Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 jüdische Rundschau Nr. 63 7. VIII. 1936 Dänische Tage Ein Engländer warnt ״Sabotage des Nationallieiins? In einer Zuschrift an die ״Times“ polemisiert James A. M a 1 c o I ni gegen die Heranziehung (1er Meinungsäuße» rangen des verstorbenen Munitionsministers und Staatssekre- 1;irs für Indien Edwin S. Montagu durch J. M. N. Jeffries zur Stützung seines antizionistischen Standpunktes. U. a. schreibt Malcojm, Disraeli sei unter anderem auch als Fassade fiir ein zionistisches Palästina gedacht gewesen, ein Projekt, zu dem der Sultan im geheimen seine Zustimmung gegeben habe und das lange, bevor Herzl davon träumte, verwirklicht worden wäre, wenn nicht hinter den Kulissen der Vatikan und der Botschafter des Sultans in London, Küstern Pascha, der ein Levantiner italienischer Herkunft mit angenommenem türkischem Namen war, dagegen interveniert hätten. Nach der Feststellung, daß König Hussein und Emir feisal die Bestimmungen der Ba 1 four-Deklaration vor und nach ihrer Verkündung bereitwillig akzeptiert hätten, und daß der Irak unter Feisal sich dem Völkerbund bedingungslos an* geschlossen habe, ohne daß von irgendeiner späteren Abmachung die Reite war, durch das Sinn lind Wortlaut des englischen Palästinamandates irgendwie hätte aufgehoben werden können, weist Malcolm darauf hin, daB die arabische Halbinsel stets nur einen Bruchteil der Bevölkerung aufwies, die auf ihr hätte Platz finden können. Es bestehe daher nicht die Gefahr, daß die Juden von diesem Gebiet so viel besetzen könnten, daß die Araber verdrängt werden, auch wenn sie, wie man hoffe, in großer Zahl einwandern. Wir haben, schreibt James A. Malcolm, das Beispiel der Christliehen Mehrheit im Libanon, wo die arabische Minderheit nichts zu befürchten hat Warum sollte es also nicht ebenso eine Art von ״Libanon, eine Enklave mit jüdischer Mehrheit in dem kleinen Winkel jenes großen Gebietes geben, das seinen Namen von den Philistern hat?“ Zum Schluß wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Leute wie Jeffries und andere Verfasser von Zuschriften, die einen starken Einfluß auf die öffentliche Meinung haben, alle Vorurteile und Voreingenommenheiten beiseite lassen, die Ethik der zionistischen Bewegung sorgfältig in Betracht ziehen und die sehr ernsten Folgen berücksichtigen werden, die für Europa und die Welt eine Sabotage der ״Wiederher- Stellung des Jüdischen Nationalheims in Palästina“ hätte, auf die die Judenheit zweitausend Jahre lang mit Geduld und verzweifelter Sorge gewartet hat und die mitten in einem wachsenden Sturm des politischen Antisemitismus für Milli»• nen Juden insbesondere in Mittel- und Osteuropa die einzige Hoffnung auf Rettung zu sein scheine. Aufruf der christlichen Araber Die Wiener ״Reichspost*‘, das katholische Hauptorgan, veröffentlicht einen von den arabischen Christen Palästinas an die Christenheit der ganzen Welt gerichteten Aufruf, der sich dagegen wendet, daß die Mandaisregierung die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina unterstütze und zu diesem Zweck das Land der Einwanderung geöffnet habe. Die Araber hätten wiederholt versucht, durch Streik und Demonstration, ״wobei leider auch manchmal unbeabsichtigte Gewalttaten vorkamen", gegen die ״ungerechte Politik“ zu demonstrieren. Die Regierung aber habe die Stimme des Volkes stets mit Waffengewalt unterdrückt. Sie habe sich nicht veranlaßt gesehen, die Angst der Araber vor drohender Ausrottung zu beseitigen. So sei es nicht verwunderlich, daß das Volk durch einen Streik von einer Dauer, wie die Geschichte sie nicht kennt, zur Selbsthilfe gegriffen habe. ״Christen! Es ist unsere Pflicht, die christliche Welt darauf aufmerksam zu machen, daß unsere Heimat, welche die heiligen Stätten der ganzen Christenheit besitzt, der großen Gefahr ausgesetzt ist, in jüdische Hände zu fallen. Wir bitten daher innigst unsere christlichen Brüder und Schwestern, ihr Mögliebstes zu tun, daß aus dem Heiligen Land nicht ein Juden- Staat werde. Die heiligen Orte, welche an unseren Erlöser erinnern, der durch seinen Kreuzestod alle Prophezeiungen erfüllt hat, müssen in einem Judenstaate im Laufe der Zeit der Verwahrlosung anheimfallen.“ Hier wird in skrupelloser Weise das religiöse Moment für nationale politische Zwecke mißbraucht. Daß die Judenheit nicht daran denkt, die heiligen Stätten der Christen anzutasten, liegt auf der Hand und ist wiederholt feierlich erklärt worden. Die Juden Palästinas haben das größte Interesse daran, in friedlichem Einvernehmen mit der Christenheit der Welt zu leben, und schon aus diesem Grund ist es undenkbar, daß sie nicht alle erdenklichen Rücksichten auf die Gefühle der Christenheit nehmen würden. Daß die im Mandat zugesicherte Exterritorialisierung der christlichen heiligen Stätten bisher nicht durchgeführt wurde, ist nicht Schuld der Juden, sondern lediglich der Rivalitat der christlichen Konfessionen, die sich darüber noch nicht einigen konnten. Von Lutz Weltmann Nach vier Jahren zum ersten Male wieder außerhalb der deutschen Grenzen. Dinge des Lebens und des Berufs verlangten Entscheidungen, die in Klarheit nur fern von der Heimat reifen konnten, fern von Menschen, unter denen die Gespräche sich immer im gleichen Kreise bewegten... über Erlebnisse, die uns bedrängen, über Nöte, die־" durch Zerreden nicht behoben werden können. Wollte man sich wiederfinden, so mußte man in einer anderen Welt prüfen, ob man noch empfänglich ist für ihre Rätsel und wunder oder atier ob man nur noch imstande ist, das Eine zu sehen, das Problem aller Probleme, das einen Tag und Nacht beschäftigt... Man ließ sich darum keine Empfehlungsschreiben mit■ geben, man hatte nicht die Absicht, Dänemarks ״Judaica“ kennenzulernen. Aber: so plötzlich eine gute Fügung diese Reise ermöglicht hatte, deren Ziel von äußeren und inneren Gründen bestimmt wurde, so seltsam fugte es sich gerade unmittelbar vor der Abreise, daß man etwas zum Arbeiten mitnelirnen mußte — drei jüdische Bücher waren das Lese-Gepäck. Es war ein fast vergessener Traum, daß das Bergner- Gastspiel mit meiner Inszenierung von ״Wie es euch gefällt“ auch nach Kopenhagen geführt hatte, eine Welt war für mich seit dem halben Jahrzehnt untergegangen, verwirrt und überrascht empfing ich darum die Interviewerin, die midi zu meinem jetzigen Besuch willkommen hieß — ich war nicht darauf vorbereitet, daß ich während meiner Ferientage der doppelten Pflicht genügen werden müsse, loyal Regen Deutschland zu sein und mich zum Judentum zu bekennen. Dct Freund, mit dem ein Wiedersehen vereinbart war, war noch verreist. So benutzte ich die Zwischenzeit zu einem Ausflug nach Schweden, wo die Fjordlandschaft des Kulten meine rückfällige Stimmung heilte, ein Gefühl der Ausgestoßeiilu■■it, das mich während der 11eherfahrt beschlichen hatte, allein zu sein inmitten zusammengehöriger, glücklicher Menschen, in deren Sprache man sich noch nicht genügend cingeliört hatte. Wir hatten uns viele Jahre nicht gesehen und mir wenig geschrieben wird er sich verändert haben? Fr ist maischlieh der alte geblichen, stelle ich bald fest, während er sich weltanschaulich zum Nationalisten und Faschisten entwickelt hat. Fr bejaht darin den Geist des zwanzigsten Jahrhunderts und die Wege der Realpolitik. Vom Interview, das ich mir von ihm übersetzen ließ, kamen wir, da es mich befremdete, daß er es durch jüdische Vermittlung für zustande gekommen hielt, auf die judenfrage. Auf den Antisemitismus in Dänemark, der zum geringeren Teil von Fehlern einiger Emigranten genährt werden soll und zum größeren Wirtschädliche Motive hat. <111 geistiger Hinsicht spielt, im Zuge der England-Orientierung, die Oxford-Bewegung eine zu große Rolle, als daß ein politisch-militanter Antisemitismus im Norden die Oberhand bekommen könnte.) Und dann auf die großen Zusammenhänge des Weltgeschehens. Für die Judenfrage hat er seine faschistisch-nationalistische Lösung bereit, dieser Arier stellt sich als ein Ueber-Jabotinsky heraus: die Judenfrage müsse aus den Bereichen von Sym- oder Antipathic losgelöst und ins Realpolitische übergeführt werden. Die Mittel, die zu philanthropischen Zwecken aufgebracht werden, sollten die Juden der Welt besser zur Verwirk- Hebung dieses Zieles flüssig machen; es hieße in die Zukunft bauen, wenn die Juden wieder ein Volk mit Land würden, eine Macht, die man brauche, — und er entwickelt phantastische Zukunftsbilder einer möglichen jüdischen Schlüsselstellung in der Orientpolitik. Da dies nicht nur die Meinung eines Einzelnen Ist, sondern, wie er mir auf meine Frage sagte, zahlreicher Nichtjaden seiner Generation, der Fünfziger, welche die Ströimmgeii der Kriegs- und Nachkriegszeit politisch wach miterlebt haben, sei sie nicht nur als Kuriosität wiedergegeben. * Irrs Gegensatz zu diesem politischen Gespräch bewegten sich I’riterlialtimgcn mit einer jungen Dänin, einer lebendig gewordenen Tonv van Fv!:k-Rolk-, auf mehr theologischer Ebene. Diese achtzehnjährige vermeintliche Atheistin wollte von (len Kirclien-Neiibauten nichts wissen, in die doch niemaiid hineingiiige, man könnte das Geld doch viel sozialer verwenden. Sie glaubte nicht an Gott und nicht an die Geschichte und verwies einwandfreie historische Persönlichkeilen ms Reich der Fabel. Aber sie wußte, daß wir ,.Juden mehr von Religion hielten“ und erkundigte sich, ob ich noch viel von den Gebrauchen ausiibe. Ich verneinte das der Wahrheit entsprechend und suchte sie zu überzeugen, daß der < iottesglaube nicht im Kirchen- oder Svnagogenliesucli allein bestünde. Ich sprach von der GeschichtsgUiubigckit der Juden, wobei sie mich unterbrach, daß doch gerade die unglückliche Geschichte die Juden an der Existenz Gottes zweifeln machen müsse. (Dies Gespräch fand in Gilieleje statt, dessen Name cs mir angetan hatte, seit er mir im Schlußakt eines der letzten Schauspiele Schnitzlers zum erstenmal begegnet war.) In Martin Huber erstand mir ein Helfer. Ich konnte eine Brücke von der chassidischen Frömmigkeit zum Diesseitsglauben dieses Mädchens sehlagen — er möge es mir verzeihen, wenn einmal auch die Tafelfrcuden des berühmten dänischen Lunch dazu herhalten mußten. Und ich fand ein offenes Ohr: wenn sie es auch nicht ״Gott“ nennt, so weckte ich iti ihr doch den Sinn für die Bereitschaft zum Göttlichen, wie es sich nach chassidischcr Auffassung weitha ft offenbart — in Begegnungen und Erlebnissen, Schickungen und Freuden, Genüssen und Pflichten. Ich stand unter dein frischen Eindruck von Bubers chassidischcn Büchern, einem der drei Werke, die ich mitgenommen hatte. Ich hatte sie wieder gelesen, weil ich mir für eine berufliche Aufgabe daraus Aufschluß holen wollte, und die Lektüre ward viel mehr, führte mich zu der Gegenwartsbedeutiing der chassidischen Elemente fiir eine Erneuerung der jüdischen Religion. Sinnbildlicher Kontrast — meist las ich am Strande, umgeben von Menschen nordischen Schlages, schönen Augenwonnen, während die Wellen mir eine vielstimmige Melodie ins Ohr rauschten. Die Leitmotive der Reise wiederholten sich: jüdisches Erleben und nordische Umgebung. * Durch meinen Freund konnte ich Frydenhmd besichtigen, den einstigen Landsitz Struensces, der jetzt in Privatbesitz ist. Das war der deutsche Minister, der als Landfremder in Dänemark scheiterte, Liebhaber der Königin, die eine englische Prinzessin war und nach der noch heute die dem Park benachbarten Straßen heißen; die Struensec-Zeit aber führte den deutschen Kultureinfluß In Dänemark herbei, der den fran7.ösi$ehen abföste. War es Nachhall der Gespräche mit meinem Freund, war es die Sicht, der wir uns nicht entziehen können und wollen, daß ich die Stniensee-Gestalt als nationales Problem sah und In ihrem Schicksal eine Parallele zu Ereignissen aus unserer Geschichte? Die Theater waren leider geschlossen, die Filme brachten Reprisen von früher. Ich sah den Chaplin-Film ״Moderne Zeit“ und entsann mich, daß vor kurzem Notizen durch jüdische Zeitungen gingen, Chaplin wäre kein Jude. Aber wenn je ein Film, so ist dieser letzte Chaplin-Film (als Ganzes genommen keine seiner stärksten Schöpfungen) kirnstlerischer Niederschlag jüdischer Scelenhaltung: Vertreibung aus dem Paradies und soziales Einordnenwotlen in eine feindliche Welt, gläubiger Optimismus und schlemihlhafte Selbstironie, David- und Goliath-Komik und ahasverisches Wandernmüssen, am Schluß zieht Chaplin einem nicht einmal kitschigen happy end die Landstraße vor. Von dem Mädchen hörte ich', daß Kierkegaard, der heute die Gemüter aller Konfessionen beschäftigt, in seinem dänisehen Vaterlande als ein Querkopf gilt; bei meinem Freunde erkundigte ich mich nach Meir Ciofdsclinüdt, dem jüdischen Schriftsteller dänischer Zunge, der vor fünfzig Jahren starb, dem Gegner Kierkegaards in seiner Zeitschrift ״Der Korsar“. Diesen Kampf, behauptete mein Freund mit Recht, hätte Goldschmidt zu platt-rationafistisch geführt, das Ehrenvollste wäre gewesen, daß er es einsah und den Streit abbrach; aber er hätte Bauernnovdlen geschrieben, die an Bodenständigkeit Auerbachs Dorfgeschichten weit iiberträfen. Daß Goldschmidt auch jüdische Stoffe behandelt hatte, die Georg Brandes so mißfielen, wußte er nicht. Der Zufall führte mich vor der Heimkehr noch fn die Allegade, in der, unweit des Vergniigungsetablissements L&rry, Goldschmidts Büste steht, zwischen Oehlenschläger und Drachmarin. Auf dem Sockel ist eine Mcnorah angebracht. So wünscht man sich einen jüdischen Autor als Juden in der Diaspora gewürdigt. War es Zufall? Oder lag ein geheimer Sinn in alledem, daß der Geist des Judentums im Norder! ruich nicht losließ? Landschaft, Freundschaft und (nun ja —), Liebe haben ihn mit einem Licht umgeben, dessen Flimmer unverlierbar ist. Hat sich der Kreis geschlossen? Nein — man steht eine Sniralenwindung höher im Leben. Man fühlte sich gestärkt, als man ohne Wehmut wieder deutsche Laute vernahm, gestärkt zu jüdischer Arbeit! ״Hadassah“ fOr die Jugend-AUjah. Einem Bericht der Zionistischen Frauen-Organisation Amerikas ״H a d a s s a h“ entnehmen wir, daß sich diese Organisation im letzten Jahre neben den schon früher von ihr gepflegten medizinischen Aufgaben Palästinas insbesondere der Unterstützung der J u - gend-Alijah gewidmet hat. Bei der letzten Jahreskonfe» renz beschloß die ״Hadassah“ 30 000 Dollar für die Jugend- Alijah anfzubringen; bei Abschluß des jetzigen Berichtes hatte sie jedoch für diesen Zweck bereits 110000 Dollar aufebracht. Dies ist ein Beweis, einen wie starken Widerall die Idee der Jugend- Alijah im amerikanischen Judentum gefunden hat. Die führenden Persönlichkeiten der ״Hadassah“ haben sich dieser Idee besonders liebevoll an genommen. Die Frauen-Organisation ״Hadassah“ hat eine Miteliedschaft von 47 000 Mitgliedern. Neben der Geldsammlang für ihre Palästina-Zwecke betreibt sie auch eine intensive Kulturarbeit, insbesondere eine Erziehung ihrer Mitglieder zu jüdischem Wissen und hebräischer Sprache. Auch der Oneg Schabhat hat sich, wie in dem Bericht erwähnt wird, in ganz Amerika eingebürgert. Die ״Hadassah“ kann jetzt bald auf eine 25jährige Tätigkeit in Palästina zurückblicken. Sie hat insbesondere seit dem Weltkrieg ein unvergängliches Werk auf dem Gebiete der Sanierung des Landes und der Bereit- Stellung medizinischer Hilfe geleistet. Keine Feststellung arischer Abstammung 1m Prozeßwege In einem in der ״Höclisti ichtcriichen Rechtsprechung“ vom 1. August veröffentlichten Urteil vom 26. Februar 1936 hat das Obcrlandesgcricht Kassel ausgesprochen, daß die Feststellung der unehelichen Vaterschaft im Sinne des § 1717 BOR. nicht geeignet ist, den für die arische Abstammung erforderlichen Nachweis der hlutmäßigen Abstammung zu erbringen, und daß unter diesem Gesichtspunkte daher kein rechtliches Interesse an einer Feststellung der unehelichen Vaterschaft besteht. In de« Urteilsgründen heißt es u. a.: ״Es ist verschiedentlich angenommen, ein uneheliches Kind habe außer der fiir den Anspruch aut Zahlung des Unterhalts vorzunehmenden Prüfung grundsätzlich ein Interesse an einer besonderen Fest- Stellung der Vaterschaft des von ihm in Anspruch genommenen angeblichen Erzeugers, weil das uneheliche Kind wegen der Bedeutung, die der Frage der arischen Abstammung heute ztikomriie, ein be- «schtigtes Interesse habe zu wissen, von wem cs abstamme. Die arische Abstammung kann aber nur durch den Nachweis der blutmäßigen Abstammung von zwei Iwsuitünien i’etsonen dargetan werden. Es gibt jedoch im heutigen Recht kein Verfahren, das bestimmt und geeignet wäre, diese b I u t m ä ß i g e Abstammung festzustellen. — Zunächst ist die ,blutmäßige Abstammung* zwar jetzt za einem Umstand geworden, der von rechtlicher Erheblichkeit ist, sie ist aber kein Rechtsverhältnis im Sinne des Gesetzes, so daß schon aus diesem Grunde zweifelhaft sein kann, ob die Feststellungsklage zulässig ist. Wesentlich ist aber, daß dem Gericht in dem jetzigen Verfahren keine geeigneten Mittel zu einer zuverlässigen Feststellung der blutmäßigen Abstammung zur Verfügung stellen. Denn die zuverlässige Feststellung, ob jemand aus der geschlechtlichen Verbindung zweier bestimmter Personen abstammt, kann nur auf biologisch-medizinischem Wege erfolgen, ganz abgesehen davon, daß durch die im Verfahren zur Prüfung der außerehelichen Vaterschaft be־tebende Par!ridis|»1siti״n und die Möglichkeit von Versitumnisentscheidungen geradezu eine Verfälschung der wahren Abstammung et felgen kann. Ein sicheres Mitte! zur bejahenden Feststellung der blutmäßigen Abstammung gibt es bis jetzt überhaupt nicht, da das Dlutprobcverfahrcn nur dazu dienen kann, gewisse Personen als Erzeuger auszuschlicßcn.“ — — Die Ausführungen dieses Urteils und sein Ergebnis stehen itti Gegensatz, zu dem in der ״Jikl, Rundschau“ vom 31. 7. 36 mitgeteilten Beschluß des Obcrlandcsgcrichts Düsseldorf vom 4. 2. 36, das die gegen eine solche Fcststellungsklage erhobenen Bedenken als nicht überzeugend bezeichnet hat. Juden als Testamentsvollstrecker von Ariern? Der ״Westdeutsche Beobachter“ verneint im Anschluß an einen vor kurzem ergangenen Beschluß des Landgerichts Berlin, wonach Ehrenämter von Juden nicht bekleidet werden können, die Frage, ob ein Jude Testamentsvollstrecker sein könne, in den Fällen, in denen ein arischer Erblasser aus freien Stücken einen Juden zum Testamentsvollstrecker bestimmt hat, müsse angenommen werden, daß eine derartige Bestimmung als den allgemeinen deutschen Anschauungen von Rasse, Blut und Sitte zuwiderlaufend nichtig ist. Aus alledem und aus der Tatsache, daß nach der zur deutschen Anschauung gewordenen nationalsozialistischen Weltanschauung Juden überhaupt nicht Verwalter deutschen Bodens und deutschen Gutes sein können, müsse die Folgerung gezogen werden, daß zur Zeit bestehende Testamentsvollstreckungen durch Juden und überhaupt Verwaltungen deutschen Vermögens durch Juden aufz.ulieben sind. Oie so frei gewordenen Acmter seien mit Ariern zu besetzen. (Es ist zu beachten, daß es sich hier um eine Zcitungsäußcrung und nicht um eine gesetzliche Regelung handelt. — A. d. R.) Das älteste Bibel-Manuskript der Welt. In Manchester wurde in der John Rylanils Library eine griechische Handschrift des Alten Testaments aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Die Handschrift ist 300 Jahre älter als das bisher älteste Bibelfragment. Sie umfaßt vier Fragmente des Buches Deuteronomium. Die Papyrusrollen, aut denen das Manuskript niedergeschrieben ist, bildeten einen Teil der Umhüllung einer Mumie. ALftWANnFDFD 6"“"" Gasofix-Benzingaskochhercl WW ^^1 vl wf ■■ *» ,,*״ ohne Vorwärmung, voller Ersatz für 801 In der Lehrkliche auf Palästinaherden Frau Albach,Trautenaustraße 8 Toi. H 7 2528