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Jüdische Rundschau · 1936-08-07 · Heft 63 (7.8.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 63 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nf. 63 7. VIII. 1936 JÖDISCHF RUNDSCHAU Seife 3 Sommer in Amerika Aus der Haftarah für Sdiabbat, den 8. August 1936 Von unserem New-Yorker Korrespondenten New York. Ende Juli Wohin in den Ferien? Wenn die Sommermonate kommen und die Hitzewelle in den Städten beginnt, suchen alle Teile der Bevölkerung Kühlung und Erholung an der See oder im Gebirge. Einen passenden Erholungsort zu finden, war noch vor 10 oder 15 Jahren für die Juden ziemlich schwierig, aber heute gibt es längs der Küste im Osten ziemlich genau umgrenzte Gebiete, die von den Juden während der Sommerferien aufgesucht werden. Im Mittleren Westen sind die Möglichkeiten noch etwas größer und an der Westküste fast unbeschränkt. Die Juden wissen heute bereits, daß es gewisse Plätze gibt, wo sie nicht erwünscht sind und bleiben solchen Orten fern, obwohl von Zeit zu Zeit in einer Zeitung noch eine Notiz erscheint, in der darüber Klage geführt wird, daß dieser oder jener angesehene Jude in einer bestimmten Sommerfrische keine Aufnahme fand. Aber an sich wäre es nicht nötig־, daß ein Jude sich einer solchen Demütigung aussetzt, denn die Werbeanzeigen solcher Orte in den Zeitungen sind ziemlich unzweideutig. In etwa 60 °,ö aller Anzeigen kann man den Zusatz lesen ״Christliche Besucherschaft‘‘ oder ״Nur beschränkte Besucherschaft“ bzw. ״Ausgewählte Besucherschaft“; noch Zartfühlendere benutzen die Phrase ״Kirchen aller Sekten in der Nachbarschaft“. Alle diese Zusätze haben die Bedeutung ״Juden unerwünscht“. Es wäre unrichtig, die Inhaber der Erholungsstätten als antisemitisch zu bezeichnen. Die meisten von ihnen handeln nur nach Geschäftsgrundsätzen, nicht nach eigener Gesinnung; denn es ist eine Erfahrung, daß das christliche Publikum den Erholungsorten, die von großen jüdischen Massen besucht werden, fernblcibt. Und viele Hotelbesitzer wären sogar hiermit einverstanden, aber es hat sich gezeigt, daß die Juden häufig die Modekurorte wechseln, so daß dann die betreffenden Hotels weder christliches noch jüdisches Publikum haben. Die amerikanischen Juden haben zwei Typen von Erholungsstätten: den Badeort und das Sommerlager (״Summer camp“). Die erste Bezeichnung wird auf die Erholungsorte reicher Juden angewendet; die letzte ist üblich für die von den ״oberen Armen“ und der Mittelklasse besuchten. Diese ״Sommerlager“ haben zwei Merkmale: viele ihrer Besucher sprechen oder verstehen jiddisch und die Darbietungen in Vergnügungsstätten sind häufig jiddisch, die Küche gewöhnlich koscher. Die als koscher bezeichneten Gaststätten werden auch von Nicht-Orthodoxen gern aufgesucht, weil man dort sicher ist, nicht in eine antijüdische Atmosphäre zu kommen. Eine andere Art Sommeraufenthalt sind die Lager (״Camps“), zu weichen der Mittelstand und reichere Eltern ihre Kinder während der Sommerferieri schicken. Diese Lager liegen meist an den Seen und geben Tausenden von jüdischen Stadtkindern den so wichtigen Kontakt mit der Natur. Ein Querschnitt durch die Sommeraufentlialte ist eine gute Gelegenheit, die Denkungsart der amerikanisehen Juden kennenzulerncn. Dabei kann man leicht erkennen, daß die breite Masse der amerikanischen Juden sich wenig darum kümmert, was bei Juden anderswo vorkommt. Sie kennen weder die Lage der Juden in Deutschland, noch in Polen oder Rumänien, und noch weniger Verständnis haben viele für die Vorgänge in Palästina. Wenn man von einem Erholungsort zum anderen geht, ist man stark davon beeindruckt, wie wenig sich diese Juden in ihren Interessen von den amerikanischen Durchschnittsbürgern unterscheiden. Sollte die amerikanischen Juden einmal ein spezifisches Juden- Schicksal treffen, so werden 099 von 1000 vollständig unvorbereitet und ahnungslos gegenüberstehen. Politik und Antisemitismus Im Mittelpunkt jeder Sommerunterhaltimg steht die Politik, und das wira bis zur ersten Novemberwoche so sein. Auch bei Juden findet man dieses Interesse, und die Judenfrage wird ziemlich häufig im Zusammenhang mit den nächsten Wahlen erwähnt. Die Führer der demokratischen Wahlkampagne behaupten, daß der republikanische Kandidat, Gouverneur Landon von Kansas, ein Antisemit sei. Sofort dementierte der Vorsitzende des republikanischen Komitees, daß an dieser Behauptung kein Jota wahr sei. Rabbi Samuel Mayerberg von Kansas City, der ein Interview mit Gouverneur Landon hatte, veröffentlichte eine Erklärung, daß weder der demokratische noch der republikanische Kandidat des Antisemitismus bezichtigt werden könne, beide hätten einen tiefen Respekt vor den Juden. Dennoch wird der Antisemitismus bei den Wahlen eine Rolle spielen. Dies zeigte sich bei der Landeskonferenz der sogenannten To wnsen d- Bewegu n g, die sich dafür einsetzt, daß jeder Akademiker über 60 Jahre eine Rente von 200 Dollars monatlich erhält, wenn er sich verpflichtet, den Betrag in demselben Monat auszugeben. Bei der Landes- Konferenz dieser Partei hielt der bekannte ״Radiopriester“, Pater Coughlin, eine Rede, in der er seine Angriffe aut den Präsidenten Roosevelt deutlich antisemitisch verbrämte. U. a. sagte er, Roosevelt habe sich den internationalen Bankiers, und zwar den Rothschilds, verschrieben, obwohl völlig unverständlich ist, was die Rothschilds mit dem amerikanisehen Finanzwesen zu tun haben. Auch von anderer Seite wird die Judenfrage atifgcrollt. Paul Block, ein Jude, der eine Anzahl von Tageszeitungen besitzt, veröffentlichte in allen diesen Blättern einen Artikel, in dem der Gouverneur von New York, Herbert Lehman, angegriffen wird, weil er nur darum kandidiere, um für Roosevelt ״die Stimmen der Juden zu gewinnen“. Block ist mit dem bekannten Zeitungskönig Hearst eng verbunden, und sein Artikel hat in jüdischen Kreisen Befremden erregt. Wirkungen der Palästine - Ereignisse Die Unruhen in Palästina werden hier mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Drei Punkte sind hervorzuheben: Die Haltung der A n t ו z i o n i sten, welche in den Vorgängen eine Bestätigung zu finden glanben; die Haltung der großen Masse, die überzeugt ist, daß alle derartigen Vorgänge die unaufhaltsame Rückkehr der Juden in ihr National heim nicht hindern können; und schließlich die Reaktion der liberalen und linksgerichteten Kreise. Diese Gruppe ist in zwei Teile gespalten, von denen der eine der jüdischen Sache freundlieh ist, während der andere sie scharf ablchnt. Hinzu kommen die Kommunisten, die auf Grund von Parteiweisungen entschieden gegen die jüdische Palästina-Sache eingestellt sind. Man muß hervorlteben, daß die Antizionisten ihrer Genugtuung nicht in auffälliger Weise Ausdruck gegeben haben; sie haben ein Gefühl jüdischer Verantwortlichk e i t gezeigt, das man anerkennen muß. Am meisten Lärm schlugen die kommunistischen Parteien. Eine kommunistische Tageszeitung ih jiddischer Sprache ״Freiheit“ unterstützt in täglichen Artikeln die These der palästinensischen Kommunisten, wonach der arabische Angriff eine ״gerechtfertigte Erhebung gegen den britischen Imperialismus und zionistischen Chauvinismus“ sei. Die Kommunisten haben auch mehrere Massenversammlungen mit diesem Thema einberufen. Sie haben aber bei den Juden die entgegengesetzte Wirkung erreicht; denn die jüdische Oeffcntlichkeit ist darüber empört, daß man den angegriffenen Juden Palästinas in den Rücken fällt. Als interessante Episode ist eine Erklärung zu verzeichnen, die Rabbi Edward Israel in Baltimore, der Präsident des dortigen zionistischen Distriktes, abgegeben hat. Rabbi Israel spielt eine Roile in der liberalen Bewegung Amerikas und war auch Mitglied der amerikanischen ״Liga gegen Krieg und Faschismus“, einer überparteilichen Gesellschaft, der Mitglieder aller Linksgruppen angehören. Da auch Kommunisten in diesem Verband sitzen, ist Rabbi Israel jetzt ausgetreten mit einer Erklärung, daß er mit Rücksicht auf die Haltung der Kommunisten zu den Palästina-Ereignissen nicht mit ihnen in einer Organisation bleiben könne. Dieser Schritt hatte eine längere Kontroverse zur Folge, da der protestantische Priester Dr. Ward, der Präsident der Liga ist, Rabbi Israel öffentlich interpellierte, so daß dieser Gelegenheit hatte, seinen Standpunkt nochmals darzulcgeu. Unser New-Yorker Korrespondent berichtet an anderer Stelle über die Rolle der Judenfrage im amerikanischen Wahlkampf. Wer amerikanische Zeitungen liest, wird dies an zahlreichen Beispielen bestätigt finden. So z. B. wird in der Presse berichtet, daß der republikanische Kandidat, Gouverneur Alfred M. Landon, von seinen Gegnern einerseits, und zwar in den stark von jüdischen Wählern bewohnteri Teilen Ostamerikas, als Antisemit, dagegen in den judentreien und antijüdisch eingestellten Teilen Westarnerikas als jüdischer Abstammung bezeichnet wird, wobei man darauf hinweist, daß sein zweiter Name Mossman lautet. In einem Zeitungsbericht aus Landons Residenzstadt Topeka wird hinzugefügt, daß die Beschuldigungen des Antisemitismus in der Mehrzahl sind. Dabei wird folgender Fall zitiert: Der Leiter des Staatlichen Geisteskrankenhauscs von Kansas (dem von Landon regierten Staate), Dr. Carmichael, habe vor sechs Jahren einen Assistenten gesucht und hinzugefügt ״Juden von der Bewerbung ausgcschlossen“; vor IR. Jahren habe er bei einer ähnlichen Gelegenheit wieder hinzugefügt ״Nur Nichtjuden mögen sich bewerben“, ln beiden Fällen erhob sich ein Sturm des Protestes. Nunmehr hat Dr. Carmichael mit Rücksicht auf gewisse Unregelmäßigkeiten in seinem Spital seinen Posten nach 23 Jahren niedergelegt, und es wird mitgeteilt, daß die zwei antijüdischen Ausschreibungen wesentlich dazu beigetragen hätten, daß Gouverneur Landon den Rücktritt Carmichaels forderte. Weiter wird Wert auf die Fest- Stellung gelegt, daß ein zuletzt freigewesener Arztposten in dem staatlichen medizinischen Dienst von Gouverneur Landon mit einem Juden besetzt wurde und daß auch andere Juden in der Verwaltung des Staates Kansas sitzen. Auf der anderen Seite wird gegenüber dem Vorwurfe, Tagung der Agudas Jisroel Marienbad, 5. August. (JTA.) In Marienbad wurde am Dienstag die Knessio niechino, der vorbereitende Weltkongreß der Agudas Jisroel, eröffnet, lieber 100 Delegierte aus insgesamt 14 Ländern und zahlreiche Gäste waren anwesend, als der frühere Sejmdeputierte Oberrabbiner Aron Le wiu die Tagung mit einer Ansprache cinleitete, in der er der Opfer gedachte, die das jüdische Volk im Verlaufe der gegenwärtigen Unruhen in Palästina gebracht hat. Seine Ansprache gipfelte in einem Bekenntnis zu dem jüdischen Palästina. Besonderen Eindruck auf die Versammlung machten Begriißinigsansprachen, eile die chassidisehen Großrabbiner von Gora-Kalvaria, Sochac/ow, Sadagora und Moszicz hielten. Der Präsident der Weltorganisation Agudas jisroel, Jacob Rosen heim, referierte über die Lage der Judcnhcit in der Welt. In seinen Darlegungen bezeichnete er es als die Aufgäbe des Judentums, die Souveränität Gottes inmitten einer gottverlassenen und kriegsbedrohten Welt zu proklamieren. In einer unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Aron Lew in abgehaltenen geschlossenen Geschäftssitzung erstattete Präsident Jacob Rosen heim einen eingehenden Bericht über die Einberufung der Knessio Gedaulo nach Jerusalem, die agudistischc Presse, die Finanzlage der Agudahzentraie und eine Reihe politischer Probleme. Rabbiner W. S. Jacobson referierte über den Keren Hatora und die Bet Jacob- Mädchenschulen. Es folgte der für die Ostländer von Meier Schwarzmann-Warschau und für die Westländer von Dr. Kalman Kahana-Fulda erstattete Bericht über die agudistischc Jugendbewegung. _ Das Völkerbundssekretariat und das Internationale Arbcitsamt werden auf dem am 8. August beginnenden Jüdischen Weltkongreß durch Beobachter vertreten sein. Bei der Eröffnungssitzung des Kongresses wird der Rektor der Genfer Universität, Prof.' William Rappard, Delegierter der Schweiz in der Völkerbundsver.sammlimg und Mitglied der Ständigen Mandatskommission, eine Ansprache halten. Ob eurer Verschuldungen wurdet ihr da verkauft, ob eurer Abtrünnigkeiten ward fortgeschfckt eure Mutter. Weshalb war kein Mannhafter, als Idi kam, kein Antwortender, als ich rief? Ist allzu kurz, fürs Abgelten allzu kurz mein Arm, oder keine Kraft in mir, zu erretten? 1 Da, mit meinem Schelten trockne ein Meer Ich, mache Ströme zur Wüste, stinkend wird ihre Fischbrut, weil kein Wasser mehr ist, sterben muh sie vor Durst. Ich kleide die Himmel in Düsternis, mache Sackleinen ihnen zur Hülle. feschaßahu SO, 1-3 Veriieutsdit von Mariin Bubcr. Dennoch darf man nicht übersehen, daß auch viele jüngere amerikanische Juden von der kommunistischen Propaganda nicht unberührt bleiben. Es wäre 1!<׳twcml1:1, daß die Gegen- Propaganda von zionistischer Seit e, die jetzt nur von der Poale Zion geführt wird, verstärkt würde. Schließlich soll noch erwähnt werden, daß David Brown, ein Nichtzionist, der 1924 die Kampagne: für den ״Palästina- Notfonds" leitete, an Felix W a r b u r g einen Brief schrieb, worin er anregt, daß der Rest dieses Lunds jetzt in Palästina verwendet werde. Dieser Brief, auf den keine oiteiiiliehe Autwort erfolgte, erinnert an eine heikle Angelegenheit; denn der Notfonds, der von den amerikanischen Juden unter Führung der Zionisten 1929 aufgebracht wurde, hat sich auf ünerkiarliehe Weise in einen Fonds verwandelt, der der privaten Dis- Position einer kleinen nicht/ioni.stisciien Gruppe untersteht. Landon sei ״p r o j ii d i s c 11“ voreingenommen, darauf hingewiesen, daß seine mütterliche Familie Mossman rein! schottischer Abstammung Ist und sein Großvater, Dr. Mossman, ein nicthodistischer Piedigcr war. Weiter wird eine Lrklärung neu veröffentlicht, die Gouverneur Landon im Juni 1935 zur trage des Antisemitismus abgegeben habe. Er wurde damals!!her die Juden- Politik in Deutschland befragt und hat sieh dazu kritisch geäußert und dann, auf die Verhältnisse Amerikas übergehend, folgendes gesagt: ״Wir Amerikaner sollten, bevor wir selbst auf andere Steine werfen, uns fragen, ob wir nicht selbst gesündigt haben, indem wir unsere religiösen Prinzipien zu oft verleugnet haben. Kein Volk kann existieren, das die christlichen Prinzipien der (ierechtigkeit und Liebe vergißt.“ Gegenüber gewissen Vorwürfen, die in der Presse gegen die R ס o s e v c 11 - R e - glerung wegen ihrer ״projüdischen“ Haltung laut geworden sind, wird jetzt von der Gegenseite beton(, daß Landon gemäß dieser seiner Erklärung in diese m P n n k t e nicht anders denke als sein G e g c n k a 11 d i d a t. Wie immer die Dinge in Wahrheit liegen mögen, für 1ms Fernstehende ist es besonders interessant, diese Bedenfung der ludenfrage innerhalb der amerikanischen Wahl zu beobachten. Denn so sehr auch antisemitische Momente im Wahlkampf zur Gewinnung gewisser Teile der Wählerschaft auftauchen, hat man doch aus den liier zitierten Erklärungen den Eindruck, daß den Kandidaten mehr daran gelegen ist, als n i < 111 - antisemitisch zu erscheinen als das Gegenteil. Daraus läßt sich immerliiu schließen, daß das Abrücken vom Antisemitismus in Amerika noch immer als bessere psychologische Wirkung auf die Wähler betrachtet wird als eine antisemitische Haltung. Die Erwerbslosigkeit in Wien Die E rwerbslosigkeit unter d er Wiener Juden sc 11a ft hat seit dem Vorjahre in erschreckendem Maße zugenommen. Trotz aller Anstrengungen der Arbcits- Vermittlungsstelle der jüdischen Gemeinde wird es immer schwieriger, für jüdische Erwerbslose Beschäftigung zu finden. Für zugrunde gegangene Kaufleufe und (iewerbetreibende besteht überhaupt keine Aussicht, irgendeine Arbeit zu bekommen, f )ie A r b e i t s v e r m i 111 u n g s s t e i I e der j ü di sehen Gemeinde wendet sich an die jüdische Oeffentlichkeit mit der dringenden Bitte, sie in ihrem Bestreben, den jüdischen Erwerbslosen Arbeit und Brot zu verschaffen, zu unterstützen. Man möge nicht vergessen, daß der jüdische Mensch heute einem Bovkott ausgeset/t ist, dem gegenüber er vollständig machtlos ist. Ihn z» verhüten, daß nicht noch mehr Juden die Hilfe der Gemeinde, die ohnehin sehr umfangreiche Fürsorgearbeit zu erfüllen hat und daher finanzieh schwer belastet ist, in Anspruch nehmen müssen, möge die jüdische Oeffcntlichkeit die jüdischen Arbcits- und Erwcrbsloscn nicht vergessen. Aus jüdischen Aerzfekreiscn wird darauf hingewiesen, daß (wie in der ״J. R.“ bereits vor einiger Zeit berichtet) ungefahr 60 Aerztestellen derzeit in den Wiener Spitälern vakant sind, aber zufolge der seit April 1933 geübten Ausschaltung der jüdischen Jungärzte vom bpitaldienst nicht besetzt werden k ö n n cn, da viel zu wenig nichtjüdische Jungär/tc sich für diese Stellen mclden. Es ist eine Situation eingetreten, die geradezu als Gefahr für die Spitalspatienten erscheint Im September findet in Warschau der Internationale Kongreß der Immobilienbesitzer statt. Von der Tel-Awiwer Stadtverwaltung wurde das Kongreßsekretariat verständigt, daß der jüdische Immobilienbesitz, in P a 1 ä - s t i n a auf dem Kongreß durch drei Delegierte vertreten sein wird. Projüdisch oder antijüdisch? Die Judenfrage im amerikanischen Wahlkampf HANNOVER ny frGroachsn, Sammlungen Verlangen Sie koetanlo« unser Illustriertes Angebot MERKUR Briefmarken-Handelsgesellschaft m. b. H, BERLIN W15 KurfUrstendamm 26a / Tel. 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