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Jüdische Rundschau · 1936-07-21 · Heft 58 (21.7.1936) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 58 (21.7.1936)
Date
1936-07-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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JÖDISCHE RUNDSCHAU NR. 58, 21. JULI 1936 Die Magie Unzlinftiger Bericht Ober Im hellen Sonnenlicht strahlt das saftige Grün des jüdisclien Sportplatzes im (irtinewaltl und bildet einen merkwürdigen Kontrast zu der sclnvar/en Aschenbahn, die erst vor kurzem in einen guten und •brauchbaren Zustand gebracht worden ist. Tausende von Zuschauern iniisäuinen sitzend oder stehend das Oval. Man müßte hundert Augen haben, um alles selu-ii zu können, was dort zu gleicher Zeit sich abspielt. Da unternehmen Männer und!•rauen Hochs p r u n g v e r s u c h e, bei denen zuweilen ganz betnerkenswerte Resultate erzielt werden. Da wird immer wieder der Versuch gemacht, im W e i t s p r u n g die Erden schwere zu besiegen. Da drehen sich Diskuswerfer in eleganten Schwüngen mehrfach um ihre eigene Achse, bis sie mit gesammclter Kraft die Scheibe durch die Luft sausen lassen. Da nehmen die Speerwerfer ihren Anlauf und sehen erwartungsvoll dem zitternd dahinfliegenden Speer nach, welche Entfernung er wohl erreichen mag. Da turnt eine Männerriege am Reck, und bei den so leicht aussehenden und doch soviel Kraftaufwand erfordernden llehun- Foto: Herbert SonotQfeld :\1f gen freut man sich immer wieder über die wunderbaren Figuren, die bei so einer Riesenwelle oder bei anderen Ucbungen entstehen und gleichsam das ganze Wunder des menschlichen Körpers enthüllen. Das Ereignis des Sportfestes aber ist immer wieder der Wett lauf. Da ziehen sic in gleichmäßigem Tempo, aber doch mit immer schwerer werdenden Atemstößen ihre 5000 m, ihre 1500 in, ihre ■100 m. Die Zuschauer, die in den ersten Runder! sich noch abwartend verhalten, werden, je mehr das Rennen sieh dem Ausgang nähert, immer erregter und zum Schluß hallen die Namen der einzelnen Läufer über den Gruncnvald: Wertlien, Orgler, Aufrichtig und wie sie alle heißen mögen. Das ist die Magie des Sport- Jelds, das auch den Unbeteiligsten schließlich in seinen Bann zieht, je näher der Kampf der Entscheidung rückt. Man fiebert mit den Zuschauern, auch wenn man sozusagen Ankündigungen Vortragsabend des Kartells Jüdischer Verbindungen. Das Präsidium des KjV. ersucht uns um Abdruck nachstehender Notiz: Wir erinnern alle Bundesbruder an den am Donnerstag, dem 23. Juni, 20.'30 Uhr, in den Raumen des Jüdischen Klubs, Joachimsthaler Sfr. 15, stattfindenden Vortrag von Bbr, Heinz Levinsohn aus Tel-Awiw. — Präsidium des KJV. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Jeden Donnerstag, 16.30 Uhr, im Heim, Wittenbergplatz 3 a, Treffpunkt der westlichen Gruppen. Tecnachmittage, Vorträge. Am 23. Juli, Doris Wittner: ״Die jüdische Frau im neuzeitlichen österreichischen Schrifttum“. — Unser fiiiro -.i׳■׳! Nf׳ i 1114 1 ><;1 י 10 .11-■>:! ׳ Moiit.ig Ins Freitag von 0 — 3 l'hr geoiuu’i. Amlci halb di« r Zeit Bc-urhe und TelejihiZfiannik: zweck Io׳,. Die Kulturbund-Vorstellung am 28. Juli beginn! mit Rücksicht auf den Feiertag (9. Aw) e r - t « m 9 U h r. Zion. Photngruppe Temtinab. Am 21. Juli, 20.30 Uhr, Kanlstr. 54, San,.Ra! Dr. Sa35., : 1 ■■,:׳ Jahre Armileurgho1 egraphii:“. Vereinigung jüdischer Frauen Groß-Berlins (Gruppe Verband Berlin des Jii<i.!•'rauen!׳!;״׳!(■■■). Tr!!den am 22. Juli, 15 Uhr, im Restaurant Picheimvcrder Ixd Ra״־kwi!z. JOd. Frauenbund Berlin, Bezirksgruppe Mitte. Am 22, Juli. 16 Uhr, Ausflug riath Kurpark:!! ,,Al-cn;:!':!!!■!■', Xei1ku<h>11, fkrüiunnstr. 7-9■ Trefijninkt dort. Mittwoch. 29. Juli, 20'/, Uhr, Logenhaus, KleiatstraBe tO Dr. Hin Intim Zerstörung und Aufbau (Zum 9. Aw) BERLINER ZIONISTISCHE VEREIN IQUNG der Arena das Sportfest des Makkabi keinen Favoriten im Rennen hat. Es zeigt sich hier, wie schon Kampf als solcher ganz, starke Empfindungen im Menschen auslöst, selbst wenn er rational von dem letzten Sinn dieses Kampfes gar nicht überzeugt ist, und wie ein Aufatmen geht es dann durch die Reihen, wenn der Sieger das Zielband zerrissen hat und wenn der Ansager die Zeit verkündet, die gelaufen wurde. Etwas, was man nicht bei jedem Sportfest erlebt, konnte man bei diesem Ereignis am letzten Sonntag sehen: Dam e n f c c ii t e 11. Sechs hübsche junge Damen, ganz in Weiß, mit hochgeschlossenem Kragen, den Degen graziös in der Hand, treten gegeneinander an, begrüßen sich frenndschaftlieh, setzen sich ihre Schutzmasken aus geflochtenem Draht auf den Kopf und zeigen ihre Quinten, Quarten und Assaults; aber es bleibt eine Geheimwissenschaft. Wir, die wir nicht zu fechten verstehen, haben die Unterschiede zwischen Quint und Quart nur aus dem Programm, nicht aber aus der Vorfiihrung ersehen. Den Höhepunkt des Sportfestes bildete der Aufmarsch der Aktiven, die in ihrer schmucken Sportkleidung, zwei Fahnen an der Spitze, in das Forum ein¬ Die Berliner Zionisten zahlen ihre Beiträge für Bizzur Haarez auf das Postscheckkonto der Berliner Zionistischen Vereinigung, Berlin Nr. 378 30, ein. marschierten und vor dem Podium Aufstellung nahmen, von dem aus Rabb. Dr. Max N u ß l> a 11 in eine kurze Anspräche hielt, die leider infolge des Fehlens eines Laut- Sprechers nur den Nächstsitzenden verständlich war und den übrigen Zuschauern verloren ging. Dr. Nußbaum wies darauf hin, daß dies Sportfest im Zeichen Herzls stünde, des Mannes, der uns als erster wieder gelehrt hat, klar und deutlich die Zukunft des jüdischen Volkes zu sehen. Wohl g?b es zu jeder Zeit und auch zur Zeit Herzls Rezepte zur Lösung der Judenfrage; die Tat Herzls aber bestand darin, den jüdischen Menschen einzuschärfen, daß es keine Lösungder judenfrage ohne ein jüdisches Land gibt. Und dieses Land ist heute die einzige Wirklichkeit unseres Landes und zugleich jene schöpferische Phantasie, die Herzt ebenso wie auch alle die beseelte, die das Land aufgebaut haben. Wenn heute Palästina bedroht sei, so bedürfte es einer einheitlichen Kraftanstrengung des jüdischen Volkes, um das Unheil abzuwenden. Dr. Nußbaum schloß mit einem flammenden Aufruf zum restlosen Einsatz aller Makkabim 1 ü r die B i z z u r - Haarez-Aktion, die Erez Israel einen materiellen und moralischen Halt geben soll. Und wie ein Schwur klang es, als dann zum Abschluß von der Menge die Hatikwah gcsungen wurde — wie ein Versprechen und eine Verheißung. Noch einmal brachen Sportfreude und Kampfgesinnung sich Bahn in Staffelläufen der Jugend und anderen Wett- Kämpfen, bis a,tn späten Nachmittag das reiche Programm erschöpft war und die Zuschauer befriedigt wieder in das Häusermeer Berlins verschwanden. (Ucbcr die sportlichen Ergebnisse berichten wir in der ״Sport-Rundschau“ am nachsien Freitag.) N. Bar Mizwah-Termine Am 1. August (13. Aw): Lothar II e i 1 b r u n, Sohn von Walter Heilbrun, Ilalensce, Kurlürstcndanun 139. FESTIGT DAS LAND Gebt den Ertrag Bin•• Arbeitstages Wir BIZZUR HAAREZ BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG! BERLIN W 18, MEINEKESTR. 10 / POSTSCHECK: BERLIN 37830 Foyer-Ausstellung im Kulturbund Die Foyer-Ausstellung dieses Monats gilt den Arbeiten des Prcssczcichncrs Ernst Marcuse. Man sieht die zeichnerischen Impressionen von Kulturbtmdopern, Schauspielen, und in einigen Zeichnungen läßt uns Marcuse auch hinter die Bühne blicken. Man sieht die Scheinwerfer arbeiten und blickt schräg in die Kulissen beim Bühnengeschehen in 6״ Personen stieben einen Autor“, ein Blatt zeigt den Probenbetrieb zu ״Jettchen Gebert" im Garten des Berliner Theaters. Die Impressionsfähigkeit und die Beschwingtheit des Zeichners sieht man am schönsten in den Feder- und Tuschzeichnungen zum ״Barbier von Sevilla“. Ueberraschend enthüllt die Ausstellung, daß Marcuse in seinen Landschaftsaquarellen aus der Mark und zuweilen aus den Bergen auch ein Maler von Begabung ist. Sehr schön ist ein heller ״Feldweg bei Gatow“ itn blauen und weißen Licht, mit viel farbigen Schatten, gelb und blau und grau, und der Weg führt zwisehen Busch und Baum und Wiese und unter hohem waschbiauen Himmel, beschattet von einer grauen Wolke. Eines der besten dieser Aquarelle ist das vom ״Sprectaf hei Hangeisberg“; sehr zart die Silhouettenwirkung des dunklen Bootes und der Angler, sehr klar in der Zeichnung, l'oto; J. Abraham .•'•■Ult? :.*}»%J■ mm rein in den Farben. Auch der ״Herbstmorgen im Harz“ mit seinen hellen bunten Bäumen auf den Bergen zu beiden Seiten des Tals und dem Hellrot der Dächer und dem Dorffrieden zeugt für den Maler und Romantiker der Landschaft. Einige andere Aquarelle wirken dagegen allzu dekorativ und verstärkt der ungünstige Kallikorahmen diese Meinung. Auch das Stadtbild verstellt Marcuse eindrucksstark darzustellen, inmitten von grellfarbigen Lichtreklamen das bunte Nachtbild der Straße vor dem Europahaus. Die Synagoge Oranienburger Straße, festlich erleuchtet (Kohlezeichnung), wirkt otine den Rahmen ihrer benachbarten Häuser zu isoliert. Ein zweites Blatt Federzeichnung zeigt diese schöne Synagoge von innen bei einer Öratoriunisaufführung; die Zeichnung ist genau, dokumentgetreu das Weiß der Säulen, und die Leuchter geben ein richtiges BiRI, aber es ist doch nicht mehr als. eine Vorstudie für ein Gemälde. Als Liebhaber von Alt-Berün hat er eine nächtliche Drosehkenfahrt in der Gegend des Molkcnmarkts zwischen jetzt zum Teil abgerissenen alten Häusern (mit dem Blick aut die Kettenbrücke) als Zeichnung aufbewahrt. Ein zartes Pastell in hellen Farben aus dem G.iaToUenburger Schloßpark bestätigt Marcuse als Landschaftsmaler, der stille und versteckte Schönheiten zu linden vermag. R. M. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 21. Juli: Straidnirg (349), 12: Schallplatte»: U. a. MencleLsohn. ־— Prag-Eiblitz (470), 12.35: Mewleksohn: Ouvertüre zu .,Ruv Blas“, — ’ I.uxcinbtirg (1304), 12.40: U. a. Goldmark und Meyerbeer. — War* hau (1339), 17: Ruhmstein: ״Toreador und Andalusien!!“. — Wien (506), 17.30: U. a. Meyerbeer: ״Die Afrikanern!“: Land so wunderbar, — Wien (506), 20: Bruckner״ Lest 1936. Konzert der IVjener Philharmoniker, Dirigent: Bruno 'Walter. — Strahburg (349), 20.30: Milbaud: Volkslieder; Liturgie. Luxemburg (1304): D. a. Kuhinstein: Melodie. —• IHIversuni II (302), 22.20: Korngold-Strauh: Geschichten von Strauß. Mittwoch, 22. Juli: Hilversum II (302), 12.25: Schailplatten: Meyerbeer: ״Kackeltanz“. England National (1500), 13.15: Offenbuch: Ouvertüre zu ,,Or|>heud־. — Budapest I (550), 13.30: RubinMcin: Reve angrlujue, — Wien (5Ö6), 14: Saint-Sacns: Arie aus ״Samson und Dalila'b -■■■- Kngland National (1500), 18: Mendelssohii: Scherzo. — Riga (515), 19.05: Ruhinsiein: Arie aus ״Der Dämon“. — lliivcroim 1 (1875), 20.55: Ottenbach: Ouvertüre zu ״Die Schöne ILhna22;־: Bruch: Kol Nidrei. Donnerstag, 23. Juli: Strubhurg (349), 11: Mn-zkow •ki: Serenade. — Hilversum 1 (1875), 13.40: U. a. Mendelssohn: Arie aus ״Elin.s“. — Wien (506), 16.05: Saint-Sacns: ״Samson und Dalila“. — Hilversum II (302). 19.55: MendeKsohn: Fantasie aus ״Ein Sonuncrnachtstraum“. .. Suttens (443), 20.10: Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre; It allen i sehe Sinfonie. Freitag, 24. Juli: Hilversum H (302), 19.50: Offenbach: Ouvertüre zu ״Orpheus“. — Luxemburg (1304), 20.30: Moszkow.ski: Spaimebc Tänze. — Strafthurg (349). 20.45: Satie-Milhaud: Jack in ihe box. -—■ Warschau (1339). 21.05: Korngold: Drei Tonfilmmelodien. Sonnabend, 25. Juli: Sfraßlmrg (349), 11: ITalevy: ״Die Musketiere der Königin“. -- Wien (506). 12: Schailplatten: U. a. Mahler: Urlicht, aus der zweiten Sinfonie, — Luxemburg (1304), 14.20: Schailplatten: Mcndel.^ohn: Sinfonie Nr, 3; 15.50; Duette von Rubinstciu; 20.40: Ruhnistein: Zwei Tanze. ־— Prag-Liblitz (470), 21: Mcndelss0hn-Kon7.cn: Violin-Kt*!7.<׳rt K-M0II; Sinfonie A-Dur Nr. 4. — England National (1500), 22.20: Offenbach: Ouvertüre zu ״Orpheus“. — Wien (506), 23.05: Goldmark: Aus ״Heimchen am Herd“. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. MittwocL BZV.Ht־ im, Roscnth.iler Straße 44 Börse 22 Juli, 20.30 Uhr, Paltitina Im Lichtbild. Reh: Erwin Pollak Mittwoch Pankow, Mühlenstr. 77 Pankow 22. Juli. 20.30 Uhr, Dr. Alfred Rahau s ״Die britiacbe PaUU tinapolitik'* Vorführung der neuesten PaUstmamonatsadbau, Besrbitvortrae- Dr, David AbUch Sonnabend BZV.ileim, Kantatr. 54 Kalturabitilang 25. Juli, 2J.J5 Uhr, Pcl&ntinam0nats*chau Hebräischer BegieiH-odraj?: Dr. ßorodianskl Mittwoch, 20. Juli, 20 >4 Uhr, BZV-Heim, Landabergar Str. 87 Dr. Joachim Prinz Die Politik des jüdischen Volkes BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Bezirk Friedrichehain Treffpunkt der westlichen Gruppen der FAP (Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina) im Wizo-Heim, Wittenbergpl. 3 a■' Taenachmlttage / Geselliges Beisammensein / Vorträge jeden Donnerstag, 16.30 Uhr Gäst• sind willkommen Am 23. Juli. Doris Wittner: ״Die jüdische Frau im neuzeitlichen österreichischen Schrifttum**

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