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Jüdische Rundschau · 1936-07-21 · Heft 58 (21.7.1936) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 58 (21.7.1936)
Date
1936-07-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 21. VII. 1936 Wochenende ruhiger Englische Pressestimmen Um die Einwanderungssperre Die Zeitschrift ״S p e c t a t o r“ veröffentlicht einen Ar-;ikcl, in dem der Jewish Agency empfohlen wird, ״einen greifbaren Beitrag zum Friede n“ dadurch zu leisten, daß sie während der Dauer einer Round- T able-Konferenz die Verteilung der Eiuwanderungs- Zertifikate einstellt. ״Moralng Post“ berichtet, daß eine zeitweilige Einstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina während der Arbeit der Kgl. Kommission m ö g - lieh sei. Die Einsetzung der Kgl. Kommission werde voraussichtlich bald bekanntgegeben werden. Hauptaufgabe der Kommission werde es sein, festzustellen, ob die Behauptung der Araber, Palästina werde von Juden überschwemmt, gerechtfertigt ist. Diesen Pressemeldungen gegenüber ist die JTA. auf Orund von Informationen aus maßgebender Quelle in der Lage zu erklären, daß die Gefahr, die Regierung könnte an ihren Zusagen nicht fcsthalten, nicht mehr besteht. Die Untcrsuchungskominission wird nicht nach Palästina entsandt werden, bevor Ruhe und Ordnung nicht wiederhergestellt sind. Indessen fordert die politische Lage auch weiterhin äußerste Wachsamkeit, da eine Minderheit im englischen Kabinett einer vorübergehenden Einstellung der Einwanderung nicht unbedingt ablehnend gegenübersteht. * ״Great B r i t a i 11 and the East“ vom IG. Juli schreibt mit Bezug auf das Memorandum der arabischen Rcgierungsbeamten, daß solch ein Dokument zu denken gehe, und es seien Anzeichen, daß dies in England geschehe. Nicht etwa, daß, wenn all diese arabischen Beamten demissionieren würden, die ganze Regierungsmaschinc in Palästina in Unordnung geraten könnte — aber man erkennt jetzt, daß die sogenannten gemäßigt e n und die sogenannten extremen Araber von d e r s e I b e 11 E I) e 11 e aus sprec 11 e 11. Der Jerusalemer Korrespondent des Blattes schreibt u. a., daß er in Gesprächen mit Aral>cr 11 die Ansicht ausgedrückt hörte, daß die jüdischen Führer, wenn sie ihren guten Willen beweisen wollen, hierzu im Augenblick die beste Gelegenheit hätten. Die ara bischen Führer bestehen auf der Erfüllung ihrer drei prinzipiellen Forderungen: Ein- Stellung der fiitiwamlcnmg, Yeihnt des!,amikaufs und N’ationale Regierung. Aber es scheint, »laß eine teilweise Erfüllung dieser Forderungen eine vorübergehende Erleiehleruiig schaffen könnte, und der Korrespondent hörte, daß das arabische Volk sich einer Untersuchungskomiinssion ,,unterwerfen“ wurde, wenn man einen guten Willen auf seifen der jüdischen Bevölkerung sähe. Es ist sehr unwahrscheinlich, <lali die zionistischen F ü h - rer dem Vorschlag zushmmcii. der unter den Arabern als die einzige Ab.-׳!!!eckimg gegen weitere Gesetzlosigkeit und als die unerläßliche Bedingung für die Beendiu n g des Streiks angesehen wird —: die zeitweii g e S u s [י e n d i e r u n g d e r E i!! w a 11 d e r u 11 g. Die Gefühle, die solche Forderungen hervorgerufen haben, können nicht einfach ignoriert werden: wahrend man zu Beginn des arabischen Streiks noch an die Laune einiger Agitatoren glauben konnte, hat der Ausgang nun gezeigt, daß diese Sache sehr viel tiefer im arabischen Volk verankert ist. An anderer Stelle von ״Great Britain and the East“ wird darauf verwiesen, daß die Unruhen den Anschein erweckten, als ob es gar keine Verbindung mehr zwischen Juden und Arabern gebe, ln einigen der wichtigsten Industrien jedoch — z. B. in der Kaliindustrie — arbeiten Juden und Araber einträchtig zusammen, eine erfreuliche Tatsache, die man der Hartnäckigkeit der Extremisten entgegenstellen könne. Wenn diese Einigkeit in ökonomischer Beziehung in diesen Fallen möglich ist, müsse sie auch allgemein möglich sein. Die Araber wüßten so klar wie die Außenwelt, daß der große wirtschaftliche Fortschritt Palästinas mir dem Einfluß des jüdischen Kapitals una Unternehmungsgeistes zu danken ist. Die große Einwanderung hat den Arabern Vorteile gebracht, und was auch immer die Propagandisten sagen mögen, weite Teile der Araber sind nicht blind gegen diese Vorteile, und darin liege eine Hoffnung für zukünftige Zusammenarbeit. Wobleiben die Juden des Auslandes? Der Redakteur de- ״Ilapoel Ha/air“, J. L u f b a n, nckl.igt sieb in einem Leitartikel über die gering e m o - r a I 1 s c 11 e u 11 d tu a 1 e r 1 c I I e Unterstützu n g, die die Juden Palästinas während der Unruhen von seiten der Juden de- Auslands erfahren haben: Die Hauptfrage ist, ob man heute alle seelischen und materiellen Kräfte des jüdischen Volkes aufbieten kann, ob das jüdische Volk die Bedeutung dieses Kampfes erkannt hat, ob es bereit ist, alle vereinigten Energien auf diese Sache zu konzentrieren. Man muß sagen, daß bisher keinerlei Anzeichen für eint s o I c h e bereits c h a f t da sind. Und das ist vielleicht besorgniserregender als die Lage in Palästina selbst. Unsere politischen Interessen werden durch wachsame und bewahrte Kräfte wahrtrenoinmcn, auch die Verteidigung und Bewachung von Gut u.id Leben in Palästina liegt in zuverlässigen jüdischen!Finden, alter das jüdische Volk der Diaspora ist wie erstarrt und sieht dem Kampf von ferne zu, ohne die Verpflichtung m fühlen, sich an ihm zu beteiligen. Drei Monate sind vergangen und noch hat niemand die Frage aufgeworfen, wovon der Jischuw eigentlich existiert, der ans der Bahn der produktiven Arbeit geworfen und zum Wacht- und Verteidigungsdienst gezwungen w׳urde. Der Jischuw׳ bedarf größerer Mittel als je, nicht nur um den wirtschaftlichen Ausfall zu ersetzen, sondern auch zur nackten Verteidigung, deren Kosten die Regierung zum großen Teile den bedrohten Orten auferiegt. Dazu kommen die zerstörten Werte, die wieder ersetzt werden müssen. Im Mittelpunkt des Kampfes steht jetzt die Ein wänder u n g. Wir kämpfen für die Einwanderung ״entsprechend der wirtschaftlichen Fassungskraft des Landes“, wirtschaftliche Fassungskraft aber heißt große Mittel zum Aufbau, für die Kolonisation, für Arbeit. Wir können uns jetzt weder eine Arbeitslosigkeit noch eine Krise leisten, die unseren Anspruch auf Einwanderung zunichte machen würden. Die Notwendigkeit und Möglichkeit der Einwanderung ist unsere stärkste politische Waffe. Jetzt ist eine Entscheidung*- stunde und wir können und müssen vom ganzen jüdischen Volke den Einsatz seiner letzten Kräfte verlangen, und dasselbe gilt auf dem Gebiete der Politik. Auch hier haben wir die Erfahrung dreier Monate und fragen uns erstaunt, wie konnte unser so empfind lieh es Volk diesen Ereignissen gegenüber, die doch seinen Lebensnerv treffen, so empfindungslos bleiben? Wie kommt es, daß die jüdische Presse sie fast nur vom Standpunkt des Reporters aus behandelt? Das kann nur daran liegen, daß die Juden Palästinas es nicht verstanden haben, den übrigen Juden die Schwere und den Ernst der Lage klarzutnaclien. Die Juden der Welt aber sind gegen Alarmnachrichten abgestumpft und zudem gewohnt, in Palästina das Land der Prosperity zu sehen. Man!nuß das Volk auf rütteln, denn ohne ein großes Erschrecken des Volkes, das die Kräfte zur Verteidigting freimacht, können wir in diesem Kampfe nicht bestehen. Nach den vorliegenden Berichten war das Wochenende in Palästina etwas ruhiger, auch mehren sich wieder die Anzeichen einer Neigung der Araber zum Abbruch des Streiks, doch wäre es verfrüht, von einer Beruhigung zu sprechen. Noch immer sind Terrorakte und sogar heftige lokale Kämpfe des Militärs gegen arabische Ueherfall-Gruppen eine fast tägliche Erscheinung. Nachstehend geben wir die Nachrichten der letzten Tage. Neue Opfer Der am 9. Juli verwundete 40jährige bucharische Jude acob Israeloff ist seinen Verletzungen erlegen. Er interläßt eine Frau und sieben Kinder. Der 21jährige Plantagenarbeiter Menachem Strelitz aus Kfar Saba ist den Verletzungen erlegen, die er bei der Explosion einer alten türkischen Granate erlitten hat. Die Granate war in einem Holzstoß verborgen und explodierte, als dieser in Brand geriet. Strelitz war aus Riga nach Palästina eingewandert. Ein weiteres Todesopfer ist der 21jährige Arbeiter Anschel K i m c h i, ein vor einem halben Jahr eingewanderter rumänischer Jude. Er kehrte zusammen mit anderen Arbeitem in einem Lastauto von seiner Arbeit in einem jüdischen Pardeß in der Nähe von Chedera zurück, als mehrere Schüsse aus dem Gebüsch gefeuert wurden, von denen einer Kimchi tödlich traf. Im amtlichen Corninuniqud vom 17. Jul! wird erneuter Baumfrevel gemeldet, ln Gan Naphtali im Norddistrikt wurden 30 Dunatn Wald vernichtet. Weiter wird amtlieh berichtet, daß zwischen Anchta und Tulkcrem ein Ueberfall auf einen Transport auf dem Wege von Haifa nach Tel-Awiw verübt wurde. 6 Araber wurden getötet, während auf seiten des Militärs keine Verluste zu verzeichnen sind. Untersuchungen sind im Gange. Das Communiqud meldet ferner, daß ein durch einen Gewehrschuß entstandener Wasserrohrschaden in der Nähe von Beisan repariert wurde. Der 29jährige Plant,׳igenverwalter Shabtai Eppstein ist in einem Orangengarten bei Rischon le Zion tot aufgefunden worden. Ob Eppstein das Opfer eines Unfalles oder eines Mordanschlages geworden ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Der aus Polen stammende 58jährige Jizchak Becher hat in Neewe Schaanati Selbstmord begangen. In ein jüdisches Haus in Tiberias ist geschossen worden. Hierbei wurde eine jüdische Frau leicht verwundet. Kämpfe Der Ueberfall auf einen Transport bei Anebta am Freitag nachmittag führte zu einem der heftigsten Kämpfe zwischen Terroristen und Militär, die bisher stattgefunden haben. Flugzeuge und Panzerwagen beteiligten sich an der Schlacht, die mehrere Stunden dauerte. Von den Truppen und Fahrgästen wurde niemand getroffen; es wird vermutet, daß die Araber sehr empfindliche Veri u s t e erlitten haben. Eine englische Patrouille wurde am Montag ln der Nähe von Hebron von einer 25 Mann starken bewaftrieten Araberbande angegriffen. Ein Soldat wurde hierbei leicht verwundet. Bei einem Angriff aut einen Transport der Palesfine Potash Co. sind von 15 Arabern, die bei dem Ueberfall teilgenommen hatten, sieben verwundet worden. Bel K a 1 k i 1 i e wurde versucht, die Eisenbahnlinie zu beschädigen. Eine Truppenabteilung ist an einer verbarrikadierten Stelle der Straße Ramallah—Latrun b e - schossen worden. Verletzt wurde niemand. Bei einem Zusammenstoß mit einer arabischen Bande zwischen Mizpa und Nazareth ist ein englischer Soldat leicht verwundet worden. Bei Ben Schemen und Tel Mond wurden von Wegelagerern abgegebene Schüsse durch Maschinengewehrfeuer der angegriffenen Truppenabteiiungen beantwortet. Die Truppen haben keine Verluste erlitten. Maßnahmen Das 11. Husarenregiment und eine Kompagnie des Army Service Corps sind aus Kairo in Palästina eingetroffeh. Hauptrnann Viscount Allenby, Neffe des verstorbenen Feldmarschalls, kommandiert eine Husaren-Eskadron in Haifa. Die Dcmolicrungsarbcitcn in Jaffa sind am 18. Juli abgeschlossen worden. Die seinerzeit evakuierten Bewohner von Häusern, die nicht niedergelegt worden sind, sich aber in der Demolicrungszone befinden, kehren bereits zurück. Die Wegräumung des Schutts wird fortgesetzt. Angesichts des häufigen Schießens aus arabischen Orangerien, die an das Hatikwah-Viertel von Tel-Awiw angrenzen (Eliahu Said wurde seinerzeit durch einen Schuß aus einer dieser Plantagen getötet) hat die Die arabische Wirtschaft wankt Einer DNB-Me!dung aus Jerusalem entnehmen wir folgende Darstellung der Situation bei den Arabern: ״Die zuversichtliche Stimmung der arabisehen Nationalisten ist in den letzten Tagen durch drei Tatsachen gedämpft worden: In London hat man die Gerüchte über eine bevorstehende Sperre für jüdische Einwanderer amtlich dementiert; die in London weilende Araber-Abordnung hat telegraphisch miteteilt, daß ein weiteres englisches Entgegeno m m e n unwahrscheinlich sei; aus Malta sind englische Truppenverstärkungen in Marsch gesetzt worden, woraus sicherlich nicht auf eine englische Nachgiebigkeit geschlossen werden kann. Die jüdische Presse berichtet über Konkursantrige, die zwei Großbanken gegen arabische Wechsel- Schuldner, die in der Wirtschaft Palästinas eine bedeutende Stellung einnelimen, gestellt haben. Damit sind zum erstenmal wirtschaftliche Gefahren für die Zeit, die nach dein Generalstreik kommen wird, angedeutet. Falls nicht Uebergangsbcstimmungen getroffen werden, stehen Massenzusammenbrüche im arabischen Wirtschaftssektor bevor, insbesondere wenn Banken oder Juden die dann entstehende wirtschaftliche Schwäche der Araber ausnutzen sollten.“ Die griechische Schiffahrtslinie ״Embirfcos Lfne“ läßt jetzt ihre zwischen Antwerpen und dem Nahen Osten verkehrenden Dampfer auch in Tel-Awiw anlegen. Regierung angekündigt, daß in Zukunft die Besitzer für eventuelle dort vorkommende Ueberfälle persönlich verantwortlich gemacht werden. Die arabische Tageszeitung ״Fal astin“ ist wieder verboten worden, diesmal für vier Tage. Das amtliche Communiqud berichtet, daß die dem Dorfe Ha 111 ul bei Hebron, aus dem wiederholt auf Truppen geschossen worden ist, auferlegte Strafe von 200 Pfund voll kassiert wurde. Infolge von Sprengungsversuchen wurde die Wache über die Petroie Umleitung in Transjordanien und Palästina verstärkt. Bei einer Durchsuchung der Räume der arabischen Arbeiter-Vereinigung, die der Partei des Mufti angegliedert ist, beschlagnahmte die Polizei eine Reihe von Dokumenten und verhaftete vier der aktivsten Mitglieder. Die Regierung hat im Zentrum von Tel-Awiw ein lSzimnieriges Gebäude gemietet, in dem die neuen, von Jaffa unabhängigen Finanzämter untergebracht werden sollen. Der High Commissioner besuchte am 18. Juli Haifa, wo er die Militärlager inspizierte und auch beim Gouverneur einen Besuch abstattete. Vor dem Vertreter der Kreispolizei in Haifa sind 150 jüdische H ilfspolizisten vereidigt worden. Die neuen Hilfspolizisten sind Jugendliche aus den jüdischen Kolonien in Samaria, die in diesen Kolonien Dienst tun sollen. Der Oberste Gerichtshof hat gegen die Verhiingung einer Kollektivstrafe von 1000 Pfund über die Stadt Gaza Einspruch erhoben und den stellvertretenden Distriktskommissar A. O. Lees zur Entgegennahme von Autklärungen vorgeladen. Die Strafe war wegen eines Feuerüberfalls auf den Flugplatz verhängt worden. Andere Vorfälle Starke Erregung machte sich letzten Freitag bei dem Gottesdienst in der Ümar-Moscliee bemerkbar. Einer der Redner, Scheik Saad Undden Alkahtib, erlitt während seiner Ansprache einen Herzschlag. Nach Schluß des Gottesdienstes ging die Menge jedoch ruhig auseinander. Beim Baden am Strand von Tel-Awiw entdeckte am Sonnabend ein TJjahriges Mädchen eine große Bombe, die mit Draht an eine im Sande vergrabene Batterie verblinden war. Durch die rechtzeitige Entdeckung konnte eine Explosion verhindert werden, die besonders folgenschwer gewesen wäre, da am Schabbat sich Tausende von Menschen am Strand befanden. Polizeiliche Untersuchungen sind im Gange. Nach einer Meldung im amtlichen Communique hat die Polizei auf einem Felde in der Nähe von Gaza 49 Bomben aufgefunden, die im Heu versteckt waren. Bei einem Streit im Cafe des Edison-Kinos in Jerusalem griffen zwei Soldaten der britischen Luftflotte zu Revolvern; einer wurde leicht verwundet und ins Regierungs- Spital gebracht. Drei Araber, die am 3. Juni in einem jüdischen Pardeß bei N a c h 1 a t J e h u d a auf zwei Juden geschossen hatten, wurden von diesen hei einer Identifizierungs-Parade wiedererkannt. Aufbau Die Ruthenberg-Werke!11 Haifa beginnen mH der Erweiterung der dortigen Kraftstation, wobei 160 Aroeiter beschäftigt werden, später sollen weitere 250 eingestellt werden. Die wegen der Unruhen unterbrochenen Arbeiten zum Ausbau der Chaussee von der Brücke bei Scraach nach Naharaim, wo sich das Ruthenbergsehe Jordankraft• werk befindet, sind wieder aufgenorninen worden. In Naharaim (Tel Or) selbst wurde mit der Errichtung neuer großer Bauten und Arbeiterwohnungen begonnen. Für diese Arbeiten, die später noch erweitert werden sollen, wurden 4000 Pfund bereitgestellt. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat den Ingenieur Armstrong aus Alexandrien, einen Spezialisten für Hafenbau, eingeladen, ein Gutachten über den am Strande von Tel-Awiw errichteten Landungssteg abzugeben und Pläne für den weiteren Ausbau der Anlegestelle zu entwerfen. Ing. Armstrong erklärte, er sei überrascht über eine in so kurzer Zeit vollbrachte hervorragende technische Leistling. Bezüglich der weiteren Pläne hat er eine Reihe von Konferenzen mit der Hafenkommission abgehalten. In der Kolonie Sichron Jaakow begann am 16. Juli die T r a u b e n e r n t e, wobei zu in ersten Maie ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigt wurden, 302 Arbeiter zogen unter fröhlichem Gesang auf die Weinberge, während viele Siedler ״Schehechcjanu“ sagten. (Palcor.) Die Haifaer Stadtverwaltungs-Konimission beschloß den Bau eines Rathauses am Hadar Hakarmel; die Kosten werden sich auf £ 51 000 stellen. Die Kosten des Militärs Bei dem Nachtragsetat, der vorige Woche Im englisclien Unterhaus zur Deckung der englisclien Riistungskosten eingebracht wurde, ist auch von den Kosten der Verteidigung Palästinas die Rede. Für die Verteidigung Palästinas und Transjordaniens sind U 50 000 mehr erforderlieh, die vom Kolonialamt an das Kricgsministerium zu zahlen sind. Es wurde aber beschlossen, daß die Palästina- Regierung prinzipiell für die gesamten Mehrkosten der in Palästina stationierten Truppen und auch für das auf die öffentlichen Militärarbeiten in Palästina aufgewandte K a p i t a!'haftbar sein soß. Die Rückzahlungen der Palästina- Regierung werden unter Berücksichtigung ihrer Zahlung»- fähigkeit festgesetzt werden, wobei man davon ausgeht, daß im Jahre 1936 sowie im Jahre 1935 die Verpflichtung der Palästina-Regierung voll bezahlt wird. Erhöhter Absatz von Rundfunkgeräten. Am 1. Juli waren in Palästina rund 17 000 Rundfunkgeräte vorhanden. Bei einer Bevölkerung von l>/4 Millionen besitzt damit Paläslina im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die höchste Ziffer an Rundfunkgeräten aller englischen Besitzungen. Beachtenswert ist das starke Ansteigen der im Betrieb befindlichen Rundfunkgeräte. Ende des Jahres 1926 waren nur 80 Rundfunkgeräte vorhanden, Ende 1932 bereits 900, Ende 1933 dann 2500 und schließlich Ende 1935 12 200 und Ende März 1936 14 400. (Schluß des Palästina-Teils) 1 Üi um

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