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Jüdische Rundschau · 1936-07-28 · Heft 60 (28.7.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 60 (28.7.1936)
Date
1936-07-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60, 28. VII. 1936 V ermittlungs versuche ten“, wenn Feindschaft und Gewalt abgelöst werden von Versöhnung und Frieden. Im irdischen Zeitablauf hat das jüdische Volk sein Land erworben und wieder verloren, aber nie auf ge hört, sich d.innch zu sehnen. Es ist ein langer und weiter Weg durch die Geschichte, es ist der grobe historische Prozeß, das Lebensgesetz des Volkes, immer wieder zwischen den zwei Polen hin- und hergetrieben zu sein, l'nd der Gedanke der Befreiung und Erneuerung des Volkes bleibt notwendig mit diesem Land verknüpft. In unserer Zeit hat nach vielen Jahrhunderten zum ersten Male diese Sehnsucht wieder praktische Formen angenommen. Wir leben in einer Zeit der Rückkehr vieler Juden nach Palästina, wo das Zentrum, das ״Nationallieirn“ des Volkes wieder ersteht. Hinter dieser Bewegung steht eine ungeheuere treibende Kraft. Kein anderer Versuch, die Judenfrage zu lösen, kann eine ähnliche Stoßkraft haben. Dies einen Augenblick vergessen zu haben, war die Tragödie eines großen Juden unserer Zeit, dessen wir anläßlich seines zehnten Todestages in dieser Woche ehrend zu gedenken haben: Israel Za ng will. Er war ein Mann von leidenschriftlicher jüdischer Begeisterung und tiefer Verbunden■ heit mit dem Volk. Nur aus grenzenlosem Erbarmen für die furchtbare Lage der jüdischen Brüder in Osteuropa kam er auf den Gedanken, ein anderes Territorium für die Juden zu suchen. Er ließ sich von ähnlicher! edlen Motiven bewegen, die auch jetzt immer wieder Menschen veranlassen, Pläne für einen Juden- Staat in einem Territorium, das noch gefunden werden muß, aufzustellen. Niemand wird verkennen, daß dies ,ein praktischer Notbehelf sein soll; wären solche Siedhingen möglich, dann könnten sie vielleicht vielen Juden Erleichterung bringen. Aller die Fortsetzung (1er jüdisehen Geschichte wären sie nicht. Zion kann nicht ersetzt werden. I hid wenn selbst neue Siedlungen entstehen, sie werden im Sestern der jüdischen Geschichte nichts anderes sein als die übrigen Zeilen der Diaspora, bezogen auf das immer vorhandene Zentrum Zion. Der am Ö. Aw begonnene 1 eidetisweg ist noch lange nicht zu Ende. Aber auch wir, wie unsere Vorfahren durch viele (ienerationen, Italien eines gelernt: wieder M u t sch ö p f e n n a c h tief e m N i c d e r g a n g. Wie der einzelne Mensch, den ein t '11 gluck getroffen hat, sich nach dem dag der Trauer aufraffen muß, Selbstvertrauen faßt und seine Aufgabe auf sich nimmt, so ist auch der Weg des Volkes. Sehteksalsschläge sind nur dazu da, um .Menschen und Völker aus ihrer Lethargie, aus unbekümmertem Wohlleben und Gedankenlosigkeit aufzurüttcln, sie durch das Läuterungsfeuer der Selbstbesinnung hünlurcli/uführen. Dann beginnt der Aufbau des Zerstörten. Auch das jüdische Volk hat nach all den Ereignissen der Unglückschronik־ des 9. Aw immer wieder aufzti b a 11 e n begonnen. Und auch wir, in Unserer Zeit, auch wir bauen auf. Auch Tür 11ns mag es Rückschläge geben, im Kleinen wie im Großen. Schnelle Erfolge sind oft trügerisch. Das letzte Wort, das der große Lehrer unserer jüdischen Generation, Achad Haam, zu uns gesprochen hat: ״Dränget nicht die Stunde“ - ist eine Mahnung, die wir nicht vergessen sollen. Die Arbeit an der Wiederaufrichtung unseres Lebens ist nicht nur nach außen gerichtet, sondern auch nach innen. Wichtiger noch ist der innere Aufbau, denn wenn er gelingt, dann wird ״die Stunde" reif sein. Zum Tode von Sir Thomas Haycraft Dieser Tage st,־uh in fnghind Sir 'Thomas Hayc r a f t, der 102 1!‘)27 ObemciKer Palästinas war, im 77. Lehensjatire. Sir Thomas Haveraft ist eirur weiteren jüdischen Ocffcnthchkcd ln könnt als Verfasser des sogenannten ״I lavcraft-Kcpurt.v, t nies Benchu- •der uiiter seinem Vorsitz steh enden Unter st; ein:Kommission über die antijüdi.-chrn U11ruhen in Jaffa 1111 Mai l'TM. Du-se Reminiszenz ist jetzt besonders aktuell, in cuiem Moment, wo wieder eine t'11tersiidiungs-Kt ■mmהס;--ו nach Palästina abgelien soll. Der Havcrait-Rt'rieht fiat ebenso wie die spater folgenden Berichte englischer Kommissionen um! Exporten die These aufgesteht, «taii du: Drsaehe für die Unruhen tn der Hauptsache in der t 1! r c 11 t d e r A r a 11 e r v o r 1■ i n e r Ver d r ä n - g 1! n g d 11 1׳ e 11 11 1 r j 11 d e 11 besteht teil 11 daß daher im Interesse der Auirertiteihaltung der Ruhe den Arabern beruhigende (larantien gegeben werden müssen In dem Bestreben, diese f orderung zu emulen, hat die englische Regierung dann das Churchill- W e 1 iS b 11 e h von: Jahre 1922 herausgegeben, das die sogenannten ..extrennstis(hen" jüdischen An- Spruche (z. B. auf einen judi-chen Nationalstaat) zurückweist Und einen Ausgleich der jüdischen und arabischen Rechte im Lande versucht. Diese Interpretation wurde damals von der zionistischen Exekutive akzeptiert. Leider hat jedoch dieses Fundament nicht zu einer konstruktiven Politik geführt, der es hätte gelingen können, eine Solidarität der beiden Volker lier/ustellen. Der Bericht der Haycraft-Kommission ist insofern für die Geschichte der letzten fünfzehn Jahre Palästinas auch heute noch besonders wichtig, als in diesem Dokument in klarer Form die Anschauung der britischen Beamtenschaft und maßgebender Teile der britischen Ocfkntlichkeit über das Palästina-Problem zum ersten Male tormuliert worden sind. Jüdische Aktion Im Unterhaus Am Donnerstagabend ist eine Abordnung der jüdischen Bevölkerung von Manchester und Salford im Unterhaus von clt Abgeordneten dieser Wahlkreise empfangen worden. Die Abordnung bestand aus Rabbinern, Stadtverordneten, Richtern und Vertretern sämtlicher jüdischen Gemeinden der beiden Städte. Der ehrenamtliche Sekretär des Zionistischen Zentralrats für Manchester und Salford, Norman N. Jacobs, gab den schweren Besorgnissen der jüdischen Bevölkerung über den Plan einer Einstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina Ausdruck. Abg. E. A. Retford, der den Vorsitz führte, versicherte der Delegation, daß die anwesenden Abgeordneten die Ansichten, die von der Abordnung geäußert wurden, den berufenen Stellen übermitteln würden. Die Londoner ״Times“ berichtet in ihrer Nummer vom 24. Juli aus Jerusalem über Versuche, zwischen Juden und Arabern zu vermitteln. Der Leiter der Quäker- Hochschule in Libanon, Dr. Daniel Ol i vier, der durch die Quäker in England mit Dr. Weizmann in Verbindung stehe, habe sich an das Oberste Arabische Komitee mit der Frage gewandt, welche Garantien Cs für die Wiederherstellung der Ordnung unter der Voraussetzung leisten kenne, daß die Zionisten auf die Arbeitercinwandcrungs-Sched u 1 c im Oktober verzichten. Die Araber sollen jedoch einen Friedensvorschlag auf dieser Basis mit der Begründung zurückgc wiesen haben, daß die Labour-Schcdulc nur einen kleinen Teil der jüdischen Einwanderung betreffe. Sie beharren aut ihrer Forderung nach vollständiger F.in- Stellung der Einwanderung während der Arbeit der Untersuchungskommissioii als Preis für die Wiederherstellung der Ordnung. Emir Abdullah von Transiordanien habe das Oberste Arabische Komitee erneut zu Besprechungen nach Amman eingeladen. Man erwarte, daß das Komitee dieser Einladung zu Beginn der kommenden Woche Folge leisten werde. Der Zweck der Unterredung soll, wie man glaubt, die Anbahnung einer Versöhnung in Palästina sein. Emir Abdullah soll lebhaft beunruhigt über die Anzeichen zunehmender Gesetzwidrigkeit und Unruhe in Transjordanien sein. F.r bereise das Land und bemühe sich, seine Untertauen zu weiterem friedlichem Verhalten zu bewegen. Das offizielle Londoner Organ der Zionistischen Organisation ״New J u d a c a“ befaßt sich im Leitartikel mit dem Problem der Einwanderung und erklärt, daß ״jeder -Schritt, die jüdische Einwanderung nach Palästina aus anderen Gründen als wirtschaftlichen Erwägungen zu bcschränkert, von dem jüdischen Volk nur als ein Angriff auf seine legitimen Rechte beurteilt werden könnte." ln einem Leitartikel der Londoner konservativen ״Morning Post" über die Aufgaben der Kgl. Kommission für Palästina wird 11. a. ausgeführt: ״Eine Geschichte von weit größerer Dauer als die des Mandats lehrt, «laß Araber und Juden in Frieden zusammen leben können. Es ist jetzt Aufgabe der Mandatarmacht, ausfindig zu machen, wie dieser historische Frieden wiederhergesteüt werden kann. Mancherlei Pläne iiierfiir sind aufgcstcllt worden. Liner davon bezieht sich auf die K a n t ס n i s i c r 1111 g Palästina« auf wirtschaftlicher und politischer Basis. Ein anderer sicht eine Zunahme der jüdischen Bevölkerung bis zur zahlenmäßigen Gleichheit mit den Arabern vor. Keiner der beiden Pläne scheint durchführbar zu Die arabische Aktion In London Von unseren! Berichterstatter J. K., London, den 24. Juli Die arabische Delegation in London arbeitet zum erstenmal mit allen de!! Mitteln, die bisher von zionistischer Seite verwendet wurden. Sie wird darin auch von einer Anzahl arabischer Studenten aus Palästina und den benachbarten Ländern unterstützt, die sich schon seit längerer Zeit in England befinden. In Zusammenkünften mit Abgeordneten, Interviews und Briefen''#Ä :'8fe *wiärtigstäjn Zeitiing«(!)׳'V6p*4get».j,B*Klubs,'und größeren Kreisen wedigclni sich Jetzt"'Araber, mit Juden ab. Die ln ■''Jerusalem erscheinende arabische Propagandazeitscbrift ״Pakstfn« and Transjordan“ wird unter allen Abgeordneten, sonstigen einflußreichen Persönlichkeiten und Zeitungsredaktionen verbreitet, nach dem Vorbild der von zionistischer (Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen j| BlUMENFELP, Nürnberg, Adlerstraße 36 [ Seite herausgegebenen Jnforinationssdirift ״Palestine“. Der Kreis der Abgeordneten, die für Palästina-Fragen interessiert sind, hat sich natürlich in letzter Zeit stark erweitert. Von zionistenfreundlicheii Abgeordneten wird Colonel Josiah W edgwood, der noch Rekonvaleszent ist, sehr stark vermißt. Trotzdem hat sich aber an den zionistischen Syrnpathien des Unterhauses nichts geändert. Obwohl schwer zu sagen ist, was auf das Konto der Londoner Delegation und wieviel auf die Wirkung der palästinenüschen Ereignisse direkt zurückzufuhren ist, so haben doch zwei Gedanken auf einen Teil der englischen Oeffentlich* keif einen gewissen Eindruck gemacht: die Furcht der paläsfinensischeu Araber vor einer jüdischen Herrschaft und die angehliehe religiöse Verbundenheit aller Mohammedaner mit dem Kampf in Palästina. Was das letztere anbetrifft, so hat allerdings die gewiß nicht zionistischer Sympathien vcrdächtige Zeitschrift ״Great Britain and the East“ in ihrem Bericht aus Indien hervorgehoben, daß die Rückwirkungen der paliistinensiachen Ereignisse in Indien jedenfalls bisher vollk o m m e n u!1 e r b e b I i c h seien. Dem Argument der Furcht, seiner subjektiven Tatsache, ist es weniger leicht entgegenzutreten. Was auch immer an Beweismaterial und Statistiken vorgebracht wird, lehnen die Araber als Entkräftung ihrer Furcht ah, die Erklärungen zionistischer Führer über ״Cooperation und Prosperity“ werden als Betrug gekennzeichnet, und was die arabischen Befürchtungen zerstreuen würde, IN ALLER KURZE Der Council for German Jcwry (das unter dem Vorsitz von Herbert Samuel stehende Komitee englischer Juden) veröffentlicht die 14. Zcichnungsliste seiner Sammlungen, die damit insgesamt die Höhe von 669$30 Pfund erreicht haben. Ziel der Sammlung ist es bekanntlich, in den außeramerikalöschen Ländern eine Million Pfund auf- Zubringern I>ie 14. Spendenliste weist 8715 Pfund in Beträgen von 7(1 bis 1090 Pfund auf. Gleichzeitig wird eine zweite Spendenliste für Manchester veröffentlicht, die 58 Zeichnungen von 25 bis 150 Pfund enthält. Laut Pressemeldungen hat sich die Firma Leopold G a - diel fl־ Co. GmbH., Bekleidung und Wäsche, Berlin C 2, zur Zahlungseinstellung genötigt gesehen. Die Bemühungen um einen Verkauf des Unternehmens haben dazu geführt, daß sich schon jetzt die Anteile der bisherigen Gesellschafter fast vollständig in arischen Händen befinden. Das städtische Hallgarte ״-Bad in Frankfurt, das nach dem bekannten jüdischen Philanthropen Charles Hallgarten benannt war, ist in ״Stadtbad Nordend“ um benannt worden. Wie die ״Neuwieder Zeitung“ vom 22. Juli berichtet, wurde ein 29jährigcr Jude aus Neuwied wegen Verbrechens gegen das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre von der Großen Strafkammer zu e i 11 e m Jahr Gefängnis unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungssein, beide aber s|nd einer Prüfung wert. Wichtig Ist zunächst die Wiederherstellung der Ordnung. Die Araber würden ihrer Sache atn besten dienen, wenn sie bei dieser Wieder« Herstellung mithelfen würden. Denn erst, wenn dies geschehcn ist, kann eine Kgl. Kommission entsandt werden, um die Beschwerden der Araber zu untersuchen und zu beur* teilen.“ Jewxsh Agency und Untersuchfingskommission Ueber die Stellungnahme der Jcwish Agency zur gegen* wärtigcri politischen Situation in Palästina sprach in einer Pressekonferenz in Manchester der stellvertretende Vorsitzende der English Zionist Federation, Rev. M. L. P e r 1 z w e i g. Er betonte, daß die Jewish Agency grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der Kgl. Kommission für Palästina im Rahmen der vorgesehenen Prozedur bereit sei, jedoch nur unter der Bedingung, daß di« Untersuchung keinesfalls über die durch die Mandatsb c s t i m m u 11 g e n gesetzten Grenzen hinausgeht. Mit voller Schärfe wandte sich Rev. Perlzweig gegen jede Möglichkeit von Konzessionen an die Araber unter dem Druck von Terror und erklärte, eine Einstellung der Einwanderung in diesem Augenblick würde tatsächlich nichts anderes als eine Prämie für die Anzettelung von Unruhen bedeuten. Von der zionistischen Führung, erklarte der Redner, werde eine intensive politische Aktion in parlamentarischen Kreisen durchgeführt. Auf Anregung von Abgeordneten der Stadt Salford sei eine Konferenz sämtlicher Abgeordneten des Wahlkreises Manchester und Salford einberufen worden, bei der Norman Jacobs über den jüdischen Standpunkt zu der neugeschaffe* nen Situation in Palästina sprechen werde. * ״A1 - L i w a“ veröffentlicht eine Erklärung des A r a b I * sehen Obersten Komitees, in der die Meldung des ״Haboker“ vom 22. Juli dementiert wird. Das Komitee habe von Dschemal Husseini nicht die Mitteilung erhalten, daß Dr. Weizmann einer Sistierung der Einwanderung während der Tätigkeit der Kg!. Untersuchungskommission zugestimmt habe. (Die Meldung wurde, wie wir in der vorigen Nummer der ״J. R.“ berichteten, bereits von der Zionistischen Exekutive dementiert; dies wird nun von arabischer Seite bestätigt. — A. d. R.) Einstellung der Einwanderung, können die zionistischen Führer nicht zugeben. Infolgedessen sind wichtige englische Stimmen auf den Ausweg gekommen, für den jüdischen Wirkung«- radius ein Maximum festzusetzen, das die Gefahr einer jüdisehen Beherrschung der Araber von vornherein ausschließen würde. Die arabische Propaganda bedient sich der verschiedensten, teilweise miteinander nicht vereinbaren Argumente. Während es einmal heißt, daß England zur Verkündung der Balfour-Deklaratiori über ein arabisches Land nicht berechtigt gewesen sei und daß die Tatsache, daß Palästina den Juden erst versprochen werden mußte, Beweis genug sei, daß es ihnen nicht gehöre, wird ein andermal gesagt, daß die Balfour-Deklaration zwar ursprünglich zulässig, aber dann unvereinbar mit dem Buchstaben und dem Geist der Völkerbufw*־ Satzung geworden sei. Wieder ein anderes Mal, z. B. bei Vier Zusammenkunft mit 80 Abgeordneten im Unterhaus, würde offenbar die Wirksamkeit der Balfour-Deklaration anerkannt, aber das Jüdische Nationalheim sei schon vollendet und England deshalb seiner Verpflichtungen ledig. Die bekannte Forderung nach einer ״nationalen Regierung“ wurde in vielen Briefen und Erklärungen dahin modifiziert, daß man die englische Mandats 11 errschaft im wahren Geiste der Völkerbundssatzuiig wünsche. Neben Zugcstämlnissen, daß die Araber Palästina vernachlässigt hätten und ״gerade erst ihrem Mittelalter entrinnen“, heißt es dann wieder stolz (in einer Erklärung von Shibly Jamal und Dr. 1/zat Tannous, zwei Mitgliedern der arabischen Delegation), außer 400 000 arabischen Bauern gäbe es 300 090 Städter in Palästina, in Städten wie Jerusalem, Jaffa und Haifa, von denen ein hoher Prozentsatz Kaufleute und Menschen mit englischer Erziehung und Sympathien seien, gerade so wie die beiden Sprecher selber. Auf den historischen und den Leistmigsanspruch der Juden antwortet Dr. Tannous in einem Brief an den ״Manehester Guardian“ folgendes: ״Wenn die Juden auf Palästina wegen'ihrer prähistorischen Beziehungen Anspruch erheben, haben die Araber Anspruch, Spanien zu fordern, wo sie länger regiert haben. Wenn die Juden ihren Anspruch anmelden aus dem Grunde, daß sie Prosperity und Zivilisation bringen, so ist unsere Antwort, daß wir nicht die Zivilisation und die Lehren der Juden aus Mitteleuropa brauchen, und daß wir vorziehen, unsere eigene arabische Kultur zu entwickeln, mit Hilfe Englands, so wie es Aegypten, Irak, Syrien und Libanon getan haben und noch tun. Nach unserer Meinung ist die englische Mandatannacht dazu durchaus imstande, die Anwesenheit zweier Mandatare in Palästina ist durch nichts gerechtfertigt.“ Ueber die Versammlung der englischen ״Nationalen Liga“, in der Araber und Engländer gegen den Zionismus Stellung nahmen, wurde hier schon berichtet. haft verurteilt. Der Angeklagte hatte 1932 Beziehungen zu einer arischen Hausgehilfin angeknüpft, der er die Ehe versprach. Wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten die Ehe- Schließung immer wieder verhindert. Die Beziehungen wurden auch nach Erlaß der Nürnberger Gesetze fortgesetzt. Seit Juni wohnen in Pappenheini (Bayern) keine Juden mehr. Im Jahre 1821 wohnten 283 Juden in Pappenheim, 1885 36, 1935 waren noch 5 Juden in Pappenheim festzustellen; in diesem Jahre zog die letzte jüdische Familie fort. Im neuen Heft des Kampfblattes für Völkische Kultur und Politik ״Das Volk“ wird festgestelH, daß das Vorbild der aus den Dichtungen Stefan Georges bekannten Oestalt Maximins entgegen anders lautenden Gerüchten ״nicht von Juden abstammc“. Generaldirektor Dr. fng. Armin Weiner, Brünn, der Vorsitzende des Keren Hajessod in der Tschechoslowakei, wurde durch Beschluß der Exekutive der Jewish Agency in das Direktorium des Keren Hajessod gewählt. Hauptschrift lciter: Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewcnstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - I’iei-liste 5 vorn 1. April 1936. Verlag und Anzcigenvei wahung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestf. 10. D.-A, Juni 39 037. — Druckt Siegfried Schoiem, Bulin-Scho aeberg.

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