Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 59 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 KINDER- RUNDSCHAU Nr. 13 nicht kennt, fragt: ״Wie Ist das bloß möglich? Wie können Tausende von Bäumen in einer Nacht unbemerkt ausgeredet oder zerbrochen werden?“ Nun, die Scfwimrim schlaf«! nicht. Und manches Mal gelang es, die Titer fortzuscheuchen und Unheil zu verhüten. Aber bedenkt eins: die Nacht hüllt alles ln einen schwarzen Mantel. Menschen, die vorsichtig, in dunkle Gewänder gehüllt, durch Felder schleichen, können kaum gesehen wo־- den. Und wenn wir von den Bäumen Palästinas reden hören, dürfen wir nicht denken, das seien grobe starke Bäume, wie wir sie in Deutschland kennen. Die Bäume Palästinas sind jung und zart. In langen Reihen stehen sie auf den Felc’ rn, Bäumchen neben Bäumchen, eins so klein wie das andere — wohl einen halben Meter hoch. Mit viel Mühe und Schweiß gepflanzt, stehen sie da, auf endlos scheinenden Feldern, und wachsen langsam, langsam heran. Mit jedem Jahr ein kleines Stüde. Wenn zehn Menschen mit plumpen Füße® über diese Felder laufen, hierher tretend, dorthin schlagend — dam genügen wenige Minuten, um das blähende Feld ־zu ־einer Stätte der Tranen zu machen. So zart und fein sind die Bäumchen. Versteht ihr jetzt, wie es möglich ist, dal wir ir״mer wieder von Tausenden von jtmgen Bäumen hören, die wir opfern? Ich sah 14jährige Mädchen auf den Türmen jüdischer Siedlungen sitzen und eifrig Funksprüche notieren. Hebräisch äst ihre Muttersprache und Morsen ist Schulfach. Ich sah Jungen aus unseren Bünden in Deutschland im Emek auf Wacht, ohne Murren und ohne — ״Angabe". Und ich sah die Menschen in Jerusalem die Fäuste ballen vor Erregung, als an einer Plakatsäule ein neuer Mord berichtet wurde, Aul dieser Reise durchs ganze Land sah ich, wie selbstbeherrscht der Jischuvv ist, wie stolz und frei die Menschen sind. Wie sie ohne Zeit zur Muße und Trauer, gefaßt und sicher, unbeirrt auf ihren Posten stehen. Da begann ich mich — trotz allem — heimisch zu fähleB* Seew Rasinski oft mehrere Sprachen. So ist in der Stadt der rote Fez oft das einzige Kennzeichen des europäisch gekleideten Arabers. Daneben herrscht das Kopftuch, das auf dem Land vollkommen den Fez verdrängt. Meistens von peinlicher Sauberkeil, wird das Kopftuch von zwei schwarzen Ringen lestgehalten, und auf die verschiedensten Weisen um Hals und a en gesch lagen. Der Beduine nimmt die Enden des Kopftuches nach vorn, wickelt sie sich um den Kopf, so daß das Tuch in wirrem Durcheinander den Kopf umrahmt und dem Beduinen ein wildes Aussehen verleiht., Die Frauen der Araber ... ja, da muß man eigentlich ebenso viele Unterschiede machen. Von den Araberfrauen schlechthin kann man nicht sprechen. Auffällig and allen gemeinsam ist die schwarze Farbe der Kleidung. Außer dem sehr verbreiteten schwarzen Schleier ist oft die ganze Kleidung schwarz. Cm Gegensatz zum Europäer, der zum Schutz vor Sonne helles Zeug bevorzugt. Ile Araber bilden ein großes, buntes, interessantes Volk. Man könnte lange von ihnen erzählen. Von ihren Sitten und Bräuchen und vielem anderen. Für diesmal wollen wir uns mit ihrem Ae 11 Bereu begnügen. (Weitere Bilder folgen) Man will ich euch m banter Folge von meinen Erlebnissen berichten: ARABER Dies war der erste Araber, den ich in Palästina zu Gesicht bekam. Wohlbeleibt und selbstzufrieden kam er ia Haifa auf unser Schiff find begann, die arabischen Arbeiter zu kommandieren, die die Koffer vom Schiff zu bringen hatten. Die Arbeiter waren längst nicht so schön gekleidet wie der Aufseher. Zerlumpt und schmutzig waren sie, und ohne weißes Kopftuch und Schmuckgürtel, wie leb mir Araber immer vorgestellt hatte. & gibt diese Araber und — jene. Wenn man einen Araber aus dem flau ran sieht, der ln •den Straßen Haifas Lastträgerdienste tut und neben iJhm einen siädtisehen Araber aus Ramleh, Haifa, Ludd oder Tulkerem, so glaubt man, nicht Angehörige eines Volkes vor sich zu haben. Die Unterschiede zwischen den Arabern sind wirklich sehr groß. Die Rangunierschiede zwischen dem reichen Effendi (dem Gutsbesitzer) und dem Fellachen (dem armen Bauern) drücken sieb, so groß wie sie sind, auch im Ae liieren aus. Man trifft Ar ab«־, die man auf den «sten Blick für Europa« halt« mochte. Ihre Kl «dang, nach modernem europäischem Schnitt, ist peiidkfc sauber, Sir Aeußeres gepflegt und die Gesichtsfarbe zuweilen hell wie die eines Berliners. Zudem sprechen diese reicheren Araber V,