Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 61 (31.7.1936)
- Date
- 1936-07-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 61, 31. VII. 1936 Viel Versäumtes nachzuholen... ״Der Zukunft entgegen“ Unter dieser Ueberschriff polemisiert im ״Haaren“ S. 11 a - A I k u s c h i (Salnian Epstein) gegen den Historiker Drujanow, der am selben Orte eine Artikelreihc zur Araberfrage veröffentlicht hat. Nach Drujanows Ansicht bedeuten die gegenwärtigen Ereignisse nichts anderes als einen ,.Aufstand der Wüste gegen die Zivilisation“, und so seien all unsere Selbste o! würfe wegen Vernachlässigung der arabischen Frage verfehlt, denn solchen Tenden/eii gegenüber nütze keine Aufklärung über •— unerwünschte, ja abgclehnte — Vorteile, die wir den Arabern bringen. H a - A I k u s c h i wendet dagegen ein, daß gerade die Primitivität des arabischen Volkes uns zu größter Vorsicht hätte veranlassen müssen. Nach der Balfour-Dcklaration hätte die Aufklärungsarbeit unter den Arabern der Schwerpunkt unserer politischen Arbeit überhaupt sein müssen. Gerade weil wir das bei weitem entwickeltere Volk waren, wäre unsere Verpflichtung zum Entgegenkommen um so größer gewesen. Statt dessen ״bewahren wir in unseren Archiven ein Stuck Papier auf, daß bestätigt, daß König Faisal unser nationales Werk in Palästina gutgcheilleu hat, und damit meinten wir wohl aller Pflichten ledig zu sein. Wir vergaßen augenscheinlich, daß Die Unterbringung der neuen Einwanderer Eine K o nfer e 11z von Vertretern der Arbeiter a 11 s s c h 11 s s e i n d e 11 Kol t> 11 i e 11 beschäftigte sich, wie uns aus Tcl-Auiw geschrieben wird, mit der V'erteil»׳!״ der zu erwartenden neuen (;haluzeinwanderung und ihrer Lino!dnung ״! <jen Wirtschnftspro/eß. In der nächsten Zeit erwartet man Chalu/1m, die ihre Zertifikate auf Grund der unlängst tun der Regierung lieralisgegehencn Quote erhalten haben. Der ״Da war״ berichtet über die Konfeien/: Die InndwirtschaftliJie Zentralstelle der Arbeiterschaft :egte einen Vorschlag vor, wie die demnächst zu erwartenden T« 10 Einwanderer und Eiiiwamlerinucu zu verteilen sein werden. Sie werden in verschiedene Kibbuzim nach Kolonien geschickt, in denen Arbeit vorhanden ist. Besondere Schwierigkeu macht der hohe Prozentsatz von Mädeben unter den avisierten Einwanderern, da Arbeitsstellen für sic nicht so leicht 711 beschaffen sind. Ei״ anderes schweres Problem ist die W o 11 n u ח g s f r <1 g e in den Kibbunm. Die Kibbuzim sind für die Aufnahme und Eingewohnung nuitr Einwanderer die geeignetsten Statten, aber sie können ihre I unktmn nicht austiben, wenn sie in der Wohnungsfrage nicht öffentliche Unterstützung erhalten. Ein anderes Problem stellen diejenigen Einwanderer dar, die nicht hündisch organisiert sind, und für sich allein leben wollen. Für sie sind Unterkunftshäuser errichtet worden und für die ersten Ausgaben zur Einrichtung stehen ihnen Anleihen zur Verfügung. Aber all diese Einrichtungen sind noch unzureichend. Besonders müssen bessere Vorkehrungen für die kulturelle Erfassung dieser Menschen getroffen werden. Man muß sie auch miteinander in Verbindung bringen, sie vielleicht in kooperativer Form organisieren. In besonderem Maße ist hier für die Mädchen zu sorgen, die schwerer als die Männer Arbeit finden. Die Wohnhäuser sind besser zu organisieren. An manchen Orten waren sie trotz des Mangels an guten Wohnungen nicht voll ausgenützt. Vielleicht muß man die Mietspreise herabsetzen. Auch muß in diesen Arbeiterhäusern, die von vielen Junggesellen bewohnt werden, eine Hausordnung ein!geführt werden, um Unzuträglichkeiten zu vermeiden. Die Teilnehmer der Konferenz forderten in einer Schlußresolution von der Jewish Agency, die sich an den Sitzungen beteiligt hatte, mehr Unterkunftshänser für NeucinWanderer zu errichten, vier besondere Heime für Mädchen nach dem Muster des Heims in Haifa zu schaffen, der! Anleihefonds zu vergrößern, die Miete» in den Unterkunftshäusern zu verbilligen und besonders billige Bedingungen für die Krankenversicherung der Neueinwandorcr zu schaffen. Schwierige Lage der Industrie ln einer von der Jerusalemer Ortsgruppe des palästincnsischcn Industrie! len ver band es veranstalteten Pressekonferenz wurde die schwierige Lage geschildert, in die die Industrie Palästinas infolge der Unruhen geraten ist. Auf allen Wirtschaftsgebieten mit Ausnahme der Lebensmittel- und Papierindustrie sei ein erschreckender Niedergang fest/ustellen. Eine Anzahl von Fabriken sei durch die Unruhen vollkommen zugrunde gerichtet worden; diejenigen, die das Lr/eugungsienipo nicht herabsd/ten, haben große Warenvorräte geschaffen, für die es augenblick- 1 ioh k e ine Absatz!11 ö g I i c h k e i t gibt. Das hat zu Arbeiterentiassungen und der Notwendigkeit weitgehender Inanspruchnahme von Bankkrediten geführt. Trotz dieser Finanzhilie werden jedoch viele Fabriken zu völliger Befr iebsein Stellung genötigt sein, falls die gegenwär* tigert Zustände in Palästina noch längere Zeit andauern. Weit weniger bedenklich wäre die Lage der Industrie, wenn nicht so viele Artikel, die heute schon in guter Qualität in Paiästina hergestellt werden, noch immer aus d e m Ausland bezogen wiirden. Das gilt z. B. von Wirkwaren, Möbeln und Zement. Fast achtzig Prozent dieser Waren, für die im letzten Jahr über $50 000 Pfund an das Ausland bezahlt wurden, seien im Lande selbst erhältlich. Der Hebräische Pen-Klub Palästinas hat Saul Tschernichowsky zu seinem Vertreter bei dem im August in Argentinien stattfindenden Internationalen Pcn-KIuh-Kongreß bestimmt. Tschernichowsky hat die Reise nach Argentinien angetreten, wo er auch eine Reihe von Vorträgen über die Arbeit dt*s Keren Hajessod im Auftrag dieses Fonds halten wird. in heutigen Zeiten Politik nicht von den Spitzen, sondert von den breiten Massen getragen wird, von den Kreisen der Intelligenz, die dem Volke nahe sind und es beeinflussen. ״Wir haben zionistische Politik in Bukarest und Prag getrieben, Kalkiiie aber und Dschenin haben wir vergessen“. Wie können eigentlich die Araber, selbst die Wohlgesinnten unter ihnen, etwas über den Zionismus erfahren? Eine arabische Zeitung haben wir nicht, aufklärende Bücher und Broschüren in arabischer Sprache sind auch nicht vorhanden. Unsere Führer haben zuweilen mit hochstehenden arabischen Persönlichkeiten Verbindung gesucht, aber zu den Schichten, die Einfluß aut die arabischen Massen haben, sind sie nicht vorgedrungen. Nur geduldige systematische Aufklärungsarbeit hätte hier einen Wandel schaffen können. Auch jetzt ist cs dazu noch nicht zu spät. Zwar ist zu dieser Stunde nichts anderes möglich als ein gewaltsames Vorgehen der Regierung. Sobald aber die Unruhen liquidiert sein werden, werden wir das Vergangene vergessen müssen. Verbleiben aber wird uns die große Aufgabe, mit dem arabischen Volke cingcmeinsa mes Leben in Palästina aufzubauen. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, daß auch die Araber für unsere wahren Absichten Verständnis haben werden, wenn wir es nur verstehen, uns ihnen begreif lieh zu machen. Die Beratungen bet Abdullah Die ״Palcor“ ist in der Lage, Einzelheiten über die Unterredung des Emir Abdullah mit den Mitgliedern des arabischen Obersten Komitees vom 26. Juli mitzuteilen. Der Emir rief das Komitee auf, den Gewaltakten ein Ende zu bereiten, um das Kommen der Kgl. Kommission zu ermöglichen. Er wies auf die ungeheuren vvirtschaftlichen Verluste der Araber hin, sowie auf die Leiden der arabischen Volksmassen.' Eine Anzahl der Mitglieder des Obersten Komitees erklärten, daß sie keinen Einfluß auf die Terroristen haben und nicht imstande seien, die Abbrechung der Gewalttätigkeiten zu erzwingen. Andere forderten die Einstellung der jüdischen Immigration während der Arbeiten der Untersuchimgskommission, die Befreiung der im Zusammenhang mit den Unruhen Verhafteten und Interliierten, sowie die Erlassung der Kollektivstrafen als unbedingte Voraussetzung. Zum Schluß erklärte der Mufti, daß er nach Rückkehr der Londoner Delegation eine Sitzung der arabischen Führer einberufeil werde, um endgültige B e - Schlüsse zu fassen. * Wie aus Transjordanien berichtet wird, sind die unter den Arabern Palästinas verbreiteten Gerüchte, daß zehntausende bewaffnete Transjordanier bereit stünden, um ihnen zu Hilfe zu kommen, völlig unbegründet. In Trans- Jordanien sei man sich dessen durchaus bewußt, daß jeder Versuch einer derartigen aktiven Unterstützung des Aufstandes in Palästina die Selbständigkeit T ran «Jordaniens gefährden würde. Man rechnet damit, daß in einem solchen Falle die Engländer die letzten Reste einer Selbst- Verwaltung in Transjordanien beseitigen und dieses Land in eine englische Kolonie verwandeln würden. Man sei zwar bereit, die Araber Palästinas mit G e! d und W a f f c n, nicht aber durch Bcistcllutig von Kämpfern zu unterstützen. Tatsächlich werde ein umfangreicher Waffen sc hmugge! von Transjordanien nach Palästina durchgeführt. Die Araber in Amman rühmen sich dessen offen, daß täglich 200 bis 300 Gewehre und 10 000 Patronen nach Palästina gebracht werden. Der Preis eines Gewehrs schwankt im allgemeinen zwischen 3V2 und 7 Pfund. Ein Mausergewehr kostet 8 Pfund, eine Patrone 2 Mils. Wirtschaftlich haben sich die Ereignisse in Palästina auch in Transjordanien sehr ungünstig ausgewirkt. Hunderte Transjordanier, die von dem Handel mit Palästina lebten, sind jetzt beschäftigungslos. Araber gegen Dschemal Hussein! 84 der in Sarafend internierten Araber, darunter auch Parteiführer, haben sieh aii das Arabische Oberste Komitee mit einem Protest gegen die Erklärung Dschemal Husseinis in London gewandt, in der dieser Gewaltakte verurteilte und die palästinensischen Unruhen als nicht gegen Großbritannien gerichtet bezeichnete. In dem Protestschreiben wird betont, daß die Terroristen die hauptsächlich gegen britischen Imperialismus gerichteten arabischen Bestrebungen vertreten; ferner wird gefordert, daß das Oberste Komitee die von Dschemal Hussein! abgegebene Erklärung dementiere und daß auch dieser selbst •ein Dementi in der englischen Presse veröffentliche. Wirtschafts-Nachrichten Nach Besprechungen mit Direktor Chorin von der von der Histadruth gegründeten palästinensischen Pflanzungsgesellschaft ״Jachin“ hat der Geschäftsführende Ausschuß des Zionistischen Zentraivcrbandes der Tschechoslowakei vorbereitende Schritte für die A n s i e d 1 u n g jüdischer Mittelständler aus der Tschechoslowakei in Palästina unternommen. Es soll eine Gesellschaft mit dem Sitz in Palästina und eine Schwcstergescllschaft in der Tschechoslowakei gegründet werden. Kapitalbeteiligungen an der Sache interessierter nationaler Institutionen wurden in Aussicht gestellt. Der Gesellschaft obliegt die juristische, finanztechnische und kolonisatorische Betreuung der Siedler. Jede Familie soll 15 Dunam Boden erhalten. Das Höchstalter der Ansiedler soll 45 Jahre nicht übersteigen. Aus dem Bericht, der vom Kolonisations-Departement der Exekutive der kommenden Tagung des Aktions-Comitis vorgelegt werden wird, geht hervor, daß seit dem Luzerner Kongreß £ 175 000 aus den Mitteln des Keren Hajessod für die Ansiedlung von 1047 Familien ausgegeben worden sind. Die Siedlungstätigkcit der Exekutive hat durch die Unruhen keine Unterbrechung erfahren. Der ״Monat der Tozereth Haarez“ wurde am 9. Juli mit einer feierlichen Versammlung eingeleitet. ״Arabische Balfour- Deklaration“ Die Jerusalemer englisch-sprachige ״Pa lest ine Post** veröffentlicht längere Ausführungen eines ״arabischen Historikers“, in denen dieser die durch Weizmann publizierte Urkunde, die das Uebereiiikommen Eeisal-Weizrnann in der Uebersetzung von Lawrence enthält, mit den Mitteln der Geschichtsforschung kritisiert. Er glaubt, ausreichende Gründe für die Behauptung zu haben, daß es sich um eine Fälsch 11 n g, zum mindesten aber 11m die ungenaue Widergäbe oder Uebersetzung eines vorliegenden Textes handele. Er schließt seinen Aufsatz mit folgenden Worten: ״Meine Meinung ist, daß das Dokument, sei cs nun echt oder eine Fälschung, nur noch von historischem Interesse ist. Sein Inhalt aber, ob er nun Fcisal in diesem Sinne bewußt war oder nicht, bedarf eines Wortes, mit dem ich die Diskussion schließen möchte. Der wahre Zweck dieses Dokumentes ist der Versuch, eine ,arabische Balfour-Dcklaration* zu erlangen, auf der Grundlage der Zustimmung der Araber zur Politik des jüdischen Nationalheims. Djis ist sicher ein weiser Schrift des jüdischen Führers, nicht nur im Jahre 1010, sondern auch jetzt im Jahre 1036. Solange eine solche Deklaration auf gesunder Basis und unter voller Zustimmung und Mitarbeit der Araber innerhalb und außerhalb Palästinas nicht erlangt sein wird, solange wird eine Wiederholung der Dinge, die wir jetzt in Palästina erleben, unvermeidlich sein.“ — In einer Erwiderung aut die Beweisführung des ״arabischen Historikers“ weist M. Medzini in derselben Nummer der ״Palcstine Post“ den Verdacht einer Fälschung energisch zurück. Am Ende seiner Gegenargumentation kommt er auf die Schlußworte des arabischen Historikers zu sprechen: ״Noch einige Worte über die ,arabische Balfour-Dcklaration‘. Es war immer der heiße Wunsch der jüdischen Nationalbewegung, zu einer Verständigung mit den Arabern Palästinas und der umliegenden Länder zu kommen. Und hierin liegt die Wichtigkeit des Paktes zwischen Fcisal und Weizmann, der selbstverständlich nicht veröffentlicht worden ist, um einen Anspruch der Juden an die Araber geltend zu machen, sondern mehr als ein Hinweis, um zu zeigen, in weicher Richtung die Lösung des jüdisch-arabischen Problems liegt und wie die beiden Zweige der semitischen Rasse zusammen am gemeinsamen Wohlc im Lande ihrer Vorfahren arbeiten können. Wir wollen trotz der bitteren Erfahrung der letzten zehn Wochen hoffen, daß uns der Weg dazu noch nicht versperrt ist.“ * In der ״Times“ vom 28. Juli veröffentlicht J. N. Jeff ries eine Antwort auf den (von uns in Nr. 59 wiedergegebenen) Brief von A. Malcolm. Jeffries vertritt die Meinung, daß die den Arabern durch den englischen General MacMahon 1916 gegebenen Versprechungen für England bindend sind und daß die kürzlich veröffentlichte Vereinbarung zwischen Weizmann und Emir Fcisal daran nicht das geringste ändern könne. Diese Vercinbarung habe' ein Interesse nur als eine Phase der vorübergehenden Stimmungen zweier bedeutender Männer, aber keineswegs als ein Vertrag zwischen einem arabischen und irgendeinem anderen Staate. Von der Woche In Jerusalem sind zwei Araber, die der Beteiligung am Mord vor dem Edison-Kino am 16. Mai verdächtig sind, da die Kugeln ihrer Revolver denjenigen, mit denen der Mörder geschossen hat, ähnlich sind, jüdischen Augenzeugen des Anschlags vorgeführt worden. Vier der Zeugen erkann• ten einen von ihnen. > 1־•!״ Zur Gewährleistung der Sicherheit wurden in jüdischen Siedlungen im nördlichen Teil von Scharon mehrere Truppenabteilungen stationiert. Einer Meldung der arabischen Zeitung ״A Difaa“ zufolge wurde von dem Zollamt in Haifa dreißig arabischen Beamten gekündigt. Ebenso haben im Hafen von Jaffa fünf Beamte und zehn Zollwächter die Kündigung erhalten. Es besteht nach unseren Informationen die Vermutung, daß diese Entlassungen im Zusammenhang mit aufgedecktem W a f f e n s c h!11 u g g e 1 stehen. Die Mutter Abraham Donagis, der in der vorigen Woche bei der Verteidigung der Siedlung Ewen Jehuda gefallen ist, ist aus Schmerz über den Verlust ihres Sohnes wannsinnig geworden. In Tel-Awiw demonstrierten am Mittwoch 1000 Fliicht» 1 i n g e gegen den Beschluß der Regierung, nicht mehr zu den Kosten der Fliichtlingsfürsorge beizutragen, was zur Ein- Stellung der Hilfe seitens des Waad Kehilla geführt hat Die Demonstranten wurden durch Polizei zerstreut. Aut eine Anfrage des Abg. Tlios. Williams nach der Zahl der zur Zeit in Palästina normal arbeitenden arabischen Industriebetriebe und nach der Zahl der in der Zementfabrik Nesher, in den Werken am Toten Meer, im Hafen von Haifa, bei der Eisenbahn, Post und im Telephondienst beschäftigten und noch tätigen arabischen Arbeiter, versprach Kolonicnministcr Ormsby-Gore, einen entsprechenden Bericht beim High Commissioner anzuforaern. Aus Damaskus wird berichtet, daß sich die Wirtschaftlichc Lage sehr verschlechtert habe. Gleichzeitig haben sich die Beziehungen zwischen Juden und Nicht Juden sehr verschärft. Infolge des vom Tel-Awiwcr Rabbinat an die Schlächter erteilten Befehls, zum Zeichen des Protestes gegen den Verkauf von nichtkoscherem Fleisch in der Stadt das Schlachten zu unterbrechen, war Tel-Awiw am Mittwoch fleischlos. Professor Woronoff ließ dem Keren Hajessod aus Paris eine Spende von 5000 Francs zukommen, um zur Wiedergutmachung des während der Unruhen erlittenen Schadens beizutragen. ln Ness Ziona hatte ein 13jähriger arabischer Knabe der Polizei mitgeteilt, daß er Juden bei der Er• mordung eines arabischen Mädchens überrascht hatte, dessen Leiche in der Nähe der Siedlung gefunden wurde. Die Polizeiuntersuchung ergab, daß der Knabe selbst das zehnjährige Mädchen vergewaltigt und erdrosselt hat, was er auch gestand; er wurde in Haft genommen. In Tel-Awiw hat man heute mit dein Graben eines 20Meter langen Kanals an der Mündung des Jarkons begonnen, der das Güterlöschcn an der Mole erleichtern soll. In Haifa ist ein Transport von 57 jüdischen Einwanderen! aus dem Jemen, die Zertifikate aus der letzten Schedulc erhalten haben, eingetroffen. Vor einiger Zeit ist eine Gruppe von 177 Jemeniten nach Palästina gekommen. Margraf & Co., Juwelen - Gold - Silber e. M. B. H. 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