Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 59 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 59, 24. JULI 1936 Wieder ein großes Makkabi-Ereignis Kampf zweier Auswahlmannschaften — Hilde Meyer springt 5,25 m weit Kampf um den ersten und zweiten und um den dritten und vierten Platz geben würde. Werthen und Rosengarten waren beide nach einem vielversprechenden Anfang im vorigen Jahr in ihren Leistungen weit zurückgefallen. Es sollte sich nun zeigen, ob sie nun wieder ihre frühere Leistungshöhe erreichen konnten, und c-s gab wirklich zwischen ihnen einen Kampf, der die Zuschauer die ganze Zeit hindurch in Span- 111111g hielt. Beide lösten sich sehr schnell von dem übrigen Felde. Meist führte Wcrthcn, nur mitunter versuchte Rosengarten, ihn abzuschütteln. Man sab, daß beide sehr leicht führten und sich gegen das Vorjahr deutlich verbessert hatten. Wenige Runden vor Schluß versuchte Rosengarten, der Werthcns größere Spurtschnelligkcit kannte, noch einmal, sich freizumachen. Es zeigte sich, daß dieser Versuch taktisch unklug war. Werthen ließ sich nicht abschütteln, sondern setzte im richtigsten Augenblick seinen überraschend schnellen Endspurt ein, dem Rosengarten nichts mehr «ntgegensetzen konnte. Werthen gewann überlegen in 16:28,5 Minuten, der besten Zeit, die seit langem auf jüdischen Sportfesten erzielt wurde. Den dritten Platz erkämpfte sich, gerade noch im Ziel, Wertheim gegen Wollenberger. Ueberraschung im Weitsprung Die beste Leistung des Tages gab es dann itn an״ schließenden Weitsprung der Frauen. Hilde Meyer, die sieb von Start zu Start verbessert, überbot bereits mit einem ihrer ersten Sprünge den bestehenden Makkabirekord mit 5,11 m. Bei ihrem vorletzten Snrung gelang es ihr, mit 5,25 m kämpften 100 m lang, dann kam Schattmann frei und siegte in 23,2 Sek. mit mehreren Metern Vorsprung. Aufrichtig mußte zum Schluß noch kämpfen, um Seligmann zu halten. Da Berlin im 200-m-Lauf und das Reich im 400-m-Lauf die bestmöglichste Punktzahl erreichte, blieb das Gesamtergebnis unverändert. Der Mochspmng für Frauen brachte dann Berlin erneut klar in Führung. Obwohl Aenne Cohn noch mit unvollkommener Technik sprang, bewältigte sie glatt 1,40 m, vor Hilde Meyer, die aut 1,35 in kam. Annemarie Hadra lind Fried (Leipzig), die gegen die Vorjahre sehr zurückgegangen ist, kamen über 1,25 111. Die nächsten beiden Wettbewerbe brachten dann dem Reich klare Erfolge. Im Weit- Sprung belegte das Reich die beiden ersten, im Diskuswerfen den ersten und dritten Platz. Im Diskuswerfen siegte Hermann (Hamburg) mit 32,68 m vor Jacob (Berlin) und Hellfeld (München). Wählend hier ein Stillstand der Leistungen zu verzeichnen ist, gab es im Weitsprung, der bisher auch ein schwacher Punkt 1m Deutschen Makkabisport war, eine erfreuliche Verbesserung. < 1 0 1!1 c!1 b e r g (Leipzig) siegte, sich von Sprung zu Sprung vor Sicradski (Leipzig) mit 6, >׳ (Berlin) mit 6,20 111. Auel! noch (Berlin), sprang 6,25 in, eine l.ci-t Jahr Bukofzcr an der Spitze der stand. Als die Wettkämpfe für diu 1 Aufmarsch der Aktiven tinferbn Kampf mit 7H/-J zu 71 Punktet! verbessernd, mit 6,57 m in und S o m m c r f e 1 d der Vierte, Schaffer mg, mit der im vorigen Bistenliste des Makkabi cchtvorführungen und den c 1! en wurden, stand der Ä gerade gleichauf, bt er innen des Kocliba Berlin 1 cchimeNU'rm insbesondere und Erl Tennis- 7.ei gten vor/uggefielen 1 c h t c r, Von links nach rechts: Aenne Cohn, Doppelsiegerin im Hochsprung und Kugelstoßen Berlin siegt in der olympischen Staffel (Sorkin) Mahkabi-Weltrehord: Hilde Meyer Springt 5,25 m Folo: Uerbtrt Sonnenfe'd (ו> Foto*: J. AbnUmm (ב) nicht nur den Rekord weit zu überbieten, sondern auch eine durchaus beachtenswerte Leistung zu erzielen. Da sie erst 16 Jahre alt ist, kann man von ihr noch große Leistungen für den jüdischen Sport erwarten. Hinter ihr belegte Annemarie Hadra mit 4,85 m den zweiten Platz vor Ruth Reich. — Der große Vorsprung, den Berlin bis jetzt angesammelt hatte, verminderte sich erheblich durch das Speerwerfen. Die beiden Vertreter des Reichs, Hermann (Hambürg) und Neben zahl (Leipzig), belegten die ersten Plätze vor Sack und Kobor. Hier gab es die schlechtesten Leistungen des Tages. Daß 42,32 m zum Siege ausreichten, legt für den Standard dieser Disziplin im Deutschen Makkabi kein gutes Zeugnis ab. Turnen und Fechten Nach Turnvorführungen, die eine Musterriege des Bar Kochba Berlin unter Leitung des Deutschen Makkabimeisters :Mannheimer mit guten Leistungen am Reck brachten, wurde der 400-111-Lauf vom Start gelassen. Hier mußte Berlin Falkenberg ersetzen, für den besser neben Sorkin gegen Orgler (Wuppertal) und Salzberg (Köln) an den Start gingen. Hier wurde die Uebcrlegenheit Die I«c khibs Bar unter ihrer liehe Arbeit! rl. I: a 1 k die beulen Ersten der Makkabiah, m einem scliaukampf. Der Aufmarsch, der Teilnehmer, zu denen Rabl', Dr. N 11 ß b a u m sprach, brachte dann den Auftakt zu den ITulkämpfni. Im 1500-m-Laut gab es eine Wiederholung des Duells Werthen-Rosengartcn mit dem glcieben Ergebnis. Die Leistung war freilich relativ schwächer, was nach dem schweren 5000-m- Kampf nicht Wunder nehmen kann. Werthen lief taktisch sehr klug und griff, nachdem Hirsch eine Zeitlang geführt hatte, im richtigsten Moment, vor dem Eingang in die SchlulSkurve, an. Hirsch hielt sich auch hier tapfer und wurde wiederum Dritter vor Wertheim. Das Kugelstoßen gewann dann Jacob mit 11,68 m vor Hermann, Dritter wurde der Jugendliche Tombowski (Berlin) mit 10,62 m. Die SchluBkämpfe Die beiden Schlußstaffeln sahen Berlin siegreich. Während bei der 4 X 100-m־Staffel für Frauen die Berliner Mannschaff mit Ruth Reich, Gott h ein, Hilde Meyer und Stncdresmann favorisiert war und mit schönem Wechsel klar gewann, bedeutete der Sieg Berlins in der olympischen Staffel eine gewisse Ueberraschung. Es gelang Orgler über 800 m nicht, wie man es erwartet hafte, genügend Vorsprang herauszulaufen. Walter Cohn ließ sich nicht abschütteln und gab nur mit wenigen .Metern Rückstand an Aufrichtig ab, der sich sofort entschlossen an die Vorfolgung von Stern! ich machte und ihn wirklich noch vor dem Wechsel überspurtete. S c 11 a 11 m a n n vergrößerte den Vorsprung gegen S e 1 i g m a r! n, so daß Sorkin klar führte, als er den Stab 11 bei nahm. Sal/berg arbeitete sich bis zu 250 m dicht an Sorkin heran und griff in der Schlußkurve an, dann aber ging Sorkin, der sich offensichtlich geschont hatte, los, machte sich Irei und ging mit klarem Vorsprung durchs Ziel. Berlin hat den letzten Wettbewerb und damit den ganzen Kampf mit 101 u zu 85■ 2 Punkten gewonnen. t. n. An Stelle des vorgesehenen Starts der Palästinenser in Deutschland hielt der Deutsche Makkabikreis eine Heerschau über seine Leichtathleten ab. Fast alle, die zur Spitzengruppe gehören und von denen außerordentliche Leistungen erwartet werden konnten, waren am Start. Man konnte manche Leistungssteigerung feststellen, mau mußte aber auch• manche Formrückgänge verzeichnen. Viele begabte junge Sportler, die in der Provinz leben, haben in letzter Zeit so wenig Wettkämpf-, ja sogar Trainingsgelegenheit gehabt, daß sie die Versprechungen, die ihre Leistungen in den Vorjahren bedeuteten, nicht einlösen konnten. Gerade für sie wird dieses Sportfest, bei dem sie zum Teil zum erstenmal in diesem Jahr auf gleichwertige Gegnerschaft stießen, ein Antrieb bedeuten. Heber das vorzügliche äußere Bild, das das Sportfest bot und das außerordentlich reibungslos abgewickelt wurde, haben wir bereits in der vorigen Nummer berichtet. Die ersten Läufe Die Wettkämpfe begannen, nachdem zur Einleitung als Interessante Neuerung ein 10-Minuten-Paarlaufen abgewickelt war, das mir Berliner Bar Kochbaner am Start sah und das Petzall -Levy vor Berger-Loschinski und Goldfinger-Saling er gewannen, mit dem 800-m-Lauf. Am Start standen, wie vorgesehen, Orgler (Wuppertal) und Rothschild (Nürnberg) für die Mannschaft des Reiches und Walter Cohn und Hirsch für Berlin. Man wußte, daß Orgler siegen würde, aber man war gespannt, ob Cohn, der noch im vorigen Jahr Jugendlicher war, schon heute einen Kampf liefern könnte. Orgler nahm sofort in flotter Fahrt die Spitze, aber er vermochte Walter Cohn nicht abzuschütteln. Hirsch und Rothschild fielen bald zurück und lieferten sich einen Sonderkampf um den dritten Platz, während die beiden Spitzenleute sich immer weiter lösten. Auf der üegengrade unternahm Cohn einen Angriff: Orgler, überrascht, ließ ihn vorbei. Colin führte eine Zeitlang das Rennen, als dann aber Orgler vor der Schlußkurve erneut vorging, vermochte er ihn nicht zu halten. Orgler spurtete die Zielgrade bestechend leicht, während Cohn sich damit begnügte, den zweiten Platz zu halten. Hinten kam Hirsch, der schon seit langen Jahren itn Wettkampf stellt, überraschend gut auf und sicherte sich den dritten Platz, vor Rothschild, der, wenn man seine heutige Leistung mit seinem zweiten Platz bei der vorjährigen Makkabimeisterscliaft vergleicht, enttäuschte. Die Zeit von Orgler von 2:03,1 Min. geht an, wenn man bedenkt, daß die Grunewaldbalin sehr langsam ist mul die Läufer sich, nachdem der Kampf entschieden war, für die weiteren Rennen schonten. Das Reich führte also nach dem ersten Wettbewerb mit 6 :5 Punkten. Der nächste Wettbewerb ergab die gleiche Punkt- Verteilung. K.endziorra (Hamburg) und Groß (Breslau) für das Reich, Hilde Meyer und Ruth Reich für Berlin standen am Start. Man hatte einen klaren Sieg der kleinen Makkabiahsiegerin erwartet. Es gab aber zunächst einen schweren Kampf. Hilde Meyer nahm vom Start weg entschlossen die Führung, hatte zeitweise einen klaren Vorsprung und wurde schließlich im Ziel nur mit Brustbreite abgefangen. Dritte wurde Ruth Reich. Auch im 100-m-Laut der Männer hätte es beinahe eine Ueberraschung gegeben. Am Start Ständen Stern lieb (Breslau) und S c 1 i g m a n n (Chemnitz) für das Reich, Schaftmann und, an Steile des verletzten Dr. Lewin, Aufrichtig für Berlin. Auch hier erwartete man einen UDCrtegcnen Sieg Schattmanns, dessen Hauptgegner man in Stcrnlieb sah. Aber Aufrichtig, der an seine beste Form anknüpfte, ging bei 10 m an Stcrnlieb, der den bester! Start gehabt hatte, vorbei und führte bis kurz, vor dem Ziel vor dem verzweifelt kämpfenden Schattmann. Erst in den letzten Metern ließ Aufrichtig nach, so daß Schattmann noch zu einem klaren Sieg kam. Drifter wurde Seligmann vor dem schwer enttäuschenden Sternlieb. Die Zeiten der 100-1־»-i..üufe mit 11,3 Sek. bei den Männern und 13,9 Sek. bei den Frauen zeigten erneut, wie schlecht die Balm war. Berlin hatte nun die Führung übernommen. Vor dem nächsten Lauf kamen zwei technische Bewerbe zum Austrag: der Hochsprtmg für Männer und der Kugelstoß für Frauen. Im Hochsprung zeigte sich B I a n c k ' (Hannover) seinen Mitbewerbern weit überlegen. Er siegte, ohne zum Kampfe getrieben zu sein, mit der respektablen Höhe von 1,75 m, während die nächsten, Blanck ll (Hannover) und Kikoler (Berlin), nur auf 1,55 m kamen, also Leistungen zeigten, die auch in Anbetracht aller Umstände, schlecht genannt werden müssen. Im Kugelstoßen für Frauen gab es wieder eine Ueberraschung. Aenne C o 11 n, die hochbegabte Mehrkampf-Meistcrin des Deutschen Makkabikreises, überbot in ihrem letzten Stoß mit 9,90 m die Spezialistin Sehna Schulmann, die noch nicht recht in Form war. Die Vertreterinnen des Reichs, Hadra (Stuttgart) und O o 11 h o 1 d (Hamburg), blieben klar geschlagen. Kampf Ober 9000 Meter Berlin hatte jetzt einen Vorsprung von vier Punkten. Das nächste Rennen, der 5000-m-Lauf, konnte für das Oe- Samtergebnis ausschlaggebend sein. Am Start standen Rosengarten und Wert he im, beide Kassel, und Werthen-Wollenberger, beide Berlin. Man wußte, daß es hie־׳ noch deutlicher als im 800-m-Lauf einen gesondert«! Programm der Makkahimeisterschäften am 6. Sept. 1936 in Berlin Männer: 100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m, 5000 m; Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung; Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen; Fünfkampf: 200 m, 1500 m, Speerwerfen, Diskuswerfen, Weitsprung; 4X100 m, 4x400 m Staffel; 3 X 200 m Staffel für kleine Vereine. Frauen: 100 m, 200 nt; Hochsprung, Weitsprung; Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen; Dreikampf: 100 m, Weitsprung, Speerwerfe 4x100 in Staffel. Alte Herren: 100 m. 4X100 m Staffel. Orglcrs noch deutlicher als über 800 nt. Zunächst griff Lcsscr auf der Innenbahn tapfer an, konnte aber bei 250 in sein eigenes Tempo nicht mehr halten und fiel völlig zurück. Orgler siegte unangefochten in der für die Baluiverhälfnisse vorzüglichen Zeit von 51,7 Sek. vor Sal/berg, der, bisher unbekannt, angenehm überraschte und in der Zeit von 53,9 Sek. Sorkin im Ziel um Brustbreite abiing. Der 200-m-Lauf, der nun folgte, bestätigte das Ergebnis des 100-m-Laufs. Stcrnlieb, der gerade auf dieser Strecke einst eine sehr gute Zukunft zu haben schien, fiel nach einem guten Start sofort zurück und endete weit abgeschlagen als Letzter. Schattmann und Aufrichtig Internationales Tennisturnier des Tennisklubs Bar Kochba Berlin Das bedeutendste bisher zur Durchführung gelangende M a k k a b i ־ T e 11 11 i s f u r n i <_■ r hat am Mittwoch auf den Plätzen des Tennisklub Bar Kocliba in der Leibni/straße begonnen. Fast alle gemeldeten ausländischen Teilnehmer wie Hamburger, Sega 11, Simon und I rau Popper •ms Rumänien, Wittmann, Altsehuler aus Polen, Frl. Münz, Friedmann und Orkoff aus Lettland, Frau (iotfesmann und Reschkowsky aus Oesterreich sind bereits cingctroffen. ln den nächsten Tagen wird hervorragender Sport auf der Anlage des Tennisklubs zu sehen sein, und insbesondere die Endspiele am 25. und 26. werden besonders interessant werden. Hakoah Köln unterliegt im Tennis Bar Kochba Frankfurt 6 :9. Die aufstrebende Tennisabteilung der Hakoah Köln kann für sich in Anspruch nehmen, das größte Tennisercignis, das bisher in Köln stattfand, durchgeführt zu haben. Vor einer glänzend besuchten Tribüne gab es am Sonntag auf der Hakoah-Anlage in Deutz ein auf hohem Niveau stehendes Turnier. Im Mittelpunkt der Kämpfe standen die Spiele zwischen den Frankfurtern Frau F r i e d I e b e n, Frau H c!11 p und Sc h w a r z s c 11 i 1 d und den Kölnern Betty Markus, Sander und W. Hey mann. Die Zuschauer waren von den interessanten Kämpfen, die fair und freundschaftlich durchgeführt wurden, ehrlich begeistert. Außerhalb des Turniers gab es verschiedene Schauk,1impfe; u. a. spielten Frau Fricdlebon-Sch warzschild gegen F rau Hemp-Sander ein Mixed, das von den ersteren knapp gewonnen wurde. Die Sprinterin Kendziorra Foto: J. Abrahai Internationales Makkabi -Tennis -Turnier Mannschaften aus Lettland, Polen, Rumänien, Oesterreich Vom 22. Juli bis Sonntag, den 26. Juli 1936, auf der Anlage des Tennis-Club ״Bar Kochba" e.V., Berlin-Charlottenburg, leibnizstraße 49-53, Fernruf C2 1747 Vorvarkaai: Sekretariat, leibnizstr. 49-53, u, jüd.Rundschau, Laden, Meinekestr. 10 f ו