Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 60 (28.7.1936)
- Date
- 1936-07-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄS TI NA-B Nr. 60, 28. JULI 1936 Diskussionen Uber die Kluft hinweg Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 22. Juli Injektionen? Es gehört in der hebräischen Presse der letzten Wochen zu den ständigen Erscheinungen, daß man von dem ״nun endgültig bevorstehenden Ende des arabischen Streiks“ spricht. Und auch mancher Korrespondent der englischen großen Presse hat sich diesen Standpunkt zu eigen gemacht und gibt der Meinung Ausdruck, daß wir uns im Abklingen der arabischen Aktion befinden. Bisher sind auf diese Voraussagen in der Regel neue Propagandaversuche der aktiven arabischen Kreise gefolgt. Die Ungewißheit über die Stellung der öffentlichen Meinung in England hat diese Wellenbewegung noch unterstützt. Und immer wieder ist eine Woche, die das ״Ende“ bringen sollte, nach der anderen vergangen, ohne daß dieses Ende gekommen wäre. Ohne Zweifel herrscht eine große Streik- und Aktionsmüdigkeit in weiten Kreisen, aber die ״Injektionen“, wie man in Palästina die immer erneuten Antriebsversuche der Streikkomitecs und der arabischen Presse bezeichnet, haben bisher trotz allem ihre Wirkung getan. Die Lage wird in ihrer ״Anormalität“ normal und der Grad der Gewöhnung, den wir erreicht haben, zeigt sich zum Beispiel in solchen Einzelheiten, daß der Beginn von Dauereinrichtungen für die Truppen (Lagerbaupläne usw.), die in den letzten Tagen stark vergrößerfe Patrouillcnwacht bei den Convoys, die Einsetzung von Schnellfeucrkanonen bei Zusammentreffen mit Terroristen und ähnliches, kurz vieles, was noch vor zwei Monaten als Sensation betrachtet worden wäre, kaum mehr beachtet wird. All diese Details gehören heute schon dazu und werden mit Gleichmut aufgenommen. Umwertung aller Werte Die Lockerung fester Grenzen und die Umkehrung feststehender Begriffe im öffentlichen Leben des Landes haben sich in letzter Zeit in der Aktion der höheren arabischen Beamten manifestiert, die sich zur Abfassung eines Memorandums an die Palästina-Regierung zusammenschlossen. In diesem Memorandum erscheinen in einer sorgfältigen ausführliehen Begründung die bekannten Forderungen der Araber jedoch im Gegensatz zu der in der Regel sehr aggressiv und scharf auftretenden Presse in einen vorsichtigen diplomatischen Rahmen gespannt. Die Beamten begründen ihren ungewöhnliehen Schritt mit der Tatsache, daß in Palästina, das keine Volksvertretung besitzt, sie sich berufen fühlen, die arabische Sache vor der Regierung darzustellen und zu vertreten. Nun gehört es zu den Grundlagen des englischen Adminifitraiivsystems, daß Regierungsbeamte sich der po Li tischen Agitation und Aktion zu enthalten11 haben. Auf dieser zumindest nach äußert strikte beachteten Unparteilichkeit des ״civil service“ (Beamtenschaft) gegenüber dem politischen Tageskampf beruht die Struktur des britischen Verwaltungsgebäudes. Jetzt haben mit der Abfassung des Memorandums fast alle höheren arabischen Beamten in Palästina diesen ihnen gesetzten festen Rahmen überschritten und in dem heute tobenden Kampf klare Partei ergriffen. Und — hier liegt vielleicht das interessanteste Detail des Phänomens — die Regierung hat diesen ungewöhnlichen Schritt eines großen Teils ihrer Beamtenschaft ohne offizielle Reaktion hingenommen und das Memorandum, wie erbeten, an das Kolonialamt in London weitergegeben. (Hierüber ist auch in der vorigen Woche im Londoner Unterhaus interpelliert worden; s. vorige Nr. der ״J. R.“ — A. d. R.) Damit ist die Sache aber in Palästina noch keineswegs abgeschlossen. Unter der Beamtenschaft, die das Memorandum unterzeichnet hat, sind auch die arabischen Richter. Und diese, in ihrer gerade unter dem englischen System sehr unabhängigen Machtbefugnis haben noch mehr als die Beamten die Verpflichtung, sich außerhalb der Politik zu halten und die Gesetze ohne Ansehen der Person und ihrer politischen Haltung aus/ulegen und anzuwenden. Daß die Richter- Schaft in Palästina sich sehr viel auf ihre Unabhängigkeit von allen, auch von den höchsten Regierungsorganen, zugute tut und sic auch, wo sie es für richtig findet, ausnutzt, hat das Land erst vor wenigen Wochen erlebt, als der englische Oberrichter und sein Kollege bei einem Prozeß, den Araber im Zusammenhang mit den •Sprengungen in Jaffa angestrengt batten, die Gelegenheit benutzten, um der Administration in unmißverständlicher Offenherzigkeit eins auszuwischen (vgl, ״J, R.“ Nr. 55). Das ohnedies reichlich gepfefferte Urteil dieser beiden hohen englischen Richter wurde noch pikanter dadurch, daß es die Araber als einen Sieg über das Oberkommissariat auffaßten und es im Wortlaut in einer Uebersetzung von Tausenden von Exemplaren verbreiten ließen. Man kann sich darüber streiten, ob es ״politisch“ weise war, daß der Oberrichter heute in Palästina in aller Oeffentlichkeit das Oberkommissariat abkanzelt. Sicher ist jedoch, daß mit diesem Urteil ein ungewöhnlich starker Beweis dafür geliefert wurde, daß dieser Richter sich sowohl in seinen Urteilen, wie in ihren Begründungen von der Administration völlig unibhängig fühlt. In der Unterschrift der arabischen Richter unter dem Memorandum der Beamten liegt ebenfalls eine Bestätigung der Unabhängigkeit von der Administration; zugleich jedoch auch der Beweis, daß sie von einer anderen Stelle, nämlich der arabischen Bewegung, abhängig geworden sind und sich offen zu deren Forderungen und Zielen bekennen. Soweit das für diese arabischen Richter als Privatleute gilt, wird sich niemand unter den heutigen Verhältnissen im Lande darüber wundern. Sobald sie aber als Beamte amtieren, wird das Problem sehr kompliziert, denn liier wird gerade die Unparteilichkeit des Richters durchaus in Zweifel gestellt. Der Verein der jüdischen Anwälte im Lande hat in einem Briefe an den High Commissioner seiner Befürchtung Ausdruck gegeben, daß diese Haltung der Richter die Unparteilichkeit der Gerichte gefährde, mit der Bitte, diesen Brief, der eine eingehende Begründung dieser Auffassung enthält, an das Kolonialamt weiterzugeben. Diese Vorgänge, die eine Umkehrung der üblichen Begriffe auch in den höchsten Kreisen der arabischen Beamtenschaft Heftige Kämpfe am Sonntag Jerusalem, 26. Juli. (JTA.) Im Laufe des Sonnabends kam es überall im Lande wiederholt zu Zusammenstößen zwischen den Rebellen und dem Militär. Hierbei sind viele Araber gefallen. In Jaffa wurden fünf Araber infolge vorzeitiger Explosion einer Bombe, die sie bei sich trugen, verwundet. Der Zustand von zwei dieser Verwundeten ist ernst. Hierzu wird noch berichtet: Das Gefecht, an der Straße Jaffa—Jerusalem, zu dem es nach einer Brandstiftung in den Waldungen der Regierung am Sonntag-Nachmittag kam, war eines der blutigsten während der ganzen Unruhen. Zwölf Araber sind, wie amtlich bekanntgegeben wird, in dem Gefecht gefallen. Ein Infanterist des zweiten Bataillons des Dorset-Regiments wurde verwundet. Laut dem amtlichen Communiquö waren die Truppen, die zur Untersuchung der Brandstiftung eingetroffen waren, von den bewaffneten Arabern angegriffen worden. Durch Flugzeuge wurden die Verstecke der arabischen Schützen sehr bald festgestellt. Vier Fliegerbomben wurden abgeworfen. Den Aufrührern wurden zehn Gewehre und eine größere Menge Munition abgenommen. Auch aus anderen Teilen des Land es und aus mehreren jüdischen Siedlungen werden Ueberfälle, Kämpfe und Schießereien gemeldet, wobei wiederholt Truppen, z. T mit Panzerwagen und Flugzeugen, eingriffen. Jüdische Verluste sind dabei nicht zu beklagen. Die Angriffe auf jüdische Siedlungen wurden sämtlicn a b gewehrt. Neunzehn Araber wurden wegen Waffenbesitzes und wegen terroristischer Einschüchterung der Bevölkerung testgenommen. Die Eisenbahnverbindung zwischen Lydda und Haifa ist infolge der Entgleisung eines Lastzuges durch einen terroristischcn Sabotageakt bei Ras el Ain für einen Tag unterbrochcn worden. Wegen des Anschlags auf die Eisenbahnlinie bei Ras el Ain, durch den am Sonnabend ein Güterzug zum Entgleisen gebracht wurde, sind den Ortschaften Kalkiiie und Dschaldschulic Koliektivstrafen von je 100 Pfund auferlegt worden. In Nablus wurde ein Samaritaner von zwei Arabern verwundet, die von ihm Geld verlangten. Das amtliche Communique meldet, daß in einer Regierungsplan tage in Beisan am 21. Juli 30 Dunam Obstbäume und in der Mcrez Orangerie in Chedera am 22. Juli 11 Dunam vernichtet worden sin-d. Ferner wird die Verhaftung von insgesamt sieben Arabern in verschiedenen Orten wegen Waffenbesitzes gemeldet. Der Araber Kassam Qayam aus Hebron wurde in dem Bazar von Haifa durch Polizei erschossen, nachdem er einen Polizisten, der ihn wegen Besitzes eines geladenen Revolvers verhaften wollte, anschoß und am Gesicht verwundete. Sein Begleiter, sowie ein arabisches Kind, das sich in der Nähe befand, erhielten Bein wunden. Der 60jährige Mcnashc S t e i n b e r g starb an den Folgen der Aufregung, die er als Augenzeuge dieser Szene erlitten hatte. Der 30jäl1rige Jacob Wert he im aus Rischon-Ie-Zion wurde verletzt, als ein Gewehr sich durch einen Zufall entlud. Er starb im Krankenhaus. Wertheim läßt eine Frau und Kinder zurück. Der High C. o mmissioncr machte eine Fahrt durch die Gegend von Gaza, wo er die Truppen inspizierte und den Muchtars und Notabein einer Reihe von Dörfern begegnete. In der Nähe von Chedera wurde ein Araber, der in einer jüdischen Plantage angestcllt war, erschlagen aufgefunden. Er und seine Familie hatten sich am Streik nicht beteiligt, und cs besteht Grund zur Annahme, daß sie von Agitatoren bedroht worden sind. (Palcor.) In der Nähe von Ramat-Gan wurde ein verwundeter Araber, der eine Bombe in der Hand hielt, gefunden; er sagte aus, daß er von Arabern angeschossen worden war, änderte aber später seine Aussagen dahin, daß es Juden gewesen seien. ״Falastin“ meldet, daß ein Versuch, die uralte Synagoge in Hebron zu vernichten, durch Polizei verhindert worden ist. Nach der arabischen Presse ist das transjordanisehe Dorf Alchussun wegen Beschädigung der Petroleumleitung mit einer Kollektivstrafe von 2000 Pfund belegi worden. Zwei j ü d i s c h c Arbeit e r, die sich in Begleitung eines Polizisten auf dem Wege von Tihcrias nach Kidmat Kinereth, einer neuen Siedlung von Juden aus Deutschland, befanden, wurden von einer arabischen Bande überfallen. Transjordanische Grenzwachen, unterstützt von zwei Flugzeugen, nahmen die Verfolgung der Angreifer auf; zwei Araber sind verwundet worden. Ein Beduine wurde getötet und seine Tochter verletzt, als vier Araber sie ר der Nacht in ihrem Zelt bei Haifa überfielen. Die Namen der ,Monier sind der Polizei bekannt. In K f a r S a h a ging, als dort stationierte Soldaten ein Maschinengewehr luden, unversehens ein Schuß las. Das Projektil traf die Einwohnerin Sofia Olifan. Sie wurde ins Hadassah-Krankcnhaus nach Tel-Awiw gebracht. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich. Wie verlautet, ist eine Verordnung an die Gerichte ergangen, derzufolge die zahlreichen, noch schwebenden Verfahren wegen unbefugten Waffenbesitzes beschleunigt zur Verhandlung gelangen sollen. dokumentieren, sind eines der vielen Zeichen dafür, daß sich in den letzten Monaten viele Begriffe von Grund auf gewandelt haben und die Auseinandersetzung zwischen Juden und Arabern sich bis in die Spitzen der Administration fortsetzt. Die Diskussion Horcht man heute mit aufmerksamer Beobachtung aller Nuancen auf die Diskussion, die gegenwärtig zwischen Juden und Arabern im Lande geführt wird, so läßt sich eine interessante Feststellung machen: So wie sich die beiden Lager heute wirtschaftlich, sozial und kulturell vollständig gctrennt haben und es kaum Berührungspunkte zwisehen ihnen gibt, so gibt es zwischen der hebräischen und arabischen Presse des Landes eine tiefe und breite Kluft (obwohl beide Auszüge voneinander bringen). Das ist natürlich kein Wunder bei der gegenwärtigen Situation, wo die arabische Presse mit aßen Kräften die Angriffe gegen Juden befeuert und mit allen Mitteln die Bewegung zu stützen sucht, wenn sich Anzeichen eines Erlahmens bemerkbar machen. Daß dennoch, noch während die Kugeln pfeifen, das Bedürfnis besteht, sich auseinanderzusetzen, sieht man an den wenigen englischsprachigen Organen im Lande, die bereits heute eine ״internationale“ jüdisch-arabische Diskussion enthalten. Die von Juden herausgegebene ״Palestine Post“ bringt fast täglich Zuschriften, die den nichtjüdischen Standpunkt vertreten, sei es von Arabern, sei es von Mitgliedern der im Lande lebenden Europäer. Audi in der von Juden herausgegebenen englischen Wochenschrift ״Palestine Review‘■, einem noch jungen Organ, gab es ein- oder zweimal einen derartigen Briefwechsel, und die seit kurzem von Araber 11 herausgegebene eng’isehe Wochenschrift ,,Palestine and Transjordan“ setzt sich mit jüdischen Publikationen auseinander. Es ist, als hätte sich das Wenige an Diskussion, was es heute zwischen den beiden L.agern gibt, aus der arabischen und hebräischen in die englische Sprache gerettet, die einen etwas neutraleren Boden abgibt und auch von Europäern und in Europa gelesen wird. (Wir haben in der ״J. R.“ mehrere Zuschriften dieser Art zitiert. — A. d. R.) Oekonomische Argumente Daß — besonders von arabischer Seite, wo die Publizistik sich durch eine oft erstaunliche Wahllosigkeit in den Beweismitteln aus/eichnet — diese Diskussion von Objektivität heute weit entfernt ist und vielfach überhaupt nicht der Klärung von Fragen, sondern einfach der Propaganda dient, ist während des gegenwärtig noch tohenJen arabischen Angriffs verständlich. Was jedoch wundernimmt, ist die ewige Wiederholung längst widerlegter Argumente, die immer wieder auffauchen und einfach deswegen nicht aus dem Felde geschlagen werden können, weil sie bequem sind und sich — besonders unter den Europäern — immer noch einer findet, der sie nicht kennt und für bare Münze nimmt. In diese Rubrik gehört so ziemlich alles, was von arabischer Seite gegen das jüdische Siedlungswerk an ökonomischen Einwänden vorgebracht wird. Man hat diese wirtschaftlichen Gründe in großem Umfange vor der Shaw-Kommission ausgebreitet, die nach den Unruhen von 1929 ihre Untersuchungen in Palästina machte. Es hat mannigfacher Enqueten und eines umfangreichen Materials bedurft, bis man von jüdischer Seite beweisen konnte, daß das zionistische Siedltingswerk ökonomisch den Arabern nicht nur nicht geschadet,sondern gewaltig genutzt habe. Heute kann man mit den genauesten Zahlen und Tat- Sachen diesen Nutzen beweisen, und er ist mehr als einmal unwiderleglich aufgezeigt worden. Die Legende von den ״iandlosen Arabern“' wird heute von keiner Seite mehr geglaubt. Und in der großen englischen Presse wird bereits nicht mehr für die arabische Sache mit wirtschaftlichen Argumenten gearbeitet. Denn die ökonomische Entwicklung auch des arabischen Teils Palästinas als Folge der jüdisehen Kolonisation ist zu auffallend und evident. Um so sonderbarer wirkt es, wenn auch die ökonomischen Beschwerden heute immer wieder von arabischer Seite gebracht werden. Wir haben hier eines der Zeichen, daß irgendeine ״Objektivität“ in der Diskussion heute nicht zu erwarten ist. Auf politischem Gebiet Anders sehen die Dinge schon aus, wenn sich die Debatte auf dem politischen Gebiete abspielt. Hier wechselt die arabische Argumentation rasch ihren Ausgangspunkt. Sie läßt es außer acht, ob die jüdische Kolonisation den Arabern sc hadet oder nützt. Sie erklärt einfach, sie wolle sie nicht haben, sie empfinde sie als politische Bedrohung. Und hier stößt man auf eine M a u c r, die nicht so einfach einzurennen ist und wo es nicht solche beweiskräftigen 'Tabellen gibt wie auf dem wirtschaftlichen Gebiet. Sobald jemand er■ klärt: ״Vielleicht bringst du mir auch einen bisher nicht gekannten Komfort, aber ich will ihn gar nicht h a b e 11“, sobald es nicht mehr um ökonomische, sondern rem nation a I c, zu einem Teil i n s t i :1 k t h a f t e Reaktionen geht, spürt man überaus stark die zwei Bewegungen, die hier gegeneinander stehen und bei denen es nicht rem auf die matcrieilen Interessen ankomint, sondern auf die verschiedenartigen nationalen Ziele, f >ie Formen, in denen sich der politische Angriff der Araber beute abspielt, gelten dem jüdischen Leser viel zu denken. IN ist beute gar keine Frage mehr, daß wir imstande sind, uns vor den Mitgliedern der Königliehen Untersucliungskominission, deren Namen jetzt in London durchsickcrn, ökonomisch zu rechtfertigen; mehr als das zu beweisen, daß wir dem ganzen Land große wirtschaftliche Segnungen gebracht haben. Diese Beweise sind jedoch nur der Unterbau für die politische Formulierung des Palästina-Problems, die wir zu liefern haben. Und hier liegt die zentrale Schwierigkeit in der Auseinandersetzung der kommenden Monate. Man soll sich nicht darüber täuschen — und die. Lektüre der arabischen und der englischen Presse liefert viele Bcleuchtungcn dazu, daß bei der Formulierung und Lösung dieser politischen Fragen der Verständigungswiile der jüdischen Seite und allgemeine Formeln nicht mehr g e n ü g e n w erde!1. Die psychologische Ein- Stellung Palästinas und auch der englischen Administration zu dem vorliegenden Komplex hat sich in den Monaten der Unruhen tiefgreifend gelindert. Wir werden vermutlich auf politischem Gebiete dasselbe zu tun haben, was wir bereits auf wirtschaftlichem vollbracht haben: eine durchgreifende Untcrsuc h u n g der gesamten Probleme, ihre klare Dar- Stellung und die Austeilung einer Formulierung, die den dringenden Bedürfnissen der schwierigen politischen Situation gerecht wird. Druckfehler-Berichtigung, ln der Nummer 59 Palästina- Blatt ist in die Uebcrschrift ״Zum Problem der Verständigung“ irrtümlicherweise ein Fragezeichen hineingeraten. Es handelt sich hier um einen Druckfehler, da. Fragezeichen gehört natürlich nicht hin