Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 58 (21.7.1936)
- Date
- 1936-07-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 21. JULI 193<$ PALÄSTI NA- B Ein Artikel Herbert Samuels Das militärische Vorgehen und der politische Tote Punkt Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e I- A w i w, 15. Juli Langsam, ohne sprunghafte Erfolge, aber mit sich dauernd konzentrierender Macht, arbeitet sich die englische Kriegsmaschine, die auf die Pazifizierung des Landes und insbesondere auf die Aushebung der Terroristengruppen gerichtet ist, im Lande vorwärts. Die Stützpunkte der importierten Militärkräfte liegen bei Jerusalem, bei Sarafend, wo auch die Luftkräfte stationiert sind, und bei Tul-Kercm. Es verlautet, daß die Regierung an diesen drei Zentralpunkten Dauerlager erbauen will, bzw. — in Jerusalem und Sarafend — die bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten, die heute ganz primitiv sind, zu erweitern beabsichtigt. Von diesen drei Stützpunkten, die durch die Heranschaffung weiterer Truppeneinheiten von Malta aufgefüllt werden, werden die entscheidenden strategischen Punkte bewacht, der Patrouillendienst im ganzen Lande organisiert und auch die Expeditionen gegen die schweifenden Rebellengnippen unternommen. Die letzten zwei Tage haben (wie schon gemeldet — A. d. R.) sowohl in den Bergen von Dschenin wie auch von Safed ernstere Zusammenstöße zwischen Militärdetachements und Aufständischen gebracht, die die Terroristen anscheinend mehr als zehn Tote gekostet haben. (Die genauen Zahlen sind immer schwer festzustcllen, da in dem unübersichtlichen Oelände die Wirkungen der Maschinengewehre schwer zu übersehen sind und die Banden ihre Toten und Verwundeten mit sich nehmen.) Die Zahl der arabischen Gefallenen steigt durch diese und durch Einzelverluste in den verschiedenen Landesgegenden ständig an. Das Militär paßt sich in langsamer Equipierung und Organisierung der Expeditionen immer mehr den besonderen L.andcsverhältnissen an. Die Auf- Stellung von leichten berittenen Abteilungen, die für die Streifen im Gebirge bestimmt sind — wir berichteten vor einiger Zeit über Maultierbestelhmgen in Zypern, die jetzt ausgeführt werden — nimmt ihren Fortgang. Arabischer Terror nach innen. Die Verluste der Terroristen und die großen Anforderungen, die der Kampf mit dem Militär an sie stellt, lassen die Gruppen zu den schärfsten Mitteln greifen, um sich den nötigen Nachschub an Menschen und Mitteln zu sichern. Schon seit Wochen mehren sich die Fälle, wo arabische Städte und Dörfer von ihnen unter Druck gesetzt worden sind, um Geld und Menschen zu erhalten. Obwohl es fraglos auch einen freiwilligen Zuzug zu diesen Rebellenhaufen gibt, reicht er anscheinend nicht aus, um ihre Kampfstärke zu erhalten. Es werden in manchen Städten Anschläge angeheftet, die Geld und Mitkämpfer verlangen. Sollte die Forderung nicht befriedigt werden, so wird den betroffenen Ortschaften angedroht, daß man sie ebenso ״als F e i n d e betrachten und behandeln werde wie die jüdischen Siedlungen“. Als die jüdische Presse Nachrichten über diese Methode der Terroristen brachte, schlossen sich verschiedene Araber zusammen, um sie öffentlich zu dementieren und zu erklären, daß diese kämpferischen Gruppen freiwillig gestützt würdest und die Bevölkerung es sich zur Ehre anrechne, die nötigen Mittel bereitaistellen. In der letzten Zeit scheint sich jedoch der Druck so stark vergrößert zu haben, daß er an manchen Stellen unerträglich geworden ist. Und in den letzten Tagen hat er zum ersten Male in einem offiziellen Regierungs- Comnumique von seifen des Oberkommissariats Bestätigung gefunden. In einem der EXirfer, das unter Druck gesetzt wurde, riß den Fellachen die Geduld und sie wandten sich um Schutz an die Polizei. Diese umstellte das Dorf, ließ alle männlichen Einwohner aufmarschieren, die Angehörigen der Bande, die für den inneren Terror verantwortlich waren, Wurden bezeichnet und verhaftet. Ermüdung? Dieser Vorfall, der in ein paar Zeilen im offizicllcn Commimique wiedergegeben wird, ist eines der vielen Anzeichen dafür, wie die kämpferischen Elemente unter den Arabern sich mit allen Kräften bemühen, die Re* volte nicht versanden zu lassen. Er beweist zugleich von einer neuen Seite, was auch vorher durchsichtig war, daß nämlich die politische Sackgasse, in der wir uns immer noch in Palästina befinden, auch unter den Arabern selbst Verwirrung anrichtet. Wie immer in solchen Zeiten und bei derartigen Aufständen, lenkt eine ihres Zieles bewußte und mit der nötigen Unbedenklichkeit vorgehende Minderheit die breiten Massen, Aber die letzten Monate haben außerdem bewiesen, daß weite Kreise mit den Zielen dieser Minderheit sympathisieren, sie decken und stützen. Und wenn heute der innere Kampf im arabischen Lager deutlieber wird als früher — und was braucht man für bessere Beweise für diesen Kampf als den Bericht des genannten Regierungs-Commtmiques I —, so ist das ein Resultat der starken Ermüdung, die sich natürlicherweise nach einer unerhörten Anstrengung von drei Monaten bemerkbar macht, und der politischen Aussichtslosigkeit der Lage. Der tote Punkt. Denn auf politischem Gebiete sind wir auch nicht um ein Haar weitergekommen. Die Regierung macht ihre militärischen Operationen, die Juden beißen die Zähne zusammen und lassen sich nicht kleinkriegen, die Araber streiken, werfen Bomben und schießen, aber alle halten zwischen den Explosionen immer wieder an und fragen sich, wie man aus der Sache herauskommen soll. Die arabische Presse ist in den letzten Tagen auf alle mögliche Weise bemüht, die Stirnmung der Araber zum D u r c h h a 11 e n anzufeuern. Denn diese Stimmung ist schwankend. Sie zeigte eine sinkende Tendenz nach der englischen Parlamentsdebatte; sie hob sich wieder mit der verstärkten Tätigkeit der lokalen Streikkomitees und der unsicheren Haltung der englischen Presse in der Einwanderungsfrage. Nachdem jetzt die Nachricht des Colonial Office mit dem Dementi der Einwanderungs-Sperre gekommen ist, steigt von neuem die Verwirrung. Und schon erscheinen die Schlagzeilen in der arabischen Presse, die bei mutigem Durchhalten in kürzester Zeit den Sieg versprechen, ln der Tat gelingt es, trotz immer stärkerer Anzeiciien der Müdigkeit, den Streik zu halten und Bomben und Gewehre sind weiter höchst aktiv — sah doch Jerusalem vor wenigen ״Ein endgültiges Versprechen“ Von unserem Wiener Berichterstatter J. R., Wien, IQ. Juli In seiner Morgenausgabe von 18. Juli veröffentlicht das ״Neue Wiener Tagblatt“ einen Leitartikel über die Lage in Palästina aus der Feder Sir Herbert Samuels, des früheren englischen Innenministers und e sien Oberkommissars für Palästina. Einleitend bezeichnet Samuel die Unruhen in Palästina eher als störend denn als gefährlich, da sic die Produktion und Arbeit weit mehr hemmen, als daß sic den Charakter eines allgemeinen Aufstandes trügen, wobei noch vermqrkt wird, daß, abgesehen von den Schießereien von Einzelpersonen und kleinen Banden, von dem fürchterliehen Verbrechen vor dem Jerusalemer Kino, keine ernsthaften Angriffe auf militärische Streit kr ä f t e gewagt wurden. Samuel bespricht die palästinensische Bevölkerungsbewegung und erklärt die Befürchtungen der Araber vor Zurückgedrängtwerden als nicht begründet. Samuel nimmt gegen die Behauptung Stellung, daß die englische Regierung während des Krieges den Juden und den Arabern einander zuwiderlaufende Versprechungen gegeben habe; darunter gegen die Version, als habe die englische Regierung den Arabern ztigesagt, Palästina würde einen Teil des weiten Reiches in Westasien bilden, das unter arabische Herrschaft kommen sollte. Das sei nicht richtig. Es habe kein solches Versprechen gegenüber den arabischen Führern gegeben. Die englische Regierung hat in einem 1Q22 veröffentlichten offiziellen Dokument (Churchill-Weißbuch) formell allen diesen Behauptungen widersprochen. Schließlich weist Samuei darauf hin, daß nichts Substantielles die Behauptung, arabische Bauern seien infolge der jüdischen Landkäufe von ihrem Boden in einem wirklich zahlenmäßig ins Gewicht fallenden Umfang vertrieben worden, stützen könne. Es könne Tagen am hellichten Tage wieder ein Revolverattentat auf einen jüdischen Passanten. ... Freiwilliger Einwanderungsverzicht? Zugleich mit diesen groben Druckmitteln wird von arabischer Seite auch der politische Druck verstärkt. Eine Aktion, die von der arabischen Propaganda stark ausgenutzt wird, ist das Memorandum einer großen Zahl von arabischen höheren Regierungsbeamten an das Oberkommissariat, das von dort ans Londoner Kolonialamt weitergegeben wurde. Die arabische Wochenschrift in englischer Sprache ״Palestine and Transjordan“ druckt es in vollem Text und widmet ihm den Leitartikel der Nummer. Das Memorandum, das an sich keine neuen Argumente bringt und nochmals — freilich in viel gewählterer Form als sonst in den heutigen palästinensischen Diskussionen üblich — die nationalen arabischen Forderungen wiederholt, legt der Regierung nochmals die Sistierung der Einwanderung als einzigen Ausweg aus der. gegenwärtigen Sackgasse nahe. Und verschiedene offene Briefe von Arabern und auch von europäischen Nichtjuden in der palästinensischen Tagespresse kommen immer wieder auf diesen Punkt zurück. Hier gerade aber fühlt sich die palästinensische Politik wie in einem Zauberkreis gefangen. Die Engländer haben erklärt, ״sie werden sich der Gewalt nicht beugen“. Zuerst Ruhe im Lande, dann Untersuchungskommission und dann wird man sehen, was an den arabischen Beschwerden dran ist. Die Juden, denen man von halboffizielier und nichtoffizieller Seite schon die verschiedensten Winke gegeben hat, sie sollen mit einer großen Geste den gegenwärtigen gordischen Knoten lösen und durch freiwilligen fernporären Verzicht auf Einwanderung dem Blut* vergießen ein Ende setzen, lehnen diesen folgenschweren Schritt ab. Sie fürchten die Schaffung eines gefährliehen Präzedenzfalles; sie sind bereif weiter allen Provokationen gegenüber fest zu bleiben, die großen Oefahren der letzten Zeit und die schweren Schädigungen weiter auf sich zu nehmen, aber sie wollen auch nicht für beschränkte Zeit auf die Einwanderung verzichten, die für sie das Symbol der ununterbrochenen Aufbauarbeit ist. Keine Lösung In Sicht. Und so fragen sich heute wohl alle denkenden Kreise im Lande vergeblich, wie man den gegenwärtigen toten Punkt überwindet. Es handelt sicii dabei nicht mir um die Herstellung der Ruhe im Lande, die wahrlich dringend genug erscheint. Es handelt sich schon heute darum, für jenen — fernen oder nahen? — Tag, wo die Gewehre und Bomben schweigen, einen Ausweg zu finden, irgendeinen wenn auch noch so schmalen Pfad, der aus dem gegenwärtigen politischen Dickicht hcrausführt und allen Beteiligten neue Lehens- und Arbeitsmöglichkeiten im Lande gibt. Ist es ja doch heute schon einleuchtend, daß Er- Schöpfung allein keine Lösung der komplizierten Fragen, die mit dem Palästinaproblem verbunden sind, bietet. Und es handelt sieh zudem um mehr als die Schaffung eines politischen Präzedenzfalles. Denn es werden Stimmen im arabischen Lager laut, die sich nicht mehr mit der freiwilligen Sistierung der Immigration begnügen und vor Ein- Stellung von Streik und Terror die Befriedigung aller ihrer Forderungen verlangen. Es bleibt also fraglich, ob das angepriesene Zaubermittel wirklich so wunderkräftig ist. Das Plumerstipendium Die Hebräische Universität gibt bekannt, daß das Plumer-Stipendiunr für Studien der arabischen Literatur und Geschichte, Religion, Kunst und Archäologie des Islam im Studienjahr 1936/37 einem Graduierten der Hebräischen Universität oder einer europäischen oder amerikanischen Universität verliehen werden soll. Das Stipendium betragt 100 Pfund. Der Stipendist soil Forschungen an der Hebräischen Universität über ein Thema des genannten Gebiets durchführen und sich mindestens sechs Monate lang in Jerusalem aufhalten, Kandidaten sollen über genügende hebräische Kenntnisse verfügen, um von den vorhandenen Forschungsmöglichkeiten Gebrauch machen zu können. Be- Werbungen mit Lebenslauf, Zeugnissen und Angabe der Forschungsarbeiten, mit denen die Kandidaten sich beschäftigen״ sind bis zum IQ. November 1036 an den Registrator der Hebrätschen Universität Jerusalem zu richten im Gegenteil nicht der geringste Zweifel daran bestehen, daß die arabische Bevölkerung im allgemeinen, die ländliche sowohl als die städtische, im weitesten Maße von der rascher« Entwicklung des Landes profitiert hat. Das Problem aber sei gar nicht wirtschaftlich, sondern politisch. Es sei vorwiegend eine Frage des Gefühls. Herbert Samuel schließt seine Betrachtungen mit folgenden ausführlichen Feststellungen: Auf der anderen Seite stehen die Ansprüche der Juden. Die Balfour-Erkiärung war ein endgültiges Versprechen, wieder und wieder verbürgt durch Regierungen aus allen Parteien in England. Sie ist zur Zeit ihrer Herausgabe durch die alliierten Regierungen und die Vereinigten Staaten von Amerika gebilligt worden. Schließlich wurde sie als Bestandteil in das vom Völkerbunde formell angenommene Mandat einbezogen. Im Vertrauen auf die Kraft dieses Versprechens haben Hunderttausende ihr ■Schicksal mit Palästina verknüpft. Millionen und Millionen Pfund Sterling sind dort an Kapital investiert worden. Es kann keine Rede davon sein —• und die englische Regierung hat auch diesbezüglich sicii klar ausgesprochen —, dieses Versprechen aufzukündigen. Und in einem Augenblick, wo die deutsche Judenhcit, die jahrhundertealt und kulturell so weit fortgeschritten ist, in eine tragische Lage geraten und ihre jüngere Generation nur den einen Wunsch hat, das Land m verlassen, wäre es wahrhaftig ein harter Schlag, wenn ein Teil der Welt, auf den die Juden starke historische Anrechte haben und in dem noch viel Raum für weiteren Bevölkerungszuwachs ist, ihnen min verschlossen werden sollte. Zum Schluß bemerkt Samuel, daß die englische Regierung nach einer Lösung suche. Eine Fülle von Vorschlägen sei schon jetzt gemacht worden, aber keiner habe bis jetzt in nennenswertem Maße Zustimmung gefunden. Erklärung Ben Gurions Der Vorsitzende der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, David _ Ben Gurion, der soeben aus Palästina wieder in London cingetroffen ist, hat sich über die gegenwärtige politische Situation in bezug auf Palästina dahin geäußert, daß mau nicht mehr glaube, die Regierung werde sich der Gewalt und Einschüchterung in der Frage der Einwanderung beugen. Sollte dies, fügte Ben Gurion hinzu, dennoch geschehen, so würde es die ernsteste Reaktion im Jischuw Hervorrufen und zu Konsequenzen führen, die alle bedauern müßten. Schließlich erklärte Ben Gurion, es sei zu erwarten, daß der Streik in Palästina bald abgebrochen werden würde. lieber ■die Haltung des Jischuw in dieser Zeit erklärte Ben Gurion: Der Geist der Judenhcit Palästinas flöße ihm Mut zu seiner Arbeit ein. Einen besonders tiefen Eindruck habe auf ihn das Gefühl der Sicherheit gemacht, das in den Siedlungen herrsche. Zweifellos sei dieses Gefühl auf die große Zahl der jüdischen Hilfspolizisten zurückzuführen. Der Jischuw, sagte Ben Gurion, habe unter den wirfschaftlichen Folgen der Unruhen zwar schwer zu leiden, aber er verstehe es, die Wirtschaft aufrecht zu erhalten und seine Verluste seien geringer als die der Araber. Die Stimmung gegen den Streik wachse in Palästina. Bisher sei der Streik durch ermutigende Berichte der arabischen Delegation aus London in Gang gehalten worden, jetzt aber gebe es keine Grundlage für solche Berichte mehr. Die arabischen Terrorbanden, meinte Ben Gurion, verlören immer mehr ihren nationalistischen Charakter und sänken allmählich zu gewöhnlichen Vorbrcclierhandcn herab. In letzter Zeit wurden ebenso häufig Angriffe dieser Banden auf Araber wie solche auf 'Juden gemeldet. Beschluß der englischen «luden Der Board of Depufies of British Jews, die offizielle Vertretung der englischen Judenhcit, hat in seiner Sitzung vom IQ. Juli folgende von dem Vorsitzenden der Palästina- Kommission des Board, l)r. Israel Feldman, namens der Kommission beantragte Entschließung zur Palästina-Politik der englischen Regierung angenommen: ״Der Board of Depufies of British Jews begrüßt die von dem Minister für die Kolonien am IQ. Juni abgegebene Erklfirung, ״daß die Regierung Sr. Majestät sich von Gewalt und Gewalttätigkeit nicht beeinflussen ließ und nicht beein- Bussen lassen wird“ und daß sie entschlossen sei, die Autorität Englands als Mandatarmach! zu wahren und ״Palästina mit Gerechtigkeit und Billigkeit gegenüber Juden und Nichtjuden zu verwalten“. Der Board anerkennt es bcsonders, daß die Regierung die unbegründeten Forderungen nach Einstellung der jüdischen Einwanderung abgelehnt hat, eine Maßnahme, die, wann immer und für welchen kurzen Zeitraum immer sie getroffen werden sollte, nur als Kapitulation vor der Gewalt gedeutet werden könnte und darauf abzielen würde, die Ereignisse In einem für die jüdische Einwanderung ungünstigen Sinne zu beeinflussen. Der Board nimmt die Ankündigung zur Kenntnis, daß nach Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung ln Palästina eine Kgl. Kommission eingesetzt werden wird mit der Aufgabe, die Beschwerden von Juden und Arabern zu untersuchen; er hegt die Zuversicht, daß es, ״ohne die grundlegenden Bestimmungen des Mandats Ln Frage zu stellen“, möglich sein wird, im Rahmen des Mandats eine Lösung zu finden, die bei Wahrung der legitimen Interessen der Araber die allgemeine Entwicklung des Landes beschleunigen und die dauernde Ein- Wanderung von Juden bis zur Grenze der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes erleichtern wird.“ Die Rolle Abdullahs London, 17. Juli. (JTA.) Von amtlicher Seite wird bestätigt, daß Emir Abdullah von Transjordanien während der Unruhen seinen Einfluß geltend gemacht hat, um die Araber Palästinas zur Zurückhaltung zu veranlassen. In diesem Zusammenhang wird der JTA. mitgeteilt, daß die Meldung ausländischer Blätter, zwischen der englischen und französischen Regierung fänden Verhandlungen über eine Vereinigung Transjordaniens mit Syrien statt, den Tatsachen in keiner Weise entspricht 1