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Jüdische Rundschau · 1936-07-24 · Heft 59 (24.7.1936) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 59 (24.7.1936)
Date
1936-07-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 24 VII. 1936 Im vierten Monat der Unruhen Die ״Starrheit der jüdischen Politik“ Tn einem Leitartikel des ״Bustenai“ kritisiert M. Smilanski die Behandlung, die die Araberfrage durch die Zionisten erfahren hat und die Haltung unserer Führung wahrend der jetzigen Ereignisse: Der Zionismus ist von Idealisten gemacht worden, die kein Verständnis für Realitäten hatten, ln seiner ersten Zeit kam ihm das zugute. Die Pioniere setzten sich, Leiden, Entbehrungen und Schwierigkeiten aus, die sie kaum hätten auf sich nehmen können, wenn sie eine reale Vorstellung von ihnen gehabt hätten. Aber später zeigte sich die Kehrseite dieser Ein- Stellung. Als Acliad 1133111 als erster zu einer realen Beiraclitimg und Bewertung unserer Positionen aufrief, stieß er auf Unglauben und Erbitterung. Und die abstrakte idealistisehe Einstellung wirkt sieh noch heute aus. So spielen Laien hei uns in •Irr Politik eine verhängnisvolle Rolle. Wer hat bei uns daran gedacht, daß es zur politischen Verhandlung notwendig ist, die Mentalität des Partners zu kennen? Wer hat uns beigebracht, daß man mitunter auch d a s M o r g e n in B e t r a c h t ziehen in 11 ß, und in der Politik nicht blind an der heutigen Konstellation kleben darf? Ein Verzicht heute kann ein Oevv i n n für morgen sei 11. Ein eifersüchtiges Festhalten an der heutigen Position aber kann unsere Glieder fesseln, so daß wir morgen nicht weiterkomnien können. Wer hat uns gelehrt, daß mitunter Konzessionen notwendig sind, daß man auf einen Rechtsanspruch verzichten können muß, um die Sache selbst in der Hand zu behalfen? Statt dessen füttert man uns damit, daß ״wo ein Wille i>t. auch ein Weg ist“, selbst auf die Gelahr hin, daß das Ziel dieses starren Willens halber /erbucht. Und außer der starken Sprache׳‘ haben wir in unserem politischen Arsenal noch unsere ״Zuversicht“. Ina doch ist sie eine erlurmliihe Sache. Denn was ist erbarmliclicr als eine Zur ersieht, mit der man überall als einem ״( hit" prahlt'•' I ine w irklklie feste stille Zuversicht furchtet sieh nicht v״t den schlimmsten Belastungen, um die letzte Linie zu w,ihren. Line tiefe Zuversicht behält die Augen otfen, stockt den Kopf nie111 in den Sand und zieht die rechter! Folgerungen aus der Lage. Nur der Furchts a m c, S e 11 w a c 11 e s c h 1 i e 15 t di e A 11 g e n, stellt sich unwissend und vertrant de! Gnade des Himmels. Eine sulche Zuversicht ist nichts als Selbstbetrug und sie fuhrt /um S,׳heitern. Völker, die nicht wissen, zur rechten Stunde 1 ine t a k t i s e 11 e K o n / e s s i o n zu machen, können leicht gänzlich aut'ga teilen werden. Hie Zukunft des Zionismus hangt «!dir von seiner inneren Kraft ab als von äußeren Faktoren. Man darf diese Kräfte nicht einer allzustarken Belastmigsprobe ausset/en, denn man wird sie später noch brauchen. Das herrschende System der Unorientiertheit hat diese inneren Kräfte nicht gerade gestärkt. Die ״Zuversiebt“ wird sie nicht retten. I me wirkliche Sicherheit kann uns mir aus einer realen Einschätzung der Tatsachen erwachsen. Vor fast einem!:alben Jahrhundert schrieb schon Ach ad H a a m gegen diese falsche Zuversicht aus Unwissenheit. Es steht schlecht um eine Bewegung, die in dieser ganzen langen Zeit sich nicht den Willen zu realem Erfassen der Wirklichkeit erworben hat. Gott schütze uns vor solcher ״Zuversicht“ und solchem ״Glauben“. Der Fall Adam Lipkin Der Vater des am 12. Juli durch einen englischen Soldaten getuteten Adam Lipkin erhielt vom komrnandierenden Obersten des Uhesliire-Regimcnts ein Kondo■ lcnzschrfibcn, in dem erklärt wird, daß der Schuld i g e vor Gericht gestellt werden wird. In seinem Antwortschreiben bitu! der Vater, daß, falls cs erwiesen werden sollte, daß es sich um einen unglücklichen Zufall handelte, v 0 11 der B c s t r ,1 f » n g d c > betreffende n Sold;1 t e n A h s t ,1!!־ d g c n o in m c n w e 1־ d e 11 m ö g 0. Angesichts der vielen 1111'. huldigen (>pfer von Mördern, die aus dem Hinter!!,dt toten, verstehe es das jüdische Volk, Zurückhaltung zu uben; der Schmer/ der Familie Lipkin um den gefallenen Sohn werde durch die Bestrafung eines englischen Soldaten, dessen Kugel ihn unversehens traf, keine Linderung erfahren. Der Verband Jüdischer ehemaliger Offiziere (Td-A\viw, Rotlisdnld-Biuilcvard ■tu), der vor etwa einem halben Jahre gegründet wurde und bered! '..’•bi Mitglieder zahlt, teilt uns ober seine A!Nichten folgendes mit: Der Verband bezweckt die Vereinigung sämtlicher gewesener jüdischer Offiziere und Militarlu amte im < iffi/icmr.ing, su« eit dieselben ständig in Ercz Israel wolmoi. Kameraden au! ()esterreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Rußland, Tschechoslowakei sind in großer Zahl vorhanden, ferner ehemalige Offiziere aus der -MAGISTER KIRSCH- 1 - <1 u £ €* Likör Magister.Likörtabrik, München VII jüdisch-britischen Legion, Offiziere aus der Türkei, aus Italien, Schweiz, und Holland. Der Verband ist rein überparteiisch. Politik darf nicht getrieben werden. Der Verband steht auf dem Boden der rein zionistischen Idee und hat die Aufgabe, ״die aufopfernde Hingabe für das Land, wie die Mitglieder cs in eien fremden Armeen gelernt haben, ins jüdische Volk zu tragen und die Idee der Disziplin und der Soldatentugend den Juden zu eigen zu machen“. Es wird Sport jeder Art getrieben: Gymnastik, Turnen, Schwimmen, Reiten, Fliegen. Äußer der Gruppe m Tel-Awiw, deren Vorsitzender Dr. C.liaim Farbstein ist, hat der Verband eine Ortsgruppe in Haifa gegründet und bereitet in Jerusalem und Rechowoth Organisationen vor. Von der anglikanischen Judenmission. In der ״Times“ vom 22. Juli wird unter der Rubrik ״Kirchliche Nachrichten“ mitgeteilt, daß der Bischof von Winchester, Dr. Garbett, einem Bericht der Judcnmission in Palästina ein Vorwort vorausgeschickt habe, in dem er u. a. schreibt: ״Hier ist nicht der Ort, die politischen Gefahren und Probleme zu erörtern, die sich durch die Zulassung Zehntausender von Juden ergeben. Um der Araber willen und aus Wirtschaftliehen Gründen wird cs sicher notwendig sein, die äugen-!dickliche jüdische Einwanderungszahl bet rächt lieh zu reduzieren. Aber was immer sich ereignen mag, es wird doch im Heiligen Lande für alle Zeit eine große jüdische Bevölkerung sein. Es ist daher nötig, daß die kirchliche Judenmission in der Lage ist, ihr Werk in größerem Maßstabe durchzuführen, als es bisher möglich war.“ Die erste Woche des vierten Monats der am 19. April ausgebrochenen Unruhen hat nun begonnen. Die Ereignisse haben allmählich eine gewisse Monotonie angenommen, und obwohl eine Abstumpfung auch in Palästina fühlbar ist, ist doch die Hoffnung auf baldige Wiederkehr normaler Zustände stark. Aus den Berichten der letzten Tage ist zu entnehmen: Kämpfe und Verluste Abraham Don an i, Wächter in Even-Jehuda im Emek Chefer, wurde, als er mit 3 Kameraden auf der Wacht stand, aus dem Hinterhalt angeschossen und tödlich getroffen. Donani, der in Petaeh Tikwah gehören wurde, war 21 Jahre alt und hatte erst vor wenigen Wochen das Gymnasium absolviert. Seit Beginn der Unruhen werden 48 jüdische Tote gezahlt; 200 jüdische Verwundete sind noch in Behandlung. In Jerusalem kain cs am Dienstag-Nachmittag zu einem heimtückischen Revot veranschlag auf den ®)jährigen Mordecliai Bauer. In der Nähe eines'Waisenhauses trat ein arabischer Jugendlicher auf Bauer zu. Bauer glaubte, daß der Araber aus dem Waisenhaus komme. Der fugendliche fragte Rauer ״Kama scliaa?“ (Wie spät ist es?) Als'Bauer nach seiner Uhr sah, gab der arabische Jugendliche mehrere Schüsse auf ihn ab, die seine rechte Lunge durchbohrten. Bauer wurde in das Hadassahkrankcnhaus eingeliefert. Sein Befinden ist ernst. Er ist erst im vorigen September aus Polen nach Palästina eingewandert. im Gegensatz zu den vergangenen Tagen gab es am Dienstag wieder zahlreiche Bombenanschläge. In den Vorstädten von Jaffa und Tel-Awiw wurden insgesamt sieben Bomben geworfen. In Jaffa selbst wurden zwei Bornbenanseliläge unternommen. Durch den Luftdruck, der bei der Explosion der einen Bombe entstand, wurden die Fenster des Hauses der Anglo Palestine Bank zertrümmert. Das offizielle Communiuuc teilt mit, daß an der Oellinie der Irak Petroleum Company durch Explosionskörper einiger Schaden an gerichtet worden ist. Auf einen Transport zwischen Haifa und Tel-Awiw sind wieder Schüsse abgegeben worden. Ein aus Jerusalem nach Tel-Awiw fahrender Transpori ist am 22. d. M. durch eine Bande aus dem Hinterhalt überfall e!1 worden. Ein Autobus-Chauffeur und ein Soldat wurden leicht verletzt. Verstärkungen wurden heraiigehoit und schlugen die Angreifer zurück. Im amtlichen Communique wird ein Angriff auf Migdal bei Tiberias gemeldet; ein Araber wurde dabei schwer verwunde! I-n der Nähe von Tulkerem wurde ein schwerer Ueberfall auf eine Militärpatrouille verübt, wobei ein Soldat getötet, zwei schwer und zwei leicht verwundet wurden. Die arabischen Angreifer schossen aus nächster Nähe; sie entkamen, nachdem sie, wie man annimmt, drei Verluste erlitten hatten. Die betreffende!Militärpatrouille gehört dem Lincoln- Regiment an, das erst am 18. Juli in Palästina eintraf. In der jüdischen Siedlung Hartieh wurden 35 Dunam Obstgärten vernichtet. Die jüdische Siedlung Mi/.pa und das Truppenlagcr und die Polizeistation in Tulkerem sind beschossen worden. Eine Eisen ha hnbrücke in der Nähe von Gaza ist durch■ eine Boinfiencxplosio« leicht beschädigt worden. In der ״Deutschen Kolonie“ in Jerusalem ist ein Auto, das der Familie des Negus von Abessinien gehört, in Brand gesteckt worden. Wie in einem amtlichen Communiqud bekanntgegeben wird, ist bei Chanuii ein dort Dienst tuender jüdischer Wächter nachts von einem arabischen Freischärler angeschossen und leicht verwundet worden. Während der Nacht zum Dienstag kam es zu Kugel- Wechsel zwischen Militär und Arabern in der Nähe des A r z a - S a n a t o r i u tu s, ferner auf der Nablus-Chaussee und in Kfar Baruch im Emek. Nachdem eine Zeitlarig keine Das Nachlassen des Streiks Aber der Geist des Widerstandes bleibt Wie der Sonderkorrespondent der ״Times“ am 21. 7. schreibt, wird der arabische Streik, der in seinen vierten Monat cingetrcten ist, infolge der Erschöpfung der Mittel bald zu lande gehen. Aber obgleich die Bevölkerung des Kampfes müde sei, sei kein Anzeichen für ein Nachlasse» des Geistes, der ihn beseelt. Die Verlüste, die den Teilnehmern an dem Kampf zugefügt worden seien, zusammen mit der Verstärkung der Propaganda hätten die a n t i j ü d i s c h e!1 G e f ü 111 e noch verstärkt. Die Araber sind überzeugt, daß, selbst wenn der Streik zusammenbrechen und die Unruhen aufhören sollten, das antijüdische Gefühl bestehen bleiben und es den Juden schließlieh unmöglich machen wird, ihr Nationallleim in Palästina zu errichten, ausgenommen unter den den Arabern genehmen Bedingungen. Ein Grund, warum die Verlängerung des Streiks möglich gewesen ist, ist der, daß die Schließung der Geschäfte nur eine formelle ,Maßnahme war; Kauf und Verkauf unter den Arabern geht hinter verschlossenen Türen und in den Privatwohnungen der Lädenbesitzer weiter. Eine der sichersten Quellen der Streikfonds bleiben die Beiträge der arabischen Regierungsbeamten, die regelmäßig einen bestimmten Prozentsatz ihres Gehalts abgeben. Diese Beiträge sind das stärkste Argument in arabischen Beratungen gegen die Beteiligung der Beamten am Streik, da dann diese Hilfsquelle aufhören würde. Der Berichterstatter weist dann darauf hin, daß die jüdische Einwanderung stark abgenommen habe, obgleich der Rückgang nicht mit Sicherheit den Unruhen zugeschrieben werden könnte. Im letzten halben Jahr sind schätzungsweise insgesamt 16 400 Einwanderer, also etwa die Hälfte in der entsprechenden Periode des Vorjahres, ins Land gekommen, und im Juni nur 1500 Juden. Ein starker Antrieb für die Araber, den Streik lortzusetzen, ist ihre Ucbcrzeugung, daß er den Juden schwere Verluste zulügt. Dali die Juden schwer betroffen seien, sei deutlich, das völlige Ausbleiben von Handelsreisenden in Palästina während der letzten zwei Monate und die Schließung des größten Hotels in Tel-Awiw seien genügende Anzeichen dafür. Weitere Briefe In der ״Times" In der ״Times“ vom 21. Juli nimmt James A. Malco im nochmals Bezug auf den Briefwechsel, der sich an Lord Isiingtons Vorstoß in der ״Times“ angeschlossen hat. Die palästinensischen Araber, so führt Malcolm aus, hätten während des Krieges zu einer feindlichen kriegführenden Macht gehört und hätten damals nichts über ein Ab« Brandstiftungen stattgefunden hatten, wurde gestern nacht in Beer Jaakow eine Baracke in Brand gesteckt, wobei die zum Löschen herbeigeeilten Siedler angeschossen wurden; auch in Abu Kebir an der Grenze von Tel-Awiw wurde Feuer gelegt; ein Holzlager brannte ab. Militärisches und Politisches Die Stärke de; englischen Truppen in Palästina beträgt nunmehr 15 000 Mann. Dazu kommt noch die Polizei und die seit dem Beginn der Unruhen ausgehobene Hilfspolizei. Das Luftschiffahrtsministcrium gibt bekannt, daß Luftvizemarschall R. E. C. P i e r s e vorläufig das Kommando der englischer! Luftstreitkräfte in Palästina und Transjordanien bei behalten wird. Luftcommodore Rodcric Maxucll Hill wird sich im August nach Palästina begeben, um zu einem späteren Zeitpunkt das Kominando zu übernehmen. Die Araber treffen Vorbereitungen, um den aut der» 27. Juli fallenden hundertsten Streiktag zu feiern; in den Moscheen werden besondere Gebete gesagt, und im ganzen Lande üeldsammluiigeii für den Streikfonds durchgeführt. Gerüchte sind im Umlauf, daß der Streik der arabischen Kaufleute am gleichen Tage enden wird; diese Meldungen müssen jedoch mit der größten Vorsicht aufgenommen werden. (I’alcor.) ״Al Difaa“, die einzige gegenwärtig erscheinende arabische Tageszeitung — alle anderen sind verboten — kündigt an, daß sich die Araber der Königlichen Untersuchungskommission gegenüber in der gleichen Weise verhalten werden, wie cs im Jahre 1920 die Aegypter der Milncr-Kommission gegenüber taten, die vor ihr gar nicht erschienen. Emir Abdullah hat das arabische Oberste Komitee nach Amman eingeladen. Die Londoner ״Morningpost“ meldet aus Jerusalem, daß der erste organisierte öffentliche Protest von Arabern gegen den ihnen aufgezwungenen Streik in der Form eines Memorandums erhoben wurde, das J a f f a c r Straßenhändler an den Chefsekretär der Palästina- Regierung zur Weiterleitung an den High Commissioncr gerichtet haben.!11 dem Memorandum verlangen die Händler Polizeischutz, um ihre Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. Als ein Anzeichen dafür, daß die Lage in Palästina sich entspannt hat, wird die Ankündigung der Regierung angesehen, daß sie in Zukunft nur noch einmal täglich (statt zweimal) das amtliche Communique herausgebeu wird, das über die Unruhen im Laude berichtet. Das Amtsblatt veröffentlicht eine neue Bestimmung unter der Notverordnung, wodurch der Waffenhandel ohne schriftliche Genehmigung des Bezirkskommissars verboten wird. Wegen unbefugten Waffenbesitzes ist ein Araber zu fünf Jahren Gefängnis, ein weiterer Araber zu acht Jahren und ein dritter zu zwei Jahren verurteilt worden. Ein bei der Iraq Petroleum Company angestcllter arabischer Arbeiter wurde wegen Bomben- und Revoiverbcsitzes zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Stadtgemeindc von Kalkilic ist in den StFcik getreten. Licht- und Wasserversorgung stocken. Das Büro des Kreiskommissars in Akko ist durch einen Bombenanschlag leicht beschädigt worden. Die jüdische Gemeinde Tel-Awiw protestierte dagegen, daß der Distriktskommissar dem Rabbi Amiel verbot, eine Rede bei der Beisetzung des getöteten Wächters Misrachi zu halten. Die Ausbaggerung der Mündung des FIusses Jarkon ist in Tel-Awiw in Angriff genommen worden. Der Dampfer ״Roma“ traf am 22. d. M. in FI a i f a ein. An Bord befanden sich 700 Touristen, größtenteils nichtjüdische Amerikaner. kommen mit Feisal im Hedschas gewußt. Im Herbst 1916 entstanden Umstände, die ein Versprechen an die Juden notwendig machten. Obwohl Malcolm Grund hat zu glauben, daß Feisal, als die Balfour-Dekiarafion gegeben wurde, schon von ihrem Inhalt Kenntnis hatte, meint er, daß es nichts ausmacht, wann er darüber informiert wurde. Tatsache ist, daß in der Folgezeit Feisal durch ein Uebereinkommen mit Weizmann der Balfour-Deklaration und dem Palästina» Mandat zustimmte. Während die Araber sieh auf ein Versprechen berufen, das, wenn überhaupt jemals, nur an Feisal gegeben wurde, bestreiten sie seine Autorität, für sie (beztigl, Anerkennung der Balfour-Deklaration) zu sprechen. Was Mr, Jeffries’ Bemerkungen über Montagu betrifft, schreibt Malcolm, daß kein Grund sei, warum dessen Meinung über Palästina als jüdisches Nationalheim den Vorzug gegenüber der Meinung der Judenheit in der Welt erhalten sollte, * Sir Arnold Wilson nimmt in einem Brief Bezug auf einen Artikel, der in der (von einem Komitee in London privat herausgegehenen) Zeitschrift ״Palestine“ am 15. Juli erschienen ist und in dem es 11. a. heißt, daß es Feigheit wäre, wenn Palästina vor ein paar hundert arabischen Tcrroristen kapitulieren sollte. Wilson schreibt dazu, daß er die anonymen Autoren, die den Anspruch erheben, seine Lands• leute zu sein, daran erinnern möchte, daß sie der zionistischen Sache einen schlechten Dienst erweisen, wenn sie ihre Gegner als ״Terroristen“ bezeichnen und diejenigen in England und anderen Ländern, die den arabischen Einwohnern Gerechtigkeit widerfahren lassen wollten, als ״Feig• linge“. Ein großer Teil der englischen öffentlichen Meinung sei durch die gegenwärtige Lage sehr beunruhigt, da sie von der Stärke der moslemischen Meinung in Arabien und anderswo überzeugt ist und auch von der Stärke der arabischen Sache. Wir wünschen, so schreibt Sir Arnold, Gerechtigkeit für beide Teile: Redensarten über Terrorismus in Palästina und Feigheit in England können in beiden Liin• dern nur starke Vorurteile auslösen, alte Wunden öffnen und die Aufgabe der Staatsmänner erschweren. Gegen das Gerede von der ״Rückstlndlgkelt“ der ara• bischen Jugend wendet sich in der ״Time 8“ vom 22. Juli eine Dame mit dem Hinweis, daß in den letzten 16 Jahren seitens der Araber große Anstrengungen gemacht wurden, sich zu bilden. Die Hochschule Bir Zeit sei ein typtsches Beispiel hierfür; das Ziel der Schule sei, geschult« tolerante Männer und Frauen zu erziehen, die die Religion und Ansichten ihrer Nachbarn respektieren und für das all• gemeine Wohi arbeiten. Während des gegenwärtigen Streik! sei die Schule bis zum Ende des Semesters offen geblieben,

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