, müssen jedoch notgedrungen das Mißverständnis der C.-V.-Zeitung riehtigstellen. Dr. Eduard K e n e / - K 11 r 1 ä n d er aus Kosice teilt mit, daß der Abiturient des Gymnasiums in Kosice, Anton Daniel, di r einer Zi; emurfaimlie entstammt, die Bibel in die Zigeunersprache übertragen hat. Es ist dies die erste Uebcrset/ung der Heiligen Schritt ins Zigeunerische. Menschen eine Kunde hören wollen, die ihro schlummernde Phanl.isie erieut, ihren Glauben er real, ihrem müden Dasein Freude schenk(. Seine Stimme heui mit flüsternd ... von der Sternenbotftclmi'( ... von dem Volke, (bis durch Jahrhunderte heroisch und voll nliiubi mir Holl innig sein schweres Leid trug. Die Ik'drüiwfen haben ihn hinan*gesandt, die ewigen Wanderer, die Heimatlosen, auf daß der Jugend auf neuer Erde ein besseres Lehen I,(•schieden werde. Lines Tage« wird das Reich Juda neu erstehen. Seine Stimme wird stärker, der gebeugte Rücken Simons spannt sich, aut' den Wangen der Knaben erblüht eine Röte, über die Gesichter der Mägde breitet sich warmer Glanz. ״In M., der Stadt, wo nichts unmöglich ist, lebte ein armer Töpfer. Er hatte sieben Kinder und wenig Brot, ln jedem Gebet bat er Gott, ihn reich werden zu lassen, dann würde er das Leben eines gerechten frommen Mannes führen. Gott erhörte die Klage des Armen und sandte Reichtum in sein Haus. Da waren Jul>el und Freude groß. Der Töpfer Tobias kaufte sich ein ltaus, Aeckcr, Pferde, Kühe, Ziegen, daß sich sein Reichtum bald im Lnnäe hcrumsprneh und er von vielen Menschen beneidet wurde. Er führte bald das Leben eines reichen Herrn, verschwenderisch, vergnügungsioü, trank, spielte, jagte, Gott und die Armen vergaß er. Da kamen trockene Jahre und das Korn wuchs nicht. Arbeiten tat Tobias nicht, er wartete geduldig auf die besseren Tage. Im nliebsten Jahre regnete o» monatelang und das Korn verfaulte, im übernächsten Jahre raffte eine Seuche das Vieh hin. Du forderten die Gläubiger ihre Darlehen zurück. Wie ein Hund wurde er von seinom Hol gejagt und kehrte als alter armer Greis in sein durchlöchertes Ilau» zurück. Die Kinder flüchteten glücksuchend in alle Erdteile. Seht, arbeiten ist des Menschen Pflicht. Der Erde will die Frucht im Kampfe nbgerungen werden. Do# Gesetz Gotte», uralt, eine heilige Verpflichtung.“ Simon nickt zustimmend, die vergangenen Jahre breiten sieh vor ihm aus, von Kind auf bat er gearbeitet, oft schwer und gegen das Schicksal gemurrt, auch in den »chweren Jahren ist ihm der Gedanke gekommen, »einen Rodern zu verkaufen, um in der Stadt ein bequemes Leben zu beginnen. Seine Knaben mögen im fernen Land sieh bessere Erde suchen, um darauf ihr Haus zu erbauen, er wird auf seinem Hof aterben. Zu den Kindern gebeugt,, führt der Fremde fort und in seine Stimme schmeichelt sich ein weicher Klang, der Ton einer gespannten Saite. Sie sollen nicht allein ■ein Wort Der Roman ״Noah Pandre“ von Salman S c 11 n? u r ist eines der wenigen Wake der modernen ostjütlischen Literatur, die auch ins Englische und Französische über״ setzt worden sind. Die englische Uebersetzung fand eine überaus warme Aufnahme im englischen Publikum. Im Londoner ״Evening Standard“ vom 30. Januar d. J. schreibt der englische Kritiker Howard Spring u. a.s ״Nachdem kli den ,Noah Pandre‘ gelesen habe, sage ich: Gebt uns mehr von Schneurg Werk! Das Buch ist wunderbar frei van Affektation und jener Ueberlackierthdt, mit der andere Autoren durch Politur zu verdecken suchen, was ihnen am Holze fehlt. Schneur, überströmt von Dingen, die er uns zu sagen hat, und Noah Pandre, sein jüdischer Schlächtergesell, der Fuhrmann wird, ist ein prächtiger Vorspann für seine Erzählung. Noalt ist Spieler und Ein* satz — ein schöner junger Samson, eine der Gestalten, die man in frühen Literaturen findet als Verkörperung von Geist und Hoffnung eines Volkes. Er ist der Held aller Mädchen; er erwürgt Wölfe mit einer Hand, er trägt eine Kuh auf seinen Schultern aus dem Feuer — er kann mit dem Kinn Nüsse knacken oder einem Polizisten die Nase plattschlagen. ,Er kann nicht sterben‘, ruft sein Autor, ,denn er ist ewig, dieser gutherzige, gewöhnliche Samson, der nicht weiß, wohin mit seiner Kraft und sie allen gibt, die in Not sind!‘ Noah ist der Mittelpunkt einer Reihe von Figuren, die alle Leben und Wirklichkeit haben. Lebendigkeit ist die ungewöhnliche Qualität dieses ßu■ c h e s. Es ist die Ausströmung einer reichen, großzügigen Natur, eines Geistes, der auf jeder Stufe der Erfahrung etwas findet, wofür er Gott danken kann. Die Schilderung der kleinen Stadt mit den iintcr dem Schnee zusammengekaueiten 1 lolzhäuschen ist bezaubernd, ebenso die Beschreibung der Wälder und Felder, durch die Noah sein Gespann fährt... Hier also ist ein Buch, dessen Liebe zur Mensch* lieh k eit reich und tief und ungekünstelt wirkt. F;s zeigt uns die aüereinfachsten Dinge, die Schönheit der Erde, die Liebe der Gefährten, Treue zu seinem Ideal. Aber die Art, wie diese Dinge gezeigt sind, erhebt sie in ihrer ganzen Einfachheit zur Flöhe großer Dichtung.“ Ein anderer englischer Kritiker, R. Eilis Roberts, schreibt im ״N e w 8 C h r o n i c I e“ (5. Februar) u, a. s ״Noah Pandre“ hat in großem Maßstab Lebenskraft, Bewegung, Fülle, und ist gleichzeitig, bei aller scheinbaren Einfachheit, ein erstklassiges Buch. ... Pandre ist der Vertreter eines ganz anderen Judentums, als das wir gewöhnt sind. Riesig, ein* Lehrerfortblldung‘ in Wiirzhurg Vom 19. bis 26. Juli fand in Würz bürg ein Lehrer* fortbildungskursus statt. Obgleich diese Tagung eigentlich nur für jüdische Lehrer aus Bayern gedacht war, waren doch Vertreter der Lehrerschaft aus dem ganzen Reich erschienen. Es war eine überraschende Tatsache, daß fast alle Reterate, soweit sie nicht rein technische Fragen behandelten, unter einem großen Leitgedanken Standen: Der ganze Unterrieht, jedes Unterrichtsfach muß getragen werden von dem Gedanken, das Kind jüdisch zu erziehen. Die Ausführungen behandelten die Frage, wie dies in den verschiedenen Fächern gescheiten kann. Das erste und grundlegende Referat wurde von Stud.-Dir. St oll, Würzburg, gehalten: ,,Bildungsziel und Bildungsgüter der jüdischen Volksschule“. Dem Judentum, das immer Gcmeinschaft war und nur als solche denkbar ist, ging im 19. Jahrhundert die Bindung verloren. Was sich heute wieder neu bildet, ist lediglich Schicksaisgenieinschaft und uns erwächst die Aufgabe, diese umzubildcn in eine spontan gewollte Gemeinschaft. Das Erziehungsziel ist: das Ethos ttnscrer Volkheit zu rekonstruieren. Für den Lehrer bedeutet das eine weltanschauliche Gebundenheit, die für uns nur in vtrsserer Religion liegen kann. Als Erzieltungsidcal stellt sich demnach heraus: Die jüdisch-humanistisch gebildete Persönlichkeit biblischer Prägung. Der Referent gab sodann Antcitun* gen, wie dies Bildungsideal in den einzelnen Fächern zu erreichen ist. Hauptlehrer Krämer, München, wies In seinem Referat: ״Einbau des jüdischen Bildungsgutes in den allgemeinen Lehr* hören, cs soll in ihr Ilerz eiudringen und nicht mehr daraus entweichen. ״Soviel dos Töpfers jüngster Sohn nachdachte, er begriff die Wandlung der Dinge nicht. Gott allein konnte Antwort geben, aber wie konnte er zu Gott gelangen? Ein aller Weiser, erzählten ihm die Frommen des Dorfes, der fern in der wilden Schlucht eines Gebirges hause, könne ihm den Weg weisen. Der Knabe brach auf und fand die Hütte des verborgenen Einsiedlers. An der Grenze des Landes, wo der breite Strom »ich ins Meer gieße, stände auf einer menschenleeren Insel ein Baum, der mit seiner Krone in den Himmel rage. Wer den Raum hinaufklettere, gelange direkt vor des Ewigen Thron. Nach schwerem Mühsal und vielen Irrwegen erreichte der Knabe den Baum, ein breites strotziges Holz, di« höchsten Zweige unsichtbar. Frohen Mutes begann er, sich an dem starken Holz hochzuarbeiten. Als die Sonne verlosch, kam mit der Dämmerung eine Müdigkeit über den Knaben, er schlief auf einem Ast ein; im Schlaf stürzte er ab und fiel in das weiche Gras dar Erde. Reim Erwachen sah er einen hellen blauen Himmel, die Wiesen dufteten, die Blumen schwangen sich färbenprächtig und aus den Rüschen jubelten und trillerten die Stimmen der Vögel. Ein ahnungsvolles frohes Erinnern vorzückte den Knaben. Er war eine Nichtigkeit im Raum der Unendlichkeit und hatte Gott fragen wollen... Aus dem Knaben ist kein Gelehrter geworden, ein Wanderer durch Gottes Garten, ein Dichter, der in Versen und Geschichten di« Schönheit der Erde pries. Jeder Tag gebar ihm neue Wunder und er war die Stimme, den Menschen die Größe und Erhabenheit des Erdenreiches zu verkünden.“ Die Knaben werden nicht fertig, immer neue Fragen an den Fremden zu richten, sie wollen den Namen des Knaben wissen, ob er noch lebt, wie die Geschichten heißen. Wenn sie Männer geworden, wollen sie auch auf brechen, an Unter* nehmungsmut und Kühnheit wird es ihnen nicht fehlen. Ihre Fragen werden etiller, aus ihren Augein schwindet das frohe Leuchten, die Köpfe lallen müde auf das harte Holz des Tisches. Der Abend ist weit vorgeschritten, die alte Uhr tickt elf harte Schläge aus dem runden Kasten. Die Mägde erheben sich zögernd, die Knaben folgen ihnen, dem Wink des Vaters gehorchend. Die letzt« Lamp« erlischt, das Haas wächst fn das Dunkel den nndurchsichtbaren Nacht. Dar Wind hat wieder faltig, bescheiden, langsam im Zorn, •erinnert er, wie der Autor selbst sagt, an die Zeiten des Buches der Richter, als die Philister Samson quälten. Schneur schreibt nie etwas wie Entschuldigung oder Selbstbesduildigung. Er zeichnet die Antijuden, wenn überhaupt, als Kinder, an denen die Juden 111 re Geduld üben. Schneur kennt keine rassenmäßige Verbitterung; einer der wenigen verächtlichen Charaktere seiner Geschichte ist ein , Während ich diese atemraubende, bezaubernde Geschichte las, verfolgte mich der Zwang einer Erinnerung — nicht etwa bestimmter Szenen, denn Ort und Menschen sind ganz neu und fremd — aber irgend etwas in der ganzen Atmosphäre des Buches — Defoe? ein wenig vielleicht; Fielding? — in seiner Art vielleicht sind die korrupten Beamten gezeichnet; Tolstoi? — mit ihm hat das Buch die Freude an der Natur gemein, an Anblick, Ton und Gerüche. Aber da war noch etwas. — Es ist, merkte ich plötzlich — genau wie der junge Dickens geschrieben hatte, wenn er eiti Jude und ein Bauernjunge gewesen wäre... In ,Noah Pandre' haben wir eine gargantuanische Geschichte, die in geistreicher Weise die Unordnung der Ucberfiille mit der gebändigten Leiden- Schaft eines ernsteren Themas vereinigt,“ Weiter zitieren wir: ״Morning Post“ (London) vom 31. 1. 36: ״Dieses erste von Salman Schneurs Werken, das in englischer Uebersetzung erscheint, läßt uns hoffen, daß wir mehr davon bekommen werden... Dies ist kein Propagandabuch; man hat nie das Gefühl, dali die Juden besser gemacht wären als sie sind; und die Geschichte mit ihren aufregenden Ereignissen, dem Kampf Regen die Wölfe, der Sache mit der K'1111 des ,Millionärs‘, dem homerischen Streit im Gefängnis jagt uns ans einer Spannung in die andere, und wir bleiben am Schlüsse gerührt und voll Zuneigung zurück.“ ״The Scotsman“ (Edinburgh) vom 10. 2. 36: ״Diese außerordentlich naturalistische Geschichte wird den stillen Leser aufregen. Es ist die Uebersetzung eines Meisterwerkes eines Autors, der mit seinen fünfzig Jahren fiir einen der besten Schriftsteller der jüdischen und hebräischen Literatur gilt.“ Der Roman ״Noah Pandre“ wird In deutscher Ueber- Setzung erstmalig in der ״Jüdischen Rundschau“ abgedruckt werden. Wir beginnen mit der Veröffentlichung am Freitag, dem 14. August. plan“, nach, wie man in jeder Altersstufe, in jedem Unterrichtsfach sich von Gedanken der jüdischen Bildung leiten lassen kann. Studienrat Hirnheime r, Wiirzburg, brachte interessante und sehr lehrreiche Ausführungen über den Gebrauch des Lichtbildes in der Schule. An drei Nachmittagen der Tagung fanden Leibesübungen statt, deren methodische Auswertung für alle Teilnehmer aufschlußreich war. *' Lehrer R o b e r g, Wiir/burg, sprach über die Praxis des Deutschunterrichts in der Oberstufe der jüdischen Volksschule. Roberg forderte, für den Deutschunterricht solche Stoffe zu wählen, die eine Auswertung nach der jüdischen Seite ermöglichen. Der weitere Verlauf der Tagung brachte methodisch und technisch sehr lehrreiche Ausführungen über den Gesangunterrieht an jüdischen Volksschulen von Kissitigcr, München. Es folgten Referate zweier Herren, die die Reichsvertretung nach Wiir/burg entsandt hatte. Studienassessor Ro« senberg, Berlin, besprach Fragen des Geschichtsunterrichts. Studienrat Dr. Jakobsohn, Berlin, entwickelte auf an* schatiliche Weise, wie die gesamte Palästinakunde ihren Stoff aus dem Tenach schöpfen könne. Fiir alle Lehrer an einklassigen Volksschulen waren die Darbietungen des Hauptlehrers B r li c k h c i in e r, Markbreit, von großer Wichtigkeit. Der Vortragende verstand es, die großen Erziehungsmöglichkeiten zu beleuchten, die in dieser Einrichtung liegen. Ihren Abschluß fand die Tagung mit einem Referat von Stud.-Rat Hirnheimer, Wiir/burg: ״Ausbau der jüdischen Volksschule und das jüdische Bildungsproblem“. Werner Weinberg sein Spiel begonnen und treibt die Wolkenscharen ins Ungewisse. Das Mondlieht legt breite weiße Streifen auf die öden Flächen, das Lieht hat, den Sieg Uber das Grauen und die Finsternis der Nacht errungen. Die Mutier und das kleine Ilannclten schlafen träumend der Genesung entgegen. Die Knaben wünschen die Nacht zu Ende, um morgen früh eine schönere Geschieht© zu erfuhren. Fridola fühlt sich froh und hoffnungsvoll, sie schmiegt sich an ihre alte Stubengenossin. Worum soll nicht irgendwo ein Mann auf sie warten, sie ist stark und hat kräftige Brüste. Sie will ihn suchen gehen. Simon ist schweren Schrittes in die Stube seinor Frau gegangen, ihr ruhig schlummerndes Gesicht, auf dem sich frische Röte lösen, ein erwachendes Lächeln um den spitzen Mund, versöhnen ihn. Vielleicht ist dieser Fremde von Gott gesandt, ihm bessere Tage zu verkünden. So wird ea sein. Er drückt die müde Stirn in das Kissen, will endlich Schlaf finden... di© hohen Kornfelder rauschen, aus den reifen Aehren fallen dicke Körner, die Wagen fahren hoch mit Heu beladen durch das Tor, im Haus herrschen Gesang und Jubel. Der Fremde ist in seinen Kleidern auf seinem harten Strohlager eingeschlafen, seine Arme sind sein weiches Kissen, ein friedlicher Schlummer, der eines Kindes, das ©in reines Gewissen trägt und von keinem bösen Gedanken gestört wird. Am anderen Morgen stürmen die Knaben in dl« Stube des Fremden und finden sie leier, er ist weit über Land. Still und unbemerkt hat er sich erhoben, als vor dem schmalen Fenster die grauen Wolken wichen. Der Vater hat ihn gehört, sich beeilt, ihm für den weiten Weg ©ine Zehrung mitzugehen. Bis zu dem großen Teich, wo die Landstraße in die endlose Heide verläuft, begleitet er ihn. Es ist ein kurzer herzlicher Abschied zwischen den beiden Männern. Simon sagt noch, er möge auf seinem Rückweg sein Hau* nicht vergessen und weiß, daß kein Weg diesen Mann zurückführt. Von der Dachluke haben die beiden Mägde ihn das Haus verlassen sehen; wie schnell »ein breiter starker Körper voranschritt. An Fridola» schwarzen Wimpern hängen Tränen, um Blankes fleischige Lippen biegt sich ein Lachen. Der Nebel ist auf den Feldern zerronnen, ein frischer Odern» steigt von der nassen schwarze« Erde, die Spitzen der Pappeln recke« sich jung in den klaren Himmel und auf das verdorrte gelbe Gras legt eich stolz und verheißend da» Gold der aufgehenden Sonne. / r