Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 63 7. VW. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Palästinensisches Volksliedchen Bearbeitung von E. W. Sternberg Alle Ruhte Vorbehalten Nodidrudc verboten tflniinte *•יי «•h. ti **. Ji.n* d*.n* II s - --jx—K~|| •).»4 יt•• J*. M li* . *•tmfcfyi. Aä. .not #4 Al*« •יי י M UtP-mrtmfe. •är** inr.naJ■ M, le-7}i.i*-nc h ףך־ י־ .L- # קץ •4 '^ן־-־־י־-ד^^ר^- -1 (j ״ .... 1 ~p)n 1^ ־.0 f■ f-#-r—F״ r # £ ■ i ■- 1.1 ■— ■ו!" ■ ־_יי-* ....... 'J.. e«r«. n / At1$ dem Heftchen: 10״ zweistimmige Lieder für Schul« and Volk“ von E. W. Sternberg, Verlag ״Dwir“, Tel-Awiw Ein Beitrag zur jüdischen Schulmusik Zum neuerschienenen Liederheft von Erith WalterSternberg Erich Walter Sternbcrg, der bekannte jüdische Kom■ ponist, hat kürzlich ein Liederheftchen erscheinen lassen, — ein kleines Heft, das insgesamt 10 Lieder enthält, teils selbst■ komponierte, teils bereits bekannte palästinensische Melodien, Sternberg, einer von denen, die seit Jahren schon in Palästina leben, weiß nur zu gut um die Notlage, in der sich die Schulmusik Erez Israels befindet. Aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß es für uns darauf ankommt, ganz schlicht und bescheiden mit den Elementar gründen zu beginnen, und zunächst einmal das Alef-Beth zu schaffen, — in diesem Falle also vorerst zweistimmig für die Schule zu schreiben, — ist Sternberg in aller Stille an dieses Werk gegangen und hat mit der Herausgabe dieses ersten kleinen Heftchens eine wichtige Tat vollbracht. Er hat sich wohlweislich vor dem Fehler in acht genommen, dem man mit Vorliebe verfällt: eine Fülle von Liedern jeglicher Art ״auf den Markt zu werfen“, und mehr auf Qualität m sehen als auf Quantität, die doch gerade für den Beginn eminent wichtig sein sollte. Bei aller Anerkennung der gelasteten Arbeit muß es doch einmal gesagt werden: bei dem Bestreben, nur recht viel zu bringen, hat sich soviel Unechtes eingeschlichen, daß man sich nur ungern an den Gedanken wagt, diese neuen Liederbücher dienten als Grund• läge für den Gesangsunterricht in jüdischen Schulen und Jugendbünden. Und doch ist dies zweifellos der Fall; denn das Oedruckte hat ja überall noch jene magische Anziehung»■ BRIEFE AN DIE REDAKTION ״Chaluzim des Paläsünafilxns“ Tel-Awiw, 28. Juli 1938 Sehr geehrte Redaktion! Der in Nr. 49 der ״Jiid. Rundschau“ veröffentlichte Artikel von Herbert Friedcnihal mit der lieber schrift ״Palästina- Film in der Sackgasse“ sowie die vom 25. Juni 1938 datierte Zuschrift von Lasar Dünner, die das gleiche Thema behandelte, liegen uns leider erst jetzt vor. Wir müssen — wenn auch ein wenig verspätet — zu diesen beiden AeuCerungen Stellung nehmen. Herr Friedenthal wirft uns Filmschaffenden in Palästina vor, daß wir dem palästinen-ischen Kulturfilm nun schon ein Klischee gegelrrn hätten und ruft uns zu, daß wir aus der Fläche in die Tiefe vorstoßen. Herr Friedenthal weiß nicht, daß alle unsere Filme Auftragsfilme sind, und nach Willen und Absicht unserer Auftraggeber gedreht werden müssen. Kr weiß nicht, daß wir hier überhaupt nicht künstlerisch frei schaffen können, daß wir auf fast alle Ambitionen in dieser Hinsicht verlichten müssen, weil wir bei ttnserer Arbeit an ein unendlich schmales Budget gebunden sind. Er weiß nicht, daß das Klischee von oben kommt, von Stellen, die den filmischen Möglichkriten verständnislos gegeniiberstehen und noch auf lange Zeit gegenüberstehen werden, die filmfremd sind und denen wir uns doch fügen müssen, um überhaupt existieren zu können. Er weiß nicht, daß es für uns eine freie Themenwahl und eine unabhängige Produktion nicht gibt, weil die öffentliche Hand uns nur ganz minimal unter- *Hitzen will oder kann und weil der Kapitalmarkt des jüdischen In- und Auslandes sich uns gegeniiber trotz jahrelangen Ansturmes abweisend und verschlossen verhält, und das in einer Zeit, in der jedem gebildrten Menschen bekannt ist, daß gut gemachter Film und die fümkünstlerische Leistung an sich geradezu ein Idealnuttel nationaler Propaganda sind. Wir müssen mit den allerprimifivsten Mitteln schaffen, tun für billigstes Geld eine einigermaßen anständige Arbeit fertigtubekommen. Gewiß drängen sielt hier im Lande die Themen — und damit sind wir beim Spielfilm, der unsere Sehnsucht und unsere Hoffnung ist — geradezu auf, obwohl auch auf diesem Gebiet die Themenwahl nicht ganz so einfach ist. Dieses Problem kann in diesem engen Rahmen leider nicht erörtert werden, aber sttrh auf diesem Gebiet weiden wir ״das Leben rmr einfangen können“, soweit uns rite Landes- Politik keine Schranken zieht. Das Problem der Kapitakte- Schaffung für den Spielfilm ist nicht so grofS wie es den .Anschein hat. Es gehören nur Mut und Initiative jüdischer Finanzleute dazu. Daß wir Joden diesen Mut und diese Initiative bisher den Arabern überlassen haben, die in Aegypten technisch vorzüglich arbeitende Produkt innen besitzen, ist. ein betriibliches Kapitel, dem wir. die wir wirklich um den jüdisehen Film kämpfen, bisweilen fassungslos gegcniiberstchen. fn diesem Zusammenhang wollen wir ganz kurz jturh auf dn? Zuschrift von Lasar!)!inner -emgehen, denn Herr Dünner empfiehlt zur Vermetcitmg ״ttn* nötiger“ Ausgaben, daß palastinen Asche SpicUilmproduKtionen ihre Innenaufnahmen in den bestehenden modernen Ateliers Amerikas oder Europas drehen sollten: im anderer! Falle sei die Rentabilität eines Palästina-Spieliilms erschwert oder unmöglich gemacht. Das stimmt nicht. Derade. die Arbeit im audändisehen, also nichtp.iiastmensLsciien Jerusalem, den 29. Juli 1936 Sohr geehrte Redaktion! Noch bei weitem nicht sind in allen Rogiernnesamtern Paiistinas genügend pidixho Brnm'e. Jeder kann mithelfen, diese Zahl zu vergrößern, wenn wir der Regierung zeigen, (lab h׳'!!!a1-r!1 sprechende Beamte henöt!gt werden. Auwh jede! böser der ״Jüdischen Rundschau“, ob in׳ nerhalb oder außerhalb Erez Israels, kann oiitlclkn. Schreibt die Ache—en vn!1 Enden an Verwandte, Bekannte. Km ■und»׳, Geschalte in hrhr.iArhrn Bu*itstaben! — jud-'ln* B«׳anu<\ Briettrager werden ticnöUgt werden. Berlin, den 4. Augmt lrnr> An die ,,Jüdische Ken i Zu der Beute!l.urig ..f>a- Gc mis hebräischer Sn' -1 v■־ n R a Hk Dr. B. Amrhr'h nw h׳c ich kurz darauf 1־ i 1r.v<;k'n, d d meines Wi-nmns dir־ w! m g *g Abhandlung dämm■! •dh in eh• ז Zeitsehiiit. ,.I.esrd g,rnu“!1, 127 findet: Hatühnl׳.! >-!.:!!«׳ nu.1 l'minehem von ja׳■׳■׳!! b^n sd inmo Slotzik. Hier wird ein \V«־>g gezeigt, in das I’rddrun rinzudringen. Vor albm z׳־hg! hAi, daß Geseniifk inc Im Gegent-A gciadc das Große, rmhuigie:־-!?'׳«, das Gmtassende 1m׳i deshalb auch das Abstrakte und schließlieh auch das Gute wird darr!! Atelier würde die Produktion an״ gemein schwierig und kostspielig gestalten. Schalom ״Tekufa Films“ Erich Brock Und eine besondere Mahnung an die Juden aus Deutmhhnd in Erez Israel, dm 1 r-,r-r d׳־r ״Ju& Rundmlinu" sind. Es Et hekaum, daß täglich von Juden Taufende von Eingaben an die Rcgieiung. sei cs In? im Zoll, der Polizei, Steuer, Tabu imw. englisch gemacht, werden! Kein Araber wird eine Hingabe an die Regierung engii-rh machen; da- Imr auch die unverhahnnm'1 big hohe Zahl Araber in :dien Ke* g.e!ung-.>teiic n. Sthmht und sprc־h! mit der Regierung nur hekunrh! M it. Zinn״-gn1ß Felix Isaak! >,\. gib vm all. rn ' mr d!1 ' י ie. ■hi! d.1 •— f0c: a V‘׳':vg \v;<־ m arakoen '"ך-: ■ G n, «! -י■ l);׳fcr:7:rn1n ׳ ivc 11'! dl in der Sjcachbddm■י־ .־;:uhi h.cr eie Rrg-lb idum: 1, ,!,-!־■ Aus j(־r,־T A'1;'׳:li•;;7 ■' auch 11־ r* vor, d «!■.;«■nm>cu re« ht haben, dm die km::־־ de. n.u-n;tm - e MVum.n: , |: .du g zmhekbihmr? (z. B. (''.!• n r. in sei :־am Budie ״I).e Sprache'־). 11 och.irh tui 1g - voll 1*10(. J. Fr!» d!ii nd er Mehr jüdisdie Palästina-Beamte! Das Genus hebräischer Substantiv» kraft, und, in der Ueberzeugung, etwas Wertvolles zu leisten, werden diese falsch wiedergegebenen Melodien in jüdischen Schulklassen einstudiert ,und so die einmal aufgcnominenen Irrtümer unausrottbar weitergegeben. Sternbergs Bescheidenheit könnte manchem unserer jungen Musiker zum Vorbild dienen. Es gehört schon etwas dazu, daß ein Künstler vom Range Sternbergs, der sich schon durch manches bedeutende Musikwerk einen Namen gemacht hat, unter Verzicht auf allen kompositorischen Ruhm darangeht, ganz anspruchslos und ohne Ambitionen die Forderung des Tages zu erfüllen, und nichts weiter als 10 Lieder in einem kleinen Heft herausgibt. Wer allerdings zu lesen versteht, wird bei der genaueren Betrachtung dieses Heftchens sehr bald erkennen, daß nur eine sachkundige Hand und nur ein Musiker von Geschmack imstande sein konnte, mit solcher Zurückhaltung und so schlichten Mitteln zu arbeiten. Hier ist wieder einmal eine klassische Illustration gegeben für das Wort: ״Erst in der Beschränkung zeigt sich der Meister.“ Im heutigen Singblatt bringe ich das auch schon bei 1ms sehr populär gewordene Chalunm-Lied ״Anu bajiu arza‘־ (übrigens eines der vielen palästinensischen Lieder, deren man im Lande schon überdrüssig ist. — Eine böse palästinensische ״Kinderkrankheit“ ist auch das Aufnehmen und Foriwerfen von Melodien; heute: ״Schlager“, morgen: ״passe“ ist das Schicksal so manches schönen Liedes). Die Stembergsche Bearbeitung des ״Anu bann arza“ birgt soviel Schwung und Frische, daß gewiß auch in Palästina das Lied dank seiner neuen Bearbeitung bald wieder erklingen wird. Chemjo Winawer Berichtigung. Im vorigen ״Singblatt“ (״Wodsehitzer Nigun“) muß es in der 2. Zeile lauten: 1. Note: statt ״es“ — ״e“. ANTWORTEN DER REDAKTION R. D. Berlin. Entgegen den in zahlreichen ausländischen Zeitungen immer wieder verbreiteten Gerüchten haben wir festgcstellt, daß der italienische Heerführer und jetzige Vizekönig von Abessinien, General Graziani, nicht jüdischer Abstammung ist Joseph Schwarz, Frankfurt a. M. Ihre Zuschrift zeugt von tiefem und echt jüdischem religiösen Empfinden. Die schweren Schicksalsschläge, die unser Volk in der Galuih getroffen haben und jetzt auch in Erez Israel treffen, können gewiß in religiösem Sinne als eine Mahnung Gottes an sein Volk aufgefaßt werden. Die Juden haben aut nationales Unglück stets mit Selbstkritik und Einkehr reagiert, und das heutige Geschlecht sollte dies nicht minder tun. Wir haben wiederholt in der ״Jüdischen Rundschau“ darauf hingewiesen, daß viele Kapitel der Prophetenbücher uns heute besonders aktuell anmuten, u.id wir sind überzeugt, daß auch viele Juden dies heute viel stärker empfinden als in Zeiten eines relativen Wohllebens. Wir glauben, daß auch die in diesen Wochen gelesenen Trostesworte der Pro pheten demgemäß empfunden werden. Wir unterstreichen in der Rubrik ״Wie gestalte ich den Schahbat“ ständig diese Zusammenhänge und nehmen an, daß auch in den Svnagogen immer wieder an das religiöse Empfinden des Volkes appelliert wird. Dies scheint uns der angemessenere Platz für religiöse Gegenstände als eine Zeitung. Ankündigungen aus dem Reich Bamberg: Am 24. August, Restauration Mont.Fi!k:s:1, ArljuiU'£imuin־ Schaft der ZOG. mit Dr. Groß. Fk-rlin. —׳־ Köln: Am 13. August: Arbeitskreis 20.45 Uhr, DavkiAVolffsohn-llcim, (\«-1ר Vn-tr. 1.'•- 2,...!. Familien - Nachrichten Herr Benno Adler und Frau Jobaima, geh. GiuncMum, Vallendar am Rhein, begehen am 13. Aun'ii-t die .-ilV-nK• 11; 1 ז. Herr Max H irnhc imer, Bamberg, fxging am 5• Augu-I den 75. Geburtstag. Herr A. Izhicki und Frau Ufl.-na. ״״!,. Frim-r, Gl.ui bau (Sa.), begehen am 31. Aujard ihre S!!!־»rrh»״hrcit. Herr Max Major, früher Ladmibur י a. Nh, jrfzt Mannheim, Sclmetringer Sir. 3b, begeht am 8. Augu-1 den 75. Gib,m n,1:g. Frau Wwft Henriette R u h s t a d 1, Soest, begeht am 8. A1;g!t-• den 85. Geburtstag. Frau Henny VV a n g c r. h e i m geh. Sauer, Schwer!!:, Ihm! \Y, . ,.1־. Straße 7, wird am 7. Augu.-t 70 Jahre a!t. Bar Mizwah -Termin® Am 15. August (27, Aw): Gt-rJ Rotenberg, K.-Vn von Fmil Rotenberg, Offenb;K׳h am Mi:::, Hoh<* Str. 35. — Am 2'*. Au ts1 (11. Flui): Augu-t E!זי t M י׳ r!• ח I a r! d c r, Sohn v< >n I u־iv,: Mcrcnlander, Frankhiit am M •!:ו, Rl׳i. DemnHchst erscheint Dr, Michael Trauh DIE JÜDISCHE AUSWANDERUNG AUS DEUTSCHLAND W esteuropa llcfcersec Palästina Za beziehen durdi den Bachhandel oder direkt gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich Porto vom Verlag der JÜDISCHEN RUNDSCHAU Berlin WI5, Meinefcestraßc 10 / Ruf J1 9031 Postscheckkonto der Verlagsabteilung Berlin 71576 Peels 60Rpf. 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