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Jüdische Rundschau · 1936-07-17 · Heft 57 (17.7.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 57 (17.7.1936)
Date
1936-07-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57, 17. VII. 1936 Anzahl von Gebieten der staatlichen Tätigkeit könnte diese Form der ,,Personal-Autonomie“ ohne Schwierig• keit eingeführt werden, so für das gesamte Erziehungswesen und für alle Arten der kulturellen Tätigkeit des Staates. Soweit zentrale Institutionen für die Benutzung beider Gruppen in Betracht kommen, ist vollkommene Parität ohne Schwierigkeit möglich, wie durch die Radiostation schon jetzt einwandfrei nachgewiesen ist. In weitem Umfange könnte das Prinzip der Personalautonomie auch für die Justiz festgehalten werden. Das Landesgesetz soll einheitlich bleiben (abgesehen von den Gebieten des Personen-, Familien- und Lrhrcchts, für welche schon heute die Zugehörigkeit zu einer religiösen oder nationalen Gruppe maßgebend ist). Die Anwendung der Gesetze könnte durch Richter erfolgen, die dem Volke der beteiligten Parteien angehören, und nur, wenn die Parteien verschiedenen Volksgruppen angc• hören oder wenn ein besonderes Interesse des Staates vorliegt, ist eine gemischte Besetzung und — in allmählich abnehmendem Grade — eine Beteiligung von Richtern der Mandatarmacht nötig. Auch für die wirtschaftlichen V c r w a 11 u n g s / w e i g c (Landwirtschaft, Handel und Industric) werden sich Selbstverwaltungskörperschaften der beiden Völker bilden lassen, was keineswegs ausschließt, daß sich die Organe der beiden Volksgruppen für die Erledigung gemeinsamer Aufgaben zusainmenscliSießcn. Fs bleiben die bedeutenden Verwaltungszweige, deren Gegenstand in bestimmten Flächen einheitlich bearbeitet werden muß und sich zur Verteilung unter national gegliederte Personenkreise nicht eignet (z. B. Verkehrswesen, Steuerwescri). Pur diesen Teil der Verwaltung wird sich eine einfache Formel aus dem Gedanken der Parität nicht ableitcn lassen. Ls bleibt nur übrig, den Grundsatz der Freiheit von fremder Herrschaft als Richtlinie der Praxis der Verwaltung fest/ulegeii und seine Durchführung zur Pflicht der Regierung zu machen. Die Ständige Mandatskomntbsion des Völkerbundes wurde die Beobachtung des Prinzips (ähnlich wie bisher m.11011 der Regel der Wirtschaftliehen Aufnahmefähigkeit fur die I in Wanderung) kontrollieren. Als eine stärkere Sicherung konnte ein ״Gerichtshof 7. u m s c 11 u 11 e d er st a a t s p o 1 i t i s c h e n Pari! ä t" eingerichtet werden, der die Akte des Staates unter dem GcMchtspunkt der Parit.1t zu prüfen und bei Verletzungen des (irmuKat/es Maßnahmen der Abhilfe an/uordnen hätte. Die Richter dieses (h richtes waren von der Mandatarmacht oder, was vielleicht noch \or/ti/ielieii wäre, zum Teil von anderen Staaten des Völkerbundes zu stellen. Fs wäre auch denkbar, dieses (jerieht allgemein zu einem Gericht ״zur Sicherung der ürund'ut/e des Mandats“ aus/uhilden. Das Programm der staatspolitisrhen Parität erhält seinen Sinn durch seine Bedeutung für die Zukunft. Die politische Stellung der Juden wird, gemessen an ihrer machtmältigcn Bedeutung in der Gegenwart, ausgedehnt; aber für die Zukauft wird, der jüdischen Staatsmacht eine Grenze gesetzt, die unabhängig von der Zahl der Juden und ihrer Wirtschaftliehen Kraft, cin/uh,alten sein wird. Damit wird den Arabern Palästinas eine Garantie gegen jüdische Uebermacht gegeben, die durch den Aufhau des Nationalheims entstehen könnte, und auf diese Weise ihrer Furcht vor politischer Unterdrückung die Grundlage entzogen, ohne daß die Entwiekhmg des Nationalheims seihst eingeschnürt werden und damit in Wirklichkeit vereitelt werden müßte. Diese ganze Konstruktion wird von Kennern des ,,Zeitgeistes“ damit abgetan werden, daß die Garantien, auf denen sie beruht, dem Gebiete des Rechts angehören, also ״nicht ernst zu nehmen“ wären. Es ist zuzugeben, daß die Ordnung und Sicherung durch das Recht für diesen Plan von großer Bedeutung ist, obwohl die Stütze des Rechtes eine reelle Macht, die Mandatarmacht, sein würde, die ihrerseits voraussichtlich ein dauerndes politisches Interesse an einem Vergleich zwischen Juden und Arabern haben wird. Es ist aber, diesem Bedenken gegenüber, eine grundsätzliche Erwiderung hin/u/ufugen. Trotz, aller kläglichen Schicksale, die ähnliche Vorstellungen seit Ende der Kriegszeit gehabt haben, wird man für Palästina eine Lösung, die einen Blick m eine Zukunft übrig faßt, nicht von der freien Entfaltung der politischen Kräfte und dem Ergebnis ihres Zusammenstoße* erwarten können. Nur die Bindung der Mächte durch die Idee des Rechts läßt eine erträgliche Lösung des palästinensischen Problems erhoffen, und vielleicht liegt in diesem Zwang eine innere Notwendigkeit der Politik, deren Gegenstand Erez Israel ist. Zusammenarbeit mit den Arabern Die Vorschläge, weiche die Verständigung durch Teilnahme der Juden an einer großarabischen Politik — der Schaffung eines groß-arabischen, einheitlichen pol!־ tischen Gebildes — erreichen wolle״, sind nicht an die Araber Palästinas gerichtet, sondern an eine groß-arabische Gesamtheit, von der man die Zustimmung zu einem jüdischen Programm für Palästina im Austausch gegen die Eingliederung der Juden in die gesamt-arabische Front erwartet. Dieses Programm wird in der politischen Wirklichkeit auf mannigfache Hindernisse stoßen: einer Vereinigung der arabischen Lander und ihrem einheitlichen Aufbau, hei dem die Sonderstellung Palästinas im Gcsamtrahmen berücksichtigt werden könnte, stellt die bei Ende des Krieges vorgenommene Zerteilung des Mittleren Ostens in Schutz- und Interessen-Zonen europäischer Mächte im Wege. Wenn auch die Stellung der beteiligten europäischen Staaten in ihrer äußeren Form und auch in ihrer tatsächlichen Geltung abgeschwächt worden ist und weiter abgeschwächt wird, so wird sie doch in der Form von Garnisonrechten und politischen Verbindungen weiter bestehen bleiben und gegen den Zusammenschluß wirken. Trotzdem könnten solche Vereinigungstendenzen von jüdischer Seite unterstützt und zum Gegenstände einer jüdisch-arabischen Politik gemacht werden. Aber es ist keineswegs klar, wer als arabischer Träger einer Vereinigungs- oder Föderations-Politik in Betracht kommt. Die 1 s t i k 1 a I - P a r t e i e n, die Träger groß-arabischer Ziele, sind in den verschiedenen arabischen Ländern keineswegs zu maßgebender Bedeutung aufgestiegen. In den arabischen Staatsgebieten, die heute entweder schon unabhängig sind oder bald sein werden, scheinen die Tendenzen zu einer größeren Union keineswegs übermäßig stark zu sein, und es ist durchaus denkbar, daß dem arabischen Nationalgefuhl die Existenz dieser Mehrzahl freier arabischer Länder genügt, auch wenn sie staatsrechtlich nicht miteinander verbunden sind. Es kann nicht unsere Sache sein, ein großarabisches Programm zu propagieren, für das In den arabl- Die Haltung ״Esra webizaron“ Von unserem Korrespondenten gl. Tel-Awfw, 12, Juli Die palästinensische Judenheit zeigt gegenüber den verstärkten arabischen Angriffen der letzten Zeit und gegenüber der zum Teil unbehaglichen Haltung der englischen Presse, nach wie vor eine ungebrochene Haltung und das Bemühen, allen Anforderungen dieser schweren Zeit in vollem Umfange nacii/ukommen. Da sich naturgemäß die Ansprüche an die verschiedenen öffentlichen jüdischen Kassen vergrößern — Flüchtlinge, Stützung der Wirtschaft usw. — ist man an die Organisierung einer großen Sammelaktion — ״Esra webizaron“ — ״Hilfe und Befestigung“ gegangen. Die Gefahren des Moments und die veränderte Lebensweise an den gefährdeten Punkten werden mit großer Sclbstvcrständlichkeit tind vielfach stoischer Ruhe atifgenommen. Man macht seine Arbeit, man steht auf Wache, man geht der Gefahr aus dem Wege, soweit das möglich und gellt ihr ohne viel Worte entgegen, wo es nötig ist. Daß bisher alle Positionen im Lande von den Juden so glatt gehalten werden konnten, ist ohne Zweifel zu einem guten Teile auf diese ausgezeichnete psychische Haltung zurückzuführen. Man kann also — sogar wenn die Unruhen noch lange dauern sollten — der Standfestigkeit des Jischuw gewiß sein. Viele fragen sich jedoch unwillkürlich gerade dieser sicheren Haltung der palästinensischen Juden gegenüber, Eine arabische Stimme Die neue i!1 englischer Sprache von jüdischer Seite herausgegebene ״P a l c 81 i n c Review“ vom 3. Juli bringt die Antworten auf eine Rundfrage über das jüdischarabische Problem. Ussischkin sieht die einzige Lösung in einer Verstärkung der jüdischen Zahl in Palästina. David Y e 111' n untersucht die Ausgleichsmöglichkeiten nach Wiederherstellung der Ordnung, M. Y. Ben-Gavricl überschreibt seinen Aufsatz ,,Frieden anstatt Waffenstillstand“ und fordert eine stärkere Annäherung zwischen Juden und Arabern. Von besonderem Interesse ist der Brief eines arabisehen Lehrers K h a I i I Total!, der die Haupt- Ursachen des Konfliktes folgendermaßen analysiert: 1. Politische Ursachen: England und Frankreich hätten ihre Versprechungen an die arabischen Staaten nicht erfüllt und insofern die Juden versuchen, Palästina von Großarabien zu trennen, hätten sie sich die Feindschaft der Araber geschaffen. 2. Oekonomische Ursachen: Die Araber wollen nicht den Juden auf wirtschaftlichem Gebiete ausgeiiefert sein. Landverkauf, ökonomische Monopole und Konkurrenz seien ein ständiges Aergernis für die Araber. Auch die Frage der Arbeit schafft ernste Probleme. 3. Soziale Ursachen: Die hebräische Sprache, gesonderte Schulen, die soziale Exklusivität der Juden, hypermoderne Kleidung und Sitten und andere soziale Faktoren schaffen Antipathien und Furcht. — Der Schreiber steht auf dem Standpunkt, daß Juden und Araber zu einem Uebere inkommen gelangen kör!- n e n. Hierfür scheinen ilun folgende ׳ Bedingungen unerläßlieh: Die Juden sollten sich nicht unter den englischen militärischcn Schutz stellen, sondern der jüdische Idealismus müsse auf eignen Füßen stehen und die Herzen der Araber erobern. Die Juden sollten sofort einen Legislative Couneil fordern. Unerläßlich für den Frieden sei ein offener Arbeitsmarkt ohne Diskriminierung, weder gegen Araber noch gegen Juden. Die Juden sollten nicht glauben, daß materielle Erfolge entscheidend sind; eine men sch- 1 i c h e Annäherung sei vonnöten. Nichts entwaffne die arabische Feindseligkeit mehr, als wenn ein Jude arabisch spreche. Wenn die Juden zu den Arabern in ihrer Sprach c. sprächen, wäre die Schlacht schon halb gewonnen. _ Die Eng- Länder könnten den Frieden erleichtern, wenn sie die!11den vor ihrem eigenen Mangel an Mäßigung und Einsicht bewahrten. Die englische Mitte'rneerpolitik sei unmöglich bei einer feindlichen arabischen Welt, die Araber seien hierfur wichtiger als die Juden. Die Araber hätten an der Gerechtigkeit der Engländer verzweifelt und sie hätten auch genug von der jüdischen Anmaßung; sic haben nun den Zustand der Verzweiflung erreicht. Die Juden sollteil sich ihres eigenen Kampfes mit Rom erinnern: an Titus, die Zeloten und Massada. Die arabische Zeitung ״Aldschamia el-lslamia“ ist für 21 Tage verboten worden. selten Ländern selbst kein brennendes Interesse besteht. Wir werden uns daher auf gewisse näherliegcnde, prakt i s c h e Ziele beschränken müssen. Wir könnten dafür eintreten, daß die heute schon bestehende handelspolitische Verbindung /wischen Syrien und Palästina zu einem Zollverein entwickelt und daß für dieses Gebiet nach Mög-• lichkeit auch ein gemeinsames Recht geschaffen wird. Auf diese Weise würde den Arabern Palästinas in erheblichem Umfange der Anschluß an ein arabisches Gemeinwesen gegeben werden, ohne daß die für das Wesen des jüdischen Nationalheims notwendige Sonderexistenz P a 1 ä s t i - nas aufgegeben wird. Durch eine entsprechende Vereinbarung könnte den Arabern Palästinas auch die Möglichkeit zur Uebernahme von Bcamtenposten in Syrien und dem Libanon eröffnet werden. Die Entwicklung des Nationalheims würde durch diese Verbindung unmittelbar auf die Wieder- Belebung eines wichtigen Teils des arabischen Orients einwirken, für die wir seinen Völkern schon mehrfach unsere Dienste in Aussicht gestellt haben. Vielleicht könnten wir, wenn unsere Kraft und unser Wille ausreichen, für diese große, wiederholt von unserer Führung angedeutete politische Linie noch mehr tun. Eine Gesellschaft zur Entwicklung des Nahen Ostens könnte jüdisches Kapital und jüdische Intelligenz für die Erschließung der verschiedenen arabischen Länder zur Verfügung stellen. Es wäre denkbar, mit einem solchen Plan Einwanderungsgelegenhciten für Juden in beschränkter Zahl zu schaffen. Für die finanziellen Energien derjenigen jüdischen Kreise, die heute immer noch gerade außerhalb Palästinas arbeiten wollen, wäre hier ein wichtiges Feld der Aktion, die nicht einen Gegensatz oder eine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung für den Aufbau des Nationalheims darstellen würde. des Jischuw ob wir auch in der G a 1 u t h die gleiche Festigkeit, dasselbe Verantwortungsgefühl und dieselbe Bereitschaft finden werden, sich für die Palästinasache einzusetzen. Es handelt sich dabei für die Gaiuth keineswegs um ״Hilfe für das bedrängte Palästina“. Dieses ״bedrängte Palästina“ kann sich heute — das kann nicht deutlich genug betont werden — absolut selbst helfen, wenn cs sieh nur um die 400 000 Juden handelt, die heute hier sind und in den letzten drei Monaten sehr klar bewiesen haben, daß sie im Nottalle nicht nur zu arbeiten verstehen, sondern auch die Verteidigungskunst kennen. Woraut es ankommt, ist, daß die Gaiuth versteht, daß sie diesem Jischuw den nötigen Nachschub zu liefern hat, den Nachschub an Mitteln, an moralischer Rückendeckung, an Menschen. Wenn dieser Kampf, den wir im Moment in Palästina ausfechten, einen Sinn haben soll, so kann er nur in der Weiterführung des Siedlungswerkes bestehen. Solange es sich um die Erhaltung und Verteidigung des Bestehenden handelt, kann Palästina aus eigenen Kräften schöpfen. Sobald es um die Weiterführung der Arbeit geht, muß die Gaiuth ihr volles Maß der Aktion aut sich nehmen. Das jüdische Ausland muß gerade gegenüber der gegenwattigen Situation beweisen, daß es voll und ganz, zu der Palästinasache steht. Es kommt darauf an, die Lage ohne jede Schönfärberei zu erkennen, wo es noftut, auch die Fehler der Vergangenheit aufzudecken und zu verbessern, zugleich aber Möglichkeiten zu schaffen, um aus dem jetzigen Kampfe überzuleiten in eine Periode neuer Siedlungsarbeit. Eine Broschüre über die Unruhen Soeben erhalten wir aus Palästina ein von der Hitachduth Oie Germania herausgegebenes Sainmclheft ״Hnruhen in P a 1 ä s t i!1 a“. Es handelt sich um eine Broschüre von fast 150 Seiten, die einen objektiven und klaren Ucbcrblick über die den Unruhen zugrunde liegenden Probleme gibt. Die Broschüre wiril eingeleitet durch einen Vortrag von Felix Rosen blüth zur politischen Lage. Es folgen dann Beiträge von K 1 i 11 o w, Hold heim, ein Zitat aus Arloso r ofts Schriften über die britische Verwaltung und das Jüdische Nationalheim (entnommen dem in Berlin vom Hechaluz herausgegebenen Arlosoroff-Sammelbaiid), schließlich eine Uebersicht von Assaf über die arabischen Parteien. Der zweite Teil des Buches bringt eine Reihe von Dokumenten und Reden, die den Reiz des Buches besonders erhöhen. Darunter befinden sich Acußerungcn aus den ersten Tagen der Unruhen, die Warnung des High Commissioners an die arabischen Führer und die Antworten der Araber und des Waad Leumi, Aeußerungen von Dizengoff, Kaznelson. Schertok, dann eine ganze Reihe von l’rcsscstimmen aus der hebräischen, arabischen und englischen Presse. Das Buch, das in der Darstellung der Dinge bis Anfang Juni reicht, also noch große Aktualität besitzt, ist ein überaus wertvoller Beitrag zur Orientierung deutschlesender Juden. Insbesondere glauben wir, daß jeder deutschlesende Jude in Palästina dieses Buch durchstudieren sollte. Denn viele werden daraus die Kompliziertheit der Probleme; die ihnen früher kaum deutlich waren, erkennen fernen. Man muß die HOG. zu dieser Publikation beglückwünschen. Wieder Touristen in Jerusalem Der Sonderkorrespondent der ״T i in e s“ berichtet am 13. Juli: Grolles Aufsehen habe es in Jerusalem erregt, als 25 amerikanische Besucher ankainen, die erste Touristcngesellsehaft, die seit zwei Monaten nach Jerusalem gekommen ist. Die Augen aller Fremdenführer und Hotelbesitzer glänzten; infolge der Knappheit an Autos mußten aber die Besucher ihre Stadtbcsichtigung nach alter Weise aut Eseln machen. * Dem Tschechoslowakischen Pressebüro wird aus Palästina gemeldet: Touristen, welche Palästina zu besuchen beabsichtigen, werden dringend darauf aufmerksam gemacht, daß infolge des terroristischen Vorgehens der Araber ein Reisen durch das Land mit relativer Sicherheit nicht möglich ist. Dies gilt sowohl für den öffentlichen und für den privaten Autoverkehr wie für den Eisenbahnverkehr. Bewaffnctc Begleitung gewährt die Regierung den Touristen prinzipiell nicht. Solche Versuche einer Mitarbeit an der wirtschaftlichcn Erschließung der o r i e n t a 1 i - sehen Länder wären ein Beweis für unseren Willen zur harmonischen Eingliederung in diesen Teil der Erde. Wenn wir für diesen Willen allmählich Verständnis finden — es ist unsere Aufgabe, uns darum zu bemühen — so wird man vielleicht in den Mittelpunkten der arabischen Nationalstaaten Komitees für die gemeinsame Arbeit von Arabern und Juden an der Entwicklung des Orients bilden können. Deren Bedeutung wäre nicht geringer als .die der Pro-Palästina-Komitecs, die für die zionistische Politik im Westen Europas eine wichtige Stütze gewesen sind. Heute sind solche Gedanken noch nicht zu verwirklichen — ein entsprechender Versuch etwa in Bagdad würde ohne weiteres von der Stimmung bitterer Feindschaft erstickt werden. Aber diese Stimmung können wir nicht als endgültig akzeptieren. Schon die Verhandlungen über solche Möglichkeiten könnten Gelegenheit zu der Wirkung geben, die später die Aufgabe des Komitees sein würde. Schlußbemerkung Den Vorschlägen, die hier wieder einmal (sie sind nicht neu) zur Diskussion gestellt werden, wäre viel hinzuzufügen: auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Aufklärung, insbesondere der E rzichun g, ist viel Arbeit zu leisten. Aber alle diese Bemühungen werden ohne eine Behandlung des politischen Themas fruchtlos bleiben. Für dieses Gebiet ist es wesentlich, daß wir ein inhaltsvolles Programm darstellen und uns vom Gebrauch der leeren, formelhaften Beteuerung freimachen können. Nur auf diese Welse werden wir Lösungsversuche abwehren können, mit denen wir uns nicht einverstanden erklären können. Es ist Zeit, daß wir unseren Plan entwickeln, daß zunächst wir uns zu ihm bekennen und dann., soweit es in unseren Kräften steht, für ihn arbeiten.

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