Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 61 (31.7.1936)
- Date
- 1936-07-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 61. 31. JULI 1936 Fünf Jahre Landwirtschaft Von Dr. Arthur Ruppin Scharfes Vorgehen der Truppen Die Entwicklung der jüdischen I a n d w i r t s c 11 a f t liehen Kolonisation in den letzten f ii n t Jahren ist durch drei Faktoren entscheidend beeinflußt worden. 1. Durch die Ausdehnung der Orangenkultur. 2. Durch die große jüdische Einwanderung. 3. Durch die Auffindung von großen (irundwasscr• Vorräten •in Gebieten, die bisher als wasserarm galten. 1. Die Orangenkultur gilt seit langem als der einfraglichste Zweig der palästinensischen Wirtschaft. Die Palästina-Orange (auch Jaffa-Orange genannt) ist wegen ihrer vorzüglichen Qualität besonders geschützt und begegnete auf den aus!,indischen Märkten, besonders in England, einer stoigenden Nachfrage. Das führte zur Anlage von neuen Pflanzungen in Palästina. Während!111 Jahre 1025 in Palästina mir 30 000 Dunam (7500 Hektar) mit Orangen bepflanzt waren, waren es im Jahre 1031 bereits HK) 000 Dunam, und heute reicht diese Fläche nahezu an 300 000 Dunam heran, von denen etwa die Hälfte in jüdischem und die Hälfte in arabischem Besitze sind. Der Export von Orangen stieg von 2 Millionen Kisten im Jahre 102h 27 auf 20 Atillionen Kisten irn Jahre 1030/31 und erreichte seinen Gipfel im Jahre 1934/35 mit 7)/ן Millionen Kisten. Für das Jahr 1035 36׳ wäre unter normalen Verhältnissen mit einem Export von etwa 10 Millionen Kisten zu rechnen gewesen, infolge anormaler Witterungs• Verhältnisse brachten die Pflanzungen jedoch weniger Früchte hervor und der Export belief sich nur auf etwa <> Millionen Kisten. Für das laufende Jahr wird, falls die bisherigen normalen Witterungsvcrhältnisse anhalten, der Export auf 12 Millionen Kisten geschätzt. Die Einkünfte, die die Orangenpflanzer bisher hatten, waren bis zum Jahre 1034 sehr gut. Im allgemeinen wurde bei kleinen Pflanzungen, in welchen der Besitzer die Arbeit selbst verrichtete, eine Verzinsung von 15 °,'o, in größeren Pflanzungen, wo Lohnarbeit in Anspruch?׳enommen wurde, eine Verzinsung von 8 -10 G> erzielt. Seit 93-4 haben sich die Einkünfte verringert, weil die im Auslande, besonders in England erzielten Preise niedriger waren als früher. Das hängt einerseits mit den größeren Verschiffungen, andererseits mit der Verengung der Märkte in den devisengebiiudenen Ländern und schließlich mit der Tatsache zusammen, daß die Früchte aus jungen Orangenpflanzirngen (6. bis 8. Jahr nach der Anpflanzung) in der Qualität nicht so gut sind wie die Früchte aus älteren Pflanzungen. Da infolge der Neuanlage von Pflanzungen in den letzten Jahren die Früchte aus jungen Pflanzungen einen viel größeren Prozent- Satz bilden als in früheren Jahren, so haben sie den Markt für Jaffa-Orangen ungünstig beeinflußt. Der Rückgang der K o n j u n k t!1 r auf dem Orangenmarkte hat zur Folge gehabt, daß im Jahre 1935/36 fast keine n:euen Q r a n g e n p f I a n 7. u!1 g c!1 mehr angelegt sind. Wahrscheinlich wird auch weiter hei der Neuanlage von Pflan- 2ungen Zurückhaltung walten, weil cs klar ist, daß die Orangenproduktion, die aus den in den letzten fünf Jahren ange- Legten Neupflanzungen stammt, jede mögliche Ausweitung des Marktes voll in Anspruch nehmen wird und daß weitere Neu- Pflanzungen sehr riskant sind. Immerhin hat die gewaltige Ausdehnung der Orangenpflanzirngen in den letzten fünf Jahrep (von 100000 auf 3(X)000 Dunam) der Landwirtschaft Palö*Htuw; besonders in der Kfistenzone ein neues Gesicht ge- Wenn nach fünf Jahren alle Pflanzungen bereits tröebte' gehen werden, ist mit einem Export von 25 Millionen Kisten zu rechnen, welche hei einem Preise von 3 Shilling am Baum (in den letzten Jahren war der Durchschnittspreis 4—5 Shilling) der palästinensischen Landwirtschaft fast 4 Millionen eintragen und außerdem eine Reihe von Hilfsgewerben (Verpackung, Kistenherstellung, Transport) Arbeit geben werden. 2. Die jüdische Einwanderung hat in den letzten fünf Jahren etwa 200 000 Personen nach Palästina gebracht, das heißt, die jüdische Bevölkerung hat sieh in dieser Zeit upgefähr verdoppelt. Dadurch ist natürlich der Konsum für diejenigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, für welche die Juden die Hauptabnehmer auf dein Markte sind, nämlich für Kuhmilch, Käse, Butter, Hühner, Eier, Gemüse, Früchte, ebenfalls verdoppelt. Die jüdischen Landwirte, welche eine gemischte Wirtschaft betreiben und hier diese Produkte erzeugen, hatten infolgedessen einen außerordentlich erweiterten Markt vor sich und konnten ihre Produktion ausdehnen und für die Produkte gute Preise erzielen. Ziffernmäßig tritt dies am besten darin hervor, daß die Gesellschaft ״Tenuva", welche die Produkte des größten Teils der jüdischen Farmer vertreibt, im Jahre 1030/31 nur 139 (XX) ß aus dem Verkauf der obengenannten Produkte erzielt hat, dagegen im Jahre 1031/35 420 000 £, F>ie Einnahmen der gemischten Wirtschaft haben sich also in dieser Zeit verdreifacht. Dementsprechend ist die Landwirtschaftliche jüdische Bevölkerung in den gemischten Wirtschäften von 30 (XX) Seelen im Jahre 1030 31 auf 60 00.) im Jahre 1934/35 gestiegen. Der Bestand an Milchvieh hat sich im seiben Zeitraum von -1000 Stück auf SO()() vermehrt. Trotz dieser Erhöhung der Produktion deckt die jüdische Landwirtschaft auch heute noch nicht die Nachfrage. Das geilt daraus hervor, daß im Jahre 1935 aus dem Auslande importiert worden sind: Wieder blutige Kämpfe bei Nablus Am 28. Juli entwickelte sich gegen Mittag bei Nablus ein größeres Gefecht zwischen Truppen und einer bewaffneten Bande, die in den Bergen umzingelt worden war. Der englische Polizist Christopher John Wren ist gefallen. Eine große Menge Gewehre und Munition wurde von den Truppen erbeutet. Das Gefecht hat erst spät abends nach lädündiger Dauer seinen Abschluß gefunden. Amtlich wird mitgeteilt, daß insgesamt 16 Araber getötet wurden. Der Rest der Bande zog sich unter Mitnahme zahl״ reicher Verwundeter in die Berge zupiiek. Nach einer Meldung im amtlichen Communiqud vom 29. Juli haben die Araber im Laufe der Kämpfe vom 28. Juli 30 Mann Verluste erlitten. Fiir das je 5(K) Meter Breite zu beiden Seiten der Straße Jerusalem ■Nablus umfassende Gebiet wurde der A 11 s 11 a h!11 e / 11 s f a n d verkündet. Das Betreten dieses Gebietes ohne Erlaubnis ist in der Zeit von 7 Uhr abends bis 3.30 Uhr morgens verboten. Schnelles Eingreifen Im Zusammenhang mit dem scharfen Vorgehen englischer Streitkräfte gegen arabische Angreif er am letzten Sonntag, wobei 12 Araber von 15 gefallen sind, schreibt der Korrespondent der Londoner ״Times“, _ dieser Vorfall zeige die Geschwindigkeit, mit der jetzt bei Zwischenfällen von britischer Seite miiitäriscii eingegriffen werden könne. Auf einen drahtlosen Anruf hin könne innerhalb 15 Minuten ein Milit ä r f 1 u g z e u g beinahe an jedem Punkt in Patästina zur Stelle sein, um mit Bomben und Maschinengewehren Angreifer zu bekämpfen. Der Berichterstatter fügt hinzu, daß auch schon in den vergangenen zwei Wochen zwei derartige Fälle schnellen Eingreifens zu verzeichnen waren, bei denen, wie sich jetzt heransstelli, die Verluste der Araber ari Toten und Verwundeten beträchtlich höher gewesen sind, als damals gemeldet worden war. Ein jüdischer Hilfspolizist namens Jechiel Haimovitz aus Kfar Saba, der Mittwoch durch .Schüsse schwer verwundet ,wurde, ist am 30. d. M. seinen Verletzungen erlegen. Er ist das 50. jüdische Todesopfer. Volle Synagogen ״Palcor“ berichtet aus Jerusalem: Die Erew Tischa b’aw- Gottesdienste im ganzen Lande waren durch Ernst und tiefe Inbrunst gekennzeichnet. Der traditionelle Gang zur Klagein a u e r müßte aus Sicherheitsriicksicliten unterbleiben. Samtliehe Kaffeehäuser, Restaurants und Vergniigungslokaie. in Tel-Awiw lind Haifa waren geschlossen, während die jüdische Bevölkerung die Synagogen bis auf den letzten Platz, füllte. Nach dem Gottesdienst gingen die Andächtigen in Jerusalem still auseinander; die Regierung hatte den Eintritt der Polizeistunde eine halbe Stunde später als üblich angesetzt. Unruhen IM Tfberiäs Amtlich werden anf' 28. jlifi Unruhen aus Tiberlas gemeldet. Eine arabische Menge versuchte das M a i m o n - Viertel in T i b e r i a s zu stürmen. Die Juden hielten den Angreifern stand, bis Truppen eintrafen und eine Salve in die Luft feuerten, worauf die Araber flohen. Zwei jüdische Geschäfte und ein jüdisches Wohnhaus in der Altstadt von Tiberias brannten ab. Polizei durchsuchte jüdische Wohnungen nacli Waffen und verhaftete zwei Juden, die sich gegen den Mob verteidigt hatten. Am 20. Juli morgens haben die Araber wieder hegönnen, jüdische Häuser in den Straßen mit gemischter Bevölkerung mit Steinen ־zu bewerfen und Passanten in der Altstadt a n / u g r e i f e n, wobei mehrere Juden verletzt worden sind. Eia jüdischer Laden wurde in Brand gesteckt. Die Menge schoß auf die Polizei, wobei ein h r it i s c h e r Polizist schwer und ein jüdischer Polizeiinspektor leicht verletzt wurden. Die Mehrzahl der höhe- Wasser für die Vermehrung der Produktion bedeutet, ist daraus ersichtlich, daß man in Palästina allgemein die Prod u k t i o n eines I) u 11 a m s b e w ä sserten B o d e ת s der P r o d u k t i o 11 von fünf Du!1 a!11 11 ti 1) e w ä s s e r - ten Bodens gieichsetzt. Sachverständige halten es auf Grund der neuesten Bohrungen und geophysikalischen und geologischen Untersuchungen für wahrscheinlich, daß in Paliistina allein aus de!1 Grundwasservorräteii 4<X)(XK) Dunam bewässert werden können, während zur Zeit nur 40 000 Dunam, das heißt nur 10 °,'o tatsächlich bewässert sind. Dabei ist in Butter für 191 294 £ Schlachtvieh 280 549 ״ £ Eier 13 ״S 209 £ Gemüse ]t 97 208 £ Obst ., 20-4 235 £ Die jüdische Landwirtschaft hat also, wenn sie diese Importe wenigstens zum Teil durch eigene Produktion ersetzen und außerdem den Bedarf der weiteren Einwanderung decken will, noch einen großen offenen Markt vor sieh. 3. Palästina galt bis in die letzte Zeit hinein als ein wasserarmes Land. In türkischer Zeit gab es in ganz Palästina nur ein paar tausend Dunam bewässerte Pflanzungen in der Küstenebene und ein paar tausend Dunam andere hewässerte Kulturen (Gemüse) an anderen Stellen des Landes, besonders im Jordantal. Im allgemeinen war jedoch die Land- Wirtschaft durchaus auf!!״bewässerte Kulturen, das heißt im wesentlichen auf Getreidebau eingestellt. In den letzten Jahren, seitdem Palästina britisches Mamlatsland geworden ist, hat die bewässerte Fläche allmählich an Ausdehnung mgenommen, insbesondere in der Küsteuebene durch die Ausdehming der Oratigenpflaiizungen. Während aber früher nur die Küstenebene als das Gebiet galt, in dem Wasser in der Tiefe von 10—30 m zu finden war, hat sich in den 'letzten fünf Jahren gezeigt, daß auch in den Quertalern Palästinas, zum Beispiel im Emek Jesrecl lind auch in manchen Teilen von Gabläa, Wasser angetroffen werden kann. Bei der Aufsuchung von Wasser haben die neuen geophysikalischen Untersuchung־»• methoden wesentlich mitgeholfen. Durch die neu erbohrten Brunnen im Emek Jesreel konnten viele jüdische Siedlungen, die bis dahin auf Getreidebau beschränkt waren, zum Anbau von Futter unter Bewässerung übergehen und dadurch zu einer rationellen Milchwirtschaft kommen. Ebenso wurde dadurch der Anbau von Gemüse und von Obstpflanzungen, zum Beispiel Weintrauben, unter Bewässerung ermöglicht. Was das t&kM Jüdischer Gajjir (Hilfspolizist und Wächter} reitet durch den vom Jüdischen Nationalfonds gepflanzten Balfour-Wald im Emek Jesreel, der während der letzten Monate wiederholt in Brand gesteckt wurde ,Tti-Awiw ren Polizeibeamten in Tiberias sind Araber, während die fünf jüdischen Polizisten und zehn Hilfspolizisten unbewaffnet sind. Eine Anzahl von Juden, die siel! gegen die Araber zur Wehr setzten, wurden verhaftet. Im Laufe der Unruhen in Tiberias sind bisher vier Juden und sechs Araber leic.ht verletzt worden. Line Truppenabteiluug mit Panzerwagen ist in der Stadt stationiert; die Straßen mit gemischter Bevölkerung werden ahpatrouilliert. Gemäß Nachrichten von Donnerstag Vormittag ist in Tiberias wieder ziemliche Ruhe eingetreten. Fast alle Geschäfte, die nach den Exzessen geschlossen worden waren, sind wieder geöffnet und die aus der Stadt geflüchteten Einwohner k e h ren all m ä 11 I i c I! zuriic k.‘ Tiberias war bisher von Kämpfen verschont geblichen. In dieser Stadt mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit, die einen sefardisch-iüdischen Bürgermeister hat, waren die Beziehungen zwischen Juden und Arabern im allgemeinen gute gewesen. Anschläge und Verhaftungen Im großen Holzlager von Mann und Belirmann in Tel- Awiw, nahe der Grenze von Jaffa, brach Dienstag abends ein Brand aus, der die ganze Stadt beleuchtete, aut anliegende Gebäude Übergriff und Sachschaden anrielitete, der auf 5(XX) Pfund geschätzt wird. Die freiwillige Feuerwehr löschte das Feuer. Es handelt sich um eine Brandstiftung, da zahlreiche Geblochte gefunden woiden sind. Wahrend der Löscharbeiten traf Polizei und Militär ein; aus anliegenden arabischen Plantagen wurden auf sie Schüsse a b g e f e 1! e r t. i )rci A 1׳ a b e r, von denen einer verletzt wurde, sind in Haft genommen worden. Debcrdies wurde auch ein J 11 d e v e r h a f t e t, den die Araber beschuldigten, auf sie geschossen zu haben. Dienstag Nacht wurde B c t!1 ־ A I p h a von den Bergen aus beschossen: Wächter und Polizei erwiderten das Lener und es bestellt Grund zur Annahme, daß sie mehrere der Angreifer trafen. Audi auf Mo//:! wurden Dienstag Nacht Schüsse gefeuert; mehrere Kugeln drangen in den Kuhdall, wo drei Kühe g e t ö f e 1 wurden. In A i 11 Talma bei M״//a verlangten Terroristen von den E i!1 w o h 11 e r 11 Geld; als dies verweigert wurde, brachten sie drei Dorfbewohnern Verstümmelungen hei. Die Opfer bcschwerten sieh bei der Polizei, welche das Dort umstellte und viele der. Terroristen verhaftete. Firn! Araber sind wogen Einschüchterung, zwei als der Brandstiftung verdächtig und einer wegen Besitzes von Sprengstoff v e r 11 a f t e 1 worden. In der Aclnva-Straße an der Grenze zwischen Tel-Awiw und Jaffa wurden durch eine Bombenexplosioii der aus Polen eingewanderte 25jährige Arbeiter Elijahu Kaplanski und ein 4jähriges Mädchen verwundet Beide wurden in das Hadassahkrankcnhaus gebracht. Auf den Balkon des Hauses, das der Sekretär des britifcheü Residenten in Amman (Transjordanien) bewohnt,*ist Von •Unbekannten eine Bombe geschleudert worden. Die Ekpld'sflon verursachte eine Panik in der Umgebung des Hauses. Als der Tat verdächtig wurden einige palastinensische Araber und Syrer verhaftet. Der Oberbefehlshaber des transjordanischen Grenzkorps hat im Hinblick auf die wiederholten Anschläge auf die O e 11 e i t u n g der Irak -Petroleum ge Seilschaft die Scheichs der Beduinenstämme des Kreises Adschlun zu sich berufen und ihnen erklärt, daß bei einer Wiederholung der Anschläge den ßediiinendörfern Kollektiv strafen auferlegt werden wurden. Die Scheichs haben sich schriftlich verpflichten müssen, im Fall eines nochmaligen Anschlags auf die Röhrenieitung eine Kollektivstrafe von 1700 Pfund für jedes Dorf zu bezahlen. Auf Anordnung <ß׳r Polizei wurden 18 H.mranicr aus Palästina deportiert. Gegen die Hauranier herrscht auch in den Kreisen der jugendlichen arabischen Nationalisten Mißstimmung, da sie als Streikbrecher gelten. diesen Zahlen mir das Gi Lindwasser berechnet. In Wirklichkeit können aber aus Flüssen und eventuell durch Bau von Staubassins, die das Regenwas-er sammeln, and! sehr große Wassermeiigen gewonnen werden. Während früher der jüdische Landwirt (11ml ebenso der arabische Fellache) mindestens 100 Dunam imhewässerteii Boden brauchte, genügen ihm bei Bewässerung 20 Dunam für seine (־arm. Hier eröffnen sich ungeahnte gewaltige Perspektiven für die Aufnahmefähigkeit Palästinas. Auf den 31 Millionen Dunam, die heute noch nicht bewässert sind, aller nach Meinung der Sacliverstündigen bewässert werden können, ist es möglich, statt der jetzigen Bevölkerung von 35(MX) Familien oder 175 000 Seelen eine Bevölkerung von 171 000 Familien oder 875 000 Seelen zu ernähren. Und da eine Vergrößerung der landwirtschaftliehen Bevölkerung naturgemäß eine noch stärkere Vergröße- Timg der städtischen Bevölkerung mit sich bringt, wie die Entwicklung der Industrie unter dem Einfluß von jüdischen industriellen Fachleuten und von jüdischem Kapital iri den letzten Jahren beweist, so gehört es heute durchaus nicht mehr ins Reich der Phantasie, wenn wir statt des heutigen Palästina, das 1 300(XX) Einwohner I1at, ein Palästina mit 3 bis 4 Millionen Einwohnern vor uns sehen. Das Wort ״Paradies“ stammt von dem Worte ״Pardess“, das einen Fewässerten Fruchtgarten bezeichnet. Palästina kann durch die Ausnutzung der bisher, ungenutzten Wasscrschät/e wiederum zu einem großen Teil ein Land bewässerter Kulturen, das heißt rin Paradies werden. Die Sparmaßnahmen der Regierung Anläßlich der Einsparungen, die die Palästinaregierung wegen der e r 11 ö h t e n A u sgaben für das öffentliche S i c 11 e r 11 e i 1 s w e s e 11 in ihrem Budget für Erziehung und öffentliche Gesundheit vorgenommeit hat, hielten Vertreter des Waad Leuini eine Besprechung mit dem Leiter des Einan/departments der Palästinaregierung ab. Sie wiesen darauf hin, daß die öffentlichen Einrichtungen der Knesset Jisrael in eine schwierige Lage geraten würden, wenn die Regierung' die Beihilfen für das jüdische Schul- und Gesundheitswesen kürzen sollte. Man kam überein, diese Angelegenheit nochmals zu besprechen, nachdem die Vertreter des Waad Leumi Beratungen mit dem Leiter des Erziehungsdepartments,. der Palästinaregierung abgehalten•, haben würden.