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Jüdische Rundschau · 1936-07-17 · Heft 57 (17.7.1936) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 57 (17.7.1936)
Date
1936-07-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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•e״u» 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57, 17. VII 193 Palästinas industrielle Initiative Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Man wird die heutige Wirtschaftssituation in Palästina und die psychologischen und materiellen Grundlagen der künftigen Entwicklung bedeutend leichter beurteilen können, wenn man zuvor genaue Daten über einen der wichtigsten Aufbau-Faktoren erhält, über die industrielle Gründ u n g s t ä t i g k e i t. Sie wird im folgenden für das erste Halbjahr 1936 dargestellt und mit dem ersten Halbjahr 1933 verglichen. Als Ausgangspunkt dienen uns die periodischen Veröffentlichungen der Regierung über die amtlich neu registrierten Genossenschaften (״Cooperative Societies“), Aktiengesellschaften (״Companies“), offenen Handelsgesellschäften (״Partnerships“) jind Kommanditgesellschaften (״Limited Partnerships"). Allerdings ist dieses Material insofern nicht ganz vollständig, als in Palästina bisher noch kein Handeisregister-Zwang für Firmengründtmgcn von Einzelkaufleuten besteht und daher über Zahl und Art solcher Gründungen nichts Authentisches bekannt wird. Immerhin darf man wohl sagen, daß unsere Untersuchung, in der sämtliche unter den neu registrierten Firmen vorkommenden Industriebetriebe statistisch verarbeitet sind, dem eingangs erwähnten praktischen Zweck durchaus genügt, da sie zweifelios den größten und wirtschaftlich maßgebenden Teil der neuen Industriegründungen überhaupt erfaßt. Neu registrierte Industriebetriebe nach Monaten 1935 1936 fanuar 25 30 Februar 27 2<) Mär/ 33 25 April 22 17 Mai 20 12 Juni 23 24 1. Halbjahr!30 137 Im gan/en ist also die industrielle Gründungstätigkeit irn 1. Halbjahr 1939 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsah>chnitt nur um 8,7 0״ zurückgeblieben; sie ist damit, wie noch bemerkt sei, wieder auf das Niveau des 1. Halbjahres 1931 gelangt, das 139 industrielle Neugründüngen aufwies. Sicherlich ist das heute ein ebenso überraschend es wie erfreuliches Ergebnis. Wir erkennen daran das starke Beharrungsvermögen des industriellen Aufbauwillens, den die Unruhen zwar stören und bremsen, aber keineswegs gan/iich ausschalten konnten. Noch deutlicher wird dies hei der Betrachtung der einzelnen Monate. Schon im Marz hatten die politischen Vorgänge in Europa etwas zur Zuiuckhaltung gemahnt. Im April und Mai wirkteil sich naturgemäß die palästinensischen Ereignisse aus, wobei das äußere Faktum nicht zu vergessen ist, daß das Jaffaer Distriktsgericht, die Registerbeliördc für alle neuen ״Partnerships“ in der Tel-Awiw- - Jaffa-Zone, wochenlang für jüdische Interessenten unerreichbar blieb, bis endlich die Zweigniederlassung des Gerichts in Tel-Awiw eröffnet wurde. Und schließlich der Juni: er hat die industrielle Gründungstätigkeit bereits wieder zum normalen Umfang zurückkehren lassen. Neu registrierte Industriebetriebe nach Unternehmungsformen 1. Halbj. 1935 1. Halbj. 1936 ״Coopcrativc Societies“ 13 14 ״Companies“ 36 19 ״Partncrships“ lül 1Ü4 ״Limited Partnerships“_ — — Insgesamt 150 137 Der genossenschaftliche Unternehmungsgeist auf industriellem Gebiete hat sich somit gut behauptet. Dasselbe dart man von der offenen Handelsgesellschaft sagen, die in der typischen Gestalt des Bündnisses zwischen Fachmann und Gehlmann die beliebteste Unfcrnelimungsform für die in Palästina ja weitaus dominierenden Klein- und Mittelbetriebe darstellt. Hingegen zeigt sich ein wesentlicher Rückgang bei den Industrie-Aktiengesellschaf teil, also bei den Großbetrieben, und zwar auch hinsichtlich der Höhe der registrierten Aktienkapitalien. Die 36 neuen industriellen ״Companies“ des 1. Halbjahrs 1935 ließen an Aktien-Kanitalien insgesamt ,CP 628 703 registrieren, die 19 des 1. Halb״ jahrs 1936 nur CP 124 820. Allerdings muß dabei erwähnt werden, daß gerade die beiden dem Kapitalumfang nach größten Indusuic-Aktien-Neugrüiulungen des 1, Halbjahrs 1935, nämlich eine Zementfahrik mit CP 250 000 und eine chemische Fabrik mit CP KXMKK), bis zum heutigen Tag noch nicht praktisch verwirklicht worden sind. Merkwiirdigerw eise witd die Unternehmungsform der Kmiimandifgeseilschaft von unserer industriellen Initiative in der Regel gar nicht benutzt, obwohl sie speziell in Palästina gute Dienste leisten konnte, da sie es im Auslande wohnenden Kapitalisten gestattet, sielt mit einem begrenzten Risiko an hiesigen Unternehmungen zu beteiligen. Es sollte mehr dafür geschehen, das Prinzip der ״Limited Partnerships" populär zu machen. Demnächst wird das palästinensische Firmen-Rccht, wenn ein im Mai 1936 publizierter Gesetzesentwurf durchgeführt wird, um eine neue Unternehmungsform bereichert werden, nämlich die ״Private Company“, die etwa der mitteleuropaischen ״Gesellschaft tn. b. H.“ glcichkomincn und daher gewiß auch für industrielle Gründungen interessieren würde. Neu registrierte Industriebetriebe nach Fachgruppen 1. Halbj. 1935 1. Halbj. 1936 Metallurgie und Technik _ 29 27 Nahrungs- 11. Genußmittelindustrie 28 30 Baustoffindustrie 28 17 Text.1u. Bekleidungsindustrie 25 16 Holzbearbeitungsu. Möbelindustrie 14 16 Chemie und Kosmetik 13 10 Graphische Industrie 3 11 Sonstige Industrien 10 10 Insgesamt 150 137 Die fachliche Gliederung der industriellen Neugründungen gibt auch einen interessanten Querschnitt durch unsere industrielle Struktur überhaupt. Dem Rückgang bei der Bau- Stoffindustrie und hei der Textil- und Bekleidungsindustrie steht die höchst bemerkenswerte Zunahme des Gründungseifers bei der graphischen Industrie gegenüber. Palästina entwickelt sich heute zum Verlags- und Druck-Zentrum der jüdischen Welt. Altersheim für Logenbrüder und -Schwestern aus Deutschland in Jerusalem. Von seiten der Bne^Brith wird mitgeteilt, daß in dem Altersheim, das in Jerusalem im September eröffnet wird, noch einige Plätze frei sind. Interessenten wollen sich baldigst wenden an Frau Charlotte Hirsch, Jerusalem, Rechawia, Beth Ruppin. 1 inAlAUM ,0r Tr®pp0n• •י״•,»*־ Zimmer und Küchen Kunst in Haifa Eine neue Kleinkunstbühne - Schallplattenkonzerte Haifa, Anfang Juli Haifa, mit seiner Tel-Awiw gegenüber unverhältnismäßig kleineren jüdischen Bevölkerung, konnte bis vor kurzem auf kulturellem Gebiet mit der jüdischen Metropole in keiner Beziehung konkurrieren, und war im wesentlichen auf Gastspiele angewiesen. Nachdem die Bevölkerung gewachsen ist, ist Haifa mehr und mehr in der Lage, eigene künstlerische Unternehmungen zu erhalten; es machte sich selbständig, schul sich ein kleines Orchester, setzte der ״Habimah“ und ״Ohel“ das Haifacr ״Teatron Ivri“ gegenüber und neuerdings dem ״Matate“ seine ״Tewaih No ach“, (Leitung: Hans Behal.) Am 30. Juni ging in dem zweihundert Personen fassenden Raum der ״Arche Noah“ zum ersten Male das zweistiindige Programm über die transportabel gebaute Bühne; seitdem hat Haifa sein tägliches Kabarett (außer Freitag) mit einer vorgesehenen Programmdaucr von drei Wochen. Das Programm dieses wie jedes Kabaretts soll aktuell, witzig, satirisch sein, ohne politische Festlegung. Das Repertoire ist teils palästinensischer, teils europäischer Provenienz (im Eröffnungsprogramm war Europa durch Schnitzler vertreten), wobei bei letzterem Schlonsky die Text- und Altermann die Chansonübersetzung besorgen. Das Eröffnungsprogramm bestellt aus zwölf Nummern und bringt ein Darstellerkollektiv, in dem B e r i i!1 s k y (Mitglied des ״Teatron lvri“) als Darsteller ״exotischer“ Typen und eines Regisseurs in einem Sketch auffällt, in dem man in Berger einen sympathischen ״jugendlichen Liebhaber“ (Anatol) kennenlernt und fcststellcn kann, daß Behal außer einem geschickten Leiter auch einen vielseitigen Darsteiler und Textdichter abgibt, während bei den Damen Frau Hirth mit den Chansons ״Ma laassot“ und dem Seemannslied ״S. O. S.“ großen Anklang findet und Frau Weinschall das dramatischere Fach hütet. Die ansprechende Vertonung und die Begleitung am Klavier führte Dr. Alsberg aus, die mit sparsamsten Mitteln sehr wirkungsvollen Dckorationen der Karikaturist B a ß. Nicht minder bemerkenswert ist eine Serie anderer, in Haifa seit längerer Zeit beliebter Veranstaltungen: die Schallplattenkonzerte der Firma Radio-Sußmann- Rosenthai. Hier haben zwei rührige, deutsch-jüdische Ingenicurc im April vorigen Jahres damit begonnen, dem dringenden Bedarf des Haifacr musikliebenden Publikums nach guter Musik durch die Organisierung ״klassischer“ Schallplattenkonzertc abzuhelfen. Welchen Anklang sie damit gefunden haben, läßt sich daraus ersehen, daß sie bisher 18 stets ausverkaufte Konzerte vor je 250 Personen im ״Beth-Hachaluzoth“ ausgeführt haben, daß die Histadruth sie damit beauftragte, für sie im ״Bethenu“ Konzerte für die Arbeiter zu veranstaiten, was bisher achtmal vor jeweils 4—500 Personen geschab, und daß allmählich auch die nähere Umgebung erfaßt werden soll, wobei mit einem Konzert in Nele Shaanan begonnen wurde. Auf welchem Niveau diese Konzerte sich bewegen, geht aus dem Programm des letzten hervor, in dem gespielt wurde: Die ״kleine“ Fuge in G-moll von Bach von Leopold Stokowsky und dem Philadelphia-Orehester, das Brandenburgische Konzert Nr. 3 in G-dur von Buch von W. Furtwänglcr und den Berliner Philharmonikern, die Symphonie in G-moll von Mozart und schließlich der erste Akt von ״Figaros Hochzeit“ unter Fritz Busch von den Solisten und Orchester des Glyndehourne Mozart Opera PALÄSTINA IN LICHTBILDERN Die aktuellsten Bilder aus dem Mai und Juni mit ausführlichem Begleitvortrag Radigiert von Dr. E. Mechner, Tel-Avlv Levantemesse — Die Unruhen — Hafen Tel- Aviv — Die Arbeit geht weiter — Vom Tage Bildbericht 8/9.. . 59 Bilder RM 4.50 Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages durch den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL, Berlin W18 MeinekeetraBe 10 ✓ Postscheckkonto Berlin »•«47 Festival 1934. Da die klangliche Wiedergabe auf einer modernen Zwei-Tcller-Apparatur eine ganz, ausgezeichnete ist, kann der Musikiiebhaber, solange er liier Originalkonzerte in dieser Vollkommenheit nicht haben kann, mit diesem ״Ersatz“ nur zufrieden sein. Alfred Markus Arabisches Pfadfindertum. Wie die Zeitung ״Der Gesellige“, Schncidemühi, mitteilt, traf im Kurmarklager, wo die Hitler-Jugend zu Sport und Spiel und zugleich zu politischer Schulung vereinigt ist, ein ״Besuch aus Irak (Persien) ein. Es war ein Führer der syrischen Pfadfinder, namens Habal Bcvrouth, der in seiner Heimat 10 000 Jugen führt“. Es wird weiter mitgeteilt, daß ״Habal Beyrouth, der Gast der deutschen Reichsregierung ist, die drei Wochen im Kurmarklager bleiben und dann die Olympischen Spiele bcsuchen wird“. Der Gast äußerte sich, wie die Zeitung berichtet, sein׳ anerkennend über das, was er in Deutschland gesehen hat. Die Angaben der Zeitung sind insofern ungenau, als nicht klar ist, ob es sich um einen Besuch aus Irak, Iran (Persien) oder Syrien handelt. Jedenfalls wird es für palästinensische Leser interessant sein, wie entwickelt die Pfadtinder-Bewegung unter der Jugend der erwachenden orientalischen Staaten!st. Holz gegen Orangen. Palästinensische Kaufleute verhandeln mit österreichischen Firmen wegen eines Austausches von Holz gegen Apfelsinen. Bisher hatte Oesterreich nur geringe Mengen Holz nach Palästina ausgeführt, weil andere Länder, insbesondere Rumänien und Bulgarien, in bezug auf die Transportkosten weit günstiger liegen. Die Verhandlungen zwischen den palästinensischen Exporteuren und den österreichischen Firmen haben insofern Aussicht auf Erfolg, als nach Beendigung der Sanktionen gegen Italien dieses Land nicht mehr wie bisher in besonderem Maße auf Abnahme seiner Apfelsinen durch Oesterreich bestehen, und auch der italienische Holzbedarf nach Abschluß des abessinischen Krieges in Zukunft geringer sein wird. Dagegen ermöglicht die Bautätigkeit in Palästina die Abnahme von Schnitt- und Balkenholz. Die Palästina-Regierung hat am 15. Juli die anläßlich des Halienisch-abessinischen Konflikts gegen Italien beschlossenen Sanktionen aufgehoben. Die hebräischen Zeitungen ״Haarez“ und ״Haboke r", die für fünf Tage verboten waren, sind am 14. d. M. wieder erschienen. Krankenversicherung für Palästina durch Reichsmarkzahlung Wir erhalten folgende Mitteilung: Erfahrungsgemäß spielt die Frage der gesundheitliehen Prophylaxe und der medizinischen Versorgung in Krankheitsfällen gerade für die Neueingewanderten eine erliebliche Rolle, besonders in den ersten Jahren der Akklimatisation an neue und ungewohnte Verhältnisse. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Einwanderer ohne Versicherungsschutz gegen Krankheit in schwere wirtschaftliche Komplikationen gebracht werden. Da soziale Fürsorge-Organisationen, die in solchen Fällen entspringen könnten, kaum vorhanden sind, sind die Einwanderer lediglich auf sich selbst angewiesen. Besonders in Zeiten der Arbeitslosigkeit spielt die Frage der ärztlichen Versorgung für die nicht Versicherten eine außerordentliche Rolle. Da die meisten Einwanderer mit sehr beschränkten Mitteln nach Palästina kommen, scheuen sie sich, die kleine Kapitalreserve für Mitgliedsbeiträge der Kranken- Versicherung zu verwenden. Die Kupath Cholim, die zentrale Krankenkasse Palästinas, legt einen Transferplan vor, nach dein Einwanderer aus Deutschland dieses so dringende Problem der Kranken- Versicherung durch Zahlung in Reichsmark für eine Reihe von Jahren lösen können. Die Kupath Cholim zählt mehr als 110000 Mitglieder einschließlich «er Familienmitglieder. Dies bedeutet etwa ein Drittel der gesamten jüdischen Bevölkerung Palästinas. Sie besteht seit 1913 und befindet sich in einem ununterbrochenen Aufstieg und Ausbau, Ihr Etat beträgt mehr als eine Viertel Million Pfund, sie beschäftigt 650 Menschen, darunter 171 Aerzte, und arbeitet an 152 Plätzen in Palästina.^ Sie organisiert die gesamte medizinische Versorgung in Stadt und Land, verfügt über eine große Anzahl von Kliniken, Polikliniken und Erholungsheimen. Der Transferplan sieht in seinen Grundzügen folgendes vor: Einwanderer, die im Laufe des nächsten Jahres (1937) in das Land kommen, können die Mitgliedsbeiträge für 5 bzw. 10 Jahre im voraus hier in Reichsmark zahlen und sind dann vom Zeitpunkt ihrer Einwanderung an, gegebenenfalls auch mit ihren Familien, in voller Höhe versichert. Sie enießen damit weitestgehende medizinische Versorgung (Krancnbehandlung, Krankenhausaufenthalt, Operation, Röntgen- Behandlung, Zahnbehandlung ttnd Erholungsfürsorge). Für eine Reihe von Jahren sind sie der drückenden Sorge für den Krankheitsfall enthoben. Dies gilt sowohl für Unverheiratete als auch besonders für Familien, in deren Etat der Posten ״Krankheit“ oft eine erschreckend große Rolle spielt. Ebenso können Personen, die bereits in Palästina eingewändert sind und hier noch über inländische zur Einzahlung auf die Transferkonten vorgemerkte Guthaben verfügen, diese im Rahmen des vorgesehenen Transferplans für ihren Versicherungsschutz verwenden. Versicherte, die nach Einwanderung aus irgendeinem Grunde aus der Versicherung ausscheid en, können unter besonderen Bedingungen ihre Rechte aus der Versicherung abtreten. Im Todesfall geht der Versicherungsschutz auf den Erben über. Dieser Plan wird sicher in weiten Kreisen Interesse und Zustimmung finden. Er bietet die Möglichkeit, die lebenswichtige Frage des Versicherungsschutzes auf dem Transferwege zu lösen. _ Ernte während der Unruhen Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ bringt folgenden Bericht aus dem Bezirk N a h a I a I: Man fürchtet« dieses Jahr sehr, daß man die Ernte nicht würde einbringeu können und daß sie den Brandstiftern zum Opfer fallen würde. Und doch ist es gelungen, außer 375 Dunam, die durch die Eisenbahn in Brand gesetzt worden waren, die gesamten Felder abzuernten. Zwei Dinge haben dies ermöglicht: Organisation der Ernte und wachtdienst. Sofort nach den ersten Brandstiftungen im Emek organisierte sich der Bezirk Nahalal zur Einbringung der Ernte. Es wurde beschlossen, daß die Ernte zentral organisiert werden sollte und daß die Verantwortung für alle Schäden, die entweder durch Verzögerung der Ernte in einzelnen Siedlungen oder durch Brand- Stiftungen erwachsen sollten, gemeinsam getragen werden würden. Traktoren und sonstiges Arbeitsgerät und auch die Arbeitskräfte sollten nach einem bestimmten Plan eingesetzt werden, auch sollte man, um die Arbeit zu beschleunigen, noch Maschinen von auswärts mieten. Auch der Wachtdienst wurde gemeinsam organisiert. Eine besondere Kommission leitete die ganze Arbeit. Es waren mannigfache Schwierigkeiten zu überwinden. Jeder Ort hatte seine überlieferte Form der Ernte, von der er nicht gern und nicht leicht abging. Und trotzdem jeder Schaden gemeinsam getragen wurde, fürchtete doch jeder für sein eigenes Feld, wenn sich die Ernte dort infolge der zentralisierten Organisation verspätete. Eine große Schwierigkeit war die Versicherung, da alle Oeselisehaften sich weigerten, die üblichen Versicherungen seihst bei erhöhter Prämie in diesem Jahr der Unruhen zu übernehmen. Schließlieh fanden sich doch zwei Gesellschaften, von denen die eine die Felder gegen gewöhnliche Schäden und Brandschäden durch die Eisenbahn, die andere die Maschinen versicherte. Gegen Schädigungen durch mutwillige Brandstiftungen und sonstige Schäden, die direkt oder indirekt durch die Unruhen und die eilige Einbringung der Ernte erwachsen könnten, sicherte die Siedler eine ״Innere Versicherung“, ein Fonds, für den jeder Teilnehmer eine gewisse Summe deponierte, aus dem solche Schäden zu decken waren. Er wurde aber nicht in Anspruch genommen. Palästinas Handelspolitik Der Präsident des Verbandes der palästinensischen Exporteure und Direktor der ״Jaffa Zitrus Exchange“ in Tel-Awiw, lng. Samuel Tolkowsky, hielt sich auf einer Reise durch Europa kurze Zeit auch in Prag auf, von wo er über Ungarn und Jugoslawien die Rückreise nach Palästina angetreten hat. Die Tschechoslowakisch-Palästinensische Handelskammer veranstaltete zu Ehren Tolkowskys in Prag einen Empfang, be« dem ihm von dem Präsidenten der Prager Handelskammer, Dr. Jahn Tribicky, das Ehrenmitgliedsdiplom überreicht wurde. In einer Ansprache unterstrich Präsident Dr. Tribicky daswahrelnteres.se, aas die maßgebenden Persönlichkeiten der Tschechoslowakei an dem Aufbauwerk in Palästina nehmen. Der Veranstaltung wohnten u. a. Minister Dr. Friedmann vom Auswärtigen Amt, Vertreter des Handels- und des Finanzniinisteriums, Abg. Dr, Angclo Goldstein, die Vorstandsmitgliedef der Tschechoslowakisch-Palästinensischen Handelskammer und eine Reihe führender Persönlichkeiten aus Handel und Industrie der Tschechoslowakei bei. Ein Araber, der versucht hatte, in der Jerusalem« Vorstadt Giwat Schaul eine Bombe gegen jüdische Arbeit« zu schleudern, ist zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden. (Schluß des Palästinateüs) Anschl8ge kostenlos la Refer. / Qegr. 1>9C GroBes Lager In Cocos-, Bouctö- 11. Velourlflufem Fritz Stoehr Memhardstr. 18 früher• MOnsstr. 17 El ••reim• 1BC8-B7

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